Bielefelder General-Anzeiger
Bestandhaltende Institution
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld
Beschreibung verfasst von
Dr. Jochen Rath (2018), Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld
Geschichte und Entwicklung
Der bis Mitte der 1920er bürgerlich-liberale „Bielefelder General-Anzeiger“ erschien am 16. September 1900 erstmalig und gehörte zur E. Gundlach AG, Druck- und Verlagshaus (seit 1925 Teil der Oetker-Gruppe). Am 1.6.1918 wurde die Zeitung auch vor dem Hintergrund ihrer regionalen Verbreitung umbenannt in „Westfälische Neueste Nachrichten“ (WNN) mit einem Lokalteil unter dem Namen „Bielefelder General-Anzeiger“. 1927 galten die WNN als „Leib- und Magenorgan der Bielefelder Spießer“ (Volkswacht v. 28.10.1927), bezeichneten sich selbst aber 1928 als „parteilos“ und republikanisch. Später galten sie als konservativ, ab 1933 als nationalsozialistisch. 1935 wurden die WNN mit dem NS-Volksblatt für Westfalen (Auflage 1934: 36.200) vereinigt und damit amtliches NSDAP-Parteiorgan und gehörte ab dem 15.8.1935 zum „Zeitungsverlag für Westfalen“. 1944 erfolgte die kriegsbedingte Übernahme der „Westfälischen Zeitung“.
Verbreitung, Leserkreis, politische Ausrichtung, Auflagenhöhe
Umfang, Format und inhaltlicher Aufbau: Tageszeitung
Verbreitung: Auflagen der Ausgabe Bielefeld (Gesamtauflage)
- 1928: 25.000
- 1932: 24.000
- 1934: 20.700 (32.000)
- 1935: 22.691 (35.063)
- 1936: 21.500 (34.036)
- 1937: 26.318 (41.121)
- 1938: 28.000 (50.300)
- 1939: 31.750 (56.300)
Politische Ausrichtung: bürgerlich-konservativ, national-konservativ
Beilagen
- „Ravensberger Blätter“ des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg“ ab (ab 13.4.1901), Redaktion Studienrat Dr. Tümpel
- „Zeitbilder: Wochenbeilage der Westfälischen neusten Nachrichten“
- „Am heimischen Herd : Gratis-Beilage zum Bielefelder General-Anzeiger“, Redakteur C. Wester
- „Der Sonntag“, Redakteur C. Wester
- „Heitere Blätter“, Redakteur C. Wester
- „Onkel Franz. Illustrierte Jugendzeitung“
- „Aus Welt und Leben : Unterhaltungs-Beilage der Westfälischen neuesten Nachrichten“, Redakteur Julius Gubitz
- „Haus, Hof und Garten“, Redakteur Gerhard Farwick
- „Zeitbilder : Wochenbeilage der Westfälischen neusten Nachrichten“, Redakteur Friedrich Kroner, Charlottenburg. Druck: H.S. Hermann & Co. Berlin
- „Sportanzeiger im Bild“, Druck: TH. Reismann-Grone GmbH, Essen
- „Sport in Wort und Bild“
- „Ravensberger Blätter. Herausgegeben im Auftrag des Bielefelder Geschichts-und Heimatvereins, sowie des Minden-Ravensbergischen Hauptvereins für Heimatschutz und Denkmalpflege, Westfälischer Heimatbund“, Zeitungsverlag für Westfalen GmbH, Bielefeld. Redaktion Dr. Schrader
Fremdbeilagen:
- „Das Leben im Bild“, Druckerei und Verlag Otto Elsner Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung in Berlin. Verlagsleiter Fritz v. Lindenau. Redaktion Dr. Georg Schivmann
- „Bilder-Rundschau der W.n.N“, Bild und Buch Verlag in Berlin, Redaktion Max Gliese
Konkurrenzblätter
- „Westfälische Zeitung“ (konservativ)
- „Volkswacht“ (sozialdemokratisch)
Literatur
- Lüpke, Reinhard, „Spiegel der Gesellschaft“ – Entstehung und Entwicklung der Bielefelder Presse von 1811 bis heute, in: Andreas Beaugrand (Hg.), Stadtbuch Bielefeld. Tradition und Fortschritt in der ostwestfälischen Metropole, Bielefeld 1996, S. 660–663
- Meier, Gerd, Zwischen Milieu und Markt. Tageszeitungen in Ostwestfalen 1920–1970, Paderborn 1999