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Tageblatt für die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen
Kreisblatt für den nördlichen Teil des Landkreises Iserlohn
Zum 30. Januar 1934
Zwol Moltale nutionalsosiansischer Rerierungrurden
Als am 28. Januar 1933 bekannt wurde, daß General von Schleicher den Gesamtrücktritt der Reichsregierung erklärt hatte, da ging ein neues, freudiges Hoffen durch das deutsche Volk. War nunmehr die Zeit gekommen, in der ein neues Blatt der Geschichte Deutschlands aufgeschlagen wurde? Ob man noch weiter zögern würde, Adolf Hitler vertrauensvoll die Führung des Deutschen Reiches zu übertragen, oder sollte man wiederum versuchen, den Führer durch Versprechungen zu bewegen, sich an der Bildung eines der üblichen Kabinette, an denen die verflossenen Jahre zu reich gewesen waren, zu beteiligen, um nach den parlamentarischen Regeln über eine zahlenmäßige Mehrheit im Reichstage zu verfügen?
Das Jahr 1932 hatte für die Nationalsozialisten schwere Kämpfe gebracht, durch Intrige versuchte man, die Bewegung zu spalten, sie durch Verbot der SA. und SS. lahmzulegen, den Führer wollte man mit dem Posten des Bizekanzlers ködern. Adolf Hitler aber wußte, daß er seine weitschauenden Pläne nur durchführen konnte, wenn man ihm die volle Verantwortung für die Arbeit der Reichsregierung übertrug, und daß nur so eine Rettung Deutschlands aus dem Sumpf der vergangenen 14 Jahre möglich war.
Eine Tat und ein geschichtliches Verdienst des greisen Reichspräsidenten war es, als er alle Vorurteile und Hemmungen zurückstellte und den Führer der nationalsozialistischen Bewegung zum Reichskanzler ernannte und ihn mit der Bildung der Reichsregierung betraute. Ein Jube ohnegleichen ging durch das erwachende Volk! Eine Wende in der deutschen Geschichte war einge reten, als in der historischen Nacht vom 30. Januar die braunen Kolonnen im Scheine der Fackeln durch das Brandenburger Tor zogen!
Die neugebildete Regierung ging sofort mit aller Kraft an die Lösung der ihr gestellten Aufgaben.„Binnen vier Jahren muß der deutsche Bauer der Verelendung entrissen sein. Binnen vier Jahren muß die Arbeitslosigkeit endgültig überwunden sein!“ So hieß es in dem Aufruf der Regierung, als das deutsche Volk durch die Wahl eines neuen Reichstages erklären sollte, ob es der Führung ihr Vertrauen entgegenbringt. — Als am 27. Februar das Reichstagsgebäude durch kommunistische Brandstiftung in Flammen aufging, da wurde deutlich offenbar, in welcher Gefahr unser Land geschwebt hatte, dem bolschewistischen Chaos ausgeliefert zu sein. Dem energischen Durchgreifen der Regierung gelang es, einen geplanten kommunistischen Aufstand im Keime zu ersticken und den Marxismus zu Boden zu drücken.
Mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen bekannten sich am 5. März, dem Tage der Reichstagswahl, zu der neu ernannten Reichsregierung. Eine Woche nach der Reichstagswahl, als zu Ehren unserer Gefallenen die alten ruhmreichen schwarz=weiß=roten Fahnen auf Halbmast wehten, erließ der Reichspräsident eine Verordnung, nach der fortan als Symbole des erwachten Deutschlands die schwarz=weiß=rote Flagge und das Hakenkreuzbanner gemeinsam zu hissen sind. Ruhmreiche Vergangenheit und kraftvolle Wiedergeburt der deutichen Nation verkörpern vereint die Macht des Staates und die innere Verbundenheit des deutschen Volkes!— Auf traditionsreichem Boden, am Sarge Friedrichs des Großen, wurde mit dem Staatsakt der neue Reichstag
feierlich eröffnet. Der Geist von Potssam triumphierte über das vergangene Weimacer System! Das alte und das neue Deutschland, der Generalfeldmarschall und der unbekannte Gefreite des Weltkrieges besiegelten an
dieser geweihten Stätte ihr Bündnis zur Wiederaufrichtung Deutschlands.
Im April wurde das Reichsstatthaltergesetz verkündet und damit die politische Einheit zwischen Reich und Ländern hergestellt. Eine Tat, die man als epochemachendes Ereignis betrachten muß, und die erst dann ihre volle Würdigung finden kann, wenn man bedenkt, wie jahrhundertelang der Partikularismus Stärke und Einheit des Deutschen Reiches untergraben hatte. Das gleichzeitig erlassene Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums reinigte die Verwaltung von unsauberen, durch das vergangene System in die Verwaltung gesetzten Elementen.
Der Tagder deutschen Arbeit brachte die Eingliederung des Arbeiters in die Nation. Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin verkündete der Führer das umfassende Aufbauprogramm der Regierung. Nicht der Predigt des Klassenkampfes war der 1. Mai gewidmet, die gewaltigste Kundgebung, die die Welt je gesehen hatte, stand unter dem Gesichtspunkt der Ehre und Achtung vor Arbeit und Arbeiter! Geschaffen wurde die Organisation der Deutschen Arbeitsfront, die freien Gewerkschaften wurden in den Staat eingebaut und später das Arbeitsbeschaffungsgesetz erlassen.
In den Monaten Juni und Juli erfolgte die Eingliederung des Stahlhelms in die NSDAP. als SA.=Reserve I, die bürgerlichen Parteien lösten sich auf.— Das für das Volkswohl und für die Erhaltung eines gesunden Volkes außerordentlich wichtige Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses kam zur Veröffentlichung. Unterzeichnet wurde das Konkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl.
Mitte August konnte der erste umfassende Sieg gegen die Arbeitslosigkeit gemeldet werden: Ostpreußen frei von Arbeitslosen! Einige Zeit später waren 2½ Millionen Erwerbslose wieder in den Arbeitsprozeß zurückgekehrt.
Beim Reichsparteitag in Nürnberg fand die geschichtliche Sendung der NSDAP. einen überwältigenden Ausdruck. Auch den letzten Zweiflern wurde es offensichtlich: Hinter der Fahne der Opposition von einst marschiert jetzt die deutsche Nation!— Mitte September eröffnete der Führer mit einem Aufruf das Winterhilfswerk, dem das deutsche Volk mit einer bisher nicht gekannten Opferfreudigkeit folgte. Hier zeigte sich das
.. führt uns Adolf hitler
wahre Gesicht des Nationalsozialismus, hier bewies sich, daß wirkliche Volksgemeinschaft kein leerer Begriff ist.— Eine wichtige kulturelle Tat bedeutete die Verkündung des Reichskulturkammergesetzes und ebenso das später veröffentlichte Schriftleitergesetz.
Mit dem Bau der Reichsautostraßen nahm die Reichsregierung einen weitschauenden Plan in Angriff, der ein gewaltiger Schlag gegen die schwerste Not, gegen den Fluch der Arbeitslosigkeit sein wird. Dem Verkehr werden neue Schlagadern errichtet, die dem deutschen Kraftfahrwesen eine gebührende und notwendige Beachtung schenken und deren wirtschaftliche Bedeutung erst in späteren Jahren richtig erkannt werden wird.
Der 1. Oktober brachte mit dem Tag des deutschen Bauern ein einmütiges Bekenntnis zu dem Blutsquell des deutschen Volkes.:„Wir wissen, daß der Ruin des deutschen Bauern das Ende des deutschen Volkes sein wird", so führte der Führer am Abend des Erntedankfestes auf dem Bückeberg aus.— Durch das Reichserbhofgesetz wird nach alter deutscher Erbsitte der Bauernhof vor Zersplitterung im Erbgange geschützt, vor Ueberschuldung bewahrt und als Erbe der Familie in dem Besitz freier Bauern verbleiben.
Am 14. Oktober erklärte Deutschland seinen Austritt aus dem Völkerbund, die Volksbefragung und die Reichstagswahl bewiesen der Welt, daß die Friedensliebe und die Ehrauffassung der Regierung die gleichen des ganzen deutschen Volkes sind. 95 v. H. aller Deutschen stellten sich geschlossen hinter die Außenpolitik der Regierung. und fast ebensoviel — 39·600000— wählten den ersten deutschen Reichstag ohne Parteien!. Zehn Jahre nach dem blutigen 9. November 1923 bekannte sich ein einmütiges deutsches Volk rückhaltlos zur mannhaften Politik des Führers!— Das überwältigende Bekenntnis der deutschen Nation zur nationalsozialistischen Weltanschauung fand seinen Ausdruck in dem Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat.
Mitte Dezember erfolgte der Aufbau des Rechtsstandes, und Maßnahmen für eine Hochschulreform wurden erlassen. Zur sundung und zur Neubildung der sozialen Moral wird sich das kürzlich erlassene Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit auswirken.
Mit Freude und hoffnungsvollem Stolz können wir auf das Jahr des Sieges zurückblicken. Zukunftsfroh wollen wir das Jahr des baues beginnen!