Mikrofilmarchiv
der deutschsprachigen Presse e. V.
Rigemeiner kreisanzeiger
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fur den Ennepe=Kahe kreis
Auf roter Erde
Schibelmer Radtanzeiger
Mit den Beilagen:
Blätter für Unterhaltung— Modebericht— Auf heimischer Scholle.
Im Anzeigenteil für 1 mm Höhe(36 mm breit) ilb des Verbreitungsbezirkes 10 Reichspfennig:
Anzeigenpreis:
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kummer 16 eeste. Llai uiltwoch, den 4v. Jamnar 193. 38269909
Letzter Sitzungsabschnitt des Preußischen
Landlagog Vorstoß gegen die Fürsten
Sandtages, abfindung zurückgewiesen
Minister Steiger über die deutschnationale Forderung einer landwirtschaftlichen Einfuhrsperre
Kurze Tagesneuigkeiten
Reichsrat am Donnerstag
* Berlin, 20. Jan. Der Reichsrat wird in seiner Vollsitzung am Donnerstag die Zusammenstellung der am Reichshaushaltsplan 1931 vorgenommenen Aenderungen erledigen, die in den letzten Tagen Gegenstand der Ausschußberatung war. Auf Antrag der Ausschüsse wird bei dieser Gelegenheit der Reichsrat eine politische Entschließung fassen.
Um die Zulassung zu den Verwaltungsgerichten
* Berlin, 20. Jan. Der Rechtsausschuß des Reichstages nahm am Dienstag einen Antrag der Deutschen Volkspartei an, auf die Landesregierungen einzuwirken, daß landesrechtliche Beschränkungen der Zulassung von Rechtsanwälten vor Verwaltungsgerichten. Disziplinargerichten und Verwaltungsbehörden beseitigt werden.
Haussuchung im Parteibüro der Kommunisten in
München
* München, 20. Jan. Im Münchner Parteibüro der Kommunistischen Partei sowie in den Räumen der RGO. wurde gestern eine Haussuchung durch die Polizei vorgenommen, bei der verschiedene Zeitschriften beschlagnahmt wurden. Eine Person wurde festgenommen.
Riesige Heringsschwärme vor der Elbmündung
* Cuxhaven, 19. Jan. Cuxhavener Fischer. die mit großen Heringsfängen eintrafen, berichten über riesige Heringsschwärme, die seit Ende vergangener Woche vor der Elbe stehen. Nach der Schilderung der Fischer sind die Schwärme teilweise so stark gewesen, daß es unmöglich war, mit den Netzen hindurchzukommen.
Flugzeugabsturz in Darmstadt— Der Pilot
rettete sich durch Fallschirmabsprung
* Darmstadt, 19. Jan. Ein neues Flugzeug der akademischen Fliegertruppe Darmstadt wurde heute nachmittag bei einem Versuchsflug zerstört. Der Pilot brachte die Maschine in 1200 m Höhe in eine Rechtskurve, aus der sie trotz wiederholter Versuche aus bisher noch nicht aufgeklärten Gründen nicht herausgebracht werden konnte. Der Pilot sprang mit dem Fallschirm ab und kam unversehrt zu Boden.
Zwischenfall auf der britischen Botschaft in Tokio
* Tokio, 19. Jan. Die Fensterscheiben der britischen Botschaft wurden heute von vierzehn Indern eingeworfen, die auch in die Kanzlei eindrangen und dort schweren Sachschaden anrichteten. Sie protestierten gegen die Festnahme Gandhis und wollten den Botschafter sprechen. Der Botschafter, der den Empfang ablehnte, benachrichtigte die Polizei, die jedoch nur vier Inder festnehmen konnte, während die anderen spurlos verschwanden.
Ein Sohn Gandhis verhaftet
* Bombay, 19. Jan. Gandhis jüngster Sohn, Ramdas. ist verhaftet worden.
Die Boykottbewegung hat heute in Lahore durch die Aufstellugn von Kongreßteilnehmern vor ausländischen Tuchgeschäften begonnen. Vierzehn Freiwillige. unter ihnen zwei Führer des örtlichen Kongresses, wurden verhaftet. Eine Gruppe Kongreßfreiwilliger wurde durch Stoffhändler angegriffen und mißhandelt.
Mordprozeß gegen zwei bengalische Studentinnen
* Kalkutta, 19. Jan. Vor einem Sondergericht hat hier der Prozeß gegen die beiden 20jährigen Studentinnen aus Bengalen begonnen, die wegen der Ermordung des englischen Bezirksbeamten Stevens angeklagt sind. Der Mord war der erste Fall terroristischer Umtriebe in Bengalen, in dem Frauen eine Rolle spielten. Man behauptet, daß die Mädchen Stevens zur Besprechung einer Veranstaltung in seinem Hause aufsuchten und ihn während der Unterhaltung erschossen.
Ausschreitungen in Jena
Polizeibeamte mit Steinen beworfen.
* Jena, 19. Jan. Im Laufe des gestrigen Nachmittags versammelten sich vor den Zeiß=Werken eine Anzahl Kommunisten, um die dort beschäftigten Arbeiter und Angestellten zu verbotenen Demonstrationen aufzufordern. Später kam es dann in der Stadt zu weiteren Zusammenrottungen, Zusammenstößen und schweren Ausschreitungen, meist kommunistischer Demonstranten.
Hierbei wurden die Polizeibeamten aus dem Hinkerhalt mit faustaroßen Steinen beworfen und zum Teil verletzt. Die Täter konnte nicht ermitlelt werden. Am späten Abend wurde von einer Polizeiabteilung eine kommunistische Funktionärversammlung ausgehoben und die Räume einer gründlichen Durchsuchung unterzogen. Bereits am gestrigen Vormittag war auf dem Marktplatz zwei Polizeibeamten der Tschako vom Kopf geschlagen und die Schulterabzeichen abgerissen worden.
* Berlin, 19. Jan. Der Preußische Landtag hat sich gestern in seinem letzten Sitzungsabschnitt in der zu Ende gehenden Legislaturperiode versammelt. Allerdings liegt der neue Haushaltplan noch nicht fertig vor, so daß das Plenum erstmals bis zum 23. Januar tagen und dann eine Pause bis zum 11. Februar einlegen wird. Die Hauptaussprache wird sich am Donnerstag um die preußische Sparverordnung drehen; vorerst stehen nur kleinere Vorlagen zur Beratung. Bei Eröffnung der Sitzung gedachte Präsident Wittmaarck des Unglücks auf der Karstengrube bei Beuthen. Er teilte mit, daß er namens des Landtags der Bergwerksgesellschaft, der Belegschaft und den Angehörigen der Opfer das Beileid ausgesprochen habe.
Das Haus erledigte dann zahlreiche Ausschußanträge. Dabei wurden Anträge des Beamtenausschusses angenommen, die die stärkere Heranziehung von Versorgungsanwärtern auch als Maschinenschreiber und Stenotypisten im Kanzleidienst sowie die Vermehrung der Stellen fün Strafanstalts=Hauptwachtmeister verlangen.
Der Abg. Riedel(Staatsp.) beantragte, die Anträge seiner Fraktion und der Kommunisten über Revision den Fürstenabfindung von der Tagesordnung abzusetzen, da diese Angelegenheit zurzeit einem Reichstagsausschuß vorliege und auch der Rechtsausschuß des Reichstags dazu noch einmal Stellung nehmen will. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Nach kurzer Aussprache beschloß das Haus, die Geschäftsberichte der Preußischen Elektrizitäts=A.=G., der Duisburg=Ruhrorter Hafen=A.=G. und der Hamburgischen Preußischen Hafengemeinschaft G. m. b. H. für 1930 durch Kenntnisnahme für erledigt zu erklären.
Bei der Beratung des Ausschußvorschlages über die staatsparteiischen und kommunistischen Uranträge auf Revision und Einstellung der Zahlungen an vormals regierende Familien setzte sich der Abgeordnete Stolt(Kom.) in längeren Ausführungen für den Antrag seiner Fraktion ein. Abfindungen an ehemalige Fürstenhäuser nicht mehr zu zahlen und die so freiwerdenden Summen zur Unterstützung notleidender Volksschichten zu verwenden. Entsprechend dem Ausschußbeschluß wurden die staatsparteilichen und kommunistischen Uranträge abgelehnt. Dagegen fand Annahme der Antrag des Hauptausschusses, nochmals in ernste Erwägungen einzutreten, ob die finanziellen Gründe für die Schließung der Berliner Chirurgischen Universitätsklinik so zwingender Natur seien, daß die Schließung unvermeidlich erscheine, andernfalls solle der Beschluß der Regierung rückgängig gemacht werden.
* Paris, 19. Jan. Die Sitzung der Kammer eröffnete Kammerpräsident Bouisson mit einer Ansprache, in der er für seine Wiederwahl zum Kammerpräsidenten dankte und dann zur außenpolitischen Lage übergehend kurz bemerkte, daß die Kammer berufen sein werde, wiederum außenpolitische Entscheidungen zu treffen. Er als Präsident der Kammer glaube nicht aus der ihm mit Rücksicht auf sein Amt auferlegten, Reserve herauszugehen, wenn er erkläre, daß Frankreich nichts von seinen Gläubigeransprüchen aufgeben könne, ohne die Garantie einer Herabsetzung seiner Schulden in gleicher Höhe. Er glaube so den Geist kennzeichnen zu können, in dem alle internationalen Abkommen abgeschlossen und von der französischen Kammer ratifiziert worden seien. Frankreich habe in seiner Außenpolitik stets seinen friedlichen Willen bekundet, sowohl bei den früheren schwierigen Verhandlungen als auch durch seine aufrichtige Mitarbeit in den internationalen Institutionen, wie dem Völkerbund, der Europäschen Union usw. Frankreich sei stets dazu bereit gewesen, sich umfassend anzupassen und seinen Standpunkt zu berichtigen, wenn die Notwendigkeit dies erfordert hätte; natürlich unter der Bedingung, daß man gemeinsam darüber berate. Frankreich sei der Meinung, Abkommen, die lange Zeit erörtert und feierlich in Kraft gesetzt worden seien, könnten nicht durch einen einseitigen Entschluß eines der Vertragspartner gekündigt werden.
Abg. von Plehwe(Deutschn.) forderte unter Hinweis auf die durch das Absinken ausländischer Währungen drohende Gefahr der Ueberflutung der deutschen Grenze mit ausländischen Erzeugnissen Annahme eines deutschnationalen Antrags, der aus eine völlige Einfuhrsperre für landwirtschaftliche Veredelungserzeugnisse und Futtermittel abzielt. In seiner Erwiderung betonte Landwirtschaftsminister Steigen, daß er sich bei dem Reichsernährungsministerium bereits für die Veredelungswirtschaft eingesetzt habe. Seit dem Rückgang der englischen Währung hätten die nordischen Länder und auch Holland besonders eifrig versucht, den deutschen Markt zu erobern. Hier liege eine wesentliche Ursache für die schlechte Preisbildung der deutschen landwirtschaftlichen Veredelungserzeugnisse. Er als preußischer Landwirtschaftsminister habe seine Forderungen bei dem Reich angemeldet; mehr zu tun liege nicht in seiner Zuständigkeit. Er könne sich aber denken, daß die Reichsregierung nicht imstande sei, so gegen die starke Einkuhr vorzugehen, wie es ihr vielleicht erwünscht wäre. Denn es unterliege keinem Zweifel, daß unsere Ausfuhr nach Holland, Finnland und Dänemark größer sei als die Einfuhr aus diesen Ländern. Daher könnten keine Maßnahmen ergriffen werden, die diese Ausfuhn auf die wir angewiesen seien, beeinträchtigten.
Nach längerer Aussprache nahm das Haus den Ausschußantrag in der vom Abgeordneten von Plehwe(Deutschn.) vorgeschlagenen abgeänderten Form an. Weitere Anträge des Landwirtschaftsausschusses verlangen Einwirkung auf die Reichsregierung im Sinne einer Herabsetzung der Futtermittelzölle und Schutzmaßnahmen für das deutsche Holz. Sie wurden ebenfalls angenommen.
Um 18.30 Uhr vertagte sich das Haus auf Mittwoch 12 Uhr: Beratung der Polizeiverordnungen über das Verbot nächtlicher Geländeübungen, den Verkauf von Hieb= und Stoßwaffen und üben den äußeren Schutz der Sonn= und Feiertage.
Preußische Elatsberatung am 16. Februar
* Berlin, 19. Jan. Der Aeltestenrat des Preußischen Landtages beschloß, daß die Plenarsitzungen des Landtages bis einschließlich Samstag dieser Woche gehen sollen. Von Donnerstag ab wird auf Grund der preußischen Sparverordnung eine politische Aussprache durchgeführt. Das Landtagsplenum tritt dann am 11. Februar wieder zusammen, bis zu einem am 13. Februar berechneten Tagungsabschnitt, um sich dann auf den 16. Februar zu vertagen, wo die erste Lesung des Etats 1932 beginnen wird. In der Februartagung sollen zunächst die Anträge der Reichsneugliederung und zu den Beschlüssen des Ausschusses der Länderkonferenz zur Beratung kommen.
Wir können für die Zukunft keine Lösungen annehmen, die, ohne die Krise beschwören zu können, Frankreich in seinen wesentlichen Interessen und in seinem durch frei geschlossene Verträge betonten Rechten treffen würden. Wir werden das Recht auf Reparationen nicht verjähren lassen. Man fordert von uns aber eine Entlastungsquittung zugunsten unserer Schuldner.
Wir haben aber eine doppelte Pflicht, nämlich gegenüber den Generationen, die den Krieg miterlebt haben, eine Pflicht der Rechtschaffenheit, die darin besteht, nichts von unserem Guthaben zu opfern, ohne einen entsprechenden Erlaß unserer eigenen Schulden; und gegenüber den kommenden Generationen haben wir eine Pflicht der Vorsicht, nämlich alle Abkommen von einem gerechten Ausgleich der Produktions= und Existenzbedingungen abhängig zu machen. Dieses Gleichgewicht wäre zerstört, wenn nach überwundener Krise das Mißverhältnis zwischen den finanziellen und steuerlichen Lasten, die die Völker in ihrer Aktivität belasten, Frankreich bei der Konkurrenz auf dem Weltmarkt in einen Zustand unbedingter Unterlegenheit versetzen würde. Die Regierung wird bei allen bevorstehenden Verhandlungen zur Anpassung der in Kraft befindlichen Vereinbarungen über die Kriegsschulden an die Periode der wirtschaftlichen Depression weiterhin sich streng an diese grundsätzlichen Prinzivien halten. die das französische Parlament stets gebilligt hat.
Regierungserkiärung Lavals
Nach der Ansprache des Präsidenten wurde
Frankreich demaskiert sich
In Paris ist am Montag zwischen dem deutschen Botschafter von Hoesch und dem französischen Ministerpräsidenten Laval erneut über die Frage der Lausanner Konferenz gesprochen worden. Es war in eingeweihten Kreisen schon längst kein Geheimnis, daß den Franzosen der Termin für die Lausanner Konferenz unbequem war. So wurde in der Oefsentlichkeit aller europäischen Hauptstädte schon seit einigen Tagen davon gemunkelt, daß eine Verschiebung der Konferenz geplant sei. Viel wesentlichen als die Hinauszögerung des Beratungsgebietes um zwei oder drei Tage, worüber an sich natürlich zu reden wäre, ist aber die Tatsache, daß die Franzosen sich überhaupt gegen eine Konferenz mit der Tagesord
nung: Endgültige Tributlösung
sträuben.
Die Vermutung daß Frankreich noch vor Konserenzbeginn sich offen zu einer solchen Sabotage der Tributverhandlungen bekennen würde, hat sich nicht als trügerisch erwiesen. Ueber die Besprechung zwischen Laval und dem deutschen Botschafter von Hoesch hat das Pariser Havas=Büro am Dienstag mittag eine offenbar offiziös inspirierte Notiz verbreitet, in der darauf hingewiesen wird, daß eine endgiltige Lösung der Tributfrage und der Kriegsschuldenfrage schon wegen der demnächst bevorstehenden Wahlen in Frankreich, Deutschland und Amerika unmöglich sei. Das Havas=Büro will wissen, daß inzwischen eine Verständigung zwischen Frankreich und England dahin erfolgt sei, das Hoover=Moratorium um sechs Monate oder um ein Jahr zu verlängern.
Die französische Absicht geht nun offenbar dahin, über eine solche Maßnahme zwischen den Gläubigerstaaten eine Verständigung herbeizuführen, so daß dadurch die Lausanner Konferenz„gegenstandslos“ würde. Wäre dies wirklich der Fall und würde sich die englische Politik damit einverstanden erklären, dann könnte Frankreich für sich einen wesentlichen Erfolg in der Sabotierung der Tributverhandlungen verbuchen. Ueber den Stand der Verhandlungen zwischen London und Paris konnte man am Dienstag in Berlin noch nicht ganz klar sehen. Fest stand eigentlich nur, daß die Verhandlungen noch nicht beendet waren. Bekanntlich ist man auch in London zu der Ueberzeugung gelangt, daß jetzt angesichts des kranzösischen Widerstandes eine Endlösung nicht zu erreichen ist. Infolgedessen dürften sich die Meinungsverschiedenheiten in erster Linie auf die Dauer des neuen Provisoriums erstrechen. Den Engländern liegt selbstverständlich daran, eine etwaige Zwischenregelung möglichst kurz zu befristen, damit schon bald über die Endregelung der Tributfrage verhandelt werden muß. Frankreich dagegen fühlt sich bei dem Hoover=Provisorium recht wohl zumales hofsen kann, daß durch die Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes Deutschland allmählich für ein französisches Diktat immen reifer wird.
Gerade diese Erwägung aber müßte die Reichsregierung veranlassen, die Verlängerung des Hoover=Moratoriums nicht widerspruchslos anzunehmen. Wie in Berlin verlautet, hält die deutsche Außenpolitik an der Absicht fest, die Tributfrage sobald wie möglich grundsätzlich aufzurollen. Wenn die Franzosen eine solche Auseinandersetzung torpedieren, dann scheint es erforderlich, daß die Reichsregienung ihre Erklärung der Unmöglichkeit aller weiteren Tributzahlungen nochmals nachdrücklich wiederholt und den an der Tributfrage interessienten Regierungen amtlich notifizieren läßt. Mit der stillschweigenden Verlängerung des Hoover=Moratoriums ist uns und der ganzen Welt nicht gedient. Es ist auch nicht damit getan, daß man die Lage jetzt als„festgefahren" bezeichnet. Solche Störungsversuche der Franzosen mußten vorausgesehen werden. Sie gehören zu dem wohlüberlegten Plan der französischen Politik. Wenn die Reichsregierung folgerichtig anihver politischen Linie kesthalten will, dann muß sie erst Mittel und Wege finden, um die Tributdebatte erneut in Fluß zu bringen. Ein Zurückweichen wäre jetzt der erste Schritt zu einer neuen außenpolitischen Niederlage.
von Ministerpräsident Laval und Justizminister Bérard folgende Regierungserklärung verlesen:
Nicht ein Mißtrauensvotum hat das voraufgegangene Kabinett veranlaßt, zurückzutreten. Fast zwölf Monate hindurch haben Kammer und Senat der Regierung ihr Vertrauen niemals versagt und in der abgelaufenen Parlamentssession mehr als einmal bekräftigt. Die Ereignisse selbst und die Schwierigkeiten, die uns eine einmütige Anstrengung aller erforderlich erscheinen ließen, genügen, um heute die wesentlichen Punkte des Programms, das wir dem Parlament zu unterbreiten haben, zu bestimmen. Unsere Regierung steht vor großen außenpolitischen Aufgaben. Sie wird zwei Problemen, die gegenwärtig Ge
Frankreich besteht auf seinem Schein
„Wir werden uns das Recht auf Reparationen nicht verjähren lassen“ Kammersitzung in Paris