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Der Westsälsche Merkur erscheint täglich zweimal. am Tage nach Sonn= und Jeiertagen einmal. Wöchentliche Gratis-Beilage:

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(Aufnahmen vom Kriegsschauplat).

Verlag u. Rotationedruck der Westsälischen Vereinsdruckerei. Peobenummern: Bestellungen mit deutlicher Adressenangabe wolle gan dichten an die Beschäftstelle, Königstraße 59. Telegramm=Adresse: Merkur, Münsterwests.

Redaktion Nr. 203, Geschäftstelle Nr. 112. Redation, Lütegas 1.—3. Sprechsunden 10.-11 ühr vorm. Geschäftstelle: Königstr.59. Geöffn. BUhr vorm. b. 7Uhr abds.

1914.— Nr. 639.

Gegründet 1822.

Aorgen=Rasgade.

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93. Fahrgang.

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Für die Petitzeile oder deren Ruum 25 J Reklamezeile 75 4. Anzeigen Annahme: IIn Münster Königstraße 59, sow)­sämtliche Annoncen=Bureaus des In= und Auslandes

Sater Vorigung unfereiPpreuttekent.

Der Tagesbericht der deutschen Heeresleitung.

Großes Hauptquartier, 12. Dez., vorm.(Telegr.)

In Flandern griffen gestern die Franzosen in Richtung östlich Langemarck an; sie wurden zurückge­worfen und verloren etwa 200 Tote und 340 Ge­sangene. Unsere Artillerie beschoß den Bahnhof Ppern zur Störung feindlicher Truppenbewegungen.

Bei Arras wurden Fortschritte gemacht.

In Gegend Souain—Perthes griffen die Franzosen erneut ohne jeden Erfolg an.

Im Argonnerwalde versuchten die Fran­sosen nach wochenlangem rein passiven Verhalten einige Vorstöße; sie wurden überall leicht abgewiesen. Da­gegen nahmen die deutschen Truppen wie­derum einen wichtigen französischen Stütz­punkt durch Minensprengung. Der Gegner erlitt starke Verluste an Gefallenen und Verschütteten; außerdem machten wir 200 Gefangene.

Bei Apremont, südöstlich St. Mihiel, wur­den mehrfache heftige Angriffe der Franzosen abgewiesen, ebenso auf dem Vogesenkamm in Gegend westlich Markirch.

An der ostpreußischen Grenze warf unsere Kavallerie russische Kavallerie zurück und machte 350 Gefangene.

Südlich der Weichsel in Nordpolen ent­wickeln sich unsere Operationen weiter. In Südpolen wurden russische Angriffe von österreichisch= ungarischen und unseren Truppen abgeschlagen.

Oberste Heeresleitung.

Unter den im heutigen deutschen Tagesbericht mit­geteilten Tatsachen fällt besonders auf, daß die Fran­zosen wieder eine Anzahl von Vorstößen versucht haben. Diese Angriffslust hat zweifellos äußere Ursachen, die vielleicht mit der Rücksicht auf die bedräng­ten Genossen der Entente in Verbindung zu bringen sind. Wenn der französische Generalissimus wirklich das Wort gebraucht haben sollte, das ihm ein englisches Blatt in den Mund gelegt hat, nämlich, daß er dem Präsidenten der Republik innerhalb 14 Tagen einen großen franzö­sischen Sieg melden könne, dann wird er schon jetzt ein­gesehen haben, daß er sein Versprechen wohl etwas zu kurz befristet, wenn nicht überhaupt sehr voreilig abge­geben hat; denn die französischen Angriffe sind wiederum sämtlich abgeschlagen worden. Im Argonner­walde haben die deutschen Truppen außerdem aber­mals einen erheblichen Erfolg in der Offensive errungen; die Schilderung desselben schon in der kurzen Mitteilung unseres Generalstabes gibt einen Einblick in die schwie­rige Kampfesart, die sich in diesem Waldgebiete heraus­gebildet hat.

In Nordpolen entwickeln sich unsere Operationen weiter! Das ist eine gleichfalls außerordentlich kurze, aber vielsagende und beson­ders befriedigende Mitteilung! Wir können in Ge­buld die Ergebnisse auch des jetzigen Vorgehens unserer Ostarmeen abwarten.

Die Wahrheit über vie ragichen verlaste in nordpolen.

Großes Hauptquartier, 12. Dez.(Telegr.)

Die Räumnug von Lodz durch die Russen geschah

larmoniums#einlich des Nachte, daher ohne Kampf und zunächst unbe.

merkt. Sie war nur das E#nis der vorhergehenden drei­kägigen Kämpfe; in diesen hatten die Russen ganz unge­heure Verluste, besonders durch unsere schwere Artillerie. Die verlassenen russischen Schützengräben waren mit Toten buchstäblich angefüllt. Noch nie in den gesamten Kämpfen des Oscheeres, nicht einmal bei Tannenberg, sind unsere Trup­pen über so viel russische Leichen hinweggeschritten wie bei den Kämpfen um Lodz, Lowicz und überhaupt zwischen Pabianice und der Weichsel.

Obgleich wir die Angreiser waren, blieben unsere Ver­luste hinter denen der Russen weit zurück. Wir haben ins­Ccondere im Gegensatz zu ihnen ganz unverhältnismäßig wenig Tote verloren. So fielen bei dem bekannten Durch­bruch unseres 25. Reserve=Korps von diesem Heereskeile nur

Mann, gewiß eine auffallend niedrige Zahl. Für die verhültnisse beim Feinde ist demgegenüber bezeichnend, daß aisein auf einer höhe südlich Lutomiersk(westlich Lodz) nicht weniger als 887 lote Russen gefunden und bestattet werden sind.

Auch die russischen Gesamtverluste können wir woie in den früheren Schlachten ziemlich zuverlässig schähen. Sie betrugen in den bisherigen Kämpfen in Polen mit Einschluß der von uns erbeuteten 80000 Ge­sangenen, die inzwischen mit der Bahn nach Deutschland ab­eesördert worden sind, mindestens 150.000 Mann.

Die Stadt Lodz.

Großes Hauptquartier, 12. Dez.(Telegr.)

Die Stadt Lodz hat durch die jüngsten Kämpfe um ihren Besitz wenig gelitten. Nur einige Vor­orte und Fabrikanlagen außerhalb des Stadtbezirkes haben Beschädigungen aufzuweisen, doch ist das Innere der Stadt fast völlig unversehrt. Das Grand Hotel, in dem sich ein reger Verkehr abspielt, ist unbeschädigt. Die elektrische Straßenbahn verkehrt ohne Störung wie in Friedenszeiten.

Jeldmarschall Erzherzog Friedrich.

Wien, 11. Dez. Aus dem Kriegspressequartier

riedrich he

wird

gemeldet: Feldmarschall Erzherzog Friedrich hat an Kaiser Franz Joseph folgende Danksagung telegraphiert:

„Durch die allergnädiaste Ernennung zum Feldmar­schall auf das tiefste ergriffen, finde ich nicht Worte, um Ew. Majestät meinen untertänigsten Dank in würdiger Weise zu Füßen zu legen. Ich gedenke mit tiefster Rüh­rung und aufrichtigster Bewunderung der mir unterste­henden Streitkräfte, deren Heldenmut ich die allergnä­digste Verleihung der höchsten militärischen Würde ver­danke. Diese Tapferen werden der außerordentlichen Auszeichnung ihres Armeeoberkommandanten mit freu­digem Stolze entnehmen, daß ihre fast übermensch­lichen Anstrengungen, dem übermächtigen Feinde stand­zuhalten, die allergnädigste Anerkennung ihres Aller­höchsten Kriegsherrn gefunden haben, und werden in diesem beglückenden Bewußtsein die Kraft finden, mit Beihilfe des Allmächtigen die gewaltigen feindlichen Massen niederzuringen. Diesem großen Ziele widmnen wir Ue unser ganzes Können und opfern mit Freude alles, was wir haben und sind.

Feldmarschall Erzherzog Friedrich.“

Erzherzog Friedrich hat weiter nachstehenden

Armeeoberkommandobefehl

erlassen:

„Seine K. und K. Apostolische Majestät geruhten mich mit einem allergnädigsten Handschreiben vom 8. De­zember zum Feldmarschall zu ernennen. Soldaten! Ihr habt mir durch euren unvergleichlichen Heldenmut die höchste militärische Würde erkämpft. Mit berechtigtem Stolz könnt ihr dieser außerordentlichen Auszeichnung eures Armeeoberkommandanten entnehmen, daß eure fast übermenschlichen Anstrengungen, den mächtigen Feind aufzuhalten, die allergnädigste Anerkennung Seiner K. und K. Apostolischen Majestät gefunden haben. Sol­daten! Ihr habt Bewundernswertes geleistet: doch ist der Feind noch nicht besiegt. Das beglückende Be­wußtsein der Zufriedenheit unseres Allerhöchsten Kriegs­herrn wird euch neue Kraft verleihen. Schon wanken die Reihen des Zeindes; noch ein letzter Ansturm, und der Feind ist niedergerungen. Mit Gott für Kaiser, König und Vaterland: Vorwärts!

Feldmarschall Erzherzog Friedrich.“

Erzherzog Friedrich hat von seiner Ernennung zum Feldmarschall auch dem Deutschen Kaiser, Meldung erstattet und auch dem Generalfeldmarschall von Hinden­burg mit kameradschaftlichem Gruß Mitteilung gemacht.

Der neue englische Generalstabschef.

London, 12. Dez.(Telegr.) Die Ernennung des Ge­neralleutnants Sir James Wolf Murray zum General­stabschef wurde amtlich mitgeteilt.

König Albert unverwundet.

Die Blätter von Havre erklären das Gerücht, König Albert sei in der Schlacht an der Yser am Arm ver­wundet worden, für unrichtig.

Die Finanzlage Frankreichs.

Paris, 12. Dez.(Telegr.) Wie der„Matin“ meldet, hat Ribot erklärt, er werde der Kammer einen eingehenden Bericht über die Finanzlage Frankreichs erstatten. Die all­gemeine Lage sei befriedigend, sodaß der Zinsfuß der Schatz­scheine von 3 Monaten Laufzeit von 5 auf 4 Prozent herab­gesetzt werden könne. Die Gesamtausgabe von Schatzschei­nen erreichte den Betrag von 820 Millionen Francs.

„Times" und„Nowose Wremja“.

Die„Times“ stellt entschieden in Abrede, daß sie mit der„Nowose Wremsa“ in Verbindung stehe.(Be­kanntlich war in der letzten Zeit mehrfach darauf hingewie­sen worden, daß englisches Geld die„Nowose Wremja“ stütze und englische Meinung und Gesinnung durch sie verbreitet werde.)

Irland.

Dublin, 12. Dez.(Telegr.) Der beabsichtigte Rücktrikt des Bizekönigs wird amtlich bestätigt. Er findet wahr­scheinlich im nächsten Februar statt. Der Rücktritt erfolgt aus privaten Gründen.

Nach der Seeschlacht.

Im„Tag“ schreibt Konteradmiral a. D. Schlieper unter anderem:

Wie das eigentliche Gefecht sich abgespielt hat, kann man noch nicht übersehen. Wir sind zunächst auf englische Meldungen angewiesen und dürfen daher der Versicherung, die Engländer hätten nur geringen Schaden davongetragen, zweifelnd gegenüberstehen. Scheinbar ist es ihnen infolge von Fahrtüberschuß und vermöge ihrer größeren Zahl von Schiffen gelungen, unsere Spitze zu umschließen und ein be­sonders heftiges Artilleriefeuer zu konzentrieren. Auch scheint das Abschneiden unserer langsameren Schiffe in ähn­licher Weise erfolgt zu sein. Wenn wir auch die Namen der englischen Schiffe nicht kennen, so vermuten wir doch. daß z. B. die„Lion“=Klasse dabei mitwirkte, der es mit einer Geschwindigkeit von über 28 Knoten und einer Ar­mierung von je 34.3=Zentimeter=Geschützen möglich war. ein Feuergefecht auf besonders große Entfernung, nach ihrem Belieben zu führen und mit einer weit größeren Zahl schwerster Geschütze unsere Schiffe niederzukämpfen. Es würde voreilig sein, wollte man jetzt schon genaue Schlüsse auf die Leistungen ziehen. Wir wissen, zumal nach dem Vorgange am 1. November, aber das eine bestimmt, daß nichts an Schulung und Tapferkeit unseren Besatzungen gefehlt hat. Erschüttert müssen wir feststellen, daß Hunderte tapferer deutscher Seeleute ihr nasses Grab gefunden ha­ben; wir bringen den Angehörigen unser tiefstes Mitgefühl entgegen; aber wir wissen, daß unsere Kreuzergeschwader­

besatzungen nicht umsonst gestorben sind. Es waren alle Helden

Wie der Befehlshaber des deutschen Auslandsgeschwa­ders. Vizeadmiral Maximilian Graf v. Spee, so haben ver­mutlich auch die beiden Söhne des Grafen in der Seeschlacht bei den Falklandinseln den Heldentod gefunden: Graf Otto, Leutnant z. S. auf S. M. S.„Nürnberg“, und Graf Hein­rich, Leutnant z. S. auf S. M. S.„Gneisenau“. Aus der Ehe des Grafen Maximilian mit der Baronin Margarethe von der Osten=Sacken ist außerdem eine Tochter hervorge­gangen.

*

London, 12. Dez.(Telegr.) Die„Exchange Tele­graphen=Companie“ meldet aus London vom 10. Dezem­ber: Ein drahtloser Bericht aus Port Stanley besagt, daß Admiral von Spee mit dem Flaggschiff„Scharnhorst“ unterging. Ein drahtloses Ersuchen um Einzelheiten blieb unbeantwortet.

Wien, 12. Dez.(Telegr.) In der Besprechung der Seeschlacht bei den Falklands=Inseln weist die„Wiener All­gemeine Zeitung“ darauf hin, daß englisch=französische, rus­sische und japanische Schlachtschiffe sich vereinigten, um ein paar deutsche Kreuzer, die seit Monaten jeder Möglichkeit beraubt, auch nur eine Stunde in einem schützenden Hafen zu rasten, und gehetzt, gejagt, das offene Meer durchkreuz­ten, zu überfallen. Das Blatt sagt: So paradox es klingen mag, die Seeschlacht fügte dem schwindenden Renommse Großbrikanniens den lehzten Streich zu, denn nun ist es dar­getan, daß auch die englische Flokte nicht anders als die eng­lische Armee und englische Diplomatie unfähig ist, aus eige­ner Kraft und mit eigenen Mitteln einen ehrlichen Waffen­gang auszutragen. Die junge deutsche Flotte leistete in der kurzen Spanne Zeit seit Beginn des Weltkrieges Großes, fügte dem Hauptfeind schwere Verluste zu und wurde für ihn ein Gegenstand des Entsetzens, des Bangens und der Furcht. Seeleute im Leben, wie im Sterben! Ihren un­verwelklichen Lorbeer bereicherten sie um ein neues Ruh­mesblatt, sie, die in dem Atlantischen Ozean den Heldentod fanden, sie, die ihr Dasein für nichts achteten, als es galt, dem Glanz der deutschen Waffen Ehre zu erweisen. Was die deutschen Landtruppen Tsingtaus gelobten und hielten, das hat auch das deutsche Geschwader Tsingtaus sich getreu­lich zur Devise erwählt und verwirklicht: Pflichterfüllung bis zum Aeußersten.“

Konstantinopel, 12. Dez.(Telegr.) Die Nachricht von der Vernichtung der deutschen Kreuzer bei den Falklands­Inseln wurde hier mit größter Ruhe und Kalt­blütigkeit aufgenommen. Maßgebende militä­rische und bürgerliche Persönlichkeiten sind einstimmig der Ansicht, daß derartige Verluste an dem Ergebnis nichts än­dern können. Allgemein und unerschütterlich ist das Ver­trauen auf die Kraft und den Sieg der deutschen Waffen. Hohe Bewunderung wird der Tüchtigkeit des Geschwaders gezollt, die es durch glänzende Waffentaten seit Beginn des Krieges dartat. Das tragische Ende sei der ruhmreichen Laufbahn und des echten Seemannsgeistes dieses Geschwa­ders würdig gewesen.

London, 12. Dez.(Telegr.) Die„Times“ meldet aus Newyork:„Newyork World“ schreibt zu der Schlacht an den Falklands=Inseln: Die Zusammenziehung der zerstreuten deutschen Kreuzer des Pazific durch Admiral v. Spee war ein brillanter Erfolg, der Großbritannien zwei Kreuzer und viele Sorgen kostete. Man konnte in London nicht das Gefühl der Sicherheit haben, solange diese Flotte bestand. Kein anderer Kampf der britischen Flotte in diesem Kriege hat solche Bedeutung wie die Zerstörung von„Scharnhorst“,„Gneisenau" und„Leip­zig“.— Die„Newyorker Staatsztg.“ schreibt: Wir müssen die Torheit der anderen vermeiden und nicht den Kopf in den Sand stecken. Alle Versuche, die Bedeutung der Katastrophe, die das deutsche Geschwader traf, herab­zusetzen, können nur dazu führen, den tragischen Herois­mus des Todes, den die Deutschen erlitten haben, zu schmälern und den Ruhm zu verkleinern, den sie durch ihre früheren Taten erworben. Die Vernichtung der Schiffe, die die deutsche Kriegsflagge in fernen Meeren zum Ruhme führten, war ebenso unvermeidlich wie das Schicksal, das die„Emden“ erreichte. Aber die Order muß auch zukünftig sein: Mit Volldampf voraus!

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Die Gerettelen des„U 18“.

Kiel, 11. Dez. Ein Angehöriger der Besatzung des am 23. November an der Nordküste Schottlands untergegan­genen„U 18“ sandte einen Brief aus der Kriegsgefangen­schaft nach Kiel, in dem es nach einem Kieler Blatt heißt:

Edinburg, 27. November 1914. Teile Dir mit, daß ich in englische Gefangenschaft geraten bin, ebenso die übrige Besatzung. Einer ist leider ertrunken. Der englische Zer­störer— der Name ist von der englischen Zensur herausge­rissen— hat uns aufgenommen. Die Behandlung und das Essen sind bis setzt gut. Aengstige dich nicht und ertrage das Mißgeschick mutig. Meine Adresse kann ich nicht angeben, denn ich komme von hier fort; wohin, weiß ich nicht.

Das ist die erste Nachricht von einem Ceretteten des „U 18“.

Die englische Seeräuberei.

London, 11. Dez.(WTB.) Zwei als Prisen verur­teilte Schiffe wurden gestern versteigert. Perkeo wurde von einer norwegischen Reederei für 12 200 Psund Ster­ling, Goldbeck für 6900 Pfund gekauft.

Der Kampf der Türkei.

Konstantinopel. 12. Dez.(Telegr.) Nach dem gestrigen Selamlik wurde General Liman=Pascha vom Sultan in

Audienz empfangen.

Konstantinopel, 11. Dez. Der Sultan empfing gestern den Vizepräsidenten der Kammer, den Bruder der Ober­hauptes der Aufstandsbewegung in Marokko, Ewzr I Pascha, in Audienz.

Konstantinopel, 12. Dez. Nach Berichten des türkischen Konsuls in Galatz haben die Muselmanen dieser Stadt in der großen Moschee einen Gottesdienst für den Erfolg der türkischen Waffen veranstaltet und 2000 Francs für den Roten Halbmond und weitere Beiträge für das Landesver­teidigungskomitee gespendet.— Wie aus Gümuldschina in Bulgarien gemeldet wird, verrichtete die gesamte Bevälie­rung der Stadt in der Hauptmoschee Gebete für den Krieg der türkischen Waffen zu Wasser und zu Lande und über­mittelte dem Sultan ihren in gleichem Sinne gehaltenen Wunsch, sowie ihre Entschlossenheit, am heiligen Kriege teilzunehmen.

Konstantinopel, 12. Dez.(Telegr.) In dem gestern ge­meldeten, für die Türkei glücklichen Kampf hatten die Russen 100 Tote und eine Anzahl Verwundete.

Konstantinopel, 11. Dez. Wie die aus Medina ein­troffenen Nachrichten besagen, sind die ersten zwei Züge der in den heiligen Krieg ziehenden Krieger unter großer Begeisterung der Bevölkerung von hier abgegangen. Die für Kriegszwecke eingeleitete Subskription weist ein sehr gutes Ergebnis auf.

Konstantinopel, 11. Dez. Bei Besprechung der Rede des Schahs über die Neutralikät Persiens führt„Jkdam“ die von den Russen in ganz Nordpersien, besonders in Tä­bris und Mesched begangenen Akte von Vandalismus auf und sagt: Mag Persien Krieg erklären oder nicht, alle Perser werden am heiligen Krieg keilnehmen.

Berlin. 12. Dez.(Telegr.) Ueber eine Stiftung des Deutschen Kaisers für Damaskus berichtet das„Berliner Tagebl.“ aus Konstantinopel: Der Deutsche Kaiser hat für das Grabmal des Sultans Selah Eddin in Damaskus eine kostbare Lampe gestiftet, die gegenwärtig in türkischen Werk­stätten hergestellt wird. Aus Anlaß der Ankündigung

dieses Geschenkes Feier statt.

fand gestern in Damaskus eine großt

Am Suezkanal.

Nach Meldungen aus Kairo wird die Kanalzone ständig verstärkt und ist bereits von einer bede den Anzahl englischer und eingeborener Truppen beschist. Die Eisenwarenfabrikanten in Kairo haben von den tärbehörden Befehl bekommen, so schnell wie möglich meh­rere tausend eiserne Bettstellen herzustellen. Von Port=Said sind einige Zivilgefangene nach Kairo ge­führt worden. Wahrscheinlich stammen sie von dem halben hundert türkischer Segelschiffe, die in den ägyptischen Häfen beschlagnahmt worden sind.

Die Hilfstruppen für Aegypten.

Christiania. 12. Dez. Der„Times“=Korrespondent in Kairo telegraphiert: Die in Alexandrien gelandeten austra­lischen und neuseeländischen Truppen sind jetzt in Kairo eingetroffen, wo sie zwischen den Pyramiden bei Heliopolis ein Lager bezogen haben.

Sonstige Meldungen.

Rom, 12. Dez. Die Kammer hat den Gesetzentwurf über die Bewilligung von 6 Budgetzwölftel bis 30. Juni 1915 und die damit zusammenhängenden Finanzmaßnah­men mit 260 gegen 45 Stimmen angenommen.

Madrid, 12. Dez.(Telegr.) Der König hat den Finanz­minister mit der interimistischen Führung des Unterrichts­ministeriums beauftragt.

Madrid, 11. Dez. In der Debatte über das Unterrichts­budget in der Kammer erklärte Minister Bergamin, die er­forderlichen Mehrausgaben würden von denjenigen be­kämpft, welche Spanien ins Verderben führten. Roma­nones fühlte sich getroffen und erklärte, die Kammer könne die Debatte nicht fortsetzen, solange Bergamin Minister sei. Die Liberalen drohten, den Saal zu verlassen. Unter großer Erregung kündigte Bergamin an, er werde zurücktre­ten. Darauf wurde die Sitzung geschlossen.

Lissabon, 12. Dez.(Telegr) Der Präsident der Kam­mer, Coutinho, ist mit der Bildung des Kabinekts betraut worden.

London, 12. Dez.(Telegr.) Das Reutersche Bureau meldet aus Mailand: Der Minister des Innern erklärte am 10. Dezember, daß der Zwischenfall, der infolge der Beschlagnahme des spanischen Dampfers„Leon XIII.“ durch die britischen Behörden bei Gibraltar eingetreten war, zu einem befriedigenden Abschluß gebracht wor­den ist, da die britische Regierung die Behörden von Gi­braltar angewiesen hat, das Schiff und die Ladung freizu­geben.

London, 12. Dez.(Telegr.) Die Regierung ermäßigte die Versicherungsrale für Frachten, die bisher 2 Guineas betrug, um ½ Guinea.

Rio de Janeiro, 12. Dez.(Telegr.) Die Kammer ver­längerte das Moratorium bis zum 15. März 1915.

Ausfall der Kölner Blumenspiele.

Köln, 12. Dez.(Telegr.) Der Vorstand der litereri­schen Gesellschaft in Köln hat beschlossen, wegen der Kriegs­zeit die Kölner Blumenspiele im Moi 1915 ausfallen zu lassen.