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Nr. 268.(1. Blatt.)

Dienstag, den 18. November 1913.

45. Jahrgang.

(General=Anzeiger.)

Amtliches Blatt aller Behörden

weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkrchen=Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel,

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(Neueste Nachrichten.)

in Stadt und Amt Wattenscheid,

Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a.

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Stadtverordnetensitzung.

* Wattenscheid, 18. Nov. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Wibberding fand gestern nachmittag 5,30 Uhr im großen Rathaussaale eine Stadtverordneten­sitzung statt, zu welcher erschienen waren die Beigeordneten Landtagsabgeordneter Bergassessor Althoff und Kampmann, die Stadtverordneten Blome, Bonnermann, Bomers, Sani­tätsrat Dr. Bonnin, Butterbach, Depenbrock, Bergassessor Dill, Dyckerhoff, Rechtsanwalts Engels, Hackert, Kesten, Kickert, Küpper, Lindemann, Oeben, Rüter und Voortmann. Mit Entschuldigung fehlten die Beigeordneten Dr. Beckhaus und Vennebusch und die Stadtverordneten Lichtenhagen, Tanze­glock und Wiesmann. Ferner nahmen an der Sitzung teil Stadtbaumeister Wallraven als beratendes Mitglied und Oberstadtsekretär Krengel als Protokollführer. Nachdem das Protokoll der letzten, am 29. September stattgefundenen Sitzung verlesen und genehmigt ist, wird in die Tagesord­nung eingetreten, die wie folgt ihre Erledigung findet:

1. Erweiterung und Verbesserung der Straßenbeleuchtung innerhalb des Stadtbezirks

zusammen mit Punkt 2: Neuverlegung der Gasrohrleitung

auf einem Teile der Nord= und Bochumerstraße.

Vorsitzender: Es soll mit einem erheblichen Kostenauf­wand eine Verbesserung und Vermehrung unserer Straßen­beleuchtung stattfinden. Die Baukommission hat gemeinsam mit der Gaskommission die Angelegenheit in 2 Sitzungen auf das eingehendste beraten und legt nunmehr dem Kollegium den Beschluß zur Genehmigung vor. Es ist vorgesehen 29 Hängelampen und 98 Kandelaber neu anzubringen, was 25 162 Ml an Kosten für die Neuanschaffungen und 9752,62 M an jährlichen Unterhaltungskosten erfordert.

Stadtbaumeister Wallraven: Mit diesen Neuanlagen soll insbesondere eine durchgreifende Verbesserung in der Be­leuchtung der Innenstadt geschaffen werden. Die Frei­heit=, Ost= und Hochstraße bis zur Wasserstraße werden mit 1000kerzigen Hängelampen, sogen. ederdruck­Starkgaslicht vorsehen. Diese Lampen werden auf je 35 bis 50 Meter angebracht und i.: der Mitte der Straße hängen. Sie geben ein ausgezeichnetes Licht, das dem Preßgaslicht ähnlich i“. Die Freiheitstraße erhält von Drenhaus aus 7 solcher Lampen, die Oststraße solche am Kaiserhof (diejenige am Eingung der Südstraße bleibt), an der Kamp­und Grabenstraße, am Eingang der Freiheitstraße, bei Hage­dorn, bei Huismann, bei Koch, Führkötter, im ganzen 8, die Hochstraße eingangs der Chausseestraße, ev. Kirche, Mitte Kaiserplatz, Gymnasium, Eingang der Wilhelmstraße, Ahl­mann, eingangs der Friedrich= u. Wasserstraße, ferner er­

halten die Hagen= und Nordstraße 4 solcher großen Lampen. Auf der Hoch= bezw. Bochumerstraße von der Wasser= bis Kaiserstraße werden solche Laternen aufgestellt, wie sie jetzt vor dem Rathause aufgestellt sind, also in einer Stärke von 600 Kerzen. Diese 600kerzige Lampen, im gan­zen 20, werden zwischen je 2 der bisherigen 100—120 Kerzen starken Lampen eingeschoben, wodurch eine bedeutende, wohl vollständig genügende Lichthelle erzielt wird. Von der Kaiser­straße aus bis zur Centrum=Brücke erhält die Bochumer­straße neue 300kerzige Lampen, ebenfalls zwischen je 2 alten eine neue, und von der Brücke bis zur Grenze zwischen je 2 der stehenden Laternen 2 solche von der alten Lichtstärke (100—120 Kerzen). Durch diese Neuanlagen wird der Hauptverkehrsweg zwischen Gelsenkirchen und Bo­chum mit einer bedeutend verbesserten Beleuchtung ausge­stattet. Auf der Nordstraße bis zur Grenze Gelsenkir­chen werden alle 25 Meter neue 600kerzige Lampen aufgestellt, ebenfalls auf der Chausseestraße. Für die Vöde­und Vorstadtstraße, deren Beleuchtung mangelhaft ist, soll die Zahl der bisherigen Laternen verdoppelt werden. Ferner sind vorgesehen für die Roonstraße 4 Laternen; ferner je eine in den„Gängen“ bei Hagedorn(aus sicher­heitspolizeilichen Gründen), in der Gasse von der Freiheit­zur Hagenstraße und an der alten ev. Kirche am alten Markt.

Stadtv. Voortmann: Es würde sehr notwendig sein, auf dem alten Markt, an dem Wege zur Zeche Holland 1 oder 2 Laternen aufzustellen, da dieser Weg von sehr vielen Berg­leuten benutzt wird.

Stadtbaumeister Wallraven: Dies wird zweckmäßig zu­rückgestellt bis zu dem demnächst erfolgenden Ausbau des Weges.

Stadtv. Hackert: Ich bitte um Mitteilung, warum die Sommerdelle nicht berücksichtigt wurde.

Stadtbaumeister Wallraven: Bei dem vorliegenden Pro­jekt wurde von dem Grundsatz ausgegangen, die Haupt­verkehrsstraßen mit einer besseren, allen Anforderun­gen genügenden Beleuchtung zu versehen, wie dies auch sei­tens der Nachbarstädte geschieht. Selbstverständlich konnten nicht alle Straßen und alle Wünsche erfüllt werden, da sonst die Kosten ins Unermeßliche gestiegen wären. In der Sommer­delle ist übrigens die Beleuchtung keine sehr schlechte; es steht dort alle 45—50 Meter eine Laterne.

Vorsitzender: Die Kommissionen haben alles auf das eingehendste durchberaten und wohl erwogen. Was man billigerweise verlangen kann, geschieht. Selbstverständlich können wir nur schrittweise vorgehen; dies ist in anderen Städten ebenso der Fall. Ueber die Deckung möchte ich dem Kollegium folgende Vorschläge machen: Die Anlagekosten be­ziffern sich, wie schon gesagt, auf 25 162 J. Hinzu kommen noch 4942,25 4 für Fernzündung und 6550 M für die Neuverlegung der Gasrohre auf einem Teile der Nord­und Bochumerstraße zwecks Verbesserung des Gasdrucks. Es sind also zusammen rund 36 500 A erforderlich. In der großen Anleihe von 640000 J, wovon 350000 A von der Sparkasse Münster angewiesen bezw. abgehoben sind, waren für Beleuchtungszwecke 5000 M und für Fernzün­dung 10000 Al vorgesehen. Ich schlage vor, den Rest aus dem Fonds für den Betrieb der Gasanstalt, die wegen Be­zugs des Gases von Rheinelbe stillgelegt und wahrscheinlich auch nie wieder in Betrieb kommt, 15 000 A aus dem Fonds für Gebäude und Anlagen 10000 zu nehmen. Für später ist vorgesehen, alle Gaslaternen mit Selbstzündern zu versehen, weil hierdurch jährlich 1071,42 M gespart werden.

Auf Veranlassung des Stadtv. Sanitätsrats Dr. Bon­nin giebt Stadtbaumeister Wallraven eine ausführliche Darstellung von der Wirtschaftlichkeit der Selbstzünder. Diese bringen dadurch die mitgeteilten erheblichen Ersparnisse, weil einmal die Bedienung zum größten Teil überflüssig wird, — die Lampen werden von der Gasanstalt aus durch Er­höhung des Drucks angezündet und dementsprechend auch ausgelöscht— und weil weiter durch die einheitliche Hand­habung erheblich an Gas gespart wird.

Der Vorsitzende bemerkt noch, daß zu der Entnahme aus dem Fonds die Genehmigung der Regierung erforderlich sei, die aber wohl erteilt werden dürfte.

Hierauf stimmt das Kollegium der Vorlage zu.

Auf eine Anfrage des Stadtv. Bomers, wann die Arbeiten in Angriff genommen würden, erwidert der Vor­sitzende, daß dies natürlich sofort geschieht.

(Durch die Annahme des 1. Punktes der Tagesordnung ist Punkt 2— Neuverleg ig der Gasrohrleitung auf einem Teile der Nord- und Bochumerstraße— ebenfalls erledigt.)

3. Beschlußfassung über die in nächster Zeit auszuführenden Hoch= und Tiefbauten.

Eine Geschäftsordnungs=Debatte.

Stadtv. Oeben: Bevor wir in die Erörterung dieses Punktes eintreten, beantrage ich namens der Zentrums­partei, die Vorluge zu vertagen und bei deren Wichtigkeit den Stadtverordneten zunächst eine informatorische Unter­lage zu geben.

Stadtv. Hackert: Ich schließe mich dem Antrag des Stadt­verordneten Oeben an und möchte noch besonders betonen, daß es unbedingt notwendig ist, daß die Stadtverordneten sich bei solch umfangreichen Projekten erst über die Art der Pläne unterrichten. Auch in den meisten Nachbarstädten gehen den Stadtverordneten eingehende Begründungen und Unterlagen vor jeder Sitzung zu. Aus der Tagesordnung geht durchaus nicht hervor, um was es sich handelt, und es ist ein Ding der Unmöglichkeit, über die Vorlage sofort ein klares Bild zu gewinnen. Auch Rechtsanwalt Engels hat bereits kürzlich einen dahin gehenden Wunsch geäußert.

Vorsitzender: Sämtliche Sachen sind in der Baukommis­sion eingehend erörtert worden, und zudem handelt es sich um Anlagen, welche bei der großen Anleihe von 640000 K bereits grundsätzlich beschlossen wurden. Es handelt sich mit­hin hier nur um Einzelheiten. Allerdings ist es mir be­kannt, daß manche Städte Unterlagen geben, doch geschieht dies durchaus nicht überall. Bisher lag ein derartiger Be­schluß nicht vor. Ich bin aber bereit, vor jeder Sitzung bei wichtigen Vorlagen den Stadtverordneten Unterlagen zuzu­senden, sofern das Bauamt hierzu die nötigen Kräfte zur Verfügung hat. Es dürfte aber unausbleiblich sein, daß evtl. unliebsame Verzögerungen entstehen.

Stadtv. Hackert: Ich halte es für einen sehr großen Vor­teil, wenn die Stadtverordneten die Pläne erst eingehend studieren und sich mit den Einzelheiten vertraut machen kön­nen. Die Stadtverordneten haben überdies ja auch die Pflicht, sich über alles genau zu orientieren, damit sie den Bürgern Rede und Antwort stehen können.

Vorsitzender: Es sei noch besonders betont, daß in dieser Sache natürlich der Verwaltung kein Vorwurf zu machen ist, da bisher, wie schon betont, eine derartige Beschlußfassung nicht besteht.

Beigeordneter Vergassessor Althoff: Die Vorlagen sind bereits, wie schon hervorgehoben, grundsätzlich beschlossen, so­daß es sich nicht um etwas neues, sondern eigentlich nur um eine Wiederholung handelt. Es ist zweckmäßig, zunächst die Vorlagen kennen zu lernen, um festzustellen, ob der Ueber­blick tatsächlich verloren geht. Wenn dies zutreffend sein sollte, kann der Punkt immer noch von der Tagesordnung abgesetzt werden. Es mag in manchen Fällen richtig sein, wenn vorher Erläuterungen gegeben werden, damit die Stadtverordneten sich mit den verschiedenen Gesichts­punkten bekannt machen.

Stadtv. Sanitätsrat Dr. Vonnin: Auch ich beantrage hiermit, in die Materie einzutreten, um zu sehen, ob sich Un­klarheiten ergeben. Wer den Wunsch hatte, sich mit der Vor­lage vertrauf zu machen, konnte sich leicht an Mitglieder der Baukommission oder an die Verwaltung wenden, und es wäre

Wese ese ecee esceche gens der Vorschlag nicht von der Hand zu weisen..

Stadtv. Hackert: Ich bin der Ansicht, daß Einzelheiten für die Vorlagen von der Verwaltung ohne weiteres zu geben sind. Wenn bisher ein derartiger Beschluß nicht vorlag, so bitte ich, einen solchen Beschluß herbeizuführen.

Veigeordneter Kampmann: Ich beantrage ebenfalls, in die Verhandlungen einzutreten.

Dies geschieht.

Stadtbaumeister Wallraven: Es ist darüber Beschluß zu fassen, wie die 350 000 A, welche von der 640000 A betra­genden Anleihe zur Auszahlung gelangen, auf zuwenden sind. Es sind erforderlich: für Pflasterungen der Nordstraße 3700 A, Vödestraße 8000 f, Hül­lerstr. 18100 M, für Ankauf des Drenhaus'schen Gar­teus in der Freiheistr. 18 400 M, der Henkel'schen Besitzung 300 A, für Abortanlagen am Lyzeum 15000 Mark, für Beleuchtungszwecke 900 M, zusammen 51 300 J. Für Hochbauten: für Badeanstalt 70000 Mark, Bedürfnisanstalten 9400 M. Es handelt sich hier um Bedürfnisanstalten auf den Marktplätzen, jedoch ist über die Art der Anlagen bisher kein Beschluß gefaßt worden. Für Gewächshäuser sind vorgesehen 7500 M, während sie tatsächlich 10.000 A kosten. Für Feuerlöschgeräte­haus 12000 M, welches unbedingt vergrößert und erwei­tert werden muß. Zudem bietet es in der Nähe des Rathauses kein besonders günstiges Bild; auch hier liegt ein endgültiger Plan noch nicht vor. Die Summe für Hochbauten beziffert sich auf 98900 M. Hiervon ausgeführt sind die Badeanstalt und die Gewächshäuser. An Kanalbauten sind vorge­sehen für die Sommerdellenstraße 26 700 J, wäh­rend die tatsächlichen Kosten durch die Veränderung des Pro­jekts 36 700 A betragen, für die Freiheitstraße 4000 Mark, für die Bochumerstraße 37000 A; diese Kanali­sierung ist auszuführen, weil im Laufe des nächsten Jahres mit der Anlage eines 2. Gleises der elektrischen Stra­ßenbahn zu rechnen ist. Man muß es nach Möglichkeit vermeiden, daß die Straßen 2 Mal aufgerissen werden. Auch ist wegen dieses Kanales mit der Zeche Centrum zu ver­handeln, da die Abwässer durch die Kläranlagen der Zeche geleitet werden sollen. Für die Parkstraße 21500 M, diese ist demnächst auszubauen, damit ein besserer Weg nach Günnigfeld erzielt wird. Die Summe der Kanalbauten be­trägt 89200 A. An Straßenbauten sind vorgesehen für die Holzpflasterung der Freiheitstraße 5000 M;

auch hier ist Rücksicht zu nehmen auf das evtl. zu legende 2. Geleise der elektrischen Straßenbahn. Es dürfte demnächst darüber entschieden werden, welche Linienführung für dieses 2. Gleise gewählt wird. Für die Günnigfelderstraße lautet der Voranschlag auf 20000 A; auch hier ist der Aus­bau dringend erforderlich, da schon lange über diesen Weg, der zu dem südlichen Teil Günnigfelds führt, lebhaft ge­klagt wird. Für die Lohrhaidestraße, den Weg über den Mühlenteichplatz(Alter Markt) und für die Holland­straße sind zusammen 39 800 A erforderlich. Es ist wohl keine Frage, daß gerade diese Wege dringend des Ausbaues bedür­fen, da sie zu den schlechtesten der Stadt gehören und von den Bergleuten viel benutzt werden. Die Hollandstraße soll vor­läufig nur befestigt werden. Vor der Anlage ist auch mit der Phoenix A.=G.(Holland) und mit dem Herzog von Arenberg wegen der Linienführung der Hollandstraße zu verhandeln. Für die Moritzstraße betragen die Kosten 3200 M, für die Verlängerung der Sommerdel­lenstraße 11 500 J. Auch hier liegt ein dringendes, all­seitig anerkanntes Bedürfnis vor. Die Bauarbeiten mußten solange zurückgestellt werden, bis die Kanalisationsarbeiten erledigt sind. Ferner sind notwendig für die Pflasterung der Kaiserstraße von der Bernardstraße bis zur Bochumer­straße 10000 M, zusammen 89 500 A für Straßenbauten. Für Gas=, Wasser= und Beleuchtungszwecke sind angesetzt, Hohensteinstraße 2500 A; es werden dorthin, soweit die Beleuchtung noch nicht angebracht ist, die alten Laternen versetzt, welche auch vorläufig ausreichen dürften. Die Be­wohner müssen sich noch gedulden, bis die alten Laternen in der

und Korpulenz— Ursache und Wirkung. Das Cossein beeinträchtigt den Stoffwechsel, die Korpulenz ist eine Folge unvollständigen Stosswechsels. Deshalb emp­

siehlt der Arzt Korpulenten den cossein freien Kassee