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Verlag und Druck: Laupenmühlen& Dierichs in Bochum
Dienstag 31. März 1936
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43. Jahrgang Nummer 72 Einzelpreis 10 Pf.
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Starker Eindruck des Watstergronisserinder Wen
Berlin, 30. März.
Das fast einstimmige Bekenntnis des deutschen Volkes zu seinem Führer und zu seiner Politik hat überall
in der Welt starken Eindruck gemacht.
Englische Abschwächungsversuche
Die Londoner Morgenblätter versuchen allerdings, diesen Eindruck etwas abzuschwächen, indem sie erklären, daß man das so gut wie einstimmige Ergebnis von vornherein für selbstverständlich gehalten habe. Das Wahlergebnis habe aber die Tatsache unterstrichen, daß das deutsche Volk voll und ganz die Politik Hitlers für Freiheit und Frieden unterstütze. Die Blätter bringen ausführliche Meldungen über den Verlauf der Wahlen und besonders über den Begeisterungssturm am Sonntag abend vor der Reichskanzlei.... gs. 8
Die„Times“ schreibt:„Niemand, der die deut
schen Gefühle kennt, kann daran zweifeln, daß Hitler selbstverständlich die begeisterte Unterstützung der großen Massen seiner Landsleute für die Wiederbesetzung des Rheinlandes und für sein Angebot einer Dauerrege
Dafky Mail“ sagt:„Niemals in der Geschichte ist die Handlung eines Führers mit solcher Einstimmigkeit ratifiziert worden, wie bei der gestrigen
Reichstagswahl.“ J. Haß. 4.
„Daily Expreß" erklärt, Hitter habe einen nie erwarteten Triumph erzielt. Noch nie habe irgendein Mann in Deutschland eine so große Stimmenzahl erhalten. Die fünf Millionen, die vor 18 Monaten noch gegen Hitler gestimmt hätten, seien jetzt auf eine halbe Million herabgesunken.„ Krist
Die liberale„News Chronicle= schreibt, das Wahlergebnis zeige ohne Zweifel, daß die gesamte deutsche Nation in ihrer flammenden Bekräftigung des deutschen Gleichberechtigungsanspruches hinter Hitler stehe.
Im übrigen legen die Blätter allgemein das Hauptgewicht darauf, daß der Führer, nachdem das deutsche Volk seine Politik einstimmig bestätigt habe, nunmehr in der Lage sein sollte, einen„Beitrag“ in Form eines Gegenvorschlages an die Locarno=Mächte zu leisten, ohne daß sich die Presse aber im klaren darüber ist, worin dieser Beitrag bestehen solle. Ueber den Eindruck des Wahlsieges schreibt der Berliner Reuter=Berichterstatter, die Parole„Hitler ist Deutschland“ sei durch die Abstimmung bestätigt worden. Mit 98,8 v. H. habe Hitler den höchsten Prozentsatz in allen Wahlen seit der Machtergreifung erzielt. Das Wahlergebnis bedeute ein überwältigendes Ja für die Kündigung des Locarno=Vertrages, die Wiederbesetzung des Rheinlandes und das Angebot eines 25jährigen Friedens für Westeuropa. Hitlers persönlicher Erfolg sei mehr als ein Triumph. Den Beweis dafür hätten die Begeisterungsstürme am Sonntag abend geliefert, als der Führer mehrere Male auf dem Balkon der Reichskanzlei erschien.
Paris: Wahlergebnis hat nicht überrascht
Am Wahlsonntag vor der Reichskanzlei in Berlin
Wie datrt, war die Reichekanssel inr Vertn u Ponzurs inser, Bild linis gibt einen Ausschnitt der steudig begeisterten Menge. Bild rechts: Der
Führer, auf dem Balkon der Reichskanzlei stehend, dankt mit dem Deutschen Gruße. Neben dem Führer Reichsminister Kerrl und Reichsminister Dr. Frick.
in die 0—
Nach Meldungen aus Paris hat dort das Wahlergebnis nicht überrascht. Die Berliner Sonderberichterstatter der großen Pariser Informationsblätter beschreiben in langen Aufsätzen die Begeisterung des deutschen Volkes, das„mit seinem Führer einen fest zusammengeschweißten Block" bildet.
Das Echo de Paris“ erklärt, daß der Wahlverlauf absolut korrekt gewesen sei. Die einzige Frage, die nunmehr auftauche, sei die, was die Reichsregierung nun mit diesen 44 Millionen Anhängern machen werde. Der„Jour“ stellt fest, daß das deutsche Volk fast einstimmig„den Gewaltstreich“ vom 7. März gebilligt habe. Der Führer habe ein unbegrenztes Mandat erhalten, aber niemand wisse, wie er es anwenden werde. Der Berliner Sonderberichterstatter des„Matin" sagt:„Der Führer hat seinem Volk bewiesen, daß er Deutschland und Deutschland er ist.“ Mit absoluten Vollmachten ausgestattet, habe der Führer jetzt auch eine in den Augen seines Volkes und darüber hinaus in den Augen der ganzen Welt noch nie dagewesene Verantwortung übernommen. Am kommenden Dienstag werde er der Welt eine Antwort zu geben haben. Die Frage, die ihm gestellt sei, laute: Deutsches Volk und Führer des deutschen Volkes, werdet ihr der Welt einen Beitrag liefern, der es ihr erlaubt, nutzbringende Verhandlungen über die Neuorganisierung des europäischen Friedens aufnehmen zu können?
Das linksstehende„Oeuvre“ zeigt sich über das Wahlergebnis naturgemäß nicht besonders begeistert, muß aber zugeben, daß„die gestrige Abstimmung eine einzige Dankeshymne an die Adresse des Führers geweim it“. Die radikalsozialistische„Republiaue“
stellt im Zusammenhang mit dem Ausgang der deutschen Wahlen fest, daß es nicht viele Deutsche gebe, die nicht mit der Außenpolitik des Führers einverste seien. Heute handele es sich für Frankreich darum, den Entschluß zur Aufstellung eines Planes zu fassen.
Rom: Alle Deutschen sind einer Meinung
Die Montags erst mittags erscheinende Presse berichtet in großer Aufmachung über das Ergebnis der deutschen Wahlen. Unter der Ueberschrift:„Die einmütige Billigung des deutschen Volkes“ hebt„Po
polo di Roma“ hervor, daß die Wahl den stärksten Ausdruck der Zustimmung eines Volkes darstelle, den die Weltgeschichte je gesehen habe.
Der„Messaggero" betont, daß mit der gestrigen Abstimmung der Entschluß vom 7. März bestätigt worden sei. Das Blatt verweist, wie auch die übrigen römischen Blätter, besonders auf das Abstimmungsergebnis im Rheinland und im Saargebiet und auf die Haltung des katholischen Klerus, der sich ebenso wie bei der Saarabstimmung vollständig für die deutsche Sache eingesetzt habe. In riesiger Schlagzeile schreibt der „Tibero“:„Das deutsche Volk hat gestern in Massen für die Freiheit und die Ehre Deutschlands gestimmt.“„ 4. Marsi,
Stärksten Eindruck machten auf den Berliner Berichterstatter des„Piccolo“ die Freuden= und Jubelkundgebungen, mit denen im ganzen Reich das Wahlergebnis aufgenommen worden ist. Angesichts des aufrichtigen Friedenswunsches des deutschen Volkes und besonders im Hinblick auf die feierlichen Erklärungen des Kanzlers wäre, so schreibt das Blatt, auch der leiseste Hinweis auf die Möglichkeit einer Bedrohung des Friedens durch das Reich bereits eine schwere Beleidi
gung, die die deutsche Nation mit Entrüstung zurück
Auch die norditalienische Presse bringt in großer Aufmachung den gewaltigen Wahlsieg Hitlers und stellt übereinstimmend fest, daß das ganze deutsche Volk hinter seinem Führer stehe. Der Mailaänder„Popo d' Italia“ schreibt, der 29. März habe den Beweis erbracht, daß alle Deutschen in der wichtigsten Frage für das Leben und die Zukunft des Reiches einer Meinung seien. Für das deutsche Volk sei Versailles tot. Das Rheinland und das Saarland hätten sich Hitler besonders dankbar gezeigt. Die„Stampa“ erklärt, das Ja vom 29. März sei eines der gewaltigsten Bekenntnisse, deren sich die Weltgeschichte zu erinnern vermöge.
Brüssel:„Etwas nie Dagewesenes“
Auch Belgien kann sich dem starken Wahlergebnisses nicht entziehen.„Das deutsche Volk hat“, so heißt es in dem katholischen„Vingtième [Siécle“,„mit einer überwältigenden Mehrheit die Außenpolitik des Führers gebilligt.“ Im gleichen Sinne schreibt die andere führende katholische Zeitung „Libre Belgique“, die als besonders bemerkenswert die Wahlergebnisse in Berlin=Neukölln hervorhebt und daraus den Schluß zieht, daß die frühere Hochburg des Kommunismus vollständig zum Nationalsozialismus übergetreten sei.„Alle Erwartungen seien durch diese Ergebnisse übertroffen worden", schreibt die liberale „Etoile Belge“. Die Brüsseler liberale„Gazette“ erklärt, das Ergebnis sei ein Triumph für den Führer und Reichskanzler Hitler. In einem Berliner Bericht der liberalen Brüsseler„Dernière Heure“ heißt es, diese Wahlziffern stellten etwas nie Dagewese
nes seit der Einführung des allgemeinen: Wahlrechts dar.
Zahlreiche Blätter betonen in ihren Ueberschriften die Ruhe und Disziplin, mit denen die Wahl vor sich gegangen sei, und heben hervor, daß im Wahlraum vollkommene Korrektheit geherrscht habe.
Warschau:„Ein unglaublicher Sieg“
Die Warschauer Presse beschäftigt sich sehr lebhaft mit dem Ergebnis der deutschen Wahlen. Die Blätt sprechen von einem Erfolg, wie ihn die Geschichte noch
Der Farel Winkem=Sner nehinen
Immer wieder muß sich der Führer zeigen
99 v. H. für den Führer
dnb Berlin, 30. März. Nach den bis.20 Uhr morgens beim Reichswahlleiter vorliegenden vorläufigen Endergebnissen aus den 35 Wahlkreisen haben von 45 431102 Stimmberechtigten 44954937, das sind 99 v.., an der Wahl teilgenommen.
Von den 44954937 Stimmen wurden ab
gegeben:
1. für die Liste und damit für den
Führer 44411911
2. gegen die Liste und ungültig 543026 Es sind somit 99 vom Hundert aller Stimmen
für die Liste und damit für den Führer abgegeben worden.
dnb Berlin, 30. März.
Nur während einiger Stunden der vergangenen Nacht lag Ruhe über dem Wilhelmplatz. Aber schon mit dem Morgengrauen erschienen wieder die ersten Berliner. Meistens waren es Arbeiter auf ihren Rädern, die auf dem Wege zur Arbeitsstätte einen Umweg machten, um vielleicht in früher Morgenstunde doch schon den Führer sehen, an den Erlebnissen auf dem Wilhelmplatz teilhaben zu können.
Von Stunde zu Stunde wuchs die harrende Menge. Eine Unzahl von Kindern benutzte den Ferientag zu einem Besuch des Regierungsviertels und selbstverständlich des Wilhelmplatzes. Beharrlich und geduldig warteten sie auf die Gelegenheit, dem Führer zujubeln zu können.
Mit Spruchbändern verschiedensten Textes bitten die Hunderte, die Tausende, die nun den Wilhelmplatz besetzt halten, den Führer, sich auf dem Balkon zu zeigen. Minutenlang brechen sich die Heilrufe an den Häuserfronten des Platzes. Ihr Warten wird belohnt. Mehrmals zeigt sich im Laufe des Vormittags
der Führer auf dem Balkon grüßt dankend mit lachendem Gesicht die jubelnde Menschenmenge.
Obwohl in den Mittagsstunden ein Dauerregen einsetzt, bleibt der Wilhelmplatz an der Ecke vor der Reichskanzlei und dem Propagandaministerium mit einer dichten Menschenmenge besetzt. Gegen 17 Uhr, als das Bitten und Drängen der harrenden Menge immer eindringlicher wird, erscheint der Führer nochmals auf dem Balkon. Im Nu ist der Fahrdamm der Wilhelmstraße von der Menschenmenge besetzt. Aus allen Eingängen der umliegenden Häuser in denen ein Teil der Harrenden Schutz vor dem Regen gesucht hatte, drängen die Menschen heran, um den Augenblick nicht zu verpassen, den Führer zu sehen.
Ein wahrer Blütenregen geht auf den
Balkon an der Reichskanzlei nieder über den
Führer, neben dem sein persönlicher Adjutant Brückner steht. Kinder werfen Frühlingsblumen zum Führer hinauf, Nelken, Tulpen. kleine Vergißmeinnichtsträuße. Ein großes Bund Anemonen öffnete sich beim Wurf und streute seinen Blütenregen auf den Balkon.
Und während der ganzen Zeit branden die Heilrufe empor, ein einziger großer Dank.
nicht gesehen habe, und heben besonders hervor, daß in den letzten zwei Jahren, wie das Ergebnis zeige, die Zahl der Unzufriedenen von über vier Millionen auf eine halbe Million gesunken sei.
„Gazeta Polska“ sagt, man könne den Sieg Hitlers nicht durch irgendwelche Druckmittel oder Kunststückchen erklären, sondern aus dem deutschen Charakter und aus der Stimmung des deutschen Staatsbürgers, dessen Vaterlandsliebe, nationalen Stolz und Glauben an die inneren Kräfte Deutschlands ein Adolf Hitler zu entfachen wußte, wie niemand vor ihm. Durch die Stimmabgabe für Hitler hätten die deutschen Staatsbürger alle Schritte des Kanzlers in den drei Jahren seiner Regierung bestätigt und gebilligt und ihm völlig freie Hand für die nächsten Jahre gegeben.— Die Blätter der Opposition heben hervor, daß Hitler einen„unglaublichen Sieg“ errungen habe. Die Wahl beweist, schreibt eines der Blätter, daß sich das ganze deutsche Volk hinter die Politik des Kanzlers stellt.
Budapest:„Beispiellos in der Geschichte"
Das Ergebnis der deutschen Reichstagswahlen hat in ganz Ungarn einen überwältigenden Eindruck hervorgerufen. Dem Budapester deutschen Gesandten#5 zahlreiche Glückwunschtelegramme, darunter auch von