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Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V.

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14. Juni 1939

Münster i. W., den 14. Juni 1939

vom Kampf und Sieg der Alten Garde

Münsterischer Anzeiger Nr. 270, Btatt 3

er Alten Garde das

neue politische Ord­iialität zweier über­rrn vom Stein und von Vincke, um zu Bildung der preu­bisher selbständigen Westfalentum und i den altpreußischen er Mark seit langem Weftfalen als preu­zu einer Einheit zu­d Volkstum immer

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Gelsenkirchen— Münster—Bielefeld:

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Aus den Anfängen des nationalsozialistischen Kampfes

Von Max Hiemisch

Die Alte Garde der Parlei ist die Trägerin des Geistes der Kampfzeit, durch den die Parlei am 30. Januar 1933 zur Macht kam. Aus dem Geist der Kampfzeit gevoren sind all die überragenden Werke, die das deutsche Volk in den letzten sechs Jahren staunend bewunderte. Wenn wir aus Anlaß der Westsalenfahrt der Alten Garde in dieser Beilage alte Kampferinnerungen aufleben lassen, so geschieht das nicht, um einer Chronistenpflicht zu genügen, sondern um vor allen Dingen von dem Geist der Kampfzeit zu künden, von jenem Geiste also. der den letzten Volksgenossen, vor allen Dingen aber die deutsche Jugend beseelen sollte. Je mehr das deutsche Volk den Geist dieser Zeit des schwersten Kampfes in sich trägt, um so bereiter ist es zum höchsten Einsatz si Führer und Volk, und zwar in guten und schweren Zeiten.

Als die Partei noch im Kampfe um die Macht stand, fand sich keine Zeit, fein säuberlich alles das zu registrieren, was für den Geschichtsschreiber später von Wert sein konnte. Die Verbote des Systems, die Schikanen und Verfolgungswellen zwangen die Bewe­gung sogar, nur das Wichtigste schriftlich niederzulegen. Es hat Zei­ten gegeben, wo die Mitgliederlisten bewußt gefälscht wurden, um die Polizei an der Nase herumzuführen, und wo der Briefwechsel mit Rücksicht auf die schnüffelnden Regierungsorgane einfach verbrannt wurde. So ist es heute nicht weiter verwunderlich, daß in der ge­schichtlichen Entwicklung mancher Ortsgruppe hie und da eine Lücke klafft und daß es auch nur sehr schwer ist, ein abgerundetes Bild von der Entwicklung der Partei innerhalb unseres Gaugebietes zu geben. Hinzu kommt, daß der Gau Westfalen=Nord in seiner jetzigen Form erst seit dem 1. Januar 1931 besteht und daß der heutige Gau West­falen=Nord zweimal mit Westfalen=Süd einen Gau Westfalen und Jahre hindurch mit den Gauen Essen und Düsseldorf einen Gau Ruhr bildete. Vor der Neugründung der Partei im Jahre 1925 bildete Westfalen mit der ganzen Rheinprovinz sogar einen räumlich und organisatorisch kaum zu übersehenden Gau.

Von Anfang konzentrierte sich der Kampf in Westfalen=Nord auf die drei bedeutendsten Städte unseres Gaugebietes, nämlich auf Gelsenkirchen, Münster und Bielefeld.

Kampf um das Industriegebiet In dem heutigen Gelsenkirchener Stadtteil Buer=Resse war der heutige stellvertretende Gauleiter Peter Stangier ein eifriger Leser der völkischen und antisemitischen Zeitschriften der„Hammer“ und des„Leuchtturms“, der sich an die Herausgeber dieser Zeit­schriften wandte, um die Adressen gleichgesinnter Volsgenossen zu erfahren. Mit ihnen trat der Parteigenosse Stangier in Gedan­kenaustausch, mit ihnen überlegte er, wie man an den Arbeiter in der

Der Führer während einer der 16 machtvollen Kund­gebungen, in denen er während des entscheidungs­vollen Wahlkampfes im Januar 1933 in dem kleinen Lipperlande gesprochen hat.

Stadt der Kohle und des Eisens herankommen könne. Die zähe und unermüdliche Aufklärungsarbeit hatte bald Erfolg. Die Bewegung schritt, wenn auch nur langsam, so doch stetig voran. Noch hieß diese Bewegung nicht NSDAP. Sie trug vielmehr den Namen„Gruppe Born“, wurde also nach einem im Jahre 1806 von den Franzosen erschossenen Freiheitshelden benannt. Zur damaligen Zeit bestanden in Buer=Resse noch zwei andere völkische Gruppen, nämlich der „Bund Oberland“ und die„Reichskriegsflagge". Ein Zusammen­schluß mit diesen Gruppen wurde abgelehnt und dafür Fühlung mit der NSDAP Adolf Hitlecs in München aufgenommen. Von Mün­chen erhielt man Bescheid, sich mit dem heutigen Gauleiter von Ham­burg, dem Parteigenossen Karl Kaufmann in Elberfeld, in Ver­bindung zu setzen. Sofort versuchten die Parteigenossen Stangier und Meyer, Elberfeld mit dem Zuge zu erreichen. Die feindliche Be­satzungsarmee versperrte den Weg nach Elberfeld, und so beschlossen die beiden Vorkämpfer der Idee, trotz der größten Gefahr— sie be­saßen beide keinen Paß— mit dem Fahrrade nach Elberfeld zu fahren. Wären diese Parteigenossen damals den Franzosen in die Hände gefallen, wie leicht hätten sie von einer fremden Soldateska erschossen werden können. Doch was galt das Leben, wenn es hieß, dem deutschen Volke zu dienen.

Mit viel Propagandamaterial versehen, kehrten beide nach Buer zurück, und kurze Zeit später entstand die erste Ortsgruppe im nord­westfälischen Industriegebiet, die Ortsgruppe Buer=Resse. Trotz französischer Besatzung hat diese alte Ortsgruppe das Feld behauptet, hat sie von der Internationale verführte deutsche Arbeiter zu ihrem Volke zurückgeführt.

Als die Schüsse am 9. November 1923 an der Feldherrnhalle verhallt waren, wurde die NSDAP im ganzen Reich verboten. Mit Leuten wie Gräfe, Hennig und Wulle wurde der Völkisch=soziale Block gegründet, dem auch die Nationalsozialisten trotz innerer Ab­lehnung angehörten. Deutsche Menschen aber waren bereit, ihre eigenen Volksgenossen an die fremden Eindringlinge zu verraten. Und 9 blieb eines Tages dem Parteigenossen Stangier keine andere Mög­uchkeit, als vor den französischen Häschern zu fliehen.

Als im Juli 1924 endlich die Franzosen von Rhein und Ruhr Sezogen, gurde die Ortsgruppe Groß=Buer unter der Führung des ee#. tauleiters Florian in Düsseldorf gegründet. Partei­genosse Stangier, der inzwischen wieder aus der Verbannung zurück­gekehrt war, übernahm von nun an die Führung der SA. Jetzt endlich konnte die Partei ungehinderter ihren Freiheitskampf führen. Zu gleicher Zeit aber traten die Ortsgruppen Gelsenkirchen und Horst auf den Plan, die später infolge der Zusammenlegung der grei Städte— im Frühjahr 1928— zu einer Ortscruppe Groß=Gelsenkirchen zusammengefaßt wurden, deren Füh­kung in die Hände des Parteigenossen Florjan gelegt wurde, der aber zugleich noch die Führung' des Bezirks Emscher=Lippe irnehatte. Kurze Zeit mußte Parteigenosse Florian infolge Arbeitsüberlastung die Ortsgruppenleitung niederlegen, die von nun an unser Gauleiter Meyer übernahm. Als später Parteigenosse Florian vom iführer zum Gauleiter bestellt wurde, übernahm der Gauleiter den Bezirk Emscher=Lippe, der außer dem nordwestfälischen Industrie­gediet auch noch einen Teil des Münsterlandes umfaßte.

So begann in der einst marxistischen und kommunistischen Hoch­burg Gelsenkirchen=Buer trotz der schmachvollen Besetzung durch die Franzosen der Kampf um die Seele des deutschen Menschen.

Die erste Etappe des Kampfes um Münster

Die roten Machthaber hatten den Völkischen Schutz= und Trutz­bund verdoten. Um die Aufklärungsarbeit fortführen zu können, wurde als Führerkreis dieser Organisation ein„Stammtisch

Rothung“ gegründet. In diesem Kreis verkehrte auch der Orche­stergeiger Bauer, der im August 1922 auf Urlaub nach Nürnberg fuhr, hier zum ersten Malé mit der NSDAP in Berührung kam und die ersten nationalsozialistischen Flugblätter mit nach Münster brachte Es dauerte nicht lange, da hatte der„Stammtisch Nothung“ kurzer­hand den Beschluß gefaßt, eine Ortsgruppe der NSDAP ins Leben zu rufen. Am 22. September 1922 wurde sie in der Hochburg des Zentrums ins Leben ge rufen. Als nach der Erhebung am 9. No­vember 1923 die Partei im gesamten Reichsgebiet verboten wurde, scherte man sich auch in Münster einen Dreck um diese neueste Aus­geburt demokratischen Hasses. Unter ihrem Ortsgruppenleiter Erich Hartmann, heute bekanntlich Gauinspekteur und Landrat in Her­ford, wurde der Kampf unter dem Decknamen„Wirtschaftsbund“ fort­gesetzt.

Aus jener Zeit, wo der Führer in Festungshaft saß und wo die Völkischen glaubten, die Führung über die Nationalsozialisten an sich reißen zu können, verdient vor allen Dingen der 14. September 1924 herausgestellt zu werden, also jener Deutsche Tag, an dem in Münster General Ludendorff morgens in einer Führer­tagung und nachmittags in einer öffentlichen Kundgebung in der Stadthalle sprach. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die erste Sturmfahne Münsters von dem Generalquartiermeister des großen Krieges geweiht.

Als endlich zu Beginn des Jahres 1925 die alte NSDAP neu­gegründet wurde, konnte auch sofort die Ortsgruppe Münster der NSDAP wieder ins Leben gerufen werden. Ihre Führung über­nahm erneut Parteigenosse Hartmann, während zu jener Zeit bekannt­lich Hauptmann von Pfeffer Gauleiter des damaligen Gaues Westfalen wurde.

Wir können es uns ersparen, im einzelnen zu schildern, wie schwer der Kampf um Münster und das Münsterland war. Zwei Zahlen besagen mehr als viele Worte: Beim ersten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl am 29. März 1925, wo bekanntlich Genera Ludendorff für die NSDAP kandidierte, wurden in Münster=Stadt bei weit mehr als 60000 Wahlberechtigten 331 nationalsozialistische Stimmen gezählt. Trotz größter Anstrengungen, trotz intensivster Aufklärungsarbeit und aufopferungsvollstem Einsatz unserer alten Getreuen erreichte die NSDAP bei der Reichstagswahl am 20. Mai 1928 nur 608 Stimmen. Es können also in Münster nicht viele mit

Der Führer im Juli 1932 in Gladbeck auf einer Riesenkundgebung

den Parteigenossen Stohmann, der heute als Gauobmann der DAF in Frankfurt a. M. im Dienst der Bewegung steht. Diese kleine Gruppe nahm sofort ihre Propagandaarbeit auf, rief zu Sprech­abenden auf und warb von Mund zu Mund. öffentlich trat die junge Ortsgruppe Bielefeld zum ersten Male dadurch in Erscheinung, daß sie selbstverfertigte Handzettel klebte, auf denen in großen Lettern das Wort„Dussel" und dann in kleiner Schrift die Frage stand:„Hast Du Dir noch nicht überlegt, warum der jüdische Zuckerschieber Wind­müller nicht eingesperrt wird?“ Dieser deutliche Hinweis auf eine lokale Judenkorruption erregte größtes Aufsehen und zwang manchen Volksgenossen zum Nachdenken.

Als die NSDAP schon vor dem 9. November 1923 in Preu­ßen verboten wurde, stellte sich die Bielefelder Ortsgruppe sofort auf die illegale Tätigkeit um. Die gleich zu Anfang aufgezogene SA setzte ihren Kampf unter dem Namen„Wanderverein Biene“ fort, während die Ortsgruppe der Partei in der Verbotszeit sogar ihre erste öffentliche Versammlung unter dem Namen„Westfä­lisch=Lippischer Wirtschaftsbund“ abhielt. Auf den Plakaten hatte man angekündigt, daß ein Redner über die Leiden der deutschen Bergarbeiterschaft unter der französischen Herrschaft sprechen

Ein Fest des ganzen Gaues

Gruß unseres Gauleiters an die Alte Garde der Partei

Als Gauleiter des Gaues Westfalen=Nord heiße ich die Alte Garde des Führers im Gau­

gebiet namens Partei und Bevölkerung herzlichst willkommen. Der Gau freut sich, die treueste Gefolgschaft Adolf Hitlers, die mit dem Führer die Macht in langen Jahren und zähem Ringen unter vielen und schweren Opfern erkämpfte, in seinen Grenzen zu haben. Westfalen machen nicht viel Worte. Aber ihre leuchtenden Augen, ihre festlichen, geschmückten Städte und Dörfer künden, wie sich alles freut, Euch, Kameraden, Euren Einsatz für Deutsch­land mit Liebe und Herzlichkeit entgelten zu können. Das Fest der Alten Garde ist das Fest des ganzes Gaues.

Aus diesen Tagen der Fahrt der Alten Garde wollen wir alle aber die Kraft und Freude schöpfen, für Kampf und Arbeit für Deutschland, das deutsche Volk und den Führer.

Heil Hitler! Alfred Meyer, Gauleiter

reinem Gewissen sagen, daß sie schon sooo lange nationalsozialistisch wählen.

Wie der langjährige Ortsgruppen= und Bezirksleiter von Mün­ster, Parteigenosse Erich Hartmann kürzlich einmal nachwies, gab es Ende 1928 in der Ortsgruppe Münster rund 80 Parteigenossen, von denen allerdings nur 35 der Bewegung immer treu geblieben sind.

Die Kampfzentrale Bielefeld

Richtet sich der Kampf im Industriegebiet in der Hauptsache ge­gen den Bolschewismus, hatte sich die junge Bewegung im Münster­land vornehmlich mit dem Zentrum auseinanderzusetzen, so war es in Bielefeld und darüber hinaus im ganzen Minden=Ra­vensberger Land in der Hauptsache die SPD und dazu ein großer Haufe bürgerlicher Parteien, denen der Kampf galt. Auch in Bielefeld, der dritten alten Kampfzentrale, traten schon früh völkische Gruppen in Erscheinung, die allerdings in keiner Beziehung zur Be­wegung standen. Im Jahre 1923 kehrte ein junger Student, der heutigen Generalstaatsanwalt Hans Semler, in seine Heimatstadt zurück. In München hatte er den Führer sprechen gehört und war Parteigenosse und SA=Mann geworden. Schon vor seiner Heimkehr nach Bielefeld hatte er es sich zum Ziel gesetzt, in der„Residenz“ de# sozialdemokratischen Ministers Severing eine Ortsgruppe der NSDAP zu gründen. Zu diesem Zweck hatte sich der Parteigenosse Semler beim„Völkischen Beobachter“ erkundigt, ob in Bielefeld Bezieher des V. B. vorhanden seien. Mit den zwei einzigen Lesern unseres alten Zentralorgans nahm der junge Student Verbindung auf. Außer diesen beiden gewann er noch zwei andere Mitkämpfer, unter ihnen

die Söhne

des Landes der Roten Erde

Vom stellvertretenden Gauleiter Stangier

Wenn du vom Westen den Gau Westfalen=Nord betrittst, findest du keinen Übergang. Gleich hinter Essen und kurz vor Gelsenkirchen zieht sich die Grenze von Westfalen und Rheinland von Nord nach Süd. Die Städte aber haben keine Grenzen mehr und sind zu einer Stadt zusammengeschmolzen. Rauchende Schlote, hohe Fördertürme ragen hoch in die blaue Luft. Der Rhythmus deutscher Arbeit, das sausende Förderrad sind das typische Merkmal dieses Landes. Aus Kohle, Feuer und Eisen hat der Geist dem Land ein Herz gegeben, und nicht mit Unrecht hat man dieses Herz das wirtschaftliche Herz Deutschlands genannt.

Riesige Kohlen= und Schlackenhalden geben der Landschaft ihr eigenes Gepräge.

Hier ist der deutsche westfälische Bergmann zu Hause. Die Gesichtszüge der Menschen tragen als Merkmal das Zeichen harter Arbeit, aber auch das Zeichen von Not und Elend. Schwere Zeiten hat gerade der westfälische Bergmann hinter sich. Hier waren in der Kampfzeit die sozialen Gegensätze besonders stark, und doch hat es sich gelohnt, um diesen Menschen, den Ruhrkumpel, zu kämpfen. Wenn auf einen Menschen das Wort des Führers, daß Deutschlands ärmster Sohn auch sein treuester ist, zutrifft, dann ist es der deutsche Bergmann.

Tag für Tag holt der Bergmann den schwarzen Diamanten aus der Erde. Und wenn du die Kohle im Ofen glimmen siehst und die

würde. In Wirklichkeit aber trommelte ein Nationalsozialist zwei Stunden lang für die Idee des Führers. Diese Versammlung hatte noch ein lustiges Nachspiel; denn hinterher mußte die illegale Orts­gruppe der NSDAP feststellen, daß es tatsächlich einen Westfälisch­Lippischen Wirtschaftsbund gibt, der bei dem Parteigenossen Semler lebhaft seiner Verärgerung über den Mißbrauch des Namens Luft machte.

Nach der unerfreulichen Zusammenarbeit mit den Deutsch­völkischen wurde sofort nach der Neugründung der Partei die Biele­felder Ortsgruppe wieder ins Leben gerufen. Ihre Führung über­nahm bald der vor einigen Jahren in Paderborn verstorbene Gau­inspekteur und Landrat Fritz Homann, der mit vollem Recht den Ehrennamen„der Eroberer des Minden=Ravensberger Landes" trägt. Von Bielefeld wurde der ganze Ostteil des Gaues bearbeitet. Und in Bielefeld bzw. in Minden=Ravensberg gelang es dann auch zum ersten Male im Gau Westfalen=Nord, größere Breschen in die Reihen unserer damaligen Gegner zu schlagen.

Neben diesen drei Kampfzentren gibt es noch eine Reihe anderer Ortsgruppen, die schon in der Frühzeit ihren Kampf für das Dritte Reich begannen. Orte wie Rheine, Dülmen, Herford, Minden, Haltern, Recklinghausen u. a. sind für die schwerste Zeit des Kampfes ein Begriff nationalsozialistischer Einsatz­bereitschaft, nationalsozialistischen Opfergeistes und wahrer Treue ge­worden. Gelsenkirchen=Buer, Münster und Bielefeld, wo damals zu­gleich die Sitze der Bezirksleitungen waren, aber waren immer die Kampfzentren für die drei Teile unseres Gaues: Gelsenkirchen—Buer für das nordwestfälische Industriegebiet, Münster für das Münster­land und Bielefeld für Ostwestfalen und das kleine Lippeland.

Deutscher Tag 1924 in Münster. General Ludendorff kurz nach der Ankunft in Münster mit dem ersten Gauleiter von Westfalen, SA-Obergruppenführer v. Pleffer. Aufnahmen: Gauarchiv(3)

Das 1. Gautreffen des Gaues Westfalen-Nord 1931 in

Bielefeld in der Zeit des Uniformverbots. Gauleiter

Dr. Meyer(rechts) im Gespräch mit dem stellvertreten­den Gauleiter Stangier(Mitte) und SA-Obergruppen­führer Schramme. Aufnahme: Holtmann

Stube wohlig erwärmt wird, so siehst du nicht den Schweiß und nicht die Gefahr, die daran haften.

Tag für Tag gehen die Bergarbeiter aus dem grauschwarzen Häuserhaufen zum Schacht. Das Heer der Arbeit tritt an zum Kampf unter Tag.

Wenn die Sirene heult, beginnt das rasende Förderrad sich zu drehen, das armdicke Drahtseil, an dem der hohe Eisenkorb hängt, geht hinab in die Finsternis. Bis zu sechzig Mann werden so hinab in die Tiefe befördert. Mit dem Rücken an die Gitterwand gelehnt, sausen sie hinab in den unheimlichen Schlund. Den Weg fuhr schon mancher, der den Aufstieg nicht mehr erlebte— Biargmannsdaud. Der Bergmann aber fährt ein und aus mit angstlosem Herzen und gehärteter Seele. Die Macht der Gewohnheit und das starke Ver­trauen auf die Zuverlässigkeit der maschinellen Kräfte vertreiben die bange Ahnung und das Todesgrausen.

Glück auf! so beginnt das Schaffen bis zum frühen Grab, tief unten in der Erde.

Einige Minuten, und du bist Hunderte Meter tief im Innern der Erde. Ein kahler, öder Raum, dessen Wände dick mit Kohlenstaub bedeckt sind, umfängt dich. Weit noch ist es bis zum Abbau der Kohle. Nicht immer glatt ist der Weg. Durch Wasser, Staub und Morast geht es hinein in die Finsternis. Wände und Decke der Sohlenstrecke sind durch Holz= und Eisenschwellen abgestützt. Immer schlechter wird die Luft. Warme, feuchte Luft schlägt aus modrigen Winkeln entgegen. Von weitem schon hörst du den Abbauhammer und den Krach der Schüttelrutsche. Nun bis du vor Ort. Hier siehst du die Kumpels. Stille Helden der Arbeit. Kohle, Kohle und nochmals Kohle. Jacke und Hemd sind ausgezogen. Fäustel und Schlegel, Bohrhammer, Hacke und Schippe sind das Gezähe, das die schwarzen Schätze aus des Todes Revier zur Sonne bringt. Der Kumpel aber, der täglich im Kampf mit dem Tod liegt, fürchtet ihn nicht. Er trägt nach einem Knappenspruch sein Totenhemd immer bei sich. Unverzagt haut der Kumpel in schwarzen Stein, daß die Brocken fallen. Wenn dann nach manchem Schweißtropfen, nach manchem Fluch die harte Arbeit zu Ende ist, geht es nach oben. Wieder erklingt der Bergmannsgruß: Glück auf! Herrlich lacht dem, der in dunkler Nacht gearbeitet, die Sonne.

Biargmannsliäwen un Biargmannsdaud. Arbeit und Kampf ist ihr Leben von Jugend auf, und doch ist in ihnen der Glaube an Deutschland. Sie sehen in ihrem Leben wieder einen Sinn und wollen auch ihre harte, schwere Arbeit nicht als Fron, sondern als Ehre betrachten. Auch der Kumpel ist in dem geschlossenen, kämpfen­den Volk auf dem Marsch zum Ziel. Er liebt das teure Stück unseres lieben Vaterlandes auf dem er steht, und wird treu zu ihm stehen. Glück auf! ist die Losung.

Verläßt du die Industrie= und Kohlenlandschaft nach ostwärts, so weiten sich der Himmel und die Landschaft. Über den Recklinghäuser