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De Sdunem Zehuner enchecn dolch. außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Ilustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsbiatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petttzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassarabalt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. (Sebschtund ssnaht.-Sotinestellsane!
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Druck u. Verlag o. Cer! Braus. Schwerte. Fernsp. 62. Telegr., Adr. Braus Schwerte
Nr. 247.
Mittwoch, den 21. Oklober 1914.
46. Jahrgang.
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Kein fauler Frieden!
Die„Kölnische Zeitung“ bringt ein Telegramm aus Berlin, in welchem gegenüber einem Artikel des„Temps“ vom 29. September, der behauptet, die deutsche Regienung habe Wilson den Gedanken einer Vermittlung eingegeben. festgestellt wird, daß die erwähnte Anregung Wilsons ihm in keiner Weise von deutscher Seite nahegolegt worden sei.
Die deutsche Regierung, überzeugt von den guten Absichten des Präsidenten, habe ihm ihren Dank für seine Bemühungen ausgesprochen, aber darcuf hingewiesen, daß England sich wiederholt dahin ausgesprochen habe, es werde den Krieg bis zum Aeußersten führen.
Sie wolle im übrigen keinen Zweifel daran aufkommen lassen, daß das deutsche Volk, das solche Opfer gebracht hat, nur einen Frieden annehmen kann, der ihm Bürgschaften für seine Sicherheit in der Zukunft bringt und es vor neuen Ueberfällen
Die vom„Temps“ angeführten deutschen Bedingungen sind eine dem Bedürfnisse der Selbsttäuschung entsprungene Erfindung.
Zur Uebergabe Antwerpens.
Ueber die Uebergabebedingungen von Antwerpen erfährt der Brüsseler Sonderberichterstatter der„Kölnischen Volkszeitung", folgende Einzel
beiten:„441 Staatee.
In Abwesenheit der geflüchteten Staatsbehörden und Militärkommandanten führten für Antwerpen der Bürgermeister de Vos und die beiden Stadtverordneten und Parlamentsmitglieder Franck und Ryckmans, die Uebergabeverhandlungen mit dem deutschen Oberkommando.
Rotterdam, 20. Okt. Aus Ppern zurückgekehrte Niederländer machten die Mitteilung, daß dort ein heftiges Gefecht zwischen deutscher Infanterie und den Truppen der Verbündeten begonnen habe.
Rotterdam, 20. Oktober.(T.U.) Seit Sonnabend morgen wird bei Dünkirchen heftiger Kanonendonner gehört, Bei Ostende und westlich von Dixmuiden finden heftige Kämpfe statt. Der Durchzug der deutschen Truppen durch Ostende war am Freitag zu Ende, worauf sofort der Kampf begann.
Genf, 20. Oktober. Die Bedrohung Dünkir. chens durch die von Nieuport und Furnes vordringenden deutschen Truppen wird in Pariser Privatdepeschen zwar nicht als unmittelbar bevorstehend betrachtet, jedoch hängt viel von dem Verlauf der heute im Süden und Westen von Ostende stattfindenden Gefechte ab. Die Bravour der von Lille nach Westen und Südwesten vorgehenden deutschen Vortruppen wird selbst von den Feinden als bewunderungswürdig anerkannt. In einzelnen Dörfern finden bis in die sinkende Nacht wütende Bajonettkämpfe statt.
Landung von 200 000 Engländern an der französischen Kanalküste?
Stockholm, 20. Okt. Eine gewaltige Transportflotte bildet seit einer Woche fast eine zusammen
hungenbe Brücke über den Kanal zwischen Ramsgate, Dover und Folkestone an der englischen Küste und Dünkirchen, Calais und Boulogne an der französischen Küste. Es wird berechnet, daß britische Korps in einer Stärke von mehr als 200000 Mann binnen wenigen Tagen auf französischem Boden stehen werden.— Die englische Presse erklärt, daß es sich für Großbritannien um einen Kampf um Leben und Tod handelt, um die Verwirklichung des deutschen Planes zu verhindern, der sich hinter dem verzweifelten(?) Versuch, sich an dem Kanal festzusetzen, verberge.
Die Räumung Dovers.
Rotterdam, 20. Oktober.(T.U.) Der Kommandant von Dover hat die ausländischen Flüchtlinge aufgefordert, die Stadt binnen einer Woche zu verlassen.
Die Deutschen an der Küste.
Amsterdam, 21. Okt. Ein Berichterstatter des„Telegraaf“ meldet seinem Blatte: Vorgestern hat an der belgischen Küste ein überaug heftiges Gefecht stattgesunden; 30 000 Deutsche besetzten die Küste zwischen Ostende und Nieuport. Die englische Flotte nahm mit ihren schweren Geschützen an den Kämpfen teil.
Siegreiches Vorgehen der Oesterreicher in Galizien!
(Richt amtlich.) 9.—, Alle Versuche des Feindes uns die Magiera
Das
Ergebnis war die Uebergabe der Stadt und sämtlicher Forts, die bis zur Stunde der förmlichen Uebergabe(Samstag 7 Uhr früh) vollständig von Tuuppen und Bürgerwehr zu räumen und mit allem vorhandenen Kriegsmaterial auszuliefern waren. Die Bürgerwehr war zu entwaffnen und wurde nicht für kriegsgefangen erklärt. Die Polizeigewalt blieb unter deutscher Kontrolle in den Händen der Stadtbehörde(des Bürgermeisters). Ueber eine von Antwerpen zu zahlende Kriegskontribution wird noch beschlossen werden.
In einem holländischen Berichte wird das Aufziehen der deutschen Fahne in Antwerpen wie folgt geschildert: Vorauf kam der Kommandant zwischen dem Herrn Franck und einem Geistlichen. Auf der Freitreppe vor dem Rathause sah ich jetzt plötzlich eine deutsche und eine österreichische Schildwache. Unter atemloser Stille, nachdem deutsche Infanterie sich im Kreise um das Rathaus aufgestellt hatte, sanken die drei Flaggen der Verbündeten und stieg die deutsche Flagge in die Höhe. Wie mußte ich da an die endlosen Plakate vor den Ladenfenstern denken: Leve Belgien! Vive la France! England for ever! Die drei Flaggen sanken. Fünf, sechs Polizisten hielten die 200 bis 300 Zuschauer auf einem Abstand. Es war und blieb totenstill. Die Menschen standen sprachlos. Antwerpen, das starle, unüberwindliche Antwerpen war gefallen. Da rasselten auch die Kanonen herbei. Aus den Nebenstraßen und Gassen kamen zahlreich die Graugrünen, flink wie auf der Bühne, heran; die meisten rauchten Zigarren, Zigaretten oder Pfeifen. Es war der Aufmarsch nach getaner Arbeit. Es klang weder Musik noch Gesang, aber die Kanoniere trugen Blumen im Knopfkoch. Sie und ihre Geschütze waren mit Blumen bekränzt. Herausfordernd trat keiner auf. Natürlich lag ein Siegesschimmer auf ihren verwitterten Gesichtern, aber viele schauten auch ernst drein, ja sogar einigermaßen enttäuscht. Später begriff ich weshalb. Es war den Männern nicht anzusehen, was für schwere Arbeit sie hinter dem Rücken hatten, ebenso den Pferden,
WTB Wien, 20. Okt.(Richt amtlich.) Amt. lich wird verlautbar vom 19. Oktober mittags: In der Schlacht östlich Chyrow und Przemysl brachte uns der gestrige Tag außerordentlich große Erfolge. Besonders erbittert war der Kampf bei Mizynicz. Die Höhe von Magiera, die bisher in den Händen des Feindes war und unserem Vordringen bedeutende Schwierigkeiten bereitete, ist nach mächtiger Artillerievorbereitung heute nachmittag von unseren Truppen genommen worden. Nördlich von Mizyniez kam unsere Angriff bis auf Sturmdistanz an den Gegner heran. Oestlich Przemysl, bis in der Höhe von Medika am südlichen Schlachtflügel wurden die namentlich gegen die Höhen und südlich Starysambor gerichteten auch nachts fortgesetzten Angrisse der Russen, abgeschlagen. Im Stryjund Swizatal sind unsere Truppen kämpfend im weiteren Vordringen begriffen. Auch am San wurde destern an mehreren Punkten gekämpst. Ein nach Einbruch der Dunkelheit eingesetzter Angriff auf unsere bei Jaroslau auf dem Ostufer des Flus
ses übergeschifften Kräfte scheiterte vollständig. In Russisch=Polen schlug die vereinigte deutsche und österreichisch=ungarische Kavallerie ein größeres feindliches Kavalleriekorps, dag östlich Warschau vorzudringen versuchte, über Jozhatschew zurück.
WTB Wien, 20. Okt. Amtlich wird verlautbar vom 20. Oktober, mittags: Die Schlacht in Mittelgalizien hat namentlich nördlich des Strwiazflusseg noch an Heftigkeit zugenommen. Unser Angriff gewinnt stetig an Raum nach Osten. Um einzelne, besonders wichtige Höhen wurde von beiden Seiten mit äußerster Erbitterung gekämpft.
aue Versache des Feinver, uns die Magiera wieder zu entreißen, scheiterten. Dagegen eroberten unsere Truppen die vielumstrittenen Baumhöhen nordöstlich Tyszkowice. Südlich Magiera wurde der Gegner aus mehreren Ortschaften geworfen. In diesen Kämpfen wurden wieder viele Russen, darunter ein General, gefangen genommen und auch Maschinengewehre erbeutet. Die Gefangenen berichten von der furchtbaren Wirkung unseres Artilleriefeuers. Südlich des Strwiaz, wo unsere Front über Stary Sambor verläuft, steht die Schlacht. Stryj=Koeroesmezoe und Sereth wurden von unseren Truppen nach Verteidigung durch den Feind in Besitz genommen. Ueber die Ereignisse an der Adria wird dem Armeeoberkommando berichtet: Am Morgen des 17. Oktober fand seewärts von der Spitze von Ostro ein Scharmützel zwischen einzelnen Torpedo. und Unterseebooten nebst einem Luftfahrzeug und dem französischen Kreuzer„Wal. deck=Rousseau" statt. Trotzdem der Kreuzer unsere Einheiten heftig beschoß, rückten sie unversehrt ein. Das Leuchtfeuer an der Spitze der Adria wurde von dem französischen Kreuzer ebenfalls beschossen, doch nur an der Galerie unbedeutend beschädigt. Das weiter seewärts beobachtete französische Gros verließ nach Sichtung der Unterseeboote schleunigst unsere Gewässer. Die eigenen Torpedofahrzeuge unternahmen am frühen Morgen des 18. einen Raid auf den Hasen von Antivari. Sie zerstörten aus nächster Nähe einige Magazine und beladene Waggons durch Geschützfeuer,
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Generalmajor.
Der amtliche Bericht.
Großes Hauptquartier, 20. Oktober,
2 Uhr. Die deutschen von Ostende längs der Küste vorgehenden Truppen stießen am Vser=Abschnitt bei Nieuport auf feindliche Kräfte. Mit diesen stehen wir seit vorgestern im Gefecht.
Auch gestern wurden Angriffe des Gegners westlich von Lille unter starken Verlusten für den Angreifer abgewiesen.
Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts wesentliches ereignet. W. T. B.
—
Danket dem Herrn!
An einem der letzten Tage haben wieder einmal die Glocken in deutschen Landen einen großen Sieg unserer Waffen verkündet. Das letzte Bollwerk der Belgier ist gefallen. Unser tapferes Heer hat mit bewunderungswürdiger Umsicht und mit starkem Mut eine uneinnehmbar scheinende Festung in überraschend kurzer Zeit eingenommen. Mit neuer Bewunderung und mit Vertrauen blicken wir hin zu unsern tapferen Soldaten und zu ihren umsichtigen Führern, und wir reihen diese Helden gern und freudig denen von 1813 und 1870 an. Wir, die wir daheim bleiben, sind den wackeren Kriegern zum größten Dank verpflichtet. Sie, die ihr Blut und Leben hergeben, haben diesen Erfolg uns verschafft
Allein dieses Kriegsheer, unter der Führung unseres geliebten Kaisers, will den Dank garnicht annehmen. Es fühlt sich einem anderen zu Dank verpflichtet, der über ihnen steht und der ihnen auch im Schlachtendonner und Kampfgetöse geholfen hat. Telegraphierte doch der Kaiser an die Großherzogin Luise von Baden:„Antwerpen ist heute nachmittag ohne Kampf besetzt. Gott sei für diesen Erfolg in tiefster Demut gedankt, ihm sei die Ehre.“
Und wir sind derselben Meinung. Beide, Volk und Heer, stelle sich dankbar und demütig unter sei
Die Neutralität Rumäniens!
Kopenhagen, 29. Oktober, Nach einer Mitteilung aus Bukarest erklärte der konservative Führer Karst, der Thronwechsel werde keine Aenderung in der auswärtigen Politik Rumänienz bedeuten. Rumänien werde seine Neutralität be
wahren. Die letzten Worte des Königs Karol seien gewesen:„Schone das Vaterland, vergieße kein Blut!“ König Ferdinanz soll erklärt haben:„Ich werde nie von dem Vermächtnis meines Vorgängers abweichen.“
nen Gott. Letzten Endes ist es Gott im Himmel, dem wir unseren Sieg verdanken. Gott mit uns! war die Losung, als es in den Kampf ging, sie soll es auch heute und für alle Zeiten sein. Unter die starke Hand Gottes wollen wir in Demut uns beugen tund ihm unsern Dank darbringen, der unsere feste Burg auch hier gewesen ist.— Englische Zeitungen schreiben bei der Nachricht über den Fall Antwerpens, daß dadurch die Selbstverherrlichung der Deutschen nur vergrößert würde. Das deutsche Volk ist anderer Meinung. Wir wissen es, wir schmieden nicht unser Glück und meistern nicht unsere Zukunft. Gott im Himmel bitten wir um weiteren Segen, vor ihm beugen wir uns. Und hilft uns unser Gott, so danken wir dies ihm mit unserm Kaiser in tiefster Demut
——
Jusammenlritt des Reichstages.
Aus Reichstagskreisen wird der„Deutschen Parlaments=Korrespondenz“, geschrieben: Mit der am Ende dieser Woche erfolgenden Rückkehr der Stellvertreters des Reichskanzlers, Staatssekretär des Innern Dr. Delbrück von seiner Reise nach dem Großen Hauptquartier und Belgien werden auch die Vorbereitungen für die nächste Reichstagstagung in Angriff genommen werden. Der Zusammentritt des Reichstages steht für den 24 November, den bei der Vertagung bestimmten Termin zu erwarten. Welche Aufgaben den Reichstag beschäftigen sollen, kann erst jetzt nach den Besprechungen mit dem Reichskanzler in den weiteren Beratungen des Bundesrats festgestellt werden. In parlamentarischen Kreisen rechnet man mit einer
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