ugnst 1909, sein

s-Fest

diestel, Bürgerweg 14,

ischen Vorträgen

4215

Insang abends 8½ Uhr.

s Festkomitee.

racht“, Bielefeld, npfohlen:

Atlas

Porto 20 Pfg.

Herford.

tungs-Klub Gemütlichkeit

veranstaltet

stag, den 8. August,

des Herrn Lüge, Bahn­hofshotel, ein

känzchen

g 4 Uhr nachmittags.— st ergebenst ein

Der Vorstand.

inden.

Bringe mein

F-, Frisier- und u

pfehlende Erinnerung.

Michel, Friseur,

königstr. 16.

Een=cire.

mit mehr als 15 Buchstaben rden doppelt gerechnet. nsbezahlung angenommen.

Möbel

Bedarf in allen Preislagen. Beststraße 7.“[3821*

ähmaschinen

äder sowie sämtliche Zu­Beckord& Lohmann, rstr. 58a.[3871

lusverkauf.(4136“

Laden bis zum 1. Okt. in muß, verkaufe sämtliche n zu jedem annehmbaren runwinkel, Sieker. 329.

Herde,

Haushaltungsgegenstände Auswahl, auch bei Tei.= empfiehlt C. Brakemeier, aße 72, gegenüber der 3592

Prautlentes

heitskauf, 14 kompl. mo­tfzimmer, in jedem Holz, Tischlerei gearbeitet; 15 ücheneinrichtungen, aparte Riesen=Auswahl in Verti­egeln, Sofas, Salons, er usw.— für gute Aus­ird Garantie geleistet— Platzmangel spottbillig elder Möbelhaus, Jöllen­—26. 4025*

Eier 60,

deeper= u. Kaiserstr.=Ecke.

er=Verkauf, 224

ipelte Ware, heute im Keller pediteur Dreyer, Bahnhof­n der alten Post. Pfd. 65,

), 10 Pfd. 5.90. Hille.

Pfirsiche

ichen, prachtvolle Ware, im Dienstag in Waggon=

noch nie dagewesenen ille. 42250

idelbeeren 421#

)<space> f r i s c h e<space> S e n d u n g,<space> P f d.<space> rzüglich zum Einmachen, emens Rose, Arndtstr. 36.

Speck,

en, hiesige trockene Ware, llig Detert, Jöllenbecker­

Wohnung

nen zu vermieten. Her­173. 4171°

sohnungen,

ildesche, Bielefelderstraße, Räume mit Land per zu vermieten. Näheres ld, Kaiserstr. 3.(4221“

Abonnementspreis

für Bielefeld und Umgegend, so­wie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monat­lich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld.

Einzelnummer 10 Pfg.

Erscheinungstage

mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags.

Fernsprech=Anschluß Nr. 353.

Organ der Sozialdemokratie

für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer.

Soierscees

für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wieder­holungen entsprechender Rabatt.

Inseraten=Annahme

bis ½29 Uhr vormittage. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein.

Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“

Gerisch& Co., Rieleseld.

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten

einschließlich der Unterhaltungsbeilage„Nach Feierabend“.

Parteigenossen!

Laut Beschluß des Nürnberger Parteitages findet der dies­

jährige Parteitag in Leipzig statt. Auf Grund der§§ 11, 12, 13, 14 und 15 des Organisationsstatuts beruft die Parteileitung den diesjährigen Parteitag auf

Sonntag, den 12. September, abends 7 Uhr,

nach dem Saale des Volkshauses in Leipzig, Zeitzer­straße 32, ein.

. An die Punkt 7 Uhr abends erfolgende Eröffnung schließen sich die Konstituierung des Parteitages, die Festsetzung der Ge­schäfts- und Tagesordnung und die Wahl der Mandatsprüfungs­kommission an.

„Die Zerhandlungen der folgenden Tage finden in dem gleichen Lotal statt.„.

Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt:

1. Geschäftsbericht des Parteivorstandes. Berichterstatter: H. Molkenbuhr, A. Gerisch.

2. Bericht der Kontrolleure. Berichterstatter: A. Kaden.

3. Parlamentarischer Bericht. Berichterstatter: G. Lede­bour.

4. Bericht der Kommission wegen Aenderung des Organi­jationsstatuts. Berichterstatter: Fr. Ebert.

5. Maifeier. Berichterstatter: H. Müller.

6. Reichsversicherungsordnung:

a) Allgemeine und Krankenversicherung. Berichterstatter: G. Bauer.

b) Unfallversicherung. Berichterstatter: Rob. Schmidt. c) Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung. Bericht­erstatterin: Luise Zietz.

7. Internationaler Kongreß in Kopenhagen. Berichterstatter:

Paul Singer.

8. Sonstige Anträge.

ihl des Parteivorstandes der Kontrollkommission und des Ortes. an dem der nächste Parteitag stattfinden soll. Parteigenossen! Bewirkt die Vorarbeiten für den Parteitag r. Die Pshli5on Delegierten und die Stellung von Anträgen—

am 16. August im Besitze des

W. Pfannkuch, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69,

##sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 14 Abs. 2 ##des Organisationsstatuts im„Vorwärts“ veröffentlicht und in #die gedruckte Vorlage Aufnahme finden sollen.

∆ Anträge einzelner Parteigenossen bedürfen der Gegenzeich­##nung des Vorstandes der örtlichen bezw. Kreisorganisation, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen.

. den Anträgen etwa beigegebene Begrundungen werden weder #orwärts“ noch in der den Delegierten zugehenden Vorlage abgeoruat. Die Genossen haben das Recht, ihre Anträge auf # dem Parteitag selbst zu begründen oder durch befreundete Ge­nossen begründen zu lassen.

ersucht, von ihrer Delegation dem Parteivorstande und dem Lokalkomitee rechtzeitig Mitteilung zu

Prschrrsängen. lagen und sonstige Mitteilungen zu.

Die Adresse des Lokalkomitees lautet:

Richard Lipinski, Leipzig, Elsterstraße 14.

„„Die Mandatsformulare werden vom 16. August ab durch das verseiherreau: W. Pfannkuch, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69,

Mit sozialdemokratischem Gruß

Der Parteivorstand.

Generalstreik in Schweden.

Nach den neuesten Nachrichten sind zu den 80000 Ausge­perrten nunmehr über 200000 Streikende gekommen. Die Ge­samtzahl der am Kampfe beteiligten wird auf 300000 geschützt. Stocholm haben die Gasarbeiter die Arberud ver auen.„In

die Arbeit eingestellt, nachdem

ben

tockholm. Selbst die Dampfer, die den Betrieb mit den Ecersn zufrechterhalten, geben nicht mehr. Am Freitag fand hlten Bersamu der Streikenden statt, und zwar auf dem #####„Versammlungsplatze in Lilljans; es waren mehr als 40000 AAlroeiter versammelt; die Stimmung war eine begeisterte.

verfsbetriebe Raautie r ung der Arbeiterschaft sind den im Fuhr­bestellt warden)(Pastisten„Freikarten vom Streikkomite aus­schaftsbetriebe“ un die Warentransporte für die Genossen­kuht der Fuhrbeir Im übrigen

n## betrieb vollständig. In Gotenburg fahren Drosch= Straßenbahnen nicht mehr, so daß auch dort der ge­ante Verkehr bis auf die Dampfer der Schären ruht. Aber Roblenparrat u gicht lange fahren können, da ihr bald erschopft sein dürfte und Möglichkeiten, neue sgffen, nicht vorhanden sind. Die Straßenbahner in esteifoar anderen Städten haben ebenfalls die Arbeit ein­

saben beschlas..1 zn Malmö, Helsingfors und Upsala solmer Buchdruch 1“ dem Ausstande anzuschließen. Die Stock­Etellung nehmen. nochmals zu der Sache

„„Von dem Verbandsvorstande der Lokomotivführer ist ein „#ar an die Mitglieder ausgegeben worden, in dem die

Glosener g.8 Kozupfes.geschildert werden. Es wurde be­

luben fasten.. bführer einstweilen die Arbeit nicht Lolidarsität üben. a# gefordert würde, werden auch sie

Solange sie nicht am Kampf teilnehmen werden sie pro Mann und Woche fünf Kronen an die Eisenbeskhngragrekaich, seschshfihr.“ genau, wie es der Allgemeine Risenbahnerverband beschlossen hat.

unter den Studenten wird eifrig gesammelt. Die auf zialdemorrarischer Grundlage assoziierten Studenten wollen allgemeine Sammlung veranstalten.

sind, wie es scheint, in den meisten Städten Militär wird hin= und herkommandiert. Nach den keisten Städten ist Militär verlegt worden.

Arbeiter- und Junkerklasse.

Es versteht sich und bedarf keiner langwierigen Begründung, daß die neuen Steuern die allgemeine Aufmerksamkeit bean­spruchen, weit mehr noch als die neuen Minister, die nicht viel anders wirtschaften können, selbst wenn sie anders wirtschaften wollten, wie Bülow gewirtschaftet hat. Aber die neuen Steuern erstrecken ihre Wirkungen bis in die ärmsten und kleinsten Haushalte, und in diese sogar am stärksten.

" Könnte man sich auf den ersten oberflächlichen Schein ver­lassen, so sähe die Sache nicht so übel aus. Die Entrüstung ist allgemein und schlägt sehr hohe Wellen; hätten die Flüche, die auf das Haupt des Schnapsblocks gehäuft werden, tödliche Wir­tung, so wäre er alsbald nach seinem Siege eines seligen Todes verblichen. Fänden gegenwärtig neue Wahlen für den Reichs­tag statt, so könnten die Regierungen ihr blaues Wunder be­sehen.

allen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte ist solcher sittlichen Entrüstung des biederen Philisters nicht über den Weg zu trauen; sie oflegt sehr schnell abzuflauen, und wir müssen uns mit der Möglichkeit vertraut machen, daß sie am Termin der nächsten Reichstagswahlen bis auf die letzte Spur verflogen sein wird. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, daß all die behäbigen Patrioten, wenn sie aus ihrer Empörung über den Schnapsblock die logische Konsequenz ziehen wollten, für so­zialdemokratische Kandidaten stimmen müßten. Denn gerade alle die Steuern, die ihnen am schwersten auf die Seele und noch schwerer auf den Geldbeutel fallen, waren ja auch die liberalen Volksvertreter zu bewilligen bereit und würden sie ohne Zögern bewilligt haben, wenn sie nicht von den Junkern aus dem Block spediert worden wären.

Nichts komischer, als wenn einzelne freisinnige Blätter, wie die wackere Tante Voß, auch jetzt noch von der hohen Befriedi­gung reden, die sie angeblich über die freisinnige Blockpolitik empfinden. Dagegen ist jener Hausierer, der, zur Vordertür mit einem Fußtritt hinausgeworfen, alsbald mit seliger Miene die Hintertreppe hinaufschleicht, noch ein Muster von Würde. Man mag sagen, daß die Liberalen mit einem blauen Auge da­vongekommen sind, indem ihnen ihre unhöfliche Behandlung durch die konservativen Blockbrüder wenigstens die Schande er­spart hat, tatsächlich die vierhundert Millionen indirekter Steuern zu bewilligen, die sie zu bewilligen bereit waren. Aber belastet bleibt ihr politisches Konto mit dieser Bereitwilligleit doch, und wenn sie jetzt sich anschicken, die Empörung über die Steuerbescherung des Schnapsblocks für sich auszunutzen, so müssen sie schweigend den Hohn der„Germania“ und der „Kreuzzeitung“ einstecken, daß sie sich damit selbst moralisch ins Gesicht schlagen.

„Allerdings sind es nur einzelne freisinnige Blätter, die sich noch freiwinig dem Spotte der Gegner ausliefern, die ihre Par­tei eben so schwer mißhandelt haben. Im allgemeinen liegen den liberalen Fraktionen die Folgen ihrer traurigen Blockpolitik schwer in den Gliedern, worüber auch der Lärm, den der Hansa­bund von sich macht, nicht hinweghelfen kann. Nur darf man nicht so weit gehen, in der katzenjämmerlichen Stimmung schon einen Anfang der Besserung zu erblicken. An einen ernsthaften Widerstand gegen die konservativ-ultramontane Herrschaft denken die Leute nicht, die eben all die jammerieligen Streiche der Blockpolitik mitgemacht haben, und so wie sie nun einmal sind, können sie auch gar nicht baran denken. Der Haß gegen die Sozialdemokralie übertäubt in ihnen jedes andere Gefühl, und bei den nächsten Wahlen werden wir es wieder erleben, daß die liberalen Biedermänner der konservativ- ultramontanen Koa­lition die Kastanien aus dem Feuer holen.

. Selbst ein liberales Blatt spottete dieser Tage über die gänz­liche Unfähigkeit der Fischbeck und Wiemer, der Kopsch und Mug­dan, die nicht einmal fähig seien, ein Landratsamt zu verwalten, geschweige denn ernsthafte Politik zu treiben. Haben wir es doch vor einigen Wochen erlebt, daß die Kopsch und Mugdan, weil ihnen auf die Angriffe, die sie unter dem Schutze der par­lamentarischen Redefreiheit gegen einen politischen Gegner ge­richtet hatten, entsprechend gedient worden war, nicht nur wegen formaler Inzurien vor den Kadi liefen, sondern auch die poli­tischen Vorstrafen, die ihr Gegner im Dienste ihrer eigenen Sache vor zwanzig Jahren erlitten hatte, gegen ihn geltend machten, um ihn ins Gefängnis zu bringen: eine Selbstbesude­lung der eigenen Partei wie sie auch in den reaktionärsten Parteien noch nicht vorgekommen ist. Nas ist von solchen Helden im politischen Kampfe zu erwarten? Nichts, gar nichts!

Man muß sich nicht darüber täuschen, daß der Schnapsblock für absehbare Zeit das Heft in den Händen hat, daß er inner­halb der bürgerlichen Weltekeinen Widerstand mehr findet, den er zu färchten braucht. Aber so viel darf man ihm zutrauen, daß er diese günstige Lage auszunützen bemüht sein wird. Eine wirkliche Grenze seiner Macht findet er erst da, wo das prole­tarische Klassenbewußtsein beginnt. Auch diese neueste Krise des deutschen Parteiwesens bestätigt wie jede frühere, daß in Deutschland bei aller Buntscheckigkeit der Fraktionen sich tat­sächlich nur zwei Parteien als wirkliche Mächte gegenüber­stehen: die Partei des Junkertums und die Partei der Arbeiter­klasse. Was dazwischen herumwimmelt, mag für den alltäglichen Lauf der Dinge seine mehr oder minder beträchtliche Bedeutung haben, aber sobald eine große Entscheidung heranreift, reduziert sich der politische Kampf auf dies Hüben und dies Drüben.

Aeußerlich steht die Partei sehr ungleich, denn in der Hand des Junkertums konzentrieren sich alle Machtmittel des mo­dernen Klassenstaats. Auch hierüber sollte man endlich auf­hören, sich zu täuschen. Wenn die Geschichte des Blockes etwas gelehrt hat, so ist es die Tatsache, daß die Junker entschlossen sind, ihre Macht zu behaupten, daß sie es lieber aufs Biegen oder Brechen ankommen lassen, ehe sie auch nur ein Tüttelchen davon preisgeben, ehe sie auch nur die bescheidenen Brosamen opfern, mit denen sich die Liberalen schließlich hätten abspeisen lassen.„Es ist heute noch wahr, was Lassalle vor nun bald einem halben Jahrhundert erkannte, daß sich den preußischen Junkern nichts abzwingen läßt, es sei denn mit dem Daumen aufs Auge und mit dem Knie auf der Brust. Eben jetzt graben die betrübten Lohgerber von Liberalen wieder in den Jahr­büchern der preußischen Geschichte, um nachzuweisen, daß die eigennützige Klassenselbstsucht der Junker immer dieselbe ge­wesen, daß sie selbst durch die fürchterlichen Prügel, die Napo­leon bei Jena den Junkern beibrachte, nicht einen Augenblick kuriert worden ist. Das ist alles vollkommen richtig, aber das Wehklagen darüber hat nicht den geringsten Zweck; es kitzelt die Junker höchstens angenehm, solange sie sicher sein dürfen, daß

die Klageweiber weder entschlossen noch fähig sind, ihnen einen Krieg auf Leben und Tod zu machen.

Aber eben hierzu ist die Arbeiterklasse so entschlossen wie fähig, und dadurch gewinnt sie die Möglichkeit eines Wider­

standes, an dem die Junker auf die Dauer scheitern müssen. De

werfen. Was die Arbeiterklasse aber trotz ihrer scheinbaren Ohnmacht hinter sich hat, das ist der große Gang der historischen Entwicklung, der seiner nicht spotten läßt; während jeder neue Tag das Junkertum parasitischer macht im nationalen Organis­mus, macht jeder neue Tag die Arbeiterklasse unentbehrlicher für das Leben der Nation; mit jedem neuen Tage wächst ihre Macht, den herrschenden Klassen das Leben so sauer zu machen, daß gegen den Willen des Proletariats nicht mehr regiert wer­den kann.

Das ist keine Politik der blendenden Aktionen, sei es nun auf parlamentarischem oder auf unparlamentarischem Boden. So hart es sein mag, so muß man sich mit der Tatsache abfinden, daß die Junkerherrschaft von heute auf morgen nicht zu stürzen ist, daß sie auch durch die Empörung über die neuen Steuern, die augenblicklich so hell auflodert, durchaus noch nicht gefährdet wird. Aber woran sie wie an einem granitenen Felsen auf die Dauer zerschellen muß, das ist der unbeugsame Widerstand der proletarischen Massen, der sich durch nichts und durch niemanden davon abbringen läßt, der Junkerherrschaft auf Schritt und Tritt, auf Weg und Steg jeden großen und jeden kleinen Stein in den Weg zu wälzen. Was auf diesem Wege erreicht werden

kann, zeigen die zwölf Jahre des Sozialistengesetzes.

Eine Politik, wie sie in diesen Jahren von der Arbeiter­klasse getrieben wurde, schafft die einzige Möglichkeit, die Junker­herrschaft lahmzulegen. Unter diesem Gesichtspunkt ist nichts schädlicher, als das Gerede von der Sturmkolonne, die„von Bassermann bis Bebel“ gegen das Junkertum gebildet werden soll; nichts könnte dem Junkertum willkommener sein, als ein solcher Mischmasch, der weder zu denken noch zu schlagen ver­stände. Auch muß es den Junkern wie Musik in die Ohren klingen, wenn es Parteimitglieder gibt, die die demokratische Vereinigung, jenes Häuflein bürgerlicher Ideologen, denen es noch aufrichtig um den Kampf gegen das Junkertum zu tun ist, feierlich ermahnen, doch ja nicht zu schroff mit den Fischbeck und Konsorten ins Zeug zu gehen. Auf solchen Wegen ist den Junkern nicht beizukommen.

„ Freilich— in den Tagen des Sozialistengesetzes bestand ein jeden Arbeiter jeden Tag sozusagen mit Gewalt auf den richtigen Weg stieß. Aber weshalb wären seitdem zwanzig Jahre reichster Erfahrung ins Land gegangen, wenn heute nicht ver freie Blick in den inneren Zusammenyang der Dinge ver­möchte, was damals zunächst ein äußerer Druck bewirkte?

(Franz Mehring in der„Neuen Zeit“.)

" Der Freisinn und die indirekten Steuern. Der freisinnige

Abg. Eickhoff, der das Scheitern des Blocks persönlich am meisten empfindet, tritt in der„Barmer Zeitung“ dem Vorwurf, deie Sreisinn hätte bei der Finanzreform versagt, entgegen. Herr Eiahoff beront, daß die Freisinnigen noch eher, als die Regie­

Vorlage über den Ausbau der Erbschaftssteuer einge­bracht hatte, in ihrer Gesamtheit bereit waren, das Opfer neuer indirekter Steuern zu bringen, weil sie die absolute Unmöglich­

reit erkannt hatten, den Bedarf von 500 Millionen Mark ledig­lich auf dem Wege direkter Besteuerung zu decken.

.. Was Herr Eickhoff da konstatiert, entspricht, soweit die Zu­

den Patsachen. Imd( ständig -###chen, Im Wahlkreis Halle a. S. agitieren die Frei­

sinnigen damit, daß sie behaupten, sie hätten gegen die indirekten

Steuern gestimmt. Man wird das offenbare Zugeständnis des Herrn Elahoff, daß der Freisinn unter allen Umständen für Axekten Steuern zu haben war, im Wahlkampfe recht gut

wergerter„onnen.„„Die Mfenherzigkeit ihres Parteifreundes

bird den Wiemer, Koosch und Fischbeck allerdings gerade in die­

sem Moment recht unangenehm sein.

liche Forst wäblt, um in die Wälder zu gelangen, in denen das

noch steuerfrei ist! Die natürliche Folge solcher junkerlichen Anordnungen ist, daß die Blaubeeren in den Wäl­# ungenutzt verkommen, während in anderen Jahren arme

Früchte hatte..s der gesammelten

##en. ader— und das ist auch das Motiv des Stet­

tiner megierungserlasses— die Kinder nebst anderen Beeren­

sammlern sollen nicht in den Wald, sondern auf das Feld— des

Agrariers natürlich— gehen. Die Großgrundbesitzer wollen Deshalb gibt ein anderer agrarischer

Mezschenfreund, in der Umgegend von Schivelbein den Schein

rere###; nu, dagn, wpenn sich die Leute verpflichten, ihm meh­

tere Tage in der Ernte zu heifen. Wenn sie das tun, dann er­den ortsüblichen(Hunger=) Lohn und die 6 Mk. zurück.

Ob diese Art, Arbeiter zu pressen, Erfolg hat, wird leider nicht

gemelbet. Echt feudal ist sie jedenfalls. 10;

außerordentlicher Schärfe wendet

sich die„Post“ gegen die Bundesratsverordnung, die eine Ein­

sränkune der Berrgendung von Arbeiterinnen in Steinbruch­en bezweckt. In vieser Bundesratsverordnung wird der Anfang zu einer weiteren Einschränkung der Frauenarbeit er­

vlickt. In beweglichen Tönen klagt die„Post“ darüber, daß man den Arbeiterinnen, die zum Teil arme Witwen sind, den

Broterwerb weggenommen hat. Diese Arbeiterinnen müßten entweder auswandern, Sachsengänger werden, oder ihren Vätern zur Last fallen. Die oberschiesischen Industriellen haben schon wiederholt darauf hingewiesen, daß auf diese Weise die er­wachsenen Mädchen der Prostitution in die Arme getrieben werden. Müßiggang sei aller Laster Anfang, und es=sei schlimm

sch