ugnst 1909, sein s-Fest diestel, Bürgerweg 14, ischen Vorträgen 4215 Insang abends 8½ Uhr. s Festkomitee. racht“, Bielefeld, npfohlen: Atlas Porto 20 Pfg. Herford. tungs-Klub Gemütlichkeit veranstaltet stag, den 8. August, des Herrn Lüge, Bahnhofshotel, ein känzchen g 4 Uhr nachmittags.— st ergebenst ein Der Vorstand. inden. Bringe mein F-, Frisier- und u pfehlende Erinnerung. Michel, Friseur, königstr. 16. Een=cire. mit mehr als 15 Buchstaben rden doppelt gerechnet. nsbezahlung angenommen. Möbel Bedarf in allen Preislagen. Beststraße 7.“[3821* ähmaschinen äder sowie sämtliche ZuBeckord& Lohmann, rstr. 58a.[3871 lusverkauf.(4136“ Laden bis zum 1. Okt. in muß, verkaufe sämtliche n zu jedem annehmbaren runwinkel, Sieker. 329. Herde, Haushaltungsgegenstände Auswahl, auch bei Tei.= empfiehlt C. 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Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfg. Erscheinungstage mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags. Fernsprech=Anschluß Nr. 353. Organ der Sozialdemokratie für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer. Soierscees für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Inseraten=Annahme bis ½29 Uhr vormittage. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein. Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht“ Gerisch& Co., Rieleseld. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten einschließlich der Unterhaltungsbeilage„Nach Feierabend“. Parteigenossen! Laut Beschluß des Nürnberger Parteitages findet der diesjährige Parteitag in Leipzig statt. Auf Grund der§§ 11, 12, 13, 14 und 15 des Organisationsstatuts beruft die Parteileitung den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 12. September, abends 7 Uhr, nach dem Saale des Volkshauses in Leipzig, Zeitzerstraße 32, ein. . An die Punkt 7 Uhr abends erfolgende Eröffnung schließen sich die Konstituierung des Parteitages, die Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung und die Wahl der Mandatsprüfungskommission an. „Die Zerhandlungen der folgenden Tage finden in dem gleichen Lotal statt.„. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Geschäftsbericht des Parteivorstandes. Berichterstatter: H. Molkenbuhr, A. Gerisch. 2. Bericht der Kontrolleure. Berichterstatter: A. Kaden. 3. Parlamentarischer Bericht. Berichterstatter: G. Ledebour. 4. Bericht der Kommission wegen Aenderung des Organijationsstatuts. Berichterstatter: Fr. Ebert. 5. Maifeier. Berichterstatter: H. Müller. 6. Reichsversicherungsordnung: a) Allgemeine und Krankenversicherung. Berichterstatter: G. Bauer. b) Unfallversicherung. Berichterstatter: Rob. Schmidt. c) Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung. Berichterstatterin: Luise Zietz. 7. Internationaler Kongreß in Kopenhagen. Berichterstatter: Paul Singer. 8. Sonstige Anträge. ihl des Parteivorstandes der Kontrollkommission und des Ortes. an dem der nächste Parteitag stattfinden soll. Parteigenossen! Bewirkt die Vorarbeiten für den Parteitag r. Die Pshli5on Delegierten und die Stellung von Anträgen— am 16. August im Besitze des W. Pfannkuch, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, ##sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 14 Abs. 2 ##des Organisationsstatuts im„Vorwärts“ veröffentlicht und in #die gedruckte Vorlage Aufnahme finden sollen. ∆ Anträge einzelner Parteigenossen bedürfen der Gegenzeich##nung des Vorstandes der örtlichen bezw. Kreisorganisation, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen. . den Anträgen etwa beigegebene Begrundungen werden weder #orwärts“ noch in der den Delegierten zugehenden Vorlage abgeoruat. Die Genossen haben das Recht, ihre Anträge auf # dem Parteitag selbst zu begründen oder durch befreundete Genossen begründen zu lassen. ersucht, von ihrer Delegation dem Parteivorstande und dem Lokalkomitee rechtzeitig Mitteilung zu Prschrrsängen. lagen und sonstige Mitteilungen zu. Die Adresse des Lokalkomitees lautet: Richard Lipinski, Leipzig, Elsterstraße 14. „„Die Mandatsformulare werden vom 16. August ab durch das verseiherreau: W. Pfannkuch, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Mit sozialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand. Generalstreik in Schweden. Nach den neuesten Nachrichten sind zu den 80000 Ausgeperrten nunmehr über 200000 Streikende gekommen. Die Gesamtzahl der am Kampfe beteiligten wird auf 300000 geschützt. Stocholm haben die Gasarbeiter die Arberud ver auen.„In die Arbeit eingestellt, nachdem ben tockholm. Selbst die Dampfer, die den Betrieb mit den Ecersn zufrechterhalten, geben nicht mehr. Am Freitag fand hlten Bersamu der Streikenden statt, und zwar auf dem #####„Versammlungsplatze in Lilljans; es waren mehr als 40000 AAlroeiter versammelt; die Stimmung war eine begeisterte. verfsbetriebe Raautie r ung der Arbeiterschaft sind den im Fuhrbestellt warden)(Pastisten„Freikarten vom Streikkomite ausschaftsbetriebe“ un die Warentransporte für die Genossenkuht der Fuhrbeir Im übrigen n## betrieb vollständig. In Gotenburg fahren Drosch= Straßenbahnen nicht mehr, so daß auch dort der geante Verkehr bis auf die Dampfer der Schären ruht. Aber Roblenparrat u gicht lange fahren können, da ihr bald erschopft sein dürfte und Möglichkeiten, neue sgffen, nicht vorhanden sind. Die Straßenbahner in esteifoar anderen Städten haben ebenfalls die Arbeit einsaben beschlas..1 zn Malmö, Helsingfors und Upsala solmer Buchdruch 1“ dem Ausstande anzuschließen. Die StockEtellung nehmen. nochmals zu der Sache „„Von dem Verbandsvorstande der Lokomotivführer ist ein „#ar an die Mitglieder ausgegeben worden, in dem die Glosener g.8 Kozupfes.geschildert werden. Es wurde beluben fasten.. bführer einstweilen die Arbeit nicht Lolidarsität üben. a# gefordert würde, werden auch sie Solange sie nicht am Kampf teilnehmen werden sie pro Mann und Woche fünf Kronen an die Eisenbeskhngragrekaich, seschshfihr.“ genau, wie es der Allgemeine Risenbahnerverband beschlossen hat. unter den Studenten wird eifrig gesammelt. Die auf zialdemorrarischer Grundlage assoziierten Studenten wollen allgemeine Sammlung veranstalten. sind, wie es scheint, in den meisten Städten Militär wird hin= und herkommandiert. Nach den keisten Städten ist Militär verlegt worden. Arbeiter- und Junkerklasse. Es versteht sich und bedarf keiner langwierigen Begründung, daß die neuen Steuern die allgemeine Aufmerksamkeit beanspruchen, weit mehr noch als die neuen Minister, die nicht viel anders wirtschaften können, selbst wenn sie anders wirtschaften wollten, wie Bülow gewirtschaftet hat. Aber die neuen Steuern erstrecken ihre Wirkungen bis in die ärmsten und kleinsten Haushalte, und in diese sogar am stärksten. " Könnte man sich auf den ersten oberflächlichen Schein verlassen, so sähe die Sache nicht so übel aus. Die Entrüstung ist allgemein und schlägt sehr hohe Wellen; hätten die Flüche, die auf das Haupt des Schnapsblocks gehäuft werden, tödliche Wirtung, so wäre er alsbald nach seinem Siege eines seligen Todes verblichen. Fänden gegenwärtig neue Wahlen für den Reichstag statt, so könnten die Regierungen ihr blaues Wunder besehen. allen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte ist solcher sittlichen Entrüstung des biederen Philisters nicht über den Weg zu trauen; sie oflegt sehr schnell abzuflauen, und wir müssen uns mit der Möglichkeit vertraut machen, daß sie am Termin der nächsten Reichstagswahlen bis auf die letzte Spur verflogen sein wird. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, daß all die behäbigen Patrioten, wenn sie aus ihrer Empörung über den Schnapsblock die logische Konsequenz ziehen wollten, für sozialdemokratische Kandidaten stimmen müßten. Denn gerade alle die Steuern, die ihnen am schwersten auf die Seele und noch schwerer auf den Geldbeutel fallen, waren ja auch die liberalen Volksvertreter zu bewilligen bereit und würden sie ohne Zögern bewilligt haben, wenn sie nicht von den Junkern aus dem Block spediert worden wären. Nichts komischer, als wenn einzelne freisinnige Blätter, wie die wackere Tante Voß, auch jetzt noch von der hohen Befriedigung reden, die sie angeblich über die freisinnige Blockpolitik empfinden. Dagegen ist jener Hausierer, der, zur Vordertür mit einem Fußtritt hinausgeworfen, alsbald mit seliger Miene die Hintertreppe hinaufschleicht, noch ein Muster von Würde. Man mag sagen, daß die Liberalen mit einem blauen Auge davongekommen sind, indem ihnen ihre unhöfliche Behandlung durch die konservativen Blockbrüder wenigstens die Schande erspart hat, tatsächlich die vierhundert Millionen indirekter Steuern zu bewilligen, die sie zu bewilligen bereit waren. Aber belastet bleibt ihr politisches Konto mit dieser Bereitwilligleit doch, und wenn sie jetzt sich anschicken, die Empörung über die Steuerbescherung des Schnapsblocks für sich auszunutzen, so müssen sie schweigend den Hohn der„Germania“ und der „Kreuzzeitung“ einstecken, daß sie sich damit selbst moralisch ins Gesicht schlagen. „Allerdings sind es nur einzelne freisinnige Blätter, die sich noch freiwinig dem Spotte der Gegner ausliefern, die ihre Partei eben so schwer mißhandelt haben. Im allgemeinen liegen den liberalen Fraktionen die Folgen ihrer traurigen Blockpolitik schwer in den Gliedern, worüber auch der Lärm, den der Hansabund von sich macht, nicht hinweghelfen kann. Nur darf man nicht so weit gehen, in der katzenjämmerlichen Stimmung schon einen Anfang der Besserung zu erblicken. An einen ernsthaften Widerstand gegen die konservativ-ultramontane Herrschaft denken die Leute nicht, die eben all die jammerieligen Streiche der Blockpolitik mitgemacht haben, und so wie sie nun einmal sind, können sie auch gar nicht baran denken. Der Haß gegen die Sozialdemokralie übertäubt in ihnen jedes andere Gefühl, und bei den nächsten Wahlen werden wir es wieder erleben, daß die liberalen Biedermänner der konservativ- ultramontanen Koalition die Kastanien aus dem Feuer holen. . Selbst ein liberales Blatt spottete dieser Tage über die gänzliche Unfähigkeit der Fischbeck und Wiemer, der Kopsch und Mugdan, die nicht einmal fähig seien, ein Landratsamt zu verwalten, geschweige denn ernsthafte Politik zu treiben. Haben wir es doch vor einigen Wochen erlebt, daß die Kopsch und Mugdan, weil ihnen auf die Angriffe, die sie unter dem Schutze der parlamentarischen Redefreiheit gegen einen politischen Gegner gerichtet hatten, entsprechend gedient worden war, nicht nur wegen formaler Inzurien vor den Kadi liefen, sondern auch die politischen Vorstrafen, die ihr Gegner im Dienste ihrer eigenen Sache vor zwanzig Jahren erlitten hatte, gegen ihn geltend machten, um ihn ins Gefängnis zu bringen: eine Selbstbesudelung der eigenen Partei wie sie auch in den reaktionärsten Parteien noch nicht vorgekommen ist. Nas ist von solchen Helden im politischen Kampfe zu erwarten? Nichts, gar nichts! Man muß sich nicht darüber täuschen, daß der Schnapsblock für absehbare Zeit das Heft in den Händen hat, daß er innerhalb der bürgerlichen Weltekeinen Widerstand mehr findet, den er zu färchten braucht. Aber so viel darf man ihm zutrauen, daß er diese günstige Lage auszunützen bemüht sein wird. Eine wirkliche Grenze seiner Macht findet er erst da, wo das proletarische Klassenbewußtsein beginnt. Auch diese neueste Krise des deutschen Parteiwesens bestätigt wie jede frühere, daß in Deutschland bei aller Buntscheckigkeit der Fraktionen sich tatsächlich nur zwei Parteien als wirkliche Mächte gegenüberstehen: die Partei des Junkertums und die Partei der Arbeiterklasse. Was dazwischen herumwimmelt, mag für den alltäglichen Lauf der Dinge seine mehr oder minder beträchtliche Bedeutung haben, aber sobald eine große Entscheidung heranreift, reduziert sich der politische Kampf auf dies Hüben und dies Drüben. Aeußerlich steht die Partei sehr ungleich, denn in der Hand des Junkertums konzentrieren sich alle Machtmittel des modernen Klassenstaats. Auch hierüber sollte man endlich aufhören, sich zu täuschen. Wenn die Geschichte des Blockes etwas gelehrt hat, so ist es die Tatsache, daß die Junker entschlossen sind, ihre Macht zu behaupten, daß sie es lieber aufs Biegen oder Brechen ankommen lassen, ehe sie auch nur ein Tüttelchen davon preisgeben, ehe sie auch nur die bescheidenen Brosamen opfern, mit denen sich die Liberalen schließlich hätten abspeisen lassen.„Es ist heute noch wahr, was Lassalle vor nun bald einem halben Jahrhundert erkannte, daß sich den preußischen Junkern nichts abzwingen läßt, es sei denn mit dem Daumen aufs Auge und mit dem Knie auf der Brust. Eben jetzt graben die betrübten Lohgerber von Liberalen wieder in den Jahrbüchern der preußischen Geschichte, um nachzuweisen, daß die eigennützige Klassenselbstsucht der Junker immer dieselbe gewesen, daß sie selbst durch die fürchterlichen Prügel, die Napoleon bei Jena den Junkern beibrachte, nicht einen Augenblick kuriert worden ist. Das ist alles vollkommen richtig, aber das Wehklagen darüber hat nicht den geringsten Zweck; es kitzelt die Junker höchstens angenehm, solange sie sicher sein dürfen, daß die Klageweiber weder entschlossen noch fähig sind, ihnen einen Krieg auf Leben und Tod zu machen. Aber eben hierzu ist die Arbeiterklasse so entschlossen wie fähig, und dadurch gewinnt sie die Möglichkeit eines Widerstandes, an dem die Junker auf die Dauer scheitern müssen. De werfen. Was die Arbeiterklasse aber trotz ihrer scheinbaren Ohnmacht hinter sich hat, das ist der große Gang der historischen Entwicklung, der seiner nicht spotten läßt; während jeder neue Tag das Junkertum parasitischer macht im nationalen Organismus, macht jeder neue Tag die Arbeiterklasse unentbehrlicher für das Leben der Nation; mit jedem neuen Tage wächst ihre Macht, den herrschenden Klassen das Leben so sauer zu machen, daß gegen den Willen des Proletariats nicht mehr regiert werden kann. Das ist keine Politik der blendenden Aktionen, sei es nun auf parlamentarischem oder auf unparlamentarischem Boden. So hart es sein mag, so muß man sich mit der Tatsache abfinden, daß die Junkerherrschaft von heute auf morgen nicht zu stürzen ist, daß sie auch durch die Empörung über die neuen Steuern, die augenblicklich so hell auflodert, durchaus noch nicht gefährdet wird. Aber woran sie wie an einem granitenen Felsen auf die Dauer zerschellen muß, das ist der unbeugsame Widerstand der proletarischen Massen, der sich durch nichts und durch niemanden davon abbringen läßt, der Junkerherrschaft auf Schritt und Tritt, auf Weg und Steg jeden großen und jeden kleinen Stein in den Weg zu wälzen. Was auf diesem Wege erreicht werden kann, zeigen die zwölf Jahre des Sozialistengesetzes. Eine Politik, wie sie in diesen Jahren von der Arbeiterklasse getrieben wurde, schafft die einzige Möglichkeit, die Junkerherrschaft lahmzulegen. Unter diesem Gesichtspunkt ist nichts schädlicher, als das Gerede von der Sturmkolonne, die„von Bassermann bis Bebel“ gegen das Junkertum gebildet werden soll; nichts könnte dem Junkertum willkommener sein, als ein solcher Mischmasch, der weder zu denken noch zu schlagen verstände. Auch muß es den Junkern wie Musik in die Ohren klingen, wenn es Parteimitglieder gibt, die die demokratische Vereinigung, jenes Häuflein bürgerlicher Ideologen, denen es noch aufrichtig um den Kampf gegen das Junkertum zu tun ist, feierlich ermahnen, doch ja nicht zu schroff mit den Fischbeck und Konsorten ins Zeug zu gehen. Auf solchen Wegen ist den Junkern nicht beizukommen. „ Freilich— in den Tagen des Sozialistengesetzes bestand ein jeden Arbeiter jeden Tag sozusagen mit Gewalt auf den richtigen Weg stieß. Aber weshalb wären seitdem zwanzig Jahre reichster Erfahrung ins Land gegangen, wenn heute nicht ver freie Blick in den inneren Zusammenyang der Dinge vermöchte, was damals zunächst ein äußerer Druck bewirkte? (Franz Mehring in der„Neuen Zeit“.) " Der Freisinn und die indirekten Steuern. Der freisinnige Abg. Eickhoff, der das Scheitern des Blocks persönlich am meisten empfindet, tritt in der„Barmer Zeitung“ dem Vorwurf, deie Sreisinn hätte bei der Finanzreform versagt, entgegen. Herr Eiahoff beront, daß die Freisinnigen noch eher, als die RegieVorlage über den Ausbau der Erbschaftssteuer eingebracht hatte, in ihrer Gesamtheit bereit waren, das Opfer neuer indirekter Steuern zu bringen, weil sie die absolute Unmöglichreit erkannt hatten, den Bedarf von 500 Millionen Mark lediglich auf dem Wege direkter Besteuerung zu decken. .. Was Herr Eickhoff da konstatiert, entspricht, soweit die Zuden Patsachen. Imd( ständig -###chen, Im Wahlkreis Halle a. S. agitieren die Freisinnigen damit, daß sie behaupten, sie hätten gegen die indirekten Steuern gestimmt. Man wird das offenbare Zugeständnis des Herrn Elahoff, daß der Freisinn unter allen Umständen für Axekten Steuern zu haben war, im Wahlkampfe recht gut wergerter„onnen.„„Die Mfenherzigkeit ihres Parteifreundes bird den Wiemer, Koosch und Fischbeck allerdings gerade in diesem Moment recht unangenehm sein. liche Forst wäblt, um in die Wälder zu gelangen, in denen das noch steuerfrei ist! Die natürliche Folge solcher junkerlichen Anordnungen ist, daß die Blaubeeren in den Wäl# ungenutzt verkommen, während in anderen Jahren arme Früchte hatte..s der gesammelten ##en. ader— und das ist auch das Motiv des Stettiner megierungserlasses— die Kinder nebst anderen Beerensammlern sollen nicht in den Wald, sondern auf das Feld— des Agrariers natürlich— gehen. Die Großgrundbesitzer wollen Deshalb gibt ein anderer agrarischer Mezschenfreund, in der Umgegend von Schivelbein den Schein rere###; nu, dagn, wpenn sich die Leute verpflichten, ihm mehtere Tage in der Ernte zu heifen. Wenn sie das tun, dann erden ortsüblichen(Hunger=) Lohn und die 6 Mk. zurück. Ob diese Art, Arbeiter zu pressen, Erfolg hat, wird leider nicht gemelbet. Echt feudal ist sie jedenfalls. 10; außerordentlicher Schärfe wendet sich die„Post“ gegen die Bundesratsverordnung, die eine Einsränkune der Berrgendung von Arbeiterinnen in Steinbruchen bezweckt. In vieser Bundesratsverordnung wird der Anfang zu einer weiteren Einschränkung der Frauenarbeit ervlickt. In beweglichen Tönen klagt die„Post“ darüber, daß man den Arbeiterinnen, die zum Teil arme Witwen sind, den Broterwerb weggenommen hat. Diese Arbeiterinnen müßten entweder auswandern, Sachsengänger werden, oder ihren Vätern zur Last fallen. Die oberschiesischen Industriellen haben schon wiederholt darauf hingewiesen, daß auf diese Weise die erwachsenen Mädchen der Prostitution in die Arme getrieben werden. Müßiggang sei aller Laster Anfang, und es=sei schlimm sch genug, Wenn die Staatsregierung diesen Müßiggang durch unverstandliche Gesetzesmacherei unterstutzt. Der Artikel schließt: „Kein Zweifel, die Sozialdemokratie ist eine große Gefahr für unser gesamtes öffentliches und geschäftliches Leben. Aber eine noch viel größere Gefahr ist der soziale Doktrinarismus, der uns unfähig macht, die Dinge zu sehen und zu beurteilen, wie sie sind. Diese neue Bundesratsbekanntmachung ist eines der charakteristischen Werke des modernen Sozial=Doktrinarismus.“ um Ganz selbstverständlich ist es dem Unternehmerblatt nicht das Wohl der Arbeiterinnen zu tun, sondern um das Geldbeutelinteresse des Unternehmertums. Jedenfalls ist es aber bezeichnend, daß die Post der Regierung den Vorwurf macht, sie leiste der Sozialdemokratie Vorschub, wenn sie Verordnungen zum Schutze der Arbeiterinnen erläßt. Unzufriedene Eisenbahnarbeiter. München, 6. August. Der süddeutsche Eisenbahnerverband hat gestern abend nach einem Referat des Landtagsabgeordneten Roßhaupter in einer gut besuchten Versammlung seine vom Verkehrsministerium schon einmal abgewiesene Forderung, dem gesamten Verkehrspersonal mit einem Einkommen von unter 3000 Mk. pro Jahr eine tägliche Zulage von 20 Pfg. zu bewilligen, abermals gestellt. Diese Forderung soll nunmehr dem Reichstag unterbreitet werden. Eine schneidige Polizeiverwaltung. In Samter(Provinz Poser) befinden sich Arbeiter verschiedener Berufe seit Posen) befinden sich Arbeiter verschiedener Berufe seit 5 Wochen im Streit. Die vortige Polizeiverwaltung erließ nun folgende Bekanntmachung: „Nachdem es seitens der hier streikenden Arbeiter wiederholt zu Ruhestörungen und Gewalttätigkeiten gekommen ist, bestimmen wir zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Rube, Ordnung und Sicherheit, daß Streikende mit Beginn der Dunkelheit von abends 8 bis morgens 6½ Uhr sich nicht mehr auf den Straßen der Stadt aufhalten dürfen, Ansammlungen sind auch am Tage verboten. Zuwiderhandlungen werden in jedem einzelnen Falle mit 9 Mk. Geldstrafe bezw. 3 Tagen Haft bestraft, soweit nicht höhere Strafbestimmungen Platz greifen. Die Sicherheitsbeamten sind angewiesen worden, unsere Verfügung streng zur Durchführung zu bringen, Ruhestörer und Widerspenstige sofort zu verhaften und bei tätlichen Angriffen von der Waffe Gebrauch zu machen.“ Wenn das nicht hilft! Vielleicht verhängt die Polizei auch noch Hausarrest über die Streikenden, wenn sie nicht inzwischen belehrt wurde, daß ihr Tun ungesetzlich ist. Eulenburg ist wieder schwer krank. Die Nachricht, daß Fürst Eulenburg nach dem Bodensee übersiedeln wolle, um dort in guter Luft und angesichts der sicheren Schweiz seiner Genesung entgegenzuharren, wird von seinen Rechtsanwälten dementiert. Er ist angeblich wieder so schwer krank, daß er kaum in der Lage ist, das Bett zu verlassen; das wird ihn natürlich nicht hindern, gelegentlich doch eine kleine Luftveränderung vorzunehmen. Von einer schweren Mißhandlung eines Steigers wußte vor Monaten die gesamte burgerliche Presse von den Berliner Blättern bis zum kleinsten Winkelblättchen zu berichten. Auf der Zeche Minister Achenbach bei Dortmund sollten sechs Bergleute einen Steiger in der Grube in der unglaublichsten Weise mißhandelt haben. Das angebliche Verbrechen der Bergleute sollte an Aufruhr grenzen.— Als dann gegen fünf der Bergleute das Verfahren eingestellt wurde, ließ die Zechenverwaltung durch die Unternehmerpresse mitteilen, daß die Sache dennoch ihr gerichtliches Nachspiel haben werde. Der Vorfall war denn auch Gegenstand einer Verhandlung vor der Ferienstrafkammer in Dortmund. Angeklagt war indessen nur ein Bergmann, der angeblich den Steiger mit einer Spitzhacke schwer verletzt haben sollte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 50 Mark Stkafe, nahm aber als erwiesen an, daß der Angeklagte nicht mit der Spitzhacke geschlagen, sondern den Steiger lediglich mit einem Stein geworfen habe. Die Strafe habe— so heißt es in der Urteilsbegründung— deshalb so milde ausfallen eklagte von de müssen, weil der Angetl###### v#n dem Steiger provoziert, worden sei und das ganzlich ungehörige Verhalten des Steigers den Angeklagten gereizt habe. Die Wahlen zum badischen Landtag werden laut amtlicher Mitteilung am 21. November stattfinden. Die Einberufung der Kammer wird anfangs Dezember erfolgen. Die Nationalliberalen und der Bund der Landwirte in der Pfalz. Aus der Pfalz wird der„Kölnischen Zeitung" ein Nachwort zum Ausfall der Wahl in Neustadt=Landau geschrieben. Die Hauptschuld an dem Ruckgang der Nationalliberalen wird auf das eigenartige Verhältnis zwischen den Liberalen und dem Bund der Landwirte geschoben. Wörtlich heißt es: „Jahrelang war der angeblich nur wirtschaftliche Bund der Landwirte das Schoßkind der Nationalliberalen; in den Zeiten, wo man den norddeutschen Eindringling hätte hinausweisen sollen, und wo man es auch noch ohne Anstrengung hätte tun können, päppelte man ihn künstlich auf. Und jetzt ist er der konservative Hahn im Korbe! Er will die Bedingungen diktieren, er will die Mandate verteilen!.... Die Art, wie der Bund der Landwirte aufforderte, in der Stichwahl dem Nationalliberalen Dr. Oehlert die Stimme zu geben, ist einer Aufforderung, ihm die Stimme nicht zu geben, zum Verwechseln ähnlich. Ein Teil der Bündler hat auch zweifellos sozialdemokratisch gewählt.“ Die Nationalliberalen wollen nun mit dem Bund der Landwirte„gründlich aufräumen". Das würde bedeuten, daß der in der Pfalz gewählte Bündlerhäuptling Dr. Roesicke bei den kommenden Wahlen todsicher durchfallen würde. Ein vernünftiger Entschluß. Die Hauptversamnlung des Verbandes der Zigarrenfabrikanten E. V., Sitz Mannheim, faßte einstimmig folgenden Beschluß: „Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Zigarrenfabrikanten E. V., Sitz Mannheim, befürchtet durch die Mehrbelastung des Tabaks infolge der Steuererhöhung einen ganz bedeutenden Rückgang der Fabrikation. Im wohlerwogenen Interesse der Arbeiter glaubt sie nun, an alle Kollegen die dringende Bitte richten zu sollen, von Arbeiterentlassungen möglichst abzusehen, vielmehr zu versuchen, durch Verkürzung der Arbeitszeit den seitherigen Arbeiterstand aufrecht zu erhalten. Schullehrer=Maßregelung. Wir berichteten kürzlich über die unerhorte zwangsweise Vorführung des Lehrers Johannes Hansen in Tönnings in Holstein vor das dortige Amtsgericht.— Die von Hansen eingelegte Beschwerde ist als unbegründet zurückgewiesen worden; die Beamten hätten ihre Befugnisse in keiner Weise überschritten. Damit aber nicht genug: Hansen erhielt am Tage vor dem Wiederbeginn der Schule nach den Steirseider Houmerthrater! cn. Donnerstag, 5. August: Der Pfarrer von Kircholtsstück in 5 Bildern von Anze feld freulich, daß Walter Neumann dieses Volksstuck von Anzengruber gruber. Es ist erzu seinem Benefiz ausgewählt hat. Er hat damit bewiesen, daß Publikum auch kommt, wenn nicht reiner Schund ihm vorgesetzt wird, und daß die Bühne recht wohl erziehlich auch auf das Sommertheaterpublikum wirken kann. Gerade heute, wo der Kampf gegen die Kulturfeindlichkeit der römischen Kirche wieder so aktuell geworden ist, sollte Anzengruber, dieser Mann der Fanfare im Kampfe gegen Rom, viel ofter gespielt werden. Und niemals steht die Dichtung bei Anzengruber zurück hinter der Tendenz, sondern die Tendenz verwebt sich so innig mit der Dichtung, daß sie darin völlig aufgeht. So im Meineidbauer, in den Kreuzelschreibern, so im Pfarrer von Kirchfeld. Was die Darstellung betrifft, so waren Walter Neumann als Pfarrer Hell und Hans Freihen als Wurzelsepp sehr gut. Auch Annelis Felsen war bis auf den Gesang eine gute Anna. Dagegen paßte Willi Schneider ganz und gar nicht zu der seinen Zeichnung, welche der Einödspfarrer erhalten muß. Immerhin, es ist erfreulich, wenn solche Stücke am Sommertheater zur Aufführung kommen. Ferien durch Eilbrief von der Regierung in Schleswig die Mitteilung, daß ihm die Erteilung des Unterrichts bis auf weiteres verboten werde, der Oberregierungsrat Stute aus Schleswig werde nach Tönnings kommen und Hansen in seiner Schulklasse vernehmen. Die Vernehmung hat nun stattgefunden, Hansen, dessen Frau und das bei Hansen tätige Morgenmädchen schilderten die polizeiliche Vorführung genau so, wie sie in der Oeffentlichkeit bezeiliche Vorführung genau so, wie sie in der Oeffentlichkeit bekannt geworden ist. Trotzdem ist dem Lehrer Hansen von dem Oberregierungsrat erklärt worden, daß das Verbot der Erteilung des Unterrichts vorläufig bestehen bleibt. Es erscheint geradezu ungeheuerlich, daß ein Lehrer der den vom Kopf geflogenen Hut von einem fremden Grundstück holt, der Uebertretung des Jagdpolizeigesetzes beschuldigt, durch die Polizei zwangsweise vor das Amtsgericht zur Vernehmung geführt wird und dann als Antwort auf seine Beschwerde das Verbot der Unterrichtserteilung erhält. Das ganze Vorgehen Ganson ist nur vorständlich wann man#5 gegen Hansen ist nur verstandlich, weng mun es als ein neues Glied in der langen Kette der Drangsalierungen betrachtet, die von den lokalen und Regierungsbehörden gegen den Mann angewendet worden sind, der kein Sozialdemokrat ist, aber eine eigene politische Meinung hat! Bülow als Vorkämpfer für die Sozialdemokratie. Dem gefallenen Reichskanzler macht die Zentrumspresse fortgesetzt eine Reihe mehr oder weniger schwerer Vorwürfe. Neuerdings wird dem Fürsten Bülow attestiert, daß seine Politik die beste Vorarbeit für künftige sozialdemokratische Wahlsiege gewesen ist. Wenn auch unter seiner Leitung der Sozialdemokratie bei den letzten Wahlen fast die Hälfte ihrer Mandate weggenommen wurde, so sprechen doch alle Anzeichen dafür, daß die Sozialdemokratie diesen Verlust bei den kommenden Wahlen wieder vollständig ausgleichen wird; Fürst Bülow habe die bürgerlichen Parteien derart gegeneinander verhetzt, daß ein Zusammengehen bei Stichwahlen gegen die Sozialdemokratie ganz außerordentlich erschwert werde. Es ist ein Stück Bülow=Erbschaft, daß gegen die rechtsstehenden Parteien eine maßlose Hetze getrieben wird, von der auch nur die Sozialdemokratie prositieren kann. Es wird dann darauf hingewiesen, daß im Jahre 1907 in 171 Wahlkreisen 20 Prozent der eingeschriebenen Wähler auf seiten der Sozialdemokratie standen und dann wird die Frage daran geknüpft: Wie groß mag die Zahl im Jahre 1912 werden? Wie groß die Zahl der Wahlkreise, in welchen die Sozialdemokratie für sich allein stark genug sein wird, um den Sieg erringen zu können? Das sei die Erbschaft, die Fürst Bülow hinterlassen habe. Der Diamantensegen. Die Diamantenfunde in Südwestafrika scheinen dem Staatssekretär Dernburg doch auch manche Sorge zu bereiten. Die Ansiedler, soweit sie im Besitze von Diamantenfeldern sind, sind erbost darüber, daß ein Ausfuhrzoll bezahlt werden muß und daß sie außerdem zwangsweise zu einer Vereinigung zusammengeschlossen sind, die den Vertrieb der Diamanten vermittelt. Aus den Kreisen dieser Ansiedler stammt auch der Vorwurf, daß die Regie die Diamanten verschleudere. Dem tritt nun das Reichskolonialamt entgegen mit dem Hinweis darauf, daß die erste Sendung zumeist minderwertige Ware enthielt; denn die Ansiedler haben die guten Steine für sich behalten und auf eigenes Risiko verlauft, und die kleinen wertlosen Steine haben sie der Regie gegeben, die dann versuchen sollte, die Sachen loszuwerden. Später, als diesen Praktiken ein Riegel vorgeschoben war, seien die Preise immer höher geworden und zwar so hoch, daß vielfach ausländische Händler wieder weggehen, ohne einen Kauf abgeschlossen zu haben. Die Preise sind nach einer amtlichen Darstellung gestiegen von 22,35 auf 29 Mk. pro Karat.— Von dem neuesten Segen, dem Funde ganz besonders großer Steine, hört man momentan nichts mehr und das Ergebnis der Untersuchüng wird wahrscheinlich das sein, daß es sich dabei um einen ganz plumpen Börsenschwindel gehandelt hat. trau mich nicht.“ Die„B. Z. am Mittäg“ will von unterrichteter Seite das Folgende erfahren haben:... „Nach dem Diner, das Prinz Heinrich wayrend des Aufenthaltes des deutschen Uebungsgeschwaders in Bilbav der dortigen deutschen Kolonie gegeben hat, wurde fest politisiert. Die Deutschen im Auslande hatten natürlich mit dem höchsten Interesse die Vorgänge im Reiche während der letzten Finanzreformkrise verfolgt. Die Mißstimmung über den Ausgang der Kalamität wurde dem Prinzen gegenüber sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, und der Prinz stimmte den Kritikern unumwunden zu. Er sagte u. a.: „Es ist das erste Mal, daß Seine Majestät das„Ich trau mich nicht“ gesagt hat. Es ist ihm die Auflösung nahegelegt worden. Und ich hätte auch aufgelöst.“ So ungefähr— d. h. eigentlich noch etwas schärfer, drückte sich Prinz Heinrich aus. Daß die Konservativen bei Hofe heute unten durch sind, ging aus des Prinzen weiteren Worten jedenfalls mit Deutlichkeit hervor: Kanalvorlage, Reichsfinanzkomödie, noch so n Ding, dann.. Aller bösen Dinge sind drei. Bülow ist noch lange nicht kalt gestellt, man wird noch oft seine Hand erkennen. Ein zweites Mal heißt's biegen oder brechen... Mit dem Zentrum lebt man auch ferner auf dem Qui vive-Standpunkt. Es wäre ja auch eine verteufelt waghalsige Geschichte geworden.„Aber tros alledem, ich hätte aufgelöst, sonst glaubten die, man dürfe uns alles bieten.“ Prinz Heinrich befindet sich in einer verantwortungslosen Stellung und hat infolgedessen gut reden. Wir haben damals, als der Verzicht der Reichsregierung auf die Reichstagsauflösung bekannt wurde, der wohl im Interesse des armen Volkes, aber nicht der Sozialdemokratie zu bedauern war, ihn zu begreifen gesucht aus der Lage eines Schiffers heraus, der einen alten, vor den Stürmen Schutz bietenden, wenn auch nicht sehr schönen Ankergrund verlassen soll, zu dem ihm die Rückkehr für alle Zeiten abgeschnitten ist; und wir haben weiter gesagt, die Regierung furchte sich davor, der modernen Entwicklung mit allen ihren Stürmen sich anzut#rtrauen. Das„ich trau mich nicht“ Wilhelms II. ist eine Bestätigung dafür, daß wir die damalige Situation richtig eingeschätzt haben. Jedenfalls aber wird Wilhelm II. sich künftig bedenken, noch einmal eine so fulminante Rede über die Niedergerittenen zu halten. Es wird ihm dann sicher die unterbliebene Reichstagsauflösung in den Sinn kommen, und er wird die Rede unterlassen, bei sich denkend: Ich trau mich nicht. Uebrigens schreibt schon die„Norddeutsche Allgemeine Ztg.“, Notiz von Anfang bis zu Ende erfunden ist, was aber daß die Notiz von Anfang bis zu Ende erfunden ist, was aber an der Richtigteit der Schlußfolgerung, die wir daraus gezogen haben, nichts ändert. Auf der Suche nach Vertrauenskundgebungen. Dem Zentrum liegt daran, aus möglichst vielen Kreisen Vertrauenskundgebungen zu erhalten, durch die dann wieder andere Kreise ermuntert werden sollen, sich in der gleichen Art zu betätigen. Die„Germania“ erklärt, daß diese Vertrauenskundgebungen nötig seien zum Schutze für die Fraktion, der man nicht allein die Verantwortung fur die Reichsfinanzreform Steuerübertragen dürfe. Das Blatt behauptet weiter, daß die S# gesetze lange nicht so schlimm seien, als sie fortwährend hingestellt Wven, und stellt in Aussicht, daß eine gründliche Aufklärung werde achdrücklichster Weise gesagt daß bei der Abwalzung dem Publikum weit hohere Lasten aufgebürdet werden, als es nach den Steuergesetzen als berechtigt hingestellt werden dürfte. Die Zentrumsabgeordneten haben das mit aller Entschiedenheit bestritten. So hat z. B. der Abg. Dr. Becker verteuert. zu sollen, schaupfet ut. Er glaubte das noch ganz besonder weil ein sozialdemokratisches Mitglied #t hatte, daß die Belastung der Konsume nicht viel einbilden; denn es ist nur zu gut bekannt, wie derartige Kundgebungen zustandekommen: Irgend ein Zentrumskaplan ruft eine Anzahl sogenannter Vertrauensmänner zusammen, hält eine von Sachkenntnis auch nicht entfernt getrubte Rede über die neuen Steuern und die braven Zentrumsschäflein sind auf diese Weise sehr leicht davon zu überzeugen, daß das Zentrum allein die Partei ist, die jur das Wohl und Wehe des kleinen Mankes eintritt— und die Vertrauenskundgebung ist fertig! Serbien. Die Dynastie der Karageorgewitsch wackelt. Wien, 6. Aug. Aus Belgrad tommt die Meldung von einer schweren Erkrankung des Königs Peter, die sein Ableben im Bereich naher Möglichkeit rücke. Der Kronprinz Alexander wurde heimberufen und ist auf der Reise nach Belgrad bereits durch Wien gereist. In ganz Serbien sind Agitationen im Gange, die auf einen Dynastiewechsel vorbereiten und angeblich von Agenten des Ministers Pasitsch herrühren sollen. Die Demission des Kabinetts gilt ihrscheinlich. Man“ lisiert auch heime Vorber gen Po. e# Wan signaligiert auch geheime Vorbereitunder Offizierstreise zu einer Agitataion zugunsten des frühehronwechsels. von Menschen massakriert. Die Kasemattten von Monjuich sind vollgepfropft von Gefangenen, die den Tod auf dem Sandhaufen erwarten. Am Montag brach der Aufruhr aus. Der Zivilgouverneu# verlor sofort den Kopf und demissionierte. Der Generalstatthalter nahm die Regierung in die Hände. Es blieben ihm außer der Guardia Civil noch rund 1000 Mann, um die Ordnung in der tumultuarischen Stadt aufrecht zu erhalten. In sehr geschickter Weise wurde der revelutionäre Coup erst unter der Ma## des Generalstreiks verborgen. Am Morgen des 26. Juli erwacht Barcelona wie gewöhnlich. Die Rambla ist so belebt wie immer, aber gegen 10 Uhr durchziehen einige Gruppen von Arbeitern die Stadt: Sie tragen ins Taschentuch eingebunden ihre Mittagsmahlzeit und ihren Wein und rufen:„Hoch der Generalstreik! Nieder mit dem Krieg!“ Ein Generalstreik ist in Barcelona nichts Seltenes. Diesmal sympathisiert ein großer Teil der Einwohner mit den Streikenden. Man will mit den Arbeitern gegen den Krieg protestieren. Im Handumdrehen sind alle Tramways angehalten. Einige Läden schließen. Aber die Blumenverkäuferinnen bleiben bei ihren Auslagen, die den herrlichsten Schmuck der Rambla bilden. Plötzlich verbreitet sich das Gerücht, daß alle drei Eisenbahnlinien, die Barcelona mit Perginan, Madrid und Valencia verbinden, wie auf ein geheimnisvolles Losungswort zugleich abgeschnitten worden sind. Es geht wie ein Schauer durch die Stadt. Man hört Flintengeknat# Pablo. Die Rambla ist im Nu leer Man sieht keine einzige Frau mehr in den Straßen. Das ist, wie ein alter Einwohner von Barcelong sagte, das sicherste Zeichen dafür, daß die ernstesten Ereignisse bevorstehen. Um 3 Uhr gibt der Zivilgouverneur seine Demission. Der Generalstatthalter übernimmt das Kommando und verhängt sofort den Belagerungszustand. Gegen Ende des Tages hat der Generalstreik vollständig den Charaktei einer Revolution angenommen. Am Dienstag verschlimmert sich die Lage. Die Revolutionärt haben mehrere Waffenläden gestürmt und sich mit Karabiners und Revolvern versehen. Man versucht das Wachlokal der Guardia Civil auf der Rambla zu stürmen, aber die Gardisten schließen das Tor und knallen durch die Schießscharten die Insurgenten nieder. Barrikaden erheben sich überall. Man schießt von den platten Dächern herab auf die Polizisten, und da die Dächer alle untereinander zusammenhängen, so werden die Einwohner der ganzen Häuserblocks für solche Schüsse solidarisch verantwortlich gemacht. Wo sich eine Gestalt auf einem Dach Nr. 182. Die Liebesgabe für die Agrarier. Im„Berliner Tageblatt“ beschäftigte sich vor einigen Tagen der Landtagsabgeordnete Hoff mit der Branntwein=Liebesgabe ** für die Agrarier. Im Anschluß hieran veröffentlicht das„Tageblatt“ folgendes Schreiben eines Großdestillateurs aus Mitteldeutschland: „Herr F. Hoff, Mitglied des Abgeordnetenhauses, irrt sich, wenn er behauptet, daß die Liebesgabe den Agrariern nur eine Rente von 45 Millionen abwirft; dieselbe ist in der Tat bedeutend höher, was nachfolgendes Rechenexempet beweisen wird: Der Konsum an Trinkbranntwein ist jährlich 240 Millionen Liter in Deutschland, und das Kontingent bewegt sich in dieser Höhe 4¼ Liter pro Kopf der Bevölkerung). Diese sind bezahlt worden mit 86 Mk. pro 100 Liter(z. B. voriges Jahr). Hiervon gehen ab 16 Mk. Maischraumsteuer, zirka 6 Mk. Brennsteuer; demzufolge haben die Agrarier gelöst für 240 Millionen Liter Trinkbranntwein, netto à 100 Liter 64 Mk., zirka 153600000 Mk. Dagegen war der zehnjährige Durchschnittspreis an der Berliner Börse(1877 bis 1887) nur 36 Mk. für Rohspiritus gewesen. Hierin waren inbegriffen 16 Mk. Maisch= raumsteuer; daher war der Erlös für 240 Millionen Liter nur 48 Millionen Mark. Sie erzielen daher jetzt 105.6 Millionen mehr als vor der Kontingentierung, da die gewerblichen Brennereien lahmgelegt worden sind. Auch fur den Rest der Produktion(zirka 160 Millionen Liter), welcher hauptsächlich für Brennzwecke Verwendung findet, vird zirka 10 Mk. pro 100 Zentner mehr erzielt als vor 1887. Die dortige(Berliner) Produktenbörse wird jedenfalls obige Angaben bestätigen können und werden manchem die Augen öffnen, welchen ungeheuren Nutzen die Agrarier durch dieses, in keinem anderen Lande der Welt bestehende Branntweingesetz haben. Diese Beträge, die aus den Taschen der Aermsten der Armen herausgeholt worden sind, hätten, fast hingereicht, die sämtlichen Schulden des Reiches zu tilgen.“ Das Verhängnis stetig sich verschlechte in wahrhaft beängst und Fleischpreise gehreits eine Höhe erre hundert nicht. Den empfinden natürlich der Lohnarbeiter. werbetreibenden und außerordentlich hart treiben, sagen, daß besteht, der eine zur Wenige Wochen noch Fülle bringender Her und des Elends vor Daß wir die Teu mittelwucherpolitik, d zu verdanken haben, Reichsregierung und d mit den Klerikalen ur denken nicht daran, d zeitweilige Aufhebung Futtermittel, wie sie im Reichstage gefort wäre dies das einzig billigeres Fleisch zu v was uns im Lande a Ist schon der sch ein Verbrechen am 2 waltige Erschwerung Getreidezolle usw. auf Unmaß plumper Heu die unbedingte Aufrec des Volkes“, des„gan sei, während ihre unh Erscheinung treten. Da ist es wohl ang Bereits seit dem End hervorragendsten Nati vorragendsten daß Zölle und Abga ren Kronprinzen Georg für den Fall eines Spanien. Die Schreckenstage von Barcelona. Ein Telegramm aus Paris meldet: Raymond Recouly vom„Figaro“, der Barcelona besucht hat, sendet seinem Blatte folgende Schilderung der dortigen Zustände:„Ich begreife jetzt, daß der Minister des Innera mir vorgestern in Madrid sagte, seit der Pariser Kommune habe es nichts ähnliches gegeben. Sechs Tage lang hat man sich in dieser Stadt von 700000 Einwohnern wütend geschlagen, sich auf allen Plätzen, in allen Straßen füsiliert und kanoniert. Mehr als vierzig Klöster hatte man angezündet, die Straßen der Altstadt durch Barrikaden gesperrt, alle Verbindungen zu Lande und zur See unterbrochen. Es gab keine Elektrizität, kein Gas, fast keine Lebensmittel mehr. Die Bewohner waren in ihre Häuser eingemauert. Strengstens war es verboten, sich am Fenster oder auf den flachen Dächern blicken zu lassen. Die Soldaten, die Befehl hatten, auf alle Passanten zu schießen, haben hunderte hr 5—3; uns„g. schwere Ungerechtiglei# mühenden arbeitenden liche Wirkungen hab der in Deutschland au Staatsregiment entst waren. Das war die in England die Aufheb während dieser jahrzeh 1842, hatte der konser ökonom Joh. Heinr. v den Einfluß der Getre gegen jede künstliche E ausgesprochen und erk nicht im Interesse der Getreidezölle ungerecht nisse des kleinen Man Kopfzölle. Am 10. Ok ordneter im preußischer zoll einem Teil der Be auferiege, nämlich die? Nach dem vollständ England glaubte man belastung für alle Zuk: kehren werde. Die Ent woran zu erinnern ge ist, durch die Unguns herbeigeführt. Im IMeering:„Einige Wo hinwegschwemmen.“ S scheidende Verhängnis Feld, und die Karto Menschen mußten aus sie vor dem Hungertol war das nicht möglich. hältnisse konnte die Re Die prächtigen Kie Hängen des Lischenagle suinv, wie berichtet, das worden, dessen mächtige einer Höhe von 2600 Gegenwehr spotteten shaben. Zum Glück i Schauplatz großer Wal Feuer bald zu umgrenz uind die gewaltigen For über Millionen von Or nipnen von Or gangenen Jahre wurde Katastrovhe heimgesuch kanischen Grenzländer n Städte zerstörten und skosteten. In den„Lecti Schicksal erinnert, das schens Metz ereilte, bei d elsaß=lothringische Aust neue Heimat gefunden zeigt, ist sie sofort Zielscheibe für Polizei und Soldaten. Eine Menge harmloser Neugieriger wurde so verwundet. Ihre Zahl der Waylermassen vorgenommen werden solle.— Wenn das ultramontane Blatt darüber klagt, daß der Preisaufschlag für die einzelnen Produkte, die von den Steuern betroffen werden, weit hoher sei, als die Steuerbelastung, so ist das den Herren vom Zentrum sowohl in der Steuertommission als auch im Pienum des Reichstags in nachdrücklichster Weise gesagt, worden, wird man niemals kennen, denn jeder Verwundete läuft Gefahr, als Teilnehmer an dem Aufruhr behandelt und in die Kerker von Montjuich gesteckt zu werden. nit. Man tot Mönchen..... Der Klostersturm be ginn..„Man iul Mollchen und„Nonnen im allgemeinen keis Leid. Man begnügte sich damit, sie hinauszujagen. Ihre Woh zündete man freilich an Gegen die N wasße August war kei em, ieregionen lagen dür koulobrand kam und m Breite von 300 Kilomete Flucht die einzige Rett surchtbarer Schnelligkei Menschen den Weg ab. man einen Zug nach Mi möglichkeit zu geben. A bereits das Dorf ergriff ebenden sich in den Zi fahrt antrat. Aber auf verbrannte Baracken ur ie Fahrt. Weiterfahre überliefern. Nur eine Maschinist Forster gab in der Steuerkommission die Behauptung aufgestellt, durch die neue Biersteuer werde das Liter Bier um höchstens 2 Pfg. sonders unterstreichen der Kommission indestens cconsumenten minbestel.s gungen gautetr mun geeitlich um: Wehrg, vie Ronnen hat deheprauseu Forster, gab wevolterung auch Beschwerden wirtschaftlicher Art. Man rie##.„##, der Zug mit den ihnen zu:„Packt euch, ihr sollt nicht mehr unseren Frauen diedes: Fiommen. Plötzlich Näh= und Stickarbeit stehlen! Ihr zahlt keine Gewerbesteuet###let gegen das durch d und macht unseren Arbeiterinnen illoyale Konkurrenz. Durch eure Schuld finden sie keine Arbeit mehr!“ Auf allen Seiten sal man nun die Flammen der angezündeten Klöster. Merkwürdis ist der Widerstand, den das beruhmte Pensionat der Jesuiten leistete. Hinter hohen, dicken Mauern erwarteté man hier die Aufrührer und begrüßte sie mit Flintensalven. Die Jesuites Brucke. Es war zu Er klammen lag der Zug Paggons in Brand. De les Tenders. Man fa Am nächsten Morgen bunden überhäufte Leut Retzer Flüchtsinge nach pußten sie selbst nicht rung dät nun gezeigt, daß vollständig gerechtfertigt gen kann sich das Zentrum gut bekannt, wie derartige gend ein Zentrumskaplan rauensmänner zusammen, ht entfernt getrübte Rede sen Zentrumsschäflein sind überzeugen, daß das Zendas Wohl und Wehe des Vertrauenskundgebung ist ie Agrarier. gte sich vor einigen Tagen er Branntwein=Liebesgabe veröffentlicht das„Tageßdestillateurs aus Mitteleordnetenhauses, irrt sich, e den Agrariern nur eine eselbe ist in der Tat bezenexempet beweisen wird: ist jährlich 240 Millionen gent bewegt sich in dieser rung). Diese sind bezahlt B. voriges Jahr). Hieruer, zirka 6 Mk. Brenngelöst für 240 Millionen 100 Liter 64 Mk., zirka zehnjährige Durchschnittsis 1887) nur 36 Mk. für nbegriffen 16 Mk. 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Die Soldaten, u schießen, haben hunderte nattten von Monjuich sind Tod auf dem Sandhaufen us. Der Zivilgouverneur tierte. Der Generalstattde. Es blieben ihm außer kann, um die Ordnung in u erhalten. In sehr geäre Coup erst unter der Am Morgen des 26. Juli Die Rambla ist so belebt iehen einige Gruppen von Taschentuch eingebunden in und rufen:„Hoch der !“ Ein Generalstreik ist smal sympathisiert ein Streikenden. Man will protestieren. Im Handgehalten. Einige Laden rinnen bleiben bei ihren ck der Rambla bilden. t, daß alle drei EisenbahnMadrid und Valencia verLosungswort zugleich abie ein Schauer ourch die aus der Vorstadt San Alle Läden sind geschlossen. n den Straßen. Das ist, elong sagte, das sicherste eignisse bevorstehen. Un Demission. Der Generalund verhängt sofort den Tages hat der GeneralRevolution angenommen. Lage. Die Revolutionärt und sich mit Karabiners sucht das Wachlokal der irmen, aber die Gardisten die Schießscharten die Insich überall. Man schieft die Polizisten, und da die ängen, so werden die Einsolche Schüsse solidarisch Gestalt auf einem Dach lizei und Soldaten. Ein so verwundet. Ihre Zahl er Verwundete läuft Geihr behandelt und in die den. 1. Der Klostersturm be inen im allgemeinen keis inauszujagen. Ihre Wohegen die Nonnen hat die haftlicher Art. Man rief mehr unseren Frauen die zahlt keine Gewerbesteuet oyale Konkurrenz. Durch hr!“ Auf allen Seiten sol eten Klöster. Merkwürdis e Pensionat der Jesuiten n erwarteté man dier die ntensalven. Die Jesuiter O 0 geht seinen Weg. Unter dem Eindruck der stetig sich verschlechternden Ernteaussichten nimmt die Teuerung in wahrhaft beängstigender Weise zu; vornehmlich die Brotund Fleischpreise gehen beständig in die Höhe, und sie haben bereits eine Höhe erreicht, wie seit mehr als einem halben Jahrnicht. Den Druck der Teuerung auf die Lebenshaltung empfinden naturlich in erster Linie und am stärksten die Massen der Lohnarbeiter. Aber auch die Millionen der kleinen Gewerbetreibenden und der kleinen Beamten werden von ihm außerordentlich hart betroffen. Wir können, ohne zu übertreiben, sagen, daß bereits ein schwerer öffentlicher Notstand Wenige Roch zur Katastrophe drängende Entwicklung zeigt. E.,#r, Wechen noch, dann wird ein nicht der guten Gaben Fune bringender Herbst vorüber sein und ein Winter der Not und des Elends vor der Tür stehen. Was dann? Daß wir die Teuerung vornehmlich der agrarischen Lebensmittelwucherpolitik, den Getreidezöllen, Vieh- und Fleischzöllen zu. verdanken haben, brauchen wir nicht näher auszuführen. Die Keichsregierung und die herrschenden Parteien, Agrarier im Bunde mit den Klerikalen und dem größten Teil der Nationalliberalen, denken nicht daran, der Teuerung durch eine gesetzlich zulässige, zeitweilige Aufhebung der Getreidczölle und der Zölle auf im Reichstage sie vor wenigen Wochen die Sozialdemokraten wäre dies##e gefordert haven, entgegenzuwirken. Und doch billigeres aoas einzige Mittel, dem Volke billigeres Brot und wiose sris imisch zu verschaffen. Die Einfuhr kann ausgleichen, wus uns im Lande an Lebensmitteln Ist schon der schutzzöllnerische Lebensmittelwucher an sich ein„Verhrechen am Volke, so erfährt das Verbrechen eine geKuttige Erschwerung und Verscharsung dadurch, daß man die unmaß vium aufrecht erhält. Es verbindet sich damit ein Aumas#rumper Heuchelei; man möchte glauben machen, daß .a Böhseingt, A#ufrechterhaltung der Agrarzölle im„Interesse ei, währers ihr ganzen nationaten Wirtschaftslebens“ geboten „., chrend ihte unheilvollen Wirkungen immer schärfer in die Erscheinung treten. Vereits zeis pohl angebracht, an folgende Tatsachen zu erinnern. hervorragendsten Nati, des, 16. Jahrhunderts haben viele der bas Zälle“ s a## nalotonomen und Politiker nachgewiesen, K. und abgaben, auf notwendige Lebensmittel eine schweie ungerechtigkeit wider die im Kampfe ums Dasein sich mühenden arbeitenden Klassen sind und daß sie nur verderbliche Wirkungen haben können. Es hat eine Zeit gegeben, in Deutschland auch extreme Agrarier und die Herren vom Staatsregingent entschiedene Gegner der Lebensmittelzölle „ G##at war die Zeit, nachdem Cobden und seine Freunde m Englund die aufhebung der Kornzölle erkämpft hatten. Noch nährend dieser jahrzehntelange Kampf gefuhrt wurde, im Jahre hatte der konservative Großgrundbesitzer und Nationalv. Thünen in seinen Untersuchungen über den Einfluß der Getreidepreise auf den Ackerbau sich entschieden Sesgerbrgchen Steige u der Getreidepreise durch Zölle und erklärt, daß solch eine Steigerung durchaus Getreiß, Interesie der wirklichen Landwirtschaft liege und daß nisse des steineng... seie“ weil sie, gunentbehrliche BedürfMannes" treffend, weit nachteiliger seien als Kopfzölle. Am 10. Oktober 1849 führte ein konservativer Abgem preußischen Landtage aus, daß jede Art von Schutzzoll einem Teil der Bevölkerung zum Vorteil des andern Opfer auferlege, nämlich die Verpflichtung, die Waren teurer zu zahlen. Nach dem vollständigen Siege der Antikornzollbewegung in England glaubte man allenthalben, daß diese unheilvolle Volksbelastung für alle Zukunft überwunden sei und nimmer wiederkehren werde. Die Entscheidung des Kampfes in England wurde, voran zu erinnern gerade gegenwärtig von großer Wichtigkeit Ungunst der Witterung, durch eine Mißernte herbeigeführt. Im Jahre 1844 verkündete Cobden auf einem Meeting:„Einige Wochen Regenwetter würden die Kornzölle hinwegschwemmen. Schon im Jahre darauf trat dieses entscheidende Verhängnis ein. Das Getreide verfaulte auf dem geld, und die Kartoffelkrankheit trat auf. Millionen von Menschen mußten aus öffentlichen Mitteln ernährt werden, um vor dem Hungertode zu bewahren. Ohne zollfreie Zufuhr das nicht möglich. Unter dem gewaltigen Druck dieser Verhältnisse konnte die Regierung nicht länger an dem bisherigen System festhalten: sie war gezwungen, auf die Forderung des Volkes nach Abschaffung der Kornzölle einzugehen. Unter dem Einfluß der in England gemachten schlimmen Erfahrungen wurden auch in Deutschland die Kornzölle beseitigt und hier, wie anderwärts, kaum noch ernsthaft diskutiert; denn allgemein war man von ihrer unbedingten Verwerflichkeit überzeugt. Diese. Ueberzeugung teilte auch der extrem preußische Konservativismus. Offen bekannte er sich zur Freihandelslehre. Einer seiner Führer, der General Leopold v. Gerlach, hinterließ in seinen„Denkwürdigkeiten“ den Wunsch, seine Partei möge sich niemals für Schutzzölle gewinnen lassen. Ende der sechziger Jahre wiesen im Zusammenhang mit Erörterungen über die von Lassalle hervorgerufene Arbeiterbewegung konservative Politiker— Hermann Wagener, von Brauchitsch, von Blankenburg, Dr. Rud. Meyer u. a.— sehr energisch darauf hin, daß der Landwirtschaft durch Schutzzölle nicht geholfen werden konne; es müsse vielmehr die Lebenshaltung der Arbeiterklasse gehoben, den Arbeitern ein höheres Arveitseinkommen gesichert werden; auf diese Weise werde auch der Landwirtschaft erheblich geholfen. Ihr komme die Steigerung der Konsumfähigkeit in hohem Maße zugute. Das war eine vernünftige Argumentation. Auch die„Kreuzzeitung" trat damals ebenso lebhaft für den Freihandel ein, wie sie später und bis jetzt ihn bekämpfte. Hochkonservative Männer, wie Graf Lehndorf, v. Levetzow, Freiherr v. Hüllessem u. a., vereinigten sich im Mai 1870 mit den Führern der liberalen Parteien zu einem„Bund der deutschen Freihändler"; ihre Namen finden sich unter einem Aufruf dieses Bundes, in dem erklärt wird, daß Schutzzölle aller Art„eine offenbare Ungerechtigkeit an sich tragen und deshalb der noch auf uns lastende Rest der Schutzzölle beseitigt werden muß"; es sei nötig, die Schutzzölle ebenso wie sonstige Hemmnisse des Wirtschaftslebens(Zünftlerei, Beschränkung der Freizügigkeit usw.) als traurige Irrtümer zu bekämpfen. In demselben Sinne sprach sich im Februar 1875 ein Kongreß der deutschen Landwirte und bald darauf auch der deutsche Landwirtschaftsrat aus. Bismarck aber erhob am 22. November 1875 im Reichstage aus prinzipiellen Gründen die Forderung, die noch bestehenden Schutzzölle über Bord zu werfen, und er ermahnte sämtliche Freihändler, sich zusammenzuschließen, um ihn„bei der Durchführung dieser heilsamen Reform zu unterstützen“. Als dann im Jahre 1879 Bismarck zur Ueberraschung der ganzen Welt, unterstützt von extremen Junkern, seine Umwandlung vom Freihändler zum rücksichtslosen Schutzzöllner vollzog, sträubten sich die berufenen Vertretungskörperschaften der Landwirtschaft, so auch der deutsche Landwirtschaftsrat, immer noch, einer agrarischen Schutzzollpolitik zuzustimmen. Diese Körperschaft erklarte:„Daß die Einführung von Schutzzöllen sowohl für die Landwirtschaft wie für die Industrie kein geeignetes Mittel sei, ihrer Notlage zu steuern, weil die wirkliche Ursache dadurch nicht gehoben werde, vielmehr sei daraus nur eine Schädigung aller Konsumenten und eine Verschiebung der natürlichen Produktionsverhältnisse zu befürchten. Wenige Wochen später, am 7. März 1879, sprach sich der Ostpreußische Provinziallandtag und einige Tage darauf der Westpreußische Provinziallandtag gegen die Einführung von Getreidezöllen aus. Zahlreiche landwirtschaftliche Vereine folgten diesem Beispiel. In Preußen wurden in nicht wenigen soicher Vereine Protestresolutionen durch die den Vorsitz führenden Landräte verhindert. Reichstage hatte wenige Monate vorher der Führer der konservativen Partei, v. Wedell=Malchow, die Agrarschutzzöllnerei einer vernichtenden Kritik unterzogen und erklart, die deutschen Landwirte hinter sich zu haben dafür, auch die paar noch bestehenden landwirtschaftlichen Zölle(für Butter, Kühe und Schweine) aufzugeben. Die Fuhrer des Zentrums, Freiherr er„westfälische Bauernkönig, und der Abgehatto; arsterer im hraußischen Ah v. Schorlemer, der„westfälische Bauernkönig“, und der Abgeordnete Windthorst, hatten, ersterer im preußischen Abgeordnetenhause und letzterer im Reichstage(13. Dezember 1878) erklart, daß ihre Partei für Getreidezölle, die der Bevölkerung das Brot verteuern, nicht zu haben sei. Und ein anderer Zentrumsmann, Reichensperger, hatte sogar die Religion der agrarischen Schutzzollvolitik entgegengestellt, mit der Bemerkung, schutzzöllnerische Erhöhung der Getreidepreise sei ein Hohn auf die Bitte im Vaterunser:„Gib uns unser täglich Brot.“ Aber Bismarck hatte nun einmal den Uebergang zur agrarischen Lebensmittelwucherpolitik beschlossen, die das Junkertum zufriedenstellen und zugleich dem Reiche eine Einnahmequelle für die Bedürfnisse des Militarismus schaffen sollte. Bei dieser insamen Politik ist es, von einer Schwankung unter der Reichskanzlerschaft Caprivis abgesehen, geblieben. Es gibt seit dem Anfang der achtziger Jahre keinen antischutzzöllnerischen Konservativen und Klerikalen mehr, gründlicher Wandel hat sich vollzogen; mit der Zolltarifreform, die 1906 in Kraft getreten mittelwuchers erreich. des ggrar=zollpolitischen Lebens. werden Regierung und schutzzöllnerische Parteien nicht einlenken. Der von stetig wachsender Empörung über die Ungerechtigkeit getragene„Wille des Volkes muß sie zwingen. Wird auch zunachst nur die zeitweilige Aufhebung der Getreidezölle zu erreichen sein, so muß der Kampf des Volkes sich nicht nur darauf richten, sondern auf die völlige Beseitigung des Usystems überhaupt. Die Sozialdemokratie wird im Reichstage sofort bei seinem Wiederzusammentritt den Kampf muß das ganze arbeitende Volk Deutschlands ohne Unterschied der Parteistellung mit der äußernen Entschlossenheit hinter ihr stehen. Darauf muß unsere Partei schon jetzt mit aller Kraft und Energie hinwirken. Die Volksauswucherungspolitik muß ihr Ende finden. Parteinachrichten. Aus den Organisationen. Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins für den 12. sächsischen Reichstagswahlkreis(Leipzig=Stadt) fand am 27. Juli statt. Der Verein hat sich trotz der Krise weiter entwickelt. Die Mitgliederzahl ist von 3375 im Vorjahre auf 3461 in diesem Jahre gestiegen. Die Bssliothek hatte nicht die Unterstützung und Beachtung gefunden, die sie verdiente. Entliehen wurden von 694 Lesern insgesamt 5591 Bände. Kosten hat die Bibliothek dem Vexein im hergangenen,„ Jahre 2744 Mk. verursacht. Außerdem Tur noch del Mr. vom Bildungsinstitut dafür verwendet worden. Der besonders für Kinder eingerichtete Bibliothekstag am Mittwoch und die Benutzung der Jugendliteratur entspricht noch nicht den Erwartungen des Vorstandes. Die Entwicklung des Bibliothekswesens des 12. und 13. Reichstagswahlkreises steht im Vergleich zu anderen Bibliotheken trotzdem einzig da. Die Zahl der ausgegebenen Bücher hat im ersten Quartal 1907: 17 411, 1908: 40 333 und 1909: 49·859 betragen. Die Unterrichtskurse wurden von einem Teil der Teilnehmer nicht so regelmäßig besucht, wie es sein sollte. Der Zweck dieser mit großen Geldkosten verknüpften Einrichtung wurde somit nicht voll erreicht. Eine strengere Prüfung der zur Teilnahme an den Unterrichtskursen vorzuschlagenden Genossen soll vorgenommen werden. Zur Verschonerung der Feste ist vom Bildungsinstitut ein Spielleiterkursus eingeführt worden. Trotz der wirtschaftlichen Krise ist auch der Abonnentenstand der Parteipresse der gleiche geblieben wie im Vorjahre. Zum Baufonds des Volkshaussaalbaues ist vom Vorstand eine Summe von 1000 Mk. bewilligt worden. Bei der Stadtverordnetenwahl im November ist unsere Stimmenzahl wohl gestiegen, doch sind 4 Mandate in 2 Kreisen verloren wormen hatrn Berichtsjahr 18164,75 Mark, Ausgaben n das Stuf bemerkte Genosse Marquard: Er wunsche, daß ein Raum geschaffen werde ohne Tripkzwang, wo man mehr Geselligkeit finde, mehr mit Leidensgenossen zusammenkommen, sich aussprechen und kennen lernen könne. Das Lesezimmer genüge nicht. Es müsse ein wirkliches Arbeiterheim geschaffen werden. Das Renommee des Vereins würde dadurch bedeutend gefördert werden. Genosse Thalheim wünschte Auskunft über die eingegangenen Maifondsgelder. Genosse Lipinski bemerkte, die Maiseierfrage sei noch nicht abgeschlossen, über die Gelder des Maifonds werde in der nächsten Parteiversammlung Bericht erstattet. Eine Kreiskonferenz des Reichstagswahlkreises RemscheidLennep=Mettmann fand letzten Sonntag in Ronsdorf statt. Anwesend waren 60 Delegierte, außerdem der Reichstagskandidat Genosse Dittmann. Aus dem Geschäftsbericht des Kreiskomitees ist erwähnenswert, daß im Gegensatz zu dem Abschluß des vorletzten Jahres trotz der Krise ein erfreulicher Ausschwung in den Organisationsverhältnissen zu verzeichnen ist. Während am 1. Juli 1908 ein Mitgliederbestand von 2708 zu verzeichnen war, betrug die Zahl der organisierten Genossen am Schlusse dieses Jahres 3305. Daoon entfallen auf die weiblichen Mitglieder wohl gestiegen, doch sind 4 Mandate in 2 Kreisen den. Die Einnahmen verrugen im BerichtsjahrK „Mitgliederbeiträge 12927,70 Mk., die Ausgab13286,74 Ml., darunter an den Parteivorstand 2000 Mt., an Agitationskomitee 1900 Mk., für Zeitungen,„Gleichheit",„Nei Zeit“ 1486,94 Mk., Bibliothek 787.65 Mark. In der Die#ussio Die prächtigen Kiefern= und Tannenforste an den steilen Hängen des Lischenagletschers oberhalb Tarasp im Unterengadin ssird, wie berichtet, das Opfer eines gewaltigen Waldbrandes geworden, dessen mächtige Flammen in verzehrender Glut bis zu einer Höhe von 2600 Meter emporwallten, aller menschlichen Gegenwehr spotteten und einen großen Schaden angerichtet haben. Zum Glück ist Europa verhältnismäßig selten der Schauplatz großer Waldbrände; in der Regel gelingt es, das Feuer bald zu umgrenzen. Die Heimat der großen Waldbrände die gewaltigen Forste, die sich in Amerika und in Kanada ber Millionen von Quadratmeilen hin erstrecken; erst im vergangenen Jahre wurden diese Gebiete von einer furchtbaren ##atastrovhe heimgesucht, die wochenlang die kanadisch=ameriSnischen Grenzländer mit Grauen und Entsetzen erfüllten, ganze kostaten zexstörten und Tausenden von Einwohnern das Leben Schickiel den„Lectures pour Tois“ wird an das schreckliche sal erinnert, das hierbei die Bewohner des kleinen Städtschens Metz ereilte, bei dem die Mehrzahl der Bevölkerung, meist w Othringische Auswanderer, die in der neuen Welt eine nur Heimat gefunden hatten, einen grausigen Tod fand. Seit August war kein Tropfen Regen gefallen, die gewaltigen aisregionen lagen dürr und ausgetrocknet, als im Oktober der # rand kam und mit rasender Geschwindigkeit bis zu einer s###chs von 300 Kilometer anwuchs. Alle Abwehr war vergebens, un die einzige Rettung. Aber die Flammen stärmten mit wer: vare5 Schnelligkeit gorwärts und schnitten Tausenden von meuschen ven Weg av. Von dem Siedlerdorfe Posen aus jagte Röglichseit Zus nach Metz, um den Bewohnern eine letzte Fluchtgeben. Als der Zug eintraf, hatten die Flammen das Dorf ergriffen. In wilder Hast stürzten die Ueberbenden sich in den Zug, der sofort mit Volldampf die Rückhhrt antrat. Aber auf dem Weg nach Millesburg versperrten srhrannte Baracken und ein in Flammen stehender Bahnhof Weiterfahren hieß 200 Menschen dem sicheren Tode Raschimist a Nur eine schwache Hoffnung blieb zurück. Der rauste— Ferster gab Konterdampf und eine Minute später ##### der gug mit den Flüchtlingen die Strecke zurück, auf der gekommen. Plötzlich eine surchtbare Erschütterung: der Zug kleß gegen das durch das Feuer niedergeworfene Gebälk einer rucke. Es war zu Ende. Inmitten eines Meeres glühender sammen lag der Zug fest. In wenigen Minuten standen die Paggons in Brand. Der Heizer flüchtete in das Wasserreservoir es Tenders. Man fand spater eine völlig verbrühte Leiche. nächsten„Morgen brachten zwei mit furchtbaren Brandanven überhaufte Leute die gräßliche Kunde von dem Ende der dr Be sihg nant“ Sasen ehele ie icb Ge, asfelen. putzten ge nach Posen. Wie sie sich gerettet hatten, —. zu sag der ihre grauenvou entsteuten Körper zeugten von dem Verzweiflungskampf, den die beiden einzigen Ueberlebenden gegen die Flammen geführt hatten. Aus den kleinsten Anlässen heraus entstehen diese erschütternden Katastrophen, ein Funke, der der Tabakpfeife eines Jägers vergessenes glimmendes Holzstückchen, das in dem eilig gelöschten Lagerfeuer eines Trappers zurückbleibt, vor allem aber die Funken, die aus dem Schornstein der Lokomotive emporwirbeln und vom Winde weitergetragen werden, lassen die Waldbrände entstehen, die Millionen an Holz verschlingen, Dörfer und Städte einäschern und dann Zehntausende zwingen, ihr mühsam erworbenes Heim in hastiger Flucht zu verlassen. Am Morgen, bei friedlich blauem Himmel, sind die Holzfäller des Dorfes ausgezogen. Daheim die Frauen walten im Hause, naschen und nähen, indes die Kinder die Ziegen und Kühe auf die Weide treiben. Da plötzlich legt ein alter, erfahrener Holzfauer die Axt beiseite und zieht prüfend die Luft in die Nase: er hat Verdacht geschöpft. Ueber das Dorf hin gleiten dichte Vogelschwärme in eiliger Flucht. Es ist kein Zweifel, das Feuer kommt. Aus dem Walde kommen die Trupps von Holzfällern; im Vorbeieilen erzählen sie, daß ihnen der Weg versperrt wurde durch das flüchtende Wild, durch Hirsche und Antilopen, durch Wölfe und Füchse, die im wirren Durcheinander in derselben Richtung davon stürmen. Durch die Straßen des Dorfes jagen rudelweise aufgestörte Hasen und verängstigte Präriehunde. In panischem Schrecken rasen die Tiere davon, keines stößt einen Laut aus. Dann kommi der Nachdruck, die Bären, die in Trupps von 20 und 30 eilig dahintrotten und nicht auf das Bellen der Hunde achten. Und wenn dann endlich die Schlangen durch die #eschnellt sind, ist das Feuer nicht mehr weit. Schwer und schur, negt jetzt der Brandgeruch in der Luft. Ueber dem Walde steht man jetzt schwere, schwarze Rauchwolken, die in der Tiefe rot gefärbt sind. Und wenige Minuten später ist die lohende Flamme da, mit donnerndem Prasseln bricht sie herein, verzehrt das Unterholz und sprengt krachend die mächtigen Stamme alter Urwaldriesen. Es ist ein Anblick von schauerlicher Großartigkeit, wenn dann die gewaltige Flammenflut sich aufbäumt und wogend daherzieht, alles auf ihrem Wege niedermähend. Aber nicht alle Waldbrände sind sogenannte„Vollbrände", die alles verzehren, von den Büschen der Erde bis hinauf zum letzten Wipfelblatt. Bisweilen beschränkt sich das Feuer nur auf die Baumwipfel und springt so von Wipfel zu Wipfel über. Der Wind treibt dann die Funken und Flammen immer weiter: meist sind es Tannenforste, die dadurch heimgesucht werden. Hunderte von Meilen weit kann so ein Wipfelbrand dahinstürmen, überall werden die Baumkronen von der hastig dahineilenden Flamme zerstört; aber damit ist das Todesurteil des ganzen Waldes gesprochen, denn alle Tannen gehen zugrunde, deren Wipfel vom Feuer zerstört werden. Aber noch viel gefährlicher ist das sogenannte Grundfeuer, das selbst über die nackte Erde hin sich seinen Weg bahnt. Man erklärt dies seltsame Phänomen damit, daß in den Gegenden, wo früher Wälder waren, und später vielleicht Minen betrieben wurden, an der Dvelflache sich eine Kruste bildet, die aus Blättern, Holzabfällen und dergleichen bestand und schon im Uebergangsprozesse zu neuem Humus ist. Bei Trockenheit und der Wirkung der Sonnenstrahlen wird diese künftige Erde zu einer sehr leicht brennbaren Masse, in der Art wie trockener Torf. Dann kann man es erleben, wie eine fahle Ebene plötzlich zu einem gewaltigen Flammenherd wird, der in rasender Geschwindigkeit sich ausoehnt und alles vernichtet, was ihm in den Weg tritt. Kleines Feuilleton. Die Vogelwiese. Die Dresdener Vogelwiese, die jetzt vor. einem so schweren Brandunglück heimgesucht worden ist, nimmt in der Geschichte unserer Volksbelustigungen eine besondere Stellung ein: sie ist sozusagen die Mutter aller Vogelwiesen, von der zwar nicht die Sache selbst, wohl aber der Name ausgegangen ist.„Die Sitte des Schießens nach dem Vogel ist im deutschen Vollsbrauch uralt; man hat sie sogar mit der Gestalt des GötWotan und seinen beiden mythischen Botenvögeln in Verbindung gebracht und als ein altheidnisches Opferfest in ihrem Ursprung erklärt. Dies Vogelschießen nahm zunächst eine besondere Stelle in den alten Pfingstbrauchen ein. Mit der und Entwicklung eines Bürgergeistes im Mittelalter, Rochisch wpehrhafter Schützengilden wurde dann das „gei##en von den Pfingstbräuchen losgelöst und zu einem elbstandigen sommerlichen Fest erhoben. Auch yier war das prächtig ezfgerichtete, Ziel zunächst noch ein Vogel auf der Voli die Freischießen herbeizogen, je mehr ich diese Feste zu den großartigsten Vergnügungen des Mittelalters entfalteten, desto mehr Vögel mußten aufgestellt werden, drei oder sogar fünf; schließlich genügten sie den Schützen gar mior und die große Schießscheibe trat an ihre Stelle, Während sich so das eigentliche Preisschießen in anderen, engeren und feierlicheren Formen vollzog, blieb das Vogelschießen doch auch, den großen Schützenfesten als eine harmlos gemütliche, Vollslümliche Belustigung erhalten, und um den fröhlichen Vogelauf hoher Stange wuchs die so vielgestaltige Budenstadt des Festes hervor, die ein notwendiger Bestandteil jedes Freischießens war. Von Anfang an war mit dem Vogelschießen ein „Glückstopf“ verbunden gewesen. Fahrende Gaukler, Akrobaten, Quacksalber sammelten sich hier aus allen Teilen Deutschlands und Schaustellungen jeder Art fanden hier ihren Platz. Besondere Aufmerksamkeit wurde im Mittelalter von den Festgebern auf die Kegelbahnen verwandt, die damals noch eine Seltenheit waren; später boten das Puppentheater, das Wachsigurenkabinett oder eine Menagerie die größten Sehenswürdigkeiten. Allmählich überwog vielfach die Lustbarkeit den eigentlichen Zweck, das Wettschießzen. So erlangte denn bei manchen der jährlichen Schützenfeste gerade die auf einer bestimmten 3N. Dazu kommt, daß die Beiträge in bedeutend höherem Maße eingegangen sind, die Zahl der regelmäßig zahlenden Mitglieder also zugenommen hat. In der Agitation wurde im letzten Jahre lebhafte Tätigkeit entfaltet. eine „„lebhafte Tätigkeit en###. Es fanden 233 Vereins= und 54 offentliche Versammlungen statt. Flugblatter und Flugschriften wurden insgesamt 152000 verbreitet, außerdem kam der Volkskalender in 21000 Exemplaren zur Verteilung. Im Kreise sind gegenwärtig 28 Gemeindevertreter vorhanden. Zur Weiterbildung der Genossen fand ein Unterrichtskursus statt, für den Genosse Duncker als Lehrer gewonnen war; es nahmen 61 Genossen und Genossinnen teil: Die Jugen#bewegung macht im Kreise ebenfalls gute Fortschritte. Der Kassenbericht ergab eine Einnahme von 10941,20 Mt., der eine Ausgabe von 9222,83 Mk. gegenübersteht. Die Konferenz erklärte sich mit der Tätigkeit des Kreiskomitees einverstanden. Es wurde ein Antrag angenommen, wonach der Sitz des Kreiskomitees nach Remscheid verlegt werden son.,„#(, 1g. u.. 111 hahischer Geich Die Mannheimer Wahlkreiskonferenz(II. Sübischer Freichstagswahlkreis nahm Stellung zur Tagesordnung des Leipziger Parteitages. Der Referent empfahl, zur Frage der Maifeier eine abwartende Haltung einzunehmen und dem Organisationsstatut im allgemeinen zuzustimmen. Es wurde beschlossen, für den Wahlkreis zwei Delegierte zu entsenden. Die Konferenz beschäftigte sich auf Anregung der Ladenburger=Genossen mit dem Problem, durch einen besonderen Wahlmodus einen Delegierten aus der Stadt Mannheim und einen aus der Parteigenossenschaft der Landorte zu entsenden. Der Vorschlag, eine gesonderte Wahl nach den beiden abzugrenzenden Gebieten vorzunehmen, fand keine Zustimmung; dagegen fand folgender Antrag die Billigung der Konferenz:„Als gewählt gelten von den vorgeschlagenen Kandidaten nach der Wahl ein Delegierter der Stadt und einer vom Lande, und zwar jeweils derjenige, der die höchste Stimmenzahl in der für ihn maßgebenden Delegiertengruppe erreicht hat.“ * Gewerkschaftsbewegung. Achtung, Steinarbeiter! In Hamburg sind die Berufskollegen von den Unternehmern ausgesperrt. Da die Differenzen noch nicht erledigt sind, versuchen die Unternehmer aus Rheinland und Westfalen Streikbrecher nach Hamburg anzuwerben. Kein Kollege werde deshalb zum Streikbrecher. Sollten an einem Orte oder Steinbruchsdistrikt Streikbrecher=Agenten ankommen, so ist mir sofort Mitteilung zu machen. Ad. Hermann, Gauleiter der Steinarbeiter, Köln, Triererstr. 6 II. Scharfmacher im Baugewerbe. Folgendes Geheimzirkular hat der„Verband der Arbeitgeber des Baugewerbes für München und Umgebung“ an seine Mitglieder gerichtet: Sehr dringlich und wichtig! München, den 24. Juli 1909. An sämtliche dem Verbande angehörenden, Bauarbeiter beschäftigenden Firmen! Fortgesetzt gehen uns brieflich, telegraphisch und persönlich Beschwerden zu, daß in München auswärts streikende oder ausgesperrte Arbeiter Beschäftigung finden. Besonders hartnäckig, tobt der Kampf beinahe schon zwei Monate im Gebiete der Vierstadtebundes(Hamburg=Altona=Wandsbeck=Harburg), ferner in Pforzheim, Baden, Saabruaen(Elsaß=Lotyringen 12!]](Geographie schwach! Anmerkung der Red.) und WurzDer Ausgang dieser Lohnbewegung hat unzweifelhaft seine Rückwirkung auf unsere nachstjährige Lohnbewegung; deshalb 2 ernsthafte Rflicht unserer Mitglieder Bauarbeiter die ist es ernschafte Pflicht unserer Mitglieber, Bauarreint, die aus diesen Orten zugereist, nicht zu beschaftigen. Eine Nichtbeachtung unserer Warnung wurde sich bitter rächen und unzweifelhaft unsere Mitglieder selbst und auch unseren Verband schädigen. Die bestreikten Städte kämpfen auch für uns. So lange die Bauarbeiterorganisationen es als ihr gutes Recht und ihre Pflicht halten, ihre Leute von den bestreikten Ortschaften abzuschieben und in Versammlungen und öffentlichen Blättern vor Zuzug dorthin zu warnen, um den Kampf möglichst zu ihren Gunsten zu entscheiden, müssen wir alles daran setzen, die Unterbringung der Leute zu verhindern. Deshalb heißt es, bei Einstellung Obacht geben auf die geklebten Invalidenmarken! Unsere Arbeitsnachweisbeamten setzen fortgesetzt ihre Kontrolle fort.„„ Halten Sie Soudaritat und stehen Sie in dieser Beziehung nicht hinter Ihren Arbeitern zurück. Hochachtungsvoll Der 1. Vorsitzende. gez. i. A.: Georg Bergmüller. Dieses Geheimschreiben beweist zweifellos, daß die Schorfmacher im Mönchener Baugewerbe es auf einen Kampf im nächsten Jahre abgesehen haven. Außerdem zeigt das Schriftstück aufs neue, daß entgegen allen scheinheiligen Beteuerungen der Unternehmer das Arbeitsnachweisbureau des Arbeitgeberverbandes zu einem ausgesprochenen Maßregelungsbureau denen bel. Wiese oder freiem Platz errichtete Budenstadt besonderen Ruhm, und ganz besonders gut amüsierte man sich stets auf dem Dresdener Vogelschießen. In der frühesten Zeit war das Schießen auf der Ratswiese am Jüdenteich abgehalten worden; Kurfürst August verlegte es 1577 auf die Wiese vor dem Ziegeltor, wo nun der Vogel aufgestellt wurde und Buden und Zelte errichtet waren. Davon erhielt nun der Platz den Namen Vogelwiese, der sich allmählich auf alle Festplätze der Schützenfeste und dann Vergnügungsparks auf Bergnugung#rts jeder Art überhaupt ausdehnte. die in den letzten Jahren über die Verhältnisse auf der Sonnenoberfläche gemacht wurden. Diese Kommission besteht nun seit sechs Jahren lediglich zu dem Zwecke, um sich dem Studium der Beziehungen zwischen der Sonnenfleckentätigkeit und den irdischen Wetterverhältnissen zu widmen. Sie tritt in Zeitraumen von drei Jahren zusammen, um dann all das neue Material zu prüfen, das auf diesem Wissensgebiet in dieser Zeit bekannt wurde. Auch diesmal standen wieder viele Studienergebnisse zur Verhandlung, weil gerade in den letzten Jahren die Fleckenbildung auf unserem Tagesgestirn sehr rege war. Schon 1907 sollte sie den höchsten Stand erreicht haben und von da an rasch abnehmen. Sie war auch im Jahre 1908 geringer, worauf im Juli mit der Verschlechterung des Wetters eine neuerliche Zunayme der Sonnenflecken zusammenfiel. Seither folgte nur eine kurze Pause geringerer Tatigkeit auf der Sonne. Mit dem Beginn des Jahres 1909 entwickelten sich aber auf unserer Tagesleuchte so viele neue Gebilde, die wir als Sonnenflecken bezeichnen, als sonst in einem Jahre der höchsten Sonnenfleckentätigkeit. Diese überraschenden Vorgänge sind völlig rätselhaft und schon darum ungewöhnlich, weil nun die Periode gesteigerter Sonnenfleckentätigkeit schon neun Jahre anhält, statt der sechs Jahre, die gewöhnlich die äußerste Grenze bilden. Dadurch ist wohl auch der ungewöhnliche Wetterverlauf und besonders die Häufigkeit niedriger Sommertemperaturen erklärt, n. in den letzten Jahren vorwiegend waren. Es ist aber ganz unbekannt, welche Ursachen eine so lange Periode gesteigerter Sonnenfleckentätigkeit begünstigten. Vielleicht bringen die Verhandlungen der Sonnenkommission neue Aufklärungen darüber, denn eine große Anzahl von Meteorologen unternimmt es seit Jahren, den Zusammenhang zwischen den Vorgängen auf der Sonne und denen im Luftraum der Erde zu untersuchen. Vorwiegend in England wird dieses Studium betrieben, das in Lockyer, Maunder, Max Dowall und anderen die erfolgreichsten Gelehrten hat. Es scheint, daß Lockyer recht behielt, der schon vor vier Jahren die jüngste Sonnenfleckenpexiode als die bedeutendste seit 36 Jahren bezeichnete und ihr Ende erst für das Jahr 1913 erwartete. Dies durfte auch zutreffen, weshalb man erwarten muß, daß die Zeit regenarmer Sommer und heißer Monate noch nicht angebrochen ist, wenn auch kurze Zeiträume mit solchen Witterungscharakteren vorkommen. Vierzig Arbeiter des Kalkwerks gefallen lassen wollten. Die Firma führte die pneumatische Bohrung in ihren Kalkbrüchen ein, und wollte darauf die Akkordsätze, wie oben angegeben, kürzen; da dies für die Arbeiterschaft eine Verdienstschmälerung von 3.50 auf 2,70 Mk. pro Tag bedeutet hätte, so protestierten die Arbeiter dagegen und wurden infolgedessen entlassen.— In Wiesen am Tegernsee reichten die organisierten Maschinisten und Favrikarbeiter, die an den dortigen Petroleumbohrturmen beschäftigt sind, Lohnforderungen ein; die Bohrgesellschaft lehnte eine Unterhandlung mit den Verbandsvertretern ab; es ist nicht ausgeschlossen, daß es zum Kampfe kommt. Zuzug nach beiden Orten ist fernzuhalten! Tarifvertrag. Mit dem„Wolfenbütteler Brauhause“ ist ein Tarifvertrag auf ein Jahr abgeschlossen worden, der die Arbeitszeit im Winter auf 9 Stunden und im Sommer auf 10 Stunden festlegt, also durchschnittlich um eine halbe Stunde pro Tag verkürzt. Die Arbeitszeit der Bierfahrer dauert bis 6 Uhr. Nach 6 Uhr werden Ueberstunden bezahlt. In den Wintermonaten fällt das Bierfahren des Sonntags ganzlich weg. In den Sommermonaten darf nur bis 9 Uhr vormittags gefahren werden. Nach 9 Uhr wird als Ueberstunde bezahlt. Die fünf Bierfahrer haben jeden fünften Sonntag gänzlich pro Woche 50 Pfg vis 1 Mark. Die Ueberstundensätze, sowie die des Sonntags werden pro Stunde um je 5 Pfg. erhöht. Kleine Versäumnisse, militärische Uebungen, Krankheitsfalle werden zugunsten der Arbeiter geregelt; ebenso Urlaub je nach der Beschäftigungsdauer von 3 bis 4 Tagen. Der 1. Mai ist von Mittag an freigegeben. Tarifkampf in Sicht. Der Verband der Brauereien von Braunschweig und Umgegend macht den Arbeitern absolut keine annehmbaren Korzezrganggsegeng,„ ierteljahr lang verschleppt er bereits die Tarisungtirgenheit„Jetzt, nach einem Vierteljahr also, kommt er damit heraus, daß das Statut seines Verbandes es verbietet, eine Verhandlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter Hinzuziehung der beiderseitigen Organisationsvertreter, wie es unsererseits beantragt wurde— also der einzigen Möglichkeit, die Wege zu einer friedlichen Ver** z u e h n e r s t a t t f i n d e n## l a s s e n D e r A r h e i t e r s c h a f t ständigung zu conen— stattsinden zu tagfen. Der Arbenerschaft gegenuber von Entgegenkommen keine Spur. Dabei aber verteilen die Brauereien bereits das gegerbte Fell, indem sie den Bierpreis um 3,50 Mk. pro Hektoliter erhöhen wollen und so ein seines Geschäft zu machen gedenken, während die Brauereiarbeiter leer ausgehen sollen.— Die Rechnung ist jedenfalls ohne den Wirt gemacht, denn auf alle Fälle wird die Arbeiterschaft Braunschweigs zu dem bisherigen Verhalten gegenüber der Brauereiarbeiterschaft auch noch ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Ueber fünfzig Strafmandate wegen—„Anrempelung". Die Saarbrücker Polizei tut im Kampfe gegen die ausständigen Bauarbeiter als treue Verbündete des Unternehmertums ihre volle Pflicht und Schuldigkeit. Jeder Streikposten, der es wagt, einen Arbeitswilligen anzureden, wird mit einem Strafmandat wegen„Anrempelung“ oder Belästigung“ in Höhe von 3—30 Mark bedacht. Bis jetzt sind schon 50 Strafmandate allein gegen Mitglieder des Maurerverbandes verhängt worden. Die Unternehmer und ihre Agenten, die ständig den Bahnhof umlagern, dürfen jeden, den sie für einen Maurer halten, ungeniert anhalten. Wenn es dem Agenten gelingt, einen Arbeiter zu angeln, so ist die Polizei ihm sofort behilflich, ihn nach der Baustelle zu schleppen. Die meisten auf solche Art gewonnenen Arbeiter verlassen aber bald wieder die Arbeitsstatte. Das Fahrgeld nach dem Ort, von dem sie hergekommen sind, oder wo ihnen sonst Arbeit geboten wird, erhalten sie von der Organisation. Die am Bahnhof stehenden Schutzmänner drängen sich an die Abreisenden heran und versuchen sie zu überreden, doch zu bleiben. Das Vorgehen der Polizei wird noch durch Maßnahmen der Staatsanwaltschaft unterstützt. Streik und Aussperrung der städtischen Arbeiter in Kiel dauern unverändert fort. Die„Einigungsvorschläge" des Magistrats, wonach die alten Arbeiter nicht alle wieder eingestellt und denen, die eingestellt werden, ihre seitherige Dienstzeit erst nach achtmonatiger guter Führung angerechnet werden soll, kommt einer Verhöhnung und Bestrafung der vom Magistrat ausgesperrten alten Arbeiter gleich; es soll außerdem noch eine Verschlechterung der Lohnverhältnisse eingeführt werden. Eine von Streikenden und Ausgesperrien gut besuchte Versammlung hat es abgelehnt, hierauf einzugehen und die Arbeit wieder aufzunehmen. Als Zeichen für ihre Friedensliebe haben sie aber dem Magistrat nochmals Einigungsvorschläge unterbreitet, die darin gipfeln, daß die Achtstundenschicht vom 1. April 1910 ab für Ofenarbeiter, Brückenleute und Kesselheizer eingeführt wird. Weitere Beratungen oder sonstige Verkürzung der Arbeitszeit sollen nach dem Zusammentritt eines neuzuwählenden Arbeiterausschusses gepflogen werden. Bei Prüfung und Regelung der Lohnverhältnisse gelegentlich der bevorstehenden Etatsberatung soll ein Mindestlohn von 4 Mk. festgesetzt werden. Ferner soll auf Einführung der wöchentlichen Lohnzahlung und Wiedereinstellung der alten Arbeiter mit ihren alterworbenen Rechten und sonstigen Vergütungen nach dem Dienstalter in die zuletzt innegehabten Stellungen bestanden werden. Man hat diese Forderungen sofort dem Magistrat unterbreitet, doch wird erst in nächster Woche darüber verhandelt werden, da der Magistrat erst in nächster Woche zusammentritt. Der Kampf dauermalso fort. Moralische Unterstutzung ist in jeder Weise geboten; die Nachrichten burgerlicher Blatter über die bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit kennzeichnen sich hiernach als LugenSchwarze Listen des Gesamtverbandes deutscher Metallindn. strieller. In der Zeit vom 19. Juli bis 2. August wurden wieder 12 Verrufserklärungen, die die Nummern 131 bis 142 tragen, an die Mitglieder des Metallindustriellenverbandes verschickt. Wir entnehmen dem Rundschreiben folgende Angaben: Wegen Beendigung des Streiks oder Differenzen in der Chemischen Fabrik Union in Stettin, Firma Müller in Hamburg, M. Schmidt u. Sohn in Nürnberg, Tremser Eisenwerk Koch u. Co., Trems bei Lübeck, Flensburger Schiffsbaugesellschaft, der Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter in upenrade, der Heizer u. Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter in Ay.... Maschinisten im Hafengebiete Mannheim=Luowigshafen, werden die diesbezüglichen Rundschreiben und schwarzen Listen außer Neu in Verruf gebracht werden die Zimmerer in putzer der Eisengießerei Berg in Nürnberg=Witzeldorf, die beiter der Wellblechfabrik Gaßmann in Breslau, sämtlich unter Angabe ihrer Personalien. Ohne Namensangabe wurden die Berliner Geldschrank= und die Breslauer Bausch## gebracht. hlosser in Verruf Organisation ländlicher Arbeitgeber. In Wartenberg, einem Orte zwischen Pieritz und Greifenberg, wurde am letzten ntag eir Arheitgeberverein gegründet. 60 BenSonnung ein u.e Vereing wurk, Kuuern tratzn ihm sofort bei. Als Zweck des Vereins gestgestellt, die Löhne der Knechte niedrig zu halten; auch sonl ein urbeitsvertrag ausgearbeitet werden, da die Knechte zu viel Freiheit genössen: Soziales. ag. Geistesstörung nach Kopfverletzung. Es gibt vielfach Arbeiter, die einen Unfall wie einen Schlag oder Stoß gegen den Kopf erleiden, ohne daß sie es für nötig halten, diesen zur Anmeldung zu bringen. Das ist grundfalsch, liegt auch nicht im Interesse des Arbeiters selbste denn das Gehirn ist ein derart empfindliches Organ, daß leicht Veränderungen in seiner Bechaffenheit eintreten können, von denen man an und für sich schts merkt die aber nach und nach zur Geisteskrankheit führen. über Gedächtnisschwäche. Nach zirka drei Vierteljahren kam eine Verrücktheit mit Halluzinationen zum Ausbruch, so daß er in die Landesirrenanstalt Dalldorf gebracht werden mußte, wo er merkwürdige Gehörtäuschungen hatte. Das Schiedsgericht verurteilte die Berufsgenossenschaft zur Zahlung der Vollrente und nahm eine durch den Unfall entstandene Auslösung der mit Gehörstörungen verbundenen Seelenstörung an. Eine solche Geistesstörung braucht nicht sofort nach dem Unfall einzutreten, sondern kann sich erst zeigen, wenn die nervöschen Beschwerden monateihren quälenden Einfluß geltend gemacht langg haben. Ursäch Bezieyungen zwischen Unfall und Geistestrankheit lagen bei dem Erkrankten daher im Bereiche einer sehr nahen Moglichkeit. nichts mertt, die über nach und nach zur Gezstrrtegnthen, führen. Ein 48jähriger Arbeiter hatte im Betriebe einer Berliner Maschinenfabrik eine Verletzung am Kopf und rechten Ohr dadurch erlitten, daß eine Teervortage, die er auf den Wagen laden wollte, umkippte und ihn am Kopf traf. Sie war 30 Zentner schwer und hatte eine solche Wucht, daß das Ohr halb vom Kopfe abgerissen wurde. Nach acht Tagen meldete er sich wieder arbeitsfähig, wollte jedoch Sausen im Kopf verspüren und klagte Mädchenhandel. Newyork, 2. Aug. Sensationelle Enthüllungen über die Ausdehnung des Handels mit„weißen Sklavinnen“ nach der Panamakanalzone werden durch die Vernehmung einer Frau Soll, alias Helen Spencer, erwartet, die unter der Anklage hierhergebracht wird, drei amerikanische Choristinnen von Newyork nach Panama gelockt zu haben, um sie dort einem Leben der Schande zu überantworten. Die Mädchen, die sich im April außer Engagement befanden, wurden von Frau Soll unter Versprechung großer Gagen einzeln überredet, sie nach Colon zu begleiten, wo sie als Sängerinnen und Tänzerinnen im Navajo-Theater Anstellung finden sollten. Frau Soll bezahlte für die Mädchen, die erst auf dem Dampfer miteinander bekannt wurden, nicht allein die Reisekosten nach Panama, sondern versah sie noch mit Taschengeld. Auf der Reise sprachen die Mädchen auch den Passagieren gegenüber sehr viel von ihren brillanten Aussichten und die Sache kam dabei auch dem Kapitän zu Ohren, der Verdacht schöpfte und sich zum Eingreifen entschloß. Als das Schiff in Colon eintraf, übergab der Kapitän Frau Soll der Polizei, die sie unter der Anklage der Kuppelei in Haft nahm; die drei Mädchen wurden dagegen nicht zur Landung zugelassen, sondern blieben auf dem Schiff, bis dieses die Weiterreise antrat. Sie wurden dann in die Obhut des„America Women Club“ gegeben und am 1. Mai mit dem Dampfer„Orinoco" nach Newyork zurückgesandt. Die Kupplerin, die ebenfalls nach Newyork zurücktranswortiert werden sollte, war in der Zwischenzeit in Colon entflohen, wurde jedoch am 10. Juli in Guayaquil wieder verhaftet. Gerichtliches. Zwölf Jahre Zuchthaus. Halle a. S., 6. August. Der jugendliche Hausdiener Trautmann, welcher im April dieses Jahres den Dienstmannsinstitutsinhaber Richter erschoß und beraubte, wurde von der hiesigen Strafkammer zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Freigesprochen. Karlsruhe, 6. August. Das Schöffengericht verhandelte heute mehrere Stunden lang über die von der Militärbehörde veranlaßte Klage gegen den Fuhrmann Doffin wegen tätlicher Mißhandlung des zum Telegraphenbataillon kommandierten Infanterieleutnants Freund vom 34. Regiment in Stettin. Die Anklage bezog sich auf den kürzlich erwahnten Zusammenstoß zwischen dem Fuhrmann und dem eine Uebungsabteilung des Telegraphenbataillons kommandierenden Offizier am 25. Mai d. I. Der Angeklagte wurde nach längerer Verhandlung freigesprochen. Militärisches. naten Gefängnis verurteur. Posen, 5. Augus, Peerst Geher wurde zu 2 Monaten Gefangnis und Dienstentlassung verurteilt. Geyer hat bereits Berufung eingelest. Ein Oberst zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. ust. Overst G 9 M Gefä Literarisches. Von der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 45. Heft des 27. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Zwischenfälle.— Ein„sozialistisches Echo“? Von H. Ströbel.— Der Sozialismus in Serbien. Von D. Tutzowitsch.— Die Vertrustung des Kleinhandels in den Vereinigten Staaten. Von Algernon Lee. Zur Situation in der Jugendbewegung. Von Karl Böttcher (Berlin).— Literarische Rundschau: Max Verworn, Allgemeine Physiologie. Von Lipsius. Deutsches statistisches Zentralblatt. Von ad. br.— Zeitschriftenschau. Hermischles. Falsche Kriminalbeamte. Halle a. S., 6. August. Zuhälter, die sich bei einem nächtlichen Gelage dem Friseur Rennecke aus Bernburg gegenüber als Kriminalbeamte ausgaben, nahmen diesem seine Brieftasche mit 2000 Mark ab. Die Diebe wurden gefaßt, 400 Mark befanden sich noch in ihrem Besiz. Ein Chinese als Mörder. Frankfurt a. M., 6. August. Heute früh drang ein Chinese, der von Berlin hierher gereist war, in die Wohnung der Artistin Rosa Hofmann, Zeil 14—16, im 4. Stock, mit der er bis vor kurzem in Berlin ein Liebesverhältnis hatte, und gab zwei Schüsse in die Herzgegend auf sie ab, die den sofortigen Tod des Madchens herbeifuhrten. Als die Logisfrau Hillmann zur Hilfe herbeieilte, richtete der Chinese die Waffe auch auf die Frau, so daß diese flüchten mußte. Hierauf erschoß er sich selbst in der Wohnung des Mädchens. Es liegt Eifersucht vor, da das Mädchen unter dem Künstlernamen Muselli mit einem Japaner ein Liebesverhältnis eingegangen war. Ein Tiegel mit flüssigem Stahl gesprungen. Augsburg, 6. August. In der Zahnradfabrik A. G. Renk brach der Boden eines mit flussigem Stahl gefüllten Tiegels auseinander. Der Arbeiter Rafder wurde lebensgefährlich, ein anderer Arbeiter schwer, mehrere leicht verletzt. Wasserm. l. Lorrient, 6. August. Infolge andauernder Trockenheit sind die öffentlichen Brunnen versiegt und geben nur noch geringe Quantitaten Wasser ab. Die Bevolkerung umlagert die Wasserstellen, und es kommt fortwährend zu Krawallen. Die Konservenfabriken, die mehrere tausend Mann beschäftigen, mußten den Betrieb einstellen, und sogar einige Handelsdampfer mußten wegen Wassermangels ihre Abjahrt verschieben. Auf das Erdbeben ist der Wassermangel nicht zurück zuführen. Aus einer großen Garnison. Paris, 6. August.„Matin' berichtet aus Toulon: Der Ausbruch eines Skandals unter der hiesigen Garnison steht bevor. Es handelt sich um eine Anklage eines Anteroffiziers gegen einen Obersten. Man glaubt, daß e# sich um einen Racheakt handelt. Einzelheiten fehlen noch. Erdstöße. Paris, 6. Aug. Vergangene Nacht gegen drei Uhr wurden in Lorrient schwere Erdstoße verspürt. Die Wacht aufeinander folgten. Brest, 6. August. Das gestern nachmittag hier um 3 Uhr 10 Minuten verspurte Erdbeben hat in der ganzen Stadt großt Aufregung verursacht. Viele Bewohner verließen ihre Wohnug gen und weigerten sich, in dieselben während der Nacht zurüczukehren. Zahlreiche Glas= und Porzellanwaren sind infolge de Erschütterungen zerstört worden. Personenunfälle sind nich zu beklagen, obwohl mehrere Frauen infolge des ausgestandene Schreckens einen Nervenchok erlitten haben. Seit 1889 war hie kein Erdstoß verspürt worden. Fünf Personen bei einer Feuersbrunst umgekommen. An werpen, 6. Aug. Bei der gemeldeten Feuersbrunst in einen Pferdefuttermagazin sind insgesamt fünf Personen umgekommen Einer ist der Kopf zwischen die Schultern eingetrieben worde## Der Materialschaden beträgt eine halbe Million Franken Feuersbrunft. brunst zerstörte ge Degase. Während bei vier Feuerweh als Leichen, der vi Ein Kloster u Nivelles zerstörte Jesu,=Kloster, ein des Bahnhofes. 6 zu Schaden gekom 47 Mann ertru des Dampfers„M Neuseeland bei S fordert. Von den den nur acht geret nachdem sie sich in stürmischen See u nieur entkamen Was Königsbes Dem britischen Ur die Summen zuge ###en königlicher truckzu Kost Wit Kitteln zurtägle stellung zu entneh und der Königin Krone 73372,15 M von Wales in Ka# Präsidenten der f Mark Kosten. DeEngland überschri Summe noch ume mann wurden 112 daß es sich die brit dem Premier von so angenehm wie n allerdings der Be Schweden England ten dafür, das Sür zu zahlen. Man kar was die deutschen Berlin, 6. 9 Berlin wird vorau Felde stattfinden. Frankfurt Aufstieg des„Par Brussel, 6. jetzt entleert werd Kreise geladener Z lutionen ausgeführ Tage zwei hervhrr um das Luftschiff einige, bereits bei gefuhl, dann wer aufgenommen wer! Dünkirchen heute einen Flug o und machte in Bra einige Beschädigun London, 6. seine Ballonfahrt Düsseldorf, 7. Kompagnie des! Unterschlagung vo Leipzig, 7. Aus Leipzig ist jetzt so industrielle haben darauf an, daß dizur Verfügung ste dafür in Aussicht Leipzig, 7. Au Frau und sein K Rother in Unters die Frau unter Vi kenhaus eingeliefe ihrem Tode außer von ihrem Man Kinde wiederholt auf diese Angabe Bleisäure fest. lassen. Er unter! als seine Frau n Binz(Rügen), „Freia aus Bin, direkt in ein Rad Insassen konnten der dritte, sowie ertranken. Die Budapest, 7. A König Peters gen einen Ohnmachts bedenklich ist. Di hier bemüht, den Brüssel, 7. Au nagerie gehört, n Schar Kinder lie mit Steinen. D hob ein Kind mit dann zu Tode. Petersburg, 7. Nikolajewsk Aki rats Akimow, de wegen Unterschla pflegungsgelder A Borislaw, 7. während eines h gesellschaft und S der taglich 10 Wo geäschert. Bri Nach Burgstei bracht worden. 2 Bericht allerdings der Raum der Zei die Entscheidung öffentlicht wird. H. L., Niederbe Sit das Gesuch e Ahlen. Wende Kindermann in S ei Vierteljahren kam eine Ausbruch, so daß er in ht werden mußte, wo er Das Schiedsgericht verihlung der Vollrente und Auslösung der mit Geg an. Eine solche Geistesnfall einzutreten, sondern zen Beschwerden monatemacht haben. Ursächliche eskrankheit lagen bei dem hr nahen Möglichkeit. lug. Sensationelle Ents Handels mit„weißen e werden durch die Vern Spencer, erwartel, die vird, drei amerikanische ma gelockt zu haben, um verantworten. Die Mädnt befanden, wurden von Gagen einzeln überredet, Sängerinnen und Tänzeg finden sollten. Frau t auf dem Dampfer mitin die Reisekosten nach Taschengeld. Auf der assagieren gegenüber sehr ind die Sache kam dabei acht schöpfte und sich zum n C o l o n e i n t r a f, ü b e r g a b ie sie unter der Anklage Mädchen wurden dagegen blieben auf dem Schiff, sie wurden dann in die jeben und am 1. Mai mit sork zurückgesandt. Die zurücktranswortiert werColon entflohen, wurde c verhaftet. es. a. S., 6. August. Der welcher im April dieses ber Richter erschoß und afkammer zu 12 Jahren August. Das Schöffenden lang über die von der n den Fuhrmann Doffin um Telegraphenbataillon reund vom 34. Regiment is den kürzlich erwahnten i und dem eine Uebungsommandierenden Offizier furde nach längerer Verses. nis verurteilt. Posen, Monaten Gefängnis und at bereits Berufung einjes. Paul Singer) ist soeben sienen. Aus dem Inhalt nfälle.— Ein„sozialistier Sozialismus in SerVertrustung des KleinVon Algernon Lee.— ing. Von Karl Böttcher Nax Verworn, Allgemeine statistisches Zentralblatt. es. a. S., 6. August. ZuGelage dem Friseur Reneriminalbeamte ausgaben, 000 Mark ab. Die Diebe noch in ihrem Besiz. kfurt a. M., 6. August. on Berlin hierher gereist sa Hofmann, Zeil 14—16, em in Berlin ein Liebese in die Herzgegend auf idchens herbeifuhrten. Als eieilte, richtete der Chinese iese flüchten mußte. Hiernung des Mädchens. Es unter dem Künstlernamen besverhältnis eingegangen sprungen. Augsburg, G. Renk brach der Boden riegels auseinander. Der ich, ein anderer Arbeiter ugust. Infolge andauernrunnen versiegt und geben ab. Die Bevolkerung umimt fortwährend zu Kranehrere tausend Mann been, und sogar einige Hanangels ihre Abjahrt verWassermangel nicht zurück ris, 6. August.„Matin“ eines Skandals unter der ndelt sich um eine Anklagt sten. Man glaubt, daß e# zelheiten fehlen noch. egangene Nacht gegen dre töße verspürt. Die Wacht in hatten das Gefühl eine mkreise um Brest wurden Zeitraum von 10 Sekunder nachmittag hier um 3 Uhr in der ganzen Stadt großt er verließen ihre Wohnun während der Nacht zurück ellanwaren sind infolge de Personenunfälle sind nich infolge des ausgestandene haben. Seit 1889 war hief unst umgekommen. Ani ten Feuersbrunst in einen ünf Personen umgekommen iltern eingetrieben wordet be Million Franken. Feuersbrunst. Antwerpen, 6. August. Eine Feuersbrunst zerstörte gestern in Mergem die Häckselfabrik der Firma Degase. Während der Löscharbeiten stürzte eine Mauer ein, wobei vier Feuerwehrleute verschüttet wurden. Drei konnten nur als Leichen, der vierte tödlich verletzt geborgen werden. Ein Kloster niedergebrannt. Brüssel, 6. August. In Nivelles zerstörte eine Feuersbrunst heute nachmittag das„Kind Jesu“=Kloster, ein fünfstöckiges Gebäude in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes. Soweit bis jetzt bekannt, sind Personen nicht zu Schaden gekommen. 47 Mann ertrunken. London, 6. August. Der Untergang des Dampfers„Maori“, der auf der Fahrt von Kapstadt nach Neuseeland bei Slangkop strandete, hat zahlreiche Opfer gefordert. Von den 55 Mann der Mannschaft des„Maori“ wurden nur acht gerettet; sämtliche Offiziere bis auf einen gingen, nachdem sie sich in die Rettungsboote geflüchtet hatten, bei der stürmischen See unter. Nur der erste Offizier und ein Ingenieur entkamen Was Königsbesuche kosten. Aus London wird geschrieben: Dem britischen Unterhaus ist eine interessante Uebersicht über die Summen zugegangen, die der Zivilliste des Königs für die Kosten königlicher Besuche und Gegenbesuche aus offentlichen Mitteln zurückzuerstatten sind. Wie aus dieser Zusammenstellung zu entnehmen ist, hat der Besuch des Königs Eduard und der Königin Alexandra in Skandinavien der britischen Krone 73372,15 Mark gekostet. Der Staatsbesuch des Prinzen von Wales in Kanada verursachte 40000 Mk., der Besuch des Präsidenten der französischen Republik in England 90 490,65 Mark Kosten. Der Besuch des Premierministers von Nepal in England überschritt diese für Herrn Fallières ausgeworfene Summe noch um ein erhebliches; denn für den indischen Staatsmann wurden 112390,65 Mk. ausgegeben, ein Beweis dafür, daß es sich die britische Regierung in London angelegen sein ließ, dem Premier von Nepal in der englischen Hauptstadt das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Am teuersten stellte sich allerdings der Besuch, den der König und die Königin von Schweden England abstatteten. Die britischen Steuerzahler hatten dafür, das Sümmchen von 153620,65 Mk. aus ihrer Tasche zu zahlen. Man kann aus diesen englischen Ziffern auch schließen, was die deutschen Fürstenbesuche usw. kosten. Von der Luftschiffahrt. Berlin, 6. August. Der erste Flug Orville Wrights in Berlin wird voraussichtlich am 20. August auf dem Tempelhofer Felde stattfinden. Frankfurt a. M., 6. August. Der für heute vorgesehene Aufstieg des„Parseval 2“ mußte unterbleiben. Brussel, 6. August. Das Goldschmidtsche Luftschiff wird jetzt entleert werden, nachdem es gestern vor einem kleinen Kreise geladener Zuschauer eine Reihe trefflich gelungener Evolutionen ausgeführt hat. Die französische Regierung hat dieser Tage zwei hervyrragende Luftschifferoffiziere nach hier gesandt, um das Luftschiff zu besichtigen. An dem Ballon werden nur einige, bereits bei seinem Bau vorgesehene Aenderungen ausgeführt, dann werden die Fahrtversuche im September wieder aufgenommen werden. Dünkirchen, 6. August. Der Aviatiker Paulhan führte heute einen Flug von 20 Kilometer aus. Er stieg bei Mali auf und machte in Bray Kehrt. Bei der Landung erlitt sein Apparat einige Beschädigungen. London, 6. August. Wellmann gedenkt nächste Woche seine Ballonfahrt nach dem Nordpol zu unternehmen. Letzte Nachrichten. Düsseldorf, 7. August. Der Feldwebel Grob von der elften Kompagnie des hiesigen 39. Infanterieregiments wurde nach Unterschlagung von 1500 Mk. amtlicher Gelder flüchtig. Leipzig, 7. August. Die Luftschifflinie Frankfurt a. M. bis Leipzig ist jetzt so gut wie gesichert. Fünf Frankfurter Großindustrielle haben zwei Millionen gezeichnet. Es kommt noch darauf an, daß die Stadt Leipzig einen Landungsplatz kostenlos zur Verfügung stellt. Wie verlautet, soll die Lindenauer Wiese dafür in Aussicht genommen sein. Leipzig, 7. August. Unter dem dringenden Verdacht, seine Frau und sein Kind ermordet zu haben, wurde der Ehemann Rother in Untersuchungshaft genommen. Am 11. Juni wurde die Frau unter Vergiftungserscheinungen in das städtische Krankenhaus eingeliefert und starb am nächsten Tage. Kurz vor ihrem Tode außerte die Frau zu ihrer Krankenschwester, daß sie von ihrem Manne vergiftet worden sei, der ihr und ihrem Kinde wiederholt Gift gegeben habe. Die Leiche der Frau wurde auf diese Angabe hin seziert und man stellte Vergiftung durch Bleisäure fest. Rother wollte sich von seiner Frau scheiden lassen. Er unterhielt mehrere Liebschaften und hatte im März, als seine Frau noch lebte, einem Mädchen die Ehe versprochen. Binz(Rügen), 7. August. Bei der Abfahrt des Dampfers „Freia“ aus Binz fuhr nachmittags ein Boot mit 4 Insassen direkt in ein Rad des Dampfers und kenterte sofort. Zwei der Insassen konnten vom Dampfer aus gerettet werden, während der dritte, sowie das Geschäftsfräulein Eichert aus Hamburg ertranken. Die Leichen wurden bereits geborgen. Budapest, 7. August. Aus Belgrad wird über die Erkrankung König Peters gemeldet, daß er in Bad Ribaska Banja kürzlich einen Ohnmachtsanfall erlitten hat und daß sein Zustand hochst bedenklich ist. Der König lag 5 Stunden bewußtlos. Man ist hier bemüht, den Zustand des Königs zu verheimlichen. Brüssel, 7. August. Ein Elefantentrupp, der zu einer Menagerie gehört, wurde gestern durch Antwerpen geführt. Eine Schar Kinder lief hinter den Tieren her, schrie und bewarf sie mit Steinen. Diese Verfolgung reizte eines der Tiere. Es hob ein Kind mit seinem Russel in die Luft und trampelte es dann zu Tode. Petersburg, 7. August. Gegen den Kreisadelsmarschall von Nikolajewsk Akimow, einem nahen Verwandten des Staatsrats Akimow, des Präsidenten des russischen Staatsrats, ist wegen Unterschlagung von etwa 100000 Rubel öffentlicher Verpflegungsgelder Anklage erhoben worden. Borislaw, 7. August. In der vergangenen Nacht wurden während eines heftigen Sturmes zwei Schächte der Montangesellschaft und Schacht 12 der galizischen Karpathengesellschaft, der taglich 10 Waggons Rohöl produziert, durch Blitzschlag einwüscher!. Briefkasten der Redaktion. Nach Burgsteinfegt. Das Wesentliche des Berichts ist gebracht worden. Die gemeldeten Nebensächlichkeiten hätten den Bericht allerdings länger erscheinen lassen, dazu ist aber doch der Raum der Zeitung zu kostbar. Es muß schon der Redaktion die Entscheidung bleiben über das, was in der Zeitung veröffentlicht wird. H. L., Niederbecksen. Wenden Sie sich an die Stelle, bei der Sit das Gesuch eingereicht haben. Ahlen. Wenden Sie sich an den Bezirksvorsitzenden Julius Kindermann in Schildesche bei Bielefeld, Heeperstr. 41. Meberkaus-E. Seuinr verdankt sein Renommee der hervorragenden Güte seiner Möbel....... kur Bürpernen 804.) Tren Eurnerschuft Bleirseld Abteil.„Westfalia“ feiert am Sonntag, den 15. August 1909, in den Lokalitäten des Herrn Heinrich Holz, „Zum Siegfried“, ihr All. Stiltungs-Fest, beschend 1n turnerischen Zufführungen und Ball. Außerdem wird ein Großes Preisschießen veranstaltet, wozu 10 wertvolle Preise ausgesetzt sind. 4253 Ansang 4 Herrenkarte im Vorverkauf 60, an der Kasse 75 Pfg. Damenkarte„„ 40,„ 50„ Freunde und Gönner der freien Turnsache sind zu dieser Feier freundlichst eingeladen. Das Festkomitee. Verband der Zimmerer Zahistelle Bielefeld. 4239 O am Sonntag, den 15. August 1909, im Lokale des Herrn Jul. Kalser,„Centralhalle“, bestehend in mössen u. Rh Anfang 4 Uhr nachmittags. Entree: Herrenkarten Vorverkauf 40, a. d. Kasse 50 Pfg. „ Damenkarten„ 20,„ 25„ Achtung! Schildesche! Achtung: Sonntag, den 8. August, feiert der „Kraftsport-Verein Schildesche“ sein 2. Gitzlungs 7ol in den Lokalitäten des Herrn Heinr. Lohmann, Schildescherstr. 47. Programm: Sportliche Aufführungen, Reigenfahren, Gesangvorträge und grosser Festball. 4240“ Anfang nachm. 4 Uhr. Entree: An der Kasse Herrenkarte 60 Pfg., Damenkarte 30 Pfg., Vorverkauf 50 und 25 Pfg. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Restaurant F. Stockbrügger, lurnerstrasse 1#. Sonntag, den 8. August: 42443 Tanz. PTanz. Hotter! Stets das Beste vom Besten! Spielplan vom 7. bis 10. August. A Restaurant Kleinert. Sonntag, den 8. August:(4247* Grosser Ball. Entree: Damen 10 Pfg., Herren 20 Pfg. Es ladet freundlichst ein G. Kleinert Ww. C. H. Apenbrink, Herforderstr. 242. Sonntag, den 8. August: PAN 2. 4252* Carl Senker, Herforderstraße. Sonntag, den 8. August:[3627 RRRRF TANZ. Heinr. Bewekenhorn, Bürgerweg 50.(4258 Sonntag, den 8. August: Tanz. W. Tuxhorn, Bleichstrasse.— Sonntag, den 8. August:(42485 TANZ. 1 TANZ, Es ladet freundlichst ein W. Tuxhorn. Aestaurant Heinr. Eikotter, Sollenbeckerstr. Sonntag, 8. August: 4238“ = Grosser Ball. Sonntag, den 8. August: PAN Z. 4229 Hierzu ladet freundlichst ein XV. Vogt, Hallerweg. H. Bracksiek, Hallerweg. Sonntag, den 8. August: TANZI. 4930 Bräckweder 2 Meinen Hedel Bänddder halte zu Hochzeitsfahrten und sonstigen Vergnügungstouren bestens empfohlen. Neu! Sensatiouell! Altdeutsche Fanfarenmärsche. Selten schöne Originalaufnahme mit mannigfaltigen Gruppierungen und prächtiger Ausstattung. Sensationell. Kuustfilm. Neuheit. Der Freiheitsheld Andreas Hofer. =1809—1909. Dieses Bild zeigt uns der geschichtlichen Zeihenfolge nach die Begebenheiten, die sich vor hundert Jahren, nach andreas Hofers Rückkehr von Wien, in den Tyroler Bergen abspielten. Sämtliche Aufnahmen sind auf historischem Boden gemacht worden. Die Bilder aus den Befreiungskämpfen sind in allem tadellose Naturaufnahmen. auch die Bostäme, Wassen etc. sind nicht einem Theaterfundus entliehen, sondern die echten Kleidungsstücke, die alten Wassen, die heute noch als Beliquien aus den Freiheitskämpfen des Jahres 1809 in den meisten Tyroler Familien getreulich aufbewahrt werden. Reihenfolge der Bilder: 1. Tyrol schmachtet unter Bayerns Herrschaft. 2. Beratung Hofers im Gasthof zum„Sand“. 3. Die letzte Andacht in der Kapelle. 4. Auf zum Kampf mit Gott für König und Vaterland. 5. Die Schlacht am Berge Isel. 6. Die siegreichen Tyroler in Innsbruck. 7. Andreas Hofer in der Hofburg zu Innsbruck. 8. Die Gnadenkette. 9. Hofer empfängt die Unglücksbotschaft des Friedensschlusses. 10. Der Kampf am Küchelberge. 11. Hofer wird als Rebell angeklagt, verbirgt sich in der Pfandlerhütte. Verrat durch Raffl. 12. Hofer wird gefangen nach Meran geführt. 13. Zu Mantua in Banden. Das Urteil. 14.„Ade mein Land Tyrol“. 15. 1899—1909. Dem Andenken Andreas Hofers. Niemand sollte versäumen, dieses herrliche Festspiel, das nur Sonnabend, Sonntag, Montag und Dienstag zur Aufführung gelangt, zu sehen, da diese Vorführung einzig in ihrer Art genannt werden darf. Die Direktion. Dieses Festapiel dauert 25 Minuten. SeppelnMlein. Stets das Neueste. Neuheit! Naturaufnahme! Emn. under a. Dressul Selten schöne Vorführung. Neu! Neu! Unsere kleinen Künstler. Vorzügliche Aufnahme. Neu! Nen! Wenn meine Tante Räder hätte. Hochkomisch. Neu! Hervorragend! Uhlter-Liebchens Penstel. Leiden und Freuden eines unternehmungslustigen Jünglings. Farbenprächtige Ausstattung. Fesselnde Handlung. Drama Der bilnas-Kiavierspieler! Ein Meisterwerk der Lichtbildbühne. Wundervolles Drama! Letzte Neuheit! Der Streik. Ein Bild von überwältigender Komik. Auf allgemeinen Wunsch: Nur einige Tage! Zielefelder Schützenfest u. Zielefelder Tennistounier. 4231 C. Engeling ir. Farbenprächtige Ausstattung! Neuheit! Die Legende Orpheus. 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Beimdieke, BrackAnzüge, Gestandteilen das beste Waschmittel. ½# Paket 15 Pfg. Beranntmachung. Die städtische Badeanstalt bleibt bis zum 12. Aug. wegen vorzunehmender Reparaturarbeiten geschlossen. Herford, den 4. August 1909. Die Polizeiverwaltung. Dr. Heß. Am Sonntag, den 8. August gehen wir alle nach Strakerjahn, hier, Bleichstrasse Nr. 197. Da ist der Heger Bombo Jambö ausfenas Der ist ein krauzfideler Kellner. NB. Von 10 Uhr morgens ab Musikalische Unterhaltung. Entree frei!(4250 0000 Im Reform-Restaurant zum Rosengarten, betmold, Sonntags s frische Erdbeeren: mit Schlagsahne, Stippmisch oder sonstiges Obst und Getränke Kinderbelustigung auf neuen Geräten. Angenehmer Familienaufenthalt.[3619 Hofmesser, Schneidermeiiggr 4202— Nähmaschinen, 4204 Heidelbeeren alsb 42605 Wohnungen, pei, in Schildesche, Bielefelderstraße, und 4 Räume mit Land per Oktober zu vermieten. Näheres Wohnung 915 Tranerbriefe mit Konverts liefert Buchdruckerei„Volkswacht“. Todes=Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, an Donnerstag, abends 11½ Uhr, nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmuter, Schwägerin u. Tante Wilhelmine Plaumann geb. Hecht, im vollendeten 69. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Dieses zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme im Namen der trauernden Hinterbliebenen tiefbetrübt an 4249“ Gottlieb Plaumann nebst Kinder. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, vom Tranerhause, Herforderstraße 69, aus statt. We Seschchce sche e ceice zu seinem morgigen 4262 = 32. Wiegenfeste= e die herzk. Gluckwunsche: Arb.-Gesangverein Foffnung. Per a wirkt ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut u. blendend schöner Teint. 1023 Alles dies erzeugt die allein echte v. Bergmann& Co., Radebenl, à St. 50 Pfg. bei L., Schäfer. Raunr ent Almenstraße 4 Eingang Hermannstraße. H. Kralemann Naturheilvertreter. Frauenleiden. der Massage=Behandlung durch den schwedischen Arzt Dr. ThureBrandt ausgebildet.(4123“ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei der Krankheit und der Beerdigung meiner lieben Frau, sowie für die vielen Kranz= und Blumenspenden sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten meinen innigst gefühlten Dank. Insbesondere danke ich den Mitarbeiterinnen der Firma Delius& Söhne, den Arbeitern der Vereinigten Kammerichschen Werke und den Arbeiterinnen von Strunkmann& Meister. 4264° H. Walkenhorft und Kind. Amomatsgraphlen zür altenPost. Während des Umbaues in Remkes Theatersaal, Ulmenstrasse. Nur nech kurze Zeit Gesangsvorträge des Schwedischen Damen-Quartetts„Philkarmonie“. Volkslieder und Sologesänge in schwedischer und deutscher Mundart, von 4 Damen in Nationalkostüm formvollendet zu Gehör gebracht. Hierzu: Neue bildliche Darstellungen ersten Ranges. Die Legende über Orpheus. Brillant kolorierte Sage der Erlebnisse des Orpheus in der Unterwelt, wo er seine Gattin, die Nymphe Eurydiee, antrifft und dem Leben zurückerobert. Die Halskette der Königin. Die verlorene Halskette der Königin gibt Anlaß zu spannenden Konflikten, in die ein Ritter ohne sein Verschulden gerät. Die Wunder der Pressur. —— Hochinteressante Leistungen verschiedener Tiere.—— Hochzeit des Ueffen des Maharadschas von Tagora. Eine glänzende indische Hochzeit von märchenhafter Pracht. Im Namen des Kaisers oder: Das Tuch der Gattin. Eine tragische Episode aus dem Napoleonischen Kriege. Der junge Gatte, welcher seiner Frau aus dem Feide ein Lebenszeichen schicken soll, kommt in den Verdacht des Diebstahls und wird füsiliert. Der Schwerenöter in Nöten. Drollige Erlebnisse eines Schürzenjägers. Der Schneemann. Ein Gebirgsdrama. Die Erlebnisse eines Malers, der durch die Eifersucht eines jungen Mannes schwer bedrängt wird. Wenn meine Tante Räder hätte. Hochkomische Radfahrversuche der braven Tante. Die hier angezeigten Bilder kommen— entgegen den Gepflogenheiten der Konkurrenz— bei uns tatsächlich und niemals mit Aingierten Titeln zur Vorführung! blieben Sieger und ihrem Pensionale geschah nichts. Jezt scheint die Ruhe in die Stadt zurückgekehrt zu sein. Die offiziösen spanischen Berichte, wonach die Nonnen und Mönche bei lebendigem Leibe verbrannt worden sein sollten, und die von der reaktionären deutschen Presse mit innigem Behagen nachgedruckt wurden, waren also blutiger Schwindel. Das wird auch durch folgendes Telegramm aus Köln bestätigt: Nach einem der„Kölnischen Zeitung" zur Verfügung gestellten Geschäftsbrief aus Barcelona vom 31. Juli sind dort zwar mehrere Kirchen und Klöster ein Raub der Flammen geworden, ohne daß jedoch auch nur ein Opfer unter den geistlichen Personen zu beklagen wäre, die sämtlich von den bevorstehenden Ereignissen unterrichtet gewesen seien. Die in Särgen herumgetragenen 17 Leichen seien vertrocknete Leichen von Nonnen gewesen, die die Volksmassen aus den rauchenden Trümmerstätten herausgewühlt hatten und dann in höhnischer Prozession umhertrugen. Aus der Stadt und * Bielefeld, 7. August. — Stadtverordnetenwahlen. Den in die Wählerliste eingetragenen Bürgern wird durch Postkarte vom Oberstadtsekretär mitgeteilt werden, in welcher Abteilungsliste(1., 2., 3.) und bei der 3 Abteilung, in welcher Abstimmungsliste(1.—9.) sie eingetragen sind. Diejenigen Bürger, die eine solche Postkarte nicht erhalten, oder die meinen, daß sie zur Wahl in einer anderen Abteilung als der mitgeteilten berechtigt sind, müssen die im Rathaus vom 15. bis 30. August ausliegende Wählerliste einsehen. Wer Einspruch erheben will, wird schneller abgefertigt, wenn er polizeiliche Anmeldung, Steuerzettel, Militärpaß, Urkunde über die Aufnahme in den preußischen Untertanenverband mitbringt. — Aus der Handelskammer zu Bielefeld wird uns nachstehendes geschrieben:§ 1 der Satzungen des Hansabundes für Gewerbe, Handel und Industrie lautet folgendermaßen:„Der Hansabund hat den Zweck, Angriffe und Schädigungen, welche sich gegen die gemeinsamen Interessen von Gewerve, Handel und Industrie richten, abzuwehren und die gemeinsamen Interessen von Gewerbe, Handel und Industrie zu fördern.“ Obwohl aus diesem Paragraphen klar und deutlich hervorgeht, daß der Hansabund sich nicht in den Dienst wirtschaftlicher, politischer und konfessioneller Sonderinteressen stellen wird, hat die Handelskammer einem Antrage ihres Mitglieds Herrn Ph. Thoholte in Geseke entsprechend sich dieserhalb noch besonders an den Hansabund gewandt und von diesem umgehend telegraphische Auskunft erhalten. Gemäß derselben sind von dem Vorsitzenden des Hansabundes, Herrn Geheimrat Riesser, offizielle, bindende Erklärungen dahin abgegeben, daß der Hansabund unter keinen Umständen irgendwelche Sonderinteressen wirtschaftlicher, politischer oder konfessioneller Natur vertreten, sondern nur die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder wahrnehmen wird. Die sicherste Gewähr für die Innehaltung dieses Programms liegt aber darin, daß der Hansabund bei der außerordentlichen Verschiedenheit der Sonderinteressen seiner Mitglieder sich sofort auflösen würde, sobald er sich verleiten ließe, nicht die Gemeinsamkeit der Interessen, sondern das Sonderinteresse irgend einer Gruppe seiner Mitglieder zu vertretn. — Der Verband der Zimmerer, Zahlstelle Bielefeld, feiert am Sonntag, 15. August. sein 19. Stiftungsfest im Lokale des Herrn Julius Kaiser,„Centralhalle“.(Siehe Inserat.) — Das städtische Orchester veranstaltet am Sonntag zwei Konzerte. Nachmittags 4 Uhr das 19. Abonnementskonzert der Schützengesellschaft auf dem Johannisberg. Abends 8½ Uhr konzertiert das Orchester im Garten Hotel Kaiserhof. Beide Konzerte werden unter der persönlichen Leitung des Kapellmeisters Cahnbley stattfinden. — Polizeibericht. Radfahrverkehr. Es wird darauf hingewiesen, daß der Gehrenberg für den Radfahrverkehr freigegeben ist. Fahrraddiebstähle. Gestohlen wurde in der Zeit vom 14. zum 15. v. M. in Minden i. W. ein Fahrrad, Marke Adler, Rahmen schwarz lackiert, Lenkstange wagerecht gebogen, Schutzbleche von Holz und gelb angestrichen, Freilauf, mit Rücktrittbremse. An dem linken Korkgriffe fehlt ein Ring. Auf der Werkzeugtasche steht der Name„Wanderer“.— Ferner ein Fahrrad, Marke Tempo, Nr. 2488. Sperrung. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten ist die Marktstraße—. Ecke Kaiserstraße— und der Uebergang Wiesen= und Kaiserstraße am 7. 8. 09 für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Wochenmarkt. Es wird darauf hingewiesen, daß in den Monaten August, September und Oktober die Zufuhr des Marktgutes eine Stunde nach Beginn des Marktes beendet und die Hallen von Wagen gesäubert sein müssen. Fahrraddiebstahl. Gestohlen wurde vorgestern abend gegen 12 Uhr aus dem Hausflur der Wirtschaft K., Wertherstraße, ein Fahrrad, Marke Planet. Festgenommen wurde 1 Person wegen Fahrraddiebstahls, 1 S. Person wegen Landstreichens und 1 Frauensperson wegen Diebstahls; 10 Obdachlose erhielten im Polizeigefängnis Unterkunft. Gefunden: 1 goldener Freundschaftsring mit rotem Stein; 1 Müllgefäß; 1 Paket mit Kleidungsstücken; 1 Korallenhalskette; 1 silbernes Anhängsel mit Mädchenkopf; 1 Geldbetrag; 1 Buch, betitelt„Warenkunde"; 1 Neues Testament; 1 Briestasche mit allerlei Papieren. Zugelaufen: 1 schwarzbrauner Pinscher; 1 gelber Schoßhund(Hündin); 1 deutscher Schäferhund; 1 schwarzbrauner langhaariger Pinscher. Verloren: 1 altes Damenportemonnaie mit Kassenschlüssel und 6—7 Mk. in bar; 1 goldenes Kettenarmband, anhängend ein goldenes Herzchen mit Photographie; 1 schwarzseidener Damenschirm mit brauner Krücke; 1 goldene Halskette mit goldenem herzförmigem Medaillon; 1 bunter Gummigürtel mit runder Schnalle. ktg.— Alkoholfreie Getränke. Man hat den Fabrikanten alkoholfreier Getränke viele Vorwürfe über die mangelhaften und gesundheitsschädlichen Zubereitungen der Fabrikate gemacht, wogegen sich der Verband Deutscher Essenzen=Fabrikanten wehrt. Nach einem Hinweis auf die Bekömmlichkeit der alkoholfreien Getränke wendet sich der Artikel, dessen Inhalt wir nach der„Pharmazeutischen Zeitung“ wiedergeben, zunächst gegen die gegnerischen Angriffe und weist die lautgewordenen Verdächtigungen ganz energisch zurück. Sodann verbreitet er sich in längeren Ausfüyrungen über die Fabrikation der alkoholfreien Getränke, und es ist dies wohl auch der beste Weg, um allen Verdächtigungen, wie„aromatisches Zuckerwasser" und „gefärbtes Seifenwasser" die Spitze abzubrechen, die Fabrikation, so sagt der Artikel, ist die denkbar solideste und durchsichtigste, sie besteht darin, daß kohlensaures Wasser mit einem aromatischen Zuckersirup versüßt wird. Ein solcher BrauseLimonaden=Sirup besteht aus einem durch Einkochen von bestem Zucker gewonnenen Zuckersirup, dem eine einfache oder gemischte aromatische Essenz zugefügt ist. Die Essenzen werden durch Destillation oder Extraktion aus Pflanzenteilen gewonnen, besonders aus Früchten. Einem solchen aromatischen Sirup wird außerdem noch etwas Fruchtsäure, aus Zitronen oder aus Wein stammend, als durstlöschender Bestandteil zugesetzt, und auf diese Weise gewinnt der Brause=Limonaden=Sirup ganz die Vorzüge eines sogenannten natürlichen Fruchtsirups, ohne dessen Nachteile, wie ungenügende Haltbarkeit, zu besitzen. Die natürlichen Fruchtsirupe sind durch ihren Gehalt an Eiweiß und Pektinstoffen zur Fabrikation von Brauselimonaden, auch da, wo nur geringe Haltbarkeit verlangt wird, völlig unbrauchbar. Ein sekundärer Bestandteil der Brausen ist die Genußfarbe, die dem farblosen Produkt wohl zur Verschönerung, aber nicht zur Beschönigung zugesetzt wird. Durch das Reichsgesetz vom 5. Juli 1887 ist ganz genau festgelegt, welche Beschaffenheit die zu Genußzwecken verwendeten Farben besitzen müssen, und die Technik der Farbenfabrikation ist heute soweit vorgeschritten, daß gesundheitsschädliche Farben in der Nahrungsmittel=Fabrikation überhaupt nicht mehr verwendet werden. Auch dem Schaummittel, dem Saponin, wird eine längere Ausführung gewidmet, in der besonders dem Vorwurf der Giftigkeit dieses Mittels entgegengetreten wird. Der vollkommen sachlich gehaltene Artikel schließt mit einem Hinweis auf die Daseinsberechtigung der Brauselimonade neben den alkobolhaltigen Getränken, er bedauert die unverhältnismäßig hohen Verkaufspreise der ersteren in Vergnügungs= und Ausflugslokalen, und verwahrt sich endlich gegen die drohende Besteuerung der alkoholfreien Produkte. Oeffentliche Frauen= und Mädchenversammlungen. Tggesordnung „Die neuen Steuern und ihre Wirkungen auf die Arbeiterfamilie.“ Montag, 9. August, abends 8½ Uhr, bei Holz, Dienstag, 10. August, abends 8½ Uhr, bei Hellsinger. Mittwoch, 11. August, abends 8½ Uhr, bei Blome. Referent: Genosse C. Schreck. Parteigenossinnen, agitiert für einen guten Besuch dieser Versammlungen! Versammlungen. Sonnabend, 7. August. Bielefeld. Bauhilfsarbeiterverband. Abends 8½ Uhr bei Hannemann, Webereistraße 5. — Arbeiter=Abstinenten=Bund. Ausflug nach Ummeln zum Waldfest des Soz. Vereins. Abmarsch 2½ Uhr von der Kreissparkasse. Sieker. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr. 1. Vortrag des Gen. Hoffmann=Bielefeld über„Kulturentwicklung". Sonntag, 8. August. Schildesche. Bauhilfsarbeiterverband. Bei Lücking. Herford. Bäcker= und Konditorenverband. Vorm. 8½ Uhr bei Hillert. Vortrag. Enger. Flugblattverbreitung. Die Genossen treten morgens 7½ Uhr im Vereinslotale an. Kirchlengern und Südlengern. Flugblattverbreitung. Die Genossen treten 1 Uhr an der Kleinbahn an. Lippstadt. Parteibesprechung. Vorm. 40 Uhr bei Breneke, Poststraße. Montag, 9. August. Herford. Soz. Verein. Abends 9 Uhr bei Liedtte. Bünde. Arbeiter=Abstinenten= Bund. Abends 9 Uhr bei Nübel. Minden. Soz. Verein. Abends 8½ Uhr in der„Central= halle“. * Gadderbaum, 7. August. Soz. Verein, Ortsgruppe Gadderbaum. Infolge des eingetretenen guten Wetters findet unser Waldfest morgen, Sonntag, 8. August, nachmittags 4 Uhr, auf der Galgenheide doch noch statt. Wir verweisen auf das heutige Inserat. Die Komiteemitglieder werden ersucht, morgen früh pünktlich 9½ Uhr im Vereinslokal zu erscheinen. * Enger, 6. August. Parteigenossen. In den Lokalen G. Upmeier und Carl Hempelmann liegt die„Volkswacht“ aus. Die Arbeiter von Enger und Umgegend wollen dies beachten. * Herford, 6. August. Die in der Konfektionsund Wasche=Industrie beschäftig:e Arbeiterschaft sieht mit Sorgen in die Zukunft. Diese Arbeiterschaft wird, neben der in der Tabakindustrie beschäftigten, am schwersten unter dem Drucke, den die neuen Steuern über die Arbeiterschaft bringen werden, zu leiden haben. War die Lebenshaltung dieser Arbeiterschaft im allgemeinen schon sehr niedrig, so ist dieselbe durch die Krise, die ausnahmsweise schwer auf dieser Industrie gelastet hat, noch wesentlich verschlechtert worden. Die Konfektionäre und Wäschefabrikanten haben diese Zeit gut ausgenutzt, denn die Konfektion hier in Herford hat sich während der Krise fast vollständig geändert. Die gewöhnlichen Lüster= oder Lodensachen, wie sie hier sonst gearbeitet wurden, werden nur noch sehr wenig hergestellt. Bessere, schwerere Stoffe sind eingeführt. An die Ausfuhrung der Arbeit werden weit höhere Ansprüche gestellt, aber der Lohn ist derselbe geblieben. So klagte die Arbeiterschaft in diesem Sommer schon, wo das Geschäft einigermaßen ging, daß sie bei angestrengtester Arbeit noch nicht das sowieso schon bescheidene Einkommen von 1906 und 1907 erreichen konnte. Selbst wenn der Geschäftsgang, der durch das ungünstige Wetter wieder sehr nachgelassen hat, ein guter wird, werden die vom Schnapsblock durchgedrückten Steuern die Lebenshaltung der Arbeiterschaft ganz erheblich verteuern. Die Tabaksteuer hat auf die in der Konfektion und Wäscheindustrie Beschäftigten noch eine andere Wirkung. Sind heute schon Tausende von Arbeiterfrauen in hiesiger Gegend gezwungen, den Konfektionären und Wäschefabrikanten sich als billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, so wird dies, wenn die Steuern erst ihre Wirkung ausuben, noch weit mehr der Fall sein. Die durch die Tabaksteuer brotlos Werdenden werden sich der Konfektions= oder Wäschenäherei zuwenden. Dieses Ueberangebot von Arbeitskräften wird die Löhne noch mehr herunterdrücken, die hiesigen Unternehmer werden auch diese für sie günstige Situation ausnutzen, ganz unbekümmert darum, wie die Arbeiterschaft dabei lebt. Werden doch alle die Millionen, die die hiesige Konfektion und Wäscheindustrie jährlich abwirft, aus den Aermsten der Armen herausgepreßt. Leider war es, allen Ermahnungen zum Trotz, bei einem großen Teil dieser Arbeiterschaft nicht möglich, sie zum Eintritt in ihre gewerkschaftliche Organisation zu bewegen. Unter dieser Arbeiterschaft gibt es wohl den größten Prozentsatz von denen, die da glauben, auf sie als einzelne komme es nicht an, und doch ist dieser einzelne emsig tätig, seinen Teil zu den Millionen Werten, die hier geschaffen werden, beizutragen. So stehen die in der Konfektion und Wäschebranche beschäftigten Arbeiter allen diesen auf sie Eindringenden ziemlich gleichgiltig gegenüber. Werden sie jetzt, der Not gehorchend, den Weg zur Organisation, der einzigen wirklichen Stütze in dieser schweren Zeit, finden? Nur durch eine gute Organisation ist es möglich, Verschlechterungen der Lohn= und Arbeitsverhältnisse wirksam abzuwehren; nur durch die Organisation ist es möglich, dem Lebensbedürfnis entsprechende Löhne zu erringen. „Die Wirkungen der neuen Steuern auf die Lebenshaltung der Arbeiterschaft“ lautet daher das Thema in der Versammlung der hiesigen Filiale des Verbandes der Schneider und Wäschearbeiter am Montag bei W. Hillert. k. Herford, 6. August. Der Kartellausschuß hat die Herausgabe eines„Schnaps=Flugblattes" beschlossen, welches durch die Straßenvertrauensleute verbreitet werden soll. Den Bezirksleitern geht das Flugblatt sofort nach der Drucklegung zu.— Die Sitzung im August fällt aus; die nächste Sitzung findet erst am 4. September statt, in welcher auch darüber Beschluß gefaßt werden soll, ob die Sitzungen für die Zukunft Sonnabends oder Sonntags abgehalten werden. * Herford, 7. August. Brauereiarbeiterverband. In nachstehenden Betrieben wurden Tarifverträge eingereicht: Wittekindbrauerei und Mineralwasserfabrik und Bierdepot Wittenborg. Es ist anzunehmen, da die Forderungen in minimalen Grenzen gehalten sind, daß beide Firmen Entgegenkommen zeigen und die Forderungen bewilligen. Wir werden über den Verlauf der Lohnbewegung berichten. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Max Sachs, für den Inseratenteil: Wilhelm Böttcher, beide in Bielefeld. — Unsere alljährlich im Anschluss an unsere Weisse Woche nur einmal stattfindende S%% S *“ Unsere% „* 0 "" weissen Tapisserle. " und Kurzwaren-Angebote c erstrecken sich auf folgende# Artikel: " Handarbeiten, Madeiradecken„ ° und Läufer, Klöppeldecken und“ 9 Läufer, Festons, Waschbesätze, * Barmer Festons, Korsetts,“ e Handschuhe, Spitzen jeder# " Art, Herren-Wäsche, " Bänder, Rüschen etc.„ „ üüE „" o** * — beginnt Montag, den g. August. Durch besonders vorteilhafte Einkäufe sind wir imstande, unserer werten Kundschaft in nebenstehenden Artikeln diesmal etwas ganz hervorragendes zu bieten. Unsere weissen Tapisserie und Kurzitüren-Aiigezets zeichnen sich besonders aus durch: I. Qualitäten, die vielseitig anerkannt und verbürgt sind. 2. Preise, die wohl unerreicht dastehen. 3. Quantitäten, die eine überraschend grosse Auswahl der einzelnen Artikel vor Augen führen. 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Wirtschaftsbetrieb, sowie eigener Schlachterei für meine Küche. Indem ich meinen verehrten Gästen eine reelle, saubere und kulante Bedienung zusichere, bitte ich, mein neues Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. Telephon 1695. Achtungsvoll 4245 Hermann Korte früher Inhaber der Bielefelder Rossfleisch-Halle, Kronenstrasse 4.„„ 60000002668 Deuischer Arbeilts-Sungerbund Gau östl. Westfalen und lipp. Fürstentümer. Sonntag, den 15. August: 1. trösses Sunger-rest des Gaues in den Räumen des Schützenhofes zu Herford. 6—10 Uhr: Empfang der fremden Vereine. 11„ Chorprobe für Männer-Chöre im Schützenhof, gemischte Chöre bei Tiemeler, Stift Berg. 3" Grosser Festmarsch durch die Stadt nach dem Schützenhof. Von 4 Uhr ab: Grosses Vokal- u. Instrumental-Konzert. Männer- und gemischte Chöre. Musik: Städt. Orchester Herford, Dirigent Herr Düngel. 8 uhr: Fest-Ball. Bei eintretender Dunkelheit: Grosses Brillant-Feuerwerk, itteuroie: Herren inkl. Dame 50 Pfg. Riopreid. Einzelne Damen 30„ Um zahlreichen Besuch bittet 4254 Das Festkomitee. 0000000000000008 000098 Ttziarermonrärischer Herein für den Wahlkreis Fielefeld-Wiedenbruck. 4196 Ortsgruppe Quelle. Sonnabend, 7. August. Tagesordnung: 1. Bericht von der General=Versammlung. 2. Vorschläge für die Bevollmächtigten. Ortsgruppe Uerentrup. Sonnabend, 7. August, abends 9 Uhr, im Vereinslokal. Ortsgruppe Schildesche. Sonnabend, 7. August, abends 9 Uhr, im Lokale des Wirts Lücking. Tagesordnung: 1. Vorschläge für die Bevollmächtigten. 2. Bericht von der Generalversammlung. Ortsgruppe Sieker. Sonnabend, 7. August. Tagesordnung: 1. Erster Vortrag des Genossen Hoffmann über Kulturentwicklung. 2. Berichterstattung von der Generalversammlung. 3. Bericht und Abrechnung des Vorstandes. 4. Vorschläge für die Bevollmächtigten. 5. Kommunales. Ortsgruppe Stieghorst, Sonnabend, 7. August, abends 8½ Uhr, bei Klemme. Tagesordnung: Vorschläge für die Bevollmächtigten und Revisoren. Die Mitglieder sind verpflichtet, in den MitgliederVersammlungen zu erscheinen. Der Vorstand. Der Gehrenberg= ist für den Radfahr=Verkehr freigegeben. Bielefeld, den 4. August 1909. Die Polizei=Verwaltung. Stapenhorst. 4237 Hebung der Staatssteuerzuschläge für 190. Wo gehen wir hin?? Im Jägerhof, Goldstr. 12, ist jeden Sonnabend und Sonntag Grosses Künstler=Konzert. Elntree frei.. Bier 10 Pfg. Sonntags Matinee von 11½ bis 2 Uhr. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Restaurant Jägerhof 3764 I. A.: Herm. Borgstädt. Schildesche. Schildesche. Restaurant zur Erholung Inhaber: Aug. Höner. Telephon 1413. Schönster Ausflugsort für Familien und Vereine. Schattiger Garten mit grosser Veranda. Schöne Restaurationszimmer. Eine der Neuzeit entsprechende Kegelbahn. Spezialität: Westfällschen Schinken.— Täglich frische Milch, guter Kaffee.— ff. Biere u. Getränke. Aufmerksame Bedienung. Mässige Preise. 2372 Haltestelle der elektrischen Strassenbahn. Die vom 1. April 1909 ab von den Einkommensteuerpflichtigen mit einem Einkommen von mehr als 1200 Mk. und von allen Ergänzungssteuerpflichtigen zu entrichtenden Staats=Steuerzuschlage sind nunmehr festgesetzt. Da die Einzahlung der Steuern für das 1. Vierteljahr bereits erfolgt ist, werden diese Zuschläge bei der Steuerzahlung im August für das erste halbe Jahr mit erhoben. Die Zuschläge betragen für die einkommensteuerpflichtigen physischen Personen, sowie diejenigen eingetragenen Genossenschaften, deren Geschäftsbetrieb über den Kreis ihrer Mitglieder hinausgeht, und die Vereine, einschließlich eingetragener Genossenschaften, zum gemeinsamen Einkaufe von Lebens= oder hauswirtschaftlichen Bedürfnissen im großen und Ablaß im kleinen, auch wenn ihr Geschaftsbetrieb nicht über den Kreis ihrer Mitglieder hinausgeht, wenn sie veranlagt sind: zu den Steuersätzen von 12—52 Mk.: 5% „ 60—300„: 10% „ 330—600„: 15% „ 630—900„: 20% „ 960 und höher: 25% Für die Gesellschaften mit beschränkter Haftung beträgt der Zuschlag für obige Steuersätze: 7,5%, 15%, 22,5%, 30% und 40%, für die Aktiengesellschaften: 10%, 20%, 30%, 40% und 50%. Die zur Erganzungssteuer veranlagten Personen haben von dem veranlagten Satze durchweg 25% Zuschlag zu zahlen. Neue Steuerzettel über diese Zuschläge werden nicht ausgefertigt, die Mehrbeträge werden vielmehr bei der Zahlung der Steuer für das 2. Vierteljahr von den Beamten der Stadtkämmerei auf dem Steuerzettel vermerkt und in Höhe der ersten Hälfte sosort miteingezogen. Durch die Berechnung der Zuschläge und Uebertragung derselben auf die einzelnen Steuerzettel wird die Abfertigung der Steuerpflichtigen sich im nächsten Hebetermine gegen früher erheblich verzögern. Wir empfehlen daher dringend, zur Zahlung der fälligen Beträge für das II. Vierteljahr nicht die letzten Tage vor dem 16. August zu benutzen, sondern möglichst mit der Zahlung Ende Juli oder Anfang August zu beginnen. Nur dann kann auf eine schnelle Abfertigung eines jeden Einzelnen gerechnet werden, während andererseits wenige Tage vor dem 16. August ein längeres Warten an den Schaltern der Hebestelle nicht zu vermeiden ist. 4120 Bielefeld. Der Magistrat. Nr. 182. Die gewerksch und je Von einem Vortr Präsident der Gewerk tion of Labor), am S hielt, gibt der„Vorwö Einleitend bemerkt Vortrages natürlich n denn dazu sei dasselbgefaßte Darstellung Industrie und dem E ersten Anfänge der C Sklavenbefreiungskrie einsetzten, fielen aus: sich zusammen. Män trieben die Gründung tion, die sich freihielt und sich nur die Förl Arbeiterklasse zur Auf die amerikanischen Ge folgen die Taktik, sich zu verwirklichen und Turch diese Taktik sir haben einen großen bekommen. Wir bild werkschaftsbewegun sind noch nicht zufried wir auch sagen können lassen können. Wir! den Achtstundentag du nicht gebracht, sonder schaften erkämpft. C ganze Baugewerbe de abendnachmittag. D braucht nicht erst erwi bei diesen Erfolge sich Ne Verbesserungen zu er einem Kampfe, der 17 den Achtstundentag e arbeiter, der ich selbst Achtstundentag. Die Streik, der 24 Wochen des Achtstundentages von 33 Prozent. 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Ein Brillan recht zu der ganzen Träger desselben eie höre. „Des andern Ersch fallender, denn gerad in eine anständige en ärmeln treten wurde, rauhen Goldwäscherkein wollenes oder schwarzen Frack, eine schuhe trug. Selbst dem Justiz unbeachtet vorüberali dem Mann ab, zu nach der ungewohnl aber traf er auf ErbFreude strahlendes E dieser Richtung auf. gerade gegenüber, he mußte seine Neugier „Ah, Sie haben im roten Hemd, ind stützen bing, seinen! die Höhe drehte und hat gewiß wieder sei eine Flasche!" „Halt!“ rief da I mit uns trinken, Gi „Ich danke, lacht „ellt, ei beste! ein anderma Whston Leiad. Jot= Fiechten, offene Beine llten Rat, wie sie schnell von ihren Leiden befreit iller, Herforderstr., heiderschule. 3565 990 We g..... 0 S Nr. 182. Bielefeld, Sonnabend, 7. August 1909. 20. -Sängerbund ipp. Fürstentumer. grant. er rest les zu Herford. Im Schützenhof, Stift Berg. h die Stadt nach dem imental-Konzert. öre. nt Herr Düngel. lant-Feuerwerk, me 50 Pfg. 30„ estkomitee. 800003989 Verein 4196 August. Tagesneral=Versammlung. ibend, 7. August, jabend, 7. August, Lücking. Tagesnächtigten. 2. Bericht August. Tagesossen Hoffmann über von der General= ing des Vorstandes. 5. Kommunales. bend, 7. August, ssordnung: Vorseln n den Mitgliederder Vorstand. ung. " Verwaltung. nhorst. serzuschlage nmensteuerpflichtigen wek. und von allen n Staats=SteuerzuI. Vierteljahr bereits Steuerzahlung im n. nmensteuerpflichtigen etragenen Genosseneis ihrer Mitglieder eingetragener Gevon Lebens= oder zen und Ablaß im icht über den Kreis nlagt sind: Mk.: 5% „: 10% „: 20% öher: 25% Haftung beträgt der %, 22,5%, 30% 0%, 20%, 30%, er veranlagten Perchweg 25% Zuschlag werden nicht ausgebei der Zahlung der Beamten der Stadtd in Höhe der ersten d Uebertragung derdie Abfertigung der ine gegen früher eresiens der fälligen in Tage vor dem it der Zahlung Ende Nur dann kann auf nen gerechnet werden, dem 16. August ein bestelle nicht zu ver4120 Der Magistrat. Die gewerkschaftliche Bewegung diesseits und zenfeils drs Gfraus. Von einem Vortrage, den Samuel Gompers, der Präsident der Gewerkschaften Nordamerikas(American Federation of Labor), am Sonnabend im Berliner Gewerkschaftshaus hielt, gibt der„Vorwärts“ die wesentlichsten Grundzüge wieder: Einleitend bemerkte der Redner, er könne im Rahmen eines Vortrages natürlich nicht alle Seiten seines Themas beleuchten, denn dazu sei dasselbe zu umfassend. Er gab dann eine kurzgefaßte Darstellung von der Entwicklung der amerikanischen Industrie und dem Entstehen der Gewerkschaftsbewegung. Die ersten Anfänge der Gewerkschaftsbewegung, die bald nach dem Sklavenbefreiungskriege und dem Emporkommen der Industrie einsetzten, fielen aus Mangel an einem einheitlichen Prinzip in sich zusammen. Männer, welche die Verhältnisse kannten, betrieben die Gründung einer neuen gewerkschaftlichen Organisation, die sich freihielt von der Vertretung politischer Interessen und sich nur die Förderung der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiterklasse zur Aufgabe machte. Auf dieser Grundlage haben die amerikanischen Gewerkschaften bis jetzt gearbeitet. Sie befolgen die Taktik, sich immer nur eins vorzunehmen, dies erst zu verwirklichen und sich dann neuen Arbeiten zuzuwenden. Durch diese Taktik sind die Gewerkschaften groß geworden und haben einen großen Einfluß auf allen Gebieten des Lebens bekommen. Wir bilden uns nicht ein, die amerikanische Gewerkschaftsbewegui habe ihre Mission bereits erfüllt. Wir sind noch nicht zufrieden mit dem, was wir erreicht haben, wenn wir auch sagen können, daß wir uns mit unseren Erfolgen sehen lassen können. Wir haben für einen großen Teil der Arbeiter den Achtstundentag durchgefuyrt. Die Gesetzgebung hat ihn uns nicht gebracht, sondern wir haben ihn durch unsere Gewerkschaften erkämpft. Gegenwärtig haben die Tischler und das ganze Baugewerbe den Achtstundentag und den freien Sonnabendnachmittag. Daß natürlich der Sonntag ganz frei ist, braucht nicht erst erwähnt zu werden. Doch die Arbeiter werden sich bei diesen Erfolgen nicht beruhigen, sie sind dabei, weitere Verbesserungen zu erringen. Auch die Buchdrucker haben nach einem Kampfe, der 17 Monate währte und 16 Millionen kostete, den Achtstundentag erlangt. Die Gewerkschaft der Zigarrenarbeiter, der ich selbst angehöre, hat seit dem 1. Mai 1886 den Achtstundentag. Die Bergarbeiter führten 1897 einen großen Streik, der 24 Wochen anhielt. Der Erfolg war die Einführung des Achtstundentages im ganzen Süden und eine Lohnerhöhung von 33 Prozent.„Einen ähnlichen Erfolg erreichten die Hartkohlenarbeiter. Sie waren zwar nicht organisiert, aber die organisierten Arbeiter anderer Gewerkschaften halfen ihnen und sie erkämpften in zwei großen Streiks eine Lohnerhöhung von 20 Prozent, die Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden und die Abschaffung des Trucksystems. Dreiviertel aller Bergarbeiter haben den Achtstundentag und ein Viertel, nämlich die Hartlohlenarbeiter, den Neunstundentag, dem hoffentlich bald die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit folgen wird. Wir wissen, wie wichtig die Verkürzung der Arbeitszeit ist. Wir wissen, daß wir den Arbeitern ein wertvolles Gut zu eigen machen, wenn wir ihnen einen kurzen Arbeitstag und oamit eine ausreichende Ruhe- und Mußezeit schaffen.(Beifall.) Denn um die Aufgaben, die wir uns gesteckt haben, durchzuführen, dazu brauchen die Arbeiter freie Zeit. Haben wir die erst, dann können wir an die Lösung anderer Probleme der Arbeiterbewegung gehen. Wir haben nicht nur Erfolge errungen, sondern wir haben auch verstanden, sie in schwerer Zeit festzuhalten. Als die Börsenpanik ausbrach und ihr die wirtschaftliche Krise folgte, da warnten wir die Unternehmer vor einer Herabsetzung der Löhne und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Wir sagten ihnen, wir würden uns jedem Versuch der Verschlechterung energisch widersetzen. Die Unternehmer haben infolgedessen nicht gewagt, den Arbeitern Verschlechterungen zu bieten. Das kann ich mit Genugtuung sagen.— Wir wissen, daß wir alles, was wir erreicht haben, nur unseren gewerkschaftlichen Aktionen danken.— Nicht immer war die amerikanische Gewerkschaftsbewegung einig. Es hat Mühe gekostet, eine einheitliche Bewegung zustande zu bringen. Aber heute stehen unsere Gewerkschaften so da, daß sie den Unternehmern geschlossen gegenübertreten können. Die Tatsache, daß unsere Agitatoren die Einigkeit aller Arbeiter predigen, sichert unserer Bewegung weitere Erfolge. Luftschlösser bauen wir nicht. So etwas darf es in der Gewerkschaftsbewegung nicht geben. Wir arbeiten so, daß wir alles, was möglich und erreichbar ist, durchsetzen können. Wir sind bestrebt, alle Arbeiter in die Organisation zu bringen, denn wir wissen, daß das die Voraussetzung aller Erfolge ist. Ich war zugegen, als die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands dem schwedischen Gewerkschaftsvertreter Branting für den bevorstehenden Generalstreik die Unterstützung der deutschen Arbeiter zusicherte. Ich freue mich über diesen Beschluß, denn es ist Sache aller Arbeiter, das angegriffene Koalitionsrecht der schwedischen Arbeiter verteidigen zu helfen. (Beifall.) Ich wünsche nichts sehnlicher, als daß wir die Macht hätten, ihnen zum Siege zu verhelfen.— Der Kampf in Schweden ist ja hervorgerufen durch die Tarifbewegung. Auch wir in Amerika haben Tarife mit den Unternehmern abgeschlossen. Aber wir wissen, daß durch die Tarifgemeinschaft der Friede nicht gesichert ist.(Zustimmung.) Wir wissen, daß wir unsere Organisationen stärken müssen, um weitere Erfolge zu erringen. Schon vor vierzehn Jahren war ich einmal in Deutschland. Jetzt sehe ich, daß die deutsche Arbeiterbewegung seitdem große Fortschritte gemacht hat. Ich beglückwünsche Sie dazu. Ich bin überzeugt, je mehr die deutschen Arbeiter ihre Kräfte sammeln in den Gewerkschaften, um so mehr wird auch ihr Einfluß auf ökonomischem und politischem Gebiete wachsen.— Unsere Kämpfe gelten ja nicht nur den Verbesserungen, die von heute auf morgen erlangt werden können, sondern wir wollen den Arbeitern eine bessere Zukunft erkämpfen. In diesem Sinne haben die Arbeiter aller Länder gemeinsame Interessen. Weil ich davon überzeugt bin, deshalb werde ich auch an dem bevorstehenden internationalen Gewerkschaftskongreß teilnehmen. Ich hoffe, daß uns gestattet werden wird, die amerikanischen Gewerkschaften der internationalen gewerkschaftlichen Zentrale anzuschließen. Die amerikanischen Gewerkschaften sind zu verschieden von denen anderer Länder. Sie sind den politischen und ökonomischen Verhältnissen unseres Landes angepaßt. Wenn wir nach unserer bisherigen Methode weiterarbeiten können, so werden wir in der internationalen Zentrale Schulter an Schulter mit den Arbeitern aller anderen Länder kämpfen. Ich möchte noch bemerken, daß eine hiesige Zeitung(der „Lokal=Anzeiger“) mir Worte in den Mund legt, die ich nicht gesprochen habe. Ich soll nach dieser Zeitungsnotiz die deutsche Arbeiterbewegung kritisiert haben. Was die Notiz in dieser Hinsicht sagt, das stimmt nicht. Ich wünschte, daß ich noch länger hier bleiben könnte, um Ihre Bewegung noch näter kennen zu lernen. Aber ich muß weiterreisen. Ich danke Ihnen für die Liebenswürdigkeit, mit der mich die Männer und Frauen hier empfangen haben. Ich weiß, das galt nicht meiner Perion, sondern der amerikanischen Arbeiterschaft. Bei meinem Abschied aus Amerika wurde mir aufgetragen, Ihnen die Grüße der amerikanischen Arbeiter zu überbringen. Es sind die besten Wünsche für das fernere Gedeihen der Arbeiterbewegung der ganzen Welt, für eine Verbrüderung der Arbeiter aller Länder.(Stürm. Beifall.) Nach dem Vortrage wurden an Gompers Anfragen gestellt, zu denen er sich äußerte. Sickert wünschte Auskunft darüber, weshalb die amerikanischen Gewerkschaften für das Einwanderergesetz gestimmt haben, auf Grund dessen den mittellosen Einwanderern eine so harte Behandlung zuteil werde, wie es kürzlich im„Vorwärts“ geschildert wurde. Gompers antwortete, er habe die betreffende Notiz im „Hamburger Echo“, aber nicht im„Vorwärts“ gelesen. Danach solle jeder Einwanderer, der nicht 100 Mk. aufweisen könne, wie ein Gefangener behandelt und zurückgeschickt werden. Das— sagte Gompers— ist nicht wahr. Hier sitzt ein Mitglied des amerikanischen Buchdruckerverbandes und ein Berichterstatter der sozialistischen„Newyorker Volkszeitung", beide bestätigen, daß ich recht habe.— Jeder, der als Einwanderer nach Amerika kommt und sich als Mitglied einer Gewerkschaft legitimieren kann, wird in unsere Gewerkschaften ausgenommen. Unsere Stellung zur Einwanderung ist die: Wir wollen nicht, daß alle Länder der ganzen Welt ihre minderwertigen Elemente an uns abgeben, die als Lohndrücker zu uns kommen, unsere gewerkschaftlichen Erfolge bedrohen und die wir schließlich noch ernähren müssen. Sollen denn die Gewerkschaften nicht das, was sie errungen haben, gegen die Massenverschlechterung verteidigen? In jedem Einwanderer, der nicht unsere Lage verschlechtern will, sondern bereit ist, mit uns für die Verbesserung der Lage der Arbeiter zu wirken, sehen wir unseren Bruder, (Beifall.) Dittmer fragte, wie Gompers sich zu den bürgerlichen Parteien stelle, er solle ssich bei den Wahlen für eine bürgerliche Partei ins Zeug gelegt haben. Warum gingen die amerikanischen Gewerkschaften nicht mit der sozialistischen Partei? Gompers: Ich habe versucht, Ihnen einige Ideen, Gedanken und Tatsachen aus der amerikanischen Arbeiterbewegung zu übermitteln. Ich habe aber nicht von meiner Person gesprochen und meine Person nicht zur Diskussion gestellt. Für meine Taten bin ich den amerikanischen Arbeitern verantwortlich. Ich muß es ablehnen, auf eine Frage zu antworten, die nicht hierher gehört. Meine Tätigkeit wurde von der gesamten Arbeiterschaft Amerikas gutgeheißen, gleichzeitig wurde ich aufgefordert, in derselben Weise weiterzuwirken. (Beifall und Widerspruch.) Legien: Die Frage, die Dittmer stellte, war überflüssig. Wenn ein Vertreter einer anderen Nation uns sagen würde, wir seien ungeschickt in der Politik und müßten eine andere Taktik einschlagen, dann würden wir sagen: Das machen wir, wie wir es für richtig halten. Ich kenne Gompers seit fünfzehn Jahren und weiß, daß er genau so denkt wie wir. Ob es angebracht ist, in Amerika eine sozialistische Gewerkschaft zu schafsen, das ist eine Frage, die wir nicht entscheiden können. Einig ist Gompers mit uns darin, daß das Kapital bekämpft werden muß und daß in diesem Kampfe alle Arbeiter zusammengehören. Natürlich muß Gompers so arbeiten, wie es die Verhältnisse seines Landes bedingen. Was würden wir in Deutschland tun, wenn alljährlich Millionen indifferenter Arbeiter zu uns hineingeworfen würden, denen wir machtlos gegenüberständen. Wir haben ja etwas derartiges gehabt. Italiener, Böhmen, Polen, Russen sind als Lohndrücker zu uns gekommen. Aber wir sindin der Lage, unsere Agitation zu diesen Arbeitern zu tragen und sie aufzuklären, ehe sie zu uns kommen. Das können die amerikanischen Arbeiter nicht, sie müssen sich also in anderer Weise gegen die Lohndrücker schützen. Meistens sind es ja nicht die besten Elemente der Arbeiterschaft, die nach Amerika hinübergehen. Die Elite der Arbeiterschaft führt den Kampf um Verbesserung ihrer Lage im eigenen Lande.— Worauf es vor allem ankommt, das ist, die Arbeitermassen zu vereinigen. Wer ist wahrhaft revolutionär? Vielleicht der, welcher sagt, du hast unrecht getan, daß du zum Gabelfrühstück gegangen bist, oder der, welcher die Arbeiter vereinigt, um mit der kompakten Masse die heutige Gesellschaft zu beseitigen? Der wahre Revolutionär ist der, der die Masse zu vereinigen sucht. Wie wir diesen Versuch in Deutschland machen, so tut es in Amerika die Federation of Labor, deren Präsident Gompers ist.— Die Diskussion hier durfte nicht unterbunden werden, denn wir wollten nicht, daß der„Vorwärts“ berichtet, die Diskussion wurde abgeschnitten und Gompers keine Gelegenheit gegeben, zu antworten. Freie Diskussion soll sein, aber was hier in der Diskussion vorgebracht wurde, das gehört nicht hierher. Wir freuen uns, daß es endlich gelingt, die amerikanischen Gewerkschaften mit uns zu vereinigen. Wenn wir so urteilen wollten, wie es aus der Fragestellung hervorgeht, dann müßten wir die Franzosen von unserer internationalen Verbindung ausschließen, denn die französischen Gewerkschaftsführer sind Anarchisten, welche die sozialdemokratische Partei bekämpfen. Im Vergleich mit diesen stehen uns die amerikanischen Gewerkschaften viel näher. Wir haben trotz ihres politischen Standpunktes die französischen Arbeiter mit uns zu vereinigen gesucht, wir nehmen auch die Amerikaner auf in dem Gedanken: Vereinigt euch, dann habt ihr die Macht. Wenn wir von diesem Standpunkt aus die Frage betrachten, dann dienen wir dem Interesse der Arbeiter.(Beifall.) Dittmer: Was Legien über Vereinigung aller Arbeiter sagte, ist selbstverständlich. Wenn sich die Amerikaner der Internationale anschließen wollen, dann ist der Wunsch wohl berechtigt, über ihre Stellung zu den politischen Parteien etwas zu hören. Wenn Gompers diese Frage nicht beantworten will, so ist das seine Sache und sein Recht.(Beifall.) Gompers: Die Frage, die mir Herr Dittmer vorlegte, ist in Amerika hundertmal und öfter an mich gerichtet worden. Dort habe ich sie beantwortet. Hier tue ich es nicht, denn Sie kennen unsere Verhältnisse nicht und können deshalb nicht beurteilen, ob meine Antwort zutreffend ist. Den amerikanischen Arbeitern hat meine Antwort immer genügt und sie haben mich beauftragt, Gold. Roman aus den Goldfeldern Kaliforniens von Friedrich Gerstäcker. 32— Mehr und mehr Gäste hatten sich indessen gesammelt, meistens Franzosen, die sich zusammen an ihren Tischen hielten, und auf das lebhafteste fast nichts anderes als das neue Gesetz besprachen. Aber auch noch zwei Deutsche waren dazu gekommen, die mit einem kurzen aber höflichen„Guten Abend“ an dem nämlichen Tische Platz nahmen, an dem ihre Landsleute saßen. Der eine von ihnen war ein noch junger Mann, mit dunkeln gelockten Haaren und ebenfalls in ein rotwollenes sogen. Minerhemd gekleidet, unter dem er jedoch noch ein anderes von schneeweißer und wie es schien sehr feiner Leinwand trug. Auch die Beinkleider— Rock oder Jacke hatte er nicht an— waren, wenn auch hier und da durch Dornen oder scharfe Steine beschädigt, nach dem neuesten Schnitt gemacht und vom feinsten Stoff. Ein Brillantring an seinem Finger paßte aber nicht recht zu der ganzen übrigen Umgebung und verriet, daß der Träger desselben eigentlich einer anderen Gesellschaft angevor. H Amsehuns uach anf Des andern Erscheinung war in dieser Umgebung noch auffallender, denn gerade so wie wir erstaunt sein würden, wenn in eine anständige europäische Gesellschaft ein Herr in Hemdsarmeln treten würde, so auffallend war es hier, zwischen all den rauhen Goldwäscher=Gestalten einen einzelnen zu treffen, der kein wollenes oder buntbaumwollenes Hemd, sondern einen schwarzen Frack, einen runden hohen Hut und— Glacéhandwuhe trug... Saken faust gemähnlich „Selbst dem Justizrat, an dem solche Sachen sonst gewöhnlich unbeachtet vorüberglitten, fiel das auf, und er drehte sich von dem Mann ab, zu seinem Nachbar an der Rechten, um sich nach der ungewöhnlichen Erscheinung zu erkundigen. Hier aber traf er auf Erbes dickes, im Genusse des Champagners vor Freude strahlendes Gesicht und— gab jede weitere Frage nach dieser Richtung auf. Neben seinen andern Nachbar, dem Aktuar gerade gegenüber, hatte sich aber der Fremde gesetzt, und er mußte seine Neugierde für den Augenblick unbefriedigt lassen. „Ah, Sie haben Champagner,“ lachte da der junge Mann im roten Hemd, indem er seinen Strohhut auf eine der Zeltstützen bing, seinen leichten dunkeln Schnurrbart ein wenig in die Höhe drehte und dann an dem Tische Platz nahm,„Johnny hat gewiß wieder seinen splendiden Tag, Herr Wirt, mir auch Eine Glaschel,## Cohnun bin Wum anastradenh#i, wisse „Halt!“ rief da Joynny, den urm ausstreckeno,„Sie mussen“ mit uns trinien, Graf Beakdorf.“ e g 1# Shm „Ich danke,“ lachte dieser,„heute avend hab ich schon selber bestellt, ein andermal.“ „Graf Beckdorf?“ flüsterte der Justizrat erstaunt Erbe zu; dieser aber hörte die Bemerkung nicht, sondern betrachtete mit breitem Grinsen den Mann im schwarzen Frack, der eben einen feingestrickten wollenen Schal von der Kehle abwand. Sich dann zu ihm über den Tisch biegend, sagte er:„Sie haben wohl einen cold gecatcht, Mister Bu— Bubli— wie heißen Sie gleich?“ „Bublioni,“ lachte der Mann im Frack, der Erbe schon kannte, indem er leicht hinter die vorgehaltene Hand hustete;„nein, Doktor, ich trage den Schal nur, damit ich keinen„cold catche“ wie Sie sich auszudrücken belieben. Wo haben Sie eigentlich Ihr famoses Deutsch gelernt?“ „Iche? in Leipzig— wo anders?" „Und sagt man da cold catchen, statt erkälten?" „Na, of course— oder eigentlich mehr in die States; aber das ist alles a like; Sie wissen ja doch, was ich meine.“ „Jawohl, bester Doktor, jawohl.“ Binderhof und Lamberg hatten sich indessen mit Korbel in ein Gespräch über die Bearbeitung der Minen eingelassen, und von dem Wein erhitzt, wurde die Unterhaltung bald laut und lebhaft. Je weiter der Abend dabei vorrückte, desto mehr Gäste sammelten sich, und die Tische waren schon fast vollständig besetzt. Da kamen noch zwei Deutsche herein, und zwar ein kleiner Bursche mit einem riesigen feuerroten Bart und einer viereckigen Pelzmütze, ein Apotheker Kulitz, und hinter ihm derselbe Mann in den Wasserstiefeln, der heute morgen dicht vor der Flat das junge Eselfüllen totgeschossen hatte. „Guten Abend, Kulitz— wie geht's?“ rief ihm Fischer entgegen.—„Hierher, Mann, Ihr kommt gerade zur rechten Zeit, um noch ein Glas Sprühgeist mitzutrinken. Wen habt Ihr da? einen frischen Landsmann?" „Jawohl, einen Schiffsgefährten,“ sagte Kulitz, etwas verlegen lächelnd.„Er ist eine Zeitlang in San Francisco gewesen und will jetzt auch sein Glück in den Minen versuchen.“ „Dann soll er sich aber eine andere Gesellschaft suchen wie die unsere!" rief Binderhof, von seiner Bank aufstehend, und die übrigen sahen bald ihn, bald den also Empfoylenen erstaunt an. „Donnerwetter ja!“ rief aber jetzt auch der Justizrat,„ist ja der nämliche Kerl, der heute Schläge bekommen hat— Kutscher!...„, G.shihte“ faste Gamber:#. „Ach, laßt die alte Geschichte,“ sagte Lamberg dazwischen; „Jeder sege hier vor seiner Tür; was geht das uns an!“ „Was das uns angeht?“ rief aber Binderhof,„das geht mich so viel an, daß ich wenigstens mit dem Lump nicht an einem Tische sitzen will.“„.. 9 „Hallo, was ist denn da vorgefallen? was gibt's?“ riefen die Deutschen untereinander. Der mit den Wasserstiefeln wartete aber eine weitere Erklärung nicht ab.„Geht zum Teufel!" brummte er zwischen den zusammengebissenen Zähnen durch. drehte sich auf dem Absatz herum und verließ das Zelt, während Binderhof jetzt mit kurzen Worten den heutigen Vorgang und die gemeine Grausamkeit des Menschen schilderte. „Der Lump!“ schrie da Fischer, mit der Faust auf den Tisch schlagend, daß die Gläser in die Höhe sprangen,„und der wagt's noch zu Landsleuten in ein Zelt zu treten? Ein Hundsfott, wer mit dem Kerl umgeht, und für vogelfrei sollte man einen solchen Schuft erklären.“ „Na nu,“ sagte aber Erbe, der sich die Sache nicht so schwarz vorstellen mochte,„was ist denn da nu weiter, wenn er auch einen Esel gekillenl hat?“ „Herr Erbe, wenn Sie sich mit ihm einlassen,“ rief aber Fischer, noch in gerechter Entrüstung über die rohe Handlung, „so war dies das letzte Glas, das Sie mit uns getrunken haben; darauf können Sie sich verlassen.“ Erbe schüttelte, wie verwundert, mit dem Kopfe, sagte aber kein Wort weiter, denn die Drohung war zu deutlich gewesen und er wollte sich einer solchen Möglichkeit nicht durch die weitere Verteidigung eines überdies wildfremden Menschen aussetzen. Der einzige, der bei diesem ganzen Empfang des Fremden und der späteren Aufregung seine vollkommene und durch nichts gestörte Ruhe bewahrte, war gerade der, der ihn hier eingeführt und als einen Freund vorgestellt hatte— Kulitz. Als ob nicht das geringste vorgefallen wäre, oder der also Zurückgewiesene ihn nicht das mindeste anginge, hatte er seiner. Platz eingenommen, forderte von dem Wirt ein Glas Likör, holte dazu eine Tafel Schokolade und ein in Papier eingeschlagenes Stück holländischen Käse aus seiner eigenen Tasche und verknusperte die beiden, doch eigentlich nicht recht zusammenpassenden Gegenstände, ohne auch nur ein Wort in die Debarte hineinzureden. Zu dem Wirt an den Schenktisch war indessen ein langer Amerikaner getreten, hatte sich ein Glas Brandy und Wasser geben lassen und mit dem Wirt dann heimlich geflüstert. Dieser, der etwas Englisch sprach, schien auf das, was ihm jener vorschlug, nicht recht eingehen zu wollen; endlich zuckte er die Achseln und sagte:„Meinetwegen— wenn Sie spielen wollen, hab' ich nichts dagegen; dort an dem Tische ist gerade noch eine Ecke frei, „Dank Euch,“ sagte der Amerikaner, drehte sich ab von ihm und schritt der bezeichneten Stelle zu, an der er sich, mit einem höflichen Gruß gegen die Deutschen, niederließ. „Hol's der Teufel," flüsterte da Fischer den neben ihm sitzenden Graf Beckdorf zu,„das ist der nämliche Halunke, der neulich den Indianer verwundet oder gar umgebracht hat, und hinter dem der Häuptling heute her war, einer dieser nichtsnutzigen betrügerischen amerikanischen Spieler, was will denn der an unserm Tische?“ „Gentlemen,“ wandte sich da der Amerikaner, sie nicht lange über seine Absichten in Zweifel lassend, an die Gesellschaft,„wenn Sie nichts dagegen haben, können wir ja wohl ein Spielchen machen? Die Abende sind lang, und man weiß wahrhaftig manch lonischen Arbeiterscheft selbst. Hler kann die Frot nicht pie sgnichend dineingelassen sein, ese sie in eine aneri. der Gründlichkeit, die notwendig ist beantmarter denP Organisation eintreten könnten... de. Ernnelichten, die notwendig ist, beantworter werden. Wenn ich, Sie fragen wurde, wie kommt es, daß Sie in ven würde, wie kommt es, daß Sie in Deutschland s Heonemen Frage gebrückt haf— neben den sozialistischen Gewerkschaften noch Christliche, Hirsch= der: Hann den Periser Zurhziter un auch nicht in VerwunDunckersche und Gelbe haben, so könnte Herr Dittmer diese Redeschern, vor denen er etwa dieselbe Frage auch nicht in einer halben Stunde beantworten.(Heiter diesn wie vor den Berlinern, eine, e3. vig ,zesser, als sie ei zund Besan). aue eonworten, Geiter Versammlungsleiter Körsten richtete Worte des Dankes an den ameritanischen Gast, gab der Befriedigung Ausan die er durch Vereinzsgräßs mit den amerikanischen Arbeitern, schen okrbeitr.." Prcndenten Gompers die Grüße der deut#en#epeiter zu übermitteln ersucht; er wünschte den schwedischen Arbeitern einen vollen Erfolg in ihrem Kampfe und schloß mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. *** und das zu erfahren wünschten. Uebrigens hien er es in Paris für nötig, sich gegen den Vorwurf zu verteidigen, er sei ein Ahgesandter der amerikanischen Begierung Mann diesein Abgesandier der ameritunischen Regierung. Verwahrung wohl auch Glauben beizumessen ist, Auftreiten d.a Herrs, Gompers“ t Garstach hräf##e Redaktion des„Vorwärts“:„Ueber den der Pcestene Lompers wäre gar manches zu sagen; doch ier##r. Ameriean Federation of Labor kein Sozialhaven wir mit ihm über seine unsozialistischen Anschauungen in der Einwandererfrage usw. nicht zu rechten. Wenn dieser „gorung wohl auch Glauben beizumessen ist, so kann man nach dem Auftreien des Herrn Gompers schließlich doch verstehen, wie solche Gerüchte zustande kommen. Nun hat Herr Gompers gesagt, seine Tätigkeit werde von der gesamten Arbeiterschaft Amerikas gutgeheißen. Dieser kühnen Behauptung gegenüber braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß bei den Wahlen des Jahres 1908 in Amerika 614000 sozialdemokratische Stimmen abgegeben worden sind! Darüber, ob Herr Gompers sich mit Recht aufs hohe Pferd setzte, als er die Anfrage des Genossen Dittmer ignorierte, läßt sich auch wohl streiten. Wer einen Vortrag über„die Gewerk#e tunn sig, nur darum handeln, das, was er sachlich ver antündzer gun###e e iis und jenseits des Ozeans“ schohen hat, ins Gleichgewicht zu rücken. werti der darf sich, zumal wenn er als Präsident der GeDaß Herr Gompers den Mut fand, die Meldungen sozial verk'schaften Nordamerikas firmiert, nicht wundern, daß eurodemokratischer Blätter über die rigorose Behandlung, die den Häßschs=Arbeiter etwas mehr zu hören erwarten, als eine Serie Einwanderern durch die amerikanischen Behörden in letzter hübschtingender Phrasen, und daß sie vor allen Dingen über il wird, rundweg für falsch zu erklären, das kann nur Erstaunen setzen, der Herrn Gompers nicht kennt: den Gompers, der es z. B. fertig bekam, im November 1908 die zu verbreiten, die Wahlkosten unseres Genossen Eugen Debs seien von republikanischen Kapitalisten aufgebracht worden— denselben Gompers, der— aufgefordert, diese Verleumdung zu beweisen— auch nicht den schüchternsten Versuch unternahm, irgend welches Material für seine aus der Luft gegriffene Behauptung zu erbringen. Also man darf nicht erstaunt sein, wenn Herr Gompers die Wahrheit malträtiert und den amerikanischen Einwanderungskommissar gegen die deutschen Sozis verteidigt. Allerdings so vorlichtig hätte, der gute Mann nicht sein sollen, sich auf die „Neuhorker Volkszeitung“ zu berufen, die ja gerade— als ssealdemokratisches Oreznpangerungs,ozus gegen die rücksichts. den Haupt= und Grundunterschied zwischen den Gewerkschaften diesseits und denen jenseits des Ozeans informiert zu werden wünschen. Den Vorwurf, den Gompers erhob, als er sagte, Dittmer habe ihn unhöflich(improperly) zur Rede gestellt, diesen Vorwurf kann man verdoppelt und verdreifacht Herrn Gompers zurückgeben, der die Beantwortung so schroff wie denkbar zurückwies und die deutschen Arbeiter unter der, Blume für zu dumm erklärte, seine Ausführungen zu ver„Und damit genug, mehr als genug von Herrn Gompers, über dessen Speech und ganzes Gebaren man lächelnd hinwegsehen und=gehen könnte, wenn nicht die Erinnerung an diesen Abend unauslöschlich verknüpft wäre mit der Erinnerung an das mehr als eigenartige Auftreten des Genossen Legien, der den Moment und die Situation für geeignet hielt, seinen Sozialismus in einer benenen wuit er hrheige shans ses= Binse schch gekommen wäre. Wir wissen nicht, was ihm Veranlassung gab, haben gar keinen Eindruck auf die biesigen Behörden gemacht... Williams bemerkte, daß er die Einwanderungsgesetze so wie bisher durchführen werde und sich um das„Geschrei“ nicht kümmere! Williams versuchte dann das Zirkular zu erklären, worin gesagt wird, daß es für Einwanderer nicht ratsam sei, hierher zu kommen, wenn sie nicht mindestens 25 Dollar besitzen. Williams ließ bekanntlich viele Einwanderer deportieren, die so viel Geld nicht bei sich hatten...“ nicht das allermindeste verloren.“ Politische Uebersicht. Ueber Menschenfresserei in Kamerun führt Hauptmann Dominik in einem Bericht über die Strafexpedition gegen die Südmaka, die im März stattfand, nach dem„Deutschen Kolonial= blatt" u. a. folgendes aus: Im Interesse der fortschreitenden Kultur der Kolonie ist es Geseianer Pas:, Wesdington sigt dam de„Repwerker Peiseten Blelsag sesisrf gsese gernachtund ein Stamnn der salls Hie Massendeportatz Juli) eberPPlacsie 8is dei Zald er Peite se alten Grinde vor, wobes Pasea. Die, nördlsichen Molsa, die im Danebezirt Arseiter er sagte, daß die Huhl her verinierten Personen jetzt so groß steuen und Straßen bauen, haben sich in den Strafarbeitern, um„uner- die ich nach ihrer Unterwerfung im Jahre 1907 dem Eisenbahnauch die krankhaften Pexversitätsgelüste, die mit Menschenfresserei verbunden sind, wie ich sie bei den„Mantigers“ oder „Aligators“ in früheren Zeiten im Jaunde und Duelg u in,früheren Heilen im Jaunde und Duala antraf Möglich ist es ja, daß die tolle Menschenfresserei der Maka sich aus der Fleischarmut ihres Landes erklärt, in dessen Sümpfen man zurzeit keinem Stück Wild auf Läusen begegnet; dafür sind die zahlreichen Wasser ungemein fischreich, und in die Sümpfe sind die Maka doch erst in den letzten zwanzig Jahren von den vorrückenden Fau=Stämmen(Jengone, Jebekollel und den Jekabba gedrängt worden. Früher saßen sie ungestört zu beiden Seiten des Njong von Akonolinga aufwärts. Das südliche Makagebiet, soweit es von der Expedition befriedet wurde, ist absolut flach, und ein Teil seiner stagnierenden Sümpfe hat einen Abfluß zum Njong, ein anderer zum Djah, so daß die verschiedenen Flußsysteme hier in der Tat, jedenfalls in der Hochwasserzeit, in Verbindung stehen, ebenso wie im nördlichen Makalande die Njong= und Sanagazuflüsse durch Sumpfstrecken zusammenhängen. sei, weil alles aufgeboten werde, Bänichte Personen“ fernzuhalten. Nicht weniger ### 7v0 Leute sollen in den nächsten Tagen deportiert werden. alexander Reidmew, der detiniert wurde, weil er nur 2,50 Dollar bei sich hatte, wird zur Landung zugelassen werden, da seine Freunde 50 Dollar für ihn deponierten und Arbeit für ihn besorgen werden. Erst gestern erfuhr man, daß am 29. Juni ein junger kann namens Johann Wirzy deportiert wurde, weil er nur 15 Dollar vorzeigen konnte. Der Schreiner Anton Wirzy, der Onkel des jungen Mannes, kam mit 120 Dollar in der Tasche nach Ellis Island, um seinem Neffen das Geld zu geben, aber man bedeutete ihm, daß er warten müsse, und mittags wurde ihm gesagt, daß er einen anderen Paß holen solle. Er tat dies und wartete wieder bis 5 Uhr. Dann wurde ihm gesagt, daß er seinen Neffen nicht sehen könne, und am nächsten Tage wiederkommen solle. Als ( er sich am nächsten Tage auf Ellis Island einstellte, wurde ihm gesagt, daß es„schon zu spät“, da der junge Mann bereits deportiert sei.“ Diesen Tatsachen gegenüber müssen alle Gompersschen Beschönigungsversuche versagen, und wenn er das hübsche Bild malte, wie jedes einwandernde Gewerkschaftsmitglied in die amerikanischen Organisationen ohne weiteres ausgenommen werde, so diente ihm ein Diskussionsredner nicht übel, der da sagte: die einwandernden Gewerkschaftler müßten doch erst mal amt und der Jaundestation zugeführt habe, als so brauchbar erwiesen, daß die Eisenbahn dringend um weitere Maka bat, und in Jaunde arbeitet eine Anzahl derselben Maka jetzt gut bezahlt als Maurer. Die Hauptförderer für die Stammeskultivierung und die Abschaffung der barbarischen Gebräuche bietet aber zweifellos möglichst reger Verkehr mit Europäern und fortgeschrittenen Stämmen. Die Maka fressen Menschenfleisch als Nahrungsmittel, verschonen auch ihre eigenen Toten nicht, kaufen Menschen und machen sie zum Schlachten fett. Darin unterscheiden sie sich wesentlich von den übrigen Stämmen Kameruns, die ich im Urzustand noch menschenfressend angetroffen habe. Am nächsten stehen ihnen wohl die Niem, die aber ihre eigenen Toten verschonen und sie im Walde aufrecht an Bäumen festgebunden bestatten, angeblich, damit sie sich um so schneller in Leoparden verwandeln können. Die ärmeren Volksklassen, die nicht immer frisches Fleisch haben konnten, leisteten sich auch bei den Jekabba, Wute und Esum früher Menschenfleisch, aber das rührte von erschlagenen Feinden her, und es verband sich mit dem Genuß die Idee des Triumphes und der Stärkung des eigenen Mutes, der persönlichen Kraft, die von dem Erschlagenen auf den Sieger überging. Ganz etwas anderes als diese rein physische Anthropophagie der Maka sind die religiösen Gebräuche des Essens der Leber oder sonstiger Teile des menschlichen Körpers, wie ich sie bei den Ngi=Zaubereien der Fan=Stämme, ebenso wie auch bei den Duala fand. Und etwas anders sind mal nicht, wie man die Zeit totschlagen soll, denn im Dunkeln läßt sich nun einmal leider kein Gold waschen.“ „Mit den Worten nahm er ein Spiel spanischer Karten aus seiner Seitentasche, legte sie vor sich hin, und hob dann einen bis dahin unter dem Mantel gehaltenen ziemlich gewichtigen Beutel auf den Tisch. „Ah, vortrefflich!“ rief Johnny, der keine Karte sehen konnte, ohne augenblicklich den Spielteufel in sich zu fühlen,„jetzt kommt Leben in die Sache.“ „Das bezweifle ich, Napoleon,“ sagte Fischer ruhig,„denn wenn du den Betrügern dein Geld in den Hals jagen willst, wirst du wahrscheinlich wo andershin gehen müssen?" „Wo andershin? Und weshalb?“ rief der Kleine,„hier ist alles fix und fertig, und jetzt sollt ihr einmal sehen, wie ich dem Herrn da die Unzen aus dem Beutel ziehe.“ „Das sieht vielleicht ganz hübsch aus, Johnny,“ erwiderte Fischer,„aber wenn die übrigen Landsleute meiner Meinung sind, so dulden wir hier kein Spiel. Ich denke, die Franzosen da drüben haben dieselbe Ansicht.“ m.# Zigeßs, git dem Spieler! sagte da auch Graf Beckdorf,„diese #### des Landes soll da bleiben, wohin sie gehört, bei den Ameriranern. Fischer hatte zugleich einige Worte mit den ihm nächsten Verselis ePe eer gelise ric e eigrd. eipgien Ke. aber zugleich „Nun, wer nicht spielen will, läßt es bleiben,“ lächelte der Amerikaner, Johnny zunickend,„wir beide fangen indessen an. Hier, Sir, liegt drei und Aß, und hier fünf und neun, auf welche?“ „Es soll hier in dem Zelte nicht gespielt werden, Sir,“ mischte sich aber Fischer in das Gespräch,„ich glaube, das wird euch deutlicher sein. Ihr habt uns doch nun verstanden?" „Ist dies Euer Zelt, Sir?“ frug der Amerikaner trotzig zuruck. „Die Sache geht dich gar nichts an, Fischer,“ rief auch Johnny. „Halts Maul, Napoleon,“ sagte aber Fischer ruhig.„Du bist überstimmt und kannst nichts machen. Dies ist allerdings nicht mein Zelt, aber es gehört dem Manne, der euch eben gesagt hat, daß hier nicht gespielt werden soll. Seid also so gut und packt eure Lockvögel wieder ein, wir Ausländer haben mehr Verstand, als uns damit fangen zu lassen.“ „Ihr seid der Dolmetscher von heute, nicht wahr?“ sagte der Amerikaner, und maß ihn mit einem boshaften Blick von oben bis unten. „Jawohl,“ sagte Fischer,„und wenn wir hier Recht und Gerechtigkeit in den Minen hätten, oder einen andern Menschen zum Richter als diesen Holzkopf von Major, so säßet ihr jetzt gewechselt, und diese, rasch auffahrend, stimmten ihm in Eisen, anstatt hier mit Eurem Goldbeutel, herumzulaufen.“ bei, in diesem Helle das Spier nicht zu bulden. Da!„Das ist Eure Meinung von der Sache?“ lachte der Ameririch wahrschesgsich a-#estanden war, glaubte kaner.„Schade, daß Ihr nicht Alealde seid. pointieren woslzen mischigt####sie jetzt zu ihm kommen und„Für Euer Gelichter ein Glück.“ brummte der Deutsche,„und neu, mis###e deshalb lächennd seine Karten, ließ sie nun seid so gut und räumt den Tisch hier. Wir brauchen den gleiten und sagtesdann, das Spiel) Platz hier für eine ehrlichere Unterhaltung, für Flaschen ae e, gserscht senden Erke Hnüberschiebend:„De vo kuncd und Biser..„ 0 br 6 „Sir!“ rief der umerikaner mit kaum verbissener Wut. 10 cuf, Sir! „Cut yourself!“ antwortete ihm aber Erbe, eyne seine Hände aus den Taschen zu nehmen, und mit dem Doppelsinn des Wortes. Fischer indessen, ohne sich weiter mit dem Spieler einzulassen, war zum Wirt getreten und hatte hier, von den Franzosen kräftig dabei unterstützt, seinen festen Entschluß ausgesprochen, daß sie alle das Zelt verlassen und nicht wiederkommen würden, wenn er es zu einer Spielhölle machen wolle. Dieser hätte nun vielleicht ganz gern gesehen, daß in seinem Zelt dann und wann gespielt wurde, denn die Leute blieben da später in die Nacht vinein sitzen und tranken mehr. Seine Gäste wollte er sich aber natürlich nicht damit vertreiben und ging deshalb zu dem Amerikaner, ihm deren Entschluß mitzuteilen. „Mister,“ sagte er dort,„die Herren wollen nicht spielen: packen Sie Ihre Karten wieder ein.“ „Wollen nicht spielen?“ rief aber Johnny auf Englisch, „Fort mit den Karten, fort mit dem Gold!“ schrien ihn aber auch jetzt die Franzosen und Deutschen an, während Johnny noch einen letzten Versuch machen wollte und mit einem Messieurs, Messieurs auf die Bank sprang. Lachend und schreiend wurde er aber wieder heruntergezogen, und die Leute drängten jetzt so nahe um den Tisch herum, auf dem der Goldsack stand, daß es der Amerikaner doch für geraten fand, sich zurückzuziehen. Er schob rasch wieder die schon ausgebreiteten Karten zusammen in seine Tasche, raffte seinen Beutel wieder auf und sagte: „Gentlemen, ich will Ihnen dann selber nicht länger im Wege sein. Erfreuen Sie sich noch der kurzen Zeit, die man Ihnen erlauben wird, in Kalifornien zu bleiben, so gut Sie können. Es wird so nicht mehr lange dauern.“ „Versucht's, uns hinauszutreiben!“ rief aber einer der Franzosen, der Englisch verstand und sich nach ihm durchzudrangen Die anderen hielten ihn aber zurück. der gar nicht daran dachte, seine Aussicht auf Gewinn aufzu„Laß den Lump laufen; er ist ärgerlich daß wir ihn heimgeben.„Wer sagt Euch das, Bockfeld? Gewiß will ich spielen.“ schicken.(Fortsetzung folgt.) Rußland. R. K. Die unerwartete Freisprechung des„hochverräterischen“ Studentenrats von Odessa. Aus Petersburg wird uns vom 1. August geschrieben: Wahrend die Reaktionsführer Tag für Tag die unbedeutendsten Brandstiftungen oder Diebstähle unter dem Kriegsrecht mit dem Tode bestrafen und wegen geringfügiger oder fingierter politischer Vergehen mit unermüdlicher Grausamkeit Katorgaurteile fällen, ist soeben in der Stadt des Tyrannen Tolmatschow, in Odessa, ein überraschendes Novum passiert. Eine Reihe von Studenten, die auf Grund des berüchtigten Paragraphen 102 staatsumstürzlerischer Taten beschuldigt wurden, hat das Odessaer Kriegsgericht zum allgemeinen Staunen und wider alle Erwartung freigesprochen. Man erinnert sich noch des sensationellen Prozesses, der vor wenigen Monaten unter aufsehenerregenden Nebenerscheinungen gegen den ehemaligen Rektor der Odessaer Universität Santschewski und gegen seinen Kollegen, den Prorektor Waskowski, stattfand und mit ihrer Ausstoßung aus dem Dozentenpersonal endete, bloß weil nachgewiesen war, daß sie in den dramatischen September= und Oktobertagen des Jahres 1905 gleich den Hochschulleitern anderer Orte die studentischen Sturmversammlungen in den Mauern ihrer Universität geduldet und letztere während des Pogroms den heimgesuchten Opfern zur Verfügung gestellt hatten. Der Senat scheute sich nicht, mit seinem Urteil der gesamten gebildeten Gesellschaft ins Gesicht zu schlagen, trotzdem selbst oktobristische Professoren in ihren Bekundungen der verständigen und besonnenen Universitätsverwaltung ein uneingeschränktes Lob gezollt hatten. Eine wesentliche Ergänzung zu dieser bereits rechtskräftig gewordenen Aburteilung der genannten Professoren sollte nun der Prozeß gegen die Hauptleiter des Studentenrats vom Oktober 1905, alio gegen die eigentlichen Attentäter, darbieten. Hier lautete die Anklage weit bedrohlicher: acht Vertreter der Sudentenschaft, Angehörige der sozialrevolutionären, der sozialdemokratischen und der volkssozialistischen Partei, wurden bezichtigt, einen Bund zu gewaltsamem Umsturz der bestehenden Staatsordnung gestiftet, unter dem Militär dafür agitiert, Gelder zum Waffenkauf gesammelt und die von ihrem Bunde organisierte Milizschutzwehr mit Revolvern versehen zu haben. Und wie ernst die Beschuldigung war, ersieht man schon daraus, daß einzelne der Angeklagten seit vielen Monaten oder gar seit anderthalb Jahren im Gefängnis geschmachtet hatten. In Odessa selber sah man mit großer Spannung dem Prozeß ohwohl fast gar keine Hoffnung bestand, daß das Militärgericht seinem üblichen System untreu werden könnte. Zudem eiferte das gesamte Odessaer Schwarze Hundert in aufdringlicher und herausfordernder Weise bereits vor dem Prozesse für eine harte und rücksichtslose Bestrafung der„Hochverräter“ und schuf so die erforderliche Atmosphäre um das Gericht. Die Verhandlungen selber, bei denen zahlreiche bekannte Juristen, wie Kusmin=Karawajew, Kalmanowitsch, Alexandrow, Bobjanski u. a., die Verteidigung übernommen hatten, trugen von vornherein schon äußerlich das Gepräge einer wichtigen Staatsaktion: so bewachte ein starker Militärkordon den Gerichtssaal, wohl um etwaige Kundgebungen zu unterdrücken oder sonstigen Eventualitäten vorzubeugen. Das Los der Beschuldigten war in aller Augen gleichsam vorentschieden, gerade weil ihre Handlungen an eine Zeit anknüpften, die durch ihre bloße Erinnerung jeden russischen Bureaukraten in unbändigen Zorn bringt, und man war darauf gefaßt, daß diese Jünglinge, ob Studenten oder bereits diplomiert, bald zu jenen Tausenden sich gesellen würden, die in sibirischer Zwangsarbeit oder in unheimlichen Kerkern den Rausch der berühmten Freiheitstage büßen. Groß war darum das freudige Staunen der nicht gerade verwöhnten Odessaer Intellektuellen und der gesamten russischen Gesellschaft, als das Militärgericht für sämtliche„Hochverräter“ ein freisprechendes Urteil verkündete. Niemand will es aber hierzulande begreifen, wie Leute, die an den Oktoberereignissen mitbeteiligt, also zu einer Zeit aktiv waren, da jedermann in Rußland zu den Staatsstürzern gehörte, mit solcher Milde bedacht worden sind. Oder soll es endlich in der russischen Gerichtsbarkeit eine Umkehr geben? Gemach, gegen eine solche verräterische Annahme kann die russische Bureaukratie die zahlreichen entgegengesetzten Tatsachen aus den jüngsten Tagen, wie z. B. die grausame Verurteilung der Führer des St jauernbundes, darunter des ehemaligen Dumaabgeordneten Pjanych, seines Sohnes und sieben weitere Genossen zum Tode, recht überzeugend ins Feld führen. # R. K. Das unerhörte Urteil im Marinpoler Pogromprozeß. Mean schreibt uns aus Petersburg vom 1. August: — Im Oktober 1905 erlebte die am Schwarzen Meer gelegene Stadt Mariupol einen der grausigsten Pogrome. Zweiundzwanzig Tote und viele Schwerverwundete zählte neben einem Millionenschaden an geplündertem Gut unmittelbar nach dem Manifest die dortige Judenheit, und ein jedes Kind wußte es in Mariupol, daß das Gemetzel das Ergebnis der vorangegangenen Propaganda des Pristaws Bjelochwostow und des Hafenältesten Andrejewski war. Erschütternde Szenen hatten sich dort abgespielt, die nur ob der Fülle der gleichartigen Vorkommnisse in den anderen heimgesuchten Pogromorten in die Oeffentlichkeit nicht gedrungen sind, Jahrelang harrten dann die scheußlichen Verbrecher ihrer Süyne. Nun kam endlich in diesen Tagen die gerichtliche Liquidierung der blutigen Begebenheiten. Durch reiche Erfahrungen gewitzigt, hatte man auch von diesem Prozeß keine sonderlichen Neuerungen erwartet und geglaubt, daß sein Verlauf nach dem unzählige Male wiederholten Schema Homel vor sich gehen würde: der Gerichtshof würde den Juden die Schuld am Pogrome in die Schuhe schieben, sodann jegliche Bekundung über die Rolle der Polizei und des Militärs verhindern und schließlich eine Anzahl von angeklagten Exzedenten formell zu mittelmäßigen Strafen verurteilen, im Bewußtsein, daß die diesen„Patrioten“ auferlegte Sühne bald im Gnadenwege erlassen werden dürfte. Von einer eventuellen Bestrafung jüdischer Selbstwehrleute, die dem Pogrom hinderlich gewesen, wußte man, würde hier Abstand genommen werden, da die führenden Jünglinge schon in den Oktobertagen den Kosakenkugeln zum Opfer gefallen waren. Demgemäß vermochte der Mariupoler Pogromprozeß keine merkliche Erregung hervorzurufen. Da kam der empörende Schlußrefrain, mit dem der betreffende Gerichtshof seine kühnen und ruhmbedeckten Vorgänger weit in den Schatten stellte. Nach wochenlangen Verhandlungen, bei denen die trotz aller Hemmungen aufgerollten Schrecken jener Tage und herzzerreißenden Schilderungen der lugenzeugen und Leidtragenden noch einmal die Pogromstimmung widerspiegelten, erklärte der Gerichtshof, daß es in Mariupol gar keinen Pogrom gegeben habe, und verurteilte sechzehn Angeklagte nur wegen eigenmächtigen Vorgehens zu Gefängnisstrafen von 4 Tagen bis zu einem Monat. Diese Verhöhnung der Betroffenen sucht selbst in der Pogromrecht= sprechung ihresgleichen. Mit einer zynischen Offenheit erklärte der Mariupoler Gerichtshof die Juden fur vogelfrei. Avonnements: für Bieleseld und Um wie bei sämtlichen Age ins Haus gebracht 60 P lich. Durch die Po# 1,80 Mk. vierteljährlie Bestellgeld. Einzelnummer 10 Erscheinungs mit Ausnahme der S Feiertage täglich nac Fernsprech=Anschluß Nr. 183 Die heutige Aufru# der Aussperrn der Ge Den Gewerkschaf Unternehmertum da allgemeine Streik, d Widerstand der Arbe industrie antworteter gesamten Arbeiter d dische Arbeitgeberver verbände, den Gewe die Arbeiter der H. industrie ausgesperr der Eisenwerke folgen zu den Unternehme sperrungen sollten w Die Gewerkschaft ständekonferenz, die ##### Verwirklichung * August aber mit! werkschaften am 4. niederlegung sollen: Wartung kranker M öffentlichen Beleucht schäftigt sind. 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