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für Bielefeld und Umgegend, so­wie bei sämtlichen Agenturen frei ins Haus gebracht 60 Pfg. monat­lich. Durch die Post bezogen 1,80 Mk. vierteljährlich exklusive Bestellgeld.

Einzelnummer 10 Pfg

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mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage täglich nachmittags.

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Organ der Sozialdemokratie

für das östliche Westfalen und die lippischen Fürstentümer.

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für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei Wieder. holungen entsprechender Rabatt.

Inseraten=Annahme

bis ½9 Uhr vormittags. Größere Inserate müssen bis 5 Uhr abends tags zuvor aufgegeben sein.

Druck und Verlag per Buchdruckerei und Buchhandlung „Volkswacht"

Gerisch& Co., Rieleseld.

Parteigenossen!

„Laut„Beschluß des Nürnberger Parteitages findet der dies­jährige Parteitag in Leipzig statt. Auf Grund der§§ 11, 12, 13, 14 und 15 des Organisationsstatuts beruft die Partei­leitung den diesjährigen Parteitag auf

Sonntag, den 12. September, abends 7 Uhr, nach den,„Saale des Volkshauses in Leipzig, Zeitzer:

An die Punkt 7 Uhr abends erfolgende Eröffnung schließen sich die nonstituierung des Parteitages, die Festsetzung der Ge­schäfts- und Tagesordnung und die Wahl der Mandatsprüfungs­kommission an.

Die Verhandlungen der folgenden Tage finden in dem glei­chen Lokale statt.

Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt:

1. Geschäftsbericht des Parteivorstandes. Berichterstatter: H. Molkenbuhr, A. Gerisch.

2. Bericht der Kontrolleure. Berichterstatter: A. Kaden.

3. Parlamentarischer Bericht. Berichterstatter. G. Lede­bour.

4. Bericht der Kommission wegen Aenderung des Organi­Ationsstatuts. Berichterstatter: Fr. Ebert.

5. Maifeier. Berichterstatter: H. Müller.

6. Reichsversicherungsordnung:

a) Allgemeine und Krankenversicherung. Berichterstatter:

G. Bauer.

b) Unfallversicherung. Berichterstatter: Rob. Schmidt. c). Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung. Bericht­

erstatterin: Luise Zietz.

7. Internationaler Kongreß in Kopenhagen. Berichterstatter: Paul Singer.

8. Sonstige Anträge.

9. Wahl des Parteivorstandes, der Kontrollkommission und des Ortes, an dem der nächste Parteitag stattfinden soll.

Parteigenossen! Bewirkt die Vorarbeiten für den Parleitag — die Wahl von Delegierten und die Stellung von Anträgen— rechtzeitig.

Die Anträge müssen spätestens am 16. August im Besitze des Parteivorstandes, Adresse:

W. Pfannkuch, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 14 Abs. 2 des Organisationsstatuts im„Vorwärts" veröffentlicht und in die gedruckte Vorlage Aufnahme finden sollen.

Anträge einzelner Parteigenossen bedürfen der Gegen­zeichnung des Vorstandes der örtlichen bezw. Kreisorganisation, faus sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen.

Den Anträgen etwa beigegebene Begründungen werden weder im„Vorwärts" noch in der den Delegierten zugehenden Vorlage abgedruckt. Die Genossen haben das Recht, ihre An­träge auf dem Parteitag selbst zu begründen oder durch befreun­dete Genossen begründen zu lassen.

Die Delegierten werden ersucht, von ihrer Delegation dem Parteivorstande und dem Lokalkomitee rechtzeitig Mitteilung zu machen, damit ihnen die Vorlagen und sonstige Mitteilungen zugehen können.

Die Adresse des Lokalkomitees lautet:

Richard Lipinski, Leipzig, Elsterstraße 14.

Die Mandatsformulare werden vom 16. August ab durch das Parteibureau: W. Pfannkuch, Berlin SW. 68, Linden­straße 69, versandt.

Mit sozialdemokratischem Gruß

Der Parteivorstand.

Ueber den kommenden Mann,

uns unser Berliner Berichterstatter, beginnt jetzt das Paßliehchenzupfen in den bürgerlichen Blättern. Die„Kölnische Vouszeitung“ bezeichnet, den Staatssekretär des Reichsmarine­amts v. Tirpitz als den aussichtsreichsten Kandidaten für den Kanzlerposten. Sie weist darauf hin, daß er mit Eugen Richter und Schmidt=Elberfeld gute Beziehungen unterhalten habe und mit der Tochter eines freisinnigen Politikers verheiratet sei. Daraus will die„Kölnische Volkszeitung“ erklären, daß sich v. Tirpitz mit allen Parteien gut stehe.

Diese Stimmungsmache ist sehr verdächtig und man geht wohl nicht fehl, wenn man in Herrn v. Tirpitz den Kandidaten des Zentrums sieht. Für den Kanzlerposten würde er sich nicht wesentlich schlechter ausnehmen, wie Podbielski als Staats­sekretär des Reichspostamts. Da aber besonders in den letzten Lagen, das Unzulängliche wiederholt Ereignis geworden ist, bephalb dürfte es auch kaum sonderlich überraschen, wenn eines schönen Tages der olle ehrliche Seemann Tirpitz als Lenker des breichsschiffes erwacht. Hinzufügen möchten wir noch, daß Tirpitz nicht mit Unrecht als Gegner Englands bezeichnet wird. Des­wegen, würde seine Ernennung wohl nicht ohne üble Folgen

Die liberalen Organe versuchen dagegen Stimmung für Herrn v. Bethmann=Hollweg zu machen. Eine Kanzlerschaft Zethmann=Hollwegs würde im wesentlichen den alten schwanken­den Bulowschen Kurs beibehalten.

Die Sozialdemokratie hat keinen besonderen Anlaß, sich an den Kannegießereien zu beteiligen.

Ruhig kann ich ihn erscheinen,

v Ruhig gehen sehn—

gilt fur sie auch von dem kommenden Mann, ganz gleich ob der­selbe der Vertrauensmann des alten oder des neuen Blocks sein wird.

Deutsches

Das Problem der Tabakbesteuerung hat den Steuertech­nikern schon große Schwierigkeiten bereitet. In Deutschland beschließt man die Wertsteuer, die man in keinem Lande der Welt durchgeführt hat. Amerika, das Land mit dem kom­pliziertesten Wertzollsystem hatte bei Tabak keinen Wertzoll, sondern nur zwei Klassen mit verschiedenen Zollsätzen. Einlage und Deckblatt zahlten verschiedenen Zoll. Das Problem für den Zollbeamten war, zu bestimmen: Was ist Einlage und was ist Deckblatt? Man hat vergeblich zutreffende Merkmale gesucht. Jetzt, bei der Revision des Zolltarifs, beschloß der Senat, nur noch einen einheitlichen Gewichtszoll zu erheben. Die Unter­scheidungen zwischen Einlage und Deckblatt hören auf. Damit hat man dem Zollbeamten sein Amt erleichtert, den Importieren­den vor Scherereien und den Staat vor Betrug geschützt. In Amerika Beseitigung unüberwindlicher Schwierigkeiten, in Deutschland schafft man Schwierigkeiten, die viel größer sind, als Amerika bei der Tabaksteuer sie gehabt hat.

Mit einem nassen und mit einem heitern Auge!

„Rit einem nassen und mit einem heitern Auge! So ganz

wohl ist den Finanzministern der Einzelstaaten bei der Finanz­reform des Schnapsblocks offenbar nicht. Sie sehen den un­glaublichen Unsinn ein, der in den einzelnen Steuergesetzen enthalten ist. Und es machte einen geradezu tragikomischen Eindruck, als der Finanzminister v. Rheinbaben in der Sitzung des Reichstags vom Donnerstag erklärte, man müsse mit den Steuern zufrieden sein, weil für andere Steuern keine Mehr­heit zu finden sei. Ein süddeutscher Finanzminister hat sich dem Vertreter einer Berliner Korrespondenz gegenüber in ähnlicher Weise geäußert, indem er bemerkte, die süddeutschen Finanz­minister seien durchaus nicht erfreut von dem Ausgang der Finanzreform. Das, was jetzt im Reichstage beschlossen werde, sei ein Stückwerk, nachdem man die Erbschaftssteuer heraus­genommen habe. Die finanzielle Lage der Einzelstaaten wäre durchaus nicht gebessert, weil es der Reichstag abgelehnt hat, sich auf eine Bindung der Matrikularbeiträge auf eine Dauer von fünf Jahren einzulassen.

Eulenburg. In der Angelegenheit des Fürsten Eulenburg hat der Oberstaatsanwalt die polizeilichen Maßnahmen aufge­hoben, die eine ständige Ueberwachung des Fürsten bewerkstelligen sollten. Die Posten sind der„B. Z. am Mittag“ zufolge am Mittwoch eingezogen worden, da ihre Unzweckmäßigkeit sich herausgestellt hat, nachdem Fürst Eulenburg den Beamten in seinem Schlosse kein Quartier geben wollte.

II.

Wir wollen nach diesem aber einmal den Spieß umdrehen und die Frage aufwerfen, wie die Scharfmacher denn über Organisationsbestrebungen und„Vergeudung der Arbeiter­groschen“ denken, soweit ihr eigener Vorteil in Betracht kommt.

Die„Berliner Neuesten Nachrichten“ gelten bekanntlich als das Blatt, das seit Jahren und, wenn wir nicht irren, bis auf den heutigen Tag vornehmlich von den rheinisch= westsälischen Grubenkapitalisten zur Wahrnehmung ihrer Interessen unter­halten wird. Die Interessenten desselben Blattes, das es den Arbeitern verargt, wenn sie für ihre politische Aufklärung und für die Besserstellung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse einen relativ geringen Teil ihres Verdienstes ausgeben, wissen im Hinblick auf ihre eigene Person sehr wohl den Wert hoher Bei­träge für die Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen Interessen zu schätzen. Wie die„Bergarbeiter=Zeitung" am 22. Juni 1907 mitteilie, hatte die kleine Zeche„Deutschland“ 1906 an das Kohlensyndikat für jede Tonne 62 Pfg. zu zahlen, was bei den 44½ Millionen Tonnen, die das Rheinisch=Westfälische Kohlensyndikat 1906 zutage förderte, die Riesensumme von 27 680 000 Mk. ausmacht. Stellen wir eine andere Berechnung auf, so wurden 1906 wöchentlich gezahlt von der Zeche„Graf Bismarck" als Syndikatsbeitrag pro Arbeiter und Woche die enorm hohe Summe von 446 Pfg., während der organisierte Bergarbeiter selbst als Beitrag zum Bergarbeiterverband nur 40 Pfg. und als Mitglied der sozialdemokratischen Partei noch keine 10 Pfg. die Woche zahlte.

Wenn wir nun fragen, wo denn die hohen Syndikatsbeiträge bleiben, so brauchten wir nach der Methode der„Berliner Neuesten Nachrichten“ nur auf die enorm hohen Gehälter der Direktoren derartiger Syndikate zu verweisen. Er­hält doch z. B. ein Direktor des Stahlwerksverbandes ein Jah­resgehalt von 100000 Mark.

Ist es unter diesen Umständen nicht der Gipfel der Frech­heit, wenn das Organ der Grubenbarone von unnützer Ver­geudung der Arbeitergroschen schwindelt? Was es mit den hohen Gehältern der sozialdemokratischen Parteibeamten auf sich hat, sollte doch zur Genüge z. B. der Beschluß des Parteitages von 1907 lehren, der das Gehalt der Bezirksparteisekretäre der­art regelte, daß er diesen Beamten statt der 2000 Mk., die sie bis dahin als Anfangsgehalt bezogen, für den Anfang ein Jah­resgehalt von 2200 Mk. mit der Maßgabe zubilligte, daß alle zwei Jahre eine Erhöhung um 200 Mk. eintritt. Auf den Durchschnitt berechnet, werden die Partei= und Gewerkschafts­beamten für ihre schwere und aufreibende Arbeit monatlich kaum 200 Mk. beziehen, und nur die höchsten Gehälter ganz weniger Parteibeamten machen mehr als 4000 Mk. jährlich aus.

Und nun, wo wir einmal dabei sind, das Lügengewebe der Scharfmacher zu zerreißen, wollen wir zum Schluß noch unter­suchen, was es mit der Behauptung auf sich hat, daß die sozial­demokratische Partei mit den 20—30 Mk., die sie nach der Dich­tung der Arbeiterfeinde, und mit den 4 Mk., die sie in Wirklich­keit von ihren Mitgliedern jährlich erhebt, das Einkommen ihrer * Anhänger weit höher belastet als die Getreidezölle es vermögen.

Z'ehsushsn hemerkt, sind— sehr zu unserem Bedauern— nicht 100g, Arbeiter, sondern nach der Statistik des Jahres 1908 nur etwa 600000 politisch in sozialdemokratischen Wahl­vereinen organisiert. Und ebenfalls machen die Einnahmen der sozialdemokratischen Partei noch nicht den sechzigsten Teil der 40—60 Millionen Mark aus, von denen das arbeiterfeindliche Blatt schwindelt.

Doch das nebenher.

Nach einer Berechnung, die die„Frankfurter Zeitung" in ersten Morgenblatt der Nr. 153 vom 4. Juni 1909 aufstellte, zahlt das deutsche Volk an Zöllen für Weizen, Roggen, Malz­te und Hafer einen Betrag, der fast genau um so viel höher ist, als der Betrag, den das englische Volk für das von ihm ver­brauchte Getreide zu zahlen hat. Der in die Taschen der Agra­rier fließende Zoll macht nach dem Frankfurter Blatte die Summe von 1248 Millionen Mark aus. Rechnet man hiervon mit der„Frankfurter Zeitung“ rund 30 Prozent oder 375 Mil­lionen Mark ab, die von der Landwirtschaft für den eigenen Bedarf verbraucht werden, so bleiben nach derselben Quelle 873 Rillionen Mark übrig, die der Landwirtschaft in die Tasche

Wir wollen nun in Anbetracht des Umstandes, daß die Ge­treidezölle nur einem verhältnismäßig kleinen Teil der land­wirtschaftlichen Bevölterung zugute kommen, die 873 Millionen Mark auf volle 60 Millionen Einwohner des Deutschen Reiches verrechnen. Dann hätte die Einzelperson jährlich 12,90 Mark oder jeder Familienvater für sich und seine vier Angehörigen durchschnittlich 64,50 Mark an Getreidezöllen zu zahlen, also einen dreifach höheren Betrag, als die Scharfmacherpresse dem einzelnen Anhänger unserer Partei als Parteisteuern andichtet und eine sechzehnfach höhere Summe als er wirklich zahlt.

Doch selbst, wenn man andere Zahlen als die von dem bür­gerlichen Blatt angeführten als Grundlage nimmt, fällt der Schwindel der Scharfmacherpresse elend in sich zusammen. Nehmen wir z. B. die von unserem Parteigenossen Molken­buhr am 30. Juni 1909 im Reichstag angeführten Zahlen. Er sagte nach dem amtlichen Stenogramm S. 8875:

„Ein erheblicher Teil der Steuern, welche das Volk auf­bringt, fließt nicht in die Reichskasse, sondern in die Taschen der Agrarier. Nach Abzug der Einsaat haben wir z. B. im Jahre 1908 eine Ernte von 9700 000 Tonnen Roggen und 3 465 000 Tonnen Weizen gehabt. Da nun die Verteuerung für den Roggen 50 Mk., für den Weizen 55 Mk. beträgt, so wird dadurch dieses Getreide um 697 Millionen Mark verteuert. Rechnen wir 28 Prozent ab, die die landwirtschaftliche Bevölke­rung selbst verbraucht, so bleibt für die nicht landwirtschaftliche Bevölkerung eine Verteuerung von 502 Millionen Mark allein für das Brotgetreide übrig, die als Tribut in die Taschen der Grundbesitzer fließen. Wollte man die künstlichen Fleischver­teuerungen usw. mit hinzurechnen, dann käme noch eine be­deutende Summe hinzu.“

Die 502 Millionen Mark verteilen sich auf jene 44 Mil­lionen Einwohner des Reiches, die nicht der landwirtschaftlichen Bevölkerung angehören. Es käme somit auf jeden Einwohner ein Betrag von 11,41 Mk., was auf eine fünfköpfige Familie be­rechnet einen an die Agrarier zu entrichtenden Tribut von 57,05 Mark ausmacht.

Wollte man hiergegen einwenden, daß ja auch Roggen zur Viehfütterung gebraucht wird, so wäre darauf zu entgegnen, daß ja auch vielfach Gersten= und Haferpräparate zur menschlichen Nahrung dienen, die hier nicht in Berechnung gezogen sind und deren Steuerbetrag reichlich durch den erwähnten Ausfall auf­gewogen würde.

Ungefähr dieselbe Summe ergibt sich übrigens, wenn man nach dem Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich 1908(S. 245) den zum Verbrauch im Deutschen Reiche pro Kopf der Bevölkerung zur Verfügung stehenden Betrag an Weizen und Roggen in Berechnung zieht. Es entfielen für das Jahr 1906/07 auf den Kopf 143,5 Kilogramm Roggen und 94,4 Kilogramm Weizen. Hierfür waren an Zoll zu zahlen 12,36 Mark, was auf eine fünfköpfige Familie berechnet 61,80 Mark ausmacht.

Es ist selbstverständlich nicht der Zweck unserer Beweis­führung, die Kapitalisten und ihre journalistischen Helfers­helfer eines besseren zu belehren. Diese Staatsstützen wissen von vornherein, daß der Sozialdemokratie mit ehrenhaften Mit­teln nicht beizukommen ist, und daher müssen sie wohl oder übel zu dem schmählichen Handwerk der Lüge und Verleumdung greifen.

Wohl aber wäre viel für die Arbeitersache gewonnen, wenn unsere Parteigenossen mit Hilfe der hier wiedergegebenen Zah­len und Zitate dem Teil des Proletariats die Augen öffnen würden, der heute noch blindlings den kapitalistischen Parteien nachläuft und die vornehmste Pflicht des Arbeiters, die der Or­ganisation, zu seinem eigenen schlimmen Schaden schmählich ver­säumt.

Parteinachrichten.

Aus den Organisationen. Der Sozialdemokratische Verein für den Wahlkreis Lübeck hat nach seinem Bericht im ver­

1. Juli 1908 vorhandenen Kassenbestandes von 4123,43 Mk. auf

insgesamt 19 704,26 Mk., denen an Ausgaben 13 715,66 Mark gegenüberstehen, so daß am 1. Juli d. J. ein Kassenbestand von 5988 60 Mk. vorhanden war. Die Agitation, welche im Laufe des Berichtsjahres in der Stadt und auf dem Lande entfaltet wurde, war sehr rege. Trotz der auch in Lübeck sehr stark fühl­baren Krise hielt sich der Mitgliederstand der Parteiorganisa­tion auf der Höhe des Vorjahres.

Der Sozialdemokratische Verein Bremen hat über die Zeit vom 1. Juli 1908 bis 30. Juni 1909 einen gedruckten Be­richt erstattet. Durch 14 Volksversammlungen und drei Flug­