Gratis-Beilage zum„Allgemeinen Anzeiger für Brabel“ und zur„Beverunger Zeitung“.

Auferstehen— aviedersehen!

um vierten Male in Land. Gerade wie in trotz Kriegs­jammer und Kriegsnot die

Kirche ihr Alleluja.

Ja, sie jubelt gar hinaus in die Welt:

„Das ist der Tag, den der Herr gemacht! Las­

set uns jubeln an ihm und fröhlich sein!“

Kein Wunder, denn

die Kirche steht an einem leeren Grabe und weiß:„Das Grab ist leer, der Held er wacht!“ Aber soll sie ihren Österjubel nicht einschränken jetzt, wo fast jede Familie

trauert um einen To­ten im Grabe, und wo jeder Tag neue Grä­ber schaufelt für un­sere Jünglinge und Männer?

Nein, vom erhell­ten Grabe des Auf­erstandenen geht am Ostermorgen ein Licht­strahl aus in alle Gräber unserer Ent­schlafenen und in alle Herzen der Trauern­den und ruft hier mie dort die berubigende, beglückende Botschaft: uferstehen! Wiedersehen!

Ein schwererer Tag ist wohl nie aufge­gangen, als da Jesus am Kreuze starb. Die Erde gar erzitterte, und die Sonne ver­hüllte ihr leuchtend Gesicht, die Qual nicht schauen zu müssen.

Selbst den Leichnam des Gekreuzigten gibt man nicht frei, läßt ihn bewachen durch Siegel und Kohorte.

Wie mag es denen zu­mute gewesen sein, die da unter dem Kreuze ausgehalten, bis alles

(Nachdruck verboten)

Kriegszeit kommt Östern ins Friedenszeiten singt und jubelt

Am Auferstehungsmorgen. Von 5. Hofmann.

Mit Genehmigung von F. C. Wachsmuth in Leipzig.

vorüber war! Der Mutter, die alle Qualen ihres Kindes geschaut und mitempfunden, ohne helfen und lindern zu können! Dem Freunde des Herrn. St. Johannes, dem das Herz zer­springen möchte, als er den geliebten Meister also bluten und sterben sieht, ohne ihn stützen und trösten zu können! Selbst

drei Tage nachher noch geht Magdalena trau­ernd und seufzend um das Grab:„Sie haben meinen Herrn hinweg­genommen und ich weis nicht, wohin sie ihn gelegt haben.“

Doch dann kommt Ostern. Das edelste aller Herzen beginnt wieder zu schlagen, und strahlend in Verklä­rungsschönheit kommt der Gestorbene aus dem Grabe hervor, schöner als einst in Bethlehem und auf Tabors Höhen:„Der Herr ist wahrhaft auf­erstanden!“

Und die Mutter sieht ihn wieder, mehr beglückt noch, als wie einst im Stalle zu Bethlehem. Und die Apostel sehen ihn wie­der; ja, der Auferstan­dene ruht nicht eher, als bis er auch den letzten von ihnen mit Osterfreude und Auf­erstehungsglauben er­füllt hat. Auch Mag­dalena sieht ihn wie­der, kann ihm zu Füßen sinken mit dem süßen:„Rabboni!“

So war es am ersten Östern: Auf­erstehung nach Leiden und Sterben. Wieder­sehen nach Scheiden und Trennung. Und weil Östern dieses noch immer bedeutet, da­rum fordert die Kirche mit Recht auf:„Lasset uns jubeln an diesem Tage und fröhlich sein!“ Auch mitten in Kriegsleiden! Heilige Glaubenssätze lassen sich nicht durch Erden­geschicke ändern und umstoßen; und der

hast noch Gelo genug, das Du Deinem Vaterlande leihen kannst. Jeder zurückgehaltene Pfennig verlängert der Krieg. Krieg bedeutet weitere Opfer an Gut und Blus. Zögere nicht, zeichne!