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Landwirtschaftliche Beilage zum„Soeller Kreisblatt"

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Sdest, den 4. Januar 1928

Wie macht man nasse Wiesen nutzbar?

Rasse Wiesen liefern minderwertiges Futter. Binsen, Sauergräser und Riedgras verdrängen nach und nach die Süß­gräser. Dauernde Abhilfe schafft nur Beseitigung des über­flüssigen Wassers. Am schnellsten und billigsten erreicht man sie durch einen offenen Graben, dessen Breite und Tiefe danach bemessen wird, wie stark die Entwässerung wirken soll. Sehr leicht wird man das Wasser los, wenn man einen Graben mit

genügendem Gefälle in der Nähe erreicht. Ist eine solche Vor­lutmöglichkeit nicht gegeben so wirken genügend tiefe Gräben

Januararbeit in Garten und Stall.

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(auch schon allein dürch die Senkung des Wasserspiegels. In diesem Falle kann man dann noch ein übriges tun und an der tiefsten Stelle des Grundstückes ein Loch ausheben, das die undurchlässigen Untergrundschichten durchstößt. Dieses Loch füllt man mit senkrecht stehenden Reisigbündeln, die noch mit größeren Steinen umpackt werden. Auf viele Jahre hinaus wirkt eine solche Entwässerung.

Den Grabenanshub verteilt man längs der Gräben, so daß Dämme entstehen, die für den Kleinbetrieb vorteilhafte Pflanz­stellen für Zwetschenbäume abgeben. Als Zwischenpflanzung sind Haselnüsse in solchen Lagen recht lohnend(siehe Abbildung). Zur Entfernung der Sauergräser auf der übrigen Wiesenfläche wendet man nun noch starke Kalk= und Kainitdüngungen an. Sie geben allmählich nogar dem Klee Entwicklungsmöglichkeiten.

Ein= und zweijährige Zwiebelkultur.

Zwiebeln gedeihen am besten auf etwas trockenem, warm und geschützt gelegenem, vorjährig gedüngtem, jundig=leymigem Boden. In frisch gedüngtem und kaltgründigem Boden wachsen sie schlecht, sie bleiben klain, werden madig und lassen auch im Geschmack zu wünschen übrig. Entweder sät man Zwiebelsamen an Ort und Stelle, oder man pflänzt kleine Steckzwiebeln. In jenem Falle ist die Kultur einjährig, in diesem zwei jährig.

Gesät wird im Frühjahr so zeitig als möglich ins freie Land, weil der Same oft fünf bis sechs Wochen liegt, ehe er aufgoht. Von der früher üblichen breitwürfigen Saat ist man vollständig abgekommen. Man sät jetzt den Samen ganz dünn in 10 bis 15 Zentimeler voneinander entfernte Reihen. Rach dem Säen muß der Samen überstreut und festgedrückt werden. Bei trockenem Märzwetter sollte das Beet öfter begossen werden, damit der Same nicht zu lange liegt. Stehen nach dem Auf­gehen die Sämlinge zu eng, was gewöhnlich der Fall ist, so nimmt man die überflüssigen Pflanzen heraus, beschneidet die Wurzeln und pflanzt sie wie das übrige Gemüse auf 10 Zenti­meter Entfernung. Nach dem Aufgehen müssen die Reihen öfter durchgehackt und vom Unkraut reingehalten werden. Das Lockern zwischen den Reihen trägt viel zur guten Entwicklung der Zwiebeln bei. Da die Zwiebeln nicht viel Feuchtigkeit brauchen, ist es nur bei sehr trockener Witterung notwendig, das Beet zu überbrausen.

Die Reife hängt von der Sorte und der Witterung ab. In heißen oder trockenen Sommern tritt sie schneller als bei vor­herrschend nasser Witterung ein. Die sorgfältig getrockneten Zwiebeln werden den Winter über an einem frostfreien Platz, am besten auf einem luftigen Hausboden, in Stricknetzen oder zu flachen Haufen geschichtet, aufbewahrt. Sie können hier auch gelegentlich gefrieren. Es schadet ihnen nichts, wenn sie un­berührt wieder auftauen. Es muß dann aber darauf geachtet werden, daß etwa faul gewordene beseitigt werden.

Bei der zweijährigen Kultur verwendet man die kleinsten

der bei der Aussaat gewonnenen Zwiebeln als Steckzwiebeln, doch können solche auch eigens herangezogen werden. Man sät

Bestellplan und Samenbeschaffung.— Fort­setzung der Winterarbeiten.

Nachdem diesmal der Dezember ein streng winterliches Gesicht gezeigt hat, gibt es im Garten noch eine Menge zu erledigen, was von rechtswegen ins alle Jahr gehört. Manches 'davon verträgt keinen langen Ausschub mehr, so das Sägen und Schneiden an den Obstbäumen. Je länger wir damit warten, desto größere Nährstoffverluste erleiden die Bäume mit den abgeschnittenen Knospen. Auch für das Abnehmen der Kronen von Bäumen, die im Frühjahr umgepfropft werden sollen, und für das Schneiden der dazu nötigen Edelreiser wird es nun Zeit. Alle frostfreien Tage des Januär nützen wir für diese Geschäfte aus

Der Bestellplan für den Gemüsegarten sollte schon aus­gearbeitet vorliegen. Wo nicht, da heißt es nun, sich entscheiden, denn wir müssen jetzt wissen, welche Samenmengen wir im Frühjahr brauchen. Haben wir diese Einteilung schon in den Vorjahren sorgfältig vorgenommen und deutlich zu Papier ge­bracht, dan genügt sozusagen ein Blick, und wir können den Samenbedarf ausschreiben. Die Fläche, die vergangenes Jahr Kohl trug, dient jetzt Karotten, Zwiebeln und anderen Wurzel­gemüsen, und wo diese standen, dahin kommen diesmal die Hülsenfrüchte. Die Flächenmaße der einzelnen Wechselquartiere kennen wir natürlich. Haben wir die gesamten Mengen der einzelnen Samenarten ermittelt, dann verschaffen wir uns eine Uebersicht über vorhandene Reste, nötigenfalls durch Keim prüfung, und rechnen das Brauchbare ab.

Bei mildem Wetter darf die ausgiebige Lüftung in den Gemüseüberwinterungsräumen nicht vergessen werden, ebenso wenig das Durchputzen faulender Bestandteile. Ist die Witte­rung abnorm warm, feucht und neblig, so empfiehlt es sich, im Gemüsekeller einen Eimer mit ungelöschtem Kalk aufzustellen. Der Kalk bindet die Feuchtigkeit und reinigt die Luft, muß aber von Zeit zu Zeit erneuert werden.

Mitte des Monats können schon die ersten Aussaaten von Kohlrabi in Handkasten vorgenommen werden, die man an einen hellen warmen Platz am Fenster stellt. Wer Pferdedünger hat oder sich leicht welchen verschaffen kann, mag mit der Anlage von Frühbeeten schon beginnen. Kästen und Fenster sehen wir auf alle Fälle auf ihre Standhaftigkeit und Vollständigkeit hin durch.

Winterpflege und Zuchtaussichten.

Der Geflügelzüchter deukt schon an die nahende Brutzeit. Er enöchte die Leistungen seiner Tiere stetig verbessern. Das erreicht er durch einen sorgfältig ausgewählten Zuchtstamm. Dabei ist es Bedingung nur Nachkommen von Tieren einzu­stellen, die wirklich auf Leistung durchgezüchtet sind, Nach­lommen aus einem kontrollierien Zuchtstamm mit nur zwei bis dreijährigen Hennen, die im ersten Lebensajhr 150—180 Eier gelegt haben, und einem ein= bis zweijährigen, kraft strotzenden Hahn, dessen weitiche Vorfahren sich durch Genera­tionen hindurch auch durch hohe Legeleistung ausgezeichnet haben. Ein solcher Zuchtstaam will aber auch unter gesunden, seiner Eigenært entsprechenden Verhältnissen leben und ver­langt gutes, gemischtes Futier und sorgsame Pflege. Der Stall sei zugfrei, luftig und hell. Wenn es das Wetter erlaubt, sollen sich die Tiere im Freien tummeln. Einen etwas geschützten Platz wird schon jeder fur sie schaffen können. Dahin streue man einige Sthaufeln Spreu, wie sie beim Kornreinigen abfällt, und man wird sehen, mit welchem Eifer die Tiere sich warm akbeiten. Wütet aber draußen eisiger Sturm mit Schnee oder Regen, so sind die Tiere im geräumigen Scharraum unterzu­dringen

„ Als Fütterung empfiehlt sich, morgens eine Mahlzeit Kör­ner in die Einstreu des Scharraumes, gegen Mittag ein gutes, krümeliges Weichfutter, in dem aber animalische Stoffe nicht fehlen dürfen, abends Körnerfutter bis zur vollen Sättigung Als Grünfutter gibt man Grünkohl, Weißkohl, feingeschnittenes, gebrühtes Klee= oder Luzerneheu und Rüben. Die Gelegenheit, Staubbäder zu nehmen, darf auch im Winter nicht fehlen. Ebenso wenig mag das Wassergeflügel auf freies Wasser zum Schwimmen und Tauchen verzichten. Auf Teichen hält man deshalb eine Stelle dauernd eisfrei.

Im Ziegenstall gibt es, oberflächlich betrachtet, im Januar nur wenig Arbeit. Die Erträgnisse an Milch lassen bei trächtigen Ziegen allmählich nach, und es braucht daher weniger gemolken zu werden. Grünfutter ist nicht mehr von draußen zu holen, und der Mist wird weniger häufig aus dem Stalle entfernt. Und doch gibt es allerlei zu tun, denn es ist gerade jetzt von besonderer Wichtigkeit, die trächtigen Ziegen gesund und kräftig zu erhalten. Die Ställe dürfen nicht zu warm sein, sonst werden die Tiere verweichlicht, aber auch nicht zu kalt und vor allem frei von Zugluft. Ist ein Stall sehr hoch, ur­sprünglich vielleicht für Großvieh und nicht für Ziegen vor­gesehen, so ist er zwar im Sommer recht geeignet, nicht aber im Winter. Man muß dann in 2,30—2,50 Meter Höhe eine künst­liche Decke, etwa aus Strohmatten, anbringen. Bei strenger Kälte leiden die Ziegen sehr in solch überhohen Ställen, und es kann unter Umständen die gesamte zukünftige Milchperiode in Frage gestellt werden. Bei starken kalten Winden schützt man die Stalltüren durch vorgestelltes Stroh. Es muß aber immer die Möglichkeit einer Lufterneuerung im Stalle gegeben sein. An windstillen Tagen öffne man kurze Zeit ein Fenster. Es ist dahin zu streben, daß die Ställe hell und freundlich sind und ab und zu auch ein Strahl der Wintersonne hineinleuchtet.

Der Mist bleibt, besonders bei starker Kälte, lange im Stall liegen, da er die Wärme erhöht, er braucht auch, wenn er sich hoch anhäuft, nicht vollständig entfernt zu werden. Gründliches Ausmisten bleibt wärmeren Tagen vorbehalten Wichtig ist auch regelmäßige Haut= und Klauenpflege. Das Getränk darft niemals ganz kalt gegeben werden.

Die Deckzeit ist in der Hauptsache vorüber, und mancher Bock wird als erledigt angesehen. Es ist jedoch grundfalsch. einen alten Bock, der sich gut vererht, abzuschlachten. Muß ein Wechsel eintreten, da sonst Inzucht eintreten würde, versuche man, gute Böcke auszutauschen. Es ist nicht zum Vorteil unserer Ziegenzucht, daß zu häufig Lammböcke als Zuchttiere benutzt werden; jedenfalls darf das nur in sehr mäßigem Umfange geschehen. Alte, in voller Kraft stehende Böcke werden stets besser ausgebildetes Zuchtmaterial erzeugen, als junge Tiere­

In der Kaninchenzucht herrscht noch Ruhe. Wer nicht über sehr günstige Verhältnisse verfügt, läßt in diesem Monat noch keine Häsin belegen, sondern wartet damit bis Februar oder März, denn dann finden die Jungen, wenn sie zu fressen be­ginnen, das erste Grün vor. Bis auf weiteres richte man sein Hauptaugenmerk darauf, daß die Zuchttiere gut und kräftig! ernährt werden, jedoch ohne zu verfetten. Fette Zuchttiere geben schwächliche Nachzucht. Das Hauptfutter besteht in Heu und Wurzelfrüchten. Abends reicht man am besten ein Trocken­futter Bei Schlachttieren spare man nicht an Kraftfütter­mitteln. Etwas Gerste tut sehr gute Dienste. Die Felle der geschlachteten Tiere behandele man sehr sorgfältig.

In den Ställen sorge man für reichlich trockene Einstreu. Wenn auch im allgemeinen Kaninchen gegen Kälte nicht sehr erpfindlich sind, wäre ihnen ein feuchtes Lager doch sehr schäd­lich. Außenstallungen sind gut gegen Schlagregen und Schnee zu schützen. Zu empfehlen ist es, die Vorderseite solcher Stallungen gut zur Hälfte durch Bretter oder Teerpappe ab­zu decken und die andere Hälfte des Abends und bei un­günstiger Wilterung auch des Tages durch einen Vorhang zu schützen.

zu diesem Zweck im Frühjahr den Zwiebelsamen auf recht mageres Land breitwürfig und dicht aus und drückt ihn fest. Damit der Same bald keimt, überdeckt man das Beet mit Stroh. So behandelte Zwiebeln bleiben Steckzwiebeln, d. h. sie werden nicht groß und sind daher außerordentlich fest und haltbar. Wenn das Kraut abzusterben beginnt, hebt man sie mit einem Holze heraus, damit sie nicht bel feuchtem Wetter neue Wurzeln treiben. Sie müssen besonders sorgfältig überwintert werden, de 4 möglichst warm und trocken. Im Frühjahr werden sie, sobald es das Wetter erlaubt, auf das Feld gesteckt, allerdings nur so tief, daß sie praa= noch von der Erde aufrechterhalten werden, weil so die#sesten und schwersten Zwiebeln erzieit werden. Legt man die Mebeln zu tief, so erhöht sich auch die Fähigkeit, Samenstengel# treiben. Das muß aber verhindert werden. Nach dem Anwurzeln ist es notwendig, den Boden locker und von Unkraut rein zu halten. Wo sich Samenstengel zeigen, müssen sie sofort ausgeschnitten oder abgebrochen werden. Die aus Steckzwiebeln gewonnenen Knollen sind schon im Juni, Juli genießbar.

Da Zwiebelsamen nur zwei Jahre keimfähig bleibt, kaufe man ihn nur in einem zuverlässigen Geschäft. Man kann ihn sich auch selber heranziehen, wenn man einige gute große Zwiebeln im März mit größeren Abständen pflanzt.« Den Samenstengel schützt man durch einen Stab vor dem Abbrichen. Das Deffnen einzelner Kapseln des Samenkopfes gibt das Zeichen für das Abschneiden. Der Same reift dann noch nach.

Erzwungene Blüten.

Pflanzen, die auf künstlichem Wege vermehrt wurden, also durch Stecklinge, Senker, Auslaufer, blühen früher als die aus Samen gezogenen. Die abkürzenden Verfahren sind jedoch nur bei Pflanzen anwendbar die mehrere Jahre ausdauern. Aus­geschlossen sind davon einjährige Pflanzen, wie Sommerblumen und die meisten Gemüsearten. In der künstlichen Vermehrung haben die Gärtner heute so viel Erfahrung, daß sich nur Züchter von Neuheiten mit der langwierigen Anzucht aus Samen ab­geben Manche Pflanzenarten werden für den Verkauf kaum noch anders gewonnen als durch Veredlung, Stecklingrzucht usw. Hierher gehören z. B. die Rosen, Chrysanthemen. Zier­sträucher verschiedener Art, Hortensien, Heliotrop, Fuchsien usw. Alle diese Pflanzen würden eine bei weitem„längere Ent­wicklungsdauer beanspruchen, sie wären viel später verkaufs­fähig, benötigten infolgedessen viel mehr Aufwand an Arbeit und Pflege, wenn der Gärtnet nicht ihre künstliche Vermehrung vornehmen und sie in wenigen Wochen zu ertragbringenden Pflanzen heranziehen könnte.

Aber auch shier gibt es noch e enwillige Pflanzen, die keine Blüten bringen wollen, z. B. die Hortensie. Um sie zu zwingen, sperrt man ihr einfach die Nahrung, läßt sie ein, zwei, drei Tage, je nach der Witterung, trocken stehen und gießt nicht, wenn auch die Blätter schlapp herabhängen Diese Kur muß aber sachgemäß gehandhabt werden. Man darf die Pflanzen nicht vertrocknen lassen. Aehnlich kann man es mit vielen

underen Pflanzen machen. Laßt man die Calla am Fenster, die Blatt um Blatt treibt und nicht blühen will, hungern, gießt nur spärlich, daß die Blätter abwelken und hört dann drei Wochen gänzlich mit dem Gleßen auf, dann scheint die Pflanze tot, aber im Wurzelstock steckt noch das Leben, ruht sich aus zu neuem Treiben und Blühen Nun weckt man die Pflanze durch Gießen zu neuem Leben, gibt ihr auch gute Erde, und wenn sie das dritte Blatt treibt, gießt man mit Lösung von Phosphor säure alle Wochen ein=, zweimal, und bald darauf wird die Blüte erscheinen, der dann andere mit neuen Blättern folgen

Wie mit diesen Pflanzen, so können wir es auch mit den Sommerblumen auf dem Beet machen, indem wir ihnen, wenn sie in die Zeit der Blüte kommen, eine Düngung mit Phosphor­säure geben, welche die Blühwilligkeit anregt und fördert, so daß die Blüte oft, wenn sie schon zu versagen beginnt, noch einmal von nenem auflebt.

Ein weiteres Mittel, die Blütezeit zu verlängern, haben wir bei den Sommerblumen durch rechtzeitiges Verhindern des Samenansatzes. Am augenfälligsten können wir dies bei der beliebten wohlriechenden Wicke, Lathyrus odoratus, beobachten. Sie blüht erst, wenn sie sich in dem Gitterwerk des Draht­geflechtes oder den aufgesteckten Reisern emporgerankt hat. Wenn der Gartenfreund sich scheut, Blumen abzuschneiden, dann bilden sich nach der Blüte die Samenansätze, und die weitere Blüte wird nur kümmerlich. Schneiden wir aber jeden Tag alle Blüten ab und verhindern dadurch den Fruchtansatz, so dauert das Blühen ungehindert bis zum Frost. Ebenso haben wir es bei Scabiosen, Astern, Zinnien, Löwenmaul und vielen anderen Sommerblumen in der Hand, ihre Blühfähigkeit zu verlängern, bis der Frost sie tötet.

Auch Alpenrosen lassen sich verjüngen.

Stehen Rhododendren viele Jahre an ihrem Platz, so werden sie mit der Zeit übermäßig hoch und unten kahl, be­sonders, wenn sie dicht gepflanzt wurden. Auch Mangel an Feuchtigkeit und Nahrung ist oft schuld daran, daß die Pflanzen unten kahl werden. Sie können dann keinen Anspruch mehr auf Schönheit machen, selbst während der Blüte nicht, weil die Blumen, oben an den langen kahlen Zweigen sitzend, nicht zur Geltung kommen.

Wer derartige Rhododendren in seinem Garten hat, tut besser, ein Jahr auf die Blumen zu verzichten und die Pflanzen im Frühjahr vor der Blüte kräftig zurückzuschneiden. Sie ver­tragen einen kräftigen Rückschnitt bis ins alte Holz ausge­zeichnet, ebenso wie die laubahwerfenden Sträucher. Haben die Büsche sonnigen Stand, und nimmt man beim Zurückschneiden gleichzeitig eine Düngung und Bewässerung vor, so werden sie sehr kräftig austreiden und im nächsten Jahr wieder blühen.

Mit diesem Rückschnitt kann man ein Umpflanzen ver­binden, wenn die Rhododendren an einer anderen Stelle ge­wünscht werden. Beim Pflanzen umgebe man den vorher gründlich durchfenchteten Wurzelballen mit Moor= und Laub­erde, die man zur Hälfte mit verrottetem Mist untermischt hat. Sollen die Alpeurosen nicht versetzt werden, dann gräbt man dieschlechte Erde um den Wurzelballen heraus und ersetzt sie durch nahrhafte Erde.