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Ausgabe A

90. Jahrgang

Kreisblatt für den Ennepe-Ruhrkreis

Die große Heimatzeitung in Stadt und Kreis

Nummer 74

Dienstag, 29. März

1938

Bevöckerüng als slancuenfütter

Der Siegeszug General Froncos

Das bolschewistische Zentrum Barbastro genommen— Unbeschreibliche Greueltaten der Roten

dnb San Sebastian, den 29. März.

Die spanischen Nationaltruppen setzten am Montag ihren Siegeszug an der Aragon­Front fort. Nach den letzten Gebietsgewinnen verläuft die Front von Ternel bis westlich Lerida auf einer Länge von etwa 200 Kilometer unge­fähr 60—70 Kilometer parallel zum Mittelmeer.

Ueber die Operationen am Montag meldet der nationale Heeresbericht, daß die Truppen auf dem rechten Fügel den Ort Zorita und nach Ueber­windung von 3 strategisch wichtigen Höhen die Orte Valdesa. Cruceta und Managren besetzten. Die Legionärsformationen besetzten das Miralbneno=Gebirge in seiner ganzen Aus­dehnung, während sich andere Kolonnen einer gan­zen Reihe wichtiger Höhen bemächtigten.

Auf dem mittleren Abschnitt nahmen die Trup­pen mehrere Ortschaften, darunter den Sitz des bolschewistischen Zentrums, Barbastro.

An der Front Jaem und Alcala Real wurde die Hochebene Cornicada genommen. Die Frontberichterstatter des Hauptquartiers be­zeichnen die Einnahmen des Sitzes des bolschewi­stischen Zentrums in Barbastro als den nachhal­tigsten Erfolg des Montags.

In Barbastro, das von den Kavarra=Bri­gaden des Generals Solchaga eingenommen wurde, wütete der Bolschewismus schrecklicher als in den bisher befreiten Ortschaften der Aragon­Front. Ueber 5000 Personen wurden von den bol­schewistischen Henkern ermordet. Unter ihnen befinden sich der Bischof und 47 Pfarrer, der Bürgermeister sowie die Angehörigen zahlreicher nationalgesinnter Männer, die selbst von den Bolschewisten als Kanonenfutter zwangs­weise an die Front geschickt wurden.

Zahlreiche Gebäude, darunter auch die Ka­thedrale, waren angezündet, oder in die Luft gesprengt worden. Unter ihren Trümmern fand man zahllose verkohlte Leichen. Aus dem Bischofspalast waren, wie üblich, die wert­vollen Stücke sämtlich gestohlen worden.

Die Ratten verlassen das Schiff

„Matin“ über die schwierige Lage Rotspaniens. Nene sowjetrussische Einwirkungen in Paris

dnb Paris, den 29. März. Der„Matin“ meldet, daß die Sowjets nun­mehr eine letzte Anstrenauna im Hinblick auf eine direkte Einmischung der Mächte zugunsten Barcelonas in Spanien unternähmen, da man in Moskau die baldige Niederlage Rot­spaniens erwarte. Natürlich versuche Moskau, sei­nen Wünschen Frankreich vorzuspannen. So habe im Laufe der letzten drei Tage der So­wjetbotschafter in Paris alles unternommen, um die französische Regierung zur Entsendung einer größeren Anzahl französischer Bomben­flugzeuge nach Barcelona zu veranlassen. Die französische Regierung habe jedoch diesen bolsche­wistischen Plan kategorisch zurückgewie­sen. Es scheine, schreibt„Matin“ weiter, als ob sich die Sowjetunion darüber klar sei, daß die spa nischen Kommunisten am Ende ihres Widerstan­des angelangt seien, denn seit einigen Tagen wür­den die sowjetrussischen Sachverständigen und po­litischen Delegierten aus Rotspanien zurückge­zogen, die seit Beginn des Konfliktes den Rot­spaniern zu Hilfe geeilt waren. Ganze Gruppen politischer Kommissare und Flugzeugführer befän­den sich bereits auf dem Wege nach Moskau.

„Der Krieg geht zu Ende"

Die Londoner Presse aller Richtungen erkennt Barcelonas Niederlage

Anb London, den 29. März. Der unaushaltsame Vormarsch der national­spanischen Truppen läßt es jetzt auch für die Lon­doner Presse, die vor nicht allzu langer Zeit teil­weise noch große Stücke auf die bolschewisti­schen Horden hielt, nicht mehr fraglich erscheinen, daß General Francos Endsieg nahe bevor­stehen dürfte.

Sø stellt der„Daily Telegraph“ in seinem Leit­artikel am Dienstag fest, daß die Nationalen eine

entscheidende Ueberlegenheit errungen hätten, man müsse aber zugeben, daß diese Tat­sache als ungeheure Erlösung empfunden werde, denn es mache nicht soviel aus, wer Sieger in Spanien sei, als vielmehr, daß der Krieg zu Ende gehe.

Selbst der sozialistische„Daily Herald“ gibt zu, daß Franco die bolschewistische Verteidigung vor allem durch seine Ueberlegenheit in der Luft zerschlagen habe.— Auch die liberale„News Chronicle“ sieht die Niederlage der Roten voraus und glaubt im Zusammenhang damit, Chamber­lain wegen seiner Haltung gegenüber Italien an­greifen zu müssen.— Der„Daily Expreß“ ersucht den siegreichen General Franco, einen Waf­fenstillstand zu schließen, um nutzloses Blutvergießen zu vermeiden. Das Blatt meint, Frankreich werde nicht in 11. Stunde in­tervenieren, um Barcelona zu retten.

Der Pariser Korrespondent des„Daily Teles graph“ schreibt, daß auch in Paris die nahe Nie­derlage Barcelonas als sicher gelte. Es sei wahr­scheinlich, daß der Oberbonze Negrin noch einen letzten Anastschrei an die Regierungen Frankreichs und Englands richten werde; aber

dnb London, 29. März.

Am Sonntagnachmittag ist an der englischen Küste etwa auf der Höhe von Dartmonth(De­von) ein deutsches Flugzeug der Lufthansa von dem Flugzeugstützpunkt„Westfalen“ aus katapul­tiert worden, das zu einem Langstreckenflug nach Süd=Amerika startete. Die Maschine ist mit vier Personen besetzt. Dieses Flugzeug, es handelt sich um eine Junkers=Maschine mit Schwerölmoto­ren, wurde am Montag 11.15 Uhr dortiger Zeit über Maccio in Brasilien gesichtet.

Fast sämtliche Pariser Morgenblätter berichten von dem Gelingen der Atlantiküberque­rung durch die Junkersmaschine von der engli­schen Küste nach Süd=Amerika. Einige Blätter knüpfen an diesbezügliche Meldungen kurze Kommentare, in denen der deutsche Er­Ig hervorgehoben und gelobt wird. So schreibt beispielsweise der für Luftfahrtfragen zu­

keine von beiden werde voraussichtlich von ihrer Politik abweichen wollen. Vor 14 Tagen aller­dings habe die französische Regierung vorbeugende Schritte im westlichen Mittelmeer unternehmen wollen, die englische Regierung aber habe ab­gelehnt.

Verdächtige Geschäftigkeit

auf einem französischen Flugplatz nahe der sowjetspanischen Grenze.

„Daily Expreß“ bringt eine Meldung aus Perpignan, wonach auf dem französischen Flugplatz St. Laurent de la Salanque am Mittelmeer, etwa 50 km von der rotspanischen Grenze entfernt, sich eine geheimnisvolle Geschäftigkeit entwickele. 15 schnelle franzö­sische Kampfflugzeuge, und zwar Einsitzer, seien dort eingetroffen. Normalerweise werde der Flug­platz nur für wenige Wochen bei Manövern für Uebungszwecke benutzt. Heute aber sei er als Luftbasis voll in Betrieb. Die Anwesenheit der Kampfflugzeuge sei geheimgehalten worden. Man habe dem Vertreter des Blattes auch alle Infor­mationen verweigert und ihm lediglich erklärt, man wolle„geheime Manöver“ abhalten.

ständige Mitarbeiter der„Epoque“, die Deutschen, die sich seit langen Jahren schon mit dem schwie­rigen Problem der Schwerölmotoren be­faßt haben und die als erste einen solchen Motor in technischer Vollkommenheit hergestellt haben, stünden jetzt kurz davor, die Früchte ihrer gedul­digen Arbeit zu ernten.

Das Gelingen dieser Atlantiküberquerung, die­ser gewaltige Versuch, habe den Wert der neuen Schweröltechnik bestätigt, die in der Luftfahrttechnik wahrscheinlich bald alle anderen Motorenarten ausschalten werde. Abgesehen von der Garantie für die Zuverlässigkeit wie sie auch der bei der letzten Ueberquerung benutzte Jun­kers=Schwerölmotor gegeben habe, müsse man auch noch die Tatsache hervorheben, daß mit diesem Motor endgültig alle Feuersgefahren ausgeschal­tet seien, die noch immer zu den schwersten Ge­fahren für die Transport= und Weitstreckenflüge bestanden.

hermann-Göring-Stiftung

100 000 RM. für notleidende Arbeiterfamilien und SA.=Kameraden

dnb Wien, den 29. März. Generalfeldmarschall Hermann Göring hat eine Hermann=Göring=Stiftung im Be­trage von 100 000 RM. der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt Oesterreichs gewidmet.

Nach dem Willen des Stifters sind hiervon 15000 RM. für in Not geratene Arbeiterfamilien in Floridsdorr=Wien und 15 000 RM. für bedürftige SA.=Kameraden Wiens be­stimmt. Je 10 000 RM. sollen in den Ländern Nie­derösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, in Kärnten und Tirol an Arbeiterfamilien und SA.=Kameraden zur Verteilung gelangen. Mit der Verteilung dieser Beträge hat Generalfeld­marschall Göring den Leiter der Nationalsoziali­stischen Volkswohlfahrt Oesterreichs, Franz Lan­goth, betraut. Die Verwendung über den rest­lichen Betrag von 20000 RM. hat sich der Gene­ralfeldmarschall persönlich vorbehalten und wird damit den Lungau des Landes Salzburg besonders berücksichtigen.

Wiener Arbeiterkinder in der Pfalz

Aus den Mietskasernen der Millionenstadt ins Blütenwunder der deutschen Weinstraße

dnb München, den 29. März. Die 1000 Wiener Arbeiterkinder, die in zwei Transportzügen zu je 500 Kindern am Montag­nachmittag vom Wiener Westbaynhof unter großem Jubel als Gäste der NSV. die Fahrt zu einem sechswöchigen Ferienaufenthalt in der Saarpfalz antraten, trafen gegen 23 Uhr auf dem Bahnhof in Salzburg ein.„Wir danken unserem Führer!“, so klang es in Sprech­chören ihrer hellen Stimmen über den Bahnhof hin und fand einen freudigen Widerhall in den Herzen der Erwachsenen, die trotz der mitternächt­lichen Stunde auf dem Bahnhof erschienen waren. Nach kurzem Aufenthalt wurde die Weiter­ayri nach München angetreten, wo die Züge gegen 2 Uhr früh eintrafen. Auch hier wieder er­neuter Jubel der Wiener Buben und Madeln, die voll freudiger Erwartung und unter dem Eindruck des bisher Erlebten unterwegs keinen rechten Schlaf hatten finden können. In rascher Fahrt ging es dann über Augsburg, Ulm, Stuttgart nach der wunderschönen Pfalzstadt Neustadt an der deutschen Weinstraße, dem Mittelpunkt der zur Zeit in vollster Blüte stehenden größten deutschen Weinbaugebiete.

„Die Einheit ist geschmiedet!"

100 Kundgebungen des Sudetendentschtumes

dnb Prag, den 29. März. In nahezu 100 Versammlungen hat das Su­detendeutschtum am Sonntag seinem Willen zur Einigkeit Ausdruck gegeben.

Auf einer Massenkundgebung in den Reichen­berger Messehallen sprachen vor etwa 20 000 Men­schen die Abgeordneten Prof. Obrlik und Dr. Hans Neuwirth.

Abgeordneter Obrlik erklärte, nachdem die Bezirksvertreter der ehemaligen deutschen Re­gierungsparteien vom Bezirksleiter feierlich auf den Leiter der SDP. vereidigt worden waren: Die Einheit ist geschmiedet. Unbestritten steht Konrad Henlein an der Spitze der Sudetendeut­schen. Abgeordneter Dr. Neuwirth führte u. a. aus: Das Gebot der Stunde verlangt zweierlei: Die praktische Verantwortung der Führung und die Disziplin der Massen. Die Disziplin der Massen ist eine Selbstverständlich­keit, weil die gesamte sudetendeutsche Politik, ins­besondere die der Sudetendeutschen Partei, eine Erziehung zur Disziplin war.

Eine historische Tatsache bleibt es, daß die Sudetendeutschen zu jenen Volksgruppen ge­hören, denen das Selbstbestimmungsrecht vorent­halten wurde. Man habe in Prag die Sudeten­deutschen als Gleiche unter Gleichen, als zweites Staatsvolk und ähnliches bezeichnet. Im Wider­spruch dazu stehe jedoch die Praxis der tschechoslo­wakischen Staatlichkeit. Die Nationalitäten seien nun aber im tschechoslowakischen Staat politisch mündig geworden, und durch die Eingliederung der letzten deutschen Regierungspartei sei die sudetendeutsche Einheit geschaffen. An die Adresse Prags gewandt, forderte der Redner nunmehr praktische Beiträge zur Befriedung.

Generalfeldmarschall Göring verkündet das Aufbauprogramm für Oesterreich. General­feldmarschall Hermann Göring spricht vor 20 000 Zuhörern in der Nordwest=Bahn­halle in Wien.(Presse=Bild=Zentrale, Zander=K.)

Non stop England-Südamerika

Neue fliegerische Großleistung eines Junkersflugzeuges