18 ono] Diese Zettung erscheint em Abend jeder Wochentages. #ie ½//3 Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, ** ATOI bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu
Sn„ a. Oamn. Inserats werden bis spätestens vorm. 11 Uhr erbeten.
Freitag, 21. November. Preis der einspaltigen Vettzeile für Stadt und Kreis Herferd, 1902
Oeyuhausen und Amt Rehme 10 Pfg., sonst 15 Pfg.
12. Jahrgang.
iomzeiogt hir dieg,
12. Jahrgang.
Teleph. Anschl.
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Teleph. Anschl.
Anzeigen
Herford.
er Fluchtlinien=Plan zwischen Elisabethstraße und * Freiheitstraße ist durch übereinstimmende Beschlüsse der stäotischen Kollegien vom 4. Januar und 28. Februar 1902 und unter Zustimmung der Ortspolizeibehörde festgestellt und wird nach§ 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 hierdurch 4 Wochen auf dem Stadtbauamt(Rathaus=Zimmer Nr. 6) zur Einsicht der Interessenten offen gelegt.
Einwendungen gegen den Plan sind in obiger Frist bei Vermeidung der Ausschließung bei uns anzubringen. Herford, den 17. November 1902.
Der Magistrat.
Quentin.
70 uf Antrag des Magistrats besteht die Absicht, den öffentlichen Wassergang von der Elisabeihstraße bis zur Aa einzuziehen. Dieses Vorhaben wird gemäß§ 57 des Zuständigkeits=Gesetzes vom 1. August 1883 mit der Aufforderung bekannt gemacht, Einsprüche bei Vermeidung des Ausschlusses binnen vier Wochen bei unterzeichneter Wege=PolizeiBehörde vorzubringen.
Herford, den 20. November 1902.
Die Wege=Polizei=Behörde.
4561. I. V. Quentin.
Handels-Register des Königlichen Amtsgerichts 4511 zu Herford.
In das Handelsregister, Abteilung A, ist bei der Firma Marcus D. Ganz in Herford Mr. 74 des Registers) am 17. November 1902 Folgendes eingetragen worden:
Die Gesamt=Prokura des Buchhalters Paul Wagner ist erloschen. Dem Bankbeamten Albert Pursche zu Herford ist an dessen Stelle mit dem Geschäftsführer Alfred Voß zu Herford Gesamt=Prokura erteilt.
Aufgebot.
Es ist das Aufgebot der folgenden Urkunden beantragt worden:
a. der Urkunde über die im Grundbuch von Laar, Band 1 Blatt 171 Abteilung III Nr. 2 auf der Besitzung des Augast Ludwig Eickmeyer für die Witwe Kolona A. C. I. Wocke, geb. Nunnensiek zu Laar eingetragene Darlehnsforderung von 150 Thalern Kourant von der Witwe Luise Wocke, geb. Brune zu Laar;
b. der Urkunde über die im Grundbuch von Altstadt Herford Band 5 Blatt 61 Abteilung III Nr. 5 auf der Besitzung der Witwe Seiler Karl August Rixe, Johanne, geb. Niestrath und Kinder zu Hersord für Fräulein Charlotte Ihlefeld zu Herford eingetragene Darlehnsforderung von 200 Thalern Kourant von der Witwe Karl August Rixe zu Herford;
e. der Urkunde über die im Grundbuch von Lippinghausen, Band 1, Blett 14, Abteilung III Nr. 16 auf der Besitzung des Bahnhofvorstehers H. Meyer zu Oetinghausen für die Anna Catharina Ilsabein Strothölter eingesragene Abfindungsforderung von 972 Thalern 2 Sgr. 4 Pfg. von dem Bahnhofsvorsteher H. Meyer zu Oetinghausen. Die Inhaber der Urkunden werden aufgesordert, spätestens in dem auf den
28. Februar 1903, vormittags 10 Uhr
vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 1, anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird.
Herford, den 4. November 1902.
Königliches Amtsgericht. 4671
Der Mord an Bord der„Loreley“.
Athen, 20. November.
Nach dem Geständnis des aus Württemberg stammenden Matrosen Kohler war Habgier das Motiv bei dem Morde. Kohler hatte es allein auf die Geldkiste abgesehen. Dieser Matrose diente seit neun Monaten an Bord der„Loreley". Er hat sich seit langem mit dem Diebstahl der Kiste getragen, besonders seit dem Tage, als er in Konstantinopel einen Blick auf die vielen Goldstücke in der Kiste gethan hatte, die der Kapitän der„Loreley" zufällig in seiner Gegenwart geöffnet hatte. In der Nacht zum Sonntag, in der Kohler voraus
sichtlich zum letzten Male vor Beendigung der Reparatur Nachtdienst auf der„Loreley“ hatte, beschloß er, seine Absicht auszuführen. Sobald die andere Schiffswache von zwei Mann schlafen gegangen war, holte er sich Hammer und Brecheisen. Als die für die erste Ronde festgesetzte Zeit vorüber war, eilte er zum Boote, ließ es ins Wasser und setzte alles zur Flucht in Bereitschaft. Es war gegen 1½ Uhr nachts, als Kohler, nach seinem Geständnis, sich ein Packet mit Kleidern zurecht schnürte und auch seine Uniform in einem Bündel zusammenschnürte und im Boote verbarg. Als Kohler nun den Rauchsalon betrat, um die Kiste zu rauben, regte sich plötzlich der Unteroffizier, den er nicht töten wollte. Von wahnfinniger Angst vor Entdeckung getrieben, ergriff er jedoch das Messer, das er zum Zerschneiden der Bootstaue zu sich gesteckt hatte und stach auf den Unteroffizier ein. Um die Vermutung zu erwecken, daß der Unteroffizier und er das Opfer eines Ueberfalles geworden sei, habe er die Leiche des Unteroffiziers, der an der Schiffstreppe tot niedergefallen sei, zum rechtseitigen Fallreep getragen und ins Wasser gestoßen, sowie seine mit einem Stein beschwerte Matrosenuniform ins Wasser geworfen. Dann schleifte er die Kiste, die er wegen ihrer Schwere nicht tragen konnte, zum Fallreep und ließ sie an Stricken ins Boot. Im Meerwasser wusch er sodann seine Hände und sein Messer vom Blute rein. Er schnitt nunmehr die Stricke des Bootes durch und fuhr in der Richtung des Leuchtturms ab. An Land hat er die Kiste zu öffnen versucht, doch gelang ihm dieses nicht. Er ließ sie darauf liegen. Er hatte bei seiner Flucht nur ein Stück Brot, aber kein Geld mit sich genommen und irrte seit jener Nacht hungrig umher. Kohler erklärt zwar, er habe keine Mitschuldige gehabt, doch glaubt man, daß er ohne Mitschuldige das Verbrechen nicht allein habe ausführen können. Seit seiner Verhastung blickt er stier vor sich hin und berührt kaum die Speisen.
Zur Tagesgeschichte.
Deutschland
Der Kaiser in England. Nachdem Kaiser Wilhelm gestern dem Lord Rosebery noch auf seinem schottischen Sitze Dalmeny Castle einen Besuch abgestattet hat, befindet sich Se. Majestät nunmehr wieder an Bord der„Hohenzollern“ auf der Heimreise.
Der konservative„Reichsbote" meldet:„Wie berichtet wird, war zu dem ersten Diner, welches der König von England dem Deutschen Kaiser zu Eoren gad, außer den Ministern, die mit Herrn Chamberlain erschienen waren, auch Wallace, der auswärtige Redakteur der„Times“, geladen und erschienen, der bekanntlich in den letzten Jahren Deutschland in der verletzendsten Weise bekämpft und unseren Reichskanzler wiederholt schlecht behandelt hatte. Man sieht aber daraus, in welchem Ansehen in England die Presse steht, und wie wenig man sich dort um die Sitten und Anschauungen in anderen Staaten kümmert. In Deutschland würde man es für undenkbar halten, daß zu einem dem König von England in einer deutschen Stadt gegebenen Festmal neben den Ministern auch Redakteure englandfeindlicher Zeitungen geladen würden.“
Verteilung der Brillanten zu Preußischen Orden.
Seit einigen Jahren fällt es auf, daß insder Verleihung der Brillonten zu preußischen Orden eine Liberalität geübt wird, die früher unbekannt war. Die„Hamb. Nachrichten“ schreiben dazu:
Unter Kaiser Wilhelm I. war es üblich, Brillanten fast nur an Ausländer zu erteilen. Bei diesen ist die Verleihung meist durch die Reciprocität geboten, die verlang:, daß Geschenke des einen Staates an Angehörige des andern durch möglichst gleichwertige Gegengeschenke erwidert werden. Inländer erhielten höchst selten die Brillanten zum Roten Adlerorden oder Kronenorden. Heute werden die Brillanten mit einer solchen Häufigkeit vergeben, daß in jeder größeren Berliner Gesellschaft Träger von preußischen Orden mit Brillanten auflauchen. Die Kosten sind nicht gering, sie belaufen sich oder beliefen sich wenigstens früher, je nach Wahl des Sternes, auf Summen bis zu 9000 M. Es ist unter solchen Umständen nicht überraschend, daß der preußische Etat für Ordenssachen in den letzten Jahren nicht meyr ausreicht. Vielleicht wird aber die jetzt eingetretene Not in den Finanzen die Aufmerksamkeit auch für diese Dinge schärfen und es ist anzunehmen, daß bei der nächsten parlamentarischen Beratung des Etatpostens, wenn wiederum seine Erhöhung beantragt wird, die Frage zur Sprache kommt, ob die teuren Brillanten nicht durch billigere Verleihung von Schwertern, Ringen, Eschenlaub oder Kronen oder eine höhere Klasse ersetzt werden kann.
Deutscher Reichstag.
Der Reichstag hat gestern die Zolltarifberatung wieder aufgenommen und den von der Kommission eingefügten§ 10a, worin bestimmt wird, daß vom 1. April, nach dem Inkrafttreten des Gesetzes, av städtische Abgaben auf Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl, Mühlenfabrikate, Backwaren, Fleisch und Fett nicht mehr er hoben werden dürfen, nach vierstündiger Debatte mit einem Amendement des Abg. von Kardoiff, wonach diese Bestimmung erst am 1. April 1910 in Kraft treten soll, in namentlicher Abstimmung mit 145 gegen 90 Stimmen angenommen. Die Unannehmbarkeit dieses Beschlusses für die große Mehrheit der verbündeten Regierungen wurde vom Staatssekretär Grafen Posadowsky und vom preußischen Minister des Innern Frhrn. v. Hammerstein feierlich verkändet. Die Regierungsvertreter beharrten auch dabei, daß die Annahme dieser Bestimmung eine Verfassungsänderung bedeute. Die Front der Kämpfer für und wider den Zolltarif war gestern ganz verändert. Das Zentrum, alle Freisinnigen und die Sozialdemokraten bildeten den Grundstock der Mehrheit. Zu ihnen gesellten sich die Freikonservativen, die sich gegen den§ 10a erklärten, aber gleichwohl das Amendement beautragten, welches das Inkrafttreten der Bestimmung bis 1910 hinausschiebt.
Neue farbige Stimmzettel.
Zu Beginn der gestrigen Sitzung wurden im Reichstage neue farbige Stimmzettel verteilt, und zwar blaue für„enthalte mich", rote für„nein“ und weiße für„ja“.
Das freudige Ereignis im Quirinal.
Aus Rom wird gemeldet: Die„Tribuna“ erläutert, weshalb der König für die neugeborene Prinzessin den ungewöhnlichen Namen„Mafalda" wählte. Mafalda Mathilde, die Tochter Amadeos III. von Savoyen, war eine Art italienischer Jungfrau von Orleans. An der Spitze eines Fähnleins Savoyer kam die Prinzessin dem von Barbarossa belagerten Mailand zu Hilfe, wurde aber von Barbarossa gefangen, der ihr die Wahl ließ zwischen Schande und Tod. Die Prinzessin blieb standhaft und wurde auf Bitten des Königs Alfons von Portugal begnadigt und freigelassen. Später wurde Mafalda die Gattin ihres Befreiers und starb 1158.
Der russische Thronfolger dem Tode nahe.
Der Zustand des Zarewitsch, des Großfürsten Michael, der lungenleidend ist, hat sich, wie mon aus Petersburg mitteilt, verschlimmert. Der Kranke ist sehr schwach, so daß die physikalische Behandlungsmethode seines amerikanischen Arztes, Dr. Phelau, aufgegeben werden mußte. Der Großfürst soll von den russischen Aerzten so gut wie aufgegeben sein. Nur die Luft der Krim schiebt die Katastrophe hinaus.
Herforder Kreisnachrichten.
Herford, 21. November 1902.
*A Zum Bahnprojekt Herford=Halle=Münster.
In diesen Tagen brachte betreffs dieses Eisenbahnprojektes das „Haller Kreisblatt“ einen sehr beachtenswerten Artikel, von dem wir Raummangels wegen erst heute Notiz nehmen können. Der Artikel lautet wie folgt:
Der Behauptung, daß das Eisenbahnprojekt Bünde=Borgholzhausen=Warendorf als gesichert anzusehen sei, wie es in einem Artikel der„Osnabr. Ztg.“ zu lesen ist, den das„Haller Kreisblatt“ in Nr. 175 wiedergab, können wir keinen Glauben beimessen. Daß eine solche Linienführung den Kreisen Münster, Warendorf, Halle und Herford nicht dienen kann, liegt für Jedermann klar vor Augen, der eine Karte zur Hand nimmt. Diesen Kreisen ist nur mit einer direrten Verbindung von Münster nach Herford gedient, um einesteils das Münsterland in nähere Verbindung mit der Reichshauptstadt und dem ganzen Osten zu beingen und in umgekehrter Richtung diesen mit dem Münsterlande und dem dahinter liegenden Holland mit seinen Seehafenplätzen. Daß bei dieser Gelegenheit eine erhebliche Teilstrecke der Köln=Mindener Bahn entlastet wird, besonders auch im Kohlen= und Güterverkehr von und nach den Häfen Hollands und der Ems, sollten billigerweise als eine wertvolle Beigabe dieses Projektes angesihen weiden. Dem rührigen Bünder Agitationskomiteee ist wohl bekannt, daß die natürliche geographische Lage für die Tracierung der Bahn von Münster über Halle nach Herford spricht und daß es diesen natürlichen Verhältnissen Gewalt anthun hieße, wenn man eine andere Richtungslinie wählte. Die Bünder versuchen deshalb einen anderen Trumpf auszuspielen, indem sie behaupten, bei diesen Richtungslinien würden die Kleinbahnen der Kreise Herford und Bielefeld empfivdlich geschädigt. Auch diese Behauptung stellt die Wahrheit auf den Konf, denn das Gegen
Hierzu Beilage und Unterhaltungsbeilage.