12. Jahrgang.

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12. Jahrgang.

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1. 05]. Diese Zeitung erscheint am Abend jeden Wochentages.

#o XII Abonnementspreis vierteljährlich pränumerande 1,25 Mark, bei Postbestellung kommt das Bestellgeld hinzu.

Montag, 7. April.

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Inserate werden bis z##testens vorm. 11 Uhr erbeten.I Jaoc Preis der einwaltigen Veti###le für Stadt und Kreis Herford, 1902

Oeynhausen und Amt Reumi 10 Pfg., sonst 15 Pfg.

Amtliche# Anzeigen

für den Kreis Hersord.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die folgenden in der Gemarkung Enger belegenen, im Grundbuche von Enger Hand 1 Blatt 184(Grundsteuermutterrolle Art. Nr. 32, Ge­Läudesteuerrolle Nr. 47) zur Zeit der Eintragung des Ver­keigerungsvermerkes auf den Namen des Ackerbürgers Johann Heinrich Dunkelan Nr. 44 zu Enger ein­Zetragenen Grundstücke am 16. April 1902, nachmittags 3½ Uhr durch das unterzeichnete Gericht in der Wohnung Eigentümers zu Enger Nr. 44 versteigert werden.

Der Verfteigerungsvermerk ist am 24. Januar 1902 in as Grundbuch eingetragen. 1690

Herford, den 7. Februar 1902.

Königliches Amtsgericht.

Handels=Register des Königlichen Amtsgericht zu Herford.

Unter Nr. 358 des Handelsregisters Abt. A ist die, am April 1902 unter der Firma: Thias& Müller er­lichtete, offene Handelsgesellschaft zu Herford am 4. April 1902 ingetragen und sind als persönlich haftende Gesellschafter bermerkt: 1779

1) der Elektrotechniker Fritz Thias zu Herford,

2) der Elektrotechniker Carl Müller zu Herford.

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Eine französische Erinnerung an Weißenburg.

In Versailles ist soeben der letzte französische Unterpräfekt von Weißenburg, Edgar Hepp, gestorben. Aus diesem Anlaß srzählt ein französisches Blatt, welche Rolle er in den Anfangs­stadien des Krieges von 1870 gespielt hat. Die Geschichte ist bezeichnend für die Art, wie man sich an den leitenden Stellen in Frankreich auf den Krieg vorbereitete. Noch am 1. Juli, so hat Hepp selbst erzählt, hatten sich die Mitglieder der Musterungskommission in Uniform und Waffen nach dem Wirtshaus des Windhof auf pfälzischem Gebiet begeben, 1200 Meter von Weißenburg entfernt,„um dem bayerischen Bier und dem Pfälzer Wein Ehre anzuthun". Sie wurden dort hit aller Herzlichkeit aufgenommen; damals war noch kein Anzeichen des Krieges zu merken. Sobald der Krieg erklärt war, hielt Hepp es für seine Pflicht, seine Beobachtungen über die Bewegungen des Feindes seinem Vorgesetzten, dem Präfekten von Straßburg, mitzuteilen. Er telegraphierte ihm, daß die Bayern seit dem 13. Juli mit den Vorbereitungen zur Mobilmachung in Rastatt begonnen hatten, und schrieb Lußerdem, daß seiner Meinung nach die Eisenbahnlinie von Niederbronn besonders bewacht werden müßte. Er schickte Depeschen über Depeschen an den Präfekten des Niederrheins Und an die Minister des Krieges, des Innern und des Aeußern. Aber ein guter Freund, der genau wußte, was man„oben“ Dachte, dämpfte vom 20. Juli an und besonders am 23. den Eifer Hepps und bat ihn, den Mitteilungen an den Kriegs­minister ein Ende zu machen, weil sein Eifer sich gegen ihn wenden könnte. Am 24. Juli erhielt der Unterpräfekt folgen­den Brief vom Präfekten des Niederrheins:„Straßburg, am 89. Juli 1870. Mein lieber Mitarbeiter und Freund! Ich beauftragt, Ihnen die Abschrift eines Brieschens, unseres Ministers zu übersenden; besagter Brief ist von M. Chevandier de Valdröme betitelt:„Freundschaftliches Schreiben". Daraus der Schluß gezogen werden, daß Sie von jetzt an davon Abstand nehmen müssen, an die drei Minister laufende, nicht ntrollierte Nachrichten über den Krieg zu senden. Der Brief „Der Unterpräfekt von Weißenburg entfaltet großen und Fleiß; aber seinen Telegrammen fehlt es an Ge­getskeit, und sie werden in jedem Augenblick durch die That­den widerlegt. Das hat zwei Nachteile, erstlich e.#

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das, zweitens wird diesen Telegrammen die Glaubwürdigkeit genommen. Es ist also wichtig, daß Mr. Hepp seine Er­gebenheit und Thätigkeit beibehält, aber seine Telegramme vorsichtiger abfaßt. Gezeichnet: Chevandier de Valdröme.“ Wenn dieser Brief Sie, was ich nicht glaube, etwa betrüben sollte, tröste ich Sie damit, daß ich auch bisweilen nicht verdiente Vorwürfe von der uns fernen Behörde erhalten habe und trotzdem weiter vorwärts gegangen bin und meiner Regierung nach meinem Gewissen gedient habe. Mit Gruß A. Pron.“ Hepp ließ dieser Briefwechsel vollkommen gleichgültig, er tröstete sich mit seinem Präfekten. Ueberdies wurde die Lage jeden Tag ernster. Auf die Gefahr hin, den Minister zu „ermüden", schickte Edgar Hepp Depeschen über Depeschen mit Angabe der numerischen Stärke der Deutschen und der Bitte, Truppen zum wirksamen Schutze der Stadt zu senden. Erst am Abend des 3. August nahm Abel Donay Stellung auf dem Geisberg.„Ich legte dem General mit aller Sicherheit einer feststehenden Ueberzeugung dar, daß sich über 80000 Mann in der Nachbarschaft, höchstens 24 Stunden von der Grenze entfernt, befanden", erzählte Hepp. Am folgenden Tage war Abel Donay als erster französischer General ge­fallen. Aber Hepp war„oben“ nicht gehört worden.

Zur Tagesgeschichte.

Deutschland.

Ausweisungen ausländischer Studenten. Zahlreiche Ausweisungen von Studierenden der Tech­nischen Hochschule in Charloktenburg sind neuerdings wieder durch den Polizeipräsidenten verfügt worden. Es handelt sich um nicht weniger als 35 Studierende, von denen 30 russischer und 5 österreichischer Staatsangehörigkeit sind. Dem Geburts­ort und dem Namen nach sind es meist Studierende polnischer Abkunft, die als„lästige Ausländer" ausgewiesen worden sind. Die Mehrzahl stammt aus Warschau und Krakau. Die Mehrzahl der Ausgewiesenen studierte die technischen Wissenschaften, einzelne Philosophie usw. Unter den Aus­gewiesenen befinden sich auch zwei Frauen, die ledige Dr. phil. Adele Silberstein, geboren 9. Februar 1874 zu Warschau, russische Staatsangehörige, und die Schülerin Regina Oxner, geboren am 6 August 1884 zu Warschau, ebenfalls russische Staatsangehörige. Die meisten der Ausgewiesenen sind der Ausweisung zuvorgekommen: die Ausweisungsverfügung konnte wegen vorheriger Abreise nicht mehr behändigt werden.

Buren in der deutschen Schutztruppe.

Zur Einstellung von Buren=Rekruten in die Schutztruppe Südwestafrikas wird von zuständiger Seite erklärt, daß deren Zahl etwa 12—15, nicht 150, wie gemeldet worden war, beträgt. Diese geringere Zahl entspricht auch dem nicht hohen Bestande der Burenfamilien in Südwestafrika.

Ceeil Rhodes' Testament.

Rhodes hat in seinem Testament eine Verbeugung vor der für Deutschland gefährlichen pangermanischen Idee gemacht. Um in deutschen jugendlichen Gemütern möglichst hohe Sym­pathieen für England zu erwecken, hat er fünfzehn Stipendien à 5000 Mk. jährlich(250 Pfd.) für deutsche Studierende auf der Universität Oxford für drei Jahre nach seinem Tode ge­stiftet. Die Entscheidung über die Verleihung des Stipen­diums soll nur dem deutschen Kaiser zustehen. Der Erb­lasser erklärt, ein gutes Einvernehmen zwischen England, Deutschland und Amerika werde den Weltfrieden sichern, und fügt hinzu, daß die durch Erziehung geschaffenen Beziehungen das festeste Band bilden.

Zum Burenkriege.

Blutige Verluste im letzten Gefechte. Wie das Reutersche Bureau aus Pretoria meldet, verloren die Buren in dem Gefechte Delareys bei Driekuil, am 31. v M., wo der Bruder Kitcheners General Walter Kitchener beinahe hätte kapitulieren müssen, 137 Tote und Verwundete. Nach einer amtlichen Liste betragen die englischen Verluste in dem Gefecht mit Delarey: 3 Offiziere tot, 16 verwundet, 24 Mann tot und 131 verwundet— im ganzen also 174 Mann!

für Methnens Freilassung.

Der Bruder des in Transvaal heldenhaft gefallenen Obersten de Villebois=Mereuil in Paris hatte eine Ambulanz zusammengebracht, um sie den Buren zuzuführen, und sich mit

der Bitte, diese passieren zu lasser, au das War-Office ge­

wandt. In seinem Gesuche erinnerte er an die edelmütige Haltung Lord Methuens bei dem Tode seines Bruders und an das huwane Vorgehen der Buren, die denselben Lord Methuen eben in Freiheit setzten, weil in ihrem Lager keine Ambulanzen vorhanden sind. Das War-Office hat dieses Gesuch rundweg abgelehnt.— Diese Erwiderung für den Großmut der Buren war nicht anders zu erwarten.

Herforder Kreis=Nachrichten.

Herford. 7. April.

. Elektrizitätswerk. Die Lieferung eines 100 PS. Gasmotors zum Elektrizitätswerk ist der vereinigten Ma­schinenfabrik und Maschinenbauanstalt in Nürnberg(A.=G.) übertragen worden. Der Anschaffungspreis beträgt ca. 22000 Mk.

** Zum Polizeikommissar ist Herr Polizei=Wacht­meister Vogel hier ernannt worden.

** Der bei der hiesigen Gefangenenanstalt be­schäftigte Bureaugehilfe, Herr Ristow, ist zum Strafanstalts­sekretär ernannt worden.

□ Auerkennungsschreiben seitens des Magistrats für 25jährige treue Dienste gingen Frl. Metz zu, im Ernst­schen Putzgeschäft hier thätig, sowie Herrn Krüger, welcher bei der Firma Viemann u. Fischer hier in Arbeit steht.

*) Die silberne Hochzeit des Herrn Hauptlehrer Peitz findet erst am Donnerstag statt; heute vor 25 Jahren war nur die standesamtliche Trauung, während die kirchliche einige Tage später erfolgte.

* X Radfahrsport. Gestern fand bei gutem Besuch der Bezirkstag des Bezirks I vom Gau 3 des deutschen Rad­sahrerbundes im Kaiserhof hier statt. Beschlossen wurde, am Himmelfahrtstag eine Tour nach der Ravensburg bei Halle i. W., wo auch Langsamfahren stattfinden soll, zu unter­nehmen. Für den 22. Juni ist in Detmold die Abhaltung des Gausommerfestes in Aussicht genommen. Anfangs August wird eine Bezirkstour nach Porta, verbunden mit Mannschafts­rennen Minden=Lübbecke und zurück, veranstaltet und für an­fangs September ist eine Bezirkstour nach Lopshorn mit Bergfahren geplant. Dem Bezirk I gehören z. Z. über 200 Fahrer an.

*9— Mittelbezirk des Minden Ravensberger Gaues. Die gestern in Bünde stattgehabte Bezirksvorturner­lehrstunde war von 47 Turnern besucht; vertreten waren 16 Vereine. Das Turnen fand in der städtischen Turnhalle, die Sitzung im Stadtgarten statt. Der bisherige 1. Bezirksturn­wart G. Seeger, der 2. Bezirksturnwart H. Töpfer und der Geschäftsführer des Bezirks Lehrer Ventzki aus Bünde wurden wiedergewählt. Es wurde sodann noch die Auslosung der Reihenfolge des Festzuges für das in Halle abzuhaltende Gauturnfest vorgenommen.

oe Zum Gauturnfest. Für das bekanntlich am 7.

und 8. Juni d. I. in Halle stattfindende Gauturnfest des Minden=Ravensberger Turngaues sind als volkstümliche Uebungen bestimmt: Weitspringen, Stabhochspringen und Stein­stoßen.

— Die Herforder Turngemeinde beruft für morgen abend eine Hauptversammlung in Biermanns Re­staurant ein.

*9— In der Versammlung des Turnerbundes

am Sonnabend wurde beschlossen, am 1. Juni d. J. das 25. Stiftungsfest zu feiern. Zur Deckung der Kosten wurden 230 Mk. bewilligt. Die Musik soll von der Kapelle des Herrn Düngel gestellt werden. Zur Aufnahme hatten sich 8 ordent­liche Mitglieder und 4 Zöglinge gemeldet, welche sämtlich aufgenommen wurden. Den Bericht vom Gautage erstattete Herr Schmitz, der besonders auf die einschneidenden Beschlüsse hinwies. Herr Koch I und Herr Töpfer hoben die Arbeit in der Turnhalle hervor und berichteten über den Stand des Turnens. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde auch das Programm für das Schauturnen aufgestellt; dieses enthält sehr schöne Uebungen in Gruppen= sowie auch Frei­und Stabübungen.

—st. Der Gesangverein„Teutonia“ Stift Berg

bereitete gestern seinen Mitgliedern und Freunden in Brock­manns Berggartensaale wieder eine Abendunterhaltung, die zahlreichen Besuch aufwes und recht ansprach. Das Pro­gramm war recht abwechslungsreich. Neben hübschen Ge­sangsvorträgen wurde u. a. auch ein Solovortrag für Zither und Mandoline geboten, der sich besonders reichen Beifalls erfreute. Zum Schluß wurden als höchst interessante En­sembleszene lebende Automaten vorgeführt.

s Die gestrigen Düngelkonzerte wiesen guten Besuch auf. Trotz des ungünstigen Wetters hatte sich auch eine stattliche Anzahl Besucher nachmittags auf dem Schützen­hofe eingefunden. Abends konzertierte die Kapelle bei F. Biermann und im Restaurant„Zum Wittekind".