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12. Jahrgang.

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N 23

Diess Zeitung erscheint am Ehend jeden Wochentages.

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Dienstag, 28. Januar.

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1902

Die Körpermessung der Verbrecher beim Berliner Polizeipräsidium.

Wie schon erwähnt, macht über den Meßdienst beim Berliner Polizeipräsidium Kriminal=Inspektor C. Klatt, der Vorsteher der Zentrale des anthoprometrischen Erkennungs­dienstes für Deutschland, in Berlin lehrreiche und neue Mit­teilungen in seinem soeben erschienenen Buche über die Körper­messung der Verbrecher nach Bertillon. Ueber das Maß­verfahren werden unseren Lesern die vorstehenden, durch Zeich­nungen bildlich erläuterten Ausführungen willkommen sein.

Die Bertillonage hat ihren Namen von dem französischen Anthropologen Alphonse Bertillon. Sie umfaßt neben der Photographie die Körpermessungen, die allgemeine Personal­beschreibung und die Beschreibung besonderer Kennzeichen. Für den Leser ist am interessantesten die Methode der Körper­Messungen, die wir hier zum Teil im Bilde veranschaulichen, und die vermittelst besonderer, von Bertillon konstruierter Apparate vorgenommen wird Bertillon wendet an: 1. Ein Dren zur Meßung der Körpergröße, wie es seiner allgemein Ab#cn Form nach bekannt ist. 2. Eine Wandtafel zur Messung der Spannweite. Diese ist in unserer Zeichnung in Figur 1 abgebildet und enthält auf der einen Hälfte ein Papier, das in Quadratzentimeter abgeteilt ist. #### Soa nebst aufrechtem Brett zur Messung der Sitz­5.#Für 2). 4. Einen Schemel zur Messung der Fußzlange, dessen Anwendung aus Figur 3 ersichtlich. 5. Ein

Holzgestell zur Messung der Vorderarmlänge. 6. Einen Kopf­zirkel zur Messung von Kopflänge= und Breite, wie in Figur 4. 7. Einen Schieber=Maßstab zum Messen der Ohrlänge(Fig. 5) und Ohrbreite, sowie mehrere genaue Maßstäbe.

Auf Grund der sorgfältigen Messungen und Eintragungen in die Personalkarte wird ein so genaues Signalement des Verbrechers geschaffen, daß dieser sich seiner Erkennung nicht entziehen kann. Denn es ist eine feststehende Thatsache, daß bestimmte Gliedmaßen bzw. Körperteile ihre Größe absolut nicht verändern und ihr Maß von dem Willen des betreffenden Individuums ganz unabhängig ist.

Unten rechts in unserer Zeichnung befindet sich(Fig. 6) eine in„Gaunersprache" hergestellte Zeichenschrift, enthaltend einen Papagei, eine Kirche, einen Schlüssel, darunter, als zweite Zeile, drei aufeinandergeschichtete Steinchen und eine Puppe. Dieses an einer steiermärkischen Waldkapelle s. Z. entdeckte„Schriftstück" besagte: Am Stephanstage(die drei Steinchen bezeichnen den gesteinigten heiligen Stephan), also 26. Dezember, wollte der Mann mit dem Papageiwappen einen Einbruch in die Kirche unternehmen und zu diesem Zweck mit seinen Spießgesellen am Christfest(das Wickelkind bezeichnet Christus), den 25. Dezember, bei jener Waldkapelle zusammenkommen. Ein Pfarrer fand diese Deutung, die sich auch schließlich als richtig herausstellte.

Anzeigen

für den Kreis Hersord.

für 2

31— für die

am Freitag, den 31. Janu. 1902, nachmittags

3 Uhr

stattfindende

1. Antrag des### des zur Offenlegung des Planums einer neuen

2) den I hunasstra ße FFprratz.„Schlachthoffraße und Lübber­

Verdiyrharderichen Tertahys auf Grund der Vertäge mit tbor Stegtumerr,„Lehre,##t.„vom 7. Januar er, G. den ur H. Meysn, D#u Wegener, E. Winkelmann

Ernstlit Januar cr. und Erben Rektor Weber vom 11. 9. D zum Gesamtpreise von 22 204 a=

Suen gr Weder vom

m. 9. Du; zum Gesamtpreise von 22 204 Mk. und zur

Wiamtaröseg Spißteilen auch nach a angekauften Par­eeed u. Sech aet scie Besdk un Guenstee

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selleg

erwähnten Verträge und des Vertrages mit Witwe Frieda Sturban vom 7. Januar er. in der Ga­Witl. gae von 7,28 ar zu Gesamtpreise von 3012 Mr. sar Fexkauf und Austausch städtischen Terrains an Sarrn 9) den D'“ Korte;

Lerchsnutzung eines Teiles des Lübberbruches zur Offen. 2) die Be'hes Planums der zu e bezeichneten Straße:“ eamertrag mit den Herforder Kleinbahnen G. m. b. H. 9) den.##e Benutzung des neueg Straßenplauums;

k) die Bewilligung von 500 Mk. für die Entfernung der Hecken und die Herstellung von Gräben an der neuen Straße. 6130

2. Desgl. betr. Austausch von Grundstücken zum Ausbau des Ort­sieker Weges.

3. Desgl. betr. Bewilligung von 2000 Mk. zur Regelung der Bür­gersteige an der Salzuflerstraße.

4. Revision der Rechnung der Baukasse betr. Anbau Stiftberg­schule l.

5. Revision der Rechnung der Armenkasse 1900.

6. Antrag des Magtstrats betr. Errichtung eines Ortsstatuts we­gen der Regelung der Beamtenverhäl nisse in der Stadt Herford und Erlaß einer Besoldungs=Ordnung für die Beamten und Bediensteten der Stadt Herford.

7. Desgl. betr. Festlegung des Fluchtlinienplans für die Verbin­dungstraße zwischen Elmter= und Mindenerstraße:

Herford, den 26. Januur 1902.

Der Stadtverordneten=Vorsteher: Lücken.

Donnerstag, den 30. Januar 1902, nachmittags 3 Uhr,

Besichtigung der Oertlichkeiten zu Punkt 1 und Punkt 7 der Ta­gesordnung für den 31. d. M., wozu ich die Herren Stadtvei­ordneten und den Magistrat ergebenst einlade. Ich ersuche den Magistrat, die Tracen abstecken zu lassen.

Herford, 26 Januar 1902.

Der Stadtverordneten=Vorsteher. Lücken.

Versteigerung.

Im Auftrage der Brauerei Felsenkeller werde ich am Donnerstag, den 30. Jannar d. J., vormittags 10 Uhr, einen von dieser Firma dem Lieferanten zur Verfügung gestellen 5640

großen kupfernen Bierkühlapparat

von 100 Hektoliter stündlicher Leistung, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern.— Ver­sammlung der Kauflustigen auf der Brauerei. Herford, den 24. Januar 1902.

Hartwig, Gerichtsvollzieher.

In den evangelischen Volksschulen hierselbst sind bis zum 1. April 1902 zu besetzen:

1. mehrere Lehrerstellen.

Grundgehalt. 1300 M.

Alterszulage 160„

Mietsentschädigung 340„

(für Unverheiratete) 140„

2. eine Lehrerinstelle.

Grundgehalt.. 1000 Mk.

Alterszulage 110„

Mietsentschädigung 160„

Meldungen sind bis zum 1. Februar einzureichen.

Herford, den 12. Januar 1902. 461a

Der Magistrat: Quentin.

Zur Tagesgeschichte.

Deutschland.

Zur Feier des Geburtstages des Kaisers fand gestern in der Schloßkapelle zu Berlin Gottesdienst statt­Von der Schloßkapelle schritten die Majestäten, während vom Lustgarten die Salutschüsse ertönten, zur Gratulationscour nach dem Weißen Saal und nahmen vor dem Thron Aufstellung. Sodann schritten die zur Cour befohlenen Herren vorüber. Der Kaiser reichte dem Reichskanzler und acht Botschaftern die Hand, sprach mit ihnen und zeichnete im Fortgang der Cour eine Anzahl Herren durch Ansprachen aus, so die Prä­sidien der Parlamente. Nach dem Schluß der Cour sprach der Kaiser kurze Zeit mit dem Prinzen von Wales. Der König von Württemberg, der die Kaiserin in den Weißen Saal geführt hatte, nahm nicht an der Cour teil.

Die Kaiserin hat ihren Gemahl mit einem eigenartigen Geburtstagsgeschenk überrascht. Es ist die aus Marmor gefertigte naturgetreue Hand der Kaiserin. Diese kam selbst auf den Gedanken, dem Kaiser ein solches Geschenk darzubringen als Symbol dafür, wie sie ihm ihre Hand fürs Leben geweiht habe und zugleich als Hinweis auf die Kunstliebe des Kaisers. Sie vertraute ihre Absicht Prof. Reinhold Begas an, und so erschien denn der Meister eines Tages im Neuen Palais mit seinem altbewährten Former Menzel, der die Hand der Kaiserin nach Angabe des Künst­lers in anmutiger Haltung nach der Natur formte. Es ist die rechte Hand, die als einzigen Schmuck den Trauring zeigt. Die Form wurde dann im Atelier von Prof. Begas und unter dessen Aussicht von Albert Geritz, dem langjährigen Marmorbildhauer des Meisters, im erlesensten karrarischen Material ausgeführt. Die Hand liegt auf einem roten Sammet­kissen, das auf eine Marmorplatte gefügt ist.

Als persönliches Geschenk des Königs Eduard überbrachte der Prinz von Wales dem Kaiser ein Gemälde von

Paync, das Friedrich den Großen darstellt. Das Bilo hat

wiederholt bei dem Besuch des Kaisers in Windsor dessen

höchste Bewunderung erregt.— Der Katier ernannte den

Prinzen von Wales zum Chef des Kürassier=Regiments Graf

Geßler(Rheinisches) Nr. 8.

Aus allen Teilen des Reiches gehen Meldungen über die

Feier des Geburtstages des Kaisers ein. In den Kirchen fanden Festgottesdienste, in den Schulen festliche Veranstaltungen, in den Garnisonstädten große Paroleausgabe und Salutschießen staft Später vereinigten sich die staatlichen und städtischen Bebörden zu gemeinsamen Festmahlen. Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht zahlreiche vom Kaiser anläßlich seines Geburts­tages verliebene Auszeichnungen: Es erhielten u. a. Staatssekretär Graf Posadowsky das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub, Landwirtschaftsminister v. Podbielski den Roten Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe, Minister des Innern Frhr. von Ham­merstein den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub, Handelsminister Möller den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse. Die Rote Kreuz=Medaille zweiter Klasse erhielt Oberpräsident Frhr. von der Recke von der Horst in Münster. Dem Professor der Chirurgie von Bergmann verlieh der Kaiser den Charakter als Wirkl. Geheimen Rat mit dem Prädikat„Exzellenz“.