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Diese Zeitung erst am Abend jeden Wochentages.

Abonnementspreis viährlich pränumerando 1,25 Mark, bei Postbestellvommt das Bestellgeld hinzu

Freitag, 3. Januar.

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t. Alter Reli von 1848/49 gefallenen Kriegernllen umgehend im Rat­Lohn=Anspri hause 1, Zimmer Nr. 5 ihre Namegeben, da ihnen eventuell an d Exv. d. im Falle der Hilfsbedürftig= und Vigkeit eine Unterstützung gewährt wird. 45a

Herford, 2. Januar 1902.

Der Magistratusse.

Inserate werden bis oätestens vorm. 11 Uhr erbeten. Preis der einspaltigen Vet#####ie für Stadt und Kreis Herford. Oeynhausen und Amt Retme 10 Pfg., sonst 15 Pfg.

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ter 17 min en Häfen von Nordfrankreich rich sich dorthin die Fracht visch i Newyork aus billiger stellenrde, als von den rus­hen Häfen.„Man muß dahe so schreibt das Blatt, warten, daß die französischen De jetzt anfangen werden, mit dem amerikanischen Weizen zuerieren, der französische Weizen aber nach den südlichen ivernements gehen und von dort den russischen Weizen gich verdrängen wird.“ Die Gelassenheit, mit der die Verdrängung der russischen Weizenausfuhr von demorkte des befreundeten Frankreichs besprochen wird, hebth merklich ab von dem erregten und zum Teil he ausfordien Tone, in dem die

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9. Brünger russische Presse die Schwierigkeiten pricht die ihrer Roggen­3 ausfuhr nach Deutschland erhsen könnten, wenn der neue Zolltarif Gesetz geworden istlnd soch handelt es sich auch in Frankreich um einschränker Bestmmungen für die Weizeneinfuhr in den südlichen Mmeerjäfen, die lediglich im Interesse der östlichen weizenbaden Gebiete der Republik getroffen worden sind. Allerdingkann die Weizenausfuhr Rußlands nicht mit seiner Roggenfuhr gleich gestellt wer­den, und während Rußland sichr dei verlorenen Absatz seines Weizens in Südfrankreich; awere Märkte suchen kann, bleibt ihm für die Aufnat seines Roggens außer Deutschland kaum noch ein anderesand ibrig, in dem es dieses Erzeugnis absetzen kann. Uso wniger hat die rus­sische Presse also Veranlassung, Dehland in der Weise zu behandeln, in der sie sich in den len Vonaten uns gegen­über wieder einmal gefallen hat.

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Zur Tagesghichte.

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Zur Wohnungeform.

Die Petitionskommission desteichstages hat vorge­schlagen, verschiedene Gesuche wegerr Wohnuigsreform dem Reichskanzler als Material zu übeisen. In der Verhand­lung gab der Regierungskommissar. a. folgene Erklärung ab:„Die Stellung des Herrn Reikanzlers zu Frage einer allgemeinen Wohnungsreform und[Mitwirkun des Reiches hierbei ist ersichtlich aus der in dereichstagssitzung vom 23. Januar 1901 namens des Herrneichskanzles von dem Herrn Staatssekretär des Innern egebenen Eklärung, die ihrem vollen Inhalte nach soeben irch den Hrrn Bericht­erstatter zur Vorlesung gebracht wen ist. An der darin niedergelegten Auffassung wird die chsverwaltugg ferner um so mehr festhalten können, als in schiedenen Bindesstaaten, insbesondere in neuester Zeit al in Preußn, Bayern, Sachsen und mehreren kleineren Sien die Wohungsreform in erfreulicher Weise in Fluß gerb#en ist und son den ein­geleiteten Maßnahmen der Gesetzung und der Verwaltung der Einzelstaaten in absehbarer 1 eine wesettliche Ver­besserung der Wohnungsverhaltnissrwartet werdn kann.“ Deutsches Kapitaln Auslande.

Die„Zeit" bringt folgende Zmmenstellung In China sind 500 Millionen Mark deutschkapital in wirschaftlichen Unternehmungen angelegt, in Ind 100 Millionn, in Au­stralien 750 Millionen, in Afrika000 Millionei, in der Türkei 400 Millionen, in Nord=Lrika(Vereinige Staaten

Die Märkte für Weizen= und Rogausfuhr aus Rußland.

Die russische Presse muß abei dem treuen Freunde und Bundesgenossen des russischReiches die Entdeckung tachen, daß in Geschäftssachen Gemütlichkeit aufhört. die„Rossije" veröffentlichte in in Tagen einen Artikel nter der Ueberschrift„ein verler Markt“, in dem sie #grauf aufmerksam machte, daß lge der von der fran­n sischen Regierung getroffenen, Weizeneinfuhr in Süd­

Köln rankreich einschränkenden Bestimnen Rußland in Gefahr

rehe, seinen Weizenabsatz nach südlichen Frankreich zu erlieren. Das Blatt meint zwariß Frankreich ganz ohne dei Zemde Weizeneinfuhr nicht werde skommen können; aber hebt selbst hervor, daß, wenrh jetzt die Einfuhr nach

estellungen auf die„Herforder Zeitung für Stadt und Land“ werden täglich von allen Briefträgern, den Kaiserlichen Postanstalten, unseren Boten, sowie in unseren Agenturen entgegengenommen.

und Canada) 1000 Millionen, macht zusammen 3500 und etliche Millionen. In Süd= und Zentralamerika dagegen, ein­schließlich Mexiko, arbeiten allein 2600 Millionen Mark deut­schen Geldes! Von allen unseren europäischen Kapitals­anlagen stecken also mehr als 43 v. H. in den Staaten des lateinischen Amerika.

Englischer Auftrag für Südafrika.

Laut einer Meldung des„Boten an der Inde" erhielt der Hüttenaktienverein Rote Erde in Aachen von der eng­lischen Regierung einen Auftrag auf mehrere hundert Waggons Draht, der zur Umfriedigung der afrikanischen Blockhäuser­stationen dienen soll.

Japanische Plünderungen in Peking.

Mit niemals verhehlter Schadenfreude haben natürlich die Japaner es verfolgt, wie in Europa immer neue Beschul­gungen wegen der Plünderungen in Peking erhoben wurden. Mit dieser Schadenfreude ist es nun gründlich vorbei. Aus Yokohama wird nämlich gemeldet: Der Kommandeur der 5. Division General=Leutnant Baron Yamakuchi, der in China die japanischen Streitkräfte befehligte, soll wegen der gegen ihn erhobenen Beschuldigung der Plünderung von seinem Posten zurückgetreten sein.

Die neuen Mordthaten in China.

Die Ermordung eines Missionars und dreier chinesischer Christen in Ninghiafu wird amtlich bestätigt. Der ermordete Missionar ist, wie es jetzt heißt, ein Belgier namens Met.

Für eine Viertelmillion Pferde verbraucht.

Der„Kreuzztg.“ wird aus London geschrieben: Bekannt­lich hat Lord Roberts jüngst eine sehr eindringliche Mahnung erlassen, die Pferde und Lasttiere mehr zu schonen. Wie not­wendig dieser Armeebefehl war, geht aus folgender Aufstellung hervor, die ein englischer Rittmeister in der Januar-Nummer des„Badminton Magazine" veröffentlicht: Von Beginn des Burenkrieges bis Ende Juni 1901 wurden Pferde geliefert:

1) Nach Transvaal, Freistaat und Kapkolonie: für die Artillerie 12 700, Durchschnittspreis 50 Lstr. 635000 Lstr. Kavallerie 52000, Durchschnittspreis 34 Lstr. 1 768000 Lstr.

140000 Ponnies, Durchschnpr. 17 Lstr. 2380000 Lstr.

2) Nach Natal:

64 200 Pferd. mittl. GrößeDurchschupr. 33 Lstr. 2 118000 Lstr.

Vom 1. Juli bis 31. Oktober 1901 wurden ferner nach Südafrika gesandt 32000 Pferde Durchschupr. 33 Lstr. 1056000 Lstr.

Zusammen 300900 Pferde im Werte von 7957·600 Lstr.

Dazu kamen Versandtspesen, im Durch­schnitt 16 Lstr. das Pferd 4 814 400 Lstr

11 772000 Lstr.

In den ersten zwei Jahren des Krieges, von Oktober 1899 bis Oktober 1901, hat die englische Armee an der Front also allein für Pferde über 255½ Millionen Mark gebraucht und zum großen Teil verbraucht, nicht eingerechnet die kostspieligen Verpflegungskosten. Andere Zugtiere, wie Esel und Maultiere, sind in dieser kolossalen Summe noch nicht einmal mit inbegriffen.

Ein Bureneinfall in Swaziland.

Dem„Standard" wird aus Pretoria vom 31. Dezember gemeldet: Zweihundert Buren machten einen Einfall in Swazi­land und griffen Inkanini Kraal, die Residenz der Swazi­Königin, an. Die Eingeborenen leisteten nur wenig Wider­stand; es wurden viele von ihnen getötet.— Bisher hatten die Buren die schwarzen Bundesgenossen ihrer Gegner nicht beachtet. Die letzten Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz dürften sie zu dieser Strafexpedition veranlaßt haben.

Zum Burenkrieg liegt u. a. noch folgende Meldung vor: Am 28. Dezember wurde zwischen Frankfort und Tafelkop heftiges Geschützfeuer gehört. Es verlautet, daß sich eine große Anzahl Buren in Leeuwkop, zwischen Tafelkop und Lindley, sammelt. In Brede sah man am 26. Dezember den Feind von Leeuwkop aus mit dem Heliographen arbeiten. Dewet soll sich in Leenkop befinden.

Herforder Kreis=Nachrichten.

(Mitteilungen von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden auf Wunsch honoriert.)

3. Januar.

* Zum Ableben des Herrn Rektor Weber.

Der gestern gestorbene Rektor a. D. Weber wurde am 8. August 1809 in Schweningdorf, Kirchspiel Rödinghausen, ge­boren. Er war der zweitälteste Sohn unter 8 Söhnen des dortigen Lehrers und hat alle jüngeren Brüder überlebt. Nach seiner Vorbildung auf der Präparandenanstalt in Petershagen kam er auf das Seminar in Soest. Hier machte er sein Examen und unterstützte dann 1 Jahr seinen Vater im Lehramt. Dann übernahm er eine Lehrerstelle in Nachrott bei Altena, wo er ebenfalls nur ein Jahr verblieb. Im Jahre 1832 übertrug ihm die Königl. Regierung zu Minden eine Hülfs­lehrerstelle auf hiesiger Altstadt, wo er dem Kantor Müller zur Seite gestellt wurde, bis ihn der Magistrat von Herford unter Bestätigung Königlicher Regierung zum„Organist, Küster und Schullehrer“ an der Neustädter Kirche ernannte. Hier hatte der Verewigte bis zur Vereinigung sämtlicher Ge­meindeschulen zur Bürgerschule in seiner Dienstwohnung eine eigene Schule. Im Jahre 1854 wurde er nach dem Tode des Rektor Erfling zum Rektor der vereinigten Bürgerschule ernannt. Diese Stelle hat er bis zum Jahre 1890 inne ge­habt, wo er im Oktober in den Ruhestand trat. Das kirch­liche Amt hat er bis zu seinem Lebensende verwaltet, wenngleich er sich in den letzten Jahren als Organist auch meistens vertreten lassen mußte. Ein erhebender Tag war es, als im Jahre 1882 sein 50jähriges Jubiläum unter Teilnahme der gesamten Bürgerschaft und der städtischen Behörden gefeiert wurde. Auch wurde er an seinem 90. Geburtstage durch viele Beweise der Teilnahme und Liebe aus der Nähe und Ferne erfreut. An Herford, wo er so lange gelebt und gewirkt, hatte er stets große Anhänglichkeit und zeigte immer Teilnahme für die Ent­wickelung der Stadt; auch war er für die Beweise der Liebe und Anerkennung stets dankbar. Nun ist der alte liebe Lehrer, dem Kinder= und Kindeskinder zu Füßen gesessen, zu einem besseren Jenseits abgerufen worden. Ihm, der so viele Liebe gesäet, wird noch lange die Liebe unserer Bürgerschaft erhalten bleiben.

*' Herr Kantor Harnisch hat mit dem Ende des verflossenen Jahres das Kantoramt an der Johannis=Gemeinde, welches er 53 Jahre hindurch bekleidete, aus Altersrücksichten offiziell niedergelegt, wird jedoch die Funktionen desselben bis zur Neubesetzung der Stelle noch verwalten. In Anerkennung seiner treuen Dienste ist Herrn Harnisch eine Ordensaus­zeichnung zu teil geworden, und zwar der Adler des Königlich­Preußischen Hausordens von Hohenzollern. Am Neujahrstage wurde Herrn Harnisch diese Dekoration zugleich mit den Segenswünschen des Königlichen Konsistoriums durch Herrn Superintendenten Höpker überreicht.

** Die kürzesten Tage sind nun vorüber, die Zeit, in welcher uns der Sonne Licht am kärglichsten zugemessen wurde, sie liegt wieder hinter uns, und von Tag zu Tag steigt nunmehr unser Centralgestirn höher am Himmel empor und verweilt immer länger über unserem Horizonie. Neujahrstage erfolgte der Sonnenaufgang gegen 8¼ Uhr, der Sonnenuntergang kurz vor 4 Uhr. Am 31. Januar geht das Tagesgestirn schon um 7¾ Uhr auf und erst gegen 4¾ Uhr unter; wir haben dann bereits neun Stunden Tag. Das Zunehmen der Tageszeit beginnt von Anfang Januar beiderseitig. Haben wir solch' Wetter, wie in den letzten Tagen, das eher an die Milde des Frühlings, als an die strenge Winterkälte gemahnt, dann ist das Menschenherz gleich voller Hoffnungen auf die kommende Frühlingszeit. Rauhe, trübe Witterung läßt uns dagegen die Zunahme des Tages­lichtes kaum bemerken, weil trübes Wetter mehr verkürzt, als die Minuten Unterschied in der Zunahme der Tageszeiten betragen. Mag es auch wettern und stürmen in künftigen Tagen, es geht doch aufwärts!

*, Königliches Meldeamt. Das Geschäftszimmer des Königl. Meldeamtes ist nach Rennstraße 7 in das Bäcker Meyerjohannsche Haus verlegt worden.

*“ Im Restaurani„Zum Wittekind" gab die

Düngelsche Kapelle am Neujahrsabend ein Konzert, das von ca. 80 Personen besucht war. Es wurde mehrfach angeregt, des Oefteren auch im Tiesteschen Restaurant derartige Kon­zerte zu veranstalten.

* Zeitungsagentur. Eine weitere Sammelstelle für die„Herforder Zeitung" hat von jetzt ab Herr Kaufmann Westerhold, Oetinghauserweg, fteundlichst übernommen. Be­stellungen werden von Herrn Westerhold täglich entgegen ge­nommen.