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Wochenblatt
der kreise
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Cvesfeld und
Ahaus.
Ne 11. Coesfeld den 11. März. 1848.
Der Frühling.
Woffnung kehrt in aller Herzen Nach so langer Winternacht;
Bald vergessen sind die Schmerzen: Denn der Frühling ist erwacht.
Zweifelt nicht an Gottes Güte,
Nicht an seiner Vaterhuld,
Nur der Zweifel im Gemüthe
Wird Verräther uns rer Schuld.
Wer kann Got, Walten wägen, Richter seiner Schlusse sein?
Er allein kann bei den Schlägen Harter Prüfung Trost verleih'n.
Traut auf Ihn! Er lindert Schmerzen, Bringt nach trüben Stunden Licht;
Er vermag gepreßte Herzen
Zu erfreu'n. Drum zaget nicht.
Und so sei'st du trauter Bote, Holder Frühling uns gegrüßt!
Wir vertrau'n dem alten Gotte
Und der Hoffnung, die uns sprießt.
Unterhaltendes.
Der verhängnißvolle Ring.
(Fortsetzung.)
Keine Worte, keine Feder vermögen die Gefühle zu schildern, womit de Monville der Erzählung des alten Mannes lauschte. Eine Zeit
lang, nachdem diese seine traurigen Mittheilungen geenoet, blieb er unbeweglich sitzen, mit den Augen den Fußboden anstierend.
Endlich sprang er auf, und als läge seine letzte Zuflucht, sein letzter Rettungsanker im Zweifel, näherte er sich Reinsbera und saate:—
„Sie äußerte, sie sei verläumdet worden, aber der Beweis?— Do in der Beweis?“
„Hören Sie mich an,“ erwiderte der alte Lehrer.„Wie es scheint, hatte sie sich über den Besuch eines Freundes, von welchem in dem anonymen Briefe die Rede ist, hinreichend erklärt. Der Umstand, welcher den Bruch veranlaßte, war die Entwendung eines Ringes. Sie wurde beschuldigt, diesen Ring ihrem vermeintlichen Anbeter gegeben zu haben, und sie konnte sein Abhandenkommen nicht erklären. Wie sich aber später auswies, war ihr derselbe von ihrer alten Magd, einer Frau Namens Marian, gestohlen worden, die man bestochen hatte, ihn aus Louisen's Secretair zu entwenden. An dem Tage, wo ich das arme Kind zum ersten Mal sah, hatte sie dieses abscheuliche Weib, von Gewissensbissen gequält, während jene schlief, plötzlich verlassen, zuvor aver einen Zettel auf ihr Beit gelegt, der ein Geständniß ihres Verbrechens enthielt, jedoch mit Verschweigung der Person, von welcher sie bestochen worden war. Sie hatte sich nicht getraut, ihr Vergehen mündlich zu bekennen, und bat schließlich um Vergebung. Louise war beim Lesen des Briefes ohnmächtig geworden, und