Abonnements=Preis halbjähr. für Hiesige 22 Gyr 6 9%, für Auswärtige 25 Hr portofrei. Wochenblatt der kreise Insertionen pr. Zeile jedoch haben die Abonnenten ihre Anzeigen frei. Cvesfeld und Ahaus. Ne 11. Coesfeld den 11. März. 1848. Der Frühling. Woffnung kehrt in aller Herzen Nach so langer Winternacht; Bald vergessen sind die Schmerzen: Denn der Frühling ist erwacht. Zweifelt nicht an Gottes Güte, Nicht an seiner Vaterhuld, Nur der Zweifel im Gemüthe Wird Verräther uns rer Schuld. Wer kann Got, Walten wägen, Richter seiner Schlusse sein? Er allein kann bei den Schlägen Harter Prüfung Trost verleih'n. Traut auf Ihn! Er lindert Schmerzen, Bringt nach trüben Stunden Licht; Er vermag gepreßte Herzen Zu erfreu'n. Drum zaget nicht. Und so sei'st du trauter Bote, Holder Frühling uns gegrüßt! Wir vertrau'n dem alten Gotte Und der Hoffnung, die uns sprießt. Unterhaltendes. Der verhängnißvolle Ring. (Fortsetzung.) Keine Worte, keine Feder vermögen die Gefühle zu schildern, womit de Monville der Erzählung des alten Mannes lauschte. Eine Zeitlang, nachdem diese seine traurigen Mittheilungen geenoet, blieb er unbeweglich sitzen, mit den Augen den Fußboden anstierend. Endlich sprang er auf, und als läge seine letzte Zuflucht, sein letzter Rettungsanker im Zweifel, näherte er sich Reinsbera und saate:— „Sie äußerte, sie sei verläumdet worden, aber der Beweis?— Do in der Beweis?“ „Hören Sie mich an,“ erwiderte der alte Lehrer.„Wie es scheint, hatte sie sich über den Besuch eines Freundes, von welchem in dem anonymen Briefe die Rede ist, hinreichend erklärt. Der Umstand, welcher den Bruch veranlaßte, war die Entwendung eines Ringes. Sie wurde beschuldigt, diesen Ring ihrem vermeintlichen Anbeter gegeben zu haben, und sie konnte sein Abhandenkommen nicht erklären. Wie sich aber später auswies, war ihr derselbe von ihrer alten Magd, einer Frau Namens Marian, gestohlen worden, die man bestochen hatte, ihn aus Louisen's Secretair zu entwenden. An dem Tage, wo ich das arme Kind zum ersten Mal sah, hatte sie dieses abscheuliche Weib, von Gewissensbissen gequält, während jene schlief, plötzlich verlassen, zuvor aver einen Zettel auf ihr Beit gelegt, der ein Geständniß ihres Verbrechens enthielt, jedoch mit Verschweigung der Person, von welcher sie bestochen worden war. Sie hatte sich nicht getraut, ihr Vergehen mündlich zu bekennen, und bat schließlich um Vergebung. Louise war beim Lesen des Briefes ohnmächtig geworden, und 82 ich war der erste, der damals in ihr Zimmer trat, und sie in diesem Zustande fand, wie ich Ihnen bereits erzählt habe.“ „Genug, genug!“ rief de Monville aus. „Ich war es, der den anonymen Brief erhielt, ich habe die unglückliche Louise gemordet! Aber wer rann ein so höllisches Complott geschmiedet haben? Hatte mein armer verlorner Engel Niemand deßhalb in Verdacht?“ „Sie nannte Niemand, aber sie gedachte bisweilen in ihren Gesprächen mit mir eines Freundes der Familie ihres Bräutigams.“ „St. George, der Vertraute meiner Mutter! Ja! er war es ohne Zweifel! Sollten sie im Einverständniß mit einander gehandelt haben? O nein, nein! meine Mutter konnte, mochte so etwas nicht thun! Nein, er hat allein gehandelt. Ich erinnere mich seiner Ansichten über diese Angelegenheit.“ „Wenn Sie ruhiger wären," bemerkte Reinsberg,„so wollte ich Ihnen den Beweis geben, dessen Sie bedürfen— das Original des Briefes.“ „Haben Sie es noch?“ „Ja, ich hob es auf, ich habe es in meiner Wohnung.“ „Bringen Sie es mir morgen, nein, besser noch, heute Abend— jetzt, wenn es sein kann — um muß eo haben. Lassen Sie uns sogleich danach gehen!“ Als der alte Mann die Begierde, den unheimlichen Ausdruck von Befriedigung wahrnahm, welche aus de Monville's Gesichtszügen leuchtete, bereuete er sein Geständniß, daß sich der Brief noch in seinen Händen befinde. „Wir würden ihn jetzt nicht finden können. Ich muß ihn erst suchen. Vielleicht habe ich ihn verlegt. Uebrigens erkläre ich hiermit, daß ich Ihnen denselben nicht eher geben werde, als bis Sie mir gesagt, was Sie damit machen wollen.“ „Ich bedarf eines Beweises, das ist Alles,“ erwiderte de Monville, mit anscheinender Ruhe. „Gut, ich will mich jetzt beurlauben und morgen sollen Sie den Brief haben, wenn ich ich ihn finde, woran ich übrigens nicht zweifle.“ Es war unterdeß dunkel geworden. Reinsberg nahm Abschied von seinem Freunde und kehrte nach seiner ärmlichen Behausung zurück. Er trug jetzt kein Bedenken mehr, de Monville den Brief zu geben. Er hatte es für klug gehalten, eine Vorsicht hinsichtlich des Gebrauchs, den dieser davon zu machen beabsichtiate, zu beobachten, und Alfred's anscheinende Ruhe hatte ihn in dieser Hinsicht zufrieden gestellt. De Monville hielt seinen alten Freund nicht für so aufrichtig und von aller Verstellung frei, als er wirklich war; denn so wie er sich allein sah, war sein erster Gedanke:„Er wird mir den Brief nicht bringen; allein ich bedarf seiner nicht.“ Eine Stunde später sendete er einen seiner Diener mit drei Briefen ab: zwei waren an Freunde von ihm, der dritte an St. George gerichtet. 5. Ein unerwarteter Besuch. Kaum waren nach Reinsberg's Heimkebr zehn Minuten verflossen, als dieser durch ein leises Klopfen an seine Thür überrascht wurde. Da er gerade mit Durchsuchung seiner Papiere beschäftigt war, um das Manuscript zu finden, welches er Alfred den nächsten Morgen zu überliefern versprochen hatte, so ließ er die Aufforderung unbeachtet. Auch erwartete er in der That keinen Besuch, und da er Niemand die schmale Treppe hatte heraufkommen hören, so glaubte er, das Geräusch sei durch ein offen gelassenes Fenster, welches der Wind bewegte, verursacht worden. Einige Secunden darauf aber wurde seine Aufmerksamkeit wieder davon abgelenkt, er hörte jetzt deutlich, daß Jemand an seiner Thüre herumtastete, wahrscheinlich nach einem Klingelzuge suchend, aber ach! eine Klingel gehörte seit langer Zeit nicht mehr zu Reinsberg's häuslichen Geräthschaften. Endlich erfolgte ein starkes Klopfen und ließ Reinsberg keinen Zweifel übrig, daß ihm noch ein Besuch zugedacht sei. „Wer ist da? Was wünscht man von mir?“ Keine Antwort, wohl aber wiederholtes Klopfen. „Kommen Sie morgen wieder.“ rief der alte Mann;„morgen können Sie mich sprechen; ich liege im Bett und habe kein Licht.“ Unglücklicher Weise schien das Licht durch die Spalten in der Thüre, und strafte ihn Lügen. „Oeffnen Sie, ich bitte, ich beschwöre Sie,“ ließ sich jetzt eine sanfte, schüchterne Stimme vernehmen. Hegen Sie keine Furcht. Erkennen Sie mich nicht?“ Reinsberg öffnete jetzt. Ein verschleiertes Frauenzimmer trat hastigen Schrittes in die Stube. Sie schien die Beute lebhafter Unruhe und Bewegung. Sie schlug ihren Schleier zurück, um freier zu athmen, und der alte Schreiber konnte einen Ausruf des Staunens nicht unterdrücken, als er sah. welche große Veränderung wenige Stunden in den Zügen von Madame de Monville bewirkt hatten. „Verschließen Sie die Thür,“ mahnte sie ihn. Bevor er dieß that, warf Reinsberg einen Blick die Treppe hinab. „Sie sind allein, Madame?“ „Niemand weiß, oder darf wissen, daß ich bier bin. Schwören Sie mir, daß Sie mich nicht verrathen wollen, wenn Sie ja hierüber befragt werden sollten.“ „Madame,“ erwiderte Reinsbera, dessen Ueberraschung durch das hastige, ängstliche Wesen seiner Besucherin noch vermehrt wurde,„ich binde mich nicht gern durch einen Eid, den zu halten bisweilen eben so schwierig als peinlich ist. Haben Sie die Güte, mir den Grund Ihres Besuchs zu erkläten.“ „Ich begreife Ihre Vorsicht, aber fürchten Sie nichts. Die Verschwiegenheit, welche ich fordere, ist weit nöthiger für mich, als für Sie.“ Sie blickte sich ängstlich im Zimmer um und fügte nach einer kurzen Pause hinzu:„Wir müssen leise mit einander sprechen, nicht wahr? man könnte unsere Unterhaltung im nächsten Zimmer vernehmen.“ „Allerdings, Madame, denn in dieser Stube hörte ich das Stöhnen der unglücklichen Louise. Sie hatten das Zimmer ihres Herrn Gemahls verlassen, als ich die traurige Erzählung beendete.“ „Ja wohl, unterbrach sie ihn mit einer Verlegenheit und innere Pein verathenden Stimme, „diese Louise ist todt, ich weiß das.“ „Ah! Ihr Herr Gemahl hat Ihnen das Uebrige erzählt, als ich Ihr Haus verlassen hatte!“ „Ich habe ihn seitdem nicht gesehen.“ „Weiß er, daß Sie hier sind?“ „Nein!“ „Aber Madame, wenn er nun Ihre Abwesenheit diesen Abend bemerken sollte?“ „Diesen Abend! O es wird ihm nicht in den Sinn kommen, diesen Abend nach mir zu fragen, ich bin in diesem Augenblick seinen Gedanken nur zu fern.“ Trotz seinem geringen Scharfsinn und seiner völligen Unkenntniß derjenigen Leidenschaften, welche hier im Spiele waren, ging Reinsberg doch ein Licht über die geheime Pein auf, welche die anmuthvollen Züge der Dame so verändert und ihnen einen solchen Ausdruck von Verstörtheit verliehen hatten. Er erinnerte sich der Thränen, die de Monville vergebens vor ihr zu verbergen gesucht, der Worte, deren er sich bedient, als er sie bat, das Zimmer einstweilen zu verlassen. Er sah die Eisersucht, welche ihr im Herzen wühlte; aber dennoch vermochte er nicht den Grund zu errathen, der sie zu ihm getrieben. Sie winkte ihm, sich neben ihr niederzulassen. „Sie haben das Original des anonymen Briefs noch in Ihren Händen?“ Reinsberg blickte sie verwundert an, nicht gleich verstehend, ob ihre Worte eine Frage enthielten oder vielmehr einen ihr bekannten Umstand bestätigten. „Sie haben es aufbewahrt. Sie wollen es morgen meinem Gatten überliefern. Leugnen 84 Sie es nicht. Ich war in dem anstoßenden Zimmer und hörte Alles, was Sie saaten. Sie müssen mir dieses Papier geben.“ „Ich habe es Ihrem Gemahl versprochen, Madame.“— „Mir oder ihm, was kömmt darauf an?“ „Wenn Sie mit seiner Zustimmung hier wären.“ „Sie können ihm ja sagen, daß Sie es verlegt haben, und er wird Ihnen auf's Wort glauben. Sie haben ihm bereits zu versteben gegeben, daß Sie nicht gewiß wüßten, ob Sie es finden würden.“ „Ich fürchte nur zu sehr, daß ich die Wahrheit sprach.“ „Nein, nein! Sie erklärten von vornherein, daß Sie es besäßen, und ich sehe, daß Sie bereits darnach gesucht haben. Ich muß diesen Brief haben!“ sagte sie mit einer an Wildheit gränzenden Heftigkeit.„Geben Sie ihn mir! Bestimmen Sie, was Sie dafür haben wollen! Ich will, ich muß ihn haben! Sie sind arm, ich kann Sie reich machen.“ Während sie so in bastiger Aufeinanderfolge, die Reinsberg eine Unterbrechung unmöglich machte, diese Worte ausstieß, hatte sie ihre Börse geöffnet. „Nehmen Sie dieß; hier sind vier Banknoten, jede von 1000 Franken.“ Des armen, alten Mannes Ueberraschung und Veriegenheit über diesen Antrag für Zögern in Folge schmutziger Motive haltend, fügte sie rasch hinzu:„Es ist Ihnen nicht genug; ich weiß es, Sie verlangen mehr; ich hatte vor der Hand nicht mehr in meinem Setretar. Aber Sie sollen erhalten, was Sie auch immer verlangen: verdreifachen wir die Summe. Ich will Ihnen 20,000 Franken — mein ganzes Vermögen— arden, wenn Sie es verlangen. Ueberdieß nehmen Sie hier meine Juwelen, zögern Sie nicht, greifen Sie zu.“ Ihre Züge, noch vor einem Weilchen so blaß, waren jetzt erhitzt und lebhaft, ihre Augen strahlten mit unnatürlichem Glanze, ihre Hände, mit einer Bewegung, so reißend schnell, daß sie kaum zu vemerken war, entleerten die von Gold strotzende Börse. Ein Halsband von den schönsten Perlen, reiche Juwelen, Diamanten, Ringe u. s. w. rollten auf den Tisch. Der arme Alte blickte sie mit der äußersten Verwunderung an. Da lagen vor ihm prächtiges Geschmeide und mehr Geld, als er in seinem ganzen Leben gesehen hatte. Und dieser ungehoffie Reichthum ward ihm vom Geschick zugeworfen.— Alles war für ihn bestimmt, er durfte nur die Hand darnach ausstrecken, und es war sein. Allein dieß waren nicht die Gedanken, welche jetzt die Seele des ehrlichen Reinsberg beschäftigten: zwischen dem Reichthum, welchen er niemals gekannt, und der Dürftigkeit, welche seine alten Tage verkürzte, tauchte auch nicht für einen Augenblick eine unedle Begierde in ihm auf; und als er sich wieder etwas gesammelt, sagte er mit Thränen in den Augen und einer von Mitleiden zitternden Stimme:— „Wie unglücklich müssen Sie sein, Madame.“ „Ja, ich bin unglücklich! aber es hängt von Ihnen ab, ob meine Leiden fortdauern sollen oder nicht. Sie können mir den Seelenfrieden, das Glück wiedergeben. Wollen Sie mein Anerbieten annehmen?“ „Die Erzählung dieses unglücklichen Vorfalls hat in Ihrem Herrn Gemahl die Erinnerung an ein früheres zärtliches Verhältniß wieder erweckt. Ich hatte dieß bemerken und meine Erzählung, als er Sie bat, das Zimmer zu verlassen, abbrechen sollen. Es war Unrecht von mir, eine kaum verharrschte Wunde wieder aufzureißen. Sie müssen mir wegen des Uebels, welches ich Ihnen gegen meinen Willen zugefügt habe, verzeihen, Madame. Der Tod jenes armen, auf eine so niedertrachtige Weise verläumdeten Mädchens schwebte mir immer noch vor Augen. Hätten Sie dieselbe so gekannt, wieich, hätten Sie gehört, wie Sie ihre Unschuld betheuerte, Sie würden gegenwärtig dieses unleugbaren Beweises nicht bedürfen, um davon überzeugt zu sein. Aber Verzeihung, Madame, ich verursache Ihnen abermals Kummer und vergesse, was ich jetzt erst kennen gelernt habe, daß Liebe selbst auf die Todten eifersüchtig ist. Sie fürchten, daß die lebhafte Erinnerung an eine frühere Geliebte Ihnen einen Theil der Zärtlichkeit Ihres Herrn Gemahls rauben könnte. Ich werde es mir stets zum Vorwurf machen, daß ich Ihnen dieses Leid zuacfügt habe. Aber wie kann der Besitz des fraglichen Briefs Sie wieder glücklich machen? und wie kann das Verlangen darnach Sie bestimmen, Ihr ganzes Vermögen dafür hinzugeben?“ Ob Mathilde auf diese Fragen keine genügende Antwort zu geben wußte, oder ob sie zu aufgeregt war, um etwas zu erwidern, wissen wir nicht, aber sie schwieg. Reinsberg fuhr fort:— „Als ich Herrn de Monville so entschieden sah, den Brief in seine Hände zu bekommen, entstand in mir die Befürchtung, daß er mit dessen Inhalt bekannt sei, und daß dieser zu einem Duell mit dem Schreiber führen möchte. Er suchte mich jedoch von der Grundlosigkeit einer solchen Befürchtung zu überzeugen und... üder was sollte ich jetzt denken?“ „Ja!“ rief Mathilde aus, begierig die von dem alten Lehrer hingeworfene Vermuthung ergreifend.„Ihre Freundschaft für ihn ließ Sie die Gefahr ahnen, welcher meine Liebe vorzubeugen bestrebt ist. Sie begreifen jetzt, weßhalb ich in dieser späten Stunde hierher kam— aber das muß ein Geheimniß bleiben.— Ich weiß, — auf welche Weise, darauf kömmt nichts an, — wer ven Otief geschrieben hat; mein Gatte würde die Handschrift leicht erkennen, und den Schreiber fordern, und ich würde ihn durch dieses unglückliche Madchen zum zweitenmal verlieren. Geben Sie mir daber den Brier.— lassen Sie mich diesen Beweis vernichten; und wenn die Sache auf einen bloßen Verdacht beschränkt sein wird, wenn der Verfasser mit Sicherheit wird leugnen können, daß er den Brief geschrieben, dann, ja dann! werde ich wieder glücklich— oder doch wenigstens frei von aller Furcht für das Leben meines Gatten sein. Den Brief also, geben Sie mir den Brief, auf meinen Knieen flehe ich darum!“ „Stehen Sie auf, Madame, sagte Reinsberg,„ich bereue zu sehr, was bereits durch meine Einwirkung geschehen ist, um Ihnen Ihre Ruhe nicht wieder zu geben, so weit als es in meinen Kräften steht. Aber nehmen Sie Ihr Geld und ihre Juwelen zurück. Ich verlange durchaus nichts: es ist eine Genuatbuung, die ich Ihnen schuldia bin, nicht ein Beweis, den ich verkaufe.“ (Schluß folgt.) Der schönste Kaufladen in der Welt. Man ist bisher der Meinung gewesen, daß in Paris und London die schönsten und größten Kaufmannsläden gefunden würden, sie alle werden aber von einem in New=York übertroffen, der kürzlich eröffnet worden ist. Die Vorderseite ist von weitem Marmor und der Haupteingang befindet sich zwischen zwei Fenstern, deren jedes aus einer Glasplatte von 6 Fuß Breite und 11 Fuß Höhe besteht. Man gelangt in eine geräumige Halle, an deren Seiten sich Ladentische von Mahagony und Regale von Ahorn befinden, und die in eine andere ründe Halle führt, über welche sich eine zierliche, 90 Fuß hohe Kuppel wölbt. Rund herum laufen Ladentische von glänzend polirtem Mahagony, und die hintere Wand ist ganz mit Spiegelglas bedeckt. Die Decke wird von Saulen getragen, welche mit den schönsten Kapitälern geschmückt sind. Der Hauptbogen, welcher die erste Halle von der zweiten trennt, wird von Säulen getragen, die geriest aus einem Stuck von italienischem Marmor gearbeitet und glänzend geschliffen sind. Die Wände und die Decken sind mit meisterhaften Freskomalereien geschmückt. In der Haupthalle befindet sich ein großer Kronleuchter, der, wie die amerikanischen Blätter versichern, an Schönheit seines Gleichen in der ganzen Welt nicht haben soll. Alle Waaren, die dem Publikum bei der Eröffnung vor 86 gelegt wurden, waren durchaus neu und hatten einen Gesammtwerth von 600000 Dollars. 100 Commis sind beschäftigt, das Publikum zu bedienen. Abends wird dieser prächtige Laden mit Gas erleuchtet und im Winter durch große Oefen geheizt, die sich im Souterrain befinden. Bekannte und Freunde. Ein Herr von Stande, der viel in der großen Welt verkehrt hatte, pflegte zu sagen: mit seinen Bekannten und Kameraden hätte er die Kathedrale von Antwerpen, mit seinen Freunden kaum ein Schilderbaus füllen können. Handels=Nachrichten. Neuß, den 7. März. Weizen 2 Thlr. 20 Sgr.— Pf. Roggen 1 Thlr. 20 Sgr— Pf. Wintergerste 1 Thlr. 10 Sgr.— Pf. Sommergerste 1 Thir. 8 Sgi.— pf. Hafer 1 Thlr. 1 Sgr.— Pf. Buchweizen 1 Thir, 26 Sgr.— Pf. Erbzen 2 Thlr. 28 Sgr.— Df. Münster, den 8. März. Weizen 2 Thlr.— Sgr.— Pf. Roggen 1 Thlr 16 Sa. 3 Pf. Gerste 1 Thir. 12 Sgr. 6 Pf. Buchw. 1 Thlr. 16 Sgr. 3 Pf. Hafer— Thir. 27 Sgr. 6 Pf. Kartoffeln — Thir. 22 Sgr.— Pf. Aachen, den 3. März. Weizen 2 Thlr. 16 Sgr. 6 Pf. Roggen 1 Thlr. 24 Sgr.— Pf. Gerste 1 Thlr. 16 Sgr.— Pf. Hafer 1 Thir 3 Sgr.— Pf. Witten, den 2. März. Weizen 2 Thir. 10 Sgi.— P. Roggen 1 Thlr. 17 Sgr.— Pf. Gerste 1 Thlr. 10 Sgr.— Pf. Hafer 1 Thlr. 4 Sgr.— Pf. Oeffentliche Anzeigen. Verpachtung. Am nächsten Dienstage, den 14. d. Mts., sollen verschiedene vor hiesiger Stadt belegene Fürstliche Grundstücke auf längere Jahre öffentlich verpachtet werden. Unter andern werden zur Vervachtung kommen, die vor dem Viehthore liegenden, bisher von dem Schreiner Breitenbach, Wirth Dahlmann, Schrein. Frye, Tagl. Haunert, Henrich Harenborg, Musik. Kösters u. s. w. angepachteten Gärten, resp. Ländereien. Pachtliebhaber wollen sich am gedachten Tage, Morgens 10 Uhr auf der Citadelle bei dem Zimmermann Freitag, Morgens 11½ Uhr, an der zweiten Brücke vor dem Falkenbrückenthore, Nachmittags 3 Uhr an der zweiten Brücke vor dem Letterthore und um 4 Uhr am Holzplatze vor dem Suringsthore einfinden. Nähere Nachricht über die Lage und Größe der Grundstücke, ist auf der Fürstlichen Rentei zu erhalten. Coesfeld am 10. März 1848 Fürstlich Salm=Horsim. Rentei. Spehr. Publikandum. Die Schulsteuer pro Sommercours 1847 und Wintercours 1841 ist repartirt und die Hebung dem Herrn Rendanten Holtermann aufgetragen, an welchen die Schulsteuer binnen vier Wochen zu entrichten ist. Coesfeld den 4. März 1848. Der Maaistrat. Holz=Verkauf. Am Freitag den 16. d. M., Morgens 9 Uhr, sollen im Rosengarten bei Varlar, einige 50 Klafter Buchenholz meistbietend verkauft werden. Coesfeld am 10. März 1848. Fürstlich Salm=Horstmarsche Rentei. Spehr. Zeeuwsche Chocolade. Von dieser durch die ganze Welt berühmte Chocolade, welche ihrer vorzüglichen Eigenschaften wegen undedingt den Vorzug vor allen andern verdient, habe ich so eben eine Sendung erhalten, welche ich zu untenstehenden Preisen zur gefällige Abnahme empfehle. Carraca=Chocolade à la hanille zu 25 Gr pr. 8# Carraca=Chocolade zu 10 und 20 Jr pr. ½ Gemischte Carraca=Chocolade zu 9, 10 u. 12 Hr pr. U. Vorstehende Sorten sind in ganzen halben und! II. so wie auch in einzelnen Tafeln zu haben. I. W. C. van Riemsdyk, Cigarrenfabrikant. Coesfeld den 9. März 1848. Da mein Tapeten=Vorrath abermals durch die neuesten Dessins assortirt ist, so empfehle ich mich hierin meinen geehrten Geschäftsfreunden bestens. Musterkarten stehen zu Dienste und werden an Auswärtige portofrei versandt. Coesfeld den 2. März 1848. B. Wittneven, Vater. 87 Am Dienstaa den 14. d. M. Nachmittags 2 Uhr werde ich meine zwei, zwischen dem Süring= und Neuthor liegenden Wallgärten meistbietend an Ort und Stelle verkaufen. Coesfeld den 10. März 1848. Wittwe Wessing. Der auf den 14. März. curr. angekündigte Verkauf meiner Immobilien wird nicht stattfinden. Darfeld den 8. März 1848. Anton Hachting. Es kann in hiesiger Stadt eine anständige Wohnung im 1. Stock. bestehend aus mehreren Piecen, mit oder ohne Möbeln, angemiethet und aleich bezogen werden. Hierauf Reflektirende können das Nähere in der Expd. d. Bl. erfahren. Entbindungs=Anzeige. Die am 3. d. Mts. erfolgte glückliche Entbindung meiner lieden Frau, geb. Fr. Greving, von einem gesunden Mädchen beehre ich mich hierdurch ergebenst anzuzeigen. Coesfeld den 8. März 1848. Dorenberg. Ein noch in sehr gutem Zustande sich befindendes Clavier steht billig zu verkaufen. Wo sagt d. Expd. d. Blts. Am Samstag den 18. l. Mts. wird ein fetter Ochs ausgehauen bei dem Metzger B. Becker. Am Samstag den 18. d. Mts. wird ein fetter Ochs ausgehauen bei dem Metzger H. Oester. Beste, Zwoller Brat=Buckinge, bei A. Schütte. Frische holländische Häringe, Labund besten Lengsisch bei A. Schütte. Leidener Caminkäse, neue Pflaumen, frisches Griesmehl, sowie gute Talglichter und Aepfelkraut bei A. Schütte. Extra guter Rundsisch bei S Th. Bohne. Bei C. M. Schüller in Crefeld ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: in Coesfeld durch die Riesesche Des Thomas a Kempis vier Bücher von der Nachfolge Jesu Christi. Aus dem Lateinischen. Zweite, ganz neue, mit einer Lebensbeschreibung und dem Bildnisse des Verfassers, und mit Morgen=, Abend=, Meß=, Beicht=, Communion=, Vesper= und Complet=Gebeten versehene Ausgabe. geh. 10 Sgr. Obgleich es der Uebersetzungen der herrlichen Nachfolge Jesu Christi schon so manche giebt, wird sich die vorstehende, in der Geburtsstadt des Verfassers veranstaltete, jenen um so mehr würdig anreihen, als dieselbe mit einem vollständigen Gebetbuche und der Lebensbeschreibung des ehrwürdigen Thomas a Kempis bereichert ist und sich der Approdation des Herrn Bischofs von Münster erfreut. Die erste Auflage dieser Uebersetzung kam nicht in den Buchhandel. Briefe, zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Englische, mit angehängtem Wörterverzeichnisse, v. A. Pineas Preis geheftet 12 ½ Ghr Eine reiche Auswahl von Briefen, vom einfachsten Billet stusenweis zur höheren Corresvondenz fortschreitend, unter letzterer eine Menge aus den englischen Classikern, wie Chesterfield, Ladv Montaaue, Sterne, Dope, Addison Johnson u. A. m., als Anhang noch eine Reihe von Geschäftsbriefen, sämmtlich zum Uebersetzen ins Englische eigends bearbeitet und mit vollständigem Wörterbuch versehen. Civilstand der Kreisstädte Coesfeld und Abau Monat Februar 1848. Coesfeld. a. Geburten. Den 1. Maria Christina Antonia, T. d. Fabrikarb. W. Huls u. d. Mar. Cath. Roters. 3. Franziska Margaretha Henriette, T. d. Goldarb. Th. Marx u. d. Maria Anna Greve. 24. Heinr. Jos. Franz, S. d. Gymn. Oberl. Huppe u. d Clementine Weglage. Summa 3. 88 b. Sterbefälle. Den„. die unverehelichte Elisabeth Kemper, 64 J. a. 7. Joh. Wilh., S. d. Tischlers F. Wolkers, 14 T. a. 10. Wilhelm, S. d. Schuhm. A. Lauen, 12 J. 8 M. u. — Juurin Gain. Carvenbera. W. d. Glasers H. Thier, 77 J. u. 25. Anna Lammerding, Ehefrau Holzschuhm. Holscher, 53 J. a.— Jul. Wilh., S. d. Schuhm. Schüß4 J. 1 12 T. a. 15. Mar. Cath. Wellers, W. Zimmerm. H. Wolters, 67 J. a. 17. die unverehelichte Gertrud Froning, J. J. a.— Gertrud Frohning, Chefr. d. Goldarb. Mittendorf, 56 J. a. 21. der Tagl. I. H. Klumper, 45 J. a. 22. der Eiersammler A. Degering, 71 J. a. 24. Bern. Ant., S. d. Tagl. P. Neuhaus, 13 S.. Summa 12. e. Heirathen. Den 13. der Kupferarbeiter W. Versen m. Agatha Rive.— der Wirth Franz A. Pikart aus Essen m. Joserhine Wilte. I. der Tagl Joh. Heinr. Beumer m. M. C. Bauland, W. Schopmann.— der Schlosser Anton Reuter m. Cath. Strieker. 29. der Taal. H. Tubina u. Elisab. Siferding.— der Tischler Bern. Heinr. Deitmer m. Christine Eismann. Summa 6. Ahaus. a. Geburten. Den 10. Joseph, S. d. Hauptm. d. Landwehr H. Völler u. d. Wilhelmine Eick. b. Sterbefälle. Den 7. die Wittwe Herm. Twist, geb. Elis. Wirrenfeld, 72 8. u. 2#. Gertrud, T. d. Schuhm. Gerh. Busch, 8 J. 10 M. a. 25. der Doktor der Med. A. Buschoff. 33 J. a. Summa 3. c. Heirathen. Den 29. der Zimmerm. A. Börsting m. Elisab. Hallekamp.— der Weber Joh. Benning m. Cath. Bruning. Summa 2. Nachweise der bei den hiesigen für den 9 Bäckern vorgefundenen Brodsätze conat März. Namen der Backe r. Brodes. Ganz Weisgrobes brod zu zu 1 6 Grr)o 9 Ath. 9t# Schwarzbrod zu 5 Ghr u. Gr#ct #. Tae.#. 2#. Coesfeld den 1. März 1848. Der Magistrat. Redaktion, Druck und Verlag von B. Wittneven(Vater) in Coesfeld.