Stark sein!
Wahrend draußen die volschewistische Welle bis an unsere Grenzen brandet, vollbringen unsere Soldaten unerhörte Leistungen in Angriff und Abwehr, tut die Heimat ruhig und unbeirrt ihre Pflicht. Niemand bestreitet, daß der Krieg schwer ist, aber niemand zweifelt an unserem Siege. Dieser Glaube macht uns stark und läßt uns alle Schwierigkeiten überwinden.
In seinen Reden an die deutsche Nation 1813 sagte Fichte:„Je kräftiger Einzelne oder ganze Zeitalter waren, desto mehr glaubten sie an das überwindende Vermögen tüchtiger Menschen und hielten dafür, daß
Der Fußgänger auf der Landstraße
Wie muh er sich in der Dunkelhelt verhalten!
Wr verdunkein von 17.26 bis 8.05 Uhr!
nichts unerreichbar sei dem unerschütterlichen Willen.
Wir haben diesen Willen, denn jeder von uns weiß, daß es um unsere nationale Existenz geht, um Tod oder Leben. Wir haben oft genug aus feindlichem Munde gehört, was sie mit uns vorhaben, wenn wir unterliegen. Deshalb heißt es: Stark sein. Höchste Bereitschaft, letzte Hingabe.
Dr. Goebbels schrieb einmal:„Die Schwachen mögen dahinsinken, aber die Starken bleiben. Wir haben zu entscheiden, wozu wir gehören. Wer wollte im Zweifel sein, wie unsere Wahl ausfällt.“
Es gibt nur eine Parole: stark sei und bleiben!
: Bei Fliegeralarm Bunker aufsuchen!
Es wird immer wieder beobachtet, daß ein Teil der Bevölkerung bei Fliegeralarm sich auf den Straßen und Plätzen aufhält und keine Neigung zeigt, die Schutzräume aufzusuchen. Dieses Verhalten ist kein Beweis des Mutes, sondern der Disziplinlosigkeit. Der Disziplinlose gefährdet durch sein Verhalten nicht nur sein eigenes, sondern auch das Leben seiner Mitmenschen, da erfahrungsgemäß bei höchster Gefahr ein Wettlauf zu den Schutzräumen einsetzt, wobei es dann an den Eingängen zu diesen zu Gedränge und oft auch zu Paniken uno zu Unfällen kommt. Das Signal „Fliegeralarm“ bedeutet, daß feindliche Flugzeuge sich dem Luftschutzort nähern und in Kürze mit Bombenabwürfen zu rechnen ist. Wer bei„Fliegeralarm“ nicht Straßen, Plätze usw. verläßt und die Schutzräume aufsucht, verstößt damit gegen die gesetzlichen Vorschriften, macht sich strafbar und hat mit empfindlicher Geld= und gegebenenfalls mit Freiheitsstrafe zu rechnen.
Alle polizeilichen Dienststellen haben Anweisung erhalten, gegen derartige Volksgenossen nunmehr rücksichtslos einzuschreiten. Zum Betreten der Straße bei Fliegeralarm sind nur solche Personen berechtigt, denen in maßgeblichen Erlassen und Verfügungen hierzu die Genehmigung erteilt ist. Dazu gehören auch die Angehörigen der Schutzpolizei, der Gendarmerie und der LS.=Polizei, die, sofern sie nicht zum Ordnungsdienst befohlen sind, ihre Dienststellen oder das nächste Polizeirevier aufzusuchen haben.
Die Kartoffelration ab 5. Februar
Mit Beginn der 72. Zuteilungsperiode(ab 5. Februar 1945) wird der gegen Vorlage des Bezugsausweises für Speisekartoffeln abzugebende Wochensatz für Speisekartoffeln um ½ Kilogramm herabgesetzt.
Ebenso werden die eingekellerten Mengen dadurch dem neuen Wochensatz angepaßt, daß sie eine ent sprechend längere Zeit reichen müssen. Daher werden Versorgungsberechtigte, die 150 Kilogramm einge kellert haben, verpflichtet, von ihren Vorräten 25 Kilogramm wieder anzugeben. Eine Einkellerung von Speisekartoffeln darf nicht mehr vorgenommen werden. Es können Spelsekartoffeln nur noch laufend gegen Abtrennung des jeweils gültigen Wochenabschnitts bezogen werden. Im einzelnen wird auf die Bekannt machungen der Landes= und Ernährungsämter hinge wiesen.
Diese Regelung wird notwendig infolge der Schwie rigkeiten im Transportwesen, die sich bei der Kartoffel als Massengut besonders auswirken. Es soll durch diese Regelung erreicht werden, daß jeder Verbraucher zu jeder Zeit mit Speisekartoffeln versorgt ist, wenn auch in kleinerer Menge als bisher.
Gardinen und Vorhänge für das Volksopfer
Tausende von Volksgenossen, viele Mütter mit Kindern sind dem bolschewistischen Vormarsch ausge wichen und haben neue Unterkunft im inneren Deutschland gefunden. Sehr viele von ihnen haben nichts gerettet als das, ns sie auf dem Leibe tragen. Sie brauchen notwendig für sich und ihre Kinder nicht nur Kleider, sondern auch Wäsche.
In vielen Büros befinden sich Gardinen und Vorhänge, die oft das beste Material für Wäsche abgeben. Deswegen heißt unsere Parole:
Aus allen Büros gehören die Gardinen und Vorhänge dem Volksopfer! Nicht nur die Büros der Behörden, der Aemter und Dienststellen, auch die Büros der freien Wirtschaft und die Geschäfte sind damit gemeint. Sie alle geben jetzt ihre Gardinen und Vorhänge dem Volksopfer.
Der Fußgänger bildet bei Dunkelheit für den Autofahrer eine erhebliche Gefahr, da er für ihn oft erst in letzter Sekunde sichtbar wird. Ereignet sich auf einer Landstraße bei Dunkelheit ein Verkehrsunfall, bei dem ein Autofahrer und ein Fußgänger beteiligt sind, so spielt die Frage nach dem richtigen Verhalten des Fußgängers im Zivil= und Strafprozeß immer eine entscheidende Rolle. Dürfen Fußgänger auf einer Landstraße bei Dunkelheit nebeneinander gehen? Müssen sie sich in Abständen umsehen und nach herannahenden Fahrzeugen Ausschau halten? Soll der Fußgänger rechts oder links gehen? Das Reichsgericht hat jetzt zu diesen grundsätzlichen Fragen Stellung genommen.
Zunächst hebt es hervor, daß auch für den Fußgänger im Straßenverkehr die Grundregel des§ 1 der Straßenverkehrsordnung(StVO.) ihre Geltung hat. Hiernach hat sich jeder Teilnehmer am Straßenverkehr so zu verhalten, daß der Verkehr nicht gefährdet werden kann. Er hat ferner sein Verhalten so einzurichten, daß kein anderer geschädigt oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird. Eine gesetzliche Vorschrift, wo Fußgänger auf Straßen ohne Gehewege zu gehen haben, besteht nach geltendem Rechte nicht. Daher kann der Fußgänger grundsätzlich wählen, ob er die rechte oder linke Fahrbahnseite benutzen will. Benutzt er die rechte Fahrbahnseite, so ist er gehalten, am äußersten rechten Rande der Fahrbahn zu gehen. Bei guten Sichtverhältnissen ist das Nebeneinandergehen nicht unbedingt schuldhaft. Der Fußgänger muß mit sehr schnell von hinten ankommenden Fahrzeugen rechnen und sorgfältig auf den Lichtschein und das Geräusch nahender Fahrzeuge achten. Der Autofahrer darf also, um die Fußgänger nicht zu gefährden, kaum scharf rechts fahren. Hat er einen Zusammenstoß mit entgegenkommenden oder überholenden Fahrzeugen, so setzt er sich aber dann dem Vorwurf aus, daß er nicht genügend die rechte Fahrbahnseite eingehalten hat. Es ist daher, worauf auch in einer kritischen Würdigung der Entscheidung im„Deutschen Recht 1944“ hingewiesen wird. grundsätzlich davon auszugehen, daß auch auf freier Landstraße der Fahrer immer im Rahmen des eigenen Lichtkegels halten kann, weil plötzlich Fußgänger auftauchen können.
Sind indessen besondere Gehwege an einer Landtraße vorhanden, so ist der Fußgänger verpflichtet, sie zu benutzen. Dr. Weimar.
Das gehl die Kleinstkinder an
Wenn eine Aenderung in der Zuteilung für Kinder und Kleinstkinder eintritt, so ist es selbstverständlich, daß diese Maßnahme vorher sorgfältig geprüft wird. Es sind von namhaften Aerzten praktische Versuche darüber angestellt worden, ob Kleinstkinder Kartoffelstärkemehl genau so gut vertragen wie Maismehlerzeugnisse, die bisher für Kinder ausgegeben wurden, wie Maizena, Gustin, Mondamin usw. Die Versuche waren durchaus befriedigend.
Aus kriegsbedingten Gründen wird bis auf weiteres an Stelle der bisher gebräuchlichen Kindernährmittel Kartoffelstärkemehl auch für Kinder verausgabt, und zwar, um Verpackungsmaterial zu sparen, lose. Die
Zubereitung ist die gleiche wie sonst. Das Kartoffelstärkemehl wird also mit der gleichen Menge kalt angerührt der Milch zugesetzt und durchgekocht. Nach Belieben kann Kartoffelstärkemehl mit noch vorhandenen anderen Stärkeerzeugnissen oder mit Grieß gemischt verwendet werden.
Wertvolles Saatgut vor Luftgefahr sichern!
Der Reichsbauernführer hat angeordnet, daß Vorräte an wertvollem Saatgut, vor allem an Gemüsesamen, Kleesaaten und Leguminosen, möglichst in kleinen Posten aufgeteilt zu lagern sind, um so zu vermeiden, daß bei Bombenwurf größere Mengen auf einmal vernichtet werden. Aus anbau= und bearbeitungsmäßigen Gründen ist es leider nicht zu umgehen, daß dieses Saatgut zu gewissen Zeiten an einzelnen Orten konzentriert gelagert werden muß. Um die Gefährdung durch Bombenabwürfe zu vermindern, muß auch an diesen bestimmten Orten vor allem das Saatgut der erwähnten Fruchtart in möglichst kleinen Posten gelagert werden. Transport= und Raumanspruch sind gerade für dieses Saatgut nicht so groß, als daß die Auseinanderlagerung nicht durchgeführt werden könnte.
Kleine Herner Stadtnachrichten
Beförderung. Der Oberbootsmaat Ewald Klemm, Bertastraße 17, wurde zum Bootsmann befördert.
Goldene Hochzeit. Die Eheleute Stefan Michalak und Aloysia geb. Adamik, Grüner Weg 34, können heute das Fest ihrer goldenen Hochzeit feiern. Der Polizeipräsident in Bochum läßt durch einen Vertreter die Glückwünsche der Preußischen Staatsregierung übermitteln. Die H Z. schließt sich den vielen Glückwünschen an!
75 Jahre alt. Frau Veronika Strzyzewski Wilhelm=Meyer=Straße 26, wird morgen 75 Jahre alt. Trotz ihres hohen Alters ist die Geburtstagsjubilarin noch rüstig. Herzlichen Glückwunsch!
Wichtig für Fliegergeschädigte! Wir verweisen besonders auf eine amtliche Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Anzeigenteil.
Nur wichtige Anträge stellen! In unserem Anzeigenteil sind die Termine für Spinnstoff= und Schuhwaren im Monat Februar aufgeführt. Es wird darauf hingewiesen, daß nur die dringendsten Anträge berücksichtigt werden können.
Neue Dienststelle. Die Dienststelle der Ortsgruppe Herne=Constantin ist von Mont=Cenis=Straße 22 nach Mont=Cenis=Straße 10 verlegt worden. Der Eingang befindet sich an der Schulstraße.
Wehrmeldeamt verlegt. Das Wehrmeldeamt Herne wurde von Bahnhofstraße 123 nach Hermann=LönsStraße 46(bisher Wehrbezirkskommando) verlegt. Die Revierstube befindet sich nach wie vor Bahnhofstraße 124.
Antreten des Volkssturms. Der Volkssturm der Ortsgruppe Herne=West tritt am Mittwoch(7. Februar) von 18 bis 20 Uhr bei Möller, Von=der=HeydtStraße 65, an.
was nun, Elisabeth!
Roman von Helene Elisebeih Marx
Urheber-Rechtsschute Orel-Quellen-Verlag. Könlgsbrück(Drerder
TapfereTat des Wanne-Eickeler Hauptmanns Klos
Zuerst sowjetischen Durchbruch verhindert, dann mit 14 Mann Feindhöhe gestürmt
Nachdem den Bolschewisten in Kurland im Zuge ihrer Großangriffe mehrere Einbrüche im Abschnitt einer durch wochenlange Kämpfe ermüdeten Luftwaffen=Felddivision gelungen waren, traf ein neuer starker Angriff auf eine aus Jägern und Pionieren gebildete Kampfgruppe des Hauptmanns Otto Klos aus Wanne=Eickel. Dem weit überlegenen Feind gelang es nach anhaltendem Feuer aller Kaliber, die dünne deutsche Hauptkampflinie zu durchstoßen und eine heherrschende Höhe zu gewinnen. Ein Durchbruch schien nun unvermeidlich. Trotzdem gab Hauptmann Klos sich nicht verloren. Mit 14 Mann gelang es ihm, in kühnem Ansturm den Höhenrand wiederzugewinnen und die Sowjets mehrere 100 Meter zurückzuwerfen, bis auftauchende Feindpanzer den weiteren Gegenstoß auffingen. Robbend und springend eilte der schneidige Hauptmann zurück und holte zwei mittlerweile eingetroffene Panzer heran, die auch prompt zwei feindliche Kampfwagen abschossen und die anderen verjagten. Im Schutz der eigenen Panzer säuberte dann Hauptmann Klos im ungestümen Schwung die gesamte Höhe vom Feind, brachte ihm schwerste blutige Verluste bei und hielt dann noch mehrere Stunden lang gegen alle wütenden Angriffe der Sowjets seine gewonnene Stellung, bis herangeholte Reserven die Lage endgültig festigten. Für seine Tapferkeit erhielt Hauptmann Klos das Ritterkreuz.
Hauptmann Klos wurde am 4. 11. 1912 in WanneEickel als Sohn eines Schmiedemeisters geboren. Seit
Anfang dieses Jahres trägt er das Deutsche Kreuz in Gold. Wohnhaft ist der aktive Offizier mit seiner Familie in Schleswig.
Zuchthaus für verbotenen Tauschhandel
Berlin. Der jetzt 70jährige Karl Vetter aus Stralsund betrieb in den letzten Jahren einen schwunghaften Handel mit landwirtschaftlichen, meist gummibereiften Fuhrwerken. Der erhebliche Umsatz mit diesen, insbesondere in Kriegszeiten außerordentlich verknappten Fahrzeugen war nur dadurch möglich, daß V. sich von seinen Kunden Geflügel, Räucherwaren und sonstige Lebensmittel geben ließ. Für diese Lebensmittel, die er wiederum an seine Lieferanten weitergab, um bevorzugt vor anderen Händlern bedient zu werden, wurden im übrigen erhebliche Ueberpreise bezahlt. Vetter handelte auch mit allen möglichen anderen Waren, für die er gar keine Handelserlaubnis hatte. Er, der schon im Jahre 1942 wegen verbotenen Tauschhandels zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, entwickelte sich zu dem Typ des üblen Schiebers, dem es einzig und allein darauf ankam, die durch die Kriegsverhälnisse bedingte Mangelware gewissenlos für sich auszunutzen und am Kriege so viel wie möglich zu verdienen. Das Sondergericht Stettin, vor dem Vetter sich jetzt zu verantworten hatte, verurteilte diesen üblen Tauschhändler und Kriegsschieber zu vier Jahren Zuchthaus.
„Je eher ich hier fort kann, um so lieber ist es mir Allzusehr erinnert mich hier alles an den Vater, und außerdem warten die Gläubiger gewiß darauf, daß ich das Haus verlasse.“
„Die Leute werden sich gedulden. Das überlassen Sie nur mir.“
Welch schweren Stand er einigen Gläubigern gegenüber hatte, die bereits in diesen Tagen das gesamte Mobilar der Villa Sixt versteigert sehen wollten. verschwieg der alte Herr. Er sah es aber ein, daß er Elisabeth nur dann manch neue Bitternis ersparen konnte, wenn sie bald von hier fort ging. Darum hatte er ihr die Stellung in München auch heute vorgeschlagen.
*
Zwei Tage später brochte Justizrat Born Elisabet! ein Telegramm. Sie nahm es entgegen und las:
„Nehme Vorschlag an. Fräulein Sixt soll 1. März hier eintreffen. Hortense Kellinghoff."
Ein mattes Rot stieg in Elisabeths Wangen.
„Gott sei Danlk!“
„Hoffentlich geht alles gut, Fräulein Elisabeth! Das ist mein aufrichtiger Wunsch. Sollten Sie Enttäuschungen erleben, dann schreiben Sie mir oder kommen Sie zu uns! Unser Haus steht Ihnen jederzeit offen.“
„Ich weiß es, Herr Justizrat, und ich bin Ihnen und Ihrer Gattin für Ihre viele Hilfsbereitschaft herzlich dankbar. Ich hoffe jedoch, daß ich Frau Kellinghoffs Wünschen zu entsprechen vermag und sie mit mir zufrieden ist. Sollte ich mich eines Tages nach einer anderen Verdienstmöglichkeit umsehen müssen, so wird sich schon Rat finden.“
„Aber nun müssen Sie morgen abend schon abreisen, wenn Sie übermorgen in München sein sollen.“
„Das macht nichts. Die Frist genügt mir reichlich, um zu packen und letzte Pflichten hier zu erfüllen.“
Ruhig und gefaßt besprach Elisabeth alles mit dem Hausmädchen Bertha, sie schenkte ihr mancherlei an Kleidung und Wäsche. Das Mädchen wollte nichts annehmen und sagte dann doch nicht nein, da es fühlte, daß es Elisabeth stille Freude war, etwas schenken zu dürfen. In dieser Beziehung glich sie schon seit jeher ihrem Vater.
Am nächsten Vormittag besuchte Elisabeth nochmals die Gruft der Eltern auf dem Friedhof. Ganz allein stand sie vor dem Felsengrab und nahm Abschied von ihren Toten. Dann fuhr sie zum Hause des Justizrats, wo sie von diesem und seiner Gattin herzlich aufgenommen wurde.
Die Stunde der Abreise kam. Justizrat Born begleitete Elisabeth am späten B end zum Bahnhof, er hatte die Fahrkarte für sie besorgt, und auf dem Bahns steig gestand er ihr, er habe einen Schlafwagenplatz für sie reservieren lassen.
„Das geht natürlich auf meine Rechnung, Fräulein Elisabeth. Ein kleines Abschiedsgeschenk für die Tochter meines Freundes Albert.“
Auch Bertha war da, sie brachte einen Strauß Veilchen und begann heftig zu weinen, als es ans Abschiednehmen ging.
Dann stand Elisabeth am Fenster ihres Abteils. Eir letztes Händedrücken und Winken. Der Zug fuhr in die Nacht hinein.
Lange blickte der Justizrat den enteilenden Lichtern nach. Nein, Elisabeth Sixt verzagte nicht; sie stand fester im Leben als ihr Vater, der unter der Schwere des ihn ereilten Schicksals zusammengebrochen war. Würde sie immer so tapfer bleiben? Würde eines Tages das Glück zu ihr kommen, oder lauerte in der Fremde neuer Kummer auf sie?—
2. Kapitel
Als Elisabeth am Morgen durch ihr Abteilfenster sah, machte sie überraschte Augen. Ein heftiger Schneesturm brauste seitwärts gegen den Zug an. Die
Landschaft war in ein winterliches Kleid gehüllt. Einherjagende Schneeböen wehrten jede Fernsicht.
Also nochmals Winter, nachdem es gestern in Heidelberg schon aussah, als wolle bald der Frühling ins Land ziehen!
Sie saß allein in ihrem Abteil. Ihre Reisegefährtin von der Nacht war bereits vor einer Stunde ausgestiegen. Auf dem kleinen Fenstertischchen ließ sie sich das Frühstück servieren und dachte während des Essens und Trinkens an das Ziel ihrer Fahrt. München war ihr noch fremd, sie war noch nie dort gewesen. Aber die Mutter hatte ihr früher mancherlei von München erzählt, wo sie als junges Mädchen jahrelang gelebt hatte. Auch von der näheren und weiteren Umgebung, vom Isartal, dem Starnberger See, von Garmisch, vom Chiemsee hatte die Mutter gesprochen. Der Chiemsee vor allem und seine Inseln hatten es einst der Mutter angetan gehabt.
Ob sie Gelegenheit finden würde, nun auch das alles zu sehen?
(Fortsetzung folgt.)
Heute nacht starb nach langer, schwerer Krankheit unser guter Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkei
Anton Matern
im Alter von 60 Jahren.
In stiller Trauer:
Die trauernden
Herne, den 3. Februar 1945
(Weidkamp 26.)
Beerdigung: Dienstag, den 6 bruar. 15.30 Uhr von der Friedhofskapelle an der Kaiserstraße.
und unerwartet verschied nach kurzer, schwerer Krank. heit unser lieber Vater, Groß
vater. Schwiegervater und Oucel
Rentnet
Danlel Radosch
im Alter von fast 75 Jahren.
In tiefem Schmerz, im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Otti Cwers geb. Radosch.
Herne, den 3. Februar 1945 (Stammstraße 21.)
Beerdigung: Dienstag, den 6. 2., 15 Uhr von der Friedhofekapesle an der Wiescherstraße.
Mein lieber Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel, Reffe und Better
Oberpionier
Walter Meier
mußte in den schweren Kämpfen in Kurland am 24. Dez. 1945 im Alter von fast 36 Jahren sein hoffnungsvolles Leben lassen.
In tiefer Trauer:
Ww. Johanna Meier u. Geschwister.
Herne, im Februar 1945 (Feldkampstraße 46.)
Der liebe Gott nahm am 19. 1. 1945 nach kurzer, schwerer Krank. seit, doch plötzlich unsern herzliebsten Jungen, unser aller Sonnenschein
Jürgen
im zarten Alter von 8 Monaten zu sich in sein Himmelreich.
In tiefer Trauer:
Manfred Böckenkröger, z. Z. Kriegsmarine, u. Frau Erna geb. Rattey u. Brüderchen Manfred, und alle Anverwandten.
Herne, im Januar 1945 (Franz=Seldte=Straße 49.) Beerdigung hat in Lippstadt statt. gefunden.
Der göttliche Kinderfreund nahm am 24. 1. 1945. 9.30 Uhr, unseren Liedling, unser aller Sonnenschein
Hans-Dieter
nach schwerer Krankhett im zarten Alter von 18 Monaten zu sich in den Himmel.
In tiefer Trauer:
Btomt. Erich Kaminski, z. Z. im Felde. u. Frau Gerdi ged. Klein,
Heinr. u. Maria Klein als Groß. eltern und alle Anverwandten.
Herne(Bismarckstr. 118). Godesberg. Bremen, im Fedruar 1946.
Die Beerdigung hat in aller Stille stattgefunden.
Welches Auto fährt
in d. nächst. Tag. n. Hannover od. Braunschweig und kanr eine Frau m. dandkoffer mitnehm.? Zuschr. u. H 32 an die
Welcher Transport.
fahrer kann 1 bis 2 mittl. Kisten mit nach Lüdenhausen (Lippe) bew. nach Detmold nehmen? Angeb unt. G 27 an die Herner 81g.
Stadt Herne. Amtliche Bekanntmachungen Achtung! Fliegergeschädigte!
Besondere Verwaltungshilfestellen werden aus Anlaß der Fliegerschäden vom 2. 2. 45 nicht eingerichtet.
Soweit nicht die betriedlichen Betreuungsstellen für Flie. gergeschädigte für die Entgegennahme der Anträge in Frage kommen, sind zu stellen:
Anträge an das Wirtschaftsamt auf Zuretlung von Be.
zugsrechten an die zuständigen Bezugscheinausgabestellen, ie bis auf weiteres für alle anderen Anträge gesperrt bleiben,
Anträge auf Ersatz von Sachschäden an das Kriegesachschädenamt im Sparkassengebäude,
Antrüge an dur Ernührungsamt sind ausschließlich an die zuständigen Bezugscheinausgabestellen des Wirtschafteamte zu richten.
Fliegergeschädigtenausweise und Quartierscheine stellt nach Aufhebung des städtischen Dienstes in den Auffangstellen das Luftschutz= und Quartieramt im Rathaus aus, wenn ihmn eine Bescheinigung der Ortegruppe vorgelegt wird.
Herne, den 4. Fedruar 1945.
Der Oberbürgermeister: Peiter.
Wer übern. Strickarbeiten! Frau v. Langenn, Bochum. Str. 38, Tel. 510 94.
Verloren
Welches Aute fährt
in nächst. Zeit u. Berlin über Sten. dal u. nimmt eine Pers. ohn. Gepäck mit? Zuschr. unt. H 31 an die 53.
Wer fährt in den nächsten Tagen mit Lastauto n. Godes. berg und nimm! 3 Hausgeräte im Gewicht v. 100 ke mtt! Antwort unt. G 16 an bie 63.
Entgegennahme der Anträge auf Erteilung von Bezug. scheinen für Spinnstoff. und Schuhwaren im Monat Februar 1945:
Buchst. Ka—Re Montag, den 5. 2., Buchst. Kf—8l Diens. tag, den 8. 2., Buchst. Km—Ko Mittwoch, den 7. 2., Buchst. Kr—Rz Donnerstag, den s. 2., Buchst. vo Le Freitag, den 9. 2.„Buchst. Ls—Lo Montag, den 12. 2., Buchst. Lr—Lo Dienotag, den 18. 2., Buchst. Ma Me Mittwoch, den 14. 2., Buchst. Mi. Mo Donneretag, den 15. 2., Buchst. Mr. Mz Freitag. den 16. 2., Buchst. N O Montag, den 20. 2., Buchst. P, O Diens'ag, den 21. 2., Buchst. Ra—Re Mittwoch, den 22. 2., Buchst. Ri — Ro Donnerstag, den 2d. 2., Buchst. Ry—Rz Freitag,
den 24. 2. 1945
Ce können nur die dringendsten Fälle berücksichtigt
Herne. den 30. Januar 1945.„„
Der Oberbürgermeister. I. V.: Meyerhoff.
Geldbörse, braun, mit Inhalt, hoher Geldbetrag und Schmuck, am 2. 2. 1945 in der Bahn. hofstraße(Schau. burg dis Funke), verl. Geg. Bel. abzug. Zu erfrag. in der 58.
Samstag, 10.80 Uhr, ist mir von der Glastheke im Cafe Köster, Bahnhof. straße 19, eine schwarze Brieftasche m. größer. Geldbetrag, Kleiderk. und Lebenomittel. karten sowie Pho. tographien u. son. stigen Schriftstück. abhanden gekomm. Der ehel. Finder wird gebeten, die Sachen, da zum Teil Andenken, d. Hern. Zeitung geg. gute Belohn. umged. abzugeb.