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Zweites Blatt

Nr. 105

Sodinger Zeitung

Herner Zeitung

Gerther Zeitung

Dienstag, den

5. Mai 1936

Zirkus Hagenbeck

eröffnete gestern sein Herner Gastspiel

Echte Zirkuskunst

(1) Herne, 5. Mai.

Gestern abend eröffnete der Zirkus Hagenbeck sein Herner Gastspiel mit einer großartigen Vorstellung, die uns den Reiz echter klassischer Zirkuskunst erleben ließ. einer Zirkuskunst, die nicht durch irgendwelche Zuge­ständnisse an Varietédarbietungen verwässert wurde, sondern das rein Circenische in höchster Leistung zur Geltung brachte. Damit wird Hagenbeck zum Hüter einer Zirkuskunst, deren besonderes Kennzeichen die Ge­diegenbeit der Leistung ist. Das wird jeder bestätigen müssen, der eine Vorsteilung im Zirkus Hagenbeck erlebt hat. Will man dieser Leistung gerecht werden, muß man sie zunächst im Gesamturteil erfassen, um sich nicht allzusehr in dem bunten Vielerlei der Einzeldarbietungen

schwebenden Bewegung in dem herrlichen Liviszaner Hengst. Ein prachtvolles Bild. Und wie sich der Zu­schauer hierüber freut, so über die entzückenden Sbet­land=Ponies, die von Fräulein Editb vorgeführt werden. Voller Unbändigkeit, und doch jedem Wink geborchend. toben sie durch die Manege. Mit diesen Kleinen tauscht dann die Hagenbecksche Elefantenherde die Manege, die sich hier zum Tanz aufmacht und jedem Zauberwink des Lehrerfreundes(Kaden) sich fügt. Im drolligen For­menspiel ihres Tanzes werden die Dickhäuter gar zu großen Akrobaten, denen ein„Handstand“ kaum schwer zu fallen scheint. Ein Glanzstück der Tierdressur zeigt Lulu Gautier, der 6 brasilianische Maultiere, 6 Isabel­len Ponies und 6 ostafrikanische Zebras zusammen­bringt,— eine einmalige Dressurleistung, denn selbst die Zebras machen hier fügsam mit, wenn sie auch voller Wildheit stecken. Die 3 Lorandos erweisen sich zum Schluß des ersten Teils als bemerkenswert gute

Obersturmbannführer Lappe

der neue Führer der Standarte 457, trat gestern seinen Dienst an

Gestern trat der neue Führer der Standarte 457, Obersturmbannführer Lapve aus Dülmen, seinen Dienst in Herne an. Obersturmbannführer Lappe dem die Herner Bevölkerung die berzlichsten Grüße entbietet, ist den Hernern, jedenfalls den alten Kämpfern, be­kannt. Denn er trat der NSDAP. im Jahre 1925 in Herne bei. Seitdem hat er unermüdlich, mit vorbild­lichem Kampfgeist in den Reiben der SA. für den Füh­rer und seine Idee gestrebt. In diesem Geist saßt er auch seine neue Aufgabe, die Führung der Standarte 457 an.

Obersturmbannführer Scheunemann scheidet nun von Herne, nachdem er zum Gruppenreiterführer beim

tabe der SA. der Gruppe Westsalen ernannt worden ist. Hier kann sich Obersturmbannführer Scheunemann, der alter Kavallerist ist, großen, ihm besonders gelege­nen Aufgaben widmen. Die Glückwünsche der Herner Bevölkerung, insonderheit seiner SA.=Kameraden dürfen ihm gewiß sein, wenn sein Fortgang von Herne auch sehr bedauert wird. Obersturmbannführer Scheunemann, der im April 1935 von Gronau nach Herne kam, hat nur ein Jahr die Leitung der Standarte gehabt: aber in dieser Zeit bat er sich als ein vorbildlicher Führer und Kamerad bewiesen, der sich des Vertrauens und der Achtung jedes SA.=Kameraden erfreuen durfte. Die besten Wünsche seiner SA.=Männer begleiten ibn.

Gruppenführer Schramme

besuchte am Sonntag seine alten Herner SA.=Kame­raden, denen er damit eine große Freude bereitete. Er suchte in Herne mehrere Sturmlokale auf und zeichnete in das dort ausliegende Kampfbuch der SA. seine Spende ein, womit er erneut seine Verbundenheit mit allen SA.=Kameraden der Gruppe Westfalen bewies.

Trotz Regen und

Sturm- sonnengebräunt!

Wer fährt noch mit nach Norwegen!

(!) Nun sind sie wieder heimgekehrt, unsere Arbeits­kameraden, von der groben Norwegenfahrt und in den Werken und Betrieben, wo sie beute ihre Arbeit wieder ausgenommen haben, vergebt die Mittagspause im Er­zäblen und Lobsingen von der wunderschönen Urlaubs­reise in Norwegens Fiorden.

„Uns bat das Wetter nichts ausgemacht!“ so prahlt strahlend ein Arbeitskamerad, der von den interessiert zuhörenden Kameraden seiner Arbeitsstätte umgeben ist.

„Es gibt keine schönere Urlaubsreise, als eine solche zur See“, so ist die Meinung einer jungen, beimgekehr­ten Stenotyvistin.

Und was sagen die Urlauber im allgemeinen über eine solche Norwegenfahrt?—„Jeder Arbeitskamerad muß einmal nach Norwegen fahren".

In der Zeit vom 22.—28. Mai lichtet nun wieder ein Dampfer der„KdF"=Flotte, und zwar das stolze Schif „Monte Sarmiento“, in Hamburg die Anker zur großen Norwegenfahrt. Wenn man bedenkt, daß gerade die Schiffsverpflegung zu der am meisten besprochenen Kü­che gehört, und daß der Gesamtfahrpreis für dieses große Erlebnis nur 54,95 RM beträgt, dann wird wohl noch mancher Arbeitskamerad, der in den nächste Wochen seinen Urlaub bat, Lust bekommen, auch in die sem Jahre mit„Kraft durch Freude" binzufahren und sich zur Seereise entschließen. Aber nur der kann fab­ren, der mit seiner Anmeldung nicht lange wartet. Die schönste Urlaubsfreude bereitet eine bittere Enttäu­schung, wenn man sich erst in letzter Minute entschleßt, daran teilzunehmen. Deshalb, Arbeitskameraden, so­fortige Anmeldung allein sichert die Teilnahme an der hächsten großen Seefahrt der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". Gau Westfalen=Süd.

Hernes Friedhöfe aus einem Jahrtausend

Ergebnisse der Ausgrabungen auf dem Altmarkt

Der älteste geschichtliche Friedhof

zu verlieren. Zirkus Hagenbeck kennt keinen Bluff. Was er gibt, ist nicht die flinke, raschwirkende und raschver­gebende Täuschung der billigen Wirkungen, sondern es ist ehrliche Arbeit. Die Akrobatik, die er in sein Pro­gramm ausgenommen hat, ist verwegen, anmutig und auch burlesk, sie ist gekonnt und weckt jedermanns Inter­esse, die Clowns zeigen ihre Freude am kindlichen Spiel, wenn sie durch die Manege kugeln. Die Tiere aber,— erstklassiges Tiermaterial bat der Zirkus— sind eine Freude fürs Auge, das Fell glänzt, die Augen sprühen Lebenslust, berrlich jede Bewegung, gleitend, fast schwe­bend der Schimmel, auf dem die Hohe Schule geritten wird, hinreißend die tänzelnde Hast der Araberhengste. voll Drolerie das Formenspiel, das die Elefanten im Tanz zeigen, voller Ungebärdigkeiten ihrer königlichen Natur. Tiger und Löwen, die zu Sprüngen und Be­wegungen antreten, wundervoll die naturhafte Schönheit ihrer geschmeidig=kraftvollen Lebendigkeit— das ist Zirkus, wie wir ibn sehen wollen. In jeder Nummer erneuern sich diese Eindrücke. Den Reigen der vielen Darbietungen eröffnen die feierlich daher schreitenden Dromedare, denen dann das Guoanako folgt, das im ele­ganten Sprung über die Pferderücken dahinschwebt. Die Parade aller vierbeinigen Artisten ist ein Höhepunkt der Schaunummern, an dem sich jeder Tierfreund begeistern muß. Neben den Kolossen des Urwaldes die wunder­vollen Araberhengste. Eine Meisterleistung aber zeigt in der nächsten Nummer Luln Gautier, der in Vollendung Hohe Schule reitet, köstlich ist die Musik dieser fast

Erzentriker. Vergessen sei aber auch nicht Pomi, das Muskelwunder, dessen artistische Leistungen einzigartig sind, sei es, daß er sich mit den Schulterblättern an dem Drabtseil festbält, um sich bis zur Kupvel bochzieben zu lassen samt seiner Partnerin, sei es, daß er mit der Kraft seiner Schulterblätter den Römerkarren durch die Manege zieht.

Im zweiten Teil ist jede Nummer eine Besonderheit. Da stellen sich die 6 Seelöwen vor, die als vierbeinige Artisten Weltruf haben. Erich Hagenbeck läßt seine ge­lehrigen Schüler, die er mit viel Liebe behandelt, die verschiedensten Kunststücke zeigen. Mit Eleganz balan­cieren sie Bälle, werfen sie sich gegenseitig zu, und offen­baren sogar„Verständnis für die Musik“. Als ein Wun­der der Dressur ist die Leistung des Tierlebrers John Schipfmann gekennzeichnet, der vier Löwen, zwei ja­panische Braunbären, einen europäischen Bären, einen Himalaja=Bären und vier Eisbären in einem Dressurakt vereinigt. Ebenso bemerkenswert ist die Dressurleistung des Dompteurs Rudolf Matthies, der Hagenbecks Raub­tiergruppe von 13 Tigern vorführt, deren königliches Aussehen schon das Auge entzückt, deren Dressur jedoch noch erstaunlicher ist.

Nicht alles haben wir aufgeführt, was der Zirkus bietet. Aus der Fülle haben wir einiges herausgegris­sen, ohne damit das andere in seinem Wert herabzusetzen. Es ist echte Zirkuskunst, die mit ihrem bunten Schim­mer jedem Besucher Stunden der Freude bereitet.

Unfallverhütung im Baugewerbe

Eine Großaktion vom 11. Mai bis 6. Juni

Aufklärung tut not!

(1) Herne, 5. Mai.

In der Zeit vom 11. Mai bis 6. Juni d. J. wird von der Reichsbetriebsgemeinschaft Bau im ganzen Reich unter Mitarbeit der Arbeitsgemeinschaft für Schadenverhütung bei dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Provaganda und in Verbindung mit nachstehenden Verbänden: Tiefbauberufsgenossen­schaft, Hochbauberufsgenossenschaft, Wirtschaftsgruppe Bau=Industrie, Reichsinnungsverband Baugewerbe, Reichsinnungsverband der Pflasterer und Steinsetzer, Leitung der Reichsautobahn eine Großaktion für Un­fallverhütung im Baugewerbe durchgeführt. Diese Ak­tion soll sowohl den Betriebsleitern als auch den ge­samten Arbeitskameraden des Baugewerbes eindringlich vor Augen führen, wie ungeheuer hoch die Verluste an Menschen durch Leichtsinn und Unachtsamkeit sind und sie anregen, nachzudenken, welche Maßnahmen ergrif­

fen werden müssen, die Unfälle auf ein Minimum herabzudrücken.

Durch die außerordentlich starke Belebung des Bau­marktes, besonders durch das große Werk des Füh­rers, die Autobahnen, ist eine große Anzahl von Men­schen in den Bauberuf hineingekommen, in dem sie fremd sind. Die Vielseitigkeit des Baugewerbes, der Leichtsinn und die Unvorsichtigkeit des einzelnen brin­gen es mit sich, daß eine verhältnismäßig hobe Anzahl von Arbeitskameraden im Baugewerbe durch Nichtbe folgen der gegebenen Unfallverhütungsvorschriften den Tod erleidet. Durch die Großaufklärungsaktion wer­den die Betriebsleiter und auch die letzten Arbeits­kameraden an der kleinsten Baustelle im deutschen Va­terland über ihre Pflichten der Volksgemeinschaft ge­genüber aufgeklärt.

In Verbindung mit dieser Großaktion ist ein großes Preisausschreiben in Vorbereitung, an dem sich jeder Volksgenosse beteiligen soll. Nähere Einzelbeiten wer­den noch veröffentlicht.

H. R. Herne, 5. Mai.

Auch die Friedhöfe unserer Stadt haben eine lange Vergangenbeit. Ihre Geschichte ist so interessant, daß wir sie einmal verfolgen wollen. Bis zum Jahre 1905 wurden die Verstorbenen auf Friedhöfen beigesetzt, die den Kirchengemeinden gehörten. Der älteste kirchen­gemeindliche Friedhof lag um die alte Kirche auf dem jetzigen Altmarkt. Er wurde von frühchristlicher(!) Zeit bis 1850 benutzt. Die Evgl. Kirchengemeinde legte 1841 einen neuen Friedhof zwischen Kirchhof= und Beh­rensstraße an. Erworben wurde das Grundstück in der Größe von 2 Morgen 56 Ruten von den Bauern Ber­gelmann, dessen Hofreste noch heute am neuen Amts­gericht steben. Die Flur wurde von altersber„Auf dem Dennenkamp“ genannt. Das Grundstück kostete 600 Taler. Auf diesem Friedhof wurde als erster Herner der Paviermachergeselle Diedrich Heinrich Lanfermann bestattet. Im Jahre 1875 war dieser Friedhof belegt und man kaufte ein weiteres Stück an der Behrens­straße hinzu. Es war ein Morgen, 16 Ruten und 42 Fuß großes Gelände und kostete 1187 Taler 15 Silber­groschen und 6 Pfennige. Dieser Friedhof wurde seit 1883 nicht mehr benutzt. Nur die Besitzer von Erb­gruften bestatten bis heute dort ihre Verstorbenen.

Nach Belegung des 1883 aufgegebenen Friedhofes legte die Evangl. Kirchengemeinde einen zweiten Friedhof an der Kirchhofstraße an, der heute an der Ecke Hermann­Göring= und Friedhofstraße liegt. Dieser Friedhof war entsprechend der sehr stark gewachsenen Bevölkerungszahl schneller belegt: schon 1905 fanden nur Bestattungen in Erbgruften statt. Die Kath. Kirchengemeinde legte ihren ersten Friedhof an der Marienstraße an und zwar im Jahre 1865. Dieser Begräbnisplatz bot jedoch keine Er­weiterungsmöglichkeit und wurde daher im Jahre 1891 geschlossen. Nun wurde ein zweiter Friedhof an der Mont=Cenisstraße angelegt, der sich aber bald als zu klein erwies. Er wurde im Jahre 1907 geschlossen. Nur die Erbgruften werden weiter belegt.

Von nun an übernahm die Stadt die Friedhöfe und im Herbst des Jahres 1904 wurde ein kommunaler Friedhof an der Wiescherstraße angelegt. Die erste Bestattung fand am 1. August 1905 statt. Als nun die bis dahin selbständigen Gemeinden Baukau und Horst­hausen, sowie später noch Sodingen, Börnig und Holt­hausen eingemeindet wurden, übernahm auch die Stadt Herne auch deren Friedhöfe.

Das wäre in kurzen Zügen einiges aus der Geschichte der Friedhöfe in den letzten 100 Jahren. Wir kom­men nun zum ältesten geschichtlichen Friedhof auf dem Altmarkt der nachweislich über 1000 Jahre belegt wor­den ist!

Ueber tausend Jahre haben die Altherner ihre Toten auf einem einzigen Friedhofe bestattet. Ueber tausend Jahre hat das Fleckchen Heimaterde unsagbaren Schmerz gesehen. Jahrhundertelang fanden hier die Altherner ihre letzte Ruhestätte. Ueber tausend Jahre Erfüllung und Leid hat dieser Platz gesehen. Heute aber weiß keiner mehr um das Leid, kaum lebt noch jemand, der dort einen lieben Verstorbenen liegen hat. Dann wur­den keine Verstorbenen mehr auf diesem alten Friedhof bestattet.

Aus dem früheren Friedhof wurde dann ein Markt­platz. Neue Generationen kamen und vergingen, bis

aus dem 9. Jahrhundert nach Chr. Das beweisen Särge aus Eichenbaumstämmen. Man bat in alter Zeit einen entsprechend starken Eichbaum auf die Länge von durch­schnittlich 2,25 m zugeschnitten und ihn der Länge nach durchgesägt, so daß zwei Hälften entstanden. Diese wur­den ausgehöhlt. In die untere Hälfte legte man den Verstorbenen und die andere Hälfte diente als Deckel. So wurde der Eichenbaumstammsarg der Erde über­geben.

Heute finden sich im Erdboden; und zwar im gelben gewachsenen Sand nur noch die dunklen Spuren dieser Sarge, die aber einwandfrei zu erkennen sind. Meist waren sie 40 bis 45 Zentimeter breit und etwa 2.25 Meter lang.

Von den Skeletten sind ebenfalls nur noch Spuren vorbanden, aber so deutlich, daß die gestreckte Lage der Toten zu erkennen ist. Der kalkhungrige Sandboden hat die Knochen zum größten Teil aufgezehrt. Ferner hatte der Sauerstoff der Luft Zugang, weil die Särge kaum 1,20 Meter eingegraben worden sein dürften. Ueber den Baumstammsärgen folgen die einfachen Kistensärge, die roch recht plump ausgesehen haben mögen. Wahrschein­

Freilegung des Fundamentes der Dionysiuskirche auf dem Altmarkt

Bei der vom Heimatmuseum vorgenommenen Ausgrabung wurden auch Baumstammaräber ge­funden, die in Ost=West=Richtung lagen.

(Joto: H. A. Rannius.)

lich enthielten sie keine Eisennägel, sondern waren mit Holzpinnen versehen, die die Holzwände zusammenbiel­ten. Darüber folgen die eigentlichen Särge, die von den unfrigen nicht sehr verschieden waren. Sie waren anscheinend meistens aus Eichenholz gefertigt und be­deutend einfacher. So liegen denn mehrere Reihen Gräber verschiedenster Jahrhunderte übereinander. Man

sieht auch, daß sich das Gelände des Friedhofes durch man sich setzt wieder des alten Friedhoses erinnerte und die Grablagen übereinander immer mehr erhöhte, so

nun wird der Platz eine seiner bistorischen Bedeutung entsprechende würdige Ausgestaltung erfahren. Da durch die notwendigen Erdarbeiten alle Spuren aus alter Zeit vernichtet würden, gräbt das Städtische Museum vorher sachgemäß aus, um dadurch möglichst viel aus der Ver­gangenheit des Friedhofes aufzuklären. Bei diesen sorg­fältigen Arbeiten bat sich herausgestellt, daß der Fried­bof schon aus frühchristlicher Zeit stammt, mindestens

daß sich um die alte Kirche herum allwählich ein flacher und großer Hügel aufwölbte.

Die Eichenbaumstammsärge stammen, wie erwähnt, aus frühchristlicher Zeit, somit aus der Zeit, wo auch unsere Herner zum Christentum geführt wurden. Sie ließen von der Brandbestattung ab. Das Verbrennen der Toten war bei Todesstrafe verboten.

H. A. Rannius.

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