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„N. d. R.“

Ein falscher

Reichstagsabgeordneter

Zelter Jung der Verliner Volizei

Berlin, 17. Jan.(Drahtbericht unserer Berl. Schriftleitung.) Der Berliner Polizei gelang es, einen nicht gewöhnlichen Hochstapler einzufangen, der sich fälschlich für ein Mitglied des Reichs­tages ausgab und unter diesem Deckmantel allerhand Betrügereien zu betreiben wußte.

Wir erfahren darüber folgendes: In einer Pension in Charlottenburg wurde gestern nachmittag der 35jährige Schneider Wilhelm Mätzig verhaftet, der seit längerer Zeit in Groß=Berlin unter der Maske eines Reichstagsabgeordneten zahlreiche Geschäfts­leute und Bankiers um namhafte Beträge geschädigt hat. Dem Schwindler war es ge­lungen, im Reichstag größere Mengen von Briefbogen und Umschlägen zu stehlen, die nur für den Gebrauch der Reichstagsabge­ordneten bestimmt waren, und den Aufdruck „Deutscher Reichstag“ trugen. Der Schwind­lar schrieb auf den gestohlenen Briefbogen an bekannte Großkaufleute und Bankiers, daß der Etat der Mittel für die Gefan­genenfürsorge überschritten und man des­halb gezwungen sei, die Mildtätigkeit von Privatpersonen in Anspruch zu nehmen. Er unterzeichnete die Briefe mit Dr. Stolzen­herg“. M. d. R., ehrenamtlicher Vorsitzender der deutschen Gesangenenfürsorge. Auf diese Peise ist es dem Betrüger gelungen, in per 100 Fällen Beträge zwischen 10 und 0 Mark zu erlangen.

Raubüberfall in Vreslau

Zwei Biebhäudler erschossen

Maskierte Räuber Whersalten nachts eine Gastwirtschaft

Berlin, 17. Jan.(Drahtbericht unserer Berl. Schriftleitung.)

In der letzten Nacht drangen in Breslau zwei Männer mit Gesichtsmasken in eine Gastwirtschaft ein, hielten den noch anwe­senden Gästen, der Wirtin und ihrer Toch­ter Nevolver vor, mit dem Ruse:„Hände hoch!“ Ohne erst die Befolgung ihrer Aufforderung abzuwarten, gaben sie auf die Anwesenden mehrere Schüsse ab. Laut schreiend stürzten darauf die Wirtin, Frau Groher, und ihre Tochter, durch eine Hin­tertür davon. Einem der Gäste gelang es, ein Fenster einzuschlagen und nach drau­hen zu flüchten. Die nach anwesenden Gäste, zwei Viehhändler, sanken, von den Kugeln der Raubgesellen tödlich getrossen, zusammen. Die beiden Banditen bemäch­tigten sich nunmehr der Kasse, die etwa 400 Mark, drei goldene Uhren und ein Sparbuch enthielt, und flüchteten. Die Tat ist offenbar von langer Hand vorbereitet worden, da die Raubmörder mit sicherer Hand und genauer Kenntnis des Tatortes zu Werke gingen. Bisher ist es der sofort nach der Tat alarmierten Polizei noch nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden.

Weiter wird uns hierzu gedrahtet: Nach den Angaben der Keiminalpolizei bildet das Lokal den Treffrunkt der Biehhändler, die zum Breslauer Viehmarkt kommen Die Einnahmen waren ziemlich hoch. Nach Aussagen des geflüchteten Gastes wurden von den Tätern 12 bis 15 Schüsse abgege­ben. Ueber 30 Kriminalbeamte sind mit Recherchen beschäftigt. Inzwischen sind füns Personen festgenommen worden, dar­unter zwei Fleischergesellen, die erklärten, sie hätten beabsichtigt, nach Leipzig zu fahren.

Schiffskatastrophe zwischen Honkong und Schanghai

350 Todesopfer des Meeres

Nur 26 Wenschen können sich mühevoll retten

Berlin, 17. Jan.(Drahtbericht unserer Berl. Schriftleitung.)

Wie aus Hongkong gemeldet wird, geriet der Dampfer Hstwah zwischen Schanghai und Hongkong auf einen Felsen. 28 Per­sonen konnten die Rüste erreichen, darunter der zweite Offizier des Dampfers und zwei Passagiere. Gie wurden von einer chine. sischen Fischerdschunke ausgenommen und an Land gebracht. Man befürchtet, daß von den 490 Passagieren des Dampfers, der von dem dänischen Kapitän Jensen geführt wurde, außer den Geretteten ntemand mit dem Leben davon gekommen ist. Nach einer weiteren Meldung aus Hongkong soll ein Fahrzeug den dänischen Kapitän er­schöpft aufgefischt haben.

Mit dem chinesischen Dampfer„Hfin­wah“, unter dessen Passagieren sich etwa 30 Frauen und zahlreiche Kinder, jedoch keine Europäer befanden, sind wahrschein­lich über 350 Menschen unterge­gangen. Unter den 26 Geretteten befin­den sich vier Passagiere. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß einige Ueberlebende sich an der Küste der benachbarten Inseln retten konnten. Die Nachsorschungen wer­den durch das stürmische Meer erschwert.

Ueber den Untergang des chinesischen Dampfers„Hsinwah" berichtet Havas aus Hengkong, eine Dschunke habe den däni­

schen Kapitün der„Hsinwah". Jensen, einen Esten und zwei Chinesen in erschöpftem Zustand ausgenommen. Ein Passagier habe ausgesagt, daß der Dampfer nach der Aus­fahrt aus Swatan mit schwerer Gee zu kämpfen hatte. Es habe nur ein Rettungs­bost ausgesetzt werden können. Der Damp­er sei sofort gesunken.

Der Riesendampfer unter der Sturzwelle

Die frühere„Bismare“ im Sturm

Ein Koch getötet— Die durchnäßte Ladung

— Newyork, 17. Jan.(Drahtber.) Wie der Kapitän des gestern hier einge­troffenen White=Star=Dampfers Majestic, des früheren deutschen Dampfers Bismarck, berichtet, ergoß sich am Montagnachmittag, als sich das Schiff etwa 1500 km östlich der amerikanischen Küste befand, eine gewal­tige Sturzwelle über den Bug des Damp­fers. Durch das hereinbrechende Wasser wurde ein Koch getötet, während mehrere Mitglieder der Mannschaft Verletzungen erlitten. Eine Anzahl von Stahlschotten wurden eingedrückt, so daß das Wasser ver­schiedene Räume des Schiffes überflutete. Ein Teil der Ladung wurde schwer beschä­

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digt, die Post vollständig durchnäßt. 129 Passagiere der dritten Klasse mußten in anderen Räumen untergebracht werden. Als der Dampfer gestern eintraf, war die Mannschaft immer noch damit beschäftigt, das Wasser tonnenweise aus dem Innern des Dampfers auszupumpen.

Verlorene Keller

Ein holländisches Rettungsboot verunglückt

— Rotterdam, 17. Jan.(Drahtber.) Ein Rettungsboot aus Hoek van Holland, das ausgefahren war, um dem gestrande­ten estnischen Dampfer Falke Hilfe zu lei­sten, ist gekentert. Ueber das Schicksal der aus 8 Personen bestehenden Besatzung ist noch nichts Sicheres bekannt. Man be­fürchtet, daß einige Insassen des Bootes ertrunken sind.

Sechs Bersonen ertrunken

Eine unglückselige Ruderpartie

— London, 17. Jan.(Drahtber.) Nach einer Meldung aus Rosmuck(Graf­schaft Galway) sind drei junge Männer und drei junge Mädchen, die in zwei Ruderbooten über die Bucht fuhren. er­trunken. Sie wurden seit Sonntagabend vermißt. Vorgestern abend wurden die sechs Leichen geborgen.

die Reparationszahlungen nach dem Zu­sammentritt des Sachverständigenausschus­ses zurückziehen werde, er höre die Nach­richt, daß er zurücktreten werde, zum ersten Mol. Er glaube, daß diese Erklärung ge­nüge. Parker Gilbert sagte weiter, er werde noch drei Tage in Louisville bleiben und am 26. Januar auf dem Dampfer „Paris“ von Newyork aus die Rückreise nach Deutschland antreten.

Keine Einstellung der Feindseligkeiten in Afghanistan

Eine Prämieauf Aman Allahs Kopf

Der Rebellenführer nimmt die Krone für sich in Anspruch

Die tanzende Insel

2568 Bulhanausbrüche

Innerhald von 24 Stunden

Amsterdam 17. Jan.(Drahtb.) Telegrapischen Meldungen aus Vatavia zufolge befindet sich der Inselvulkan Kra­katoa seit mehreren Tagen wieder in sehr lebhafter Tätigkeit. Während der letzten 24 Stunden wurden nicht weniger als 2568 Ausbrüche gezählt, von denen der stärkste eine Höhe von 420 Metern erreichte. Fer­ner wurden 258 unterseeischen Ausbrüche und 58 Wasserfontänen registriert.

Berlin, 17. Jan.(Drahtbericht unserer Berl. Schriftleitung.)

Abgesehen davon, daß die Aufständischen in Afghanistan trotz des Thronverzichtes Aman Ullahs die Beschiehung Rabuls fort­setzen, haben sie auch trot der Abmachun­gen, die man anläßlich des Thronverzichtes getrossen hatte, die Feindseligkeiten gegen Aman Ulloh forteesetzt. Der Führer der Nebellen, Bacha Saka, hat eine Prämie auf den Kopf des Exkönigs ausgesetzt. Es ist damit zu rechnen, daß sich weite Kreise des afghanischen Volkes an der Jagd auf Aman Ullah beteiligen werden und es er­scheint nicht ausgeschlossen, daß sie ihr Ziel erreichen werden.

Zur Lage in Afghanistan wird noch aus London gemeldet, daß sich nach Aman

Ullahs Flucht so gut wie gar nichts ge­ändert hat. Die neuen Verhältnisse sind noch vollkommen unklar. Der neue König. Inayat Ullah, wurde vor der Flucht seines königlichen Bruders in aller Hast gekrönt. Hieraus begaben sich mehrere Mullahs zu den Aufständischen, um ihnen die Abdan­kung Aman Ullahs und die Krönung seines älteren Bruders zum König der Afghanen mitzuteilen. Die Aufständischen wurden aufgesordert, den neuen König anzu­erkennen und die Feindseligkeiten einzu­stellen. Der Führer der Aufständischen. der offensichtlich die afghanische Krone für sich erringen wollte, erklärte sich jedoch mit der Krönung nicht einverstanden. Es ist daher zu erwarten, daß die Feindseligkei­ten gegen die Hauptstadt Rabul fortgesetzt

und noch eine Zeitlang andauern werden,

bevor eine Klärung der Lage eintritt.

Aman Ullah ermordet?

der Erkönig noch immer verschollen

Sein Schicksal völlig unbekannt

X London, 17. Jan.(Drahtb.) Unter der Ueberschrift„Ist Aman Ullat getötet worden?“ meldet der diplomatische Korrespondent„Star“, auch in beitischen Regierungskreisen habe man sich heute ge­fragt, wo sich der abgedankte afehanische König Aman Ullah aufhalte. Ueber das Schicksal des Erköniag liegen noch immer keine Nachrichten vor.

Großfeuer in Newyork

sechs Bersonen verbraunt

50 Familien obdachle:

Berlin, 17. Jan.(Drahtbericht unserer Berl. Schriftleitung.)

Wie aus Newyork gemeldet wird, brach im oberen Teil von Manhattan ein surcht­bares Großfener aus. In kurzer Zeit kand eine ganze Anzahl von Häusern in hellen Flammen. Es gelang nicht allen Bewohnern, sich vor dem Feuer zu retten: sechs Personen sanden den Tod in den Flammen. Eine weitere Anzahl, darunter auch Feuerwehrleute wurden verletzt. Et­wa fünfzig Familien wurden durch die Feuersbrust obdachlos. Ein in nächster Nähe liependes Theater, das ziemlich voll­mußte wegen der Brandgefahr

Wirth und v. Rheinbaben zu den Reparationsverhandlungen

„Amerika ist ausschlaggebend“.

Bankiers verständigen sich eher als Politiker

— Paria, 17. Jan.(Drahtbericht.) „Oeuore“ veröffentlicht Aeußerungen des ehemaligen Reichskanzlers Dr. Wirth und des Reichstagsabgeordneten von Rhein­baben zu den bevorstehenden Reparations­verhandlungen. Der ehemalige Reichs­kanzler Dr. Wirth erklärt: Deutschland hat nachgewiesen, daß es bezahlen will Ist es aber sein Fohler, wenn sein Außenhandel ein jährliches Defizit von zwei Miillarden aufweist? Um bezahlen zu können, müsse Deutschland seine Ausfuhr erhöhen. Viele bisher noch Landwirtschaft treibende Län­der sind jetzt industrialisiert worden, was bedeutet, daß sie ihren Charakter als Ab­satzgebiete verloren haben. Wenn es bis­her alle vorgesehenen Zahlungen beglichen hat. so ist damit nicht gesagt, daß es in Zukunft der amerikanischen Hilfe entbehren kann. Die Finanzsachverständigen müßten also die Zahlungsfähigkeit Deutschlands abschätzen.

Kellogg: Ich din hoch erfreut, daß der Se­nat sich für die Natifizierung des allge­meinen Paktes über den Verzicht auf den Krieg ausgesprochen hat, ohne damit Vor­behalte, Aenderungen oder Bedingungen zu verbinden. Auch Präsident Coolidge bezeichnete es als eine erfreuliche Tatsache. daß der Senat sich günstig über eine An­gelegenheit ausgesprochen habe, die er ale das wichtigste Ereignis seiner Amtozeit betrachte. Er glaube, daß der Vertrag einen bedeutsamen Schritt zur Verhinde­rung künftiger Kriege darstelle

Lein Rücktritt Barder Silberts

Am 25. Januar Rückkehr nach Deutschland

— Nemyork, 17. Jon.(Drehtber.] Nach einer Meldung der„Newnork Times“ aus Louisville in Kentucky erklärte Parker Zur Natifizierung des Antikriegspaktes Gilbert zu den Gerüchten. wonach er sich durch den Senat erklärte Staatssekretär von seinem Pesten als Generalagent für

Der Reichstagsabgeordnete v. Rhein­baben erklärt, bei einem Auseinander­prallen der Thesen werde die Haltung Ameritas für die Endlösung ausschlag­gebend sein. Die amerikanische Wirtschaft müßte darüber wachen, daß die finanziellen Lasten Deutschlands nicht dessen wirtschaft­lichen Aufschwung bedrohten. Die inter­nationalen Bankiers würden sich besser untereinander vorständigen als Politiker. Es lei mithin ein sehr glückliches Zeichen für Deutschland, daß das amerikanische Kapital sich weiterhin für die Angelegen­heit und den wirtschaftlichen Wiederausbau Europas interessiere.

Sie freuen s0

über die Natifizierung dos Relloggpaktes — Washington, 17. Jan.(Drahtber.)

Tars2 erdrenell

Innücht 19 Messersiche beigebracht

Furchtbare Bluttat in Kreseld

X Krefeld, 17. Jan.(Drahtb.) Unter dem dringenden Verdacht, ihre Tante, die 29 jährige Stenotypistin L., die in ihrer Wohnung tot aufgefunden wurde, ermordet zu haben, wurde gestern die 18 jährige Tochter des Bäckermeister L. festgenommen. Es hat sich eine Reihe schwerliegender Ver­dachtsmomente gegen die Festgenommene ergeben. Auch haben sich 5 Zeugen gemel­det, die bekunden, daß die Beschuldigte ent­

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lassen, auf der Straße gesehen worden ist und mit Leuten gesprochen habe. Das Opfer ist erdrosselt worden, nachdem ihm 14 bis 18 Messerstiche beigebracht worden waren.

Revolutien in Honburas?

Die Ausländer verlassen das Land

— Newyork, 17. Jan.(Drahtber.) Nach Berichten amerikanischer Reisender steht in Honduras eine Revolution bevor. Amerikaner und andere Ausländer verlas­sen das Land aus Besorgnis vor einem Bürgerkrieg. Beim Staatsdepartement liegt keine Bestätigung vor, doch sieht man es für bedeutungsvoll an, daß sich der ameri­kanische Kreuzer„Denver" gegenwärtig auf der Höhe der Küste von Honduras be­findet.

Erwerbslose fürmen das Ratbaus

Während die Stadtoäter tagen

Dresden, 17. Jan.(Drahtb.) Eine starkbesuchte Erwerbolosenversamm. lung in Limbach in Sachsen entsandte eine Deputation zum Stadtrat mit der Forde­rung aus eine außerordentliche Unterstüt: zung. Da der Stadtrat die Bewilligung dieser Forderung ablehnte, stürmten meh­rere hundert Erwerbslose das Nathaus und drangen in das Sitzungszimmer ein. Un­ter dem kommunistischen Druck wurden sämtliche kommunistischen Forderungen be­willigt.

Blutiger Erwerszioserumzug

Mit dem Messte gegen Polizeibeamte

— Leipzig, 17. Jan.(Drahiber.) Im Anschluß an eine Erwerbslosenver­sammlung veranstaltete ein Teil der Teil­nehmer einen Amzug durch die Stadt. Hierbei traf der Zug einen mit Polizei­beamten besetzten Kraftwagen. Die Beam. ten wurden in der gröbsten Weise be­schimpft. Sie stiegen daraufhin an. um die Täter festzustellen Hierbei stürzten sich einige der Demonstranten auf einen Polizeibeamten und versetzten ihm einen Messerstich in den Rücken. Insgesamt wur­ven drei Personen verhaftet.—

F Ssier der Snsstusge.

17. Jan.(Drehtber.) In Prusnika bei Turn=Severin entgleiste der Postwagen des Schnellzuges Temesch= war—Paris. Zwei zum Unfallort ent­sandte Hilfszüge stießen kurz nach Mitter­nacht em Bahnhof Prusnika zusammen Bei diesem Zusammenstoß wurden füef Personen getötet und drei schwer verletzt.