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Rummer 340

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kann man erraten und das Volk probiert das Lovorakel, den Erbschlüssel, das Schatten­sehen Es ist eine Zeit des Neuschaffens. Die Rechnungsbücher werden abgeschlossen. die Dienstboten wechseln. eine Zeit des Lichtmachens. des Hausreinigene der Kinderbe­schenkung des Zu ammenschlusses der Familie um ein Symdol der Weihe um Geschenke, die wochenlang bedacht und gemacht werden. Eoe kommt an diesem Feste wie an allen Festtagen ganz besonders darauf an was man ißt. Der Böcker däckt bestimmte Kuchen, die Hausfrau kocht bestimmte Gerichte, die für das Gedeihen der Familie eine Bedeutung haben In der Zeit der Zwölf Nächte der Rauchnächte folgen einander wichtige Tage die dem Heil des ganzen Jahres gewidmet sind dem Schutz vor Heren. Dämonen Blitzschlag Mäusefraß Krankheit von Mensch und Vieh dem Ge­deihen des Flachses und der Saaten. Der Widerstreit der Naturgewalten macht alle guten und bösen Kräfte lebendig Die Totenschoren des alten Jahres werden von Frau Holle ins Jenseits geleitet der wilde Jäger reitet im Sturm mit seiner Meute über die Wälder und dem Kampf der Gewalten folgt der menschliche Brauch. in Jahrbunderten halb ernstes hald scherzhafteo Fiauren viel geworden. Was der Schim­melreiter der Erbsenkär die Sternsinger das Peitschenknallen, die Salzweihe und die Stallräucherei bedenten ist der Ausdruck des Volksempfindus für die Gefahren der Ueber­gangszeit, der sich dann nach Fastnacht hin in einen Beschwörungsrausch entwickelt.

Verzeichnis für eine„Gebehochzeit“.

Reinhold Grasreiner Pifleger für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer

as fröhlichste, je ausgelassenste und zugleich ansgabereichste Familienfest auf Iunsern alten Bauernhöfen war Jahrhunderte hindurch unstreitig das Hoch­zeitfest Es war zugleich das einnahmereichste. Richt umsonst nannte man ), die Hochzeit eine„Gededochzeit“. Da wurde nämlich gegeden, und zwar * hares Geld.(Aber auch Milch. Butter. Schinken umm! Ueber die Gaden wurde soger sorg'ältig Buch geführt. In der Regel gab man einen Talen In der Re­gel— denn die nächsten Anverwandten und besonders gute Freunde und Nachdarn gaben auch mehr logar bedeutend mehr Wurde noch Beendigung des Gedeno„Kassensturz“ aus der Terrine gemocht io ergab sich für das neue Ebepaar in der Regel ein racht nettes Sümmchen womit schon allerhond Ausgaben für bies und das bestritten werden konnten Ein Taler tat dem einzelnen nicht weh. 100 209 300 Taler und mehr taten den jungen Hochzeitern sehr gut. Auf den Gebehocdzeiten den„kleinen“ wie den„Krohen“

— se noch dem Reichtum und dem Ansehen der Hochreiter—. ging eo lustig der. sehr Instig ödrlustig io daß die Behörde vor aut hundert Jahren die Gebehochzeiten Kreug­stene verdet. Doo dette zur Folae doß die Gebebochheiten aufbörten? Meinst du? O nein man wurde nur vorsichtiger, ie beh die Boltzei nichte beven mertie Es kom vor daß die Pollzei wehl etwas davon merkte iegar siel bonon mertte— un

— und nicht nur ein Auge zudrückte sondern gleich zwei. So erbielten sich die zeiten im gebeimen noch bie gegen Ende dee vorigen Jahrhunderte

Al'o Buch wurde geführt über die Geber und deren Saben. Se mukte ob und wieviel man wieder zu geben hatte, wenn in der Jomilie des Ged

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und Brauch:

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Anno 1792 am 10. Juli—

Sauet Galter Sbimennebe„Gebebodheit“ gefeiert Seeafältig zeit nie der geladenen Göste schonf vorbereitet sein Rubersich auf einen Parter geschrieben Nur die Spalte der Geldaabe harrte noch der Auofälung abreichung einee„Klaten“ an den Gedes. Dieses kleine Geschöft wickelte####

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Die letzte Gildenmeisterwahl in Dorsten

Aus dem Stadtratsprotokollbuch

eim Ausgang deo 18. Jahrhunderts waren von dem einst so blühenden Zünfte= und Gildenwesen in den deutschen Städten nur noch kümmer­liche Ueberreste vorhanden Der 30jährige Krieg hatte den damals schon von manchen Mißständen angekränkelten Zünften und Gilden den Todes­# stotz gegeben. Sie suchten sich zwar in vielen Städten zu erhalten doch waren es nur noch absterbende Pflänzlein ohne wirkliche Lebenskraft. Als das 19. Jahrhundert vor der Tür stand gab es zwar noch Gilden und Zünfte, doch weil ihre Macht längst erlochen. weil der feste Zusammenschluß verschwunden lösten sie sich fast unmerklich auf zersielen allmählich in sich. Bis die heutige Zei in den Handwerker­innungen und kaufmännischen Vereinigungen eine gewisse Wiedererstehung der elten Standesvereinigungen mit sich brachte

Zu den Stödten, die sich verböltnismäßig lange eines starken Zunft­und Gildenwesens erfreuten gehörte auch Dorsten. Einen Beweis dafür bringt das Stadtratsprotokollbuch aus dem Jahre 1799. In diesem Jahre teilte der damalige Kauf­gildemeister dem hochwohllöblichen Stadtrat mit, daß er sein Amt niederlege und die Wahl eines neuen Gildenmeisters vorschlage.

Darüder logte das Protokoll der Stadtratssitzung vom 18. Dezember 1799:

Erschienen der Herr Kaufgildenmeister van Loosen und übergab ein Prome­moria an den Stadtrath worin er sein dis hierhin geführtes Amt als erster Kaufgilde­meister niederlegt und den Stadtrath ersucht, bei der Wahl eines neuen Kaufgilde­meisters Bedacht zu nehmen daß ein solcher Mann gewählt werde dem man nicht nur die der Kaufgilde gedörigen Obligationen und Verwaltung der Gildeneinkünfte, son­dern auch das Amt als Vorstand des ganzen Gildenstandes anvertrauen könne.

(Aus diesem Promemoria geht allo dervor daß die Gildemeister der Kaufgilde, als der ersten und vernehmsten Gilde, gleichzeitig Vorstand des gesamten Gildenwesens der Stadt waren.)

Der Dorstener Stadtrath. bestehend in dieser Sitzung aus den„Consulidus Rive et zum Bulch ei Allessor Reusing, saßte alsdann folgendes

Conelusum:

Dieses soll Sr. Excellenz dem Herrn Statthalter unverzüglich berichtet werden. Uebrigene wurde dem Herrn Raufgildemeister van Loosen ersucht, sein Amt solang bis nach erfolgter neuer Wahl vorzustehen, besonders weil der zweite Kaufgildemeister weder lesen noch schreiden und also bei möglichen Vorfällen sich nicht helfen könne.

Der Statthalter hat darauf die Neuwahl unverzüglich angeordnet, vielleicht aus dem Srunde.„weil der iweite Raufgildemeister weder le'en noch schreiden“ konnte Die Wahl erfolgte am 30. Dezember„Loram Domine commissario et indice Jungeblodt.“ (Vor dem Herrn Kommissar und Richter Jungeblodt.) Das Protokoll sagt:

De der erste Kaufgildemeister van Looson sich erklärte die Gildemeisterstelle Unger nicht mehr behalten zu wollen. ie wurde zu einer neuen Wahl zu schreiten der heutige Tag festgesegt. Diesem nach referierte der Gildenbote Jakod Prenger, daß er in dieser gehörigen Zunftgenossen um aus heute Nachmittag 2 Uhr persönlich aufm Rathause zu erscheinen und zufolge Kurfürstl gnädigster Verordnung zur neuen Gilde­meisterwabl mu ichreiten gebörig verabladet datte Woraus folgende erschlenen: (Ge feigen die Namen der wadlberechtigten Mitglieder unter denen mancher noch heute in Dorsen an Ussige Name zu finden iR.) Dann heißt er weiter: Mithin dundert und vierzehn an der Zahl Welchem nächst von dem Herrn Commissario und Richtern Jungebiedi eben leviele Zettein ale Zunktgenolen enwelend waren worunter 4 mit der Inschrift Khurgenossen bezeichnet, zusammen gesalten und des Loos gezogen.

Wie nun dem Bernd Josten Henrich Vogel. Johann Busch und dem Kaufhänd­ler Rive des Rhurgenessen=Loos zugesallen die übrigen Gildengenossen abgetreten, Is haben bis ebengenannten 4 ben Raushändler Wernd WIIls zum ersten Kauf­

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