Aulkheixs Rrebelall
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Die Ausbildung der Seemaschinisten Norddeutschen Cloys
Um eine bessere Ausbildung der See=Maschinisten seiner großen Post= und Passagier=Dampfer, soweit sie Maschinen von mehr als 2500 Pferdekräfte besitzen, zu erreichen, hat der Norddeutsche Lloyd am 15. Juli d. Is. neue Vorschriften erlassen, die den Zweck verfolgen, diese Ausbildung von dem Eintritt in die Laufbahn an in systematischer Weise zu regeln.
Die Bewerber haben sich mit ihrer Anmeldung an die Centralabteilung des Norddeutschen Lloyd zu wenden. Für ihre Annahme ist Voraussetzung, daß sie das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich im Besitze der Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienst befinden. Halbjährlich sollen, und zwar im April und Oktober jeden Jahres, je 20 Bewerber zugelassen werden. Nach Annahme werden sie zu ihrer Ausbildung deutschen Werften zugewiesen, deren Bestimmung der Norddeutsche Lloyd sich vorbehält, und hier 3 Jahre lang als Maschinistenzöglinge des Norddeutschen Lloyd beschäftigt und zwar in der Weise, daß sie in sämtlichen Abteilungen des Kessel= und Maschinenbaues in vorgeschriebenen Zeitabschnitten thätig sein werden; während dieser Zeit erhalten die Zöglinge Fortbildungsunterricht im Zeichnen, Mathematik und der englischen Sprache. An diese 3jährige Thätigkeit auf den Werften schließt sich eine 30monatige Fahrzeit als Maschinen=Assistent auf Dampfern des Norddeutschen Lloyd an; in Fällen, wo die technischen Fertigkeiten einiger Maschinistenzöglinge sich noch nicht als genügend erweisen, werden die Zöglinge noch eine weitere Lehrzeit in den Werkstätten des Norddeutschen Lloyd zu absolvieren haben.
An diese Fahrzeit schließt sich ein 12 monatiger Besuch einer unter staatlicher Aufsicht stehenden technischen Lehranstalt, und hieran die Ablegung der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung zum Maschinisten 2. Klasse und eine weitere Prüfung zum Unteringenieur des Norddeutschen Lloyd.
Nachdem die Zöglinge diese Prüfung bestanden und event. ihre Dienstpflicht als Einjährig=Freiwillige in der Kaiserlichen Marine erfüllt haben, treten sie als 4. Maschinisten auf Dampfern des Norddeutschen Lloyd in Dienst, um hier zunächst die gesetzlich vorgeschriebenen 24 Monate Seefahrtszeit sich zu erwerben. Hierauf folgt wiederum der einjährige Besuch einer unter staatlicher Aufsicht stehenden technischen Lehranstalt. Mit der Ableg= ung der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung zum Maschinisten 1. Klasse und daran anschließend der Prüfung zum Ingenieur des Nordeutschen Lloyd ist die Ausbildung der Zöglinge abgeschlossen, die nunmehr in die regelmäßige Laufbahn als Maschinisten des Norddeutschen Lloyd eintreten können.
Während der 3jährigen Vorbereitungszeit auf den Werften haben die Zöglinge für ihren Unterhalt zu sorgen und einen jährlichen Betrag von 200 Mk. als Aequivalent für die durch ihre Ausbildung und die Unterrichtserteilung entstehenden Kosten zu zahlen; ebenso haben sie die Kosten des Besuches der technischen
Achatiat ze Schachtent, wächand die süer ie dauer der gahezeit als Maschinisten=Assistent, sowie als Maschinist des Norddeutschen Lloyd die für diese Stellen festgesetzten Gagen beziehen. ] Durch diese Vorschriften werden die bisherigen Bestimm
ungen des Norddeutschen Lloyd über die Zulassung von Maschinisten auf Dampfern des Norddeutschen Lloyd und den Besuch der Oberklasse des Technikums in Bremen erlassenen Bestimmungen lbis auf Weiteres nicht berührt, da durch die in Gemäßheit der neuen Vorschriften auszubildenden Maschinisten auch in Zukunft nur ein Teil des jährlichen Bedarfes anMaschinisten bei dem Norddeutschen Llond gedect werden kann.
Deutschland.
— Von der Nordlandsfahrt des Kaisers. Die Kaiseryacht„Hohenzollern“ traf am Sonnabend im SogneMeerbusen ein, woselbst sie voraussichtlich bis zum Montag vor Anker bleiben wird. Am Freitag abend mußte der Kaiser wegen der großen Hitze den Rückweg von Stalheim nach Gudwangen zu Fuß machen. Ein Gewitter in der Nacht zum Sonnabend brachte etwas Kühlung.
Mir welchem Eifer die Polen die wirtschaftliche Bekämpfung des Deutschtums betreiben, läßt der Jahresbericht der thorner Handelskammer erkennen. In Löbau eröffnete im vorigen Herbst die polnische„Volksbank“ eine offene Verkaufsstelle, in der außer Eisen= und Kolonialwaren fast alles verkauft wird. Da sich die Bank mit der vollen Wucht ihres Einflusses dem Warengeschäft zuwandte, haben die deutschen Kaufleute dort einen schweren Stand.
Der Einfluß des Hofpredigers a. d. Stoecker soll in neuerer Zeit wieder gewachsen sein. Wie der„Voss. Ztg.“ von unterrichteter Seite gemeldet wird, ist es Stoeckers Einfluß gewesen, durch den der dichtende Konsistorialrat Reicke aus dem Konsistorium entfernt wurde, nach der„Frankf. Ztg.“ soll Herr Stoecker und sein Anhang sogar die Nichtbestätigung des Stadtrats Kauffmann zum Bürgermeister von Berlin durchgesetzt haben. Das genannte Blatt weist nämlich darauf hin, daß Herrn Kauffmann s. Z. die Aufgabe zugefallen war, die Ungesetzlichkeit der Synodeordnung vom Jahre 1573, die eine Kirchenbaupflicht der Stadt Berlin konstuierte, zu erhärten. Die Kauffmannsche Arbeit lieferte den logischen Beweis dafür, daß diese Kirchenbaupflicht nicht mehr zu Recht bestehe. Infolgedessen sei wohl auf eine besondere Kirchenfeindlichkeit des Herrn Kaufmann geschlossen und gegen seine Wahl zum Bürgermeister gewirkt worden.
— Das Programm der Kaisermanöver steht nunmehr fest. In den Tagen vom 10. bis 13. September einschließlich sind größere Flottenmanöver vor dem Kaiser in Aussicht genommen, nachdem der Monarch vom 5. an in Danzig und Königsberg größere Festlichkeiten und Paraden abgehalten. Die eigentlichen Manöver zwischen dem 1. und 17. Armeekorps finden vom 17. bis 20. September statt.
descasce andenescheiehente che dbe de haure der Besetzung der Lehrstühle für Nationalökonomie an preußischen Universitäten folgenden Beschluß:„Die geringen Fortschritte zur Besserung unserer wirtschaftlichen Lage stehen unzweifelhaft auch im Zusammenhang mit der Thatsache, daß auf sämtlichen preußischen Universitäten bis heute kein Nationalökonom zu finden ist, welcher sich die aktuellen agrarischen###agen zum Spezialforschungsgebiet erwählt hätte und hier mit neuen befruchtenden Ideen hervorgetreten wäre. Die heute an den preußischen Universitäten docierenden Nationalökonomen, soweit sie überhaupt mit Fragen der wirtschaftlich=politischen Praxis sich beschäftigen widmen sich den Interessen der Lohnarbeiter, der Konsumenten, den Interessen von Handel, Industrie, Bank= und Börsenkapital. Als es im Jahre 1896 sich darum handelte, den Börsen=Terminhandel in Getreide= und Mühlenfabrikaten zu beseitigen, waren sämtliche deutchen Nationalökonomen, soweit sie sich geäußert haben, auf seiten der Terminbörse, die deshalb immer wieder pathetisch ausrufen konnte:„Auf unserer Seite stehen die Vertreter der Wissenschaft.“ Die deutsche Landwirtschaft ist sich bewußt, daß sie bei der je länger desto intensiver werdenden Notlage neben der Thätigkeit der praktischen Politiker der hingebenden Mitarbeit von Vertretern der Wissenschaft zur endlichen Lösung der großen Zeitfragen nicht entraten kann. Deshalb bitten wir, daspreußische Kultusministerium wolle endlich in einer Zahl, die der Bedeutung der Landwirtschaft innerhalb des preußischen Staates voll angemessen ist, auf preußische Lehrstühle für Nationalökonomie auch Männer berufen, welche bereit sind, mit vollem Herzen auf grund ihrer wissenschaftlichen Ueberzeugung und ihrer Forschungen an der Lösung der Agrarfrage im Sinne der Landwirtschaft mitzuarbeiten.“
(Gumbinner Mordprozeß). Im dem Prozeß wegen der Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk haben am Donnerstag in Gumbinnen die Zeugenvernehmungen, welche fünf Tage in Anspruch nehmen sollen, unter der Leitung des Oberkriegsgerichtsrats Meyer in der Kaserne des Dragoner=Regiments von Wedel Nr. 11 begonnen. Die beiden Verteidiger, die Rechtsanwälte Burchard und Horn, sind in Gumbinnen eingetroffen und wohnen den Verhandlungen bei.
England und Transvaal.
+ Ein interessante Erklärung für die Strenge der englischen
Militärzensur und für die Unglaublichkeit der von ihr aus Südafrika durchgelassenen Nachrichten findet der Londoner Korrespondent eines Pariser Blattes. Er schreibt:„Mehr aus politischen als aus militärischen Gründen legt die englische Zensur solche Strenge an den Tag. Die englische Regierung, die sich in ihrer eigenen Schlinge gefangen hat, verheimlicht ihr Vorgehen viel mehr vor dem englischen Publikum, als vor den Buren. Während
man in London sagt, man werde den Buren keinen Fetzen ihrer Unabhängigkeit lassen und den Krieg so lange weiter führen, bis sich der letzte derselben unterworfen hat, suchte die Regierung unaufhörlich zu einer Verständigung mit den Buren zu gelangen,
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Roman von L. Haidheim.
(Nachdruck verboten.)
„Nein, Baronin, kein Unglück nur ein Aergernis, einen neuen Streich unseres afrikanischen Standesgenossen, den ich mir, verzeihen Sie, als Ihren Bruder überhaupt nicht denken kann",
„Foltern Sie mich nicht! Was ist es?" stieß sie sofort
„An sich sehr wenig. Man hat in Krapolno hinter Burkards Bett ein Stück Papier gefunden, beschrieben von der Hand seines
„Nun— und—2 Hat er noch ein anderes Testament—.9“
rief Frau von Frohberg... Mati., hatrofsand den Empf
„Nein, es ist nur eine Notiz, betreffend den Empfang einer größeren Geldsumme von dem Müller von Biela für gekaufte Moldauwiesen—... gagn De 95h= ind
„Aber das Geld ist es ja, was fehltl“ rief Lischa, indes Kolonitz aufgeregt hin und her lief.
„Ja, das war ja die ärgerliche Geschichte", setzte auch Frau von Frohberg noch ganz harmlos hinzu.
wurde Adelsberg sehr schwer, seine Pflicht zu thun, er mußte es ihnen aber sagen: Nicht, daß man diese Notiz gefunden, sondern welche niederträchtige Verdächtigung der, Afrikaner" daran knüpfte, war das schlimme und je schneller Burkard zur Stelle erschien, dem elenden Gerede entgegen zu treten, um so besser.— Sie begriffen es erst nach und nach: Ernst Nepomuk hatte die aufgefundene Notiz— mit der zitternden Hand des Alten von Krapolno geschrieben— sofort der Staatsanwaltschaft eingereicht, seine Gemahlin selbst bezeugte, auf Befehl ihres Gatten, daß Burkard Frohberg jenes Zimmer bewohnt, in jenem Bette geschlafen habe; das Dienstpersonal war inzwischen gewechselt, aber man würde es wieder herbeischaffen und jedenfalls konnte die Jungfer der Gräfin bezeugen, daß später— nach dem Fortzuge des Baron Frohberg kein anderer das Zimmer bewohnt habe.“
„Das soll aber doch wohl nicht heißen, daß mein Bruder meinen Sohn—?“
„anklagt, die fehlenden 16 000 Gulden zu seinem eigenen Nutzen bei Seite geschafft zu haben!“ unterbrach Graf Kolonitz seine Schwiegermutter mit vor Wut ganz blassem Gesicht.
„Burkard— anklagt—? Aber das ist ja Unsinn! Darüber werden wir uns doch nicht aufregen?“ meinte Lischa in voller Ruhe. Sie begriff überhaupt nicht, wie Burkard dergleichen
berührzu könne.—.. Murfarh nan Trahberg 6g
O. aber doch! Selbst einen Burtaro von Frohberg konnte
eine solche Anklage auf gemeinen Diebstahl nicht gleichgültig bleiben! Mochte er sich noch so frei fühlen, seine Ehre war angetastet worden und mit ihm die aller seiner Freunde; und der dies gewagt war sein Onkel, ein alter Mann, weit über das Alter hinaus, wo man ihn vor die Pistole fordern konnte.—
Und eben weil er alt und sein nächster Verwandter war, lag für das große Publikum immerhin umsomehr Glaubwürdigkeit darin und um so heilloser wurde die Schädigung von Frohbergs Ehre!„ 9.— 6sa6 an Erst fangf
Sie starrten sich alle vier blaß an. Ern langsam ging
ihnen die ganze Tragweite dieser unglaublichen Beschimpfung auf. „Wie haben Sie dies alles erfahren, Adelsberg?“ fuhr Kolonitz
. Auf dem nächsten Wege, vom Müller von Biela, der mir das Pferd verkauft hat, auf dem ich herkam. Er erzählte mir wie er sagte in seiner Unruhe um den Herrn Baron von Frohberg! Der„Afrikaner" sei neulich plötzlich bei ihm erschienen und habe ihn ganz freundlich gebeten, Einsicht nehmen zu dürfen von der Quittung für die Wiesen, welche derselbe von seinem Vater gekauft.„Ich dachte, er suche einen Haken, den Kauf rückgängig zu machen und war heimlich schadenfroh, daß er sich an mir seine gelben Zähne ausbeißen würde“, berichtete der Müller weiter, und so hätte er ihm die Quittung gezeigt. Der„Afrikaner" aber hatte einen Streifen Papier daneben gelegt und triumphierend geschrien: „Jetzt hab' ich ihn, jetzt hab' ich ihn.“ Und dann habe er gefragt, ob der Müller wohl erkenne, daß das beides seines Vaters Schrift sei?—„O, ja, denn den Notizzettel hat er in meiner Gegenwart geschrieben, um die Scheine gelegt, die ich ihm eben dahin gezählt hatte und sie dann in seine Brieftasche geschlossen, die er immer auf der Brust trug."
Da habe der„Afrikaner“ gelacht und gefeixt und sich auf die Knie geschlagen wie verrückt und ihn angeschrien„das müsse er beim Staatsanwalt beschwören—“ jetzt wolle er seinen Herrn Neffen das schöne Klaino schon aus der diebischen Hand winden. — Ueber das Wort seien sie dann in einen lauten Streit geraten und er habe zuletzt in der Wut den Majoratsherrn vom Hofe gewiesen; dieser habe ihm zugeschrien, er bringe die Papiere sofort
„Aber hat er denn das wirklich gethans Es war doch wohl nur eine Drohung?“ fragte Kolonitz.
„Keinesfalls! Sehen Sie hier!“ Und jetzt zeigte Adelsberg einen Brief ohne Unterschrift, der ihn benachrichtigte, daß der Baron von Frohberg auf Klaino des gemeinen Diebstahls bei der Staatsanwaltschaft angeklagt sei.—. nge Sesanit
Sie waren sprachlos— die Damen, wie Graf Kolonitz nicht aus Schrecken, sondern vor nanenloser Empörung. Und das kam ihnen von einem ihres Blutes!"„margenfrüße an
„Ich habe daraufhin schon in erster Morgenftühe an Burkard telegraphiert“, setzte Adelsberg hinzu.„ 8
Es lag nahe, daß die beiden jungen Männer als Burkards Vertreter allerlei Vorschläge machten, in die Sache einzugreifen— aber seine Mutter bestand darauf, ihm alles selbst zu überlassen.
*
Und am anderen Morgen war er da.
Starr vor Staunen sahen sie ihn an, als er plötzlich an ihrem Frühstückstische erschien. War das derselbe Burkard, den sie kannten? Dieser strahlend Glückliche, der ernste, insichgekehrte Mann, der nichts zu kennen schien als die Arbeit, die Pflicht, die
Selbstverleugnung?„(666 8
Sie alle dachten sofort dasselbe: Er liebt! Er liebt glücklich!— Aber zu sagen wagten sie nichts und an Maria dabei zu denken, fiel keinem von ihnen ein.— Selbst während sie ihm die abscheuliche Geschichte erzählten, blickten seine Augen träumerisch nach innen und ein sanftes Lächeln verklärte sein Gesicht— als höre er kaum was sie sagten.
„Ich glaube kein Wort von der hinter meinem Bette gefundenen Notiz des Großvaters. Wie sollte sie dahin gekommen sein, wo erst Joseph und nach seiner Abreise ich schlief, weil in meinem Zimmer die Decke eingestürzt war. Später hat in Krapolno Einquartierung gelegen;— wer weiß, wo sie das Papier gefunden haben und wer? Das muß man doch auch erst erfahren. Die ganze Geschichte ist nur ein Produkt der Ge
vn Das war Burkards wirkliche Meinung; auch ihn berührte anfangs die Geschichte nur obenhin. Da erzählte ein Gerücht, die Finderin jener Notiz sei die jetzige Gräfin Ebern selbst gewesen. Sie habe in Krapolno große Veränderungen beschlossen, Maurerund Zimmerleute hergerufen und selbst Stunde um Stunde dabei gestanden, als man die Zimmer ausräumte um Wände einzureißen, Balkons zu erbauen und dem Schlosse ein ganz anderes Aussehen zu geben.— Ein Zufall hatte ihr wirklich selbst Blatt in die Hände gespielt und sie sich beeilt, es ihrem Gemahl zu geben, ohne Ahnung vielleicht von der Art, wie er es verwenden würde.—