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Febeutär 1901.
34 Jahrzang
Gi.* 714 der Kör ein Wilhelming. Emma mit dem Brautpaar in demselben Wagen zur Kirche
Die Pochzelt der Ronigin Witherminclifr: gten, 2 hische
fahren. Dies ist eine alte holländische Sitte, die aber Loo ab, um hier die Flitterwochen zu verleben. Im Haag
= Die Vermählung der Königin der Niederlande seit etwa einem Jahrhundert außer Gebrauch gekommen aber fand eine prächtige Beleuchtung statt, und die Men
mit Prinz Heinrich von Mecklenburg, als Prinz=Gemahl ist und deshalb nicht überall Billigung findet. Jetzt fährt nunmehr„Prinz der Niederlande“ genannt, hat gestern das Brautpaar immer allein zur Kirche. Zu dem Trousstattgefunden. Der„Reichsanzeiger“, d. h. die leitenden seau der Königin Wilhelmina, der natürlich auch das lebdeutschen Kreise, bringen dem hohen Paar folgenden hafteste Interesse erregt, gehört unter anderem noch ein Die„
Glückwunsch dar:[Kleid, das sie wahrscheinlich zum Kirchgang tragen wird, Niederlande mit folgenden Worten:
„Zu dem Feste im Haag, an welchem Ihre Majestät und das aus grünem Seidensammet mit einem kurzen####### Majestat vir Atrchrg
stück. Nachmittags reiste das junge Paar nach Schloß
die Königin Wilhelmina der Niederlande einem deutschen Mantel oder Cape gearbeitet ist. Dann gehören Fürstensohn die Hand zum Lebensbunde reicht, werden dazu drei Jagdkleider in verschiedenen Schattierungen aus allen Gauen unseres Vaterlandes herzliche Segens=von grün und mehrere Straßenkleider aus dunkelgrünem, wünsche dem erlauchten Hochzeitspaar entgegengebracht. grauem, malvenfarbenem und resedafarbenem Tuch. Mit dem niederländischen Volke vereinigt sich die deutsche Am Morgen der Hochzeit wird die Königin vor der TrauNation in der frohen Zuversicht, daß aus dieser ung ein weißes Tuchkleid mit weißer Wollenstickerei Verbindung ein reiches und ungetrübtes Glück tragen.
für die Neuvermählten wie für die, Stagteig bin— Am Mittwoch Mittag zogen 50 Vereine und Ar
für die wachsende Freundschaft Scheveningen vor dem königlichen Palais vorüber, von Wayröegyeg werden.„ u hester Nachbarschaft dessen Balkon aus trotz der kalten Witterung die Königin
und n wechseleiger Achtung der Sizenert ueden eiw uhren. De Kteisehpnetr an den Zige brnchen ser 6i5
ander du teven:. nigin und dem Herzog Heinrich lebhafte Kundgebungen
ochzeitsfestlichkeiten im Haag). Trotz des dar. Vor dem Palais hatte sich eine überaus große Volks
Sturnest der Ende der vorihen Boghe ver bersch guage die Kchnigin, de Konign=Miter und Herig, Hehgrith
berschenne ig guscheig Strobeon, un Pripathänser und Loosduinen, überal vog der die Stzahe, filgende, Nenge
ersei= fin d; Augenzggey, ou geschmückt und hauptsäch= senthusiastisch begrüßt. Der Prinz=Gemahl Herzog HeinLäden sind, auf's schönste geschmügt, und haupzsgsch- rich ßhaftisch beor“ Prinz der Riederlande erhalten.
sch mit hesanzäschen und nectenburgschen Fahnen deto u gat den Tiel
den aus Immergrün und Epheu bilden einen schönen] Die Hochzeit der Königin und des Herzogs Heinrich Kontrast zu den bunten Farben. In Gesellschaft, auf der ist am Donnerstag im Haag mit fürstlichem Gepränge Straße, ja überall hört man von der Hochzeit sprechen. vollzogen werden. Um 11 versammelten sich im roten Viel ist natürlich auch von den Hochzeitsgeschenken die Vorzimmer des Schlosses der Bräutigam, seine Rede. Königin Wilhelmine wird u. a. einen schönen Großherzogin Marie von MecklenhuzregnHgrzeg Adolph
vt 8 arschjede= Friedrich von Mecklenburg und Fürsr Waloea=pyrmont,
Kasten als Hochzeitsgeschenk erhatten, der aus verschiedenen Holzarten gearbeitet und mit weißem Atlas bedeckt ist. Der Deckel zeigt ein in Gold gemaltes„W“ mit der Krone. Der Kasten, den ein goldener Schlüssel schließt, enthält schön geschliffene Glasflaschen mit Parfüms, die mit seidenen Bändern gebunden sind. In der Fabrik, in der der Kasten dekoriert wurde, entstand dabei ein ordentlicher Zank; denn jedes Mädchen wollte ein Band binden, weil es sich um ein Geschenk„für die kleine Königin von Holland“ handelte. Die Damen aus dem Haag schenken Königin Wilhelmina einen kostbaren Speiseschrank mit Vasen und einen schönen Tisch. Auf denselben wird ein Buch gelegt, das die Unterschriften der Geberinnen enthält. Der unter dem Namen„Pulchri Studio“ bekannte Künstlerklub wird der Königin einen viel bewunderten Speiseschrank schenken, dessen Außenseite von den besten Bildhauern gearbeitet ist, während die inneren Füllungen
Roman von Hedda von Schmid.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Dem Landrat war es sichtlich anzumerken, daß er mit einem Entschluß kämpfte— dann schien er im Reinen mit sich zu sein— mit beiden Händen sich auf die Seitenlehnen seines Schreibstuhles stützend, erhob er sich schnell mit den Worten:
„Du mußt aus Deinem Regiment austreten, mein Sohn, es geht nicht anders. Leid thut es mir, sehr leid, aber ich kann Dir diesen Berufswechsel nicht ersparen.“
Dann vor dem Sohne, der sich ebenfalls erhoben hatte, stehen bleibend, fügte er hinzu, rasch sprechend, wie um das Peinliche dieser Auseinandersetzung sobald als
möglich hinter sich zu haben: 31./6 Mirischaftsbüch
„Lieber Junge, wenn Du in diese Wirtschaftsbücher, die hier vor mir auf dem Tisch liegen, einen Einblick thust, so wird Dir klar werden, daß ich Dir die Zulage, die Du bis jetzt von mir bezogen, nicht mehr geben kann. Treuenhoff hat seinen Wert nicht eingebüßt, ist nicht mit Hypotheken belastet, darf es auch nie werden, aber mein Barvermögen ist im Laufe der letzten Jahre so erschreckend, dusammengeschmolzen, daß allen größeren Ausgaben fürs erste ein Ziel gesetzt werden muß. Treuenhoff soll einmal in Deinen Besitz übergehen, mein Sohn— ich bin alt, Sirsi es versuchen, schon jetzt ein wenig die Zügel der
Triset aaft in die Hand zu nehmen?—— Du schweigst?
Trifft Dich die Eröffnung, daß Du nicht mehr ein reicher Junge bist, zu hart?“
im weißen Saale die Beamten, welche die Ziviltrauung vornahmen, wobei der Justizminister den Standesbeam= ten vertrat. Die Braut war mit ihrer Mutter erschienen, worauf um ½12 Uhr die Trauung vollzogen wurde. Nach der Zivitrauung begaben sich die Königin und der Herzog in den Saal, wo die fürstlichen Gäste harrten, und dann sofort zur Großen Kirche. In den festlich geschmückten Straßen bildeten bei herrlichem Sonnenschein Tausende von Menschen Spalier, die den Wagen des Brautpaares mit brausenden Zurufen begleiteten. In der Kirche vollzog sich die Zeremonie in den üblichen Formen, vernehmlich klang das„Ja“ des Bräutigams und der Braut, die in dem prächtigen Hochzeitsstaat noch entzückender aussah. Unter den Klängen der Orgel verließen die Neuvermählten das Gotteshaus wieder und kehrten nach dem Schlosse zurück, auf dem ganzen Wege
Eine ängstliche Spannung lag in dieser letzten Frage, der nachsichtige Vater hatte sich überwunden und dem Sohne, was seine finanzillen Verhältnisse anbetraf, die nackte Wahrheit enthüllt, aber schwer fiel es ihm, den von dem einmal eingeschlagenen Berufswege zu weisen. Um so freudiger ward er durch Axels schnelle Antwort überrascht.
aber fand eine prächtige Beleuchtung statt, und die Men
schenmassen füllten bis in den tiefen Abend hinein die Straßen.
*
Die„Nordd. Allg. Ztg.“ begrüßt die Königin der
„Ihre Majestät die Königin Wilhelmina der Nieder
lande wird sich morgen, am 7. Febr., mit Seiner Hoheit dem Herzog Heinrich zu Mecklenburg vermählen. Ein Bund wird geschlossen, welcher der freien Wahl und Neigung der jugendlichen Herrscherin des meerumflossenen Königreiches und ihres Bräutigams aus deutschem Geschlecht entspringt. In Anmut, Jugend und Kraft stellt sich das hochzeitliche Paar dem niederländischen Volke dar: sie die letzte Sprossin der ruhmreichen Oranier, er der Abkömmling eines edlen, niederdeutschen Fürstenhauses.
Wie wir in Deutschland mit besonderer Anteilnahme die Kunde von der königlichen Verlobung vernommen haben, so weilen auch heute unsere wärmsten Sympathien in dem hochzeitlichen Hause. Die jugendfrische Königin Wilhelmina konnte bereits, als sie am 31. August 1898 ihre Großjährigkeit erreichte und den Thron ihrer Väter bestieg, die aufrichtigsten Glückwünsche aus Deutschland entgegennehmen. Seitdem hat Se. Majestät der Kaiser und König der anmutigen Königin wiederholt seine freundschaftlichen Gesinnungen ausgedrückt. In frischer Erinnerung ist noch das Telegramm Sr. Majestät des Kaisers vom 17. Januar 1901 an die Königin Wilhelmina, worin der Kaiser betonte, daß dem großen Oraniergeschlecht die Tugenden zu verdanken seien, welche den Großen Kurfürsten schmückten, und worin der Monarch der holländischen Herrscherin ferner kundgab, daß er der deutschen Marine den alten„Ehrenmarsch“ der niederländischen Flotte verliehen habe zum Gedächtnis dessen, daß Niederländer unsere ersten Matrosen, ein Niederländer unser erster Admiral gewesen sei.
So ist es natürlich, wenn in Deutschland dieses Tages mit den herzlichsten Wünschen gedacht wird. Sind es doch Bande der Stammverwandtschaft, die uns mit dem kernigen Volke der Niederländer verknüpfen, dieser Nation, deren ursprünglicher Kraft und nie erlahmender Tapferkeit es immer gelang, in allen Stürmen die Freiheit und Unabhängigkeit Niederlands zu behaupten(wie es derselben stammverwandten Nation hoffentlich auch in Südafrika gelingen wird!) und die heute in einem fest gefügten und weithin geachteten Staatswesen lebt. Und so hoffen wir, daß der am 7. Februar im Haag geschlossene Ehebund der Königin und ihrem Hause, dem Herzog Heinrich zu Mecklenburg und nicht zuletzt dem niederländischen Volke zum Heil und Segen gereichen möge. Die Fügung, daß ein deutscher Fürstensohn als Gemahl der Königin Wilhelmina in das Königsschloß im Haag einzieht, möge mit dazu beitragen, daß freundschaftiche Beziehungen zwischen Deutschland und den Rieder
aus, bei der ich die Rolle des Bräutigams übernehmen soll? Ich verzichte jedoch entschieden auf dieses Glück. Ich finde es empörend, eine Frau um ihres Geldes willen zu heiraten!“
„Nun, nun, der Fall stände ja nicht vereinzelt da.“
„Reden wir nicht mehr davon, lieber Papa; daß ich
Esperance Rittlingen meine Hand anbiete, ist für mich
„Ich lese zwischen Deinen Worten, Papa, daß Du; völlig ausgeschlossen, denn ich liebe sie nicht. Sie gehört der Meinung bist, ich würde ungern Landwirt. Wenn nicht zu den Mädchengestalten, welche Eindruck machen; Du wüßtest, daß es in meiner Absicht lag mit Dir in die= trotzdem liegt in ihrem Wesen etwas Sympathisches, wesen Tagen mein Scheiden aus dem Regiment in Frage zu nigstens für mich. Ich habe ein gewisses Mitleid mit ver
ziehen
„Wie— Du wolltest?“ rief der Landrat.
„Dir helfen, Treuenhoff zu bewirtschaften, ja, das will ich!“ sagte Axel fest.„Und, lieber Papa, Dir danke ich für das schöne Vertrauen, welches Du in mich setzest. Mit vereinten Kräften wollen wir das Verlorene wieder einbringen.“
Dem Landrat sank eine Last von der Seele, dann fiel ihm ein, worüber seine Andeutungen in ein
die Ehegatten miteinander geführt hatten.
„Axel,“ sprach er,„ich kann Dich mir trotz alledem nicht so recht als Landwirt denken. Solltest Du— findest Du nicht, daß Esperance Rittlingen gestern ihren schönen Tag hatte? Mit einem Wort, mein Sohn— Du versteht, mich hoffentlich, wie gefällt Dir diese junge Dame?“
kümmerten Naturen— aber ich möchte keine solche in meiner künftigen Frau sehen. Aber nun wieder zur Sache! Papa, willst Du mich darüber orientieren, wie meine Stellung in wirtschaftlicher Hinsicht von nun an in Treuenhoff sein wird. Ich möchte jedenfalls, so lange Herr Wald noch hier ist, bei ihm in die Schule gehen, nicht wahr, Du setzest viel Vertrauen in seine landwirt
ank eine Last von der Seele, dann schaftlichen Kenntnisse, hoffentlich wird sein Nachfolger
seine Frau noch gestern einige keise mir ebenfalls ein guter Leyrmeisrer sein. In erster Linie Gespräch eingestreut hatte, welches hoffe ich jedoch, viel von Dir zu lernen. Mir bangt
nicht davor, daß ich fast gar keine landwirtschaftlichen Vorstudien gemacht, denn grundsätzlich stelle ich Praxis höher, als Theorie.“
n Arel beabsichtigte, sofort die ersten Schritte zu seinem zu Ausscheiden aus dem Regiment zu thun, und verständigte ge' sich mit seinem Vater, der in seiner Freude darüber, den Sohn so leicht zum Umsatteln bewogen zu haben, auf
* Sohn so leicht zum Umsatteln bewogen zu haben, auf
„Papa,“ rief Axel lachend und schlang seinen Arm alles gut zu sprechen war, über einige, in Polen zurückzärtlich um des Vaters Schulter,„jetzt weiß ich, woher gelassene, nicht sehr bedeutende Schulden. die Glocken läuten. Es kommt alles auf eine Heirat her=! Er schied aus dem Arbeitszimmer, in welchem der