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Insertionsgebühr für die sechsspaltige Zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb des Leserkreises 15 Pfg.: Reklamen 30 Pfg.

Redaktion, Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte.

Nr. 131.

Schmerte, Donnntag, d. Roantdon 1900.

24. Jabegang.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landtagswahl.

Nachden der als Mitglied des Abgeordueten=Hauss für den 5. Arneberger Wahlbezitrk: Bochum,

Stadt und Land, Dortmund, Stadt und Land, Gelsenkirchen, Hörde und Hattingen gewählte Louis Berger zu Horchheim gestorben ist, ist seitens des Herrn Ministers des Innern eine Ersatzwahl angeordnet worden Für die seit der letzten Wahl durch Ausscheiden von Wohlmännern oder aus anderen Gründen not­wendig gewordenen Neuwahlen ist Termin anberaumt auf den 17. November d. J., vormittags 9 Uhr.

Die Neuwahlen finden statt in folgenden Bezirken:

Nr. Gemeinde

1 Lünen Stadt

2(Huckarde

8

*

4(Marten

5„

6 Kirchlinde

Bezeichnung des Wahlbezirkes

Namen des Wahlvorstehers

Namen des Stellvertreters

Bezeichnung der Wahllokale

Es sind zu wählen von der| Ersatz­

Abteilung märner.

2. Bezirk, umfaßt den Stadtteil östlich der Langestraße von H. Hüller, Kaufmann Dr. med. Flume und olle Bewohner vor dem Lippethore östlich der Bohnhofsstraße, sowie die Bewohner der Klöier­heide und Außenbürger vor dem Steinthore 84, 8

1. Bezirk. Von Haus Nr. 1495 incl. und von Haus 78 bis Regenbogen, Gemeindevorsteher

2. Bezirk. Von Haus Nr. 50—77 inkl. Meyer, Gemeindeverordneter

Wunderlich, Lehrer

Welkener, Gemeindeverordneter Sternemann,„

Teiner, Landwirt

1. Bezirk. Von Haus Nr. 1—31 inkl., Nr. 17—34 inkl. Schulte,

3. Bezirk. Von Haus Nr. 33—163inkl. und 109 161 Ende Haumann,„„,(Barich, Gemeindeverordneter

1. Bezirk. Vor Haus Nr. 1—19a inkl. und von Haus Nr. Bors gnt. Brösse, Gemeindevorsteher Brüsermann gt. Pellmann, Gemeinde­

43-50s mit sämtlichen hierzu gehörigen Zwischennummern....(Gemeinde. Stromders. 8

2. Bezirk. Von Haus Nr. 20 bis inkl. 42 und von Nr. 51/Einhaus gut. Wortmann, Gemelnve=[Ottomberg, Theod., Bäckermeister

bis inkl. 85. verordneter

1. Bezirk. Von Haus Nr. 1 bis inkl. 34a, ausschl. Nr. 3 Bockholt, Gemeindevorsteher Westermann, Gemeindeverordneter

und 3a(Dorf) und Nr. 78 bis inkl. 76(im weißen Felde)

und von Nr. 110 bis inkl. 127(Stat. Marten u. Hellweg)### a semenn Sch.

2. Bezirk. Haus Nr. 3, 3a, von Nr. 35 bis inkl. 723 und Gunther H. u, Kaufmann Schmidtmann Wilh., Landwirt

Evang. Schule

Saal des Wirts Ignatz Fiege dto

Saal des Wirts Baccalarius

Marre

Fisch=Ferrow

Wilh. Schumacher

Thomas

3.

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von Nr. 77 bis inkl. 1095 Gemeinden Bodelschwingh=Oestrich

Gemeinde Eving

Gemeinden Lindenhorst, Holthausen

Bodelschwingh Oestrich Eving

Lindenhorst­

Holthausen#... B4rAheru: Semminst...

13(Kirchderne.[Gemeinden Kirchderne=Kemminghausen Kemminghaus.

14 Holthausen=(Gemeinde Holthausen

15

Giesenberg=

Sodingen

Börnig

„„„ Borowski

Völkmann Giesb., Landw., Bodelschw. Baak=Emsinghoff, Gemeindevorstehersalte Schule zu Bodelschwingh

König, Gemeindevorsteher[Winterkamp, Landwirt[Lokal des Wirts Schulte

Nierhoff,„ Lindenhorst Kuckelke, Gemeindevorst., Holthausen]„„„ Heuner gnt. Böker,

Lindenhorst

Brüggemann,„ Kirchderne[Middeldorf,„ Remminghausen Lokal des Wirts Schulte=Kemning=

eee. haus, Lirchderne

Haacke,„ Holthausen Bensel, Büreauchef, Giesenberg=So=kathotische Schule, Holthausen

dingen

Gemeinde Börnig

Sehrbrock

Börnig Behmer, Landwirt, Börnig

16 Rauxel, Ha­binghorst

17 dio.

18 Asseln

Schulte=Ladbeck, Gemeindevorsteher, Habinghorst

„„ Börnig

Wirtschaft Klöster, Rauxel „ Hucke,

1. Bezirk. Gemeinde Rauxel, südlich des Weges Castrop, Schulte=Rauxel, Guts= u. Breunerei=Köster, Gemeindevorst., Rauxel

Rauxel, Deininghausen, sowie die Häuser von Büscher, besitzer, Rauxel Zimmermann, Harwig und Haumann

2. Bezirk. Gemeinde Rauxel, nördlich des vorbenannten Markmann, Geschäftsführer, Rauxel Weges, ausschließlich der vorbezeichneten 4 Häuser, sowie

1 Bezirk Haus Nr. 3 bis inkl. 80 und Neu. Asln[Rebbemann Wilh., Landwirr(Enser Justus, Gestwirt sneue Schule, Asseln

.: Schictr..=Hans 2e: 4 bie uu. Prein, Grubenverwalter, Husen(Lüning, Gemeindevorsteher, Courl[Schule, Courl

19 CourlLanstrop Gemeinde Courl Husen, Grevel

Dortmund, den 29. Oktober 1891.

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Der Landrat. Geheimer Regierungsrat v. Rynsch.

Rasande Aüsherrung.

In Petersburg ist nun das erwartete Aus­fuhrverbot, wie schon erwähnt, erschienen. Durch kaiserlichen Ukas ist das im August für Roggen ergangene Ausfuhrverbot auf alle Getreide­arten mit Ausnahme des Weizens, sowie auf Kartoffeln, Mehl, Malz, Grütze, Teig und gebackenes Brot ausgedehnt worden. Nachdem die russische Regierung so weit gegangen ist, braucht man nicht überrascht zu sein, wenn in kurzer Frist auch das bisher unterlassene Ver­bot der Ausfuhr von Weizen erfolgt. Denn wer A gesagt hat, muß auch B und C sagen. Ist einmal die schiefe Ebene betreten, so giebt es auf ihr kein Halten mehr. Man berechnet die finanziellen Folgen der Ausfuhrverbote für Rußland auf Hunderte von Millionen. Sie genau zu beziffern, ist unmöglich. Aber daß die Tragweite dieser wirtschaftlichen Verfügungen eine ganz außerordentliche ist, liegt auf der Hand. Unter der eingetretenen Beschränkung des Verkehrs leiden die Eisenbahnen. Wenn Rußland einen großen Teil seines Ausfuhr­handels einstellt, so muß allgemach auch ein großer Teil der Einnahmen unterbleiben, da große Völker Waren nicht auf die Dauer für Geld kaufen können, sondern nur, indem sie Waren in Zahlung geben. Unter dem Rück­gange des Handels müssen die russischen Zoll­einnahmen erheblich leiden. Die Hungersnot, welche bereits zu Hilferufen nicht nur in Ruß­land, sondern selbst in Staaten geführt hat, zu welchen Rußland sich wenig freundschaftlich stellt, legt dem Staate große Opfer auf und vermehrt seine Jahresausgaben um viele Mil­lionen. Dieselbe Hungersnot aber schwächt die Steuerkraft des Volkes und stellt daher einen großen Ausfall in den Ergebnissen der Finanzverwaltung in Aussicht. So häufen sich die Folgen der russischen Mißernte für das Staatswesen, zumal die wirtschaftliche Krisis einen steten Rückgang des Rubelkurses bewirkt, und dieser Rückgang, den auch die Finanz­künste des Ministers Wischnegradski nicht auf­zuhalten vermögen, belastet den russischen Staats­schatz mit erhöhten Ausgaben für die Verzin­sung der Geldanleihen. Verfügte das Zaren­reich, wie es vor Jahr und Tag schien, über heidenmäßig viel Geld, so wären alle diese Dinge nicht besonders hoch anzuschlagen. In­

dessen heute ist Rußland in großer Verlegen­heit; die letzte Anleihe ist sichtlich mißglückt, selbst in Frankreich will das Privatpublikum nichts mehr davon wissen. Der russische Fi­nanzminister hat den Versuch, den Rubelkurs hoch zu halten, mit Millionen bezahlen müssen, und nirgends winkt ihm die Aussicht auf Ab­nahme einer neuen großen Anleihe, für welche das Bedürfnis nicht mangelt. Unter diesen Umständen muß man der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen und finanziellen Verhält­nisse des Zarenreiches mit Spannung entgegen­sehen. Der Rubelkurs erreichte im Jahre 1890 die Höhe von 265. Jetzt notiert er wenig über 203. Das ist ein Unterschied von 62. Aber man muß sich daran erinnern, daß die russische Valuta auch schon 170 und darunter gestanden hat. Ob es demnächst wieder dazu kommen soll! Die russischen Ausfuhrverbote enthalten schwere Nachtheile für Deutschland. Sie steigern den ohnehin schon übertriebenen Preis der wich­tigsten Lebensmittel, und sie werden manchen Geschäftsmann schädigen, der bisher noch deutsche Erzeugnisse nach Rußland auszuführen ver­mochte. Aber so sehr auch die deutsche Nation von diesen Maßregeln betroffen werden mag, der größere Schade ist bei Rußland selber, und das Gleichgewicht in den russischen Finanzen ist auf Jahre hinaus nicht herzustellen, es sei denn, daß sich das Zarenreich zur beträcht­lichen Verminderung seiner Heereskosten herbei­ließe, ein Beschluß, dem es vermutlich äußer­stenfalls selbst die Verkürzung der Ansprüche der russischen Staatsgläubiger vorziehen dürfte.

Deutsches Reich.

Unser Kaiser begab sich Montag nachmit­tag nach den Militär=Scheibenständen in Sie­felsgrund bei Potsdam und ließ sich dort ein von dem Potsdamer Kunstschlosser Diedrich neu konstruiertes Langengewehr vorführen. Auf der Rückkehr fuhr der Monarch noch beim Marinemaler Salzmann zu kurzem Be­such in Neubabelsberg vor. Abends wohnten der Kaiser und die Kaiserin der Vorstellung im Berliner königlichen Schauspielhause bei. Dienstag morgen hatte der Kaiser eine Unter­redung mit dem Reichskanzler von Caprivi. Gegen Mittag begaben sich die kaiserlichen Majestäten nach dem Jagdschlosse im Grune­wald bei Berlin, um der St. Hubertus=Par­

soretgd beizwohnen. Als dieselbe ihr Ende

erreicht hatte, erfolgte die Rückkehr nach Potsbam.

Zwei deutsche Fürsten begehen im kommen­den Jahre ihr goldenes Ehejubiläum. Es sind dies der Herzog Ernst von Sachsen=Ko­burg=Gotha, vermählt seit dem 3. Mai 1842 mit der Prinzessin Alexandrine von Baden, einer Schwester des jetzt regierenden Groß­herzogs von Baden, und der Großherzog Karl Alexander von Sachsen=Weimar=Eisenach, ver­mählt seit 8. Oktober 1842 mit Sophie, Toch­ter Wilhelms II. der Niederlaude. Beide Regenten sind in ihren angestammten thürin­gischen Landen gleich beliebt und wird es deshalb an Ovationen für die fürstlichen Ju­belpaare nicht fehlen.

Eine Sitzung des preußischen Staats­ministeriums hat am letzten Montag in Berlin stattgefunden. Man hat sich in der Sitzung, wie es heißt, mit den Maßnahmen beschäftigt, welche infolge des kaiserlichen Erlasses gegen das Nachtleben in den großen Städten er­griffen werden sollen.

Ein Gesetzentwurf betr. die Gesellschaften mit beschränkter Haftpflicht soll dem Reichstage bekanntlich in der kommenden Session zugehen. Wie verlautet, ist es in Aussicht genommen, darin sowohl einen Mindestbetrag des Stamm­kapitals für die Gesellschaft, wie auch für die Stammeinlage jedes Gesellschafters festzusetzen. Der erstere soll auf 20000 Mark, der letztere auf 500 Mark festgestellt werden.

Italien.

Im großen Saale des Kapitols in Rom hat am Dienstag nachmittag die Eröffnung der interparlamentarischen Friedenskonferenz stattgefunden. Mag ein Teil der anwesenden Herren die Sache ernst nehmen und mit den besten Absichten gekommen sein, Zweck hat jedenfalls die ganze Geschichte nicht. Der Bürgermeister Herzog von Sermoneta hielt eine Begrüßungsansprache, worin er die Volks­vertreter willkommen hieß, und alsdann er­öffnete der Abg. Biarchieri, Präsident der italienischen Deputiertenkammer, den Kongreß mit einer sehr versöhnlichen Rede. Abends war Festvorstellung im Costanzi=Theater. Den anwesenden deutschen Abgeordneten wurde mit großer Aufmerksamkeit begegnet.

Amerika.

Aus Chile wird berichtet, daß sich die Erregung wegen des Streitfalles mit den Vereinigten Staaten von Nord=Amerika schon zu legen beginnt. Dann darf man auch wohl darauf schließen, daß der Konflikt in ruhiger Form beigelegt wird, zumal die Unions=Re­gierung in Washington ein tüchtiges Stück Geduld zeigt.

Westfalen und Rheinland.

Schwerte, 3. Nov. Mit Rücksicht auf den eingetretenen, wenngleich vorläufig noch leichten Frost, wird man gut thun, die Keller­fenster dicht zu schließen, um die für hohe Preise erworbenen Kartoffeln vor Erfrieren zu schützen. Wer seinen Vorrat noch nicht gekauft hat, wird gut thun, sich vor dem Ein­kaufe über das Freisein der Kartoffeln vor Frost zu vergewissern bezw. beim Kaufe sich in dieser Beziehung zu sichern. Wer die „Süßigkeit" der erfrorenen Kartoffeln im Vorjahre gekostet hat— und wer hätte das nicht— wird schon Vorsicht obwalten lassen.

Schwerte, 3. Nov. Im Winter sollen auf verschiedenen Staatsbahnstrecken neue Ver­suche mit der Dampfheizung gemacht werden. Daß diese Art der Heizung vor allen andern den Vorzug der Gefahrlosigkeit hat, ist allge­mein anerkannt. Ein Nachteil besteht jedoch darin, daß die Abgabe des Dampfes von dem Lokomotivführer abhängt, der bei den bestehen­den Kohlenprämien ein Interesse daran hat, möglichst Heizmaterial zu sparen. Ferner sind die Heizschläuche nicht genügend, um einen Druck starken Dampfes, wie er zur Durchheizung einer längeren Wagenreihe er­forderlich ist, fortzuleiten. Die neuen Ver­suche sollen deshalb darauf gerichtet sein, die Abgabe des nötigen Heizdampfes von der Maschine aus möglichst unabhängig von dem Lokomotivführer zu machen und zur Dampf­leitung Metallröhren zu verwenden.

Schwerte, 2. Nov. Der landwirtschaft­liche Provinzial=Verein für Westfalen und Lippe erklärte in der Ausschuß=Sitzung am 30. Oktober d. J. auf Antrag des Vorsitzen­den, unter Bestätigung seines Beschlusses vom 17. April d. I.: Die Aufrechterhaltung der landwirtschaftlichen Zölle ist dringend not­

wendig, weil eine Herabsetzung derselben zum