Ausgabe 
12 (1934) 12. Dezember 1934
Seite
1177
 
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anders dergelycken als vurg. steet gevordert of gededingt werden in der vurg. unser veste ind ampten, dan in bywesen ind wetenheyt des vurg. unses lantschrivers, want hie ons den broeckaftigen mit naemen ind wat broecke hie gedain hevet ind wat dairvan gegeven were, ind oick wes uns van unechten lugen vellig wurde, als vurg., averbeschreven sall geven, ind oick en sullen nu voirt meir geen uytflege van gelde of anders geschien in der vurg. unser veste ind ampten, dan in synen bywesen ind wetenheyt, ind in bevergevynge ind verdeylinge synre hantschrift, up dat unse arme undersaten in den burg. unser veste ind ampten, dairdurch mit geyme ongeboirlichen gelde off aversat en werden, ind dieselve unse lantschri­ver sall uns dairvan jairlix een teykeninge an unser Schriefkaemer avergeven ind tot desen dienst truwelicken tot unser behuef to bewae­rende, hebn wy den jairlix uyt unsen renten van Altenae, syne pert mede to fuederen, ver­schreven ind verschriven avermitz desen onsen brief to boeren X malder haveren Ludenscheyder maiten, die den unse rentmeister in der tyt tot Altenae van unser wegen, dwile hie unse lant­schriver were, jairlix uytrichten sall, dat wy oen avermitz demselven unsen brief bevelen to doen, sondern vorder bevele dairaf van uns to wachten, ind dairtoe sal die vurg. Johan uytten vervalle der onechten luyden vurg. an sich boeren ind behalden, dair hie sich al jaer van unser diensten in der tyt van cleden sall, ses ynckel rinsche gulden, die hie uns in der averleveringe der vurg. punten jairlix rekenen ind voirt mitten dienst gehalden werden fall, als men dat mit Claes Lantschriver to wesen plege gehalden hevet, ind totten vurg lant­schriverampt hevet he ons huldige ind eyde van truwen gedai ast geboirt.

(Am gleichen Tage erging ein entsprechendes Plakat an die Untertanen.)

Märk. Reg.=Bücher, Bd. VII, Bl. 54.

Pflege der Vorgeschichte in Westfalen.

Unter dem Leitspruch„Deutsche Vorgeschichte ins deutsche Volk“ hat sich vor wenigen Wochen in Münster eine„Arbeitsgemeinschaft für Vor­geschichte in Westfalen, Lippe und Niederrhein“ gebildet, deren Leitung in Händen des bekannten Vorgeschichtlers Univ.=Prof. Dr. Julius Andree= Münster liegt. Im Sinne eines Erlasses des preußischen Kultusministers Dr. Rust, der ins­besondere die Aufmerksamkeit der Schulen auf die Vorgeschichtspflege gelenkt hat, will die junge Vereinigung alles tun, um die deutsche Vorgeschichte im Volke populär zu machen. Das soll vor allem erreicht werden durch Ver­anstaltung von Vorträgen, Einführungs= und Fortbildungskursen— besonders für Lehrer aller Schularten— und ferner durch Führungen und Ausflüge zu vorgeschichtlich bedeutsamen

Stätten. Eine eigene Zeitschrift„Aus der Vorzeit", deren erstes Heft bereits vorliegt, wendet sich mit besonderem Nachdruck an die Mitarbeit der Laiensorscher, deren mühsamen Grabungen die Fachwissenschaft in der Tat oft ihr wertollstes Material zu verdanken hat.

Die„Arbeitsgemeinschaft“ machte gleich nach ihrer Begründung einen Ausflug in den Arns­berger Wald. Unter Führung des Altertums­sorschers Köhler wurde das Römerlager bei Kneblinghausen besichtigt, dessen Wälle, Lager­eingänge und Torsperten auch heute noch in vollem Umfange zu erkennen sind. Im wei­teren Verlauf der Exkursion interessierten noch besonders die Grabhuget im Rüthener Stadt­wald, deren Entdeckung durch Konrektor E. Henneböle(Rüthen) vor einiger Zeit großes Aufsehen erregte. Durch eigene Anschauung konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, daß die umstrittenen Hügel tatsächlich zu Be­erdigungszwecken gedient haben. Das Haupt­ziel der Wanderung bildete die Kulturhöhle im „Hohlen Stein" bei Kallenhardt an der Lur­meke. Prof. Andree übernahm die Führung durch die Höhle und erläuterte die unter seiner Leitung gemachten Ausgrabungen. Die Funde selbst sino geradezu als sensationell zu bezeich­

neu, boten sie sich doch in einer

dar, die den„Hohlen Stein" zu einer der wichtigsten Fundstätten in Westdeutschland macht. Es handelt sich dabei um eine natür­liche Höhle, die— nach den Funden zu ur­teilen— vom Anfang der mittleren Steinzeit ab bis in das Mittelalter hinein von Menschen bewohnt gewesen sein muß. Es fanden sich in ihr der Steinzeit angehörende Geräte aus Knochen, Steinen und Holz(knocherne Lanzen­spitzen, Feuersteine, Pfrieme),

Feuerstelle. Ferner konnten zahlreiche Zeugen aus der Bronzezeit und aus der La=Tene=Zeit an das Tageslicht befördert werden, z. B. Reste von Töpferwaren, Schalen, Urnen, Schmucksachen(bronzene Fibeln), Knochenwerk­zeuge(Knochennadeln). Die Knochenreste von Reuntieren, Wildpferzag, Füchen, lenbär und Ur, die sich ebenjalls in g.# Zahl fanden, sind als Ueberbleibsel der Mayl zeiten jener Höhlenbewohner anzusehen.

Der erste Ausug der„Arb=Begeneinschet

für Vorgeschichte“ war in jeder

verheißungsvoller Auftakt für die weitere Arbe

der Vereinigung, der im Interesse einer mög­lichst tickenlosen Ersorschung Husgaugspunke Vorgeschichte als notwendiger Ausgung=rul für alle volkskundlichen Belehrungen ganzem Herzen ein voller Erfolg zu wunschen

Heimatblatt für den südlichen Teit der Gratschaft Jaln

Wionn 4 Patl. Kotthaste Al. Hentornhe Nr. 8st., Porcite saltetchen besiotr Schtag eacht ichsohgerk.

12. Jahrgang

Die Ruhr=Sieg=Eisenbahn,

oder die Vermählung des Siegener Eisensteins mit der Ruhrkohle.

21. April 1860.

wäre.

Heinz Köster=Münster.

Der Grund erzittert! Der Fels zerspringt Und die Berge wanken und beben!

Aus dem innersten Kern der Erde dringt Ein wunderbar tätiges Leben!

Der Geist, der tief unten mächtig schafft,

Will hoch oben die Fackel entzünden,

Er will seine segnende Götterkraft Dem grübelnden Forscher verkünden.

Und der Gnom, der gewaltige Herrscher spricht: Nun will ich erstrahlen und glänzen!

Der durch das Gestein die Ader bricht,

Der mag sich die Stirne bekränzen!

Mein unterirdisches Eisenreich Hält keine Grenze umwunden,

Mein Wille ist fest, doch mein Herz ist weich, Seitdem ich Liebe gefunden.

Ich trete hinaus in die eiserne Zeit,

Wenn Trompeten und Hörner erschallen,

Wenn der klirrende Degen kampfbereit,

Wenn die Bomben fliegen und knallen!

Dann bin ich ein Gott! dann legt das Geschick Mir das Los der Völker in Händen,

Dann betrachtet der Held mit sterbendem Blick Noch das Schwert in geschlossenen Händen!

Nicht der Kampf und nicht der Friede allein Frohlocken mir donnerndes:„Vive“... Mein Ruhm verkündet mit lichterem Schein Die brausende Lokomotive!

Ihr gellender Pfiff ist ein jauchzendes„Hoch“! Das die ernste Mechanik mir spendet;

Den Kranz meines Ruhmes hat jedoch

Nur die Liebe herrlich vollendet!

Hagen.

Die Liebe, die rasch zur Begeisterung führt,

Die den Marmor erwecket zum Leben,

Die hat mein ehernes Herz gerührt,

Der Holdseligen bin ich evgeben!

O mein Lieb ist süß! O mein Lieb ist hold! Es brennen die lodernden Wangen,

Von dem edlen Haupte herniederrollt Ihre Locke in ringelnden Schlangen.

Ihr dunkles Auge ist die Nacht,

Die Nacht unermeßlicher Wonnen, Es zieht mich ihr Blick mit Zaubermacht In den Kreis von strahlenden Sonnen,

Ihr Gang, der majestätische, schwebt

Wie ein Fuß auf beflügelten Sohlen;

Von ihr wird das starrende Erz belebt, Denn mein Lieb ist die Fürstin der Kohlen.

Und den Hals, den schönen, ziert die Schnur Von Perlen und Glut=Diamanten,

Die grüne Schleife, sie schmückt die Ruhr,

Es schimmern die Spitzen und Kanten;;

Bald eil' ich auf der metall'nen Bahn Aus meinen Schachten von Siegen,

Dann will ich in seligem Liebeswahn An dem wogenden Busen ihr liegen.

Süß will ich lispeln mit weichem Klang!

Ich will sie verführen, verlocken!

Denn es ist meine Stimme nun Liedersang Und klingt wie tönende Glocken!

Wenn mein Brautzug nahet in künftiger Zeit. Den Train mit Kränzen behangen, Dann wird die Ruhr, meine blühende Maid, Von der Lenne und Sieg mit empfangen.

Ed. Schulte.