Ausgabe 
9 (1931) 21 u. 22. Ende November 1931
Seite
610
 
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Henr. Marlinghaus(40 J.): Bet. Casp. Bedder(28 S.):

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Lehrjunge:

I: Pet. Casp. Lroder Wilh. vom Schem.

12. Kattenhager O.=H.: hat 1 Feuer. Reidemeister: Erben Brüninghaus zu Borbet.

Erforderlich: 2 Schmiede, 1 Hammerzöger, 1 1 Lehrjunge. Vorhanden: Schmiede: Joh. Pet. Hüttemann(37 I.), Joh. Melch. Kreikebom (45 J.): Hammerzöger: Peter Jacob Jung (ohnbeendet); Lehrjunge: Joh. Died. Suer(28 J.).

13. Brüninghauser O.=H: hat 1 Feuer. Reidemeister: Peter Brüninghaus, Joh. Died. Brüninghaus, Joh. Died. Brüninghaus zu Wenninghausen. Erforderlich: 2 Schmiede, 1

Dcmnesäöger, 1 Lehrsunge. Vorhanden:

schmeer: Stephan Bauckhage(38 J.), Pet. Herm. Neuhaus(28 9.); Hammerzöger: Christi­an Schubbäus(26 J., ohnbeeydet). Es fehlt: 1 Lehrjunge.

14. Leiveringhauser O.=H.: hat 1 Feuer.

Reidemeister: Joh. Pet. Geck im Sonderfeld. Ersorderlich: 2 Schmiede, 1 Hammerzöger, 1 Lehrjunge. Vorhanden: Schmied: Joh. Diedr. Lüttringhaus(63 J.); Hammerzöger: Henr. Wilh. Neuhaus(ist noch ohnbeeydet): Lehr­junge: Pet. Wilh. Lüttringhaus(24 J.). Es fehlt: 1 Schmied.

15. Bremicker O.=H.: hat 1 Feuer. Reide­meister: Peter Brüninghaus, Joh. Died. Brü­ninghaus. Erforderlich: 2 Schmiede, 1 Hammer= zöger, 1 Lehrjunge. Vorhanden: Schmiede: Joh. Tigges Cölsche(53 J.), Died. Wilh. Lüttringhaus(33 J.); Hammerzöger: Joh. Tigges Cölsche(ohnbeeydet): Lehrjunge: Carl Schnepper(ohnbeeydet).

Fortictzumg folgt.

(Dut de Kunmause.)

Bestrafter Kindesmord. Caspar Lappe, Droste zu Altena und Iserlohn, berichtete unterm 5. Mai 1569 an seinen Landesherrn, den Herzog Wilyelm von Cleve:„Es hat sich leider zuge­dragen, daß eine beschwängerte Persone durch den Düwel sich soweit verführen lassen(im Ampt Isernloen) und hat ihr eigen Kindt, so balde sie heimlich ohn jemantz Wissen das zu der Welt gebracht, gethödet und im Berge mit Loff(Laub) und Steinen bescharret, und als das Kind ge­funden und sie darmit bezichtiget, so ist sie ver­wichen(geflohen) aber balde selbst wedder ge­kommen, ihre Kleyder bey dem Manne, darbey sie allhier im Ampt Isernloen gewohnet hatte, zu holen. Und dieweil an allen Ortern bestalt war, daß sie angehalten werden soll, so hat sie ihr alter Brotherr in eine Kammer verschlossen, als sie die Kleider zusammen packen wollen. Daher hab ich sie holen und zu Isernloen in

Hafftung inziehen lassen. Sie bekennet, den Mord begangen zu haben, thuet aber den Vater des Kindes und jedermänniglichen solches Mords, als daß davon keimantz(niemand) Wissen ge­dragen oder Rat oder Tat gegeben, entschuldigen.“ Schließlich bittet der Droste um Mitteilung, was mit der Kindesmörderin zu geschehen habe.

Erschütternd ist das Urteil, das von einem klevischen Rate auf den Rand der Eingabe nieder­geschrieben und dann in Iserlohn zweifellos auc vollstreckt worden ist:„Dese Person were my: eynem guden Bichtvader tho versorgen, umo ihre Oevertredung recht tho vekennen und ihre verdiente straff mit Geduld und leitwesen tho ontfangen: op gefallen unsers g. hern(des Her­zogs) levendig in ein Kuyl(Kuhle, Loch) gelacht, geworget, durch dat lyff gepaelet, mit Erden be­decket und also fort begraven(tho werden). Ein korten Post(kurzer Pfahl) daroy gestalt und in eyn yser Klammer ein Klüppel daran gehangen (werden).“

Einquartierung in Hagen 1813/14. Wir lesen darüber in der Hagener Zeitschrift„Hermann“ (1814, Nr. 47) in einem am 25. Juni 1814 ge­schriebenen Bericht: Unser Bezirk(Mairie), der kaum 4300 Seelen zählt, hat seit dem 15. November v. Is. bis zum vorgestrigen Tage zu verpflegen gehabt 58 Generale, 2408 Offiziere und 130 876 Gemeine und Bediente; soviel sind nämlich in die Listen eingetragen. Wie manche der einzeln Ziehenden sind dabei nicht einmal in Anschlag gebracht. Verteilt man aber jene Zahl auf unsere Feuerstellen, so hat jede der­selben 292 Mann beköstigt und durchgehends noch mit Lebensmitteln auf den Weg versorgt. Dazu müssen nun noch die vielen Tausende von französischen Kranken in Betracht gezo­gen werden, welche wir im vorigen Sommer unterzubringen und zu verpflegen hatten, die retirierenden französisch=westfälischen Truppen und die ersten leichten, aber zahlreichen Korps der Verbündeten, welche dem 15. November vorausgingen. Daß eine derartige Einquartie­rungslast für die Bürger kaum erträglich war, ist begreiflich, und so fährt denn der Bericht fort: Wahrlich eine furchtbare Masse von Ver­zehrenden! Auch empfinden wir es alle, viele Familien wissen keinen Rat mehr. Dem Bäk­ker vergeht die Lust zum Backen, dem Schlach­ter zum Schlachten. Ist es ihnen auch zu ver­argen, wenn sie das nicht gern auf unsicheren Borg hingeben wollen, was sie mit schwerer Barschaft haben bezahlen müssen? Die Etap­penstraße erregt uns deshalb Besorgnisse; aber wir vertrauen der Weisheit unseres(preußi­schen) Gouvernements. Jetzt haben wir unsere alten Landsleute, die wackeren Preußen, in unserer Mitte. Freundlich bieten wir unsere Kräfte auf, um diese großen Kämpfer für deut­e Freiheit gut zu bewirten. Könnte unsere Bürgerschaft nur das leisten, was sie so herz­lich gern leisten möchte!

BEGUFTSLTTEL

Heimatblatt für den südlichen Teil der Gratschaft Mark

Schriftleitung: Ferdinand Schmidt, Burg Altena i. Wests. Erscheinungsweise: Halbmonatl. als Beilage zum Alienaer

Fernsprecher Nr. 2476.— Druck und Verlag: P. A. Santz, Kreisblatt zugleich Neuenrader Zeitung. Sonderbezug kann Altena i. Wests., Kirchstraße 26, Fernsprecher Nr. 2247. durch die Post erfolgen.(Preis für! Jahrg. geh. 3 Goldmark

Nummer 21 u. 22 Altena, Ende November 1931 9. Jahrgang

Heimat

(Vorgetragen auf dem Heimatabend des „Heimatvereins“ Iserlohn.)

Ich schritt durch meiner Heimat Flur,

Sah sie in tiefstem Frieden liegen Und Baum und Strach im Frührotschein Sich reich in lauter Blüten wiegen.

Und eine Lerche sang ihr Lied So selig in den jungen Morgen...

Ich sah ihr nach— bald sang ich mit. Verschwunden waren Leid und Sorgen.

Wie konnte das auch anders sein— Macht mich das kleine Lied so fröhlich? Die Heimat ist's— der Heimat Glück Macht mich so sommersonnenselig.

Ilorentine Goswin=Benfer.

Volksliedpflege

Wesen und Bedeutung der„offenen Singstunde".

Von Paul Spieß, stud. paed.

Die Schriftleitung gibt in nachstehenden Aus­führungen dem Leiter des Altenaer Singe­kreises gern Gelegenheit, die Gedanken und Ziee, welche ihm bei seiner Arbeit innerhalb dieses Kreises vorschweben, der Oeffentlichkeit darzulegen. Erst wenn man sich diese zu eigen gemacht hat, wird man sich üver die am 24. v. Mis. veranstattete offene Singstunde ein rich­tiges Urteil bilden können, dann aber auch uneingeschränkt die Verdienstlichkeit dieser Ar­beit an dem Volke und seinem Liede aner­kennen müssen. Sch.

Kürzlich wurde von einem bekannten deutschen Verlage ein Rundschreiven an fü., rende Wissen­schaftier der Gegenwart, Germanisten, Literaten und Musiker, gerichtet mit der Autforderung,

einmal Stellung zu nehmen zu der Frage: Was ist letzten Endes der Grund dafür, daß wir heute ein Volkslied, das im tiefsten Boden deutschen Volkstums und deutschen Wesens wurzelt, nicht mehr besitzen? Diese Umfrage stellt uns eigent­lich die Trostlosigkeit, Leere und Zerrissenheit unseres Volkes in geistiger und kultureller Be­ziehung mit einem Schlage vor Augen.

Es ist müßig und nicht Aufgabe dieser Zeilen, den letzten Gründen, warum heute kein Volks­lied entsteht und lebt, nachzugehen. Die Lösung würde zu tiefst in sozial=politischen Veränderungen zu suchen sein. Es soll hier vielmehr versucht werden, ausgehend von der obigen Tatsache unter Bezugnahme auf die„Offene Singstunde" des Altenaer Singekreises am 24. Oktober d. Is. einen ganz praktischen Weg zu zeigen zur Er­weckung eines freudigen Singens, das ja die wichtigste und unbedingte Voraussetzung für eine Volksliedbelebung und=erneuerung ist. Dieser Weg führt über die Form und Bedeu­tung der„Offenen Singstunde".

Sieht man sich heute einmal um, wie es um ein unbekümmertes und freudiges Singen im Volke steht, so kann man die bedauerliche, aber nicht zu verleugnende Beobachtung machen, daß meistens nur noch die Kirche, der Gottesdienst, die Stätte ist, wo man noch in etwa mit Ein­schränkung von einem einfachen gemeinsamen, ernsten Singen, einem Singen zur Erbauung sprechen kann. Ein zwangloses, schlichtes, häus­liches Musizieren, ein Singen im Bekannten­kreise, wie wir es von früheren Zeiten her kennen, wie es im 16. und 17. Jahrhundert besonders stark ausgeprägt war, und wie es auch noch vor einigen Jahrzeynten gepflegt wurde, gibt es heute leider nicht mehr, oder nur in ganz beschränktem Maße. Fragt man hier nach einer Erklärung, so ist die m. E. letztlich darin zu suchen, daß wir Menschen von heute zu bequem und anspruchsvoll geworden sind. Wenn man heute Lust verspürt, sich der dem Liede isgandunte binzuachen oder