der Arbeit nach: Es wäscht und kocht für die Puppen, klopft ihre Bettchen und reinigt ihre Kleidchen. Seinen Körper bilder das Mädchen instinktiv zur Mutterschaft vor. Durch Hüpfen, Tanzen, Seilspringen kräftigt es Hüften und Becken, verleiht ihnen die naturnotwendige Gestaltung und ihren Gelenkbändern Zähigkeit und Geschmeidigkeit.
Anders der Knabe.„Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben!“ Die Natur bereitet ihn durch Uebung im Spiel darauf vor. In ungestümem Tatendrang bekämpfen die Knaben einander als„Räuber und Gendarm“, oder streiten um die Siegespalme im Turnen, Spiel und Sport. Dabei werden alle Muskeln geübt und gekräftigt: durch Laufen und Springen die Beinmuskeln, durch Werfen und Schlagen die Armmuskeln, durch Ringen und Balgen die gesamte Körpermuskulatur sowie Lungen und Herz. Wie das Mädchen auf der Mutter Arbeiten durch Nachahmung sich vorbereitet, so der Knabe auf die des Vaters. Bald spielt er Kutscher und Pferd, bald Lehrer und Schüler, bald Kaufmann in seinem Laden, bald Baumeister mit seinen Bausteinen. So übt und stählt er im Spiele seine Fähigkeiten für die Lebensarbeit als Mann. Und beide, Knaben und Mädchen, sind stets ganz bei der Sache; sie treiben ihr Spiel mit Ernst und Hingebung, wie nur ein Mann seine wichtigsten Berufsgeschäfte besorgt.
Spielen ist eine Lebensnotwendigkeit für das Kind. Daher müssen die Eltern ihre Kinder von klein auf spielen lassen und später sie nicht davon abhalten mit den Worten: dazu bist du schon zu groß. Auch muß man ihnen nie vorschreiben, was und womit sie spielen sollen; denn nur Selbstgewähltes erfreut wirklich und bringt wahrhaften Nutzen. Aber beobachten möge man sie öfters ganz unmerklich. Ein altes Sprichwort sagt:„Am Spiel man erkennet, was in einem stecket.“ Denn beim Spielen gelangt der kindliche Tätigkeitstrieb in bestimmten Grenzen und festgelegter Richtung zu einem wohltuenden Ausdruck. Monche Kinder bevorzugen häusliche Spiele im ruhigen Zimmer, bei welchen geistige Ueberleg ing oder der Hände Geschicklichkeit zur Anwendung kommt; manche wieder wollen fortwährend körperlich tätig sein, sich ausarbeiten und herumwirtschaften. Die Befriedigung dieser so recht verschiedenen Liebhaberei ist für die Weihnachtsfreude unserer Kinder von besonderer Bedeutung. Daher mögen gerade jetzt die Eltern ihr Augenmerk darauf richten und stets bedenken: Es liegt ein tiefer Sinn im Spiel unserer Kinder! Dr. M.
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Neueste von der Mode.
Letzte Mode-Neuheiten vor Weihnachten.
Wie immer hat sich auch dieses Jahr die Mode allerlei reizvolle Ergänzungsstücke der Frauenkleidung als besondere Weihnachtsüberraschung aufgespart. Obenan stehen unter diesen Modekleinigkeiten außerordentlich zahlreiche, neue Halsumrahmungen und Garnituren. Zu gebogten und originell gezackten Schal= und Klappkragen, ausgeschnitten und geschlossen zu tragen, mit und ohne Bäffchen, gesellt sich eine ganze Reihe anderer mit farbigen Vorstößen, Ueberkragen, Blenden und Knopfbesätzen. Jabots, verschiedenartig sein plissiert, gereiht oder schleifenartig angeordnet, wechseln mit blatt= oder blütenartig gestalteten Garniturteilen, die vom Kragen abwärts, als einzige Garnitur des Kleides sehr effektvoll sind. Kurze, spitzenumrandete Kragen werden wieder vielsach durch ziemlich hohe und weite Aermelaufschläge ergänzt, die namentlich auf den so beliebten Samtkleidern ausgezeichnet wirken.
Weiter sind ganz entzückende Handtaschen und Täschchen aus Leder, Marocain, gold= und silberdurchwirktem Brokat, perlen= und straßbestickter Seide erschienen, die höchste Qualitätsarbeit und Geschmack in der Farbenwahl verraten. Selbst Malerei und Batikarbeit, Metallauflage und Samt applikation spielt vor allem an eleganten Abendtaschen wieder eine wichtige Rolle, die bei den selbstgefertigten Taschen in Beutelform, am breiten Silber= oder Hornbügel, zur Betätigung eigener Handfertigkeit beste Gelegenheit bieten. Dann sind ferner die neuesten Handschuhe zu nennen, die je nach der Gelegenheit, zu der sie getragen werden, mehr oder weniger reich an den langen Manschetten ausgestattet sind. Auch an
ihnen sind Bogen, Jacken, farbige Blenden, übergeknöpfte Besätze und am Straßenhandschuh selbst Pelzumrandungen in mannigfachster Art zu finden. Schließlich sei noch der neuesten Ansteckblumen gedacht, unter denen die Rose in allen Farben und Größen in des Wortes wahrster Bedeutung„Königin" ist, also vorherrscht und am Abendkleid wieder mitten auf der Brust, am mehr oder weniger spitzenauslaufenden Halsausschnitt getragen wird. Eva Maria.
Farben und Formen der neuesten Straßen- und Abendschuhe. Ganz überraschend ist der so gern getragene farbige Schuh aus dem Straßenbilde verschwunden und hat dem dunkelgrauen,=braunen und schwarzen Schuh Platz gemacht. Auch der Spangenschuh tritt vereinzelter auf als noch im Herbst. Ihm gesellte sich neuerdings ein elegant geschnittener Halbschuh, mit einer dichten Reihe von Schnürlöchern oder mit einer als Schmuck dienenden Lacklasche, die über die beiden, nur mit zwei Löchern zusammengeschnürten, zungenartigen Garniturteile über dem Vorderblatt emporragt. Der aparte Schnürteil dieses neuesten Modells ist vielfach aus stumpfem Wildjeder gefertigt, während der Schuh mit Lasche und Ringbesatz aus hochglänzendem Lackleder besteht. Schmale Lederblenden, oft recht originell das Schuhblatt schmückend oder netzartig vom Anfang der Schnürlöcher nach den Seiten zu ausgebreitet, sind beredte Zeugen für die beste Qualitätsarbeit am Straßenschuh, der fast nur noch mit halbhohen, bequemen Absätzen ausgestaffelt ist. Natürlich spielt auch Perforierung daran eine große Rolle, zumal da sie sich immer wieder der Gunst der Frauenwelt erfreut.
Anders der Abendschuh. Bei ihm machen sehr originell gestaltete Spangenschuhe und neuartige Sandaletten, dem ausgesprochenen Pumps starke Konkurrenz. Schwarzer Crepe=de=Chine herrscht vor. Doch sind auch viele Modelle in feinem Samt, Glace= und Wildleder zu finden. In sehr reizvoller Weise schmücken Metall= und Straßmotive den vorderen Rand namentlich am Pumps und decken oft, bis zur Sohle hinabgehend, die stark geschwungene Naht des Schuhblattes. Auch kleine und große Jett=, Straß= und farbige Steinagraffen sind wieder am modernen Abendschuh zu finden, der neuerdings mit ziemlich stumpfer Spitze und sehr hohem, geschweiften Absatz getragen wird. Nur der Silber= und Goldschuh zeigt fast keine Veränderung der schon bekannten Form und bleibt nach wie vor bei der Frauenwelt beliebt. E. M.
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Praktische
Wie ist das Aller der„Weihnachts-Gaus“ zu erkennen? Na
mentlich junge, unerfahrene Hausfrauen merken meist zu spät, daß sie beim Kauf der Weihnachtsgans eine solche älteren Semesters erstanden haben, die dem menschlichen Gebiß den größten Widerstand entgegensetzt.
Um nun vor Enttäuschungen bewahrt zu bleiben, seien hier Erkennungs=Merkmale für die Jugend oder das Alter einer Gans verraten. Bei einer jungen Gans läßt sich die obere Schnabelhälfte sehr leicht nach oben brechen. Ferner muß der Rücken bei einer jungen Gans„rund“ sein, bei einer alten Gans treten die Knochen auf dem Rücken sehr stark hervor. Ferner zeigt diese einen großen Kopf mit sehr langem und starkem Schnabel sowie stark knochige Beine und grobe, graue Haut.
Topfkuchen. Zutaten: 250 Gramm Butter, 200 Gramm Zucker, —6 Eier, 500 Gramm Weizenmehl, ein Päckchen Backpulver, 100 Gramm Korinthen, 100 Gramm Rosinen, 50 Gramm Sukkade(Zitronat), das Abgeriebene einer Zitrone, ein Achtel= bis ein Viertelliter Milch.— Zubereitung: Die Butter rührt man schaumig, gibt Zucker, Eigelb, Mehl, dieses mit dem Backpulver gemischt, Milch hinzu und zuletzt die Korinthen und Rosinen, die Sukkade, das Zitronengelb und den Eierschnee. Man füllt die Masse in die gefettete und mit Mandeln ausgestreute Form und bäckt den Kuchen in rund anderthalb Stunden fertig. 56266 42
Bunke Salatplatte für die Festiafel. Rot= und Weißkohl schneide man sehr fein und salze sie gesondert leicht ein. Rosenkohl, Sellerie und rote Rüben koche man weich, schneide die beiden letzteren in Scheiben und mariniere sie in leichtem Essigwasser. Vor dem Anrichten auf großer Schüssel, die man durch aufrechtstehende Selleriescheiben in vier Felder teilt, mische man jede Salatart mit Oel, Essig, einer Prise Zucker, geriebener Zwiebel und wenig Pfeffer, häufe Rot=, dann Weißkohl, rote Rüben usw. in die Felder und setze in die Mitte ein halbiertes hartes Ei mit Petersiliensträußchen.
Um den Tannenbaum recht lange frisch zu erhalten. Selbst im regelmäßig geheizten Zimmer kann man den Weihnachtsbaum bis über Neujahr hinaus ohne Nadelabwurf frisch erhalten, wenn man ihn einige Tage vor seiner Aufstellung in einen Eimer Wasser stellt, so daß er sich noch einmal gründlich vollsaugen kann.
Wn Sute As Ween Mouet
Beilage zu den Zeitungen des E. Holterdorf'schen Verlages und der Beckumer 50 Freitag, den 19. Dezember 1930
Manchmal träume ich.
Manchmal träum' ich, daß es nun Wohl kommen mag, das Glück, das süße,
Und daß alle Wünsche ruh'n.
Wenn ich deine Augen grüße.
Daß mein Herz, so friedensarm,
Aufjubele in frohseliger Lust,
Wenn mich umfaßt dein treuer Arm Und ich ruh an deiner Brust——
Manchmal träum' ich...
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Ein Dichterwork.
Der Seele Kraft fürs Leben zu verleihen, laß doch des Kindes Jugend fröhlich sein! Es brauchen— gleich den Blumen— zum Gedeihen die zarlen Menschenblüten Sonnenschein.(Augus Posch.)
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Der größte deutsche Weihnachtskuchen in England.
Von Robert Felgens.
Da der deutsche Weihnachtskuchen, der„Selbstgebackene", dem Engländer auch heute noch als Ideal vorschwebt, kam ein Bäcker in Richmond, in der Nähe von London auf den Gedanken, einen ungeheuer großen Weihnachtskuchen nach altbewährten deutschen Rezepten zu backen und ihn seinen Landsleuten zum Kauf anzubieten. Damit sein Unternehmen auch rentiere, hielt er sich nicht bei Kleinigkeiten auf, sondern faßte den Vorsatz, aus seinem Geschäft eine Sensation zu machen. Um also den großen Kuchen nach deutschem Rezept herzustellen, bediente er sich folgender Zutaten: 2600 Eier und 225 Pfund Butter ließen schon darauf schließen, daß der Kuchen ein ungewöhnliches Ausmaß haben würde. 750 Pfund Korinthen, 160 Pfund Zitronat, 1000 Pfund Mandeln und 230 Pfund Zuckerguß erforderten allerhand Vorarbeiten. So waren damit acht Bäckergesellen pro Tag zehn Stunden beschäftigt, und sie hatten eine ganze Woche lang zu tun. Hilfskräfte, Lehrlinge schleppten die Vorräte herbei und die Reste wieder fort. Als der Kuchen ausgebacken war, hatte er das stattliche Gewicht von 3500 Pfund. Er wurde unter Aufbietung von Menschen= und Maschinenkräften in den Garten des Bäckermeisters gebracht, zum Erkalten gelegt und alsdann pfundweise verkauft. Die Begeisterung für diesen Kuchen soll ungeheuer sein, so daß nicht nur aus Richmond, sondern auch aus London und noch aus anderen Teilen Englands die Menschen herbeiströmen, um zu kaufen und zu bewundern. Das Aufschneiden, Abwiegen und Verpacken der einzelnen Kuchenstücke beschäftigt bisher eine große Anzahl von Verkäuferinnen, Konditoren und Packern.
Bei der Erwähnung des Riesenkuchens von Richmond mag noch einer anderen Weihnachtsgabe gedacht werden, die sich rühmen darf, gleichfalls die größte unter ihresgleichen zu sein. In einem amerikanischen Spielwarengeschäft wird augenblicklich die größte Puppenausstattung gearbeitet. Sie ist für das amerikanische Millionärskind Ethel., ein kleines, zehnjähriges Mädchen, gedacht. Zehn Puppen stehen im Mittelpunkt: Kind, Erzieherin, Zofe, Hausmädchen, Köchin, Sekretärin, Schönheitspflegerin und Gymnastiklehrerin, Chauffeur und Diener fehlen gleichfalls nicht. Ethel ist die Puppenmutter und die Herrin der Puppenangestellten von ihren Eltern ausersehen. Jede der Puppenangestellten hat nämlich wiederum eine große Zahl von Hilfskräften, so daß es sich im ganzen um
111 Puppen handelt. Sie haben eine Wohnung mit Zentralheizung, elektrischer Küche, Wasch= und Plättgelegenheit. Schreibmaschinen im Puppenformat und Autos nach neuestem Muster mit Innensteuer=Limousine, Sportwagen oder Cabrio= lets sind vorhanden. Was den Erwachsenen an Eleganz zugedacht ist, besitzen auch die Puppen. 4 Lastwagen, 4 Personenwagen können sich auf der Rennstraße ausfahren. 5 Motorräder trainieren auf der Aschenbahn, und damit die Puppen auch richtig fahren können, besitzt jedes Fahrzeug elektrische Motore, durch die sie bewegt werden. Ein völlig eingerichteter Schönheitssalon macht die Puppen schlank und jung. Nur eines fehlt:— der Radioapparat. Die Eltern wurden mit dem Bauen des Privatsenders für die Puppen nicht fertig und so beschlossen sie, ihn für das nächste Weihnachtsfest einzurichten.
Nun, Sensationen muß es geben! Aber daneben bestehen glücklicherweise unsere alten, immer wieder neuen Weihnachtsgeschenke für groß und klein, bei denen es weniger auf das Riesenausmaß als auf den Sinn ankommt, mit dem sie geschenkt werden.
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Drei Weihnachtsbriefe
Drei Briefe hat mir der Weihnachtsmann zu lesen gegeben und erlaubt, sie abzuschreiben. Der erste stammt von Harry, einem siebeneinhalb Jahre alten Grundschüler, und lautet also:
Liebes Christkind!
Nun balt Weihnachten. Du kanst mir schenken zwei Ferde. Ich will Furmann werden. Und Hafer. Und Peidsche. Und ein Wagen. Aber doll knallen musse. Keinen Auto. Der stingt. Aber Soldaten, eine Wucht und Marsipahn. Auch eine Wucht. Ich ferderbe mir den Magen nicht. Fileicht noch Schlittschuh. Und 2 Bleifeder und 1 Scherfer(Anschärfer!). Anni nichts. Anni hat mich gebißen; aber doll. Mir bring man noch ein Weihnachtsmann aus Schucklade, beten kann ich. Harry.
Die zweite Epistel floß aus der Feder Walters, eines zehnjährigen Sextaners, der mit der Rechtschreibung noch auf Kriegsfuß steht. Sie heißt:
Lieber Pappa und liebe Mama!
Zum vorigen Jahre habe ich mir so sehr einen Stabielbaukasten gewünscht, aber nicht gekriegt. Ich möchte ihn gern haben und es kann ein kleiner sein. Dieses wünsche ich von Herzen. Am aller liebsten möchte ich ein Fahrrad. Dieses ist wohl zu groß. Ich könnte dann aber immer zu Tante Ida fahren und Mama auch in der Stadt holen(er meint: Einkäufe besorgen!). Pappa hat mal in Sommer gesagt, wenn ich bis Ostern in französisch 10 2en habe, dann schenkt er mir etwas feines. 4 2 en habe ich schon. Da möchte ich für einen Schlagball haben oder eine Mappe deutsche Heimat. Vielleicht auch Konfekt. Aber bitte keine Hustenbonbon, die schmecken so nach Annis(Anis!). Ich habe Euch noch nicht gesagt, meine Festung ist die Hinterwand kaput, aber ich habe es nicht getan. Vielleicht schenkt ihr mir auch eine Schachtel Kritzelzigaretten(Lakritzen!). Und ein schönes Buch. Ich will auch in rechnen keine 4 mehr bringen. Liebe Eltern, ich hoffe nicht auf ein Fahrrad, aber es wäre doch so schön. Und der Stabielbaukasten. Mehr wünsche ich nicht.
Euer Sohn Walter.
Den dritten Erguß verfaßte Liselotte, eine 13jährige Mittelschülerin:
Ach. Mütterchen, ach Väterchen und Omi!
Ich soll einen Wanschzettel schreiben, sagt Ihr. Was soll ich mir wünschen? Ich habe ja schon so viel. Aber vielleicht seid Ihr nicht böse, wenn ich bitte: Ladet zum Fest Tante