Sie erschrack.„Es war Niemand auf Stundenweite, der Eure Kaiserliche Hoheit hätte fahren können!“ sagte sie stockend,„der Erzherzog Johann durfte nicht warten!“

Ihr Gesicht glühte dunkelroth— der Erzherzog mußte es über alle Beschreibung reizend finden; denn das Ende der Geschichte war, daß er sagte:„Sie haben Sich meinethalben zum Manne gemacht— ich kann nicht weniger thun, als Sie zur Frau machen!"— Dazu willigte sie gern ein— wer aber nicht einwilligte, das war der Kaiser Franz, der doch auch gefragt werden mußte. In der Burg zu Wien würde man ganz außer sich gerathen sein über diese romantische Thor­heit, wenn man nicht vielmehr aus vollem Halse darüber gelacht hätte. Der Erzherzog aber betrieb die Sache sehr ernsthaft: er setzte seinen Kopf darauf, und der Kaiser mußte endlich nachgeben; er mußte die Tochter des Posthalters zur Baronin von Brandhof machen, und Johann heirathete sie. Seinem Sohne hat er die Stammburg der Grafen von Tyrol bei Meran gekauft: er heißt Graf von Meran— die Baronin Brandhof aber ist eine so gute Erzherzogin geworden, wie die schöne Welser auch, und wenn nicht so schön doch sicherlich so liebenswürdig wie sie, und angebetet von allen, die sie kennen. Die ganze vornehme Damenwelt Wiens hat keinen Flecken auf sie zu werfen gewußt— wer Wien kennt, der weiß, was das sagen will!——

So habe ich damals erzählt vom Erzherzog Johann— im Jahre 1843. Welche Zeit war das! Jetzt tafeln die deutschen Fürsten nicht mehr in stolzer Unbekümmertheit, wenn das Volk Hurrah ruft. Sie fahren auch nicht mehr unter allerlei bunten Fahnen— der Erzherzog Johann hat es ihnen schon lange gesagt:„Kein Oesterreich, kein Preußen mehr!" Darum geben wir auch keinem Anderen als dem Johann das alte, rechte, weltbeherrschende Banner in die Hand, als erstem Hüter dieses Heiligthums.

Was er sonst gethan und gewirkt, das steht in den Büchern be­schrieben, wo man es finden kann. Steht es nicht darin, nun, so wird es daher kommen, weil man es eben nicht all beschreiben kann, was so ein Mann in der Stille thut! Aber das sage ich: daß sein Herz so rein und lauter ist, wie das Gold in jenem Banner, und daß er ein echter Johannes ist!— wollte Gott, der nach ihm kommt, sei nur noch größer denn er!

Briefkasten.

Die gütigst eingesandten Beiträge: Schiedsmänner: Ein noch mangelndes ehrbuch; Theodor Körne:s Tod; Der alte Preuße am 27. März 1848; Aphorismen 2c.— werden beste Berücksichtigung finden.

Die Bekanntmachungen in Betreff der Polizeistrafen finden Aufnahme, sobalo sie aus sämmtlichen Verwaltungsbezirken eingegangen sein werden. D. R.

Nothwendiger Verkauf.

Land= und Stadtgericht Bochum. Die Erbpachtsgerechtigkeit an dem in der Steuergemeinde Weitmar unter Flur III. Ae %(l.) der neuen Mutterrolle gelegenen Grund­stück im Neulinge, groß 5 Morgen 31 Ruthen, abgeschätzt ohne Abzug der Erbpachtsgefälle auf 255 Thlr. zufolge der nebst Hypothekenschein im Büreau III. einzusehenden Taxe, soll am 5. August 1818, Morgens 10 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastitt werden. Alle unbekannte Real=Prätendenten werden auf­geboten, sich, bei Vermeidung der Präclusion, spätestens in diesem Termine zu melden.

Bekanntmachung.

Das Eßmanns Colonat zu Holsterhausen im Amte Herne, zu welchem mit Ausschluß der Waldungen etwa 130 Morgen Ackerland und Wiesen gehören, wird durch den unterzeichneten, obervormundschaftlich beauftragten Commissar im Termine am 14. d. Mts., Morgens 9 Uhr anfangend, öffentlich auf 15 Jahre, welche mit der vollendeten diesjährigen Erndte beginnen, in Abtheilungen verpachtet werden.

Die Eintheilung der zu verpachtenden Be­standtheile des Colonats ist in folgender Art getroffen:

a) die erste Abtheilung umfaßt beinahe 60 Morgen Ackerland;

b) die folgende Abtheilung besteht aus den Hofesgebäuden, dem Hofraume, Garten und 50 bis 60 Morgen Ackerland und Wiesen;

c) die letzte Abtheilung bildet die etwa 8 Morgen große Wiese im Rottbruche.

Die Verpachtung wird auf dem Eßmanns Hofe in der vorstehenden Ordnung abgehalten, und werden die Abtheilungen unter a und e in Parzellen zu 1½ bis 2 Morgen und die Abthei­lungzu b im Ganzen ausgeboten werden. Die Verpachtungsbedingungen liegen bei dem Unter­zeichneten zur Einsicht offen.

Bochum, den 5. Juli 1848.

von Lothum, Kanzlei=Director.

Bekanntmachung.

Die auf dem Eßmanns Hofe zu Holster­hausen in diesem Jahre gezogene Winterfrucht, bestehend in ungefähr 25 Morgen Roggen und 15 Morgen Weizen, wird für Rechnung der Minorennen Georg Wilhelm Bönninghaus genannt Eßmann durch den unterzeichneten, obervormundschaftlich für dieses Geschäft ernann­ten Commissar am

13. d. Mts., von Morgens 10 Uhr an,

an Ort und Stelle in Parzellen von 1½ bis 2 Morgen öffentlich mit angemessener Zahlungsfrist verkauft werden.

Kauflustige, welche vor dem Termine die Früchte in Augenschein zu nehmen wünschen, wollen sich zu diesem Zwecke an den Georg

Bönninghaus genannt Eßmann auf dem Eßmanns Hofe wenden.

Bochum, den 5. Juli 1848.

von Lothum, Kanzlei=Director.

Bekanntmachung.

Auf den Antrag des Stadtrathes ist durch Oberpräsidial=Verfügung vom 10. v. Mts. der Stadt Witten ein neuer, am zweiten Don­nerstage im Monat März abzuhaltender Vieh­markt bewilligt worden, was ich hiermit zur allgemeinen Kenntniß bringe.

Witten, den 3. Juli 1848.

Der Amtmann Kämper.

Bekantmachung.

Die Repartition der Schulsteuer der evan­gelischen Gemeinde zu Eickel liegt vom 10. d. M. an acht Tage lang auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einsicht der Betheiligten offen. Heine, den 6. Juli 1848.

Der Amtmann.

Bekanntmachung.

Die Repartitions=Liste über 1091 Thlr. 1 Sgr. Wegebaukosten der Gemeinden Harpen und Gerthe liegt zur Einsicht der Betheiligten 8 Tage hier offen.

Bochum, den 8. Juli 1848.

Der Amtmann

e

Verdings=Anzeige.

Die Reparatur des evangelischen Schulhauses hierselbst, bestehend in Schreiner= und Maurer­Arbeiten und veranschlagt zu 141 Thlr., soll am 13. dieses Monats, Morgens 10 Uhr, auf dem Büreau des Unterzeichneten öffentlich verdungen werden.

Qualificirte Unternehmungslustige wollen sich zur bestimmten Stunde einfinden.

Wattenscheid, den 6. Juli 1848.

Der Amtmann Melchior.

Verdings= Anzeige.

Am 14. dieses Monats, Nachmittags 3 Uhr, soll in der Wohnung des Wirths Herbert zu Gelsenkirchen die Verlängerung des Straßen­pflasters daselbst, so wie das Anfahren mehrerer Schachtruthen Pflastersteine dem Wenigstfordern­den in Verding gegeben werden.

Wattenscheid, den 6. Juli 1848.

Der Amtmann Melchior.

Verdings=Anzeige.

Die Instandsetzung der Communalwege in den Gemeinden Eppendorf und Höntrop soll am 12. dieses Monats, Nachmittags 3 Uhr, in der Wohnung des Wirths Fröhling zu Höntrop an den Mindestfordernden verdungen werden.

Wattenscheid, den 6. Juli 1848.

Der Amtmann Melchior.

Verdings=Anzeige.

Die Anfertigung mehrer Durchlässe auf der im Bau begriffenen Chaussee von Höntrop nach Wattenscheid und die Anfuhr von eircn 20 Schachtruthen Mauersteine sollen am 13. dieses Monats, Morgens 10 Uhr, an den Mindestfor­dernden verdungen werden.

Unternehmungslustige wollen sich zur bestimm­ten Stunde auf dem Büreau des Unterzeichneten einfinden.

Wattenscheid, den 6. Juli 1848.

Der Amtmann

Meichior.

Bekanntmachung.

Der Wirth Herr W. Hasselkuß hierselbst ist Willens, circa 1½ Scheffelse aufstehender, vorzüglich gerathener Roggenfrucht, welche am Maarbrücker Wege, nahe bei der Eisenbahn und dem Kribbenholtschen Hause gelegen, durch den Unterzeichneten am Dienstag, als dem 11. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, an Ort und Stelle gegen Meistgebot auf Credit verkaufen zu lassen.

Kauflustige lade ich hierzu ergebenst ein.

Bochum, den 5. Juli 1848.

Grimberg,

Jusiz=Rath und Rotar.

Am Dienstage den 11. d. M., des Nach­mittags um 3 Uhr, soll bei Ihmenkamp im Brehloh bei Hafkenscheid ein Stück Kartoffeln und Gartenfrüchte gegen gleich baare Zahlung an Ort und Stelle öffentlich verkauft werden.

Bochum, den 6. Juli 1848.

Der gerichtliche Auctions=Commissar

Von dem im Kreise Bochum bei dem Kirch­

dorfe Eickel, nahe an der Straße von Bochum nach Dorsten in einer angenehmen fruchtbaren Gegend gelegenen Rittergute Dorneburg sollen in termino den 11. Juli dieses Vormittags 10 Uhr, in der Behausung des Gast­wirths Herrn Hülsmann am Craney auf 12 sogleich anfangende Jahre:

1) die sehr geräumige ganz neue Wohnung nebst dem großen Oeconomie=Gebäude,

2) an Hofraum.. 1 Morg. 69 Ruth.,

3)„ Gemüse=Gärten 4„ 76„

4)„ Obst=Gärten 2„ 145

5)„ Ackerland.. 80„ 115

6)„ Wiesen... 13„ 40

7)„ Weiden.. 5„ 90

= 107 Morg. 175 Ruth.

und

8) die sehr frequente oberschlägige Kornmühle zusammen öffentlich verpachtet werden.

Die jetzt aufstehenden Früchte werden dem Pächter überwiesen.

Die Pachtbedingungen können vom 1. Juli an bei Unterzeichnetem eingesehen werden; die Grundstücke wird der Kötter Stemmann zu Holsterhausen auf Verlangen anweisen.

Querenburg, den 22. Juni 1848.

Der Rentmeister G. Buschmann.