Erscheint jeden Mittwoch und Sonnabend. Der Preis dieser Zeitschrift beträgt: für ein halbes Jahr 22 Sgr. 6 Pf., für ein ganzes Jahr 1 Thlr. 15 Sgr. Durch die k. Postämter bezogen, wird p. Jahr 22 Sgr. berechnet. e„ Anzeigen u. Bekanntmachungen aller Art werden darin inserirt und die Spaltenzeile oder deren Raum mit 1 Sgr. berechnet.— Beiträge werden bis Dienstag u Freitag jeder Woche(Vormittags erbeten. Kreisblatt für den Kreis Bochum. Motto: Besonnenheit— Gemeinwohl. Ns 3. S onnabend den 8. Juli 1848. Bornssia's Kahn. Wild schäumen die Wogen im Meere der Zeiten, Wild schwanket auf ihnen Borussia's Kahn; Wo zeigt sich der Fährmann, den Nachen zu leiten? Wer bricht ihm durch Sturmesgetöse die Sahn?— Schon haben sich muthige Führer gefunden, Schon steuern dem ruhigen Hafen sie zu, Durchwachen voll Edelmuth nächtliche Stunden,— Doch ach! sie gebieten dem Tosen nicht Ruh. Sie mahnen: Auf Freunde die Hände an's Ruder! Vereinigte Kräfte besiegen die Fluth; Es rettet sonst nimmer der Bruder den Bruder! Doch leider! es fehlet an Lust und an Muth. Und stürmischer fliegt er von Welle zu Welle, Und vor ihm thut gähnend der Abgrund sich auf; Da schreitet voll Muth zur gefährlichsten Stelle Noch einmal ein Schiffer, zu lenken den Lauf. Mir nach! spricht er, lasset die Hoffnung nicht sinken! Zwar drängt uns der Sturm unaufhaltsam mit fort, Doch werden einst freundliche Sterne uns blinken, Wir werden einst landen in sicherem Port!— D'rum helfe, wer kann, ihm das Ruder regieren, Noch eh' unser Schifflein an Klippen zerschellt; Und werdet ihr treu durch die Brandung es führen, So lohnt euch der Dank einer harrenden Welt. Constitutionelle Monarchie oder Republik. Seitdem in Frankreich durch die Februar=Revolution die Monarchie gestürzt und auf ihren Trümmern eine improvisirte Republik erstanden ist; seitdem dies Ereigniß auch auf die übrigen Lander des Continents und namentlich auf Deutschland die allerbedeutendste Rückwirkung gehabt hat: ist hier wie da nach beinahe völliger Auflösung der alten Zustande fast Alles in Frage gestellt. Was aus der allgemeinen Bewegung sich gestalten; was die neue Zeit gebären werde— wer mag, wer kann das besimmen? Besonders auf dem Gebiete der Poutik negen vie bedeutendsten und schwierigsten Fragen zur Lösung vor. Der alte absolut=monarchische Staat ist begraben, und keine Reaction, sie möge Namen haben welchen sie wolle, könnte diese durchaus unmöglich gewordene— Verfassungs= und Regierungsform uns zurückführen oder zurückführen wollen. Ob aber die Republik oder die constitutionelle Monarchie berufen und fähig sei, das in Sturm und Noth auf wilder See treibende Staats=Schiff in den Hafen der Ruhe wieder zu leiten, darum ist der hitzigste Kampf entbrannt. Beide haben ihre Anhänger und Vertreter. Hier also scheidet sich die Principien=Frage; mögen im übrigen die Ansichten über die Modalitäten der einen und anderen Verfassungsform wesentlich aus einander gehen. Ueber diese Principien=Frage muß aber Jeder mit sich einig sein. Ihre Wichtigkeit für Gegenwart und Zukunft kennt oder fühlt wenigstens Jeder. Aber wie Manchem fehlt das richtige Verständniß derselben. Seht Euch um im Volke und fragt, was man unter Republik, unter constitutioneller Monarchie versteht! Ihr werdet die verschiedenartigsten, ja die unsinnigsten Ansichten und Urtheile hören. Die Einen hoffen auf die Republik, weil sie vermeinen, daß mit ihr endlich das goldene Zeitalter auf der Erde erscheinen werde; weil sie sich einbilden, daß dann alle Ungleichheiten ausgeglichen, daß dann— um eines trivialen Ausdrucks mich zu bedienen— Jedem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen würden. Die Andern fürchten die Republik, weil sie dahinter die Auflösung aller staatlichen und Familien=Verhältnisse, die Aufhebung des Eigenthums, der persönlichen Freiheit— kurz den krassesten Communsmus— wittern. Die Thoren, die einen wie die andern! Als ob die göttliche Weltordnung Werk von Menschenhand wäre; als ob ein Wort, eine Form die gegebenen Verhältnisse urplötzlich verkehren, und andere Verfassung Errungenschaften von Jayrhunderten mit einem Federstrich zu nichte machen könnte. Sie Alle würden spat, Viele leider zu spat! erkennen, daß, so bedeutungsvoll auch die Form ist, dieselbe doch nie die Wesenheit ausmacht; daß die Verfassung eines Werkes, die durch sie repräsentirte Allgemeinheit, zwar Jedem die unveräußerlichen Menschen= und Burger Rechte garantiren, außerhalb dieses Kreises aber das Individuum frei sich muß bewegen und schaffen können; daß nach wie vor in individueller Beziehung Jeder seines eigenen Glückes Schmidt bleibt, bleiben wird „Zuvor gethan und nach bedacht, hat Manchen in groß Leid gebracht“ ist ein allgemein gekanntes, aber leider oft nicht beachtetes Sprüchwort. Beherzige Jeder dasselbe in jetziger gefährlicher Zeit, in welcher Unverstand, bimde Leidenschaft, raffmirte Selbstsucht und Böswilligkeit offen und versteckt ihr böses Spiel treiben. Belehre und lasse sich belehren Jeder in seinem Kreise über die zeitbewegenden Fragen! Prüfe denn Jeder und behalte das Beste; das für Recht Erkannte halte er fest in Kampf und Noth. Dann ist Hoffnung nicht allein, sondern sichere Aussicht vorhanden, daß die böse Zeit in eine gute sich verkehren, daß Kinder und Kindeskinder noch mit Stolz zu uns heraufblicken, und unser Andenken segnen, statt daß sie im umgekehrten Falle vielleicht uns und unserer Zeit fluchen werden. Der Verfasser will sein Scherflein zur allgemeinen Belehrung beitragen; er will versuchen, in einigen Artikeln die Begriffe„Republik“ und„constitutionelle Monarchie“ und deren Consequenzen in einer allgemein faßlichen Darstellung auch denjenigen seiner Mitbürger klar zu machen, denen nach ihrer Bildung das Verstandniß der zeitbewegenden weder Neues bringen, noch den E bestimmen, als vielmehr aufklaren. Mögen Andere ihn unterstützen, und wo es Noth thut berichtigen Zunachst wird er sich mit der Republik befassen, als dem direktesten Gegensatze der absoluten Monarchie, in welcher bekanntlich der Eine Herrscher gleichsam als Repräsentant und direkter Ausfluß des göttlichen Willens gilt, als alleiniger, unfehlbarer und unverantwortlicher Gesetzgeber und Regent. Erst dann ist es möglich, den Begriff der constitutionellen Monarchie als einer Vermittlung zwischen der absoluten Monarchie und der Republik zu erfassen. Die Pariser Juni=Revolution. Abermals hat Paris seine Revolution gehabt. Vom 23. bis 26. Juni ist in seinen Straßen eine furchtbare Schlacht geschlagen worden. Kanonen haben gedonnert, Kartätschen gewüthet, Flinten gerasselt, Säbel geblitzet, ein schreckliches Kampfgeheul die große Stadt durchtobt. Das Blut ist in Strömen geflessen und manche Barricade hat in Blut geschwommen. Wer haben gekämpft und warum? Bürger gegen Bürger. Ein Krieg ist's gewesen der Unordnung wider die Ordnung, des Nichtbesitzes wider den Besitz, des Todes wider das Leben. Von den Barricaden herab haben die Insurgenten gerufen, hier:„man hat uns Plünderung versprochen, wir wollen sie auch"; dort:„es lebe die rothe, sociale Republik!“ und weiterhin wieder:„Brod oder Tod!“ und wenn die Gefangenen untersucht worden sind, so haben sie oft die Taschen voll Geld gehabt.— Die Ordnung hat noch einmal gesiegt und die Ruhe ist wieder hergestellt. Wer lieset solche Berichte und er kann sich eines Grauens erwehren? Wer hat noch Thränen im Auge und er braucht keine zu weinen? O, das arme, betrogene Volk! Wehe, wehe den tollen Führern, die also mit dem Blute der Menschen spielen, als ob's Wasser aus dem todten Meere wäre!." Eitmme Gahen 6i: 6. Auch Paris hat geschaudert. Den entoyens haven die Haare zu Berge gestanden und mit Schrecken haben sie auf dieses Bürgergemetzel, auf dieses Brudergewürge hingeblickt. Aber was wollen sie sagen Wer einmal über die heilige Schanze:„es ist keine Obrigkeit ohne von Gott" den kühnen Schritt gewagt, wer einmal die Revolution sanctionirt hat, der mag das Revolutionsblut von seinen Händen waschen, der mag die Thränen um die Erschlagenen in seinem Volke aus den Augen wischen und— schweigen. Was ist denn für ein Unterschied zwischen der Februar= und Juni=Revolution? Damals kämpfte die gegenwärtige Regierung gegen die frühere jetzt eine neue gegen die gegenwärtige; damals die Nationalgarde wider das Militair, jetzt die Arbeiter wider die Nationalgarde; damals galt es, Louis Philipp zu verjagen, jetzt das Provisorium. Das ist Alles. Ist das Eine Recht, so ist das Andere kein Unrecht. Aber damals wurde gegen Despotismus angegangen, gegen Gewalt und Unrecht. Dasselbe sagen die jetzigen Insurgenten auch. Ihre Meinung mag so verkehrt sein, als sie will, Frankreichs Machthaber können nur mit Kanonen gegen sie beweisen. Gibt's außer mir keine göttliche Autorität mehr— keine Macht der Erde kann mich zwingen, eine menschliche anzubeten. Und eine vollkommene Staatsform wird die Welt nicht gebären. Welches ist Frankreichs souveraines Volk, das der Regierung, oder das in Sct. Antoine? Die Majorität oder die Minonitat? Jetzt ist es die erstere, denn sie hat gesiegt. Hätte die letztere gesiegt, so würde sie es sein und würde es mit der Guillotine, mit Raub und Mord, mit ihren Hyänenweibern beweisen.— Die Nationalgarde hat sich tapfer geschlagen, weil, sagt der Constitutionel, die Erhaltung der Republik eine Nothwendigkeit ist. Ich glaub's; denn es gilt fortan nicht mehr pro libertate, sondern pro urn et soco. Vorwärts ist kein Schritt mehr zu thun oder es geht in— den Abgrund. Auch dem preußischen Volke ist von seinem Könge eine Constitution verliehen worden. Weil's der König will, so folgen wir. Man rräumt und jubelt von Freiheit und künftigen bessern Tagen. Ich habe nichts dagegen. Ich aber jubele noch nicht mit. Ich will erst sehen, was für eine Freiheit jung werden wird. Giebt es eine monarchische Knechtschaft, so gibt es auch eine constitutionelle und eine demokratische Knechtschaft. Ob ich nicht aus der einen in die andere gerathen bin, noch weiß ich es nicht. Vorwärts— ist die Losung der Zeit. Es gibt ein Vorwärts, das ist auch meine Losung; aber es gibt ein anderes Vorwärts, das zum Götzenbilde gemacht ist, um das die Baalspfaffen herumtanzen, daran gehe ich, wie ein Wilhelm Tell, vorüber und nehme den Hut nicht ab. Dieses Vorwärts wird bis zur Heiserkeit geschrieen, um auch Preußens Volk auf den Weg der Revolution zu führen. Geht es, thut es den kühnen Schritt, so wird es nicht minder auch bald an dem Würgeplatze der Brüder angekommen sein. Wir sind eingeklemmt zwischen den Cannibalen von Sct. Antoine und der russischen Knute. Wo mag's besser sein? Mögen wir uns glücklich hindurchklemmen. Du, Preußens Volk, gedenke deiner großen Vergangenheit! Gedenke der glorreichen Jahre von 1813— 1815! Thue die Augen auf und siehe! Gott aber walte über uns, er schütze den König, er schirme das Vaterland! H. W. R. Der politische Meinungskampf. Die Nummer 24 des Bochumer Kreisblattes enthielt in zwei Aufsätzen:„Wünsche der Bewohner des Kreises Bochum“, und:„Eine Adresse betreffend“, zwei sich sehr schroff entgegen tretende politische Ansichten. Indem nämlich die Betheiligten des erstern: Aufsatzes durch die in demselben ausgesprochenen Wünsche eine Reihe von Mängeln der bisherigen Staatsverwaltung aufdecken, deren Abhülfe als dringend nothwendig erkannt wird, drückt der Verfasser des letztern durch den Wunsch: daß der König sich wieder mit seinen Garden umgeben möge, das Verlangen nach der Rückkehr zum alten Militairund Polizei=Regiment aus. Ohne weiter auf die Originalität dieses Wunsches einzugehen, der in Preußen ein kostspieliges Institut wieder herstellen soll, das in ganz Europa, das barbarische Rußland ausgenommen, nicht mehr besteht und mit der demokratisch= constitutionellen Monarchie ganz unverträglich ist, fragen wir, wohin muß es nothwendig führen, wenn jeder Demonstration, die nicht zu unserer Meinung paßt, eine im entgegengesetzten Sinn gegenüber gestellt wird, wenn wir überall da, wo Adressen gegen eine Maßregel laut werden, diese durch andere für die Sache zu entkräften uns bemühen, wenn wir endlich selbst in Drohungen ausbrechen. Wohin muß dies endlich führen, als zur Verlängerung des gegenwärtigen allen Verkehr lähmenden Zustandes, als zu einer immer tiefer dringenden Spalrung, und endlich, wenn die immer mehr aufgereizten Gemüther zur That sich hinreißen lassen, zum grenzenlosen Elende des Bürgerkrieges! Daher, laßt ab von dieser Art des Kampfes. Für das Gute laßt uns wirken, aber auf andere Weise, durch Vereinigung, nicht durch Trennung, durch Beruhigung, nicht durch Aufregung.— Fest wollen wir gegenüberstehen sowohl jener überspannten Partei, die durch gewaltsames Ueberstürzen dem auf sicherm Wege angebahnten Fortschritt vorgreifen will, als auch derjenigen, die, unzufrieden mit der Bewegung der Zeit, hinter dem Scheine, blos Jenen entgegen treten zu wollen, reactionäre Tendenzen verbirgt, und deren wahres Trachten nur dahin geht, das alte gefallene System zurück zu führen. Fest wollen wir beiden gegenüber stehen. Mit Gründen, mit Beweisen wollen wir sie bekämpfen, aber nicht mit Drohungen roher Gewalt. Die Zeiten des Faustrechts sind Gottlob lange vorüber. Die Kraft der Ueberzeugung, die Macht des Geistes sind auf dem Felde der Meinungen jetzt allein die wichtigen Waffen. Zu solchem Kampfe wolle denn jeder von uns seine besten Kräfte leihen beruhigend zugleich und versöhnend, aber nicht aufregend und herausfordernd.+ Vom Erzherzog Johann. Von L. Schücking. Es war im schönen Sommer 1843. Die Sonne stand hoch am blauen Himmel und blitzte in den Wellen des Rheines wieder; die Trauben rötheten sich unter dem gelben Laube— es war einer jener Tage, an welchen ein träumender Poet an Freund Simrock's Worte denkt: Geh nicht an den Rhein, geh nicht an den Rhein, Mein Sohn, ich rathe dir gut, Da geht dir das Leben zu frötlich ein, Da mächs't dir zu freudig der Muth. Aber heute war nicht Zeit zum Träumen; in dem kleinen Uferstädtchen G. war Alles Leben, Bewegung und Spannung— von den alten Thurmkronen wehten Fahnen und Flaggen, Maien und Laubgewinde schmückten die Hauser, die sich neugierig durch die Breschen der zerbröckelnden Ringmauer ans Ufer gedrangt zu haben schienen, und eine bunte Menge fröhlicher Menschen im Sonntagsstaat wogte auf und ab, das ganze Gestade entlang. Da fiel ein Schuß— die hellen Glocken begannen ihr Geläute— eine Kanonen=Salve folgte und ließ das FelsenEcho lang' rollende Donner zurück werfen; die Menschen schrieen Hoch und Hurrah! es war ein Jubel und Tücherschwenken ohne Ende. Nur der alte Rhein rauschte nicht auf und stand nicht still— es war schier zu verwundern, und hätten die eraltirten Menschen Zeit gehabt, auf ihn zu achten, wie er so ganz im alten Gange unter den blauen Pulverwolken dahin lief, sie hätten ihren alten Freund heute einen mürrischen Griesgram genannt, und wäre es 1848 gewesen, wie es 1843 war, so hätten sie ihn wahrscheinlich einen Republikaner geschimpft. Das ist nun zwar der Rhein keinesweges, er ist eigentlich„gut kaiserlich“, aber doch hätte er derbe auf solche Vorwürfe geantwortet, glaube ich, er hätte gesagt: Laßt mich mit Eurem albernen Jubel in Ruhe: ich habe viele Dutzend solcher Menschen, wie die, denen Ihr zujauchzt, hinauf getragen und hinab— ich sage Euch, es sind Menschen wie andere auch, nur mit dem Unterschiede, daß Ihr's durchaus nicht glauben wollt, Ihr törichtes Volk mit Eurem Entzücken. Sie kamen näher und näher— ein stolzer Dampfer rauschte mit ihnen daher— an Mast und Flaggenstange ein Fürsten=Banner neben dem andern, die Farben Oesterreichs und der Adler Preußens. Aber ach— die hohen Herrschaften tafelten auf dem Verdecke: Die geschmückte Stadt, die Lebehochrufe der Bewohner, all' die Zeichen der Freude und des herzlichen Willkomms, womit das kleine Nest sich bedeckt, ohne Mühe und Anstrengung zu sparen, konnten unter solchen Umständen natürlich keinen Anspruch machen, die Aufmerksamkeit zu erregen. Kein Dank, kein Gegengruß— man tafelte— da erhob sich einer der Gäste von der königlichen Tafel; es war ein alter Mann in weißer Uniform, der so merkwürdig, so fabelhaft die Etiquette mit Füßen trat— er erhob sich, trat an den Rand des Schiffes, und weit übergebeugt über den Bord grüßte er mit Kopf und beiden Armen winkend die jubelnden Unterthanen am Ufer. Wer ist das? wer war das? hieß es hier rings. Das ist der Erzherzog Johann von Oesterreich! sagte ich, und ein Hurrah hoch für Oesterreich schallte in die Lüfte. Ich mußte erzählen vom Erzherzoge Johann. Damals konnte ein Fürst, ein König, ein Erzherzog sogar, noch ein edler, weiser, Ehrfurcht und Liebe einflößender Mann sein. Es lief damals noch nicht wie heute gegen allen Sinn und Menschenverstand. Ich hatte kurz vorher in Oesterreich den Enthusiasmus kennen lernen, welcher unter dem Landvolke der steyrischen Berge, unter allen Classen in Wien für den„Johann“ lebt. Ich machte meinem begeisterten Herzen Luft, ich schilderte ihn, wie er auf seinem Brandhofe in Steiermark wirthschaftet und nichts mit der Wiener Aristokraten=, Jesuiten= und Weiberwirthschaft zu schaffen haben will, wie er im grauen Gemsjäger=Loden mit den grünen Aufschlägen in den Bergen wandert, in der Bauernhütte einkehrt und, zwischen dem Volke sitzend, mit ihnen aus einem und denselben Milchnapf schöpft— ein schlichter Landmann, der nichts vor anderen Menschenkindern voraus haben will. Nur wenn es zu helfen, zu unterstützen gilt, dann ist er vornehm, dann ist er Fürst, dann ist er Herzog von Oesterreich!— Und dann seine Heirath. Die ist gar merkwürdig. Es war in einem stillen, entlegenen Posthause, mitten in den Bergen von Inner=Oesterreich und um die Zeit der Aernte. Alle Knechte waren auf dem Acker, nur der Posthalter, ein alter, von Gicht gelähmter Mann und ein Stallbube waren da; in der Stube saß des Posthalters Tochter, ein schlankes, kräftiges Kind der Alpenwelt, und beugte die frischen, von der Bergluft gerötheten Wangen über ihr Nähzeug. Da rollt eine vierspännige Kalesche vor, der Alte kommt in's Zimmer geeilt, Noth und Schrecken in jedem Zuge. „Der Erzherzog Johann— der Erzherzog Johann ist da— und alle Knechte fort!“ „Der Erzherzog Johann— der darf nicht warten!“ sagte das Mädchen,„ich will ihn fahren.“ Sie eilte fort, ehe noch der Alte eine Silbe erwiedern konnte. Der Stallbube und der Postknecht von der letzten Station legten die Relaispferde vor. Unterdeß holte das entschlossene Kind des Posthalters die neue Postillion=Montur, die für Galla=Gelegenheiten verschlossen im Schranke hing, kleidete sich rasch hinein, und nach kurzer Verzögerung saß sie im Sattel, hoch zu Roß, nahm Zügel und Peitsche— und lustig rollten Reisewagen und Erzherzog weiter. Des Erzherzogs Auge siel nach einer Weile auf die Gestalt des Postillions, der ihn fuhr. Diese leichten, schlanken Formen, diese Umrisse der Schultern, diese knappe Taille unter der dunkelrothen Uniform mit den schwarzsamtnen Aufschlägen schienen ihm auffallend. Er knüpfte sein Gesprach mit dem hübschen Schwager an. Dieser antwortete gescheidt und treffend— das weiche Organ machte vollends den Verräther. „Du bist ein Mädchen!“ sagte der Erzherzog endlich. Sie erschrack.„Es war Niemand auf Stundenweite, der Eure Kaiserliche Hoheit hätte fahren können!“ sagte sie stockend,„der Erzherzog Johann durfte nicht warten!“ Ihr Gesicht glühte dunkelroth— der Erzherzog mußte es über alle Beschreibung reizend finden; denn das Ende der Geschichte war, daß er sagte:„Sie haben Sich meinethalben zum Manne gemacht— ich kann nicht weniger thun, als Sie zur Frau machen!"— Dazu willigte sie gern ein— wer aber nicht einwilligte, das war der Kaiser Franz, der doch auch gefragt werden mußte. In der Burg zu Wien würde man ganz außer sich gerathen sein über diese romantische Thorheit, wenn man nicht vielmehr aus vollem Halse darüber gelacht hätte. Der Erzherzog aber betrieb die Sache sehr ernsthaft: er setzte seinen Kopf darauf, und der Kaiser mußte endlich nachgeben; er mußte die Tochter des Posthalters zur Baronin von Brandhof machen, und Johann heirathete sie. Seinem Sohne hat er die Stammburg der Grafen von Tyrol bei Meran gekauft: er heißt Graf von Meran— die Baronin Brandhof aber ist eine so gute Erzherzogin geworden, wie die schöne Welser auch, und wenn nicht so schön doch sicherlich so liebenswürdig wie sie, und angebetet von allen, die sie kennen. Die ganze vornehme Damenwelt Wiens hat keinen Flecken auf sie zu werfen gewußt— wer Wien kennt, der weiß, was das sagen will!—— So habe ich damals erzählt vom Erzherzog Johann— im Jahre 1843. Welche Zeit war das! Jetzt tafeln die deutschen Fürsten nicht mehr in stolzer Unbekümmertheit, wenn das Volk Hurrah ruft. Sie fahren auch nicht mehr unter allerlei bunten Fahnen— der Erzherzog Johann hat es ihnen schon lange gesagt:„Kein Oesterreich, kein Preußen mehr!" Darum geben wir auch keinem Anderen als dem Johann das alte, rechte, weltbeherrschende Banner in die Hand, als erstem Hüter dieses Heiligthums. Was er sonst gethan und gewirkt, das steht in den Büchern beschrieben, wo man es finden kann. Steht es nicht darin, nun, so wird es daher kommen, weil man es eben nicht all beschreiben kann, was so ein Mann in der Stille thut! Aber das sage ich: daß sein Herz so rein und lauter ist, wie das Gold in jenem Banner, und daß er ein echter Johannes ist!— wollte Gott, der nach ihm kommt, sei nur noch größer denn er! Briefkasten. Die gütigst eingesandten Beiträge: Schiedsmänner: Ein noch mangelndes ehrbuch; Theodor Körne:s Tod; Der alte Preuße am 27. März 1848; Aphorismen 2c.— werden beste Berücksichtigung finden. Die Bekanntmachungen in Betreff der Polizeistrafen finden Aufnahme, sobalo sie aus sämmtlichen Verwaltungsbezirken eingegangen sein werden. D. R. Nothwendiger Verkauf. Land= und Stadtgericht Bochum. Die Erbpachtsgerechtigkeit an dem in der Steuergemeinde Weitmar unter Flur III. Ae %(l.) der neuen Mutterrolle gelegenen Grundstück im Neulinge, groß 5 Morgen 31 Ruthen, abgeschätzt ohne Abzug der Erbpachtsgefälle auf 255 Thlr. zufolge der nebst Hypothekenschein im Büreau III. einzusehenden Taxe, soll am 5. August 1818, Morgens 10 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastitt werden. Alle unbekannte Real=Prätendenten werden aufgeboten, sich, bei Vermeidung der Präclusion, spätestens in diesem Termine zu melden. Bekanntmachung. Das Eßmanns Colonat zu Holsterhausen im Amte Herne, zu welchem mit Ausschluß der Waldungen etwa 130 Morgen Ackerland und Wiesen gehören, wird durch den unterzeichneten, obervormundschaftlich beauftragten Commissar im Termine am 14. d. Mts., Morgens 9 Uhr anfangend, öffentlich auf 15 Jahre, welche mit der vollendeten diesjährigen Erndte beginnen, in Abtheilungen verpachtet werden. Die Eintheilung der zu verpachtenden Bestandtheile des Colonats ist in folgender Art getroffen: a) die erste Abtheilung umfaßt beinahe 60 Morgen Ackerland; b) die folgende Abtheilung besteht aus den Hofesgebäuden, dem Hofraume, Garten und 50 bis 60 Morgen Ackerland und Wiesen; c) die letzte Abtheilung bildet die etwa 8 Morgen große Wiese im Rottbruche. Die Verpachtung wird auf dem Eßmanns Hofe in der vorstehenden Ordnung abgehalten, und werden die Abtheilungen unter a und e in Parzellen zu 1½ bis 2 Morgen und die Abtheilungzu b im Ganzen ausgeboten werden. Die Verpachtungsbedingungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einsicht offen. Bochum, den 5. Juli 1848. von Lothum, Kanzlei=Director. Bekanntmachung. Die auf dem Eßmanns Hofe zu Holsterhausen in diesem Jahre gezogene Winterfrucht, bestehend in ungefähr 25 Morgen Roggen und 15 Morgen Weizen, wird für Rechnung der Minorennen Georg Wilhelm Bönninghaus genannt Eßmann durch den unterzeichneten, obervormundschaftlich für dieses Geschäft ernannten Commissar am 13. d. Mts., von Morgens 10 Uhr an, an Ort und Stelle in Parzellen von 1½ bis 2 Morgen öffentlich mit angemessener Zahlungsfrist verkauft werden. Kauflustige, welche vor dem Termine die Früchte in Augenschein zu nehmen wünschen, wollen sich zu diesem Zwecke an den Georg Bönninghaus genannt Eßmann auf dem Eßmanns Hofe wenden. Bochum, den 5. Juli 1848. von Lothum, Kanzlei=Director. Bekanntmachung. Auf den Antrag des Stadtrathes ist durch Oberpräsidial=Verfügung vom 10. v. Mts. der Stadt Witten ein neuer, am zweiten Donnerstage im Monat März abzuhaltender Viehmarkt bewilligt worden, was ich hiermit zur allgemeinen Kenntniß bringe. Witten, den 3. Juli 1848. Der Amtmann Kämper. Bekantmachung. Die Repartition der Schulsteuer der evangelischen Gemeinde zu Eickel liegt vom 10. d. M. an acht Tage lang auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einsicht der Betheiligten offen. Heine, den 6. Juli 1848. Der Amtmann. Bekanntmachung. Die Repartitions=Liste über 1091 Thlr. 1 Sgr. Wegebaukosten der Gemeinden Harpen und Gerthe liegt zur Einsicht der Betheiligten 8 Tage hier offen. Bochum, den 8. Juli 1848. Der Amtmann e Verdings=Anzeige. Die Reparatur des evangelischen Schulhauses hierselbst, bestehend in Schreiner= und MaurerArbeiten und veranschlagt zu 141 Thlr., soll am 13. dieses Monats, Morgens 10 Uhr, auf dem Büreau des Unterzeichneten öffentlich verdungen werden. Qualificirte Unternehmungslustige wollen sich zur bestimmten Stunde einfinden. Wattenscheid, den 6. Juli 1848. Der Amtmann Melchior. Verdings= Anzeige. Am 14. dieses Monats, Nachmittags 3 Uhr, soll in der Wohnung des Wirths Herbert zu Gelsenkirchen die Verlängerung des Straßenpflasters daselbst, so wie das Anfahren mehrerer Schachtruthen Pflastersteine dem Wenigstfordernden in Verding gegeben werden. Wattenscheid, den 6. Juli 1848. Der Amtmann Melchior. Verdings=Anzeige. Die Instandsetzung der Communalwege in den Gemeinden Eppendorf und Höntrop soll am 12. dieses Monats, Nachmittags 3 Uhr, in der Wohnung des Wirths Fröhling zu Höntrop an den Mindestfordernden verdungen werden. Wattenscheid, den 6. Juli 1848. Der Amtmann Melchior. Verdings=Anzeige. Die Anfertigung mehrer Durchlässe auf der im Bau begriffenen Chaussee von Höntrop nach Wattenscheid und die Anfuhr von eircn 20 Schachtruthen Mauersteine sollen am 13. dieses Monats, Morgens 10 Uhr, an den Mindestfordernden verdungen werden. Unternehmungslustige wollen sich zur bestimmten Stunde auf dem Büreau des Unterzeichneten einfinden. Wattenscheid, den 6. Juli 1848. Der Amtmann Meichior. Bekanntmachung. Der Wirth Herr W. Hasselkuß hierselbst ist Willens, circa 1½ Scheffelse aufstehender, vorzüglich gerathener Roggenfrucht, welche am Maarbrücker Wege, nahe bei der Eisenbahn und dem Kribbenholtschen Hause gelegen, durch den Unterzeichneten am Dienstag, als dem 11. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, an Ort und Stelle gegen Meistgebot auf Credit verkaufen zu lassen. Kauflustige lade ich hierzu ergebenst ein. Bochum, den 5. Juli 1848. Grimberg, Jusiz=Rath und Rotar. Am Dienstage den 11. d. M., des Nachmittags um 3 Uhr, soll bei Ihmenkamp im Brehloh bei Hafkenscheid ein Stück Kartoffeln und Gartenfrüchte gegen gleich baare Zahlung an Ort und Stelle öffentlich verkauft werden. Bochum, den 6. Juli 1848. Der gerichtliche Auctions=Commissar Von dem im Kreise Bochum bei dem Kirchdorfe Eickel, nahe an der Straße von Bochum nach Dorsten in einer angenehmen fruchtbaren Gegend gelegenen Rittergute Dorneburg sollen in termino den 11. Juli dieses Vormittags 10 Uhr, in der Behausung des Gastwirths Herrn Hülsmann am Craney auf 12 sogleich anfangende Jahre: 1) die sehr geräumige ganz neue Wohnung nebst dem großen Oeconomie=Gebäude, 2) an Hofraum.. 1 Morg. 69 Ruth., 3)„ Gemüse=Gärten 4„ 76„ 4)„ Obst=Gärten 2„ 145 5)„ Ackerland.. 80„ 115 6)„ Wiesen... 13„ 40 7)„ Weiden.. 5„ 90 = 107 Morg. 175 Ruth. und 8) die sehr frequente oberschlägige Kornmühle zusammen öffentlich verpachtet werden. Die jetzt aufstehenden Früchte werden dem Pächter überwiesen. Die Pachtbedingungen können vom 1. Juli an bei Unterzeichnetem eingesehen werden; die Grundstücke wird der Kötter Stemmann zu Holsterhausen auf Verlangen anweisen. Querenburg, den 22. Juni 1848. Der Rentmeister G. Buschmann. Roggen=Verkauf. Die dem Herrn Justizrath Schmieding zuständige Roggenfrucht auf zwei Grundstücken in der Bochumer Voede soll am Donnerstage den 13. dieses Monats, Nachmittags 3 Uhr, öffentlich verkauft werden. Kauflustige wollen sich bei Frau Wittwe Kaltheuner zu Bochum versammeln. Querenburg, den 6. Juli 1848. G. Buschmann. Donnerstag den 13. Juli, Nachmittags 5 Uhr, sollen auf Weitkampers Kotten zu Rechen 10 Scheffelse Roggen=Frucht in 12 Abtheilungen meistbietend gegen Credit verkauft werden, wozu zahlungsfähige Kuflustige eingeladen werden. Bochum, den 6. Juli 1848. A. Osterman. Am Samstag den 15. d. M., Nachmittags 5 Uhr, werde ich in der Nähe des Diedrich Portmann zu Weitmar 3 Scheffelse mit Roggen und 3 Scheffeise mit Weizenfrucht auf Credit verkaufen. Bochum, den 5. Juli 1848. Der Auctions=Commissar Parpat. Am Mittwoch den 12. d. M., Vormittags 10 Uhr, werde ich für Heinrich Wilhelm Stoffen hier die demselben überflüssig gewordenen Mobilien, als: 2 Koffer, Stühle, Tische, Spiegel, Zinn und Kupfer, 1 Kinderwagen und sonstiges Hausgeräth, mit Credit verkaufen. Bochum, den 5. Juli 1848. Der Auctions=Commissar Weischer. Am Mittwoch den 12. d. M., Nachmittags 5 Uhr, werde ich für Frau Wittwe Dahm hier circa 2½ Scheffelse gut gerathener Roggenfrucht auf Credit verkaufen. Der Sammelplatz ist bei dem Schenkwirthe Roecken zu Laer, da die Roggenfrucht in dessen Nähe steht. Bochum, den 5. Juli 1848. Der Auctions=Commissar Weischer. Am Mittwoch den 12. Juli, Nachmittags 3 Uhr auf dem Rechenschen Felde anfangend, werde ich in hiesiger Feldmark 25 Scheffelse Roggen und 6 Scheffelse Weizen in Abtheilungen für's Meistgebot gegen Credit losschlagen. Sammelplatz bei Herrn Ulermann hier. Bochum, den 6. Juli 1848. Der Auctions=Commissar Siepmann. In der hiesigen Voede will ich am Donnerstag den 13. Juli, Nachmittags 3 Uhr, 30 Scheffelse mit Roggenfrucht in Nummern gegen Credit für's Meistgebot verkaufen. Kauflustige werde ich bei der Frau Kaltheuner abrufen. Bochum, den 6. Juli 1848. Der Auctions=Commissar Siepmann. Donnerstag den 13. dieses Monats, Morgens 9 Uhr anfangend, werde ich Unterzeichneter auf den Ländereien des Landwirths Schemberg zu Oestrich: circa 10 Scheffelse Roggenfrucht, 6„ Weizen, 4. Gerste nummerweise gegen Credit verkaufen. Zahlungsfahige Kauflustige wollen sich zur bestimmten Zeit auf Schembergs Hose einsinden. Castrop, den 4. Juni 1848. Greve. Bekanntmachung. Am Donnerstag den 13. d. Mts., Morgens 10 Uhr anfangend, werde ich circa 20 Scheffelse Roggen= und Weizenfrucht nummerweise gegen ausgedehnten Credit verkaufen. Strunkede, den 5. Juli 1848. Ungewitter. Am Samstag den 13. Juli. Nachmittags 2 Uhr, werde ich hierselbst 10 Stück theils 3= theils 4jähriger Fohlen, sowie eine Eselin meistbietend gegen ausgedehnten Credit verkaufen, wozu Kauflustige eingeladen werden. Haus Dringenburg bei Kirchhellen, den 28. Jumi 1848. Theodor Bertrand. Montag den 10. dieses Monats, Morgens 9 Uhr anfangend, werde ich: circa 10 Morgen Roggenfrucht, . 3„ Weizen nummerweise gegen Credit verkaufen. Zahlungsfähige Kauflustige wollen sich zur bestimmten Zeit zu Goldschmiding einfinden. Haus Goldschmiding, den 5. Juli 1848. Middeldorf. Frucht=Verkauf in Harpen. Donnerstag den 13. Juli c., des Nachmittags um 4 Uhr, werde ich im Eichenkleff bei Harpen mehrere Scheffelse Roggen= und Weizenfrucht gegen Credit öffentlich verkaufen, wozu sich Kauflustige an Ort und Stelle einfinden wollen. Harpen, den 4. Juli 1848. — lasche. Gras=Verkauf. Sonnabend den 15. Juli, Nachmittags 4 Uhr, werde ich in einigen Wiesen des Rittergutes Sevinghausen das aufstehende Grasgewachs in Abtheilungen gegen Credit zum Verkaufe aussetzen. Kauflustige wollen sich um die vorbestimmte Zeit in Sevinghausen einfinden. Haus Sevinghausen, den 5. Juli 1848. Pachter Werwer. Anzeige und Empfehlung. Den geehrten Frauen Wittens und der Umgegend beehre ich mich hiermit ganz ergebenst anzuzeigen, daß ich nunmehr meine Studien in dem Hebammenlehrinstitute zu Paderborn vollendet habe und der Ausübung meiner Funktionen als Hebamme nichts im Wege steht. Indem ich mich daher zur Bedienung bestens empfehle, bitte ich das meiner verstorbenen Mutter in ihrer Eigenschaft als Hebamme geschenkte Vertrauen auf mich als ihrer Amtsnachfolgerin gewogentlichst übergehen lassen zu wollen und mögte zugleich dem sich hier verbreiteten Gerüchte, als sei ich zur Praxis, weil nicht durch das Amtsblatt proklamirt, unbefugt, durch die Berichtigung entgegnen, daß die durch das 27. Stück des diesjährigen Amtsblatts bekannt gemachten Bezirks=Hebammen in einem früheren Cursus ausgebildet worden sind und meine Proklamation als BezirksHebamme ehestens nachfolgen wird. Witten, den 6. Juli 1848. Caroline Schilling, geborne Breuer. In Sachen der Hauseigenthümer wider den hiesigen Magistrat(Vödetheilung betreffend) werden die Kläger hierdurch ersucht, sich auf Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, in der Behausung des mitunterzeichneten Wirths M. Scharpenseel einzufinden, indem die bis hierhin gepflogenen Vergleichs=Unterhandlungen alsdann bekannt gemacht werden sollen. Bochum, den 7. Juli 1848. Die Deputirten C. Kentzler. Fr. Velten senior. M. Scharpenseel. Heuen, Am Sonntag den 16. Juli sollen hier drei schöne Pistolen aus geschossen werden. den 5. Juli 1848. Friedr. Krieger. Einladung. Diejenigen Bewohner des Amtes Bochum, welche mir das Mandat nach Berlin ertheilt haben, ingleichen auch diejenigen, welche an der frühern Versammlung keinen Theil genommen haben, lade ich hierdurch ein sich Sonntag den 9. d. M., Nachmittags 5 Uhr, an der Engelsburg versammeln zu wollen, um Bericht über die Ausführung meines Mandats entgegen zu nehmen. Dahlhausen, den 6. Juli 1848. Schragmüller. Das Bürgerwehr=Corps wird nach dem Beschlusse seines Vorstandes jeden Sonntagnachmittag die unabweislich nothwendigen Uebungen vornehmen. Die erste Uebung des Corps findet am Sonntage den 16. d. M., Nachmittags 5 Uhr, Statt. Mit diesem unserm nächsten Zwecke würden wir noch den der nähern Einigung und namentlich der Weckung und Pflege des Bürgersinns in Gemeinde und Staat zu unserer Erholung verbinden können. Es werden deßhalb alle Bürger, welche diese Ansicht theilen, eingeladen, sich am genannten Tage nach beendigter Uebung im Saale der Frau Wittwe Kaltheuner zu versammeln. Bochum, den 6. Juli 1848. Der Vorstand der Bürgerwehr. Einem vielfach ausgesprochenen Wunsche entsprechend, habe ich einige Mustersäbel zum Preise von 2 Thlr. 10 Sgr., 2 Thlr. 20 Sgr. und 3 Thlr. 6 Sgr. kommen lassen. Selbige liegen bei dem Herrn Zugführer Stumpf zur Ansicht bereit und wird derselbe Bestellungen bis zum nächsten Mittwoch den 11. curr. entgegen nehmen. Bochum, den 6. Juli 1848. Der Oberst Bölling. Am Mittwoch den 12. dieses(dem Tage der hiesigen Kirchmeß) Mittagessen bei Har monie=Musik und Abends Ball. Freunde und Gönner lade ich hierzu ergebenst ein. Bochum, den 6. Juli 1848. Friedrich Velten, Gastwirth. Das Bleichen in der von mir angepachteten Pastoratwiese untersage ich hierdurch ernstlich. Bochum, den 6. Juni 1848. Friedrich Velten, Gastwirth. Hattingen, am 4. Juli 1848. Herausgabe, Druck und Verlag von W. Stumpf. Erscheint jeden? Sonnabend. Der Zeitschrift beträgt: Jahr 22 Sgr. 6 ganzes Jahr 1 T Durch die k. Postä wird p. Jahr 22 C Ro 4. In dieser le nachzukommen,e fahre ich, wenn 21. Sitzun Wahl eines Präs Sitzung aus. 6 Oberburgermeister Landtags. 22. Sitzur besteht in der Au daß wir bald ein haben; in Erörter bis zum Erlasse anzustellen und al durch andere zue hörden bereits ve anzustellen und e über die Weber 1 Theilnahme. De mehr als 1 Sgr. wöhnen die Bew läufig ausläßt, i. Wie unüberlegt o sich diese mitunter bach gegen den in Neiße allein 13 Pferde füttert. D sehr ermüdende, wüster Bart und 23. Sitzun den Antrag der tirten Rheinland Betonung und da stens in der Kan Der Ministerprasii Rückzug und Ruf er legt dar, daß verlegt worden un wolle. Es werde meist wieder von der Stellvertreter oder mindestens l. kunst oder Intrigt 24. Sitzun Sitzung von 12 sammlungen der# der Landräthe un stimmung zu Gu beschränkende Eim Beim Begi uns nicht unanger Cultusministers. sonst und jetzt, wi Die Mitglie Abtheilungen der in den Abtheilung und Gewerbe hat Wahl getroffen, d hoffentlich nichte Mitglieder, und i destens ½3 dem ur auch hier der viel theils stehe ich seit daß ein mäßiger