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Hoher Sieg der Bayenthaler

KBC und Rhenania als glatte Verlierer 7 Düren rückt nach vorne

KöLNam Rhein

Montag, 15. September 1941 Nr. 257

Beginn der Kölner Opernspielzeit 1941/42

Glänzende Neueinstudierung von Wagners„Siegfried“.

Die Ergebnisse: Bayenthal— KBC:1(:), Rhenania— KBV 07:6(:), Union 05— Jugend Dü­ren:3(:), Sportfreunde Düren— Jugend Kalk:1 (:), Vingst 05— Phönix:1(.), Schwarzweiß gegen Nippes 12:3(:).

Das Fußballvölkchen der„zweiten Liga“ hat also nach dem zweiten Spieltag schon wieder reichlich Ge­sprächsstoff. Ganz gleich ob man nur bei Bayenthal, Rhenania, KBC oder bei den Neulingen beginnt, in fast allen Fällen tat sich etwas, was vorher wahrhaftig nicht in. Programm stand. Selbst im Falle Vingst 05 gegen Phönix glaubt man von einer gewissen Ueberraschung sprechen zu müssen, obschon wir ausdrücklich darauf hin­wiesen, daß die Auseinandersetzund mit größter Vorsicht

zu genießen war. Trotzdem nehmen wir die Dinge übsch der Reihe und ihrer Bedeutung nach. Und da interessiert in erster Linie der Rekordsieg der Bayen­thaler über den hoch eingeschätzen KBC, der von den Grünweißen sprichwörtlich in Grund und Boden gespielt wurde. Die Ursachen sind verhältnismäßig schnell gefunden; denn einmal rückten die Bayenthaler mit einer Mannschaft an, die schon nach außen hin die Elf der Klettenberger turmhoch überragte, und zum anderen ge­lang in der zweiten Halbzeit dem Sieger alles und dem Verlierer, der sich zu stark verausgabt hatte, überhaupt nichts mehr. Bezeichnenderweise schoß der KBC durch einen Strafstoß von Wirz das erste Tor. Graf und Krämer sorgten schließlich für einen knappen Halbzeit­vorsprung, der immerhin ausreichte, das völlige Zusam­menklappen der Schwarzroten abzuwarten. Wie reife Früchte sielen dann den Graf, Bankhoff, Esly und Ge­nossen fünf weitere Treffer in den Schoß. Nicht viel anders war es in Braunsfeld, wo sich die Rhenanen ohne Broich und Weber alle Mühe gaben, den unbe­schwert drauflos stürmenden KBVern Einhalt zu gebieten. Ehe sich der Platzverein versah, war der Füh­rungstreffer von Ermes nicht nur ausgeglichen, sondern durch Walter und Seiffert dreifach. überholt. Nach der Pause waren Nideggen und Walter in regelmäßigen Ab­ständen erfolgreich. Beim:=Stande vermochte lediglich Eichstädt die Spanne etwas zu verringern. An den sechs Toren des Neulings vermochte trotz allen Einsatzes Sel­bach im Tor der„Veilchen“ nichts zu ändern. Neben den Torschützen überragte beim KBV der„alte“ Kaludi, der die Kreise der stark verspielten Braunsfelder empfindlich

störte. Union 05 fuhr alle verfügbaren Kräfte auf, um sie Dürener Jugend zu stoppen, wurde dabei aber das Opfer ihrer falschen Taktik. Fries(2) und Dondorf hießen die Torschützen der Gäste. Nagelschmidt traf für die Jonier zweimal ins Schwarze. Hart auf hart befeh­dete man sich in Vingst, wo weder der Platzmatador noch die Ehrenfelder„Phönixe“ klein beigeben woll­ten. Die Tore fielen erst nach der Halbzeit und zwar eröffneten die Gäste durch Finster den„Reigen“, nachdem Rees einen Elfmeter verschossen hatte. Kurz vor dem Abpfiff erzwang der Vingster Linksaußen Klein den Aus­

gleich. Von den Spielen in Bickendorf und Düren waren Einzelheiten nicht zu erfahren, so daß wir uns auf die bloße Veröffentlichung der Resultate beschränken müssen.

Die Tabelle der ersten Klasse

Handball

Hoher Sieg von Turnerkreis Nippes

Der letzte Bereichsmeister trug seinen zweiten Meister­schaftskampf im Weidenpescher Park gegen PfL 99 Köln aus

und kam dort zu einem ganz überlegenen 19:=(13:)=Erfolg. Die Merheimer hatten allerdings das Pech, ohne ihren guten Torhüter, sowie auch ohne ihre Soldaten antreten zu müssen und waren daher dem raumgreifenden und ausgezeichneten Zusammenspiel ihres Gegners, der seine vollzählige Mann­schaft zur Stelle hatte, nicht gewachsen Die beiden anderen Spiele nahmen einen unentschiedenen Ausgang. Vingst 05 trennte sich von HSV Bocklemünd mit:1(:). Den Treffer für den Platzverein warf der Halbrechte Leonhardt, während der Ausgleich durch den Linksaußen Blatzheim erfolgte. TV Wahn hatte Mülheimer SV zum Gegner und kämpfte gegen diesen:5(:). Die Mülheimer hatten durchweg mehr vom Spiel und lagen zehn Minuten vor Schluß:1 in Führung, dann brachten aber einige Fehlentscheidungen des vom Platz verein gestellten Ersatz=Schiedsrichters die Mannschaft außer Fassung, und sie mußte sich daher noch eine Punkteteilung ge­fallen lassen. Das ferner noch angesetzte Treffen BSG Ford gegen SG Ordnungspolizei Köln fiel aus, weil der vorgesehene Leiter nicht erschienen war.

Einen Freundschaftskampf trug Kölner Turnerschaft 43 gegen Luftwaffen=SV Köln aus und wurde in diesem mit:5 (:1) geschlagen. Die Frauen des Kölner Bereiches führten im Stadion Uebungsspiele unter Leitung des Bezirks=Fachwartes Max Bleidt aus, in denen Kölner BC, der nunmehr in die Kämpfe um die Deutsche Frauen=Handball=Meisterschaft ein­tritt, eine überragende Rolle spielte.

Kölner Steherrennen am 5. Oktober

Mit dem„Großen Preis der Hansestadt Köln" sollte am Sonntag der Schlußstrich unter die diesjährige Renn­zeit in Riehl gezogen werden. Technische Gründe zwangen zu einer Verlegung. Als neuer Zeupunkt wird der 5. Oktober genannt. Die gleichen Fahrer, Meister Loh­mann, Merkens, Schindler, Krewer und Schorn, sollen starten.

Der von den Kölner Opernfreunden bereits sehnlichst er­wartete Augenblick ist gekommen! Mit einer glänzenden, durch­aus festspielhaften Auffuhrung des neueinstudierten„Siegfried“ hat das Kölner Opernhaus die Spielzeit 1941/42 begonnen. Auf Grund dieser prachtvollen Neueinstudierung, die in vieler Hinsicht das Prädikat„vollkommen“ verdient. darf man den kommenden künstlerischen Dingen im Hause am Habsburger­ring wieder mit den höchsten Erwartungen entgegensehen

Man kann sagen, daß dieser„Siegfried“ von Grund auf neu einstudiert war; denn nahezu sämtliche Hauptpartien waren mit Kräften der Kölner Opernbühne besetzt, die diese Partien erstmalig sangen. Das Hauptinteresse konzentrierte sich wohl auf Matthias Steland als Siegfried. So hätte sich denn der mächtig aufstrebende Heldentenor der Kölner Oper auch diese Partie, eine der schwierigsten und umfang­reichsten von allen Wagnerschen Opern und Musitdramen erobert! Welche sängerische Entwicklung!... so möchte man im Hinblick auf diese neue„Eroberung“ Stelands sagen und zugleich vorwegnehmend hinzufügen: Einen solchen Siegfried, der aus dem reichen Schatz seiner tenoralen Mittel immer wieder neue Klang= und Ausdruckswerte zu heben und in den Dienst der Aufgabe zu stellen weiß, der über eine Fülle farbiger, süßer, weicher und schwärmerischer Mezza=voce=Töne verfügt, die man bisher kaum geahnt hat, der sein uner­schöpfliches Material auch im großen Schlußduett mit und „gegen“, Brünnhilde noch sieghaft zu behaupten vermag, hat man in Köln seit Jahren nicht mehr erlebt. Man muß in der Geschichte der Kölner„Siegfried“=Aufführungen schon weit zurückblättern, um auf Sänger zu stoßen, die gleiche oder ähnliche Eindrücke hinterlassen haben. Das ausgezeichnet be­setzte Haus erkannte recht bald den Wert dieses neuen Sieg fried. Bereits nach dem ersten Bilde mit den ebenso sieghaft wie kulturvoll gesungenen Schmiedeliedern gab es für Steland eine Reihe von„Vorhängen“, und nach dem letzten Bilde umjubelten laute Bravorufe den erfolgreichen Sänger.

Sie galten natürlich auch Marietheres Henderichs, die als Brünnhilde dem Hause ein weiteres sängerisches und künstlerisches Erlebnis vermittelte. Auch hier ist man wohl zu dem Ausspruch berechtigt: Welch eine sängerische Entwick­lung! Diese neue Brünnhilde gewinnt unsere Sinne durch die Schönheit des rein Stimmlichen sie gewinnt unsere Herzen durch die schlichte, geradezu rührende Menschlichkeit in der Gestaltung des Ausdrucks, der den vielleicht etwas starren Rahmen des Hochdramatischen sprengt und nur noch Spiegel einer liebenden und sehnsüchtigen Frauenseele ist.

Die Aufführung paradierte mit weiteren Glanzleistungen. Peter Nohl sang erstmalig den Wanderer. Nachdem er be­reits mehrfach einen vorbildlichen Wotan gesungen hat, konnte ihm Stil und Gestalt dieser neuen Partie nicht mehr fremd sein. Sein Wotan=Wanderer bestürzt uns geradezu durch die Majestät der stimmlichen Schönheit und Gewalt. Erst diese Stimme macht in dem Rätselraten mit Mime verständlich, warum sich der Zwerg scheu vor dieser gewaltigen Erscheinung im bläulichen Licht duckt und verkriecht. Aber im Gespräch mit Siegfried und Erda findet dieser stimmlich übernatürlich

geweitete Wanderer auch warmherzige, ja zuweilen sogar humorvolle Töne. So und nicht anders bat sich Wagner das Idealbild des Gottes gedacht. Eine hoheitsvolle Erda war Friedel Hoffmann, die ebenso durch die Schönheit des Vokalen wie durch die Intensität des Ausdrucks aufhorchen ließ.

Zwei alte Kämpen des Kölner„Siegfried“ sind Werner Alsen als Mime und August Griebel als Alberich. Hier wie dort ist alles schönste Erfüllung im Gesanglichen und Dar­stellerischen. Darüber hinaus darf Werner Alsens Mime immer wieder eine Glanzleistung in der Kunst der Maske genannt werden. Dann noch die beiden Naturstimmen! Die des Trachen, für die Anton Germann sein prosundes Organ wieder wirkungsvoll einsetzte; dann der Waldvogel, dessen Naturlaute Marianne Thiede gewandt, wenn auch noch nicht mit letzter Deutlichkeit des Figurenwerks nachsang.

Zu den ausgeruhten Kräften der Bühne traten die eben­fall: wieder mit neuem und frischem Klang eerfüllten Kräfte des Orchesters. Hier gab es unter der lichtvoll gestaltenden und immerzu ein restloses Vertrautsein mit der Partitur bekundenden Leitung von Generalmusikdirektor Karl Dam­mer ein klanglich reiches und seines Musizieren, das ebenso den kammermusikalischen Werten der Märchenmusik wie der gewaltigen musikdramatischen Sinfonik des Ganzen, diente In der Gestaltung der Szene konnte Alexander Spri'na wieder aus dem Fundus seiner praktischen Erfahrung und seiner künstlerischen Einsichten schöpfen. So hatte auch die Vild= und Spielgestaltung wieder die echten Maße klassischer und doch subjektiv durchglühter Erhabenheit. Geblieben waren in dieser Neueinstudierung die Bühnenbilder von Alf Björn. So recht! Wozu diese wunderschönen Märchenbilder durch andere ersetzen, deren Wert erst zu erweisen wäre!

Die Aufführung hatte insgesamt den betonten Charakter des Festspielhaften. Diesem zwingenden Eindruck unterlag auch die Besucherschaft, die neben den Mitwirkenden auch den Generalintendanten und den Generalmusikdirektor feierte.

Robert Greven.

Wir notieren...

Glücksspieler geschnappt

Bei einer Revision in einem Privathause in der Altstadt wurden 15 Personen bei einem Glücksspiel betroffen. Größere Geldbeträge sind beschlagnahmt worden. Der Wohnungsinhaber und die als gewerbsmäßige Spieler bekannten Personen wur­den in Haft genommen.

Zusammenstoß

Infolge Nichtbeachtung der Vorfahrt kam es auf der Kreuzung Mannsfelder=Raderbergerstraße zu einem Zusammen­stoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Dreiradliefer­wagen. Bei dem Zusammenstoß wurden beide Fahrzeuge leicht beschädigt.

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Dienstag, den 16. September 1941 Opernhaus(Ruf 21 08 21)

Der Vetter aus Dingsda 19.30—22 Uhr

Schauspielhaus(Ruf 22 60 48) Geschlossen Kartenverkauf 11—13. 18—20 Uhr.

Ernst u. Fritz Liebendahl

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