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Herbststimmung in Königswinter
Wenn der Segen des Winzers Mühe, reiche Traubenernte in großen Bütten aus den Weinbergen heimgeholt wird, hält der Herbst seinen Einzug. Ein guter Herbst ist den Winzern in diesem Jahre beschieden. Länger wie in den früheren Jahren dauerte denn auch die Traubenlese. In den letzten 20 Jahren ging der Weinbau hier immer mehr zurück. Der Winzer sah sich infolge der vielen Fehljahre gezwungen, andere Erwerbsquellen zu suchen, und so kam es, daß bald große Flächen jahrelang unbebaut blieben. Seit ein paar Jahren bringen nun Groß= und Kleinwinzer dem Weinbau wieder mehr Interesse entgegen. Mehrere Hektar Weinbergsdrische sind wieder mit Neupflanzungen angelegt, so daß heute wieder an 30 Hektar bebauter Weinberg vorhanden ist.
Ist die Traubenlese zu Ende, wirds allmählich still im Städtchen. Die vielen tausend Fremden, welche Königswinter im Sommer tagtäglich besuchen, sind verschwunden, die am Rhein gelegene Allee ist menschenleer und öde. Der Personendampfer=Verkehr ruht, und die zahlreichen Motorboote liegen untätig an den Landebrücken. Nur hin und wieder wird noch eine am Rhein stehende Pferdedroschke zur Fahrt ins Gebirge in Anspruch genommen. Pferde und Esel am Hardtberg harren umsonst der Reiter, um sie ins Gebirge zu tragen. Die Petersbergbahn hat ihre Fahrten eingestellt, nur ein Verkehrsauto hält, wie auch im Vorjahre, den Verkehr zum Petersberg aufrecht. Noch kurze Zeit, und auch die Drachenfelsbahn wird ihren Verkehr einstellen. Der ganze Gebirgswald hat ein buntes Herbstkleid angelegt. Still und ruhig ist es im Siebengebirge geworden; die lustigen Weisen der durchwandernden Gesellschaften sind verstummt, und nur hin und wieder sieht man kleine Wandertrupps das Gebirge durchziehen. An schönen Sonntagen zeigt sich noch etwas mehr Leben in den Bergen, die letzten schönen Herbsttage werden noch benutzt, um sich an der Pracht der Natur zu erfreuen, Berge und Täler zu durchstreifen und sich am Abend in einem Gasthof am Rhein an süßem Weinmost zu erquicken. Abends herrscht in den Straßen des Städtchens beizeiten Ruhe, nur am Biertisch ist es noch lebendig. Die kommenden Stadtratswahlen bieten wieder Stoff. 16 Stadträte sind neu zu wählen, 6 der alten tun nicht mehr mit, und so gibt es bestimmt 10 neue, und da heißt es, vorsichtige Wahl treffen. Die Wogen der Politik gehen zuweilen hoch bis in die Nacht hinein, und morgens ist wieder eine Kandidatenliste fertig. Es sollen bereits 12 Wahlvorschläge in Aussicht stehen, ein Zeichen, daß in diesem Jahre reges Interesse herricht.
Die Saison ist zu Ende, der Kampf um das Fremdenbeherbergungswesen ruht, und das Verkehrsamt kann bis zum nächsten Frühjahr seine Warnungstafeln wieder einziehen.
Abseits, auf dem Friedhofe, arbeiten fleißige Hände an der Vollendung des Krieger=Ehrenmals, dessen Einweihung am Allerheiligentage stattfinden soll.
Aus Godesberg.
Schedenseuer.
g. Gestern morgen brannte der zwischen der Bonner straße und der Staatsbahn liegende maschinelle Betrieb de Zimmermeisters Lehnen nieder. Von der Werkstätte bliel nichts übrig als wie die Eisenteile der Maschinen, die Giebelmauern des Sheddaches und der Kontoranbau, der gerettet wurde. Die Lagerschuppen sowie einiges Holz auf der Zulage blieben erhalten, da der Wind die Flammen nach Süden trieb.
Anzeiger für Vonn und Amgegens
Die Ittenbacherstraße„Einst und Feor“.
Die Bilder zeigen den Verlauf der in diesem Frühjahr beendeten Ittenbacherstraße, am letzten Anstieg vor dem Die Länge der..... Margaretzenhof.
eltemn Straße war 1g gtr ade betrug 112 Klometer, die der neuen Straße 978 Klometer. Die stärkste Steigung der
3s weier di. dar 40 Prozent, während die der neuen nur.9 Prozent beträgt. Die Breite der alten Straße betrug
9—.— Nie der neuen Straße ist 11—16 Meter. Der kleinste Radius der alten Straße betrug 5 Meter, bei der neuen Straße beträgt er 40 Meter. Eine Überhöhung der Kurven war bei der alten Straße überhaupt nicht vor., S.„## handen, bei der neuen Straße beträgt sie bis zu 1 Meter.
Zur Vornahme auler dieser Arbeiten mußten 130 000 Kubikmeter Bodenmassen, darunter 75000 Kubikmeter Felsen,
bewegt werden. Gleichzeitig mit dem Straßenbau wurde die Kanalisierung des Mirbaches(des alten Mittelbaches) rgenommen.(Vgl. auch unseren heutigen Artikel„Fünf Jahre Königswinterer Stadtparlament". Die Schriftl.)
g. Am Montagabend begannen im evangelischen Gemeindehause die durch Pastor Flemming aus Neustrelitz gehaltenen Evangelisations=Abende. An sieben Tagen spricht der Redner nachmittags und abends über religiöse und verwandte Fragen. Er begann gestern abend mit dem Thema:„Können wir der Bibel noch Vertrauen schenken?“
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g. Am Sonntag, den 3. November, erwartet der.=.= V.„Liederkranz“ 200 Sänger der Männer=Gesangvereine Ippendorf,„Concordia“ Unkel, Liederkranz Oberwinter und Quartett=Verein Mehlem, als Gäste für den von ihm veranstaltete: Jo ef Werth=Abend, an dem rheinische Komponisten unter Toni Backhausens Leitung zu Gehör gebracht werden.
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Mehlem, 30. Sept. Die Kirchengemeinde von St. Severin feierte am Sonntag die Renovierung ihrer Kirche und der Kapelle Mater Dolorosa auf der Meckenheimerstraße im Oberdorf, durch ein feierliches Hochamt in der Kirche mit anschließender Besichtigung der Kapesle.
Abends war eine Festversammlung bei Wald im engsten Kreise. Hier dankte Pfarrer Dierdorf dem ausführenden Künstler Gauer und seinen Mitarbeitern aus Düsseldorf sowie all den Spendern, die zum Gelingen des Werkes beigetragen hatten. Der stellvertretende Gemeindevorsteher Ivens dankte namens des Kirchenvorstandes und Prof. Neuß=Bonn gab interessante Aufschlüsse zu dem Problem der Ausmalung, über welche wir schon am Samstag berichteten. Musik= und Gesangvorträge umrahmten den Abend.
Fünf Jahre Königswinterer Stadtparlament.
Fünf Jahre lang haben die Stadtväter, die jetzt ausscheiden, Königswinter betreut, und da ist es wohl angebracht, einen Rückblick zu wersen auf die bedeutenderen Beschlüsse und Taten, die diese Zeit kennzeichnen. Mit frischem Mut ging man an die Arbeit, und beschloß gleich zu Beginn:„Jeden Monat eine Sitzung abzuhalten“, ein Beschluß, der allerdings zuletzt in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Während des Jahres 1924 wurde u. a. der Wülsdorfer Hof am Südende der Stadt gepachtet, um in ihm Wohnungsuchende unterzubringen,(später entstand am nördlichen Ausgang von Königswinter dann noch ein Barackenviertel, die„Gesolei“, wie es der Volksmund nennt). Angesichts der großen Gefahren, die der
Kraftwagenverkehr wie in anderen Rheinorten, auch in Königswinter mit sich bringt, wurden verschiedentlich Eingaben gemacht an die Regierung, zwecks Verminderung der Geschwindigkeit der Kraftwagen. Eine Herabminderung wurde in etwa erzielt, doch nicht in dem Maße, wie man es wünschte und erwartete. Bereits 1924 wurde auch der Plan gefaßt, am Rhein eine Bedürfnisanstalt zu errichten, jetzt soll sie endlich auch wirklich kommen und zwar in Verbindung mit der Wartehalle für die Siebengebirgsbahn. Gegen Schluß des Jahres kamen dann die Verhandlungen bzgl Weiterführung der Siebengebirgsbahn nach Honnef, die eine beachtliche Erweiterung unserer Rheinallee und den Ausbau der Böschung am Rhein mit sich brachte. Die Allee, die bis dahin nur bis zum Wolfgang Müller=Denkmal führte, geht heute bis zur Königswinter—Rhön=
dorfer Grenze, wo sie mit einem schön ausgebauten Aussichtsplatz abschließt.
Verschiedentlich, zunächst im Jahre 1925, mußten Gelder für die Instandsetzung der Ittenbacher Straße bewilligt werden, bis diese im vorigen Jahre neu ausgebaut wurde. Im Haushaltplan für 1925 findet sich die Endsumme mit 428000 Mark, die Umlagen stiegen von 150 Proz. und 350 Proz. auf 175 Proz. von der Grundvermögenssteuer und 400 Proz. von der Gewerbesteuer. Durch die ganzen Jahre hindurch, bis zu diesem Jahre bewegten sich diese Zuschlagsätze auf aussteigender Linie: 1926 wurden allerdings noch 175 Proz. und 400 Proz. erhoben, 1927 jedoch schon 200 Proz. Grundvermögenssteuer und 400 Proz. Gewerbesteuer, 1928 225 Proz vom Grundvermögen und 400 Proz. und 800 Proz. vom Gewerbeertrag und vom Gewerbekapital. Für das Jahr 1929 blieben diese letzteren Sätze bestehen.
Eine Erleichterung für die Straßeninstandhaltung brachte 1925 dadurch, daß die Provinz die Provinzialstraße, die sie an Königswinter abgetreten hatte, wieder in ihre Verwaltung zurücknahm. Die Kanalisationsarbeiten wurden in diesem Jahre weitergeführt und an der Winzerstraße nahm man Wohnungsneubauten in Angriff. Um auch den privaten baulustigen zu helfen, beschloß man über die Hauszinssteuermittel hinaus aus Gemeindemitteln zu günstigen Bedingungen Hypotheken zu geben und Bauplätze zu verkaufen. Zu der glanzvoll verlaufenen
Jahrlausendfeler in Königswinter gab die Stadt einen namhaften Zuschuß. Das bis dahin der Stadt zur Verfügung gestellte Gebäude„Volkswohl“
mit der angebauten Turnhalle wurde von dem Erbauer, Herrn Ferd. Mülhens, der Stadt auf dem Schenkungswege übereignet. In einigen Räumen des Gebäudes ist seit zwei Jahren die heimatgeschichtliche Sammlung des Königswinterer Heimatvereins untergebracht. Im Jahre 1926 wurde der Haushaltplan mit der Endsumme von 442 400 RM. bewilligt. Das Jahr hatte mit dem großen Hochwasser am Sylvester= und Neujahrstage begonnen, und so war die erste Tat für den Stadtrat von der Kreisverwaltung einen Hochwasserkredit von 75.000 RM. zur Weitergabe an private Hochwassergeschädigte aufzunehmen. Für den Neubau der Autostraße zum Petersberg trat die Stadt als Mittelsperson für den Erbauer Herrn Mülhens auf, indem sie nominell die Erbauerin war, Herr Mülhens aber alle Kosten übernahm.
Im Laufe des Jahres wurde die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen angeregt— zu Allerheiligen dieses Jahres 1929 soll es enthüllt werden. An der Aufbringung der Kosten haben sich die Königswinterer Vereine freudig und opferbereit beteiligt. Zum Schluß 1926 beschloß man, die beiden langjährigen Stadtverordneten und Beigeordneten Wolfslast und W.Bachem zu Ehrenbürgern der Stadt Königswinter zu ernennen.
Zwei einschneidende Beschlüsse, die zum größten Teil notgedrungen erfolgten, brachte das Jahr 1927. Die Höhere Knabenschule von Königswinter wurde mit dem Honnefer Gymnasium zusammengelegt mit dem Sitz in Honnef. Vier der Lehrer unserer Knabenschule wurden an das neue Realgymnasium Siebengebirge übernommen; die Schüler fahren von Königswinter aus nach Honnef zur Schule. Zu den Kosten der Schule hat die Stadt Königswinter vertragsgemäß ein Drittel zu zahlen, jedoch höchstens 175 000 Mk. Das zweite große Unternehmen war der
Um. und Ausbau der Ittenbacher Straße durch den Kreis. An den Kosten beteiligte sich die Stadt Königswinter mit 80000 Mk. Zwecks Verminderung der Verkehrsgefahren in der Hauptstraße beschloß das Stadtverordnetenkollegium die Beseitigung der auf den Bürgersteig hinausragenden Haustrittstufen durch städtische Beihilfe zu den Kosten zu fördern. Einen bedauerlichen Beschluß faßte der Stadtrat durch Ablehnung des Ankaufes des Lucius'schen Hauses an der Hauptstraße, das in einem großen Park gelegen, als Kuranlage mehr als geeignet gewesen wäre. Kurz darauf wurde die Besitzung vom Siegkreis selbst angekauft. Ob weiterhin der Verkauf einiger Häuser an die christlichen Gewerkschaften zur Vergrößerung von„Unser Haus“ zweckmäßig war, wird die Zukunft erweisen. Es steht jetzt dort ein mächtiger Häuserblock als Erholungs= und Kursusheim, durch den evtl. eine Erschließung des füdöstlichen Stadtviertels, Remigiusstr. etc., durch Straßenbau behindert wird. Die Einführung einer Schulzahnpflege ist als lobenswert anzusprechen.
Es folgte nun das Jahr 1928. Der Etat schloß mit 497900 Mk. Mit zu den ersten Beschlüssen des Jahres gehörte der
Ankauf einer neuen Rheinbadeanstalt,
da die frühere städtische Badeanstalt dem Hochwasser zum Opfer gefallen war. Abhilfe eines unhaltbaren Zustandes war der Vertrag mit der Firma Weber bzgl. der Dampferlandebrücken, so daß nun jeder Dampfer hier in Königswinter anlegen kann und es nicht mehr passiert, daß Vergnügungsdampfer, die weder der Köln=Düsseldorfer Gesellschaft noch der Niederländer Gesellschaft gehören, an Sonntagen stundenlang ratlos auf= und abfahren, weil sie von den privaten Landebrücken keine Erlaubnis zum Landen bekommen. Endlich fand dann auch im Jahre 1928 das Gebäude der höheren Knabenschule eine Verwendung: es wurde an das Amtsgericht und an das Katasteramt vermietet, die beide mittlerweile dort eingezogen sind.
Die erste Stadtratssitzung des Jahres 1929 fand Ende Juli statt. In ihr wurde der Haushaltplan beschlessen, der in Einnahme und Ausgabe mit 521 400 Mk. schließt. Weitere weittragende Beschlüsse wurden in diesem Jahre bisher nicht gefaßt, wenn man die Inangriffnahme bzw. Ffortführung von Kanalisationsarbeiten während der Pinters nicht dazu rechnen will.
Dom Vorgebirge.
Markinszug in Alfter.
Lehrerschaft, Elternbeirat und Vereine arbeiten zusammen, um einen Martinszug zu ermöglichen. Dank der Opferwilligkeit der Vereine ist es auch in diesem Jahre wieder möglich, eine Musikkapelle zu bestellen. Der Martinszug soll am Samstagabend, den 9. November, vonstatten gehen und zwar von der Schule über den Görreshof— Olsdorf— Tonnenpütz— Holzgasse— Kronenstraße — Appelallee. Die Jugend sammelt bereits eifrig das ersorderliche Brennmaterial.
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Zentrumsversammlung in Alfter.
Am Sonntag nachmittag sand in Alfter eine große Zentrumsversammlung statt, in der Abgcordneter Hensen über die Bedeutung der kommunalen Wahlen und über das Abhängigkeitsverhältnis der Reichs=, Staats= und kommunalen Politik sprach. Der Vorsitzende Johann Engels gab zum Schluß die Liste der Kandidaten bekannt. Folgende Bürger sind von der Zentrumspartel für den Gemeinderat vorgeschlogen: Joh. Engels, Heinr. Weiler, Kaspar Schneider, Lorenz Willems, Hubert Schmitz, Matth. Ringhausen, Lehrer Weinstock, Gottfried Hennes(Olsdorf), Peter Heuser(Olsdorf), Heinr. Mösgen, Matth. Wadlen, Peter Winterscheid(Birrekoven), Jobann Kreutzberg, Pollzeiassistent Senkbeil, Heinr. Dreesen, Andreas Welter, Johann Langen und Jos. Kreutzberg.
Für die Amtsvertretung Oedekoven stehen aus Alfter folgende Herren auf der Liste: Kaspar Schneider, Theodor Engels, Wilhelm Cronenberg, Jos. Siebertz und Matth. Ringbausen.
*„Joribo= Ligarren*
10, 12, 15, 20, 25, 30, 40 Pig. Jonann AieCR Münsterplats21
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