Nr. 133.— Drittes Blatt.

Stellvertretender verantwortlicher Redackeura Herst. Grieben in Köln.

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Aerrristh P

Dienstag, 3. Juni 1884.

Abonnementspreis: in Köln.4 in Deutschland.4 vierteljährig. Anzeigen 40 Pfg. die Zeile oder deren Raum. Reclamen.50 bis.4 Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmt vorgeschriebenen Tagen wird keine Verantwortlichkeit übernommen.

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∆ Der Pariser Salon. II.

Das Genrebild nimmt einen so hervorragenden Rang unter den Sendungen des Salons ein, daß wir uns ihm zunächst zuwenden wollen. Wohl wäre noch manche Darstellung des Nackten zu nennen, aber die Mehrzahl der bessern Gemälde gehört schon dem Gebiete des Heiligenbildes an, und die Rundschau unter den an den Felsen geschmiedeten Andromeden, den erwachenden oder badenden Mädchen und andern ähnlichen Actstudien hat keinen Reiz, wie wir uns überhaupt auf eine Blütenlese unter dem ebenso vielseitigen wie ungleichen Inhalte dieser vierunddreißig Säle beschränken. Für die mittlerweile in den Baracken der Tuilerieen eröffneten, 900 Num­mern zählende Gemäldeausstellung der unabhängigen Künstler läge diese Auswahl freilich weit bequemer, als für den altangestammten Salon der Champs Elysées; dort begegnet das Auge im günstigsten Falle, wenn man die Sache gewissenhaft, wie Lot die Frage nach der Zahl der Gerechten in Sodom und Gomorrha, auf die Wagschale legen will, kaum zwanzig guten Bildern und noch weniger berannten Namen; dessen ungeachtet dürfte dieser Ausstellung leicht ein echt Pariser Sensationserfolg blühen: am Firnißtage allein führte die Neugierde 30000 Besucher in diese Baracken. Der Belgier Fan pan Beers, in den Rheinlanden nur durch seine excentrische Jugend­arbeit„des Volkes Dank oder der Tod van Arteveldes" bekannt ist, lieferte ein kleines wohlgelungenes Portrait des belgischen Compo­nisten Peter Benuit, Meyer=Ball in Brüssel einige dunkelgetonte, kräftig gemalte Studienköpfe aus dem bäuerlichen Leben, und der Spanier Falero ein sonst wohl als Erinnerung an fröhliche Faschings­tage zum Schmuck seines Ateliers verwandtes Tamburin mit einer jungen rothaarigen, auf einem Besenstiel nackt zum Blocksberg rei­tenden Hexe. Den hier vereinten Franzosen ist die Landschaft noch am besten gelungen, von den Historienbildern und Gruppenportraits schweigt man besser. Gegen den Titel der„Zurückgewiesenen des Salons“ protestirt die Gesellschaft mit Recht, denn der größere Teil dieser Erzeugnisse einer von allen Regeln unabhängigen Kunst wurde aus guten Gründen der Jury des Salons gar nicht vorgelegt und Jules Garnier zog es vor, sein des Motivs wegen abgelehntes Ge­mälde„der Papst amüsirt sich“, das ein treffliches Zugstück gewesen wäre, auf der Avenue de’Opéra allein auszustellen. Das Thema ist allerdings für ein katholisches Land doppelt seltsam gewählt, ein Reigen nackter Frauen tanzt vor dem Papste Alexander Borgia und seinen Kindern Cäsar und Lucretia; in Bezug auf die Technik be­zeichnet es einen lobenswerten Fortschritt des talentvollen, nur zu sehr nach Effect haschenden Künstlers, dem diese Lehre hoffentlich für die Zukunft gute Frucht tragen wird. Das Historienbild hat höhere, edlere Ziele, als die Illustration der Skandalchronik früherer Jahrhunderte.

Millets Weise, welche zu Lebzeiten des genialen Meisters niemals zu der verdienten Geltung gediehen ist, macht alljährlich mehr Schule. Jeder Salon bringt eine vielseitige Gruppe von ländlichen Genrebildern: bald führen uns die Künstler ideal oder streng realistisch aufgefaßte Einzelfiguren, jeder seiner Richtung entsprechend, vor, bald erzählen sie uns, wie Jules Breton es so wohl versteht, eine ganze Ndvelle in Farben, aber dem landschaftlichen Hintergrunde wird dabei mit geringen Ausnahmen ein sehr bedeutendes Vorrecht zuerteilt. Das Meeresufer liefert den Künstlern nach wie vor Stoff zu Strand­idyllen und zu tieftragischen Darstellungen aus dem schweren Kampfe um das tägliche Brot, das Pariser Straßenleben bietet Volkstypen in Fülle und der rege gesellschaftliche Verkehr begünstigt die Blüte des Salon=Genrebildes. Alle diese Gebiete sind diesmal wohl ver­treten, sogar das Ausland blieb nicht zurück. Unter den deutschen Genremalern zeichnen sich Kühl und Echtler, Höcker und Harberger, Jakobides und Liebermann, ein gewohnter Gast des Salons, aus. Belgien, Holland und die spanische Colonie in Paris sandten tüch­tige Beiträge, nur Englands Kunst ist dürftig, die akademische Aus­stellung zu London nahm alle neuen Schöpfungen in Anspruch.

Wer von Adrien Moreau nur das Menuett aus Schultes Kunst­jalon kennt, würde ihm kaum seine beiden jüngsten durchaus ver­schiedenartigen Arbeiten zuerkennen; die Technik ist freier und die Motive sind weniger einseitig. Schon bei„der Fähre“ mischt sich allerlei Landvolk, ein Geflügelhändler mit seinem gefüllten Korbe gleich im Vordergrunde, unter die am Ufer harrende vornehme Gesellschaft aus dem nächsten Schlosse, und sein„Abend“ ist nun gar einer andern Lebenssphäre entlehnt. Auf einem Felsen inmitten einer weiten, von den ersten abendlichen Schatten überhauchten Landschaft sitzt eine junge Bäuerin im schmucklosen blauen Linnenkleide, ein Tuch um den Kopf, barfuß und eine schwanke Gerte in der Hand. Hinter ihr schimmert der Horizont in dem lichten rosig=bläulichen Nachglanze des Sonnenunterganges, die neckischen dunkeln Löckchen über der freien Stirn flattern im Abendwinde, es wird Zeit zur Heimkehr, doch das Mädchen hat alles in Träumerei vergessen, lässig ruht der Hirtenstab in ihrer Hand und die Stille fesselt sie ebensosehr, wie sie selbst den Beschauer. Die anmutige Hirtin Vay­sons hängt„im Frühling“ merkwürdig trüben Gedanken nach. Ihr Blick ist lebensmüde und ihr Mund hat kein Schmeichelwort für den vor ihr kauernden und iyr mit rührender Zärtlichkeit die Hand leckenden zottigen schwarzen Schäferhund. Vor iyr weiden die Schafe unter blühenden Obstbäumen, hinter ihr versucht ein Lamm die Knospen eines niedrigen Strauches zu vernichten, weder Hund noch Herrin merken es. Die junge burgundische Bäuerin, welche Aimé Perret uns vorführt, ist dagegen ein lebensprühendes, zu Scherz und Lustbarkeit aufgelegtes Mädchen, wenn sie auch im Augenblicke grade still auf einem Felsen im Felde sitzt. Es ist Sonntag, sie trägt den originell geformten Kopfputz der Burgunderinnen, das rote mit Stickereien reich verzierte Mieder, weiße Strümpfe und derbe Schuhe; neben ihr steht halb vergessen das Körbchen mit Ge­müse, sie genießt Feiertagsruhe und Blütenduft, wie Armand Syl­vestres Geoicht erläutert, und fröhliche Gedanken umgankeln sie, denn ein schelmisches Lächeln ruht auf ihren frischen Lippen. Ob Feyen=Perrin mit seiner„Armorica“ die Bretagne zu verkörpern gedachte, oder ob er nur eine anmutige Tochter jenes malerischen Landes mit diesem Ehrennamen taufte, bleibt unentschieden, jeden­falls aber verdient das Gemälde lebhaften Beifall. Etwas zart und duftig für ein Kind des Strandes ruht sie auf den rechten Ellen­sogen gestützt auf dem Sande und blickt dem Beschauer entgegen, während sich alle ihre bisher genannten Genossinnen nur im Profile zeigten. Um den zierlichen Kopf ist ein weißes Tuch geschlungen, ein tiefrotes Tuch bedeckt die Büste und die blaue Schürze gibt den dritten Ton dazu. Tiefpoetisch wie der Ausdruck der Zage ist auch der von rosigen Tinten überhauchte Hintergrund, die Düne, der Himmel und das Meer, von welchem sich die Ruhende deutlich ab­hebr. La Boulayes alte, behaglich ihre Mittagssuppe aus dem braunen irdenen Topfe essende Bäuerin hat sich dazu den Platz am Fenster ausgesucht, durch dessen kleine Scheiben der Blick hinaus ins Grüne schweift. Gönnen wir auch Rolls unmittelbar dem Pariser Straßenteben entlehnten Gestalten, dem Cement=Arbeiter in seinem weißen, bestäubten Arbeiterkittel, und der Gemüsehändlerin mit ihrem Korbe am Arme einen kurzen Moment. Beide Typen sind dem vielseitigen Künstler sehr charakteristisch gelungen, das müde, staubgeblendete Auge des Mannes und der Ausdruck rastloser Thätigkeit bei der Frau sind durchaus natürlch.

Suchend wandert das Auge umher— hat uns denn Jules Breton, der Dichter und der Maler zugleich, in diesem Jahre nichts beschert? Er hat uns nicht vergessen. Drüben nahen paarweise, anmutig wie der junge Lenz, der Flur und Landschaft zu ihrem Ehrentage mit Blüten übersäte, seine Communicantinnen aus dem Dorfe; sie wan­dern zu der kleinen Kirche mit dem schmucklosen Glockenturm, dessen Geläute bis zu ihnen herübertönt. Von weither haben sie sich zu­sammengefunden, schon ist der Zug halb vorüber, nur ein junges Mädchen blieb zurück, die auf der Schwelle ihres Hauses harrenden Großeltern zu begrüßen und ihren Segen mitzunehmen. Sie hat den Schleier zurückgeschlagen und lauscht den Worten der auf den Stock gestützten armen Alten, der Großvater streckt ihr die Hand entgegen und die Mutter, eine sorgenvoll aussehende Frau mit einem Knaben, steht wartend daneben. Flieder und Goldlack blühen in dem kleinen Garten, die Obstbäume heben sich hell von dem lichten Frühlingshimmel ab und die dunkeln Dächer der einfachen Häuser, an denen die weißgekleidete Schar vorüberpilgert, liefern die einzige dunkle Note zu dieser Symphonie von Licht und Sonnen­schein, Feiertagsstimmung und kindlicher Unschuld. Bretons zweites, gleichfalls von selbstgedichteten Strophen begleitetes Bild, ist weit einfacher als Composition: ein Bursche arbeitet im Schnee und hält in seinem Schaffen ein, um mit einem jungen Mädchen einen fröh­lichen Gruß auszutauschen. Der rosige Schein des Sonnenunter­gangs überglüht die weite schneebedeckte Ebene und das junge Paar im Vordergrunde. Die schönen Gemälde sind bereits im Privat­besitze. Chermitte läßt seinen vielgefeierten, vom Staate für die Galerie des Luxembourgpalastes erworbenen Schnittern diesmal Winzer nachfolgen. Hauptfiguren sind eine stattliche dunkelhaarige Frau und ein am Boden sitzender, Trauben essender Knabe. Sie hat ihm den vollen Korb zur Auswahl geboten und freut sich, einen

Königliche. Agerichtr

zu Bochum.

In unser Firmen=Register ist unter Nr. 922 die Firma

„Ww. I. Bünner"

und als deren Inhaber die Han­delsfrau Ww. Ignatz Bünner zu Ueckendorf am 28. tragen.

Mai 1884 einge­

Handels==gegister des Königliche„Iogrrichtr

In unser Firmen=Register ist unter Nr. 923 die Firma

„Aug. Hackert"

und als deren Inhaber der Zim­mermeister u. Ziegeleibesitzer August Hackert zu Hofstede am 28. Mai 1884 eingetragen.

Moment Rast haltend, über das stille Behagen des Kleinen. Ein sonniges Lächeln verklärt ihre ansprechenden Züge. Vor und hinter ihr, rechts und links schimmert das Weinlaub in den bunten Farben des Herbstes, dunkle Trauben lugen dazwischen hervor und die beiden Alten arbeiten eifrig, im Geiste wohl schon nach Bauernart den Gewinn überrechnend. Das alte Schloß Adans kennen wir bereits; auf seiner hohen schattigen Terrasse harrte im vorigen Jahre das Schloßfräulein des Geliebten, jetzt jätet ein altes Weib das Unkraut auf dem breiten Wege unterhalb der Rampe. Die friedliche Stim­mung wird bei dem zweiten Bilde„Die Verlassene“ zur wehmütigen: ein Dorfgretchen wandert mit seinem Kinde und seinem Bündel einsam einer unbekannten Ferne zu. Ohne das Interesse an der Landschaft würde das Gemälde freilich arm erscheinen. Die Gänse­hirtin des Italieners de Nittis, eine alte Frau, rüstet sich bei rasch emporsteigendem Gewitter mit ihren Schützlingen zur Heimkehr.

Ein nebelartiger bläulicher Ton beeinträchtigt stark die Wirkung der ebenso einfachen wie anmutigen Composition. Welcher Abstand zwischen allen diesen mehr oder weniger lichtliebenden Künstlern und Ribot, dessen Palette alles Dunkel der ältern Kunst, Riberas Schwarz und Rembrandts Goldbraun auf seiner Palette vereint. Schön ist sein altes, über der Lectüre in alten„Pergamenten“ halb eingeschlum­mertes Weib in dem Figur und Kopf umhüllenden, nur Gesicht und Hände freilassenden kuttenartigen Mantel wahrlich nicht, derb, fast summarisch scheint alles gemalt, sowohl das Gewand wie die Fleisch­teile, und dessen ungeachtet bleibt man unwillkürlich gefesselt davor stehen, denn die kleine Leinwand bedingte einen Schatz von Fleiß und Ausdauer, von Studium und von Wissen, um zu solcher Vollen­dung zu gedeihen. Der Elsässer Schützenberger vertritt noch Gleyres

ältere Weise; bei seinen„Fischern vom Rheinufer“ sind die Gestalten Handels=Register des gut gezeichnet und kräftig getont und der Hintergrund mit seinen

tiefhängenden Uferweiden umrahmt sie mild und harmonisch. Ver= Hänig'ichen Amtsgeri#

geblich sucht man ein Gemälde von Gustav Jundt im Kreise, von dem sinnigen Elsässer, der mit lichten Tönen so liebliche Idylle aus seiner Heimat zu berichten wußte. Mitte Mai haben ihn die Freunde zur letzten Ruhestätte geleitet und er hatte vorher keinen Beitrag zum Salon gesandt, wo seine Schöpfungen Licht und Poesie aus­zustrahlen pflegten.

Die Meeresküste und ihre Bewohner besitzen gleichfalls einen Kreis von getreuen Paladinen, welche in der guten Jahreszeit dort Sommerfrische halten und mit gefüllter Studienmappe wieder in die Winterquartiere heimkehren, um das Gesehene zu Nutz und Frommen von weniger glücklichen Sterblichen auf die Leinwand zu fesseln. Da zeigt uns Haquette einen vom gesegneten Fange bei hochgehender See heimkehrenden Fischernachen, dessen Insassen bei der Vorüberfahrt an dem steilen, von einem weithin sichtbaren Kreuze gekrönten Felsen dankbar das Haupt entblößen und ein Vaterunser sprechen, um uns weiter eine Taufe in einem dieser einfachen Strand­dörfer vorzuführen. Der Vater, ein sonngebräunter Seemann, schreitet zwischen der Patin mit dem neuen Weltbürger und der alten Großmutter im roten Kaputzenmantel über den Friedhof, stolz und fröhlich seiner Armut zum Trotze; hinter ihm folgt ein jüngeres Paar, auf der niedern Kirchhofsmauer sitzt ein kleines Mädchen mit einem Kinde und sieht dem Zuge mit großen Augen nach. Das „Alarmsignal“ Hagbergs, die Ausrüstung der Rettungsboote, be­handelt ein ähnliches Motiv wie Jordans„Schiffbruch in der Nor­mandie“, klagend umringen Kinder und Frauen die Männer, es hilft nichts; die Pflicht ruft. Sein nordischer Landsmann, der auch im Kölner Museum vertretene Smith=Hald, glänzt durch zwei wun­derbar stimmungsvolle Pendants,„Das alte Netz" und„Morgen am Christiansfjord“. Ein ernstes, hübsches Fischermädchen flickt das Netz langsam Masche um Masche auf einsamer Düne, ihre Genossin auf dem zweiten Bilde wirft, auf der schmalen Landungsbrücke stehend, geduldig Angel um Angel aus, obgleich die Ernte ziemlich dürftig bleibt; ein Knabe ist ihr einziger Genosse, auch er fischt wie zum Spiele. Der Holländer Israels kennt für seine Gemälde kein Herzensglück und keinen Sonnenschein, sein alter Fischer, der„im Kampfe um das Dasein" bis zum Knie im Wasser steht und den Wogen seine Nahrung mühselig abringt, ist dessen ungeachtet eine meisterliche Leistung, und über seiner„Heimkehr“, ein armes Weib kommt mit den beiden Kindern müde heim vom Tagewerke, ruht sogar ein etwas hellerer Ton als gewöhnlich. Frau Demant=Breton einer hat schon weit Besseres als ihre„Ruhe“ geschaffen, weder das Netze strickende junge Weib noch der neben ihr lang hingestreckt auf dem Sande liegende und mit dem Kinde spielende Mann sind in Aus­druck und Haltung so natürlich, wie man es bei dieser Künstlerin gewohnt ist. Die Pendants Feyens,„Abfahrt zum Fischfange" und „Das Weib des Seemanns“, könnten wohl auch das Frauenlos am Strande heißen; hier begleiten sie die Scheidenden schweren Herzens bis hinab an die Boote, dort sucht ein armes Weib den Mann im Wirtshause, um ihn zur Heimkehr zu bewegen. Das Rauschen der Wogen singt ihnen kein Lied von Lebensfreude und Genuß, weit eher von Weh und Trauer.

Der Genremaler und der Novellist arbeiten einander Tag fur Tag entgegen, bald gibt der eine, bald der andere dem Genossen Ton und Stimmung an, und in dieser Hinsicht sind alle Nationen gleichgesinnt. Unsere deutschen Künstler verstehen es ganz prächtig, mit ihrem Pinsel fröhliche oder ernste Geschichten zu erzählen. Mit Echtler besuchen wir ein lauschiges Eckchen seitwärts vom Markus­platze zu Venedig, um vor dem farbenfrischen Bilde in der Rück­erinnerung an vergangene schöne Tage zu schwelgen. Auf den Steinbänken unter dem Säulengange der Procuratien hat sich eine bunte Gruppe von Mädchen und Kindern zusammengefunden; eine schelmische Brünette streut den Tauben Futter und weiß sich kaum vor der zudringlichen Schar der ihr bis auf den Schoß und die Schultern flatternden Tiere zu retten, sodaß sie lachend den roten Fächer zur Abwehr vor das Gesicht hält. Eine dunkeläugige Ge­nossin und ein auf der Bank stehendes kleines Mädchen sehen neu­gierig zu den sich auf dem Boden drängenden Tauben herab und die ganze Umgebung nimmt Teil an der Freude dieser gefiederten Lieblinge des Volkes.„Erinnerung an Venedig“ nennt Echtler bezeichnend sein Gemälde aus der Lagunenstadt. Der Münchner Kühl holte sich den Stoff für seine beiden Arbeiten auf Hollands für die Kunst geheiligtem Boden. Zwei von dem Scheine des rot­glühenden Eisens scharf beleuchtete halbnackte Arbeiter stehen in seinem„Hammerwerke in Holland“ vor dem Amboß; tief hängen die Balken von der niedrigen Decke herab, die Wände sind zeitge­bräunt und ein malerisches Durcheinander von Gerätschaften, Hand­werkszeug und halbvollendeten Arbeiten gruppirt sich rings umher.

Das Ganze ist kräftig im Tone und wohlberechnet in den Licht­effecten. Einfach und schmucklos ist die Stube, welche seine„Waisen beherbergt. Vier ganz junge Mädchen in der über­

Eben erschien:

und

Ein evangelisches Zeugniß

zum

I. Zur Orientirung. II. Randglossen zu der pastoralen Protest­erklärung wider Professor Bender, von einem Laien, mit Zusätzen von einem Theologen. III. Kritische Gänge und Resultat.

Preis 1 Mark 20 Pfg.

Besonderes Interesse dürfte die Schrift schon durch die originelle Ent­stehung erwecken, bei der ein Laie und ein Theologe sich zu gemein­samer Arbeit die Hand gereicht haben. In leidenschaftsloser, würdig=ernster und milder Sprache will sie nach beiden Seiten Klärung und besonnene Würdigung bewirken. Da beide Verfasser auf durchaus positiv=christ­lichem Standpuncte stehen, so ist es doppelt bedeutsam, daß sie in das Verdammungsurteil über Professor Bender nicht einstimmen, sondern in gründlicher, sach= und schriftkundiger Erörterung nachweisen, inwiefern derselbe nicht nur Hauptzeugnisse der Schrift, sondern auch anerkannt „gläubige“ und orthodoxe Autoritäten wie„Tholuck, Kahnis, Beck, Kitzsch, Meyer u..“ auf seiner Seite hat. Da endlich die ganze Frage in ihrer Bedeutung für den gesamten Protestan­tismus erfaßt und ohne Parteifärbung von den höchsten Gesichts­nuncten aus behandelt wird, so darf die Schrift auf eine über das gewöhnliche Interesse und den ephemeren Eindruck weit hinausgehende Würdigung rechnen.

Verlag von Max Cohen& Sohn in Bonn.

Handels=Register des Königliche IIogerichts zu Bochum.

In unser Firmen=Register ist unter Nr. 924 die Firma

„W. Pellmann"

und als deren Inhaber der Glas­und Tapetenhändler Wilhelm Pell­mann zu Gelsenkirchen am 28. Mai 1884 eingetragen.

Handels=Register Königlichenumtsgerichts zu Bochum.

Unter Nr. 379 des Gesellschafts­Registers ist die am 1. Mai 1884 unter der Firma„L. Röttgen& Cie.“ errichtete offene Handels=Gesellschaft zu Wattenscheid am 28. Mai 1884 eingetragen, und sind als Gesell­schafter vermerkt:

1) der Kaufmann Leeser Röttgen zu Wattenscheid,

2) der Kaufmann Nathan Röttgen zu Wattenscheid.

in Holland“ veherbe##. Vier ganz junge Mädchen in der über­wiegend aus rotem Tuche bestehenden Tracht des Amsterdamer Waisenhauses sitzen fleißig nähend zusammen, nur eine hebt den Kopf und blickt dem Beschauer in das Auge, durch das Fenster sieht man rote Ziegeldächer hineinleuchten, eine der Arbeiterinnen hält sogar ein Stück roten Zeuges auf dem Schoße, nur die Katze spielt auf dem Fußboden mit einem dunklen Knäuel, und doch wirken alle diese ähnlichen Töne harmonisch zusammen.

Die niedlichen holländischen Kinder Paul Höckers werden bei den Besuchern des Münchener Glaspalastes gewiß noch in gutem An­denken stehen, das Einzelbild der kleinen Seeländerin mit Ohreisen und Spitzenhäubchen war sogar von der bairischen Regierung für die neue Pinakothek angekauft. Jetzt kehren dieselben kleinen Schwestern, Hand in Hand durch das wogende Kornfeld schreitend, als„Erinnerung an Seeland“ wieder. Der kleine dunkelgehaltene Bauernkopf Harburgers zeugt von hohem Fleiße in der Behandlung der Einzelheiten und Jakobides„böser Enkel“ reiht sich den Lach­erfolgen des Salons an. Großvater und Kind verziehen das Gesicht unendlich komisch, der Kleine schreit mit weit offenem Munde und wirft sich voller Trotz rücküber und der Alte kneift vor Schmerz die Augen zu, weil der ungeberdige Pflegling ihn mit aller Kraft an dem Backenbarte zaust. Vor Liebermanns Darstellung eines volksbeliebten Biergartens in München hört man immer wieder die staunende Frage, ob das denn Münchener Art sei, man habe sich die Sache ganz anders gedacht. Keck und frisch hat Liebermann seine bunten Gruppen der Wirklichkeit entlehnt, viele Kinder und viel Unruhe gehören ja zu der Charakteristik eines solchen Bier­gartens in Baiern.

Kunst und Literatur.

* Die Verlagshandlung Sigm. Bensinger in Wien, deren unlängst ab­geschlossene illustrirte Ausgabe von Körners Werken allgemeine Anerkennung gefunden, hat nun eine ähnliche illustrirte Prachtausgabe von Lenaus Werken veranstaltet. Heinrich Laube hat die Text=Redaction übernommen und wird als Bestandteil dieser Ausgabe eine eingehende Lebensbeschrei­bung des Dichters liefern. Die Illustrationen in den bis jetzt vorliegenden Lieferungen bekunden einen feinen Geschmack und Tact bei Auswahl der Scenen sowie ein verständnisvolles Eindringen in die eigenartige Lenausche Poesie der Schwermut und Entsagung. Schöne Kopfleisten und Schluß­vignetten tragen ebenfalls zur Erhöhung des künstlerischen Schmuckes wesentlich bei.

Handels=Register des Königlichen Amtsgerichts zu Bochum.

In unser Firmen=Register ist unter Nr. 915 die Firma

„W. H. Küppers“

und als deren Inhaber der Destil­lateur Wilhelm Heinrich Küppers zu Schalke am 26. Mai 1884 ein­getragen.

Handels=Register des zu Bochum.

In unserm Gesellschafts=Register ist zu Nr. 374, betreffend die Han­dels= Gesellschaft Schepperheyn& Wiese zu Bochum, zufolge Verfügung vom 26. Mai curr. am folgenden Tage nachstehende Eintragung be­wirkt:

„Der bisherige Gesellschafter Uhrmacher Georg Bösche zu Bochum ist aus der Gesellschaft ausgeschieden;

der Uhrmacher Hermann Bösche ist in dieselbe als Gesellschafter eingetreten.“

Zsnizlichen Peaute. Koniglichen Amtsgerichts zu Bochum.

In unserm Gesellschafts=Register ist zu Nr. 147, betreffend die Actien­Gesellschaft Glas= und Spiegel­Manufactur zu Schalke bei Gelsen­kirchen, zufolge Verfügung vom 24. Mai curr, am 27. Mai nachstehende Eintragung bewirkt:

Durch Beschluß der General­Versammlung vom 2. April 1884 ist unter entsprechender Abänderung der§§. 2 und 3 des Statuts das Actien=Capital auf 1 200 000.4 festgesetzt; dasselbe besteht aus 900·000.K in alten von 400# weiter auf je 150. reducirten und nunmehr auf Namen lautenden Actien und aus 300 000.A in neuen ebenfalls auf Namen lautenden Actien über je 150.4 In derselben General=Versammlung hat auch der§. 6 des Statuts eine Aen­derung erlitten. Der jetzige Wortlaut der geänderten§§. 2, 3 und 6 des Statuts ist zu er­sehen Bd. III, Bl. 1 der Bei­lage=Acten.“

Handels=Register des

Königlichen Amtsgerichts zu Duisburg.

Die unter Nr. 417 des Firmen=Re­gisters eingetragene Firma Th. Er­kamp(Firmeninhaber Kaufmann Theodor Erkamp, früher zu Duisburg) ist gelöscht am 28. Mai 1884.

Bilanz pr. Geschäftsjahr 188384.

Activa.

Abschreibung: Zugang:

Immobilien 44 885,— 44——

„ 6471,54„7891,79

Vorräte..:..:...“. Wbe6t.. 65.36

Debitoren

Cassa

Passiva.

159543

19

erl.

132 000 12000

4474 4 195

6600

273

159543 + 30.—

60

31

28

19

vom

Gegen Coupon Nr. 8 kann die Dividende pro 1883/8, ulli+

1. October a. c. ab an unserer Gesellschafts=Casse in Empjang genommen. werden.

Der Aufsichtsrat besteht aus den Herten Jul. Hollender und Arn. Patzmann zu Ruhrort und I. F. Schürmann zu Dornap und Aug. Kampf zu Ruhrort. 6%

Gerdt bei Homberg am Rhein, den 31. Mai 1884.

Gerdter Dampf= und Ringofenziegelei.

Bekanntmachung.

Behufs Ausführung von Zimmer=, Schmiede=, Tischler=, Pflaster= und Eisengußarbeiten nebst Lieferung der erforderlichen Materialien zur Wieder­herstellung des Magazins Nr. 11 ist

auf Mittwochden 4. Juni 1884, vormittags 10 Uhr,

im diesseitigen Bureau, Severin­straße Nr. 228, ein öffentlicher Ter­min angesetzt worden, wozu Unter­nehmer zur Abgabe von Offerten hierdurch aufgefordert werden.

Bedingungen, Zeichnungen und Kosten=Anschläge liegen ebendaselbst zur Einsicht aus.

Köln, den 24. Mai 1884. Königliches Proviant=Amt.

Submission

auf Lieferung von Oberbaumaterialien

3050t Stahlschienen, Cal. V,

3240t fluß= oder schmiedeeiserne Querschwellen,

192t dergleichen Weichen­schwellen,

611t Seitenlaschen,

52t Laschenschrauben,

101t Hakenschrauben,

333000 Stück Klemmplatten, 2984000 Stück Sprungringe. Termin

am 14. Juni 1884, vormittags 9 Uhr,

im Materialien= Bureau.

Die Offerten sind versiegelt,porto­und gebührenfrei spätestens zum oben angegebenen Termine

an das Materialien=Bureau, Trankgasse Nr. 49, einzureichen.

Die Bedingungen können gegen Erstattung von 1,00 Mark in Bar oder in Briefmarken von dem Materialien=Bureau bezogen werden. Köln, den 27. Mai 1884. Königliche Eisenbahn=Direction (linksrheinische).

Register des KoniglichenAmtsgerichts zu Bochum.

In unser Firmen=Register ist unter Nr. 916 die Firma

„W. Heitkamp"

und als deren Inhaber der Bäcker und Winkelier Wilhelm Scharpwin­kel, gt. Heitkamp, zu Dorneburg bei Eickel am 26. Mai 1884 eingetragen.

Handels=Register des

Rroniglichenumtsgerichts zu Bochum.

mn. O5 Firmen=Register ist unter ver. Autadie Firma „Cyrisrian Gelhausen Nachfolger“. Zudie P, deren Inhaber Fräulein Sachmann zu Gelsenkirchen am 26. Mai 1884 eingetragen.

Handels=Register des RoniglichenAmtsgerichts zu Bochum.

„In unser Firmen=Register ist unter Nr. 918 die Firma

Herner Eisenhütte 18 5# W. Albring und als veren Inhaber der Fabrik­besitzer Wilhelm Albring zu Herne am 26. Mai 1884 eingetragen.

Handels=Register des RoniglichenAmisgerichts zu Bochum.

n. 910 Die Firmeg.ester ise uue

als Feren Dempewolf“

Inhaber der Kauf­Dempewolf zu Schalke arn 26. Mai 1884 eingetragen.

-Register des erdniglichenAmtsgerichts zu Bochum.

In unser Firmen=Register ist unter Nr. 920 die Firma.

„Carl Breuer"

und als deren Inhaber Herr Carl Breuer zu Bochum am 27. Mai 1884 eingetragen.

Jnievr„chister des Koniglichen Amtsgerichts zu Bochum.

In unser Firmen=Register ist unter Nr. 921 die Firma

„Heinrich Schwarze“ und als deren Inhaber der Bäcker und Specereihändler Heinrich Schwarze zu Dorneburg bei Eickel am 27. Mai 1884 eingetragen.

Holkk Hrrauuft

Ein kleines Hotel ersten Ranges in einer Kreisstadt ist per sofort oder 1. September unter günstigen Zai lungs=Bedingungen zu verkaufen. Bewerber wollen ihre Fr.=Off. unter 2 W 89 an d. Exp. d. Bl. einsend.“

Ehmerich.

In unserem Firmen=Register sind zufolge heutiger Verfügung gelöscht:

Unter Nr. 154 die Firma M. Braumann.

Unter Nr. 169 die Firma F. H. Linden.

Im Procuren=Register sind gelöscht die noch für die erloschene Firma Ohlendorff& Comp. eingetragenen Procuren unter Nr. 114 des Kauf­mannes Wilhelm Spaarmann, unter Nr. 126 des Max Wettstein und des Friedrich Spaarmann.

Emmerich, 29. Mai 1884.

Königliches Amtsgericht.

Zufglge Uebereinkunft ist die zu .=Gladbach unter der Firma .=Gladbacher Maschinen= u. Dampf­kessel=Armaturenfabrik Huck& Wehle bestehende Handels= Gesellschaft am 1. Mai d. J. aufgelöst worden, das Handels=Geschäft mit allen Activen und Passiven und der Firmen=Be­rechtigung auf den bisherigen Gesell­schafter Kaufmann Paul Otto Wehle zu.=Gladbachübergegangen, welcher dasselbe für seine alleinige Rechnung unter der bisherigen Firma.=Glad­bacher Maschinen= und Dampfkessel­Armaturenfabrik Huck& Wehle zu .=Gladbach fortführt.

Dieses wurde heute unter Nr. 1181 des Gesellschafts= und Nr. 1992 des Firmen=Registers eingetragen. .=Gladbach, den 28. Mai 1884. Königliches Amtsgericht, Abteilung I.

Handels=Register des Königrichen Amtsgerichts zu Siegen.

In das Firmen=Register ist unter Nr. 460 die Firma

„Robert Ax“,

mit dem Sitze zu Siegen, und als deren Inhaber der Kaufmann Ro­bert Ax zu Siegen am 28. Mai 1884 eingetragen.

Handels=Register des

Königlichen Amtsgerichts zu Siegen.

In das Firmen=Register ist unte Nr. 461 die Firma

Frettlöh“,

mit dem Sitze zu Freudenberg, und als deren Inhaber der Kaufmann Carl Frettlöh zu Freudenberg am 2. Mai 1884 eingetragen.

In das Gesellschafts=Register des Dunterzeichneten Gerichts ist unter Nr. 65 heute folgende Eintragung erfolgt;

Col. 2. Firma: Heinrich Mom­berger& Co.

Col. 3. Sitz der Gesellschaft: Wetzlar.

Col. 4. Rechtsverhältnisse der Ge­sellschaft:

Die Gesellschafter sind: Kauf­leute Heinrich Momberger und Philipp Nöder zu Wetzlar.

Die Gesellschaft hat am 23. Mai 1884 begonnen.

Wetzlar, den 24. Mai 1884.

Königliches Amtsgericht.

Ein 6 Morgen großes bei Siegburg gelegenes Thonfeld, aufgeschlossen, v. beträchtlicher Mächtigkeit(20 bis 22 Fuß) und bester Qualität ist zu ver­kaufen. Franco=Offerten u. C B 145 an die Exped. d. Bl.

Königliches

Eisenbahn=Betriebs=Amt Köln(rechtsrheinisches). Neubau

Siegburg=Ründeroth.

Die Arbeiten und Lieferungen exel. der Maurermaterialien zur Herstellung eines Locomotivschup­pens auf Bahnhof Siegburg sollen im Wege öffentlicher Submission verdungen werden.

Zeichnungen, Kostenanschlag und Bedingungen können auf dem Ab­teilungsbureau hierselbst eingesehen werden.

Das zu benutzende Submissions­formular ist gegen frankirte Ein­sendung von 50 Pfg. von dem Unterzeichneten zu beziehen; porto­freie, mit entsprechender Aufschrift versehene versiegelte Offerten sind bis zum 10. Juni, vormittags 11½ Uhr, mit Attesten über Leistungs­fähigkeit 2c. demselben einzureichen.

Siegburg, den 29. Mai 1884.

Der Königliche Eisenbahn­Bau=Inspector, Altstaedt.

Die Lieferung von ctrca 45chm OKiefernholz zu Brückenbalken und 850gm Eichenbohlen soll vergeben werden.

Die Bedingungen können bei un­serem Bureau=Vorsteher eingesehen oder gegen##.0,75 Copialgebühren von uns bezogen werden.

Offerten mit ensprechender Auf­schrift sind bis zum

12. Juni cr., vormittags 11 Uhr,

frankirt einzusenden, zu welcher Zeit die Eröffnung stattfinden wird.

Wesel, den 29. Mai 1884.

Königliches

Eisenbahn=Betriebs=Amt.

Bekanntmachung.

Die Lieferung von Basaltklein­schlag und Basaltkopfsteinen für ver­schiedene Provincialstraßenstrecken in den Kreisen Rees, Cleve, Geldern und Mörs soll für den 5jährigen Zeitraum von 1884—1888 incl. im Wege der schriftlichen Submission verdungen werden und ist hierzu Termin auf

Mittwoch

den 18. Juni 1884, vormittags 11 Uhr,

in meinem Bureau(Ritterstraße) hierselbst anberaumt.

Offerten mit der Aufschrift:„Lie­ferung von Basaltkleinschlag und Basaltkopfsteinen“ sind bis dahin versiegelt und portofrei einzusenden.

Die Bedingungen 2c. können in meiner Amtsstube eingesehen oder auf frankirte Anforderung unter Nachnahme der Copialien von 1 Mk. bezogen werden. Auch werden die­selben im Termine bekannt gemacht.

Wesel, den 31. Mai 1884.

Der ständische Wegebau=Inspector, Becherer.

großes herrsch. Haus, Küchenanbau 2c., 1 Mrg. alte, schattige, schöne Gartenanlage u. groß. Gemüsegar­ten, schöne freie Aussicht auf gan­zes Siebengebirge, verzugshalber äußerst billig zu 30,000.4 zu ver­kaufen durch e

Jos. Kratz, Agent, Bonn.

Oeffentliche

Donnerstag

den 18. Juni d.., Vormittags 10 Uhr,

zum Verkaufe der in den Werk­stätten zu Mülhausen, Bischheim, Montigny bei Metz und Luxemburg lagernden alten Werkstattsmate­rialien, als:

Schmiedeeisen, Federstahl, Werk­zeugstahl, Radreifen, Eisenblech, Messing, eiserne Achswellen, Gußeisen, Zink, Compositions= 2c. Krätze, Siederohrabschnitte, verbranntes Schmiede= sowie Gußeisen, Scheibenräder, Rad­, sterne, Sprungfedern, Gummi­und Hanfwaren, Filz= und Leder­Abfälle, Wollstoffe, Wachsteppich­und Wagendecken=Abfälle, Bruch­glas, Lampenteile, ferner 1 Lo­, comobile, 1 Dampfkessel sowie; die ab 1. April 1884 bis incl. 31. März 1885 gewonnen werdenden Eisen= und Stahl­drehspähne.

Die Verkaufs=Bedingungen sind. von der unterzeichneten Stelle gegen portofreie Einsendung von 30 Pfg. zu beziehen.

Straßburg, den 29. Mai 1884. Kaiserliche

Ober=Maschinenmeisterei der Eisenbahnen in Elsaß=Lothringen

Pflasterstein=Lieferung.

Angebote auf Lieferung von im ganzen 424cbm Pflastersteinen aus hartem Gestein für verschiedene Orte in Provincial=Bauinspection Düssel­dorf(Ratingen, Mettmann, Werden, Altenessen u. s..) werden

bis 13. Juni er.

vom Unterzeichneten angenommen.

Nähere Lieferungs=Bedingungen können gegen Einsendung von#4# bezogen werden.

Düsseldorf, den 30. Mai 1884.

gez. Beckering, Provinc=Bauinspector.

3

von-—500 EMetern Dachflächen.

Fr.=Offerten unter 2 0 83 werden an die Expedition d. Bl. erbeten

a) für einfache Schuppen­deckung mit prima Schiefern,

b) für doppelte Deckung mit englischen Schiefern. i

Bekanntmachung.

Im Auftrage des Herrn Ed. Hoff­mann zu Geldern werde ich am

Sonnabend den 7. Juni cr., vormittags 10 Uhr,

auf dem Rhein. Bahnhofe zu Hagen i. W. nachstehende Baugeräte öffent­lich meistbietend gegen Barzahlung verkaufen:

1 Tender=Locomtive(45 Pferde­kraft), 59 Rollwagen, 0,90 Spur, Hacknägel, Spitz= und Platt­Hacken, schwere und leichte Häm­mer, Hebebäume, Brecheisen, Nagelklauen, Schlagbohrer und Stahlbohrer von Stahl 2c. Genaues Verzeichnis und Be­schreibung der Gegenstände ist mir einzusehen.

Hagen i.., den 25. Mai 1884.

Blumensaat, Gerichtsvollzieher.

bei

Verkauf einer

Portland=Cement=

Die Portland=Cement=Fabrik zu Schierstein am Rhein bei Wiesbaden, eingerichtet zur Fabrication von jährlich 50000 Faß, dicht an dem Rhein=Lahn=Bahnhof gelegen und mit der Bahn durch einen Schienenstrang verbunden, ist samt allen Maschinen, Wohnhaus, Werkmeisterwohnungen, Stallungen, eigener Gasfabrik, eige­ner Wasserleitung und einem Terrain von fünf Morgen mit tiefgrundigem Lehmboden unter vorteilhaften Zah­lungsbedingungen zu verkaufen. Das Etablissement eignet sich auch wegen seines Wasserreichtums zu jedem anderen größeren Fabrikbetrieb. Das­selbe liegt außerhalb des Ueber­schwemmungsgebietes. Näheres bei dem Eigentümer, Rechnungskammer­rat Pfeiffer in Wiesbaden, Louisen­straße Nr. 17.

Große herrsch. Villen­

Besitzung,

durch die Nähe von Bonn für Som­mer= und Winterbenutzung hoch­elegante Gebäude, prachtv. selten­schöne Garten=Anlagen mit städt. Wasserltg., stets frei bleibende großartige Rundschau auf ganzes Siebengebirge, wegen Verzugs mit Einrichtung außerge­wöhnlich billig zu verkaufen durch Jos. Kratz, Agent, Bonn, Kaiserstr. 18. 6

In Hückeswagen

großer Laden mit 4 großen Schau­fenstern, nebst Wohnung, zu jedem Geschaft passend, an der Hauptstraße, ist billig zu mieten oder auch zu kaufen. Zu erfragen bei s“ Gust. Pott er., Hückeswagen