Nr. 153.— Erstes Blatt. Steüvertretenser verantwortlicher Redacteur: Herm. Grieben in Köln. Verleger und Drucker: M. Du Mont=Schauberg in Köln. Expedition: Breitestraße 76, 78. Agenturen in Deutschland: In allen grösscrer Städten Deutschlands: Haasenstein& Vogler, R. Mosse, G. L. Daube& Co., Invalidendank. Aachen Th. Naus. Berlin Bernh. Arndt, S. Kornik. Ronn G. Cohen. Bremen E. Schlotte. Coblenz Wilh. Groos, Halle J. Barck& Co. Schroeder. Co. Magdeburg R. Kiess. Mainz D. r. Wiesbaden E. Rodrian's uch Fronz. Rauschert& Hofbuchhandlung. #c Berlin, 1. Juni. Ein kaiserlicher Erlaß vom 27. v. M. bestimmt über die Einrichtung der Wersto#visionen und Matrosen=Artillerie=Abteilungen folgendes: 1) Jede der zu den beiden Marinestationen gehörenden Werftdivisionen wird, unter Wegfall der Einteilung in Abteilungen, in Compagnieen geteilt, welche unmittelbar unter dem Divisionscommando stehen. Uebersteigt die Zahl der Mannschaften am Lande bei einer jener vier Stammcompagnieen 250 Köpfe, so kann aus derselben für die Dauer dieses Zustandes eine zweite Compagnie— Zweigcompagnie— gebildet werden. Den Führern der letztern steht die Disciplinarstrafgewalt in demselben Umfange wie denen der Stammcompagnieen zu. 2) Bei jeder der beiden Matrosen=Artillerie=Abteilungen wird eine dritte Compagnie gebildet. 3) Unter Aufhebung entgegenstehender Bestimmungen überläßt es der Kaiser dem Chef der Admiralität, die weitern Anordnungen selbständig zu treffen, auch über die Einteilung der Compagnieen und die Commandirung der Compagnieführer sowie über den Zeitpunct der Durchführung der Maßregel zu bestimmen, doch ist dabei die Herstellung ständiger Verbände am Lande und deren Uebertragung auf den Dienst an Bord anzustreben. Der Chef der Admiralität hat sofort die nötigen Ausführungsverfügungen getroffen, denen zufolge u. a. die neu zu bildenden Compagnieen durch jede Werftdivision fortlaufende Nummern erhalten, die 1. Compagnie von einem Corvetten=Capitän, die.,., 4. von Capitän=Lieutenants geführt werden, die 1. Compagnie in eine Maschinisten= und eine Zahlmeister=Abteilung zerfällt. Die weitern Anordnungen in Bezug auf die Matrosen=Artillerie=Abteilungen trifft der Inspector der Marine=Artillerie selbständig so, daß auch hier die Durchführung der Neubildung am 1. October d. J. abgeschlossen sein muß. An diese Anordnungen reiht sich eine Vorschrift über die Ergänzung des Zahlmeisterpersonals der Reichsflotte. Zur Ausbildung für diesen Dienst sollen grundsätzlich nur zugelassen werden: EinjährigFreiwillige des See=Bataillons und der Matrosen=Artillerie, welche unverheiratet und noch nicht 21 Jahre alt sind, andere Mannschaften des activen Dienststandes der Marine, welche unverheiratet, noch nicht 23 Jahre alt und nicht aus der Schiffsjungen=Abteilung hervorgegangen sind. Jeder Zuzulassende muß Seedienstfähigkeit nachweisen, das Reifezeugnis für die erste Classe eines Gymnasiums oder Realgymnasiums beibringen, genügende Kenntnis der englischen und französischen Sprache haben, um aus derselben geläufig ins Deutsche zu übersetzen und sich verständlich auszudrücken, eine Anerkennung des Vaters oder Vormundes einreichen, daß dem Anwärter eine Zulage, und zwar bis zu seiner Beförderung zum Unterofficier von 15¼ monatlich, später und bis zur Beförderung zum Zahlmeister=Aspiranten von 10¼ monatlich gezahlt werden wird. Außerdem ist noch eine schriftliche und eine mündliche Prüfung zu bestehen, der sich später noch eine zweite anreiht.— Nach dem über die Schiffsbewegungen von der Reichs=Admiralität erstatteten neuesten Halbmonatsberichte war das Kanonenboot Albatros am 13. April von Valparaiso nach Apia gesegelt, das Kanonenboot Cyclop am 29. Mai in Wilhelmshafen, das Kanonenboot Drache am 12. Mai in Christiansand, das Schiff Elisabeth am 30. Mai in Madeira, das Schiff Freya am 4. Mai von den Bermudas=Inseln nach Norfolk in Neu=Schottland gesegelt, das Kanonenboot Hyäne am 1. April in Sydney, das Kanonenboot Iltis am 21. April von Hongkong nach den Paracels=Inseln behufs Vornahme von Vermessungen gesegelt, von dem Schiffe Leipzig die letzte Nachricht aus Singapore, und zwar vom 31. Mai. Am 9. April war es von Sandakau(Borneo) nach Singapore gesegelt. Vom Aviso Loreley war die letzte Nachricht aus Konstantmopel vom 16. Mai, das Schiff Marie am 18. April von Valparaiso nach Iquique gesegelt, das Kanonenboot Nautilus am 10. April in Kanton. Das Schiff Nymphe sollte am 3. ds. von Gothenburg nach Arendal gehen. Das Schiff Prinz Adalbert war zuletzt in Singapore, das Schiff Sophia in Kiel, das Schiff Stosch in Schanghai, das Kanonenboot Wolf in Hongkong. In Dienst gestellt sind: das Schiff Preußen in Wilhelmshafen, das Kanonenboot Adler in Kiel, beide behufs Abhaltung von Probefahrten. Außer Dienst gestellt ist das Schiff Pommerania in Wilhelmshafen.— Während der bevorstehenden Badezeit wird nach Anordnung des Reichspostamts die Beförderung von Postsendungen zwischen Deutschland und Helgoland ausschließlich auf dem Wege über Cuxhafen erfolgen. Aus Wilhelmshaven kommt die Nachricht, daß das auf die dortige Reede von Norderney einlaufende Kanonenboot Cyklop einen gefangenen Engländer an Bord führt, der sich gegen deutsche Fischer in unsern Gewässern Ausschreitungen hat zu schulden kommen lassen, insbesondere des Diebstayls von Wanten(Angelgerätschaften) beschuldigt ist, welche Eigentum vonzNorderneyer Fischern waren. s Berlin, 2. Juni.(Telegramm.) In den allernächsten Tagen — vielleicht schon morgen— erfolgt die Veröffentlichung des Programms zur Grundsteinlegung des Reichstagsgebäudes, über welches bis jetzt nur ungenaue Einzelheiten verbreitet worden sind. Inzwischen schreiten auf dem Bauplatze die Einrichtungen zu dem Festacte rüstig vorwärts. Der Kaiserpavillon ist bis auf die Decoration fertiggestellt. Neben demselben wird sich die Tribüne für die Bundesratsmitglieder und deren Damen befinden. Die stimmführenden Mitglieder, die preußischen und etwa anwesenden Bundesratsmitglieder und etwa anwesenden bundesstaatlichen Minister und das Präsidium des Reichstags, also alle jene Personen, welche zum Hammerschlag bei der Grundsteinlegung herangezogen werden, stellen sich vor dem Kaiserzelte auf. Daß der Kaiser von einer glänzenden Vertretung des Heeres umgeben sein wird, haben wir bereits berichtet. Die eigentliche Festrede wird der Hofprediger und GeneralSuperintendent Dr. Kögel halten.— Der Bundesrat hat bezüglich des Transports von gasförmiger Kohlensäure auf Eisenbahnen folgende Aenderung des Eisenbahnbetriebs=Reglements beschlossen; „Gasförmige Kohlensäure wird zur Beförderung nur dann angenommen, wenn ihr Druck den von 20 Atmosphären nicht übersteigt und wenn sie in Behältern aus Schweißeisen, Flußeisen oder Gußstahl aufgeliefert wird, welche bei einer innerhalb Jahresfrist vor der Aufgabe stattgehabten amtlichen Prüfung ohne bleibende Veränderung der Form mindestens das anderthalbfache desjenigen Drucks ausgehalten haben, unter welchem die Kohlensäure bei ihrer Auflieferung steht. Jeder Behälter muß mit einer Oeffnung, welche die Besichtigung seiner Innenwandungen gestattet, einem Sicherheitsventil, einem Wasserablaßhahn, einem Füll=, bezw. Ablaßventil sowie mit einem Manometer versehen sein und muß alljährlich auf seine gute Beschaffenheit amtlich geprüft werden. Ein an leicht sichtbarer Stelle angebrachter amtlicher Vermerk auf dem Behälter muß deutlich erkennen lassen, wann und auf welchem Druck die Prüfung desselben stattgefunden hat. In dem Frachtbriefe ist anzugeben, daß der Druck der aufgelieferten Kohlensäure auch bei einer Temperatursteigerung bis zu 40 Grad Celsius den Druck von 20 Atmosphären nicht übersteigen kann. Die Versandstation hat sich von der Beachtung vorstehender Vorschriften und insbesondere durch Vergleichung des Manometerstandes mit dem Prüfungsvermerk davon zu überzeugen, daß die Prüfung der Behälter auf den Druck stattgefunden hat u. s. w. Baiern enthielt sich bei diesem Beschluß der Abstimmung.— Die von dem Reichstag bei Annahme des abgeänderten Gesetzes über die eingeschriebenen Hülfscassen beschlossene Resolution hat der Bundesrat dem Reichskanzler überwiesen und die Ausschüsse für Handel und Verkehr und Justizwesen beauftragt, bezüglich der Formulare für die einzureichenden Uebersichten und Rechnungsabschlüsse Vorschläge zu machen. Der Kaiser begab sich heute Vormittag 11 Uhr mittels Extrazugs nach dem Neuen Palais bei Potsdam, nahm daselbst nach der Begrüßung der kronprinzlichen Familie und der übrigen dort anwesenden Fürstlichkeiten an der Feier des Stiftungsfestes des Lehr=Infanterie=Bataillons und demnächst an dem Mahl im Grottensaale des Neuen Palais teil und kehrte um 4 Uhr mit der Großherzogin von Baden von der Wildparkstation aus wieder nach Berlin zurück. Vom Rhein, 30. Mai. Die Provincial=Correspondenz bemerkt über den Widerstand gegen den Börsenstempelsteuerentwurf,„die in Vorschlag gebrachte Steuerreform habe bis jetzt eine ganz ungenügende kritische Beleuchtung erfahren, man habe sie in allgemeinen Redewendungen und Schlagworten bekämpft, und diese mehr auf das Gefühl als auf den Verstand berechneten unsubstantürten Klagen dürften als ein Beweis angesehen werden, daß die gegnerische Presse die praktische Ausführbarkeit der vorgeschlagenen Besteurungsform indirect zugestehe“. Wir finden, daß das Organ der Regierung mit dieser Auffassung allein steht. Seinen Ausführungen gegenüber könien wir das Zugeständnis machen, daß weder unsere noch anderweitige Besprechungen der Vorlage die Materie durchaus erschöpft haben, aber immerhin glauben wir, daß diese Besprechungen sich mit der Begründung des Entwurfs, in welcher nicht einmal der Versuch einer Ertragsberechnung gemacht wird, zum mindesten in Vergleich stellen können. Die Qumtessenz der Mängel des Entwurfs(und darauf, nicht auf Detailmalerei kommt es an) haben die Organe aller Parteien sofort erkannt; sie besteht in der ebenso bequemen wie leichtfertigen Art, mit welcher sich derselbe über die Schwierigkeit des Ausscheidens des Börsengeschäfts aus der Gesamtzahl der mercantilen Umsätze dadurch hinwegsetzt, daß alle und jede Art von Geschäftsthätigkeit durch An= und Verkauf einer procentualen Steuer unterworfen werden soll; dieser Umlage wird dann frisch und frank der Name„Börsensteuer“ gegeben.„Für diesen ihren Schritt“ meint die Provincial=Correspondenz,„glaube die Regierung des Dankes bei der ganzen Bevölkerung und hoffentlich auch der Unterstützung seitens des Reichstags bei der Prüfung und Verwirklichung des Vorschlags sicher zu sein.“ Das möchten wir nun bezweifeln. Von den Parteien des Reichstags, welche doch im großen und ganzen die Stimmung der Bevölkerung wiedergeben, will die„freisinnige Fraction“ eine Börsenbesteurung überhaupt nicht. Das Centrum kommt, in der Hoffnung auf ein mögliches Handelsgeschäft, mit seiner Meinung noch nicht heraus; aber das ist weit ab von Unterstützung. Die Organe der freiconservativen Partei äußern sich in gleich ablehnendem Sinne wie die national=liberalen Organe. Somit bliebe für die Regierungsvorlage, wenn ihr nicht die Socialdemokraten beipflichten wollen, nur die conservative Partei übrig. Sie würde damit, trotz der kleinen Zahl von deren Vertreter im Reichstage, gewiß eine wertvolle und einflußreiche Unterstützung erhalten, aber auch diese Hoffnung geht fehl. Wir finden nämlich den von uns vertretenen Standpunct auch in dem Hauptorgan der conservativen Partei, der Neuen Preuß. Zeitung, energisch genug wiedergegeben.„Wir haben die Vorlage“, schreibt das Blatt, „insofern sie zu einer wirklichen Börsensteuer führen sollte, mit Zustimmung begrüßt. Insoweit aber, als sie nicht lediglich die Börse und die Börsengeschäfte trifft, haben wir allerdings auch gewisse Bedenken. Nach dem bisherigen Gesetz wurden Schlußnoten über „Waren jeder Arts ebenso behandelt wie Schlußnoten über Wertpapiere, mit einem Einsatz von 20). Das konnte allenfalls auch das nicht gewerbsmäßige Warengeschäft vertragen. Der neue Tarif, dessen erster Zweck es doch sein soll, die Börse stärker zu fassen, will aber auch alle Geschäfte über Waren ohne Unterschied und auch dann, wenn sie zur Weiterveräußerung nach vorgängiger Verarbeitung oder Bearbeitung bestimmt sind, den Geschäften über Wertpapiere gleichstellen. Ob der Begriff einer vorgängigen Bearbeitung oder Verarbeitungs nicht eine einschränkende Declaration erfahren könne, wollen wir für jetzt dahingestellt sein lassen. Jedenfalls ist aber zu beanspruchen, daß Geschäfte über selbsterzeugte Sachen oder Waren, also die Producte der Landwirtschaft, des Handwerks und der Industrie, von der Steuer frei bleiben. Ebenso müssen auch solche Waren frei bleiben, welche zum Zweck gewerblicher, also handwerksmäßiger oder industrieller Verarbeitung gekauft oder verkauft werden.“ Damit dürfte denn die Zuversicht der Regierung auf eine Unterstützung ihrer Vorlage seitens des Reichstags oder auch nur eines Teils desselben nicht zutreffen. Wird die Vorlage an eine Commission überhaupt noch verwiesen, so wird in dieser der Versuch gemacht werden müssen, das Börsengeschäft aus allen andern Geschäftsumsätzen gewissermaßen herauszuschälen. Aber wirbefürchten, bei Zugrundelegung dieser Vorlage wird man damit ebensowenig weiter kommen, als mit den früheren Wedell=Malchowschen Ausarbeitungen. Wir unsrerseits wünschen, unter Vorbehaltung der Bejahung der Bedürfnisfrage für neue Reichseinnahmen und trotz aller„freisinnigen“ Befehdungen, den Börsenverkehr ebenso wie die Capital= rente zu einer höhern Einnahmequelle für den Staat herangezogen zu sehen. Die Frage, ob bei dem erstern die Steuer vom Werte des Geschäftsumsatzes, die Controlvorschriften und die Strafbestimmungen das Richtige treffen, wird in der Reichstags=Commission aber wohl auf gleiche Verneinung stoßen, wie in der preußischen Steuer=Commission die beantragte, zu Gesetzesparagraphen umgearbeitete systematische Steuerchicane. Es ist wirklich bedenklich, zu verfolgen, in welcher consequenten Weise die Finanzverwaltung mit ihren Vorschlägen sich fortgesetzt in Widerspruch setzt mit den Bedürfnissen des praktischen Lebens, während bei allen übrigen Ressorts der Reichs= und der preußischen Verwaltung stets nur über das Ziel, nie über die Art der Erreichung desselben zwischen den politischen Parteien gestritten wird. In der Finan verwaltung liegt unser schwacher Punct; hier wird in einer Art herumexperimentirt und mit Versuchsballons gearbeitet, die ihres gleichen nicht hat. Diese vorgeschlagenen Finanzmaßregeln würden, wenn ausgeführt, ihre Wirkung bis in die kleinste Geldbörse ausüben, und nun verfolge man die Commissionsberatungen, lese die Regierungspresse und studire die Begründung der Gesetze, und man wird zu der Erkenntnis kommen, daß für solche Aufgaben die fähigen Kräfte unserer Finanzverwaltung nicht ausreichen. Es bedarf dazu einer umfassendern und mehr in das Einzelne gehenden Kenntnis des feinen Getriebes der wirtschaftlichen Erwerbsthätigkeit und einer praktischern Schulung auf diesem Gebiete, als die Universität und die ihr folgende Assessorenstellung sie bieten. In der Capitalrentensteuerfrage war nach dem Vorbild anderer Länder der gewiesene Weg die Form der Couponbesteuerung; aber das war nicht„wissenschaftlich“ genug. Bei der Börsensteuer ist der ebenso gewiesene Weg einer bequemen und ertragsfähigen Steuer ein niedrig bemessener Fixstempel, der keine Verwaltungskosten verursacht. Aber einfache Dinge liegen außerhalb dieser überstudirten Sphäre. Man hat einen Volkswirtschaftsrat gegründet dem wir, als dauernde Institution und in seiner Zusammensetzung nie das Wort geredet haben, aber er ist einmal da. Wenn man zur Vorarbeit für derartige einschneidende Gesetzentwürfe das einzig Verständige, eine Enquete, nicht wollte, so sollte man doch wenigstens den Volkswirtschaftsrat zusammenberufen; man würde sich bei seinen Mitgliedern mehr praktischen Rat holen können, als im ganzen Berliner Geheimratsviertel zu finden zu sein scheint. Die Commissionen der Parlamente mit den durch die Plenarsitzungen übermüdeten, außerdem nach Parteirücksichten gewählten Mitgliedern sind ebensowenig die geeigneten sachlichen Berater in den ersten Stadien solcher schwerwiegenden Reformprojecte. Sind sie die einzige Instanz, so werden.setzentwürfe fertig gestellt, die, wie das Stempelsteuergesetz, die größte Verwirrung in alle beteiligten Kreise hineintragen oder welche gleich nach Erlaß einmal vorwärts, das andere Mal rückwärts revidirt werden müssen. Die Folge davon ist, daß in jede auf dem Finanzgebiet erlassene Regierungsvorlage von vornherein Mißtrauen hineingetragen wird, daß die ungenügendste kritische Beleuchtung desselben sofort fruchtbaren Boden findet und daß der durch solche Vorlagen und BeDienstag, 3. Juni 1884. Abonnementspreis: in Köln.4 in Deutschland.4 vierteljährig. Anzeigen 40 Pfg. die Zeile oder deren Raum. Reclamen.50 bis.K Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmt vorgeschriebenen Tagen wird keine Verantwortlichkeit übernommen. Agenturen in Deutschland: Crefeld Kramer& Baum. Dortmund Fr. Crüwell. Duisburg, Ruhrort, Mülheim R. F. H. Nieten. Düsseldorf D. Schürmann, Schwanenmarkt 20. Elberfeld W. Thienes. Essen.D. Baedeker. Frankfurt M. Jäger'sche Buchh Hagen G. Butz. Hannover C. Schüssler. Hamburg A. Steiner, William Wilkens“ schlüsse, durch diese fortgesetzten Beunruhigungen erzeugte Pessimismus sich in immer weitern Kreisen verbreitet und die Schranken freigibt für Socialdemokratie und Radicalismus. Mit solchen Vorlagen wird den gemäßigten Parteien das Leben immer saurer gemacht, und wir können nicht recht glauben, daß darin der Zweck derselben liegen soll, wie es die Blätter der„Freisinnigen“ in kühner Weise höhnend interpretiren. 30. Mai. Die Ihnen telegraphisch gemeldete Beantwortung der Anfrage des Abgeordneten Kiefer über den Straßburger Canalbauplan durch den Staatsminister Turban hat überall im Lande den besten Eindruck gemacht. Wie der Abg. Kiefer in seiner Begründung der Anfrage hervorhob, ist in Baden Regierung und Volk stets bereit, wirklichen Reichsinteressen freundlich und opferwillig entgegenzukommen. Nicht minder erscheint es aber als eine Pflicht der badischen Regierung und Volksvertretung, einen Plan nicht nur nicht zu unterstützen, sondern ihn zu bekämpfen, der dem Reiche zumutet, bedeutende Mittel für ein Unternehmen aufzuwenden, das nur einem einzelnen Staate nützen kann, das badische Staatsinteresse aber in der empfindlichsten Weise zu schädigen droht.— Gegen den neuesten Antrag Preußens im Bundesrate haben die auf Einladung der hiesigen Handelskammer versammelten Mitglieder des Handels= und Fabricantenstandes der Handelskammerbezirke Karlsruhe und Bruchsal sich mit großer Bestimmtheit erklärt und die zuversichtliche Erwartung ausgesprochen, daß seitens der Bundesregierungen und nötigenfalls seitens des Reichstags der in Rede stehende Entwurf eines Gesetzes, welches eine schwere Beeinträchtigung des Wohlstandes weiter Kreise und damit auch ihrer Steuerkraft im Gefolge haben, durch seine lästigen Controlbestimmungen ein ungerechtfertigtes Eindringen in die Geschäftsgeheimnisse und Privatverhältnisse ermöglichen würde und durch seine maßlosen Strafvorschriften den Geschäftsmann in fortwährender Furcht und Aufregung erhalten müßte, abgelehnt werden wird. Die auf den 5. Juni nach Berlin einberufene Beratung deutscher Handelsvorstände wird die hiesige Handelskammer durch eine Abordnung beschicken. Genf, 2. Juni.(Telegramm.) Das für den General Dufour (geb. 1787 in Constanz, gest. 1875 in Genf) errichtete Denkmal ist heute unter sehr zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung feierlich enthüllt worden. Oberst Aubert, der Maire Empegta, der Bundespräsident Welti und der Regierungsrat Geward hielten die Festreden. Die Cantone, welche 1847 dem Sonderbunde angehörten, waren bei der Feier nicht vertreten. Großbritannien. London, 2. Juni.(Telegramm.) Ein Telegramm des Reuterschen Bureaus aus Kandia von heute meldet, die Pforte habe die von den christlichen Abgeordneten der General schlagene Lösung der jährlichen Zahlung von 5000 Pfd., welche ausschließlich haltung der Moscheen zu verwenden seien. Die christlichen Vertreter wollten nicht auf dieses Abkommen eingehen und hätten erklärt, weder die Vakufsteuer noch irgend einen andern Zehnten zahlen zu wollen. Der Generalgouverneur habe infolge dessen um seine Entlassung gebeten. London, 2. Juni.(Telegramm.) Der Privatsecretär Gladstones, Seymour, erklärt in einer an die Times gerichteten und von dieser veröffentlichten Zuschrift auf Befehl Gladstones, der Premier habe mit dem von der„Fortnightly Review“ veröffentlichten, mit dem Buchstaben G. unterzeichneten, die Erhaltung guter Beziehungen zu Frankreich und zu Rußland als das Hauptziel der auswärtigen Politik Englands bezeichnenden Artikel nichts zu thun und von demselben nicht eher etwas gewußt, als bis er denselben in der Times erwähnt gefunden habe. Suakin, 2. Juni.(Telegramm.) Die Aufständischen haben in der vergangenen Nacht einen allgemeinen Angriff auf die Stadt gemacht, sind aber von den Forts aus zurückgeschlagen worden Der Plau eines englisch=französisch=russischen Bündnisses. ( London, 31. Mai. In der Juninummer der radicalen Monatsschrift Fortnightly Review erscheint ein Aufsatz, überschrieben„Englands auswärtige Politik" und unterzeichnet mit„“. Die darin mit Klarheit und Bestimmtheit auseinandergesetzten Ansichten stimmen so vollständig mit dem überein, was über Gladstones eigentliche Denkrichtung unter seinen Vertrauten bekannt ist, daß die Times heute nicht ansteht, das G in Gladstone zu ergänzen und dem Ministerpräsidenten einen Artikel zuzuschreiben, der ihn als Minister, wenn man ihm die Urheberschaft nachweisen könnte, unmöglich machen würde Gladstone stört sich zwar wenig an die Bräuche der Diplomatie würde er sonst dem Kaiser von Rußland den bekannten Besuch in Kopenhagen gemacht haben! Dennoch muß die Pall Mall Gazette flugs erklären, daß dieser Artikel, der sich wie eine Verteidigung der Gladstoneschen Politik, und besonders der ägyptischen, liest, nicht 26) * Ikarus. Novelle von Clara Täger. (Forts.— Siehe Nr. 151 d. Bl.) Der Tactstock des Dirigenten gab der Kapelle das Zeichen zum Beginn eines Vorspiels. Alles lauschte, nur Emma, die sich bisher schweigend verhalten hatte, verspürte plötzlich—„nach Art der Canarienvögel“, wie Graf Durlach neckend sagte— das dringende Verlangen, ihre Stimme mit den Klängen der rauschenden Musik zu vermischen. Lebhaft flüsterte sie Ika zu: Fritz ist ein rechter Sonderling! Ich verstehe ihn gar nicht mehr Hast du wohl gehört, daß er sagte: er werde natürlich im Theater sein, nur sei es ihm absolut unmöglich, in unserer Loge zu sitzen. Das begreife wer kann! Du mußt deinen Schatz wirklich besser erziehen, Ika, sonst prophezeie ich dir, daß er ein höchst unbequemer Ehemann werden wird. Aber ich glaube, du hast das schon selbst eingesehen. Es hat mich ordentlich gefreut, daß du ihn heute Nachmittag für sein ungalantes, so durchaus nicht begründetes Spätkommen tüchtig gescholten hast. O, sagte Ika über und über errötend, wie kommst du nur auf eine solche Vermutung? Ich soll Friedrich gescholten haben? Uebrigens war seine Entschuldigung gewiß eine vollgültige. Emma lachte. Ja, ja, rief sie im Flüstertone, wenn er nur nicht unglücklicherweise bei dem Worte„Prüfung“ so verräterisch gestottert hätte! Er, der Meister der Rhetorik, wie ich ihn schon seit Jahren Ika war in keiner Beziehung von Emmas Worten angenehm berührt. Aber sie entnahm doch aus ihnen, daß diese ganz ahnungslos war über das, was Friedrich und sie heute Nachmittag miteinander verhandelt hatten. Wie verschieden ist doch die Auffassung und Beurteilung der Menschen voneinander, je nach dem Standpunct jedes einzelnen, im Geringfügigsten wie im Größten! Ika ertappte sich darauf, daß sie alles Ernstes, als säße sie lediglich zu diesem Zwecke hier im Theater, über diesen Gedanken nachgrübelte. Euima aber, als müsse sie Ikas Betrachtung dadurch bestätigen, flüsterte ihrem Gatten zu: Sieh nur, mit welcher Andacht und Fennermene Ika der Musik lauscht. Das Vorspiel war beendet. Noch war der letzte Accord nicht hallt, als der Vorhang emporrauschte. Ikas Herz krampfte sich zusammen. Wie gebannt hingen ihre Blicke an einer Gestalt, der einzigen auf der weiten Bühne. Ein leiser Aufschrei entrang sich ihren Lippen, aber er blieb unhörbar selbst für Emma und Graf Waldemar, denn Aeußerungen des lebhaftesten Beifalls begrüßten jetzt den berühmten Gast. Man wollte ihm augenscheinlich damit im voraus Dank sagen für den Genuß, den man sich allgemein von seinen Leistungen versprach, und Carus verbeugte sich einmal über das andere vor dem überfüllten Hause zum Zeichen der Erkenntlichkeit für diesen pränumerando gezollten Enthusiasmus. Carus! So riefen tausend Stimmen rings umher in jubelnder Lust. Nur Ika stimmte nicht mit ein in diesen Ruf. Es war für sie ein hohler, bedeutungsloser Klang. Der schöne Mann dort vor ihr auf der Bühne, was ging sein Name sie an! Friedrich wars, ihr Friedrich! Unter Tausenden hätte Ika ihn herauserkannt, und nun stand er allein da, und noch dazu in demselben Anzuge, in dem sie ihn an jenem unvergeßlichen ersten Abend auf dem Plattenhose gesehen hatte. Es war der wohibekannte stahlgraue Rock, das Erbstück aus des Urgroßvaters Hinterlassenschaft! Die violetten Aufschläge und die großen Silberknöpfe machten ihn unverkennbar. Es waren dieselben kurzen schwarzen Atlasbeinkleider, die Schuhe mit den seltsam geformten blitzenden Schnallen; Burgfelden hatte sich den schönen alten Anzug vor einiger Zeit von der Großmutter als Geschenk erbeten:„zur Erinnerung an sein erstes Auftreten auf Plattenhofe!“ Welche Bedeutung gewannen diese Worte jetzt für Ika. Friedrich trug sein lockiges Haupthaar auch heute leicht gepudert, um seine Lippen spielte jenes bezaubernde Lächeln, das einzig nur ihm eigen war. Mit derselben vollendet schönen Haltung, mit derselben edlen Anmut, mit der er sich damals zuerst vor der Großmutter verbeugt hatte, dankte er jetzt zu wiederholten Malen dem ihm zujauchzenden Publicum. Und doch— alle diese Merkmale würden für Ika nicht erforderlich gewesen sein! Selbst wenn sie blind gewesen wäre, wenn sie nichts, gar nichts von Friedrich gesehen hätte: das erste Wort, das über seine Lippen kam, würde es ihr unzweifelhaft verraten haben, daß er es sei und kein anderer! So wie er sprach ja sonst niemand auf der ganzen weiten Welt! Es erschien Ika unbegreiflich— aber weder Emma noch Graf Waldemar schien in der Person des gefeierten Gastes den Vetter Fritz zu erkennen. Sie bewunderten ohne jeden Nebengedanken den gefeierten Wiener Gast, der in der selbstgeschaffenen Rolle des Baron Friedrich von Feldburg so unübertroffen Vorzügliches leistete. Kaum war der Vorhang aufgegangen, als Emma Ika zugeflüstert hatte: Carus sieht wirklich Fritz recht ähnlich. Aber er ist offenbar älter und bei weitem nicht so hübsch als der Vetter, nicht wahr, Ika? Ika nickte zerstreut, verlegen, wie man wohl dann und wann einer Ungenauigkeit, einer halben Wahrheit auch halb zustimmen zu müssen glaubt. Wenn nur Emma schweigen möchte!— das war jetzt Ikas Hauptverlangen. Glücklicherweise brachte es Graf Waldemar dahin durch ein ernstlich zur Ruhe ermahnendes Wort— und nun konnte Ika endlich ganz Auge und Ohr sein, konnte mit jeder Fiber ihres Wesens hören und sehen. Das junge Mädchen dort in der grünen Zweigschaukel, im hellen Sommerkleide, den Strohhut mit den flatternden Bändern auf dem Kopfe— der Theaterzettel bezeichnete sie als„Frieda von Platow“— sollte das sie selbst sein? Ika, die kindisch übermütige, nach Welt und Menschen da draußen so sehnsuchtsvoll verlangende Ika vom Plattenhofe? Horch, das junge Mädchen sang! Für Ika waren es nur zu bekannte Klänge. Wachte oder träumte sie? Sang jene Frieda wirklich das kleine Vogellied, dessen Wort und Melodie sich Ika selbst erdacht hatte? Je weiter das Schauspiel in seiner Entwicklung fortschritt, je klarer und zweifelloser ward es Ika, was Friedrich ihr gegenüber mit seinem„Ikarus" beabsichtigte. Ikas„Entscheidung“ sollte keine übereilte, dem Empfinden eines einzelnen Augenblicks abgewonnene sein. Seine Braut sollte noch einmal, sollte streng prüfend durchleben und durchempfinden, was sie erlebt und empfunden, seit sie Friedrich zum ersten Mal gesehen, seit sie sich ihm zur Lebensgefährtin gelobt hatte. Was Burgfelden bisher die Zunge band, nun sollte sie es erfahren! Sie sollte es endlich klar und unverhüllt vor Augen sehen, welch ein Geheimnis der Geliebte mit sich herumgetragen hatte. Für Ika allein schien der„Ikarus“ geschrieben zu sein. Für sie allein wurde er nun hier aufgeführt. Niemand von all den im Hause anwesenden, mit Teilnahme und mit sichtlich wachsender Spannung der Entwicklung des Stückes folgenden Menschen konnte ja auch nur eine Ahnung davon haben, wie viel Wahrheit dieser Dichtung zugrunde lag, welchen tiefen Einblick der Autor und zugleich Darsteller dem Publicum in sein eignes Leben, in sein eignes Herz gewährte. Natürlich hatte Burgfelden das Wahre und Thatsächliche poetisch zu verschönen gewußt, und da seine schauspielerischen Leistungen gleichfalls so außerordentlich bedeutend waren, daß sie die hochgespannten Erwartungen der Anwesenden nur noch übertrafen, so fühlten sich seine Zuhörer mit jeder neuen Scene mehr und mehr dem gefesselt. Immer deutlicher wurden die Zeichen dieses lebhaften Interesses und immer größer in Ikas Seele der Jubel, die selige Freude über die wunderbare Entwicklung dessen, was sie so lange bedrückt und beunruhigt hatte. Im„Ikarus“ war es Baron Friedrich von Feldburg— Ika begriff kaum, warum nicht ein jeder den wahren Namen aus dieser Veränderung herausfand—, der, seiner unwiderstehlichen Neigung folgend, von Jugend auf schriftstellerische und schauspielerische Ziele verfolgt hatte. Heimlich nur, denn er kannte seines Vaters wohlbegründete und deshalb um so tiefere Abneigung gegen jede Ausbildung derartiger Talente in seinem Sohne. Als der alte Baron Feldburg endlich aber doch einsehen mußte, daß Friedrich in keinem andern Berufe Befriedigung finden werde, da fügte er sich schweren Herzens in das Unvermeidliche, forderte aber dem nach seiner Ansicht gentarteten“ Sohne das Ehrenwort ab, nie und unter keinen Umstanden seinen wahren Namen und seine Abstammung von einem der altesten Adelsgeschlechter des Reiches verraten zu wollen. Blieben Friedrichs Erfolge und Leistungen auf der Stufe der Mittelmäßigstehen, i# hatte der junge Mann keine Aussicht, je wieder von dieser ihm auferlegten Verpflichtung erlöst zu werden, anders aber bestaltete es sich, wenn es ihm gelingen sollte, das höchste Ziel zu erringen:„den Besten seiner Zeit genug zu thun!“ Sobald aber dieses Ziel erreicht, sobald Friedrichs Streben, sein Können sich augemeine Anerkennung erworben haben werde, dann sollte der Dann von ihm genommen, dann sollte das abgeforderte und unüberlegt gegebene Ehrenwort ihn nicht ferner binden. Er sollte frei und offen vor aller Welt seinen wahren Namen tragen dürfen. war für diesen Fall vorausgesehen. Sollte Friedrichs Vater bei Eintritt desselben nicht mehr unter den Lebenden weilen, so waren doch in dem Testamente desselben alle Bestimmungen getroffen, die eine feierliche Zurückgabe des verpfändeten Wortes in keiner Weise erschweren konnten. Aver diese Voraussorge erwies sich als völlig überflüssig. Friedrich stieg mit kaum je dagewesener Schnelligkeit von Stufe zu Stufe empor; er war ein hochgeachteter, ein berühmter Mann geworden, ohne daß sein Vater eine Ahnung davon hatte. Der alte General von Feldburg lebte so fern ab der Welt der Ideale, daß für ihn nicht vorhanden war, was nicht mit Excercir=Reglement und Ausrustungsverbesserungen, mit Krieg und Kriegsgeschichte in Verbindung stand. Außerdem war sein„Junge“ ja erst seit Jahr und Tag„von der Fahne gelaufen" und unter die Sippschaft der„Federfuchser“ und„Possenreißer“ gegangen. Was konnte Friedrich in einer so kurzen„Dienstzeit" erreichen? So geschwind bringt es auch auf den Brettern, welche die Welt bedeuten, niemand zum Generalfeldmarschall. Deshalb war es, nach Ansicht und Auffassung des alten Baron Feldburg, vollkommen nutzlos für ihn, Friedrichs Fortschritte im Auge zu behalten. Der General wollte sich nicht an den Erstlingsversuchen seines Sohnes ärgern. Erst sollte derselbe„stramm marschiren" und alle„Evolutionen“ reglementsmäßig ausführen können, dann, so meinte die alte Kriegsgurgel, dann sei es Zeit, einmal einer„Vorstellung" beizuwohnen. Und über dieses letzte Wortspiel hatte er sein helles Vergnügen und hielt sich für ungemein witzig. Er hatte aber eins versäumt: er wußte nicht einmal den Namen des dramatischen„Recruten“! Und als dieser mit ungeahnter Geschwindigkeit avancirte und längst„Feldmarschall“ geworden, da war es vielleicht einzig und allein der alte Baron, der dieser Thatsache gleichgültig gegenüberstand. Der große Mime und Autor, dessen Name wohl dann und wann auch vor den Ohren des alten Haudegen genannt und dessen Verdienste um Kunst und Wissenschaft so hoch gepriesen wurden, unmöglich konnte das sein„Freiwilliger“ sein, der hatte es wohl inzwischen höchstens zum Fähnrich gebracht. Die Zeit, ihn Nevue passiren zu lassen und seine Pseudonymität zu ergründen, lag für den General noch unendlich fern. Inzwischen hatte der junge Künstler Frieda von Platow kennen und lieben gelernt. Noch ehe Friedrich die väterliche Forderung ihrem ganzen Ernste nach kannte, gegen niemand, also auch gegen seine Braut nicht, seinen Beruf und seinen angenommenen Namen zu verraten, hatten sich die jungen Leute verlobt und damit unabsehbare Verlegenheiten über sich heraufbeschworen. Aber selbst wenn der angehende Künstler durch kein Versprechen gebunden gewesen wäre, würde er sich doch gescheut haben, seine Bestrebungen einzugestehen, seinen eigentlichen Beruf zu verraten. Friedas Vater, der Präsident von Platow— in einen solchen hatte sich die gute Amtsrätin im„Ikarus" verwandeln müssen— war gleich dem General Feldburg ein abgesagter Feind alles„Komödianten= wesens“. Und seine alte Schwester, die mütterliche Pflegerin seines einzigen Töchterchens— im Leben hieß diese„Tante Marianne“ Tante Laura— stimmte auch in diesem Puncte wie in allen übrigen der Ansicht ihres blindvergötterten Bruders bei. Als der„Ikarus“ in seiner Entwicklung ungefähr so weit gediehen war, flüsterte die junge Gräfin Durlach Ika während eines Zwischenacres zu. 44 Ich fange an, einen tiefern Sinn hinter alle diesem zu ahnen. Ika meinte, Emma müsse das Herzklopfen der Freundin hören. Wie meinst du das? gab sie kaum hörbar zurück, ohne es zu wagen, den Blick aufzuschlagen. Nun, fuhr Emma fort, erinnerst du dich nicht, was uns Friedrich über die Lebensgeschichte seines berühmten Freundes mitgeteilt hat? Carus scheint in diesem Stück ein Bild seines eignen Geschickes vor uns aufrollen zu wollen. Ich bin sehr begierig auf den Schluß des „Ikarus". Aber ich denke, es wird alles gut enden, denn es ist ja. gottlob, kein Trauerspiel!4“ Ja, gottlob! seufzte Ika aus tiefster Brust, als befreie auch sie diese Ueberzeugung von unsagbarer Besorgnis. Lieber noch hätte sie gembelt als geseufzt. Sie wußte ja nun alles, alles, was ihr bisher so qualvoll dunkel gewesen war! Jedes Wort, das Friedrich je zu ihr über seinen Beruf gesagt, war ihr nun verständlich geworden; alles Ratselhafte und Geheimnisvolle, was ihn umgeben, lag jetzt klar vor ihren innern Augen. Selbst das Märchen und der Fisch mit der Nebelkappe in ihm hatten jetzt Gestalt und Leben gescri Srchscho ve. Fremdes stand mehr zwischen ihrem Friedrich und bas Gtag.. Pehensgläagnne sens fustere Gewölk durchbrochen, bus Jras ganzes Tebensgluck zu umhüllen drohte; endlich schien die große Licht= und Segenspenderin vom blauen Himmelsdom hell und klar auf sie herab, ihr tief, tief ins Herz hinein. Friedrich hatte seine dramatische Arbeit kühn entworfen; sie war kunstgerecht aufgebaut, schön und edel durchgeführt. Wie gebannt hing das Publicum an den Lippen der Darsteller, die ohne Ausnahme mit voller Hingabe spielten; besonders aber riß Carus durch die Zaubermacht seines Spieles und seiner Sprache das ganze Haus immer aufs neue zu wahrhaft begeisterten Kundgebungen des Entzückens hin. Auch Emma bewunderte mit Enthusiasmus das„himmlisch schöne Spiel“ des berühmten Gastes. Sie fand es nur gradezu unbegreiflich, daß Ika sich so gar nicht an diesen Huldigungen beteiligte, sondern im Gegenteil scheinbar nur desto mehr in sich versunken, wort= und regungslos dasaß, je lauter um sie her der Beifallssturm tobte. Die arme Ika! flüsterte Emma ihrem Gatten zu. Wenn unser unbegreiflicher Fritz hier neben ihr säße, anstatt Gott weiß wo zu stecken, würde sie ohne Zweifel für die eminenten Leistungen seines großen Freundes auch eine wärmere Anerkennung haben. (Fortsetzung folgt.) von Gladstone herrührt.[S. oden Londoner Telegrumm, wonach Gladstone durch seinen Secretär jeden Anteil an jenem Artikel ausdrücklich in Abrede stellen läßt.] Wie dem auch sei, der Artikel setzt zum ersten Male die auswärtige Politik der Radicalen vom Schlage Dilkes und Chamberlains planmäßig auseinander, verherrlicht den englisch=französisch=russischen Dreibund, der unter Gambetta und Skobelew seiner Verwirklichung nahe schien, und dient als Schlüssel zu der sonst rätselhaften Haltung Gladstones in der ägyptischen und centralasiatischen Frage. Nach einer Einleitung beleuchtet G. nämlich den Charakter der britischen Interessen folgendermaßen:„Betreffs der Natur unserer auswärtigen Interessen gibt es eine allgemein gebilligte Erklärung. Das ungeheure Reich, das wir geschaffen, muß unversehrt erhalten bleiben. Unsere Colonieen und indischen Besitzungen befriedigen ein wirkliches und wachsendes nationales Bedürfms. Bei andern europäischen Nationen ist dieses Bedürfnis entweder unbekannt oder künstlich übertrieben. Bei England aber war das Dasein fähiger Colonisten stets die Vorbedingung für eine Colonie=Anlage. Kann man dies von Frankreich oder andern europäischen Staaten sagen? Diejenigen, welche es mit der Größe und dem Ruhm unsrer Vergangenheit unvereinbar halten, wenn wir unsre Anstrengungen auf den Schutz und die Stärkung dessen, was wir besitzen, beschränken, werden wohl daran thun, die Schwere, die Größe und Allgegenwärtigkeit dieser Aufgabe ins Auge zu fassen. Wenn wir China und Madagaskar beiseite lassen, so gibt es auf der Westküste von Africa Fragen von der höchsten Bedentung für die Handelsgröße Englands. In Australasien hat uns die Sträflingsfrage und der daraus entspringende Widerwille unsrer australischen Mitbürger, ihr Land zu einer Zufluchtsstätte für französische Verbrecher machen zu lassen, in bedenklich wichtige Verhandlungen mit der französischen Republik verwickelt. Und das sind nur einige wenige der lastvollen Verpflichtungen, die unsrer Energie zugemutet werden, so sehr wir uns auch von der europäischen Arena, wo wir einst eine leitende Rolle spielten, zurückziehen mögen. Aber auf jeden Fall müssen wir eine europäische Macht bleiben. Wäre es daher nicht besser, wir begnügten uns damit, unsere Beziehungen zu den europäischen Mächten unsern Reichsbedürfnissen gemäß zu ordnen, statt mit Verwicklungen zu buhlen, die aus einer Politik abenteuerlicher Einmischung in Erdteilen, wo uns nur ein Schatten von Ansehen verbleibt, entspringen könnten?“ Niemand kann voraussagen, welche Pläne, Bewegungen und Erschütterungen sich aus den jetzt in Europa thätigen Kräften entwickeln werden. Was auch immer kommen mag, ist es nicht wünschenswert, daß England so viel als möglich unbeengt und frei von allen Verbindlichkeiten sei, daß es die Logik der Thatsachen genehmige und daß es dort, wo es nicht zu leiten vermag, sich einzumischen klug sich hüte? Der deutsche Kanzler hat jüngst unserm Lande einige artige und angenehme Complimente gemacht. Bei verschiedenen Gelegenheiten stellte er sich höflich an, als folgte er unserer Leitung, und diejenigen, welche diesem Schauspiele zusahen, sind zu entschuldigen, wenn sie es dem Verhalten eines Herrn vergleichen, welcher einer Dame bei ihrem Eintritt ins Zimmer unter Bücklingen den Vortritt läßt. Aber niemand kann sich über des Fürsten Bismarck Beweggründe täuschen. War England der Empfänger seiner steifen(ceremonious) Zuvorkommenheiten, so war doch Deutschland der Gegenstand seiner ersten, hauptsächlichsten Sorge. Wenn erunsartiggestattete, die Leitung in der Ordnung der griechischen und montenegrinischen Angelegenheit zu ergreifen und in Aegypten unsere eigenen Wege zu gehen, so that er dies sicherlich nicht aus bloßen Höflichkeitsrücksichten, d. h. er war überzeugt, daß keine deutschen Lebensinteressen auf dem Spiele standen, und es paßte seinem Zwecke, uns die verhaßte Lösung widerstreitender Ansprüche, die er der Pforte und den übrigen Mächten als ehrlicher Mäkler stellte, zu überlassen, obgleich er selbst den bestimmenden Einfluß in diesen Fragen ausübte. Um die Sache etwas anders auszudrücken: der deutsche Kanzler war gegen uns insofern zuvorkommend, als er fah, daß sich unsere Schlichtheit und unsere Achtung vor internationaler Sittenlehre zu seinem eigenen Vorteil ausbeuten ließ. Er hat thatsächlich unsere Ehrlichkeit zum Besten gehalten, damit wir ihm die Kastanien aus dem Feuer holten. Dankbarkeit ist bekanntlich eine Seltenheit; daher zieht es G. vor, gleich Monsieur Perrichon in dem bekannten Lustspiel, auf den Wohlthäter zu schimpfen. Im folgenden beurteilt G. Englands Stellung zu den einzelnen europäischen Mächten, bemerkt, daß England zu Deutschland, Oesterreich und Italien nur geringe Beziehungen habe, und meint endlich: „Es bleibt Frankreich und Rußland. Mit jeden dieser beiden Länder haben wir innige und verschiedenartige Beziehungen; aber sie sind nicht europäischer, sondern asiatischer und africanischer Natur. Französische und englische Interessen gehen nebeneinander, begegnen sich von Angesicht zu Angesicht in allen Teilen der Welt, in Neufundland und Madagaskar, im Stillen und im Indischen Ocean. Unsere Beziehungen zu Rußland betreffen die Zukunft und berühren selbst das gegenwärtige Dasein unseres indischen Reiches. Die Aufrechterhaltung befriedigender Beziehungen zur westlichsten und östlichsten Macht des europäischen Festlandes sollte daher das Hauptziel unserer auswärtigen Politik sein. Die für G. wünschenswerten Verbündeten Englands werden darauf einer besondern Betrachtung unterzogen. „Das Vorgehen Rußlands in Centralasiien erzeugt augenblicklich eines jener periodischen Schreckbilder, die so lange wiederkehren werden, bis unsere Haltung gegen die Regierung von St. Petersburg eine radicale Aenderung erfahren hat. Länger als 40 Jahre lang haben wir Rußland für unsern natürlichen Feind angesehen. Wir bekämpften es 30 Jahre lang; wir sympathisirten offen mit seinen Feinden 23 Jahre später, und als es siegreich war, ergriffen wir die Initiative, um ihm den Genuß seines Sieges zu verkümmern. Was hat uns beides genützt? Die Folge des Krimkrieges war der indische Aufstand; die Folge des russisch=türkisches Krieges war der afghanische Krieg. Vor einem Vierteljahrhundert war unsere Feindschaft gegen Rußland im östlichen Europa wenigstens verständlich; viele unserer Staatsmänner waren fest davon überzeugt, daß der Weg nach Indien über die Türkei gehe und daß das osmanische Reich das Bollwerk unseres indischen Reiches gegen den angreifenden Moskowiten sei. Nur ein paar Angstmeyer bilden sich jetzt noch ein, daß der Vormarsch der Russen nach Konstantinopel unsern Halt in Hindostan lockern könne. England könnte thatsächlich der Festsetzung Rußlands in Konstantinopel mit größerm Gleichmut zusehen, als viele andere Nationen. Wenn dies aber nicht eintritt, so geschieht dies weniger, weil England sich dagegen erklärt hat, als weil die Staaten, die es verhindern können, Deutschland und Oesterreich, es nicht gestatten wollen. Wie die Sachen aber stehen, fährt England fort, Rußland aufzureizen, indem es sich einbildet, einen Druck auf dasselbe auszuüben, der in Wirklichkeit nicht von England, sondern von dem deutschen Reiche ausgeübt wird. Dieselben Rücksichten, aus welchen England die Feindschaft Rußlands entwaffnen sollte, müßten es auch bestimmen, mit Frankreich zu einem freundschaftlichen Einverständnisse zu kommen. Es gibt allerdings vieles im französischen Charakter, das dem englischen widerstrebt. Man hat mir gesagt, daß Palmerston die Unverträglichkeiten dieses Charakters dadurch anerkannte, daß er Frankreich als unsern natürlichen Feind behandelte und seine ganze Energie zu seiner Bekämpfung aufbot. Aber Palmerston erkannte bald die unbegrenzte Macht Frankreichs, die Schwierigkeiten Englands bei der Ausführung seiner Reichsgeschäfte zu steigern. Seitdem war die Verbindung zwischen Frankreich und England inniger, als sie je geresen:, Dank der verständigen Mischung von Freundlichkeit und ###igkeit unsererseits ging alles gut, und etwanige Schwierigkeiten wurden auf das geringste Maß zurückgeführt, weil die beiden Regierungen trotz kleiner Mißhelligkeiten doch die ventente cordiales zum Angelpuncte ihrer Politik machten.“ G. geht dann auf die ägyptische Frage über. „Sobald in Frankreich zum ersten Mal seit seinem Unglück(1870) ein Minister(Ferry) mit bestimmten Zielen und Plänen auftrat, war die Gelegenheit zur Herstellung eines Einvernehmens mit Frankreich gegeben, das uns besser als irgend etwas anderes bei der Lenkung unserer auswärtigen Beziehungen helfen wird. Während wir unsere Interessen in Aegypten verteidigen, dürfen wir nicht vergessen, daß auch Frankreich im Nilthale Interessen hat, die infolge des Wachstums seines Colonialreiches an Wichtigkeit noch gewinnen. Solange dieses Colonialreich sich nicht auf unsere Kosten ausdehnt, brauchen wir dasselbe nicht anzufeinden. Es genügt, Festigkeit zu zeigen, wenn unsere Besitzungen und Interessen bedroht sind. Wenn wir daher alle Mißverständnisse mit den zwei einzigen Nationen vermeiden, mit welchen wir in bestänige und innige Berührung kommen, dann können wir das Gebaren festländischer Diplomaten und Strategen mit verhältnismäßiger Gleichgültigkeit ansehen. Enthält diese Ansicht etwas Unkluges oder Unwürdiges? Statt unsere Energie zu verzetteln, laßt uns unsere Kräfte sammeln; und statt eine uns nicht angehörige Rolle zu spielen, laßt uns die Möglichkeiten unserer wahren Rolle studiren und demgemäß handeln. Wir haben die Verpflichtung, unser Recht unversehrt zu erhalten, und in den vorhergehenden Zeilen habe ich den Weg anzudenten versucht, auf welchem diese Aufgabe sich am besten ausführen läßt.“ Diejenigen, welche Gladstones Urheberschaft unbedingt bejahen — außer der Times die St. James's Gazette— verhehlen sich nicht dessen beispiellose Rücksichtslosigkeit. Das letztere Blatt sagt:„Wir werden noch manches über diesen kostbaren Artikel hören, der an Thorheit und Bosheit die schlimmsten von Gladstone begangenen Fehler übertrifft.“ Rheinisches Kriegerfest und 13. Abgeordnetentag des deutschen Kriegerbundes. II. „* Köln, 3. Juni Stromweise ergossen sich gestern Morgen gegen 10 Uhr die Kriegerscharen durch die dicht besetzten und reich geschmückten Straßen nach dem weltbekannten Festsaale Kölns, dem Gürzenich, an dessen Haupteingang ein Triumphbogen die Krieger willkommen hieß. In diesem Saale, der der deutschen Fürsten viele schon bei Festgelegenheiten versammelt sah, in dem in der Sturm= und Drangzeit unseres Vaterlandes Erzherzog Johann und in der Zeit der Vollendung jüngst bei den Kaisermanövern und der Weihe des Symbols deutscher Eintracht, des Domes, Kaiser Wilhelm mit deutsch=fürstlichem Gefolge erschien, sollten die Begrüßungsfeierlichkeiten stattfinden, zu der sich die Spitzen der Behörden und die Mitglieder des Festcomités eingefunden hatten. Dieselben nahmen die vordern Sitzreihen gegenüber dem Orchester ein, auf dem vorn die Damen des gemischten Chores des hiesigen Deutschen Kriegervereins platzgenommen, dahinter die Sänger, das Orchester und die Mitglieder der Polyhymnia, und im Hintergrunde oben grenzte ein Wald von Fahnen der teilnehmenden Kriegervereine die Emporbühne herrlich ab. Vorn vor der Musikbühne waren in Grün lorberbekränzt die Büsten des Kaisers, der Kaiserin, des Kronprinzen, des Fürsten Bismarck und des Grafen Moltke aufgestellt. Die Galerieen waren mit einem reichen Damenflor besetzt und der Saal selbst dicht gedrängt Kopf an Kopf von den Abgeordneten und Mitgliedern der Kriegervereine gefüllt. Wenn schon alle, die teilgenommen, sich dankbar und lobend über die vorgestrige würdige Abendfeier in der Lese=Gesellschaft aussprachen, so hob hier die großartige und erhebende Feier die Brust jedes Teilnehmers noch höher; sie war des Zweckes und der Gäste würdig. Ein feuriger Festmarsch, eigens zu dem 13. deutschen Kriegertage componirt und dem Deutschen Kriegerbunde gewidmet von Kapellmeister Mawick, der selbst dirigirte, leitete dieselbe ein.„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“, dieser herrliche, unsterbliche und so weihevoll stimmende Chor von L. van Beethoven, trefflich vorgetragen von dem gemischten Chor des hiesigen Deutschen Kriegervereins unter Leitung seines Dirigenten Fr. Ullerich, erscholl durch den Festraum. Nun trak Herr Oberbürgermeister Dr. Hermann Becker vor und hielt die Begrüßungsrede in folgender Weise: „Deutsche Krieger! Meine Herren! Namens der Stadt Köln habe ich die Ehre, den deutschen Kriegerbund hier willkommen zu heißen und ihm zu danken, daß sein dreizehnter Abgeordnetentag in Köln stattfindet und damit das diesjährige deutsche Kriegerfest hieher geführt hat. Ihr Bund hat sich das hohe Ziel gesteckt, die Liebe zu Kaiser und Reich zu pflegen, Treue und opferwillige Kameradschaft zu üben und im Kriegsfalle den Samariterdienst des Roten Kreuzes zu leisten. Nachdem diese Aufgaben schon lange viele Tausende deutscher Männer befeelt und zu Vereinigungen getrieben, ist Ihrem Bunde seit den gestrigen Beschlüssen Ihres Abgeordnetentages die Verbreitung über ganz Deutschland gesichert, fodaß in ihm jetzt alle Teile des Vaterlandes eine werkthätige Vertretung finden werden. So spiegelt sich auch in Ihrem Bunde das stolze Bewußtsein der wiedererrungenen nationalen Einheit und so wirkt er selbst über den Rahmen seines unmittelbaren Zweckes hinaus auch auf andere, die sich nicht zum Kriegerstande rechnen können. So stärkt Ihr Bund das wußtsein, daß Volk und Heer eins sei, und dieses Bewußtsein kommt am ungezwungensten und doch am wirksamsten zum Ausdruck, wenn der zum häuslichen Herde heimgekehrte Krieger seine gute Erinnerung an die Soldatenzeit in Ehren und den kriegerischen Geist mit dem bürgerlichen Streben und Schaffen in Einklang hält. So lange dieser Geist, der Deutschland wiedergeboren hat, unser Volk ganz erfüllt, ist die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des Vaterlandes gewährleistet. Das würdigt am meisten die Landesmark des linken Rheinufers, in dankbarer Erinnerung an die Tage der Gefahr und in der festen Zuversicht, daß ganz Deutschland mit ihr die Wacht halten wird. Der Jahrhunderte alte Wahlspruch unserer Bürgerschaft darf hier, ohne ruhmredig zu scheinen, genannt werden: Fall et söß of soor, Halt faß am Rich, do Kölsche Boor. Er soll nichts weiter bedeuten, als daß Köln in Hingebung und Treue zum deutschen Reiche keiner andern Stadt und keinem andern Teile unseres Vaterlandes nachstehen will. Die Hingebung und Treue zu Kaiser und Reich ist das Gemeingut aller in unserm Volke, und darum ist, so oft Männer in vaterländischer Gesinnung zusammenwirken wollen, ihr Anfang und ihr Eingang zum gemeinsamen Werke, wie heute die unsere: Seine Majestät, unser deutscher Kaiser, hochle“ Jubelnd stimmte die Versammlung in diesen so treffend begründeten Kaisergruß ein, hoch hielt der Redner den silbernen Römer, ans dem er den goldenen Trank auf des geliebten Landesvaters Wohl trank, während der Chor der Polyhymnia mit mächtiger Wucht den Kaiser=Toast von Oelschläger sang:„Schenket ein den duft'gern, vollern, flammenglüh'nden Becher mir! Hohenzollern! Hohenzollern! Unser Du, die Deinen wir" Der Präsident des Deutschen Kriegervereins hier, Herr Kienemund, sprach nun dem Oberbürgermeister und dem Festcomité sowie den mitwirkenden Vereinen und Solisten herzlichen Dank aus. Es folgten dann von der Polyhymnia unter Leitung ihres Dirigenten Otto Wagner mit Meisterschaft und schöner Besetzung vorgetragen„Vom Rhein“ von Max Bruch und„Lützows wilde Jagd“ von C. M. v. Weber. Ja,„die wilde Jagd und die deutsche Jagd auf Henkersblut und Tyrannen“, das zuckte durch Saal und Seele, und„von Enkeln zu Enkeln wards nachgesagt: Das war Lützows wilde verwegene Jagd!" nicht nur im Jahre 1813, 14 und 15, auch 1870/71. Die Manen Körners, eines der edelsten und trefflichsten unter den deutschen Kriegern, zogen durch den Saal und gaben wie immer hohe und ernste Weihe, wo deutsche Männer zusammen sind und deutsche Herzen schlagen bei ernster Arbeit für Fürst und Volk. Verdient hatte die Polyhymnia die Auszeichnung, die ihr nun in Verleihung einer Ehrenmedaille zuteil wurde, in vollem Maße und mit gerechtem und stolzem Bewußtsein durfte Herr Dederichs, der Vorsitzende, dankend darauf hinweisen, daß wie den Kriegern ihre Fahne heilig, ihnen auch die des Sängers, und daß dieser Preis stolz den schon an Schleifen prangenden beigehestet und in der Zukunft vorangetragen werde. Der Lorberkranz, der dem wackern Otto Wagner, dem Dirigenten, wie auch Kapellmeister Mawick und Herrn Fr. Ullerich gespendet wurde, war voll verdient und wurde mit Freuden brgrüßt. Nicht minder, ja, noch stürmischer wurde nun die liebenswürdige, treffliche Solistin des Festes, die Frau Janson=Dubbekmann begrüßt, die ihre Leistungen von vorgestern Abend noch überbot.„Kaiserblumen“ von Aug. Reifer, dem in unserer Vaterstadt bekannten Componisten und trefflichen Kritiker, war das erste zündende Lied der Sängerin, die den Schluß so herrlich in die Festversammlung hineinschmetterte:„Drum, o Blümlein, laß dich pflanzen, mir ins deutsche Herz hinein, drin soll ewig schön erblühen, Lieb und Treu dem Kaiser mein!" Die Dame hat singen gelernt, Ehre der Lehrerin ihrer neuen Schülerin, der Frau Dr. Rademacher=Tuczek. Frau Janson verfügt über eine herrliche Stimme mit weitem Tonumfange und schöner Ausgleichung in den verschiedenen Lagen, weiß ihre Stimmmittel vorteilhaft zu verwerten und gibt eine Auffassung der Lieder und Composition kund, die zündet, erfreut und erhebt. Sie sang nun reizend „Mädle guck raus“, dieses hübsche schwäbische Liebesliedchen von Vollmen, und mußte nun noch, durch stürmischen Beifall immer wieder vorgerufen, ein Lied von Herrn Ullerich zugeben, das so einfach, aber auch so packend war und vorgestern Abend von ihr bei dem Feste in der Lese=Gesellschaft so meisterhaft vorgetragen wurde. „Das deutsche Schwert“ mit Orchesterbegleitung von Schuppert, vorgetragen von der Polyhymnia, war der würdige Abschluß der erhebenden Feier, und immer wieder wiederholten sich die feurigen Worte I. N. Volas: „O schirme du, mein deutsches Schwert, uns immer: Ehre, Haus und Herd, Und färb dich oft noch rot! Wildfreudig schwingt dich unsre Faust, Wildfreudig stürzt, von dir umsanst, der Deutsche in den Tod!“ Ja, der Gedanke brach sich Bahn: in den deutschen Kriegervereinen haben wir, endlich glücklich ein einiges deutsches Volk, mit einer jener Bürgschaften des Bestehens unsrer Einheit, des Bollwerks gegen die der bürgerlichen Gesellschaft drohenden zerstörenden Umtriebe der Neuzeit. Wir können unsern Eindruck nicht besser wiedergeben, als mit den Worten eines der vielen eingelaufenen Telegramme, mit den Worten des Vorstandes des hohenzollernschen Kriegerbundes:„Besten Dank und Gruß! Hohenzollern steht fest wie Fels im Meere! Zollern und Deutschland hoch!“, so tönte es weiter und mit diesem Gedanken zogen die Scharen von daunen, um sich zur großen Parade auf dem Neumarkt wieder zu twnch Frankfurt a.., 1. Juni. An Neuheiten läßt es unsere Theaterintendanz gewiß nicht fehlen, und da sie den Geschmack des hiesigen Publicums kennt und deshalb für französische Stücke eine gewisse Vorliebe bekundet, so ist es nicht zu verwundern, wenn das Frankfurter Schauspielhaus mit unter den ersten deutschen Bühnen ist, welche Georges Ohnets Maftre de forges als„Hüttenbesitzer“ auf die weltbedeutenden Bretter bringen. Das Stück wurde gestern vor ausverkauftem Hause mit durchschlagendem Erfolge gegeben, zur heutigen ersten Wiederholung ist der Andrang womöglich noch stärker und alles deutet darauf hin, daß der„Hüttenbesitzer" noch lange ein Cassenmagnet bleiben wird, Der Zuschauer steht ja unter dem Eindrucke des Augenblicks. Ihm ist es gleichgültig, ob Ohnet, wie der Gil Blas behauptete, seine Charaktere einem Carlenschen Roman entnommen oder sie selbstthätig erfunden hat wenn sie nur aus dem Leben gegriffen sind und unser Interesse erregen. Das aber ist in Ohnets Drama der Fall. Fern sich haltend von dem Moschus= und Moderduft der Pariser Halbwekt bietet es in seinen Versonen nicht nur insonderheit französische, sondern zugleich echt menschliche Gestalten. Der Kampf ums Frauenherz, wie ihn Derblay, der Mann der Arbeit, gegen die adelsstolze Claire v. Beaulieu führt, das Streben des reichen Emporkömmlings Moulinet, seiner Tochter eine Herzogskrane zu verschaffen, der Gegensatz zwischen der neugebackenen Herzogin und der bürgerlich gewordenen Marquise, das alles sind Vorwürfe, welche in der ganzen gebildeten Welt verstanden und mitempfunden werden. Gesellt sich nun dazu eine vollkommene Kenntnis der Bühnenwirkung, die jede Wirkung ausnützt, ohne darnach zu haschen, eine folgerichtig durchgeführte Zeichnung der Charaktere und eine rasch fortschreitende, bis zum Schlusse spannend bleibende Handlung, so wird der Erfolg ein naturgemäßer und begreiflicher sein. Diese Vorzüge des Ohnetschen Stückes wurden durch eine im großen und ganzen vortreffliche Darstellung noch gehoben. Unsere Bühne besitzt grade für das Salonstück eine Reihe ausgezeichneter Kräfte und an ihrer Spitze stand gestern Fräulein Weiße als Claire v. Beaulieu. Die ganze Stufenleiter der Gefühle, vom Abscheu vor der Umarmung des ihr neu vermählten Gatten bis zur Erkenntnis seines Wertes, bis zur Eifersucht und zum leidenschaftlichen Liebeswerben, wußte sie in ergreifender Weise zu verkörpern. Auch ihr Partner, Herr Stägemann, bewies sich in der Rolle des Philipp Derblay als tüchtigen Schauspieler, wenngleich seiner Leidenschaft manchmal die Naturwahrheit zu fehlen schien. Aus der Fülle der übrigen Mitwirkenden heben wir noch hervor die Athenais des Frl. Gündel, den gemütvollen Notar Bachelin des Herrn Pettera, und vor allem die köstliche, dem abgekauschte und doch nirgends übertreibende Figur, welche Zademack aus dem Emporkömmling Moulinet schuf. Kunst und Literatur. * Von A. Hartlebens illustrirten Reiseführern liegen wieder zwei neue vor:„Illustrirter Special=Führer durch die Ortler=Alpen". Die Ortler=Gruppe ist eine jener stolzen und an Schönheiten und Abwechslung reichen Gruppen zwischen Vintschgau, Etschthal, Val di Sole und Stilfserjoch=Straße. Diese Gruppe hat Julius Meurer, Präsident des Oesterreichischen Alpenclubs, ein Alpenkenner und durch seine alpin=literarische Thätigkeit wohlbekannt, während der beiden letzten Sommer mehrere Monate durchkrenzt und eine anfehnliche Zahl von Hochgipfeln und Pässen derselben betreten und daraufhin obigen Führer verfaßt, der somit wohl Anspruch auf Genauigkeit und Zuverlässigkeit machen darf. Die Einrichtung des Buches ist eine sehr praktische, indem der Verfasser den Stoff in zwei getrennten Abschnitten bearbeitet hat, deren erster als praktischer Teil nur das enthält, was der Reisende auf der Tour selbst nötig hat; er kann somit diesen Teil heraustrennen und mit der Specialkarte für sich auf der Tour gebrauchen, während der zweite, der beschreibende Teil das enthält, was zur Unterrichtung über Wesen und Charakter des zu bereisenden Gebietes, teils vor der Reise, teils während der Mußestunden an den Stationen und im Quartier zu lernen nötig und angenehm ist. Die Specialkarte(:50000) im Farbendruck ist sorgfältig gearbeitet und deutlich ausgeführt, wobei der Verfasser die Benennungen und wesentliche Verbesserungen lieferte. Die zahlreichen, faubern Lichtdruck= und Holzschnitt-Illustrationen sind angenehm und zur bessern Veranschaulichung und Wahl einer Tour kaum entbehrlich. Der zweite, ebenso gut ausgestattete und nach den bewährten Grundsätzen von Hartlebens Reiseführern eingerichtete ist der„Illustrirte Führer durch Kärnten“ mit besonderer Berücksichtigung der Städte Klagenfurt und Villach, sowie der kärntnerischen Seen und ihrer Umgebnugen, wo sich der herrlichen und lieblichen Sommerfrischen finden und die eine immer mächtigere Anziehungskraft üben. Sämtliche Gegenden des schönen Kärntnerlandes sind nach geographischen und Verkehrsverhältnissen behandelt und die Illustrationen geben die bedeutendsten Landschaften und Städtebilder des schönen Landes wieder. Auch dieser Führer darf bestens empfohlen werden und macht A. Hartlebens Verlag in Wien, Pest und Leipzig alle Ehre. X Paris, 2. Juni.(Telegramm.) Der Minister des Innern traf heute von dem Turnfeste in Amiens in Paris ein. An jenem Feste nahmen ungefähr 70 Vereine mit 2500 Turnern teil, von denen viele mit Beifall begrüßt wurden, besonders die von Elsaß und Lothringen. Die Festrede Waldeck=Rousseaus war von keiner politischen Bedeutung.— Heute als am Pfingstmontage eilte die Pariser Bevölkerung in Masse aufs Land, weil alle Handelshäuser an diesem Tage geschlossen und nur die Effectenbörse und die Bank offen sind. Die Kirchen waren gestern und heute weniger als sonst besucht.— Infolge der Explosionen in London traf eine bedeutende Anzahl englischer Polizei=Agenten in Havre, Boulogne, Calais und Paris ein, um auf die Urheber zu fahnden.— Die Schreiber der Pariser Gerichtsboten, die sehr schlecht besoldet sind, während sie behaupten, daß sie die ganze Last des Geschäftes trügen, haben die Einstellung der Arbeit angekündigt. London, 2. Juni.(Telegramm.) Bei Millstreet in der Grafschaft Cork ist gestern Abend der Pächter eines kleinen Landgutes in seinem Hause erschossen worden, zwei andere in dem Hause anwesende Personen wurden verwundet. Allem Anscheine nach liegt ein Agrarmord vor. Die Verbrecher sollen der sogenannten Mondscheinbande angehören.— Nach einer Meldung des Daily Telegraph wäre die Belagerung von Berber aufgehoben. Gordon behaupte sich mit Erfolg in seiner Stellung. Dieses Telegramm widerspricht den andern Meldungen. Amtliche Nachrichten fehlen. 2. Juni.(Telegramm.) Die Skupschtina hat das StemPetzesetz angenommen. Handels-Nachrichten. Telegramme.) Paris, 2. Juni.(Schlufscurse.) Kündb. Rente 3%. 79,75 Ottoman. Bank. 657,00 Rente 3% 78,65 Crédit Foneier 1317,00 Anleihe 4½% 107,77½ Aegypter 303,00 Italien.5% Rente 96,85 Suez-Canal-Actien 2075,00 Banque de Paris 875,00 Banque’escompte 536,00 Crédit mobilier 332,00 Pariser Gas-Comp. 1520,00 Panama-Canal-Act. 506,00 Parts Fondation 4487,00 Crscit Agonmais 587.30 Midi-Actien 1190,00 Gaz p..Fr. et FEtr. 090,00 Transatlantique 508,00 Banque de France 5150,00 Rio-Tinto 426,00 Ville de Paris 1871 400,00 Tabak-Actien 000,00 Censols 000,09 Wechsel auf London 25,18 Oest. 4% Goldrente 84,75 Ungar. 4% Goldrente 77,50 Oesterr. Franz. 000,00 Lombarden 317,50 Türken 5% v. 1865 8,52½ Neue Spauier 69 11/16 Stimmung ruhig. London, 2. Juni. Viehmärkte: in Islington waren 2500 Stück Hornvich und 10.500 Stück Schafe Preise ven Hornvich 4s bis 5s 6d, von Schafen 4s 40 bis 68, per 8970. Petersburg, 2. Juni, abends. Wechsekcurs auf London 241/8. II. OrientAnleihe 93½, do. III. 93½. Aus Oberitalien. 31. Mai. Rohseide. Ueber den Verlauf der Seidenzucht kann auch heute im allgemeinen nur Günstiges berichtet werden. In den letzten Tagen war die Witterung zwar etwas rauk und hier und da wird auch über Blättermangel geklagt, allein im grofsen und ganzen steht alles gut. In der Lomhardei, in Piemont und in Venetien sind die Würmer in der zweiten, dritten und auch schon vierten Häutung, in den Marken, in Toscana und in Umbrien haben selbe gröfstenteils die vierte Häutung durchgemacht und steigen ins Reisig, im Neapolitanischen und in Calahrien sind bereits die ersten Cocons zu Markt gebracht worden. Im Verlaufe der künftigen Woche werden mehrere Coconsmärkte eröffnet werden. Aus den Seidenbau-Districten Frankreichs lauten die Nachrichten gleichfalls günstig. In Aviguon sind gestern die ersten Cocons gelber Rasse und primärer Qualität mit.50-3,55fr per Kilogr. bezahlt worden. In Spanien hatten infolge ungünstiger Witterungsverhältnisse die Würmer beim Einspinnen etwas gelitten, und es stiegen deshalb die Coconspreise auf 4,10fr. auf welchen Standpunct sie sich jedoch schwerlich werden behaupten können. Die Nachrichten aus Japan und China reichen bis zum 27. Mai und stellen ein gutes Ernte-Ergebnis in Aussicht. Einige Ueberraschung verursachte die telegraphische Meldung, dafs China voraussichtlich dem Export 55000-60000 Ballen für die Saison 1884/85 wird zur Verfügung stellen können, während man in Europa bisher der Ansicht war, dafs in der künftigen Campagne der Export aus China die vorjährige Ziffer(ca. 50000 Ballen) nicht erreichen werde. Zicht man nun auch in Betracht, dafs die Bestände an China-Seiden noch bedeutend sind, weil der Consum dieser Provenienz seit einiger Zeit den Rücken gekehrt hat, so findet auch der neueste Preisrückgang der China-Gregen seine Erklärung. Angesichts dieser Thatsache und der guten Ernte-Aussichten in ganz Europa sind die Cocons-Accorde ganz ins Stocken geraten und mancher Industrielle befürchtet bereits, in den ersten Accorden wahrscheinlich zu hohe Preise bewilligt zu haben. Auch für Cocons secs lassen sich keine Käufer mehr blicken und sind die Curse weichend. Der Seidenmarkt blieb während der letzten’beiden Wochen nahezu geschäftslos. Das Wenige, was verkauft wurde, war zur Deckung dringenden Bedarfs bestimmt; für nahezu classische Organsine 18/20 wurden ca. 63 Lire gelöst, für sublime 20/22 und 22/26 60-61 L. und für schöne currente 20/24 und 22/26 ca. 58 L. Die Preistendenz ist eher matt. Für Abfälle wurden kleine Erleichterungen bewilligt. Vom 1. bis zum 31. Mai registrirten die Mailänder Seidentrocknungs-Anstalten: 217 545kg europäische und 61 300kg asiatische Seiden. Wechseleurs auf deutsche Plätze: 121,80-122,07½, 3Mt. und%. S. Lyon, 31. Mai. Seidenwaren. Der Markt trug in dem abgelaufenen Halbmonat sehr stilles Gepräge; sowohl Rohseiden als Seidenstoffe fanden bei schwachen Preisen nur schwer Käufer. Hinsichtlich ersterer wird das Resultat der Ernte abgewartet, um so mehr, als ohnehin kein Grund zum Einkauf vorliegt, da die Fabrik sehr wenig Beschäftigung hat. Glatte Stoffe waren insbesondere schwach verlangt, und in unsern Stapel Artikeln, wie schwarzen Gros Grains, Failles und Satins, wurden nur unbedeutende Geschäfte abgeschlossen. Utwas besser stand es für am Stück gefärbte Satins, 44-48cm Breite, obwohl auch hierin die Umsätze lange nicht jene Höhe erreichten, wozu unsere Fabrik eingerichtet ist; einiger Verkehr herrschte in bedruckten gaufrirten Marken, der noch andauert, und einfarbige Gaufrés treten in immer bessere Nachfrage. Glatte bedruckte Satins finden noch für Kleider- wie Cravattenzwecke Verwendung. In Futter-Artikein war geringes Geschäft, dech hielten sich die Preiso für Chinas und Marcelines ziemlich gut, für Lustrines war aber kleiner Abfall. Von Schirmstoffen waren billige Taffetas tramé souple etwas besser gefragt, andere Serten blieben ohne Beachtung. Ziemlich befriedigend war das Geschäft für gerippte Mäntelstoffe, wie schwarze Ottomans, Moscovites und Armures, letztere teils breitstreifig, teils in kleinen Dessins gearbeitet; für Kleiderzwecke fanden farbige Failles, Failles glacé und Taffetas glacé in kleinen Posten Absatz. Andere glatte Stoffe blieben ganz unbeachtet. Faconnirte Stoffe begegneten im allgemeinen ziemlich guter Kauflust, und obwohl schwarze Damas nicht mehr so lebhaft als noch vor einigen Wochen gefragt waren, erreichten die Verkäufe dech eine stattliche Ziffer. Farbige Damas wurden in kleinen aber ziemlich zahlreichen Partieen aus dem Markte genommen, und haben gegenwärtig am Stück gefärbte rasch zu liefernde Sorten gute Verwendung. Façonnirte Taffetas glacé waren gesucht, deren Preise erlitten aber Abschwächungen. Das Tüchergeschäft war auch diese beiden letzten Wochen hindurch bedeutend, und kamen der Fabrik wieder nennenswerte Aufträge zu, die sich teils auf façonnirte, teils auf glatte bedruckte Qualitäten erstreckten. In Cravatten wurde wenig verkauft und nur mäfsig bestellt. Die Geschäfte in Gazen liefsen zu wünschen übrig und wurden blofs sehr billige Gewebe in schwarz und farbig für den Export verlangt. Der Markt war diese Woche von Käufern wenig, besser aber in der vorhergehenden Octave besucht. Charieston, 22. Mai. Baumwolle nominell, middling 11¾/4e, low middling 11½c, good ordinary#c. Vorrat 4394 B. Galveston, 22. Mai. Baumwolle ruhig, middling 11 ½c, low middling 11 1/4c, good ordinary 10½c. Vorrat 5777 B. Mobile, 22. Mai. Baumwolle flau und nominell, middling 11 ½c, low middling 11¼c, good ordinary 10 1c. Vorrat 7693 B. Savannah, 22. Mai. Baumwelle flau und nominell, middling 11 1/4c, low middling 10 7/8c, good ordinary 10 5/16e. Vorrat 2725 B. Wilmingion, 22. Mai. Terpentinöl fest, 29¼c. Harz stetig,.105 für strained und.108 für goed strained. Teer fest,.255. Chicago, 22. Mai. Schweinefleisch schliefst stetig, 18,50-18,65S loco, 18.55-18.758 per Mai, 18.50-18.558 per Juni, 18.55-18,57½8 per Juli, 18.2518.30S per Aug., 14,25-14,308 per Jahr. Schmalz begehrt, im Preise jedoch wesentlich unverändert, 8,12½-.158 loco,.15-8,178 per Juni,.30-8,32½5 per Juli, 8,42½-.45 per Aug. und.47½-8,508 per Sept. Benntwortung ist zunächst festzusteuen, oo sich aus der Viehzucht noch Reinerträge erwarten laffen, wenn alle an das Vieh verwendeten Feldproducte und anderseits auch der erzeugte Dünger zu Marktpreisen berechnet werden. Diese Forderung ist zu stellen, weil Wirtschaften, welche das Vieh abschaffen wollen, auch in der Lage sein müssen, ihre Feldproducte zu Marktpreisen zu verwerten. Auch liegt kein Anlaß vor, der Siehhaltung die Producte billiger zu verkaufen, denn wären die notwendigen Nährstoffe nicht vorhanden, so müßten dieselben zu Marktpreisen gekauft werden. In den meisten Fällen und selbst unter sehr günstigen Verhältnissen, z. v. bei Milchverkauf durch die Nähe einer großen Stadt, würde nur eine genaue Buchführung unzweifelhaft einen Verlust in den Rechnungsgufstellungen der Viehzucht nachweisen, und zwar selbst dann noch, wenn die Wirtschaften richtig eingerichtet und gut geleitet sind. Ja, oft würde nicht einmal ein Reinertrag erzielt werden, wenn man das Streustroh im Viehconto gänzlich außer Berechnung ließe, indem man es nur dem Düngerconto zur Last schriebe, da es recht wohl durchführbar ist, mit Hülfe geeigneter Stalleinrichtungen, auch ohne Streustroh den Viehstand gesund und leistungsfähig zu erhalten, höchstens darf für die Benutzung des Strohes aks weiches, warmes Lager eine verhältnismäßig geringe Qnote seines Wertes dem Vieheonto zur Last geschrieben werden. Allerdings wird hiedurch der Stalldung, wenn für das Streustroh MarktFreise, berechugt werden, sehr teuer, sodaß auch von den Cerealien und Haufrachlen Keinerträge kaum zu erhoffen sind. Zum Beweise hiefür sei folgende Berechnung gegeben. Caub, 2. Trier, Wasserstands-Nachrichten. „ 2. Juni, 7 Uhr morgens. Rheinhöhe 2,01m, gefallen 0,0Om. 2. Juni. Moselhöhe 12 Uhr mittags 0,45m, gefallen 0,0om. Ruhrort, 2. Juni, 8 Uhr morgens. Rheinhöhe 1,63m, gefallen 0,03m. Ueberseeische Dampfer. Eingetroffen: in Queenstown 2/6 Britannic (White Star) v. New-York; 2/6 Cephalonia(Cunard) v. Boston; in Boston 2/6 Catalonia(Cunard) v. Liverpool; in New-York 2/6 Westphalia(hamb.-amerie.) v. Hampürs. Unter welchen Bedingungen empfiehlt sich die Einführung eines viehlosen Wirtschaftsbetriebes? Dieser Frage ist eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen, da jede Vereinfachung des landwirtschaftlichen Betriebes, wenn dieselbe ohne Minderung des Reinertrages erreichbar ist, nur erwünscht sein muß. Zu ihrer *) Der Wiederabdruck der landwirtschaftlichen Artikel der Kölnischen Zeitung ist ohne Genehmigung des Verlegers nicht gestattet. 3,1kg Kalk zu 0,02.A=.06 Summa... 7,18=4. Auf 1000kg frischen Dung entfallen im Stalldünger 333kg Stroh à-A 13,32„ Mithin bewerten sich 1333kg Dung auf.......... 20,50 fl. und 100kg auf... 1,50„ Hieraus geht hervor, daß das Stroh, zum Marktpreise berechnet, im Stalldung dem Werte nach mehr ausmacht, als die Excremente, mithin bei Anwendung des Marktpreises der strohreichste Dung der teuerste ist. Daß der Stalldung z. B. der Düngung mit Kunstdüngern gegenüber, also in einem ungünstigen Falle, noch zu teuer ist, beweist folgende Rechnung. Angenommen, der Acker wird im dreijährigen Turnus mit 48 000kg Stalldung auf den Hektar bedüngt und es entfallen davon auf den Weizen 12 000kg zu 1,50 f= 1805/, während sich der Ersatz für entzogene Pflanzennährstoffe durch Kunstdünger bei einer Mittelernte des Weizens von 2000kg Korn und 5000kg Stroh folgendermaßen gestalten würde. Es enthalten: 2000kg Korn 5000kg Stroh Stickstoff 44kg— 12kg= 56kg zu 2,00/= 112,0##### Kali...... 124g— 19kg= 31kg„ 0,45,= 13.95 Kalk Ikg— 10kg= 1Ikg„ 002,= 0,22" Phosphorsänre... 18kg—. Jkg= 27kg„ 0,80,= 21,60 Summa Der Stalkdung kostete ausschließlich Bearbeitung, Transport auf das Feld, Breiten u. s. w. per Hektar.......... 189,00 der Nährstoffersatz durch Kunstdünger 147,77 verbleiben zu gunsten des Kunstdüngers........... 32,21 welche etwa auf die physicalische Wirkung des Stalldunges zu verrechnen wären, doch bleiben anderseits beim Stalldung noch die Transportkosten und dergl. zu decken, sodaß also die Stalldüngung als nicht unerheblich teurer anzusehen ist. Aus allen diesen vorgeführten Gründen wird sich bei Betrachtung der financiellen Seite der Frage die Ansicht meistenteils dahin neigen, daß bei der Möglichkeit der Verwertung der nicht marktgängigen Producte. wie Stroh und Spreu, zu einem Preife, der höher steht, als ihr Dungwert, in der Mehrzahl der Fälle der viehlose Betrieb einträglicher sein würde. Immerhin ist jedoch die größte Vorsicht bei einer so tief in den Betrieb eingreisenden Aenderung geboten, weshalb im concreten Falle erst nach Abwägung aller einschlagenden Verhältnisse und Aufstellung einer Berechnung sich die Entscheidung für oder wider treffen ließe. Jedenfalls würde sich die Berechnung für die Biehzucht dann günstiger stellen, wenn die Wirtschaft nur Kohlehydrate, also Fett, Zucker, Spiritus u. dergl. ausführt, namentlich bei Anbau von Leguminosen(Erbsen, Bohnen, Wicken, Klee u. s..), welche der Wirtschaft nicht unerhebliche Stickstoffmengen umsonst liefern. Zur Einfüyrung eines viehlosen Betriebes wird aber naturgemäß erst dann geschritten werden können, wenn die Aussicht vorhanden ist, daß er sich auch eine lange Reihe von Jahren durchführen läßt. Die Bürgschaft einer sehr langen Dauer ist unter allen Verhältnissen zweifellos dann gegeben, wenn an Stelle des in der Wirtschaft erzeugten Stalldüngers ein billig angekaufter Stalldung in solchen Mengen treten kann, daß die physicalische Beschaffenheit des Bodens nicht verschlechtert wird. Ist jedoch die Wirtschaft nur auf den Ankauf von Kunstdüngern und an humosen Stoffen armen Fabrikabfällen aller Art angewiesen, dann würde zunächst die Möglichkeit der Bodenkrasterhaltung in Frage kommen. In Bezug auf den Ersatz der ausgeführten Pflanzennährstoffe läßt sich die Frage dahin entscheiden, daß sich sämtliche dem Acker entzogenen Pflanzennährstoffe durch entsprechend große Mengen Kunstdünger oder Abfallstoffe, welche dergleichen enthalten, wiederum ersetzen lassen. Schwieriger ist jedoch die Erhaltung der günstigen physicalischen Bodenbeschaffenheit, welche, je nach der Bodenzusammensetzung, weniger große Mengen humoser Stoffe oder anderer Materialien, wie Mergel, Kalk u. s.., erheischt. Ein strohiger Mist ist jedoch, mit Ausnahme schwerer Lehm= und Thouböden, hierzu keinesfalls erforderlich; es wird in dieser Beziehung die physicalische Wirkung des Strohes meist erheblich überschätzt. Die Möglichkeit der Erhaltung einer günstigen physicalischen Bodenbeschaffenheit ohne Anwendung von Stallmist wird zunächst für die leichtern humosen Böden vorliegen, und in der That läßt sich dieselbe auf lehmigem oder humosem Sand durch energischere mechanische Bodenbearbeitung mittels vollkommener Ackergeräte erzielen, während auf dem sandigen Lehm= und Sandboden diese Wirkung noch durch Auffuhr humoser Stoffe, z. B. Torf, Moder, Compost, sowie durch Mergelung zu unterstützen ist. Ferner darf auch der Einfluß einer passenden Fruchtfolge zur Erhaltung und Verbesserung der physicalischen Beschaffenheit eines Bodens nicht übersehen werden, weshalb es sich unter Umständen nicht empfehlen würde, wenn der Absatz für die Leguminosen, z. B. Klecarten, Luzerne u. s.., gesichert ist, das ganze Areal mit Getreide zu bestellen. Die verbessernden Eigenschaften dieser Tiefwurzler liegen in der durch sie veranlaßten starken Bodenbeschaffung, in der Bodendurchdringung mittels starker Wurzeln, welche sich später zersetzen, sowie in dem Reichtum dieser Gewächse an Stoppel= und Wurzelrückständen, welche nicht selten bezüglich der organischen Stoffe, die der Ackerkrume verbeiben, einer Stallmistdüngung gleichzusetzen sind. Schließlich dürfte wohl auch die Frage der Gründüngung hierbei in Erwägung gezogen werden. Den Beweis nun, daß es möglich ist, auf leichtern Böden auch ohne Zukauf von Stallmist einen viehlosen Betrieb auf die Dauer erfolgreich zu betreiben, hat Herr Röder auf seinen Gütern Lichtenberg und Stechau bei Berlin gezeigt, auf denen 30 Jahre hindurch ohne Stallmist bis heute noch gewirtschaftet wird. Bei der zu treffenden Entscheidung bezüglich der Einführung einer viehlosen Wirtschaft sind unn nachfolgende Gesichtspuncte in Betracht zu ziehen: 1) Die Möglichkeit einer leichten und entsprechend hohen Verwertung der nicht marktgängigen Producte muß durchaus gesichert sein, daher denn auch die Möglichkeit des Entstehens einer gefährlichen Concurrenz wohl zu erwägen ist. 2) Der Wirtschaftsführer muß sich durch Energie und kaufmännische Routine auszeichnen, auch sind Kenntnisse in der Agricul= turchemie sehr hoch zu veranschlagen. 3) Es müssen die Bedingungen der Dungerwerbung günstig sein. 4) In sehr hohem Grade ist ferner das Vorhandensein von Verbesserungsmitteln, wie Torf, Moder, Mergel, erwünscht. 5) Die Bodenbeschaffenheit muß dem Unternehmer günstig sein. Ohne diese Vorbedingungen ist die größte Vorsicht bei Einführung eines viehlosen Betriebes geboten. Gewisse Umstände können nun auch die Einführung dieses Betriebes fordern oder auf dieselbe hinleiten, z. B. das Eingehen des Nutzviehstandes, die Notwendigkeit von Neubauten bei Capitalsschwäche, unsicherer Futterbau u. s. w. Sind nun die Verhältnisse zur Einführung eines viehlosen Betriebes weniger günstig, so wird doch eine Einschränkung des Nutziehstandes unter Umständen vorteilhaft sein können. Kleinere Mitteilungen. Berlin, 31. Mai.(Zucht= und Zugvieh=Bericht von Hugo Lehnert.) Die Weiden in den Marschen sind überall vorzüglich bestanden; sie bieten dem Rindvieh in reichlicher Fülle ein kräftiges, saftiges Futter, sodaß die schmale Winterkoft balb vergessen sein wird. Es wird jetzt viel Vieh in den Marschen zum Fettweiden zugekauft, der erwartete Gewinn wird aber durch das Mißverhältnis der hohen Preise für alles Nutzvieh gegenüber den sehr mäßigen Preisen für fettes Vieh bedeutend geschmälert. Dies seit Jahren empfundene Mißverhältnis, das die Dispofition in der Viehhaltung in der nachteiligsten Weise erschwert, wird von Jahr zu Jahr fühlbarer und muß die Viehhaltung schließlich immer unrentabler machen. Klar muß es doch jedem endlich werden, daß die ganze Aufmerksamkeit der eigenen Aufzucht zugewandt, der Ankauf und die Mastung eingeschränkt werden müssen. Man hört überall Klagen über die Unrentabilität der Wirtschaften, fieht aber nur felten, daß mit Verständnis und Energie den Grünben, die zu diesen Klagen Veranlassung geben, entgegengearbeitet wird. Besser kann es in dieser Richtung nur werden, wenn die Aufzucht in den Vordergrund tritt, wenn nur die Tiere, die für sie durchaus notwendig sind, gekauft werden. Iist durch eigene Zucht der wirtschaftliche Bedauf gedeckt, so mag das Mehr und die auszurangirenden Tiere an den Mastisch kommen; sie werden dart ihre beste Verwendung finden. Nur in dieser Weise wird die Rechnung unferer Viehhaltung günstig abschneiden, nur so werden die Preise für fettes Vieh zu denen für wirtschaftliches Nutzvieh in ein richtiges Verhältnis treten. Die Zeitungen sind des Lobes über die Fortschritte, welche uns die Mastvieh=Ausstellung vor Augen führte, voll. Das Lob ist ein vollberechtigtes, die Consumenten können es mit lauter Stimme verkünden, die Geldrechnung aber wird die Freude aller Ehren am sorgenbringenden Schreibtisch, besonders da, wo angekauftes Vieh gemästet wurde, stark reduciren. So lange der Centner Lebendgewicht beim Zugochsen 40c# und mehr, beim gemästeten 36.0 und weniger kostet, sehe ich den dreijährigen Ochsen doch lieber für den Pflug als für den Fleischer bestimmt. Die Preise für Zuchtvieh sollen nach der Ansicht vieler sehr hoch gehen und wird dieses Prognostikon durch die Sperre gegen Holland begründet. Man kann anderer Meinung sein, es sei denn, daß der Bedarf sich erheblich vermehrte, was unsere wirtschaftlichen Verhältnisse kaum annehmen lassen. Am ersten könnten Kühe zum Abmilchen in den Marschen eine Preissteigerung erfahren; denn sie waren und sind seit dem Winter sehr gesucht, und rheinische wie hessische Händler haben in den Marschen und Angelu viel gekauft und bei dem meissens sehr eilig betriebenen Kauf hohe Prise gezahlt. Die Molktereten Pggg ung de Mastugen so an Ausdehnung den gluch ie Molkereien fiad uur sder ud hwoerig, du bohen, Aibsag füir ihre Producte gesichert und d am Plate, wo eim Gurtige, Wiset Der stete Zulauf—9) Kubhen Pesendes Suter veichlich vor,glaeg bleiben, der das Endrestultat der nb ausch itr, ater, Beunde oue, Ligsten wicd sch dort die chnung schung sehe. veunuuhg, um oheschäast und die Kuah so lange sie Ssosteg, vo de Houdot n gihf, Zeden den Wistermasch= und den Aldenburger Mashpich ise bestagfrugengäihe zie, müchreiches vriginael Suchtich recht leohaft, und shoßen Praises größere Bezüige statfiuden Simnmenthale, sey, Hezt, scht, die.: der steigenden,Nachfrage aufeinen verden. Neben der Remnzucht, Vte vet der Vse gemupfichlt sich das Simmenhaler Bied, 9as, Neutzungseigenschaften in der gunstgsten Weise in sich vereint, überall da, wo durch den Einfluß des Schläge gevesserr wrdn sollen. Das Schwyzer Brannvieh, dessen MilchHauptabnehmer bleiben Frankreich, Italien und Oesterreich. Das GlanVieh, das auf der Special=Tierschau der Stierhaltungs=Genossenschaft Bibra recht gut vertreten war, bleibt neben dem Scheinfelder von unserm Höhenvieh am meisten gefragt. Ein Bild des Erfolges der bairischen Viehzucht geben die Viehmarkt=Ergebnisse der Städte Schweinfurt und Bamberg. Im Jahre 1883 wurden in Schweinfurt 35 163, in Bamberg 24223 Stück Riudvieh zu Markte gebracht und davon auf der Bahn ausgeführt von Schweinfurt in 1508 Wagen 16 71/00 Stück im## von erwa 6½ Millionen Mark, von Bamberg in 1200 Wagen 10 5. Stück im Werte von etwa 3 Millionen Mart. sir. Vrüidenr Auuiot auf den Scheintead, Laohzetn, Hotz, hof u. s. w.— denken, so wird uns beivirht, gelch ichte reluher#eSomen wir allein für Zugvieh in die Ferne tragen; die nicht mindrr vevenlende gabe für Zuchtvieh tritt hinzu, und sind das wirklich Summen, die zur Einschränkung des Ankaufs und zur sorglichsten Aufzucht mahnen. Preise für die beste, schwerste Ware bleiben uberall gleich hoch, geringere Ware ist im Werte gefallen. Am 9. Juli findet in Schweinfurt ein Zuchtbullen= und Zuchtviehmarkt statt und am 19. Juni in Süderbrarup in Schleswig die siebente Waudertierschau, auf der man das Lugter Vieh aus den beszge. Ztakteut, hr er kam. versammlung des Landwirtschaftlichen Central= Prazicyt. Brauuschweig wurde u. a. über einige veretns tur vug Verzogtyz, in allen größern landwittschaftlichen Fragen verdaundet, woiche 19, achen, und da büirsten die Beschlüsse Vereinet auf der Lageooudun,itglider Zählenden Vereins für weitere der Vertreter uuseres 0 grster Linie wurde über wünschenswerte eie von Iuterese, sein,„gzsetzgebpus heraten. Die jet in landpittWesiuderung der bie Pseuch, rittene Frage, ob der Mizbrand mitunter beostichen Vereihen vbes un guszruchnen sei, für weilche Entschädigung iov, Se tan auich Hier nicht zumr Austrage, da etwpa die Hälfteder Ansichten über das Wesen vuv Krankheit, die, wie bemert sein mag, im Herzogtum Braunschweig einzelnen Stellen vorkommt, sehr auseinandergehen. Bezüglich vue aue.seneg, Sted, heschlosen, eim Landesigesetz zu erstreben, nach welchem alle Viehbestände, von denen schon 33½ pöt an der Lungensofort zu töten sind. Diejenigen Tiere, enge erteaut beszuden vervde ,gemaustelt, daß sie nicht an Lungennach deren Schlachtung e5 spp. Lem vollen Werte entschädigt werden. seuche gelitten haben, sonten. vo Zei Zungenseuche ist man bekanntlich in ben en Ghanfalls sehe geteiter Meitungz ein Anstag, die Einfüiheung der Zwangsimpfung betreffend, wurde deshalb ganz außer Acht gelassen, doch nahm man einstimmig folgenden Antrag an:„Die Landesregierung möge ein Gesetz erlassen, nach welchem jeder Viehbesitzer berechtigt sei, nach Ausbruch der Lungenseuche sein Vieh impfen zu lassen, und daß dann das infolge der Impfung gefallene Vieh zu vier Fünftel des gemeinen Miartaß entschädigt werde.“ Diesem Antrage entsprechende gesetzliche BeSetna zud“ ziis in Sachsen durch Landesgesetz eingeführt. Ferner stimmungen sind verer##. die Frage erörtert, vo durch die Ausführung wurde in der Versamm u. ¾,„Commission vorgeschlagenen Reform der der von der Reichs=Engugzey Zuteressen geschädigt würden. Diese Zuckersteuer die landwirtschusan war der Ausicht, daß diese VorFrage wurde allgemeit orlsetzt herrschenden Krisis in der Zuckerindustrie, schläge, namentlich bei der zse zur Folge haben würde.— Es dürfte eine Herabsetzung der Rübeny“ Treisen noch wenig bekannt sein, daß hier vielleicht in landwirtschaftlichen sten und mustergültigsten Geflügelin Braunschweig eine der ausgebey einen ganz vorzuglichen Ertrag bsctereten#ugu beheh, Austaskt zu. deu Mbondktent Rebener Gis vpest, be den u, ePBautapharate ausgebritet, und die Apparate September 50 Gog Eier dur 9 tpa Z0 pét. der Eier verloren gehen und bd ie ver Hhh#eb u Saitentäten zur Auszucht komnen. Davon sandt, der Rest zudet als Schlachts und Migstware Verwendung, und Landwirte, welche Braunschweig berühren, mögen nicht versäumen, sich die großartige Geflügelzüchterei„Brannschweig“ anzusehen; der Besuch ee V Johnend.— Der hiesige Spargelbau nimmt von Jahr zu Jahr au Lluang und Bedeulung zu. Die Ernte ist.so reich, daß ein zuniges Geschäft, die Spargelbau=Actien=Gesellschaft, in den letzten Wochen on ihren Actionären täglich im Durchschnitt 400 Centner, an einem age sogar 70d Ceutner Spargel empfing. Die Preise sind infolge dessell#auch nieoriger als seit Jahren. Nzu 29. Mai tagte e Aversammtung die Genert.., Verarster Antoestud wornt, Gemiter in Wiesbaden im roten Saale des Kurhauses des Vereins deutscher Düngerfabricanten. von etwas über 50 Düngerfabriken, sowie Stelle von Vier burschung die, Herren Diretoren Hittner, Haupe und Iuncker=purden durch Zuruf wiedergewählt. Unter dem Vorsitze des am Mittwoch eine ComHerrn käsemacher wyurben uun unig gurtsgmagtt. de d Herpzozphatabritanten gtagt u, eit eiuhzeitliches Ver. Sticstofbestimmung festgestellt. Auf der Generalversammahren für, die Stgtie anwesenden Professoren und Agrieulturchemiker Vereins deutscher Naturforscher, den Fläcten sich.u, autgsenden Proseste., lung erkiarten ichiten Versammlung des Vereins deutscher Naturft bereit, auf der nach diese Frage zur Erörterung kommen wird, für in der unter andern auc) inmission gemachten Vorschläge einzutreten. die Annahme der von der den Mitgliedern eingeschlagen sind, um Bezüglich der Maßtgohingterialien u. s. w. ausschließlich der deutschen bei Einkäufen von 90;;haffen, wurde bei der Besprechung constatirt, Analyse Geltung 31 Huslande(namentlich in England) der deutschen daß die Bemühmngitigerschaffen, sast durchweg von Erfolg gekrönt worden Analysr, Hfattzere werden die Kalianalysen des Staßfurter Verkaufssyndicats widerspruchslos im Auslande als maßgebend anerkannt. Zu der Bentschen So eben erschienen: Die von Pater Preis Mark 9. Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Verlag von M. Bernheim in Basel. H In allen Buchhandlungen zu haben: v. Ehrenkreutz, das Ganze der Angehstschrr 1) Fische aus der Ferne herbei zu locken. 2) Die Laichzeit. 3) Natürliche und künstliche Köder. 4) Angelgerätschaften. 5) Die Fischarten. 6) Vom Krebsfange. Elfte Auflage. Preis 2 Mk. 50 Pf. Enthält die Anweisung, die Angelfischerei mit dem glücklichsten Erfolge zu betreiben. e. Ernst'sche Buchh., Guedlinburg. Beiallen Postanst. Zeitungssped. Preis pro Quartal: 5., für 2 letzten Quart.-Monate .30., für letzten Quartalsmonat:# S Poler 70R./888 S/ 841r haltungs„§ Organ für 88 S# die Gebibeten S• dler S Meransgegeben von aV Criecbricht-ggung. TMit tägl. Unternansaugspel. (NB. Sehr wirksam für Inserate.) SOSSSScc 6(H. Graf) in Leipzig (gegründet 1846) empfiehlt sich zur Besorgung von Büchern (neu oder antiquarisch) und Zeitschriften, auch nach dem Auslande. Der Platz Leipzig (Mittelpunct des Buchhandels) ermöglicht billigste u. schnellste Wethn Solinger Stühtton“ Adreßbuch von Solingen, Dorp, Höhscheid, Merscheid, Wald und Gräfrath, 360 Seiten Octav, ist erschienen und zu J 7,50 Pf. franco geg. vorh. Eins. zu beziehen von Buschhaus& Schönenberg, Solingen. NB. Das Buch umfaßt den ganzen Bezirk der Solinger StahlwarenIndustrie, mit genauer Angabe aller Patente und Specialitäten 2c. Einladung IIlordentlichen Generalversammlung Westreutschen Gereins für Colonisation und (Zweigverein des Deutschen Colonialvereins.) Donnerstag den 5. Juni 1884, vormittags 11 Uhr, in der Tonhalle zu Düsseldorf. Tagesordnung: 1) Kurzer Jahresbericht. 2) Cassenbericht, 5„ Statuten(betr die Gif3) Antrag des Vorstandes auf Aenderung der Suamen(vell. dir Büdung von Sectionen). 4) Ueber die Organisation von Vorträgen. 5) Ergänzungswahl des Vorstandes. 6) Etwaige Anträge von Mitgliedern. An die General=Versammlung wird sich mirtags 12½ Uhr eine Versamntuug anschließen. Auf der Tagesordnung derselben stehen: 1) Ansprache des Vorsitzenden Herrn Dr. F. Füvrt. 1196n über“ 2) Vortrag des Herrn Freiherrn dr. A. von Danckelm## über die Congofrage.(upfasst 3) Vorlage einer Resolution, Discussion und Beschlußfasfuntz=, Auf nachmittags 3 Uhr ist ein gemeinsames Mittagenen An der General=Versammlung können außer den Mitgliedern des Westdeutschen Vereins auch alle directen Mitglieder des Deutschen,„#gicht vereins aus Rheinland und Westfalen, sowie alle diesen'=Gzztg einzeichals Mitglieder in die am Eingange des Locals ausliegende Thre, nen, teilnehmen. Der Zutritt zur öffentlichen Versammlung ist für jedermann frei. Düsseldorf, im Mai 1884. des Westdeutschen Vereins für Colonisation und Export: Dr. F. Fabri, Barmen, Vorsitzender, Commere=Rat C. Friederichs, Remscheid, stellv. Vors., Commerc=Rat Pfeisfez, Desttihe Höfek. Präf. Scherenberg, Handelskammersecretär, Elberselo, Schtthhrer, Zemhgnh O. Andrege, Mülheim a. Rh., Handelskammer=Sootggin Gz: Fozzze, Dortmund, Gen=Seer. Bueck, Düsseldorf, G. Bunge Hesius, BieleLangenberg, Amtsr. Dilthey, Aachen, Commerc=Rat Hfeld, M. Ercklentz,.=Gladbach, Commerc.=Rat Ebbinghaus, Iserlohn, Dr. Tim. Fabri, Hdlsk.=Seer., Remscheid, Dr. Jur. C. Jopeg, Bä Seer., Barmen, Just.=Rat Dr. Goose, Essen, F. A. Syscgzugn Zuydwur, dorf, M. Hasenelever, Remscheid, Frhr. Dr. vont Le#h Pirector Klein, Münster i.., Geh. Commerc.=Rat A. Heimendahl, Crefeld, Heinrichshütte bei Au.Sieg, Reg.=Rat Dr. G. 9öutigeg,## Pef A. Krupp, Essen, C. Lueg, Oberhausen, Landrat Solingen, Rittergutsbes. Overweg, Haus Reichsmark b. Westhofen, Comm.=Rat G. Pastor, Aachen, A. vom Rath, Koln Bonn, Louis Simons, Elberfeld, Amtsr. Schmieding, Dortmund, Director A. Thielen, Laar b. Ruhrort, Commercienrat, Rud. Weyermann, Leichlingen, Postdirector Wiche, Oberhausen. Concurs=Verfahren. In dem Concurs=Verfahren über das Vermögen der Eheleute Philipp Anterist zu Neuwied ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderung Termin auf Freitag den 20. Juni 1884 vormittags 9 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte hierselbst, Zimmer 31, anberaumt. Neuwied, den 30. Mai 1884. Köhnen, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts i. V. Concurs=Verfahren. In dem Concurs=Verfahren über das Vermögen der Eheleute Philipp Anterist zu Neuwied ist infolge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichs=Termin auf Freitag den 20. Juni 1884, vormittags 9 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte, hierselbst, Zimmer 31, anberaumt. Neuwied, den 30. Mai 1884. Köhnen, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts i. V. Concurs=Verfahren. In der Concurssache über das Vermögen der Handels=Gesellschaft Huisgen& Cie. zu Uerdingen, sowie deren persönlich haftenden Teilhaber, des daselbst wohnenden Kaufmannes Robert Schmitz und der zu.=Gladbach sich geschäftslos aufhaltenden Witwe Heinrich Huisgen, Emilie geb. Böhmer, soll in der am Mittwoch den 25. Juni d. Is., nachmittags 5 Uhr, im hiesigen Amtsgerichtsgebäude stattfindenden Gläubigerversammlung auch über den Verkauf des zu einem ideellen Teile zur Concursmasse der Witwe Heinrich Huisgen gehörigen, zu Köln Elisenstraße Nr. 20 gelegenen Wohnhauses Beschluß gefaßt werden. Uerdingen, den 27. Mai 1884. Königliches Amtsgericht. Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen Hennef. Actien-Gesellschaft in Hennef a. d. Sieg, 60 goldene, silberne etc. Medaillen, Ehrendiplome etc., liefert UnkrautsamenAusleschlaschnen (Trieurs) für alle Getreidearten, Sämereien und Mischelfrucht unter Garantie für unübertroffene Ausführung, grofse Leistung und tadellose Reinigung reducirten Preisen. Landsberg a. WV.: Silberne Medaille, erster Preis auf Trieure: Dorp-Solingen: Goldene Medaille. zu bedeutend I. Maschigensabrik unl Kesselschmiede V Superphesphoet eineg.gaumnlung des Gentkalbertias g. ammlung, bei der Genero,, Erlangung eines Eingangszolls auf Supera. geeignete Schriktt##t Kilo zu thun, b. die Fabricate der im Zollhosphat von lest“: anden Düngerfabriken sollen daber unter Nachnschluß(Hamburs) beste: gleiben.“ Ueber die Bedeutung des präctbeis des Ursprungs 30h“ge aus den Thomasschlacken und seine sitirten phosphorfauten Hasenclever=Nachen. Sowohl in dem Berichte bewinnung referirtep fi auschließenden Debatte wurde festgestellt, daß 18 in der#).d die mau bezüglich der Gewinnung phosphorsäurehaltiger Ziunger aus Thomu=schlacken gebegt hatte, sich bis jetzt nichterfült haben be is d zg wahrschelnuch auch büasftig weit huter den ge. Erwartunten zurickhleiben wird, weil der Gehalt dieser Schlacken ees Grpetu# ch ug gaunf ins ehn 2 psth) kerane. estellt hat, als man erwartet hatte. Infolge dessen hat auch bereits die abrik 9—„Stolberg ihre nach dieser Richtung hiu, gemachten Verestelt.“ Auf Antrag der Herren Albert=Biebrich und Packard uche eingesteg. zeitens des Vereins eine weitere Gelduuterüichung von tansend Mart statt der beantragten zweitausend Mark) zur Beförderung der von Herrn Professor Paul Wagner=Darmstadt in ausWeise anzustellenden Düngungsversuche zu gewähren. Als Ort er nächsten Generalversammlung wurde Berlin bestimmt. Gegen ½3 Uhr chloß der Vorsitzende die Generalversammlung, nachdem letztere auf seinen Vorschlag der städtischen Kurverwaltung ihren Dank für die freundliche leberlassung des schönen Saales als Sitzungslocal durch Erheben von den Sitzen ausgedrückt hatte. Um 3 Uhr vereinigten sich die Festgenossen zu gemeinsamen Mahle in dem schönen Saale des Hotels„Zum Adler“. Nach 5 Uhr wurde in 15 Droschken ein gemeinsamer Ausflug nach dem Veroberg in das Restaurant Adler gemacht und später wurden noch ein Stunden im Hotel„Zum Nonnenhof“ bei deliciösem Münchener Läweubräu=Bier in gemütlichem Zusammensein verbracht.(Rhein. Kur Sowm in der Wasserversorgung von Gütern und OrtFortsch: gcgelegenen, wasserarmen Plateaux. Richt gechaften auf 95¼9;„er einigen Jahren die auf der Stuttgarter tinges Aufsehen mach'“ Hygieine=Ausstellung zur Kenntnis des Landes= sowie auf der Der M,zhe Wasserversorgung der wasserarmen Publiceums gebrachte kv)“ fiunreiche als zweckmäßige und verhältnisschwäbischen Alp durch ebenfgaturkräfte. Einen weitern Beitrag hierzu Jahre hindurch durch das höchst lästige Aufahren vor, Hassen, Huschrn besonderes Gespann sehr erschwert wurde. Man hat r eingr auf dem jetzt ebenso grundlich als einfach abgeholfen. Das Wasser##uer auf dem Gute entspringenden Quelle ist durch eiserne Röhren nach einer um Im kiefer gelegenen Stelle geleitet, dort setzt es durch seine Schwere eine hydraulische Fördermaschine in Bewegung, welche einen Teil des Wassers durch eine 25mm weite Röhre in das um 53m höher gelegene, 12000 Liter fassende Reservoir hebt, von wo aus das Gut durch eine Hausleitung in sämtliche Räumlichkeiten, wo überhaupt Wasser nötig ist, genügend mit Wasser versorgt wird. Den Wert, welchen eine solche Wasserversorgung für wasserarme Orts= und Hofbewohner hat, kann eder selbst berechnen, der überhaupt weiß, was Wasserarmut heißt. Steinkohlenbergwerk Die Herren Gewerken des consolidirten Steinkohlenbergwerks Waltrop laden wir hierdurch ergebenst zur ordentlichen Gewerken=Versammlung auf Freitag den 20. Juni er., nachmittags 4 Uhr, nach Dortmund, Hotel zum Römischen Kaiser ein. 1) Nachträgliche Genehmigung, daß diese Einladung nicht wie das Statut dies vorschreibt, durch die Westfälische Zeitung und die Essener Zeitung, sondern durch die an Stelle dieser Blätter getretene Rheinisch=Westfälische Zeitung veröffentlicht ist, und Beschlußfassung darüber, wie dies künftig zu halten ist; 2) Bericht über den Stand des Unternehmens; 3) Rechnungslage und Decharge; 4) Wahl eines Mitgliedes des Grubenvorstandes; 5) Wahl der Rechnungs=Revisoren; nnste 6) Beschlußfassung über den Antrag des Grubenvorstandes: „Die Gewerken=Versammlung möge anerkennen, daß die Gewerkschaft verpflichtet ist, die noch vorhandenen Schulden der Bohrgesellschaft Stempel, aus der sie hervorgegangen ist, als eigene Schulden zu übernehmen, wenn die Bohrgesellschaft ihr die zur Deckung dieser Schulden bestimmten Activen (Zubußrückstände und Geräte) zu Eigentum abtritt.“ Waltrop, den 31. Mai 1884. Der Grubenvorstand. „„ Morks u. Ahrin, hat die General=Agentur für Deutschland für die besten Mahmaschinen der Welt, „Champion“, als Grasmäher, Handableger, Selbstableger u. Selbstbinder, die Vertretung für den besten americ. Heurechen„Tiger“. Die Vertretung der besten maschinen von der bedeutendsten Firma dieser Specialität Clayton and Shuttlewort;— der besten Säe= und Hackmaschinen von Siedersleben& Co.„„ 5 Bei Bedarf ersuche Preisliste zu verlangen. Bestellungen erbitte frühzeitig. Vertreter werden gesucht. Garantie für besten Gang und Material. Baskean-Aagichung baut seit#2 Jahren als Specialität: Locomobilen mausziehbaren Röhrenkesseln von—50 Pferdckr., fahrbar, sowie auf Tragfüssen für stationaire Betriebe jeder Art. Von 8 Pferdekr. aufwärts auch mit Rider-Steuerung. Compound-Locomobilen mit und ohne Condensation von 20—50 Pferdekr. Garantirter Dampfverbrauch bei letzteren mit Condensation nur 8½ kg. per Stunde und eff. Pferdckr. NB. 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Mai 1884 wurde zwischen dem Metzger Samuel Stern zu Martinstein und Franziska Dach, ohne Geschäft, zu Schweppenhausen wohnend, ein Ehevertrag abgeschlossen, der am heutigen Tage im Auszuge im Audienzsaale des hiesigen Königlichen Amtsgerichts in den hierzu bestimmten Tabellen eingetragen wurde und nach welchem bestimmt ist: Zwischen den künftigen Eheleuten soll zwar Gütergemeinschaft statthaben, jedoch soll sich diese Gemeinschaft nur auf die Errungenschaft, wie dieselbe in den Artikeln 1498 und 1499 des Bürgerlichen Gesetzbuches vorgesehen ist, erstrecken. Sobernheim, den 29. Mai 1884. Heise, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. Die Schuldner oder Gläubiger des Fräulein Johanna Christina Kaubisch, am 8. April 1884 in Amsterdam verstorben, werden aufgefordert, davon Anzeige zu machen vor 15. Juni 1884 bei dem vom Gericht ernannten Verwalter Nr. J. H. Muller, Rechtsanwalt in Amsterdam, Keizersgracht 602. 1 loselwein-Vertriebsgesellschaft Dusemond(Brauneberg), Post: (Brauneberg), Mülheim u. d. Mosel, gründet zur Verbreitung ab solut reiner Naturmoselweine. Grofses ger älterer Jahrgänge, Versand in Flaschen und Gebinden von 50 Liter Man verlange Preiscourant. Casinos u. Gesellschaften Special-Offerten. Versteigerung. Mittwoch den 11. Juni er., vormittags 10 Uhr, sollen im hiesigen Garnison=Lazarett ausrangirte Utensilien, altes Eisen und alte Dachrinnen 2c. an den Meistbietenden versteigert werden. Köln, den 28. Mai 1884. Königliches Garnison=Lazarett Ein routinirter Kaufmann, verheir., B30 Jahre alt, der seit 3 Jahren einem größeren Filial=Geschäft selbständig vorsteht und früher lange Zeit in einem bedeutenden FabrikEtablissement der Eisenwaren=Branche als Buchhalter und Correspondent thätig war, wünscht einen Vertrauensposten zu übernehmen. Beste Referenzen vorhanden. Franco=Offerten unter B II 126 an die Expedition d. 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Bestellungen auf die Kölnische Zeitung für den Monat Juni werden von sämtlichen Postanstalten im deutschen Reiche, in Oesterreich und Luxemburg sowie von unsern Agenturen in Aachen, Bonn, Coblenz, Düsseldorf und Elberfeld zum Preise von 3 Mark angenommen. Berlin, 2. Juni. Durch eine Eingabe der Handelskammer zu Minden an das Reichskanzleramt, der sich ohne Frage mehrere ähnliche andere Handelskammern angeschlossen haben, ist eine Frage zu amtlicher Behandlung gelangt, die in der Geschäftswelt sei Jahren lebhaft besprochen wird und in welcher unbedingt Wandel geschaffen werden muß,— das ist die Frage des öffentlichen staatlichen Submissionsverfahrens. Als die Hauptübelstände bei den jetzigen Gepflogenheiten bezeichnet die Eingabe die Subjectivität bei der Zuschlagserteilung, die meist von nicht fachkundigen Decernenten abhängt, und die fast absolute Bevorzugung des Mindestfordernden. Eine größere Objectivität bei der Zuschlagserteilung hält die Mindener Handelskammer für erreichbar durch Errichtung von den Handelskammern attachirten Gewerbe=Abteilungen. Diese Gewerbe=Abteilungen wären aus der Gewerbe=Commission der Handelskammer, aus Vertretern gewerblicher Vereinigungen und andern, durch die Handelskammer zu berufenden selbständigen Gewerbetreibenden zu bilden. Eine aus der Mitte solcher Abteilung gewählte ständige Commission müßte den Behörden gutachtlich zur Seite stehen und gegen die Anschauungsweise nicht technischer Decernenten ein Gleichgewicht auszuüben imstande sein. Es gilt dies namentlich bei der Feststellung ortsüblicher Preise, welche bei der Zuschlagserteilung als Norm zu dienen haben, sowie für die Beurteilung der Qualitäten bei einzureichenden Proben von Materialien. Ueber die Bevorzugung des Mindestfordernden sagt die Eingabe an das Reichskanzleramt zutreffend:„Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß die einseitige Bevorzugung des Mindestfordernden den Hauptübelstand des gegenwärtigen Submissionsverfahrens bildet. Dadurch wird der leidige Satz„Billig und schlechte zur Wahrheit und es findet eine schädliche Rückwirkung auf die Ausführung des Unternehmens wie auf den ehrenhaften Charakter des Unternehmers statt. Der Umstand contrastirt auch mit den höchst anzuerkennenden Bestrebungen der Staatsregierung: 3— dem Arbeiterstande helfen zu wollene—, indem das niedrigste Gebot sich im billigsten Material und in den niedrigsten Arbeitslöhnen zu erholen hat. Nach Möglichkeit muß der Mindestfordernde ausgeschlossen und demjenigen der Zuschlag erteilt werden, welcher sich den von der Gewerbe=Commission als ortsüblich festgesetzten Preisen am meisten nähert.“ Auch ist es auf einzelnen gewerblichen Gebieten sehr wenig am Platz, Arbeiten, die alljährlich wiederkehren, jedes Jahr wieder zu verdingen, statt im voraus auf eine größere Zahl von Jahren. Wenn ein Unternehmer weiß, daß Neueinrichtungen, die er vornimmt, fünf Jahre lang Zeit hätten, sich rentabel zu machen, so kann er unbeschadet der Solidität der Arbeit billig liefern. wenn er diese Einrichtungen trifft; muß er aber besorgen, daß im nächsten Jahre ein Concurrent, der ja dann seinen niedrigsten Preis kennt, ihn unterbietet, weil er eine Möglichkeit herausgeklügelt hat, auf Kosten entweder der Güte der Arbeit und des Materials oder durch Hintergehung der nicht fachmännischen Decernenten, die frühern Lieferer zu unterbieten, so hört gradezu die Möglichkeit solider Arbeit auf und das Handwerk wird von Staatswegen systematisch zum Pfuschen und zum Betrügen, es wird, was noch schlimmer, zum Herstellen unsolider gleißnerischer Schundware erzogen. Die Klagen über das jetzige staatliche Vergebungswesen sind so allgemein in allen gewerblichen Kreisen verbreitet, daß es wahrscheinlich nur der Anregung bedurft hat, um mindestens in den angegebenen Puncten Abhulfe herbeizuführen. Es ist zu erwarten, daß sich die meisten Handelskammern dem Vorgehen der Mindener anschließen werden. + Berlin, 2. Juni. Die neue Börsensteuer, wie man sie der Kürze wegen aber sehr ungenau nennt, wird den Bundesrat bald beschäftigen, zunächst natürlich die Ausschüsse. Der Entwurf wird im Plenum des Bundesrats ohne Zweifel angenommen, aber, nach allem was man hört, schwerlich einstimmig. Die Vorlage ist bekanntlich nicht von dem Reichskanzler eingebracht, sondern von seiten Preußens, durch den Finanzminister.— Der rumänische Minister des Auswärtigen, Demeter Sturdza, hat hier während des Festes verweilt und wird morgen über Wien nach Bukarest zurückkehren. Vorgestern hat er dem Grafen Hatfeldt einen Besuch abgestattet. Es bestätigt sich, daß seine Reise wegen der bekannten Familienangelegenheiten unternommen war und keine politischen Zwecke hatte. Was den Consularvertrag mit Deutschland angeht, so kann derselbe, wie sich herausstellt, den gegenwärtigen wegen der Verfassungsrevision einberufenen„außerordentlichen“ Kammern nicht mehr vorgelegt werden, sondern erst der regelmäßigen Landesvertretung, die nach den Wahlen Ende October zusammentreten wird. Es folgt daraus, daß der Abschluß mit Deutschland voraussichtlich erst später erfolgen wird. Worin der Vertrag den mit Griechenland und Serbien abgeschlossenen gleicht und in welchen Bestimmungen sich davon unterscheidet, wurde schon neulich an dieser Stelle erwäynt. Wie man noch hört, soll der Vertrag ebenfalls auf zehn Jahre abgeschlossen werden.— Ein eigentümliches offenbar auf einem dienstag, 3. Juni 1884. Abonnementspreis: in Köln.4, in Deutschland.4 vierteljährig. Anzeigen 40 Pfg. die Zeile oder deren Raum. Reclamen.50 bis.#4 Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmt vorgeschriebenen Tagen wird keine Verantwortlichkeit übernommen. sischen Blättern enthalten, danach hätte Italien bei den ReSchritte gethan zu gunsten der Annahme des englisch=vorrugiesischen Congo=Vertrages. Der Vertrag gilt bekanntlich in allen unterrichteten Kreisen für thatsächlich aufgegeben. Die letzten dem Parlament mitgeteilten Depeschen, welche England mit Portugal gewechselt, haben das nicht nur bestätigt, sondern auch als richtig erwiesen, daß England zu dem Gedanten eines internationalen Abkommens zurückgekehrt ist, welches Portugal im Laufe der frühern Verhandlungen abgelehnt hatte. Man glaubt hier noch immer, daß Is zu einem solchen kommen werde, und will vorhersehen, die Mächte würden die Bildung eines freien Staates oder Staatenbundes am Longo unter der Bedingung begünstigen, daß derselbe den Handel und Verkehr anderer Staaten nicht durch Steuern, Auflagen oder sonstwie behindere.— Der vom Reichskanzler in seinem Telegramm vom 24. April nach der Capstadt der deutschen Niederlassung auf Angra Pequena zugesicherte Schutz des Reiches wurde in den Blättern sehr verschieden aufgefaßt. Die einen wollten darin nur inen dem Privatbesitz des Herrn Lüderitz gewährten Schutz erblicken, vährend andere seine Erwerbung fortan als einen Teil des Reiches sezeichnet sahen. In den Kreisen des Bundesrats hält man die erstere Auslegung für zu eng begrenzt, die zweite für zu weitgreiend. Man nimmt dort an, daß, wenn Herr Lüderitz von den rühern Besitzern Hoheitsrechte erworben hat, das Reich ihn darin jegen jede Beeinträchtigung schützen werde. England hat solche, vie man weiß, gar nicht selbst beansprucht, und das Reich wird sicht zugeben, daß etwa die Capcolonie sich an Englands Stelle in mnberechtigter Weise dort festsetze. Auch könnte das Reich ein darauf sezügliches Abkommen mit Herrn Lüderitz treffen. Man zweifelt licht, daß England sich schließlich dabei beruhigen werde. Entwickelt ich die Niederlassung auf Angra Pequena in fester und gedeilicher Veise, so steht gewiß nichts im Wege, daß sie in gegebener Zeit ls eine wirkliche deutsche Colonie angesehen und behandelt werde. 8 Teipzig, 2. Juni. Der angekündigte Aufruf des andes des national=liberalen Vereins für das Königreich dachsen ist nunmehr veröffentlicht worden. Derselbe fordert in mnfacher, aber würdiger Weise die Parteigenossen im engern Vatermoe auf, soweit dies noch nicht geschehen, dem national=liberalen Zerein für das Königreich Sachsen, der sich der Erklärung des herliner Parteitages anschließt, beizutreten. Der Hauptpassus des etreffenden Aufrufs lautet wörtlich:„Nach einer längern für unsere sartei ungünstigen Zeit ist jetzt— zuerst angeregt durch die Beschlüsse er Heidelberger Versammlung vom 23. März, welche wie ein erlönder Frühlingshauch das Eis brachen— in den weiten Kreisen nserer Gesinnungsgenossen ein frisches, kräftiges Leben erwacht. en gestärkt ist die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer aushlaggebenden Mittelpartei, welche, ohne sich den Blick durch eine ge Parteischablone oder durch materielle Interessen beirren zu ssen, stets das Wohl des Ganzen zur Richtschnur ihres Handelns immt; welche ihr Ziel fest im Auge und mit voller Wahrung rer Selbständigkeit die Reichsregierung in ihren auf die Erhaltung r Macht und Größe des Vaterlandes und insbesondere auch in n auf Förderung des Wohles der Arbeiter gerichteten Bestrebungen unterstützen gewillt ist. Um aber der Partei eine solche ausschlaggebende Stellung wieder zu erringen, ist es unerläßlich, daß alle diejenigen, welchen dieses Ziel am Herzen liegt, sich fest um das gemeinsame Banner scharen. Der erste Schritt dazu ist der Anschluß an die bestehende Organisation, den national=liberalen Verein für das Königreich Sachsen.“ Der Mitgliedsbeitrag ist, um möglichst vielen den Beitritt zu erleichtern, ein äußerst mäßiger, es wird vor allem darauf Gewicht gelegt, daß das äußerlich erkennbare Band der Mitgliedschaft alle diejenigen mit dem Verein verbinde, auf deren thatkräftiges Mitwirken bei den bevorstehenden Reichstagswahlen der Vorstand mit Zuversicht rechnen kann. Oesterreich. Klausenburg, 2. Juni.(Telegramm.) Als der Candidat der liberalen Partei, Hegedues, der heute hier eingetroffen und am Bahnhofe festlich empfangen worden war, seinen Einzug in die Stadt hielt, wurden die Wagen, in denen sich Hegedues mit seinen Anhängern befand, von einer angesammelten, den untersten Bevölkerungsschichten angehörigen Menge mit Steinen beworfen. Die Zahl der durch Steinwürfe verletzten Personen wird auf 60 angegeben. = Bern, 31. Mai. Der Ausschuß des Nationalrats, der den bundesrätlichen Geschäftsbericht von 1883 zu prüfen hat, ist dieses Mal etwas schärfer verfahren, als er es in letzter Zeit gethan. So gibt er bei der savoyischen Neutralitätsfrage der Ansicht Ausdruck, daß mit der Erledigung des Zwischenfalles mit der Befestigung des Mont Vuache die Frage der Stellung der Schweiz zu dem neutralisirten Savoyen keineswegs klargestellt sei, und daß in jedem Augenblick neue Verwicklungen eintreten können, die sich vielleicht nicht in so leichter, angenehmer Weise lösen dürften. Er kommt daher zu dem Schlusse, daß für die Fälle, in welchen die savoyische Neutralität praktische Bedeutung erhält, die Schweiz sich rechtzeitig ins klare setzen solle, nicht nur, welches ihre Rechte, sondern auch, welches ihre allenfallsigen Verpflichtungen gegenüber dem Lande Savoyen, gegenüber dessen Lehnherrn und gegenüber den andern Staaten, welche die Wiener Verträge abgeschlossen haben, seien. Dies könne nur auf dem Wege internationaler Verhandlungen geschehen, zu welchen die nächste Gelegenheit ergriffen werden sollte. Ferner bemerkt der Ausschuß in betreff des schweizerischen Gesandtschaftswesens:„Wir haben Gesandte in Paris, Berlin, Wien und Rom, deren Verhältnisse lediglich durch Beschlüsse des Bundesrats und durch das Budget geordnet sind. Wir finden in den jeweiligen Geschäftsberichten Legationsräte, Legationssecretäre, Attachés genannt. einen ganzen diplomatischen Generalstab, der auf keiner gesetzlichen Grundlage beruht und dennoch im Namen des Landes arbeitet, was sicherlich als etwas außergewöhnliches betrachtet werden kann. Es dürfte sich deshalb, zumal auch bei den großen, stets wachsenden Kosten dieser diplomatischen Vertretung, mit Rücksicht auf die Einfachheit unserer republicanischen Sitten nur empfehlen, die Frage einer gesetzlichen Regulirung der ganzen Materie neuerdings in Betracht zu ziehen. Und endlich wird unter noch anderm auch die Notwendigkeit einer amtlichen Veröffentlichung der Verhandlungen der Bundesversammlung berührt, da die Zeitungsberichte meist sehr einseitig und oft gradezu absichtlich entstellt seien.— Der Bundesrat genehmigte in seiner letzten Sitzung ein neues Militärstrafgesetz nebst dazu gehöriger Botschaft an die Bundesversammlung. Italien. 29. Mai. Bekanntlich ist der Gesetzentwurf zur Reform des Zettelbankwesens noch immer in der parlamentarischen Schmiede. Oberstes und außerdem notgedrungenes Princip des neuen Gesetzentwurfs ist, den überkommenen Verhältnissen gemäß, Erhaltung der bestehenden großen Anstalten, statt Concentration und Vereinigung des ganzen Notenwesens in den Händen einer einzigen großen Bank, wie in England und Deutschland. Nur daß die Vorlage der Regierung den schwächern Instituten ein wenig sehr die Kehle zuschnürt und eine Aufsaugung derselben durch die übermächtige Nationalbank vorbereitet. Der mit der Beratung der Vorlage beauftragte Ausschuß der Kammer ist dieser Tendenz entgegengetreten und hat mit der Regierung eine Erhöhung des Notenumlaufs vereinbart, gemäß dem die äußerste Grenze desselben mit 1506 Millionen berechnet sein soll und das fur die Notenausgabe in Rechnung zu bringende Capital bei der Nationalbank betragen soll 200 Millionen(also für 600 Millionen Papier), bei dem Banco von Neapel 100 Millionen, bei der Römischen und der Toscanischen Bank je 90, beim Banco von Sicilien 75 und bei der Toscanischen Creditbank 22½2 Millionen. Außerdem ist die Streichung des Artikels der Vorlage vereinbart worden, der die Uebertragung des Emissionsrechts gestattete.— Die hiesige Opposition, die nun einmal zu nichts anderm fähig zu sein scheint, als der Regierung Knüttel zwischen die Räder zu werfen, hat augenblicklich einen solchen entdeckt in einer Interpellation bezüglich einer nationalen Ausstellung zu Neapel. Gibt die Regierung darauf eine günstige Antwort, so kommt sie mit sich selbst in Widerspruch, da ihr Vertreter jüngst in Turin erklärte, daß nunmehr das Tempo der Ausstellungen ein wenig langsamer genommen werden müsse; lautet der Bescheid aber ungünstig, so ist der ganze Süden in Harnisch und das Gesetz bezüglich der Vergebung des Eisenbahnbetriebs hat eine Chance weniger fürs Durchkommen. Und weiter hat's keinen Zweck.— Seit dem Erscheinen des Buches von Pater Curci„II Vaticano Regio“, darin die weltlichen Souveränetätsansprüche des Papsttums als Grund großer Verderbnis in der Kirche dargestellt werden, waren ungefähr sechs Monate verflossen, ohne daß die oberste kirchliche Autorität ein Verdammungsurteil gegen das Buch als„gegen den Glauben und die Sitten“ ausgesprochen hätte. Wohl war die ganze vaticanische Presse gegen die Schrift aufgestanden, in der die weltliche Herrschaft als der„Wurmfraß“ der Kirche bezeichnet war; wohl hatte Don Margotti, der bekannte Herausgeber der Unità Cattolica, einen Adressensturm mit Opferfpenden angezeigt— denn Margotti ist mindestens so groß als Geschäftsmann wie als schwarzer Zelot, was er vermutlich den französischen Schwarzen abgeguckt hat—, wohl hatte der bekannte Brief des Cardinals Jacobini an den Erzbischof von Ravenna diese Kundgebungen junger Cleriker und unwissender Landpfarrer begünstigt, aber der oberste Gerichtshof blieb stumm, eben weil die einzige Ketzerei, die man in der Schrift hatte finden können, eine solche gewesen sein würde, der einstweilen noch kein rechtsgültig promulgirtes Dogma gegenübersteht: das Dogma von der weltlichen Herrschaft des Nachfolgers von St. Peter. endlich aber ist auf das Haupt des einsam bei Florenz lebenden Paters der Blitzstrahl der Curie niedergefahren, indem durch mittlung des dortigen Erzbischofs dem Pater die Mitteilung geworden ist, daß ihm das Messelesen verboten und eine längere geistliche Uebung auferlegt worden sei; das Buch aber sei auf den Inder gestellt, und er habe dasselbe zu verwerfen. Curci macht bekannt, daß er sich den geistlichen Strafen sowie auch dem Verbot seines Buches äußerlich füge; daß er aber damit nicht im geringsten einen Irrtum gegen Glauben und Sitten anerkenne, sondern erst verlange, daß iym die betreffenden Irrtümer ausdrücklich bezeichnet würden. Und somit bliebe der Grundgedanke seines Buches stehen:„daß die wesentlichen Elemente und Formen der modernen Gesellschaft durchaus nicht im Widerspruche stehen mit dem wahren Christentum". Die Behandlung, die der antisyllabistische Pater erfährt, macht seinen Gegnern wenig Ehre. * Brüssel, 2. Juni. Die hiesigen Clericalen haben im Verein mit den„Unabhängigen“ ihre Wahlcandidatenliste nun doch auf 16 Namen vervollständigt, die denn den bisherigen Vertretern des Brüsseler Bezirks gegenübertreten werden. Der„fortschrittliche" Querkopf Picard, der sich der liberalen Vereinigung nicht hat einordnen wollen und von dieser daher auch unberücksichtigt geblieben ist, wird mit noch drei Radicalen(de Paepe, Desguin und Van Caubergh) das Glück versuchen, um in die Kammer zu gelangen. Hoffentlich wird er der liberalen Stimmenmehrheit nicht allzugroßen Abbruch thun. Die acht Fortschrittsmänner der Brüsseler Vertretung, die auch wieder gewählt werden sollen, sind neben den andern acht eine Gewähr für das einmütige Zusammenstehen der Liberalen, das der Verbrüderung der offenen und verkappten Clericalen und der„Unabhängigen“ gegenüber durchaus geboten ist, wenn die bisherige Mehrheit in der Kammer gesichert bleiben soll. Die Niederlage der Liberalen würde unfehlbar die Beseitigung des dem Clerus so verhaßten Schulgesetzes von 1879 zur Folge haben. Rechnet die ultramontane Presse doch den Urteilslosen mit lauter Stimme vor, daß die Kosten des„religionslosen Unterrichts“ im Budget unter dem„Freimaurer=Ministerium“ um 110 pCt. und die Staatsschulden um 42 pCt. gestiegen sind. Die Steuerzahler sollen sich empören, wenn sie lesen, daß seit 1877 die Staatsausgaben um 69 Millionen vermehrt und das Budget für 1885 bereits auf 329 905 674Er veranschlagt worden sei, während es unter dem vortrefflichen Malou 1875 nur etwa 240 Millionen betragen habe. — Aus dem Haag wird gemeldet, daß der Prinz von Oranien nicht unbedenklich an einem gastrischen Fieber erkrankt sei. Frankreich. * Paris, 2. Juni. Am ersten Pfingsttage hielt Léon Say bei der Verteilung der Preise auf der Garten= und Ackerbau=Ausstellung in Rambouillet eine Rede, in welcher er unter anderm äußerte: „Diese Festfreude ist mit ernsten Besorgnissen gemischt, denn der Ackerbau macht eine Krisis durch und befindet sich in einem Zustande des Unbehagens.... Indes fehlt es nicht an Aerzten, die das Uebel mildern wollen, an dem so viele Departements kränkeln, aber es ist ratsam, erst die Mittel zu prüfen, ehe man sie anordnet, und es ist keineswegs zuverlässig, daß die Schutzzölle, von denen so viel Aufhebens gemacht wird, auch dem Ackerbau Segen bringen werden. In solchen Dingen verläßt man sich besser auf sich selbst als auf die Regierungen. Die Frage wegen des Ackerbaucreditwesens muß uns vor allem beschäftigen. Dann wies Say auf das zu schwere Budget und die zu große Armee hin, denn der Ackerbau trage den größten Teil der Staatslasten, und unter dem Rufe„Gleichheit für alle“ im Kriegsdienste werde man grade das Gegenteil von dem erreichen, was man als Zweck im Auge habe. Der Figaro bringt ein Bruchstück aus den nächstens bei Calmann Lepy erscheinenden„Neue Studien über Religionsgeschichte“ von Ernest Renan. Nach dem Bruchstücke zu schließen, gibt Renan ein neues Andachtsbuch für diejenigen,„denen das alte Meßbuch nicht mehr genüg:“. en Tage wich namelhet der Veush Aus Hüé vom heutigen Tagr wird gemeidet, dei Vertrag mit Süs sei„im Princip“ angenommen; die Unterzeichnung desselben werde erfolgen, sobald die damit zusammenhängenden Nebenfragen geregelt seien; das Befinden des„erkrankten“ Königs von Anam habe sich gebessert. Aus Tunis wird gemeldet, daß die Finanzcommission sich am 1. Juni versammelt hat, um ihr Gutachten in Bezug auf die von der tunesischen Regierung ausgeschriebene Anleihe unter der Garantie der französischen Regierung abzugeben. Die europäischen Controleure haben gegen die neue Anleihe Protest erhoben unter dem Vorwande, daß diese Anleihe im Widerspruch mit der Verpflichtung des Beys, keine neue Anleihe ohne die Zustimmung der Finanzcommission vorzunehmen, abgeschlossen sei. Drei tunesische Minister, welche in der Commission die französische und die tunesische Regierung, und vier Mitglieder der Commission, welche die europäische Controle vertreten, waren zugegen. Da Graf Sanoy, ein französischer Controleur, sich von seinen drei andern Collegen getrennt hat, um im Einverständnis mit dem Executivcomité zu stimmen, hat die Finanzcommission mit einer Stimme Mehrheit die Conversion gutgeheißen, sodaß diese Maßregel von nun an endgültig geworden ist. Die Stichwahl für einen Abgeordneten von Espalion(Aveyron) ist am 1. Juni zu gunsten des Republicaners Denayrouze ausgefallen; dieser hat 7125 Stimmen erhalten; sein monarchistischer Mitbewerber, de Benoist, bloß 6295 Stimmen. X Paris, 2. Juni. Unter dem Titel„'anarchisme allemand“ bringt der officiöse„Voltaire“ folgende Mitteilung:„Der Minister des Innern hat den Straßenverkauf des in New=York von Most veröffentlichten deutschen anarchistischen Blattes„Freiheite verboten. Dieses unter den Arbeitern deutscher Nationalität, welche im Faubourg St. Antoine wohnen, sehr verbreitete Blatt übersteigt an Heftigkeit alles, was von französischen Anarchistenblättern veröffentlicht worden ist. Letzthin veröffentlichte die Freiheits einen Artikel, in welchem sie sagt, daß der Tag nicht fern sei, wo jeder Arbeiter des morgens mit dem festen Entschlusse ausgehen werde, einen Bourgeois zu töten. Er schloß mit dem schönen Rat für die französischen Arbeiter:„Bezahlt eure Schulden mit nichts anderm, als mit Revolverschüssen. Wenn euer Hausherr euch eure Miete abverlangt, so antwortet ihm, indem ihr ihm eine Kugel in den Leib jagt.e Most, der vor vier Jahren nach Paris kam, um in dem in der Nähe der Bastille gelegenen Locale der deutschen Anarchisten Vorträge zu halten, unterhält fortwährend Beziehungen mit Hauptführern der französischen Anarchistenpartei.“— Morgen kommt die Interpellation über die Sache von St. Elme, des in Ajaccio ermordeten Chefredacteurs des Sampiero, zur Sprache. Bei dieser Gelegenheit werden zwei corsische Deputirte, Peraldi, Bürgermeister von Ajaccio, und Emanuel Arene, einer der heißblütigsten Opportunisten, beschuldigt, daß sie von der corsischen Dampfschifffahrts=Gesellschaft Norelli erkauft seien. Zuerst schenkte man diesen Anklagen wenig Beachtung, da sie von der France ausgingen, deren Director Callou wegen Betrügereien gegenwärtig in Verfolgung steht. Da nun aber heute Judet, ein Mitarbeiter der France, die Verantwortlichkeit der Anklage gegen Peraldi und Arene übernimmt und eine Broschüre veröffentlicht, in welcher er Documente bringt, nach denen, wenn deren Inhalt wahrheitsgetreu ist, die beiden corsischen Deputirten Peraldi und Emanuel Arene vollständige Lumpe sind, werden sie allgemein geglaubt.[S. Vermischte Nachrichten.] Großbritannien. * Der mit G unterzeichnete Artikel der Fortnightly Review über Englands auswärtige Politik beschäftigt in England wie in Europa noch immer die politische Welt. Trotz aller Ableugnungen hält man ziemlich allgemein daran fest, daß der Artikel Gladstones Anschauungen über auswärtige Politik wiedergibt. Gladstones System ist bekannt und in der deutschen Presse oft erörtert worden. Es gibt barbarische Völker, welche wohl dem Teufel, nicht aber den guten Geistern Opfer bringen; diese Wilden gehen bei diesem Verhalten von der Erwägung aus, daß Gott seiner Güte gemäß ihnen weder schaden wolle noch könne, also auch nicht durch Opfer günstig gestimmt zu werden brauche, daß man dagegen den schadenfrohen Haß der bösen Dämonen durch freiwillige Selbstentäußerung abkaufen könne und müsse. Gladstones auswärtige Politik beruht auf einem ähnlichen Gedankengang. Der greise Ministerpräsident ist der Ansicht, daß Deutschland, Oesterreich und Italien weder freundlich noch feindlich sonderlich viel Berührungspuncte mit dem englischen Interessenkreise haben; er ist sich dagegen wohl bewußt, welches Unheil Rußland und Frankreich über das britische Weltreich heraufbeschwören können. Er läßt demgemäß in seinem politischen Rechenexempel Mitteleuropa ganz unberücksichtigt und sucht dagegen mit aller Kraft, Rußlands und Frankreichs Thatendrang unschädlich zu machen. Gladstone weiß nun sehr gut, daß England nicht wohl in der Lage ist, sich der russischen und französischen Begehrlichkeit mit Waffengewalt zu widersetzen; er sucht also die Kraft dieser unternehmungslustigen Völker nach Mitteleuropa abzulenken, indem er den Russen Konstantinopel preisgibt und die französische Eitelkeit durch übertriebene Betonung der führenden Stellung Deutschlands zu reizen sucht. So ermuntert der=Artikel einerseits die Russen zum Vormarsch an den Bosporus, um sie von ihrer civilisatorischen Mission in Asien abzubringen, stellt anderseits das bescheidene Auftreten Deutschlands in europäischen Fragen als reine Heuchelei hin, um die nationale Leidenschaft der Franzosen, welche sich augenblicklich vorwiegend gegen England kehrt, wieder auf Deutschland abzulenken. Ja, Gladstone ist sogar in der ägyptischen Frage Frankreich gegenüber zu erheblichen Zugeständnissen bereit, um den Haß der Franzosen gegen Albion zu dämpfen. Leider wissen die Franzosen dem englischen Minister für seine Nachgiebigkeit wenig Dank; sie steifen sich vielmehr darauf, daß Englands Capitulation eine Notwendigkeit ist, und daß Gladstone gezwungen sei, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Die Franzosen haben damit nicht so sehr Unrecht; die Angriffe der englischen Presse gegen Gladstones Haltung in der ägyptischen Frage verkennen in der That, daß diese Haltung durch Englands Schwäche dictirt wird. Und mit der lassigen Politik der englischen Regierung gegenüber Rußlands energischem Vorschreiten in Centralasien ist es nicht anders. England har nicht die Macht, dem Russen in den erhobenen Arm zu fallen, und es thut daher klug daran, wenn es nicht schreit und dafür in der Stille mit Gold zu wirken sucht, was sich mit Gold erwirken laßt. Uns Deutsche aber können Gladstones Anschauungen und Wallungen kalt lassen; Gladstone würde gewiß gar zu gern Russen und Franzosen uns auf den Hals hetzen, um selbst Ruhe zu haben; aber in der Natur wie im Völkerleben gilt nun einmal das Gesetz des geringsten Widerstandes. Niemand hat zur Zeit Lust, sich an den ehernen Mauern, die der Friedensbund durch Europa geführt hat, den Kopf einzurennen. Die Energie der Völker strömt naturgemäß dahin, wo sie Luft findet, deshalb geht Rußland nach Kleinasien und Frankreich durch die weite Welt. Das ist unsere Ansicht über die Aussichten eines englisch=französisch=russischen Dreibundes. Rußland. 2 Petersburg, 1. Juni. Der Kaiser ist mit dem gesamten Hofstaate gestern nach der Sommer=Residenz Peterhof in das Lustschloß Alexandrin übergesiedelt. Die diesjährige Saison daselbst ist somit eröffnet. Von heute ab spielen von 6 bis 9 Uhr abends im Peterhofer Parke vor„Mon plaisir“ abwechselnd zwei Musikcorps der Gardetruppen und die künstlichen Wasser springen. Auf der Reede vor Peterhof im Kronstadter Meerbusen liegen vier Schiffe der russischen Flotte, der Sicherheitsdienst am Lande wird außer von zahlreichen Gendarmen, Tscherkessen und Gorodowois von der Agenturen im Auslande: Paris Havas, 8 Place de la Bourse; G. L. Daube& Co., 31bis, Faubourg Montmartre; Rud. Mosse, 28 Rue de Richelien. Brüssel Lebegue& Co. Italien allie deutsche Buchhandl. Mailand Henry Berger, via Broletto 26. Tnrin Haasenstein& Vogler. Antwerpen L. Legros. Amsterdam Seyffandt'sche Buchhdlg. Rotterdam H. Nijgh& van Ditmar. unter Tscherewin stehenden kaiserlichen Leibwache besorgt. Uebrigens ist das Publicum in seinem Verkehr in Peterhof fast gar nicht behindert; selbst wenn, was häufig geschieht, der Kaiser beim Concert erscheint, findet keine Absperrung statt. Großfürst Wladimir ist gestern, wie alljährlich, in sein Sommerschloß nach Zarskoje Selo gezogen. Die Kaiserin trifft in einer Woche am 7. oder 8. Juni hier ein und begibt sich sofort nach Peterhof. Die Hochzeit des Großfürsten Sergius mit der Prinzessin Elisabeth von Hessen wird in Petersburg begangen, die Garde verzögert deswegen ihren Abmarsch in das Lager von Kraßnoje Selo. Die Kaiserin soll des feierlichen Empfangs wegen einige Tage vor der Prinzessin in Petersburg eintreffen.— Wanowsky, der stets kränkelnde Kriegsminister, ist abermals auf Urlaub gegangen und wird wie im verflossenen Jahre durch den Chef des Generalstabes, den General Obrutschew, vertreten. Es ist indessen den Freunden Obrutschews auch diesmal nicht gelungen, für den stellvertretenden Kriegsminister das Recht auf regelmäßigen Vortrag beim Kaiser auszuwirken. Obrutschew wird entweder zum Vortrag befohlen oder er muß, um den Zaren zu sprechen, Audienz nachsuchen. Die wichtigern Fragen bleiben bis zur Rückkehr Wanowskys unerledigt. Orient. 2 Konstantinopel, 27. Mai. Das hiesige Preßbureau übt jetzt ein Verfahren, das fur seine Mitglieder recht bequem ist: es schickt den Zeitungen Notizen zu, des Inhalts:„über den Stoff u. s. w. darf überhaupt nicht geschrieben werden". Der verbotenen Stoffe sind jetzt schon fünfzehn, und natürlich grade diejenigen, welche die Teilnahme des Publicums am meisten herausfordern. Die Behandlung des griechischen Kirchenstreites war schon lange verboten; seit gestern ist es auch nicht mehr erlaubt, über die Ereignisse im Sudan und über die ägyptische Conferenz zu schreiben. Weder pro noch contra; man sieht, das Verfahren ist einfach und gründlich und verweist die Presse auf den Weg, ihre Leser durch Artikel über Rübenbau und sonstige bildende Stoffe zu unterhalten. Ueber die ägyptische Frage bringt nur der officiöse Tarik eine kurze Note des Inhalts:„Sowohl durch die alle Grenzen überschreitenden Maßnahmen Englands in Aegypten wie durch die Ereignisse, welche ihnen vorangegangen sind, ist der Beweis geliefert, daß die Europäer in Aegypten nicht regieren können. Die einsichtsvollen Männer Englands haben diese Wahrheit eingesehen und haben, getrieben von dem Wunsche, die Lösung zu beeilen, einen Ausschuß aus verschiedenen Abteilungen gebildet, der den Versuch anbahnen soll, Aegypten denjenigen zu überlassen, denen es gehört.“ Das ist das alte Lied der türkischen Politik: es muß bewiesen werden, daß nicht die Europäer, sondern nur die Türken in Aegypten zu regieren verstehen; den ersten großen Beweis dafür sollte Arabi liefern, den zweiten vielleicht der Mahdi. Es ist aber auch noch etwas mehr. Noten, wie die des Tarik, sind nicht auf das europäische, sondern auf das türkische Publicum berechntt. Wenn man dann derartige officiöse Mitteilungen macht und zugleich die fränkischen Zeitungen abhält, irgend welche genauere Kenntnis der Sachlage zu verbreiten, so deutet das wohl unverkennbar dahin, daß man un türkischen Volke nichts anderes bekannt werden lassen will, als die unbestimmte Ansicht, England wolle die übernommene Verantwortung wieder auf die Schultern des Sultans wälzen.— Der griechische Kirchenstreit ist seit Samstag beendet. Es verbreitete sich die Nachricht, ein Teskere des Justizministers an die Vertreter der griechischen Gemeinde habe die Lösung gebracht; die genannten Vertreter haben auch schon eine Dankadresse an den Sultan aufgesetzt, die Griechen sind in heller Freude und keine Zeitung darf ein Wort darüber sagen, was immerhin eine etwas schnurrige Lage ist. Nach meinen Erkundigungen ist die Lösung genau in der Weise erfolgt, die ich immer als die wahrscheinliche bezeichnet hatte: das Teskere läßt den Investiturberat in seiner alten Form bestehen, behält der Pforte noch einen Schatten von Criminalgerichtsbarkeit über die griechischen Geistlichen vor, läßt aber alle andern Forderungen des Großvezirs fallen, sodaß die griechische Gemeinde mit unverletzten Privilegien aus dem Streit hervorgeht. Diese Entscheidung ist durch directen Befehl aus dem Palast erfolgt, was gleichfalls vorausgesetzt war, nur ist der Knoten schneller zerhauen worden, als ich dachte. Der Grund hiefür liegt in einem plötzlichen Anwachsen der Besorgnis, mit welcher Se. Majestät auf die mögliche Unzufriedenheit seiner griechischen Unterthanen blickte. Der Sultan entschloß sich schnell und verfügte die Beendigung der Angelegenheit über den Kopf des Großvezirs hinweg. Letzterer ist dabei gewissermaßen getroffen, nimmt aber den kaiserlichen Befehl ruhig hin.— Der armenische Patriarch Narses ist zum Katholikos von Etschmiadzin erwählt und hat die Wahl sofort telegraphisch abgelehnt. Es sei ihm„unmöglich“, anzunehmen. Eine erste Ablehnung scheint aber zu den hergebrachten Formen zu gehören; Freunde des Patriarchen behaupten, er werde doch schließlich annehmen.— Die Pforte hat an die Botschafter eine Note wegen der Zollfreiheit der diplomatischen Vertretungen gerichtet. Sie will aber die vorhandenen Privilegien nicht antasten, sondern verlangt nur, daß privilegirte Sendungen in regelrechten Formen abgeholt werden sollen. — Die Tabakregie scheint bei ihrer Einführung große Schwierigkeiten zu finden, und zwar durch den Schmuggel. Vor vier Wochen fand in der Bauernvorstadt von Damaskus eine Generalversammlung von 500 Schmugglern statt, welche den Beschluß faßten, daß jeder von ihnen kein Abkommen mit den Regiebeamten treffen, sondern vor wie nach als freier Mann weiter schmuggeln sollte. Die Libanonprovinz ist bekanntlich von dem Monopol ausgeschlossen, und da aus ihm hundert Wege in das Vilajet Damaskus führen, wird dort der Schmuggel in der großartigsten Weise betrieben; jede alte Frau, die aus dem Libanon kommt, bringt unter ihren Kleidern Tabak mit, den sie als Zahlungsmittel verwendet, und der gern angenommen wird, weil er besser ist als der der Regie. Ein Regiebeamter, der sich dem Schmuggel widersetzen wollte, war, als ich vor vierzehn Tagen von Beirut abfuhr, schon totgeschlagen worden. Aus Smyrna wird jetzt gemeldet, daß fünf Wächter der Regie einen Schmuggler in der Nähe verhaftet hatten und daß darauf die Einwohner des Dorfes Tepedschik sich zusammenrotteten und in einviertelstündigem Gefecht den Schmuggler befreiten, die Wächter aber schlugen und verwundeten. Ferner hat man in Sivri Hissar einen Tabakwächter ermordet. Vorkommnisse der Art dürften sich noch wiederholen; sie machen thatkräftigstes Eingreifen der Regierungsorgane nötig, wenn die Rechte der Regie nicht zum Spott der Leute werden sollen. Nisch, 2. Juni.(Telegramm.) Ueber den räuberischen Einfall zweier in Bulgarien angesiedelter serbischer Flüchtlingsbanden in das Timokgebiet erhob die serbische Regierung bei der bulgarischen Regierung Beschwerde. Demgegenüber that letztere gegen den bei Bregowo am untern Timok gesetzlich bestehenden Grenzwachposten Einspruch und drohte denselben mit Waffengewalt aufzuheben. Die serbische Regierung hat den Präfecten angewiesen, diesen Posten nicht einzuziehen. Gleichzeitig erhielt der diplomatische Vertreter Serbiens in Sofia den Auftrag, von der bulgarischen Regierung eine Antwort wegen der Einfälle der Banden zu fordern, widrigenfalls mit seiner gesamten Kanzlei Sofia zu verlassen.— Der aus 35 Mitgliedern bestehende große Steuerausschuß der Skupschtina hat mit 33 gegen 2 Stimmen die Regierungsvorlagen im Grundsatze angenommen; von den beiden dagegen stimmenden Mitgliedern wurde die Zustimmung an große Vorbehalte geknüpft. Aegypt Kairo, 2. Juni.(Telegramm.) Eine Depesche des Gouverneurs von Dongola bestreitet die Nachricht vom Falle Berbers. Der Gouverneur von Berber habe im Gegenteil die Aufständischen zurückgeschlagen. Auch das Gerücht von der Uebergabe Khartums an die Aufständischen entbehre der Begründung. Gordon setze den Kampf gegen die Aufständischen mit gutem Erfolge fort. In der Provinz Dongola sei bis nach Meraweh hin die Ruhe vollständig hergestellt. Rheinisches Kriegerfest und 13. Abgeordnetentag des deutschen Kriegerbundes. III. (Köln, 3. Juni Hatten unsere Krieger in ihren Sitzungen mit Ernst und Ausdauer Beratungen über Einrichtungen und Neugestaltungen in ihrem Bunde gepflogen, welche für das Ganze und den Einzelnen von weittragender Bedeutung sein müssen, so waren sie auch vollauf berechtigt, nach der sauren Arbeit an den frohen Festen teilzunehmen, welche ihnen vom Deutschen Kriegerverein unserer Stadt und dem Comité in kameradschaftlicher Liebenswürdigkeit und kölnischer Gastfreundschaft hier bereitet wurden. Da gab es zunächst am Abend des ersten Tages eine schöne Feier im großen Saale der Lesegesellschaft. Dieselbe galt zwar den Abgeordneten des Bundes, doch hatten sich außer diesen und ihren hiesigen Kameraden auch die Spitzen der Behörden, eine zahlreiche Vertretung der Bürgerschaft und viele Damen eingefunden, um durch ihre Anwesenheit die deutsch und patriotisch denkenden Männer von nah und fern zu ehren. Ein reiches Programm war für diese Feier aufgestellt, welches viel Schönes und Liebes, Ernstes und Heiteres in buntem Wechsel brachte und im Verein mit dem würzigen Rebensafte eine prächtige Stimmung schaffte. Schärzers deutscher Kaisermarsch eröffnete den Reigen, dann folgten Orchesterklänge, gemeinschaftliche Lieder, Chorgesänge und Soli unsere Concertsängerin Frau Janson, der gemischte Chor des Deutschen Kriegervereins und der Männergesangverein Polyhymnia boten ihre besten Gaben dar; der letztgenannte, der unter Otto Wagners Leitung zu einem unserer ersten und besten Männer=Chöre sich herangebildet hat, sang„An das Vaterland“ von Kreutzer,„Der tote Kamerad“ von Alf. Dregert, „Sonntag auf dem Meere“ von Heintze und das allerliebste Volkslied „Mein Schatz hat mich verlassen“ von Karl Wilhelm mit einer Präcision und Auffassung, daß ihm das beste Lob dafür gebührt. Der von Herrn Ullerich geführte gemischte Chor trug das schwierige Finale des ersten Actes aus der unvollendeten Oper„Die Loreley“ von Mendelssohn vor und zauberte damit ein Tongemälde vor das Ohr der Zuhörerschaft, welches entzückte. Alle Anerkennung dem jungen Verein und seinem Dirigenten! Frau Janson, welche bereits Seit ich dir ins Auge geschaut" von Ullerich und„Soldatenbraut“ von Schumann in künstlerischer Vollendung vorgetragen, hatte in diesem Chor die Solopartie übernommen, die ihr reichen Beifall eintrug. Waren die vorgenannten Gaben mehr ernster Natur und für den feierlichen Act berechnet, so sollte den Abgeordneten doch auch Gelegenheit geboten werden, in der folgenden Abteilung den kölnischen Humor kennen zu lernen.„Im Stadtgarten“ von Obermeyer,„Die beiden Helden", humoristische Stubenscene von demselben, und andere Gaben erregten allgemeine Heiterkeit, und wir hörten verschiedene Herren, die weit her gekommen waren, die Erklärung geben:„Es ist doch wahr, in Köln wohnen fidele Leut'!" Die ganze Festlichkeit nahm den besten Verlauf und jedem, der sie mitmachte, werden die schönen Stunden in freundlicher Erinnerung bleiben. Gegen 2 Uhr gestern Nachmittag zogen die Kriegervereine, welche im Laufe des Vormittags aus allen Richtungen der Rheinprovinz hier eingetroffen waren, mit wehenden Fahnen unter klingendem Spiel nach dem Neumarkt hin, um daselbst eine große Parade aufzuführen. Es waren 187 Vereine mit 4093 Kriegern, welche sich daran beteiligten. Außer dem Bundesvorstande hatten sich die Generalität und Stabsofficiere unserer Stadt, verschiedene Officiere der Linie, Reserve und Landwehr, Mitglieder des Festausschusses und eine Anzahl mit Ehrenkarten versehener Herren auf dem großen abgesperrten Platz eingefunden, der rundum von vielen Tausend Schaulustigen besetzt war. Bald hatten die Vereine Aufstellung genommen, sie boten einen prächtigen Anblick, wie sie da standen in Reih und Glied, in schöner Ordnung, ein jeder mit seiner Fahne, des Augenblicks harrend, wo die Parade vom Gouverneur Generallieutenant v. Rosenzweig abgenommen werden sollte. Excellenz Generallieutenant v. Wulffen aus Breslau, der dem Abgeordnetentage angewohnt hatte, brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Jubelnd erklang der Ruf aus vielen Tausend Männerkehlen und dann stimmten die Musikcorps die Nationalhymne an. Generallieutenant v. Wulfen führte die vorgenannten Herren an der Front entlang und dann begann die Parade. Stramm in soldatischer Haltung, ruhig in langgestreckten Reihen zogen die Vereine vorüber. Das war eine Genugthuung auf den Gesichtern der ehemaligen Soldaten, eine Freude, welche aus ihren Blicken leuchtete, als sie in geschlossenen, wohlgerichteten Gliedern vorbei defilirten, als ob sie sagen wollten:„Nun, was sagen Sie, wir können's immer noch!“ Fühlten diese Männer selbst, die da aus Stadt und Land gekommen waren zum Feste, eine stolze Befriedigung in dem Gefühl, mit ihren Kameraden zusammen zu sein, zusammenzugehören, so muß in dem Zuschauer das Gefühl des Dankes und der Zuversicht wachgerufen worden sein, das Gefühl des Dankes, weil die Männer, welche da mit Orden und Ehrenzeichen auf der Brust vorbeimarschirten, Gut und Blut in den Kämpfen für die Freiheit und Unabhängigkeit unseres lieben Vaterlandes in die Schanze schlugen, und ein Gefühl der Zuversicht, hervorgerufen durch die Betrachtung, daß in allen preußischen Provinzen und in allen deutschen Ländern große Scharen so strammer, kriegstüchtiger, patriotischer Männer bereit sind, wenn das Vaterland in Gefahr kommt, unserm Heere sofort eine Reserve zu geben, welche ein schweres Wort mitzureden berufen sein würde. Manches Wort des Lobes und der Anerkennung wurde unsern wackern rheinischen Vereinen denn auch von berufener Seite gespendet. Mögen sie auch ihre friedliche Aufgabe, daheim Zucht und Sitte, wahre Gottesfurcht und gesunden patriotischen Sinn zu pflegen und zu verbreiten, damit sie auf die jungen Geschlechter übergehen und Deutschland zum Heil erhalten bleiben, freudig erfüllen, dann werden die Wohlthaten, welche den Einzelnen aus der vorgestern geschlossenen Vereinigung zufließen, um so süßer und segenbringender sein.(Der deutsche Kriegerbund, welcher 151 000 Mitglieder zählt, ist durch die Zutrittserklärungen, die auf dem Abgeordnetentage gegeben wurden, auf 223000 Mitglieder angewachsen.) Das schöne Bild war vorübergegangen, leise erklangen die Fanfaren der verschiedenen Musikcorps noch in der Ferne; die Vereine zogen ihrem Festplatze, dem Kaisergarten, zu. Vom herrlichsten Wetter begünstigt und von einer unzähligen Menschenmenge begleitet, bewegte sich der Zug durch die Stadt und aus dieser hinaus nach dem Festort hin. Auf der Deutzer Seite aufgestellte Böller sandten ihre Salutsalven herüber und wehende Fahnen entboten ihre zwar stummen aber freundlichen Grüße. Im Kaisergarten selbst harrte schon eine große Menschenmenge des Festzuges, welche demselben bei seiner Ankunft lebhafte Ovationen darbrachte. Bald stand die bunte Fahnenzier, die am Vormittag der Tribüne des Gürzenichsaales einen überaus anmutenden malerischen Schmuck verliehen hatte, die dem Zuge sein freundliches Aussehen gegeben, auf der im Garten errichteten Tribüne, die Kriegervereine lösten sich in größern und kleinern Gruppen auf und diese suchten im Grünen unter den Laubdächern der Bäume, in den Festhallen und in den Sälen des Gartenhauses Platz, während das Concert seinen Anfang nahm. Fortgesetzt strömten die Kölner in unabsehbaren Scharen herbei, die Pferdebahn und Dampfschiffe konnten den Verkehr kaum bewältigen, und auch die Droschken halfen redlich mit diejenigen bringen, welche das bequemere Beförderungsmittel demjenigen auf des Schusters Rappen vorzogen. Kein Wunder, daß da die nach Taufenden zählenden Sitzplätze des Kaisergartens bald sämtlich vergriffen waren. So großartigen Besuch mochte der Restaurateur doch nicht erwartet haben, obgleich er sich in ausgiebiger Weise vorgesehen hatte— an den Buffets im Freien waren 100 Hektoliter Bier aufgelegt und 10000 Flaschen lagen außerdem bereit, um den Freunden des Gerstensaftes die gewünschte Labe zu reichen. Unter Musik= und Liedervorträgen(Polyhymnia und gemischter Chor des deutschen Kriegervereins) bei kameradschaftlich=freundlicher Unterhaltung und patriotischen Reden enteilten die Stunden des Nachmittags, und als der Abend seinen dunkeln von Millionen Sternen übersäten Mantel über die Erde ausbreitete, da entwickelte sich der Glanzpunct der schönen Feier. Ein brillantes Feuerwerk ließ seine wundersamen Lichter erglühen, Garben zischender Raketen schossen zu dem dunkeln Abendhimmel auf, zergehend in einen bunten leuchtenden Kugelregen, krachend und knallend entluden sich hier und dort die feurigen Gebilde und das alles zauberte eines jener magischen Bilder hervor, durch welches der Beschauer sich in eine andere Welt entrückt glaubt. Dabei führten Mitglieder des gastgebenden Vereins eine Reihe von hübschen Kriegsbildern aus: die Einrichtung eines Feldlagers, eine Lagerscene, Alarmirung, ein Gefecht und zuletzt ein Bild, welches des Kriegers Dank darstellte.„ Als alle die Herrlichkeit voruber war, zogen die Festteilnehmer mit Musikbegleitung beim Scheine von bunten Fackeln zur Stadt zurück, woselbst in verschiedenen Localen das heitere Fest zum Abschluß gebracht wurde. Kölner Local=Nachrichten. s Köln, 3. Juni. Der seitens der Stadt Köln mit der Militärbehörde abgeschlossene Kaufact wegen Abtretung des Rheingassenthores und der dort befindlichen Flankenbatterie hat die Bestätigung des Kriegsministeriums erhalten. Heute treffen beim westfälischen Pionier=Bataillon Nr. 7 in Deutz auf die Dauer von sechs Wochen 50 Unterofficiere der Infanterie=Regimenter des 7. Armeecorps ein, um im Feld=Pionierdienst ausgebildet zu werden. Dieselben werden je zur Hälfte in Kalk und Mülheim bei den Bürgern einquartiert.„ g ue 10 Prinz Wilhelm von Wurtemverg traf gestern Abend 10 Uhr, von Stuttgart kommend, hier ein und stieg im Hotel du Nord ab, um heute Nachmittag nach London weiterzureisen.....6—.5ae. Der Fremdenverkehr war während der Pfingstfeiertage sehr kevhaft. Sowohl die Eisenbahnzüge als die Dampfboote waren außerordentlich stark in Anspruch genommen. Die letztern hatten namentlich einen, selbst für Pfingsten sehr erheblichen Verkehr zwischen Mainz und dem Niederwald zu verzeichnen. Unser Zoologischer Garten erfreute sich während der beiden Pfingsttage eines zahlreichen Besuches. Außer den zu freiem Eintritt Berechtigten waren im Garten anwesend 16 170 Personen: 13270 Erwachsene und 2900 Kinder. Die Gesamteinnahme an beiden Tagen stellt sich auf 7360 fl. gegen 6414-4 im vorhergehenden Jahre. Gleichzeitig erwähnen wir die Ankunft eines männlichen Hyänenhundes(Lycaon pictus); nun ist wieder ein Paar dieser eigenartigen Tierart im Garten vorhanden. Der ornithologische Verein Columbia veranstaltete am Sonntag mit seinen Brieftauben einen Wettflug von Aschaffenburg ab. Die lustige Bahn betrug 186km. Verschiedene Mitglieder des Vereins Courier in Deutz hatten sich der Columbia angeschlossen. Der Flug nahm einen sehr ungünstigen Verlauf; während bei günstigen Witterungsverhältniften die Strecke von den Tauben in—3 Stunden zurückgelege wier,### bei diesem Fluge die erste nach 7 Stunden 37 Min. in Köln ein. Der Grund hiefür ward in erster Linie in dem starken conträren Winde, sodann in dem Moorrauch gesucht, welcher Samstags Abend bis in die Nacht hinein von starkem Nord=Nord=Westwinde in der Richtung nach Aschaffenburg hingetrieben wurde. Heute fehlt noch manche erprobte alte Taube, die schon Hunderte Meilen ungefährdet zurücklegte. Die Tierchen wurden 6 Uhr 3 Min. aufgelassen, das erste traf nachmittags 1 Uhr 40 Min. ein. Preise erhielten die Herren F. Umé., N. holz., Pet. Schäfer 3. und., Steph. Monheim., J. Pregardien., 8. und 12., Pet. Grieff., 10. und 13., H. Krug., Jos. Eschweiler 10. Am nächsten Sonntag findet ein Wettflug von Würzburg aus statt, für welchen das Kriegsministerium Medaillen ausgesetzt hat. Ein auswärtiger Reisender hat sich gestern in einer hiesigen Wirkschaft, wo er logirte, mit Phosphor vergiftet. X Königswinter, 3. Juni. Der Verkehr auf der Drachenfelsbahn war an den beiden Pfingsttagen äußerst lebhaft. Am Sonntag wurden 1598 Personen aufwärts und 882 abwärts befördert; am Montag fuhren 1699 Personen aufwärts und 1250 abwärts, Wetterwarte der Kölnischen Zeitung. Allgemeine Uebersicht vom 3. Juni. Infolge andauernden Sinkens liegt der Luftdruck heute in West-Deutschland 10— 11 Millimeter unter seinem normalen Werte und ebenso ist er in dem ganzen westlichen Europa ansehnlich niedrig. Der Himmel hat sich mehr und mehr bezogen und das Wetter nimmt den Charakter der Veränderlichkeit an. Am Canal traten bereits Regenfälle ein und in der südlichen Rheinprovinz hat sich Neigung zu Niederschlägen eingestellt. Diese werden nun, wie bereits gestern in Aussicht gestellt, auch bei uns nicht lange mehr ausbleiben und im Interesse der Landwirtschaft ist deren baldiger Eintritt überhaupt sehr erwünscht. Die heutige Mittags-Temperatur beträgt: in Saargemünd bei regendrohendem Wetter und frischem SW+ 14,40C., in Münster bei wolkenlosem Wetter und starkem N0+ 17,1°., in Frankfurt bei wolkigem Wetter und leichtem N0+ 22.00C. Hamburg meldet heute Mittag bei etwas fallendem Barometer wolkiges trockenes Wetter. Die Temperatur betrug heute Morgen um 8 Uhr: Auf den Seillies bei bedecktem Himmel und frischem N+ 1200, in Hurst Castle bei Regen und frischem N0+ 120C., in Vlissingen bei halb bedecktem Himmel und schwachem NO+ 14° C, in Shields bei bedecktem Himmel und leisem + 1100, in Skudesnäs bei wolkenlosem Wetter und leichtem 0+ 130C. London meldet bewölkten Himmel. Aussichten für den 4. Juni. Etwas kühleres, veränderliches bis ziemlich trübes Wetter mit Regen. Beobachtungen in Köln: Therm. (OC.) 19.7 16.5 21.1 NO SW W ziemlich heiter. trüb. 2. Juni 7 U. nm. Bar. 745.7 3.„ 8 U. vm.(00C. 743,3 3.„ 2 U. um. red.) 742,6 Niederschlag seit gestern Mittag 0,Omm. Höchste Temperatur gestern+ 25.30, niedrigste heute+ 10.“. Nericht der Deutschen Seewarte vom 3. Juni, morg. 8 Uhr. Teiggr. Stationen. Mulaghmorc... Aberdeen Christiansund Kopenhagen Stockholm Haparanda Petersburg Moskau Gork, Queeustow Brest Helder Syit Hamburg Swinemünde Nes-Shrwasser Memel Paris. Münster Karlsruhe Wiesbaden München Chemnitz Berlin Wien Breslan 751 1+ 13 WNW, Schwach, Dle dAix Triest 754+ 17 SSO, Regen, nachts Gewitter. Unter dem Einflusse einer umfangreichen Depression, welche über Frankreich und Central-Europa liegt, wehen am Canal und in Nord-Deutschland leichte bis starke östliche, im Süden schwache südwestliche Winde. Bei meist steigender Temperatur ist über Deutschland das Wetter ziemlich wolkig, stellenweise ist etwas Regen gefallen. Die Temperatur nähert sich wieder den normalen Verhältnissen. Chemnitz hatte gestern um Mittag, Triest nachts Gewitter. (Deutsche Seewarte.) Wasserwärme in Köln am 3. Juni, nachmittags 2 Uhr: 14.5 Grad R.= 18.1 Grad C. e D mithin an beiden Festtagen zusammen 5429 Personen, eine Frequenz, welche bisheran noch nicht erreicht worden ist. Der stärkste Besuch im vorigen Jahre war am 26. August; an diesem Tage fuhren 1099 Personen aufwärts und 697 abwarts.„„„„ 9 G. Düsseldorf, 2. Juni. Den Glanzpunct des heutigen Tages war die Aufführung der neuen(dritten) Symphonie von Brahms. Das Orchester spielte unter der Führung des Componisten mit Feuer und Begeisterung, und das Publicum begrüßte jeden Satz mit anhaltendem Beifall. Das Scherzo mußte da capo gespielt werden. Die Symphonie bildete mit dem Bachschen Magnificat den zweiten Teil des Concerts; der erste bestand aus Allegro, Scherzo und Finale Schumanns und dem Christoforus von Rheinberger. Das Schumannsche Orchesterstück wurde recht fertig aufgeführt, Christoforus fand im ganzen günstige Aufnahme, das Magnificat indessen wurde nur mit Mühe und Not bewältigt. —* In Lennep ist am 30. Mai das Lagerhaus von Sträßer und Tharandt mit der Karl vom Bergschen Destillation durch eine Feuersbrunst völlig zerstört worden. Petroleum und Oel ergossen sich brennend über die Straße, sodaß auch das Postgebäude lange Zeit gefährdet war. —&Xmp Liberaler Schulverein Rheinlands und Westfalens. In einer am Samstag, den 31. Mai, zu Bonn abgehaltenen Ausschußsitzung ist zunächst der bisherige Vorstand, bestehend aus den Herren: Professor Dr. Jürgen Bona Mayer(Bonn) und Abgeordneter L. F. Seyffardt(Crefeld) als Vorsitzender, Buchdruckereibesitzer W. Georgi (Bonn) als Cassirer, Medicinalrat Professor Dr. Karsch(Münster) und Abgeordneter J. Hamspohn(Köln) als Schriftführer wiedergewählt worden. Auch wurden die bisher cooptirten Mitglieder: Beigeordneter Besserer(Duisburg), Apotheker Gallhof(Iserlohn), Gewerbeschuldirector Köhler(Bielefeld), Rector Schrader(Minden), Fabcicant W. Simons (Elberfeld), Gymnasiallehrer Dr. Tombo(Barmen) wieder cooptirt für das laufende Jahr. An Stelle des aus dem Ausschuß zurücktretenden Professors Dr. Finkelnburg ward bis zur nächsten Generalversammlung Dr. med. Haarmann(Bonn) cooptirt. Für die am 28. September d. J. in Bielefeld abzuhaltende Generalversammlung ward das Thema„Gemeindeschule oder Staatsschule" auf die Tagesordnung gesetzt und übernahm Herr Hamspohn(Köln) das Referat. Ein Correferent aus Lehrerkreisen ist in Aussicht genommen. Ein demnächst zu versendendes Circular zur Gewinnung neuer Mitglieder ward gebilligt. Die Mitgliederzahl ist auf etwa 1080 gestiegen. Auch die Verbreitung des Monatsblattes hat zugenommen und die Gegner erkennen seine Bedeutung durch ihre lebhafte Anfeindung an. —* In Bigge(Westfalen) wurde eine in der Nähe einer Bienenhütte angebundene Ziege von fünf Bienenschwärmen überfallen und dermaßen zerstochen, daß sie in kurzer Zeit crepirte. [ Frankfurt a.., 31. Mai. Ein Stück Altfrankfurts steht vor dem Untergange, die Judengasse soll niedergelegt werden und Neubauten werden an die Stelle der schmalfenstrigen hochgiebeligen treten, welche unserer duldsamern Gegenwart von der Zeit erzählten, da man den Israeliten in ein Ghetto einzwängte. Ihren eigentlichen Charakter hatte die 1452 angelegte Judengasse schon seit geraumer Zeit verloren; die Freizügigkeit veranlaßte, daß die reichen Juden aus= und dafür arme Christen einzogen. Dann stürzten 1872 auf der Westseite mitten in der Nacht einige Häuser ein, wobei mehrere Personen das Leben verloren, und in die enge, finstere Straße, in welche die Sonnenstrahlen Mühe hatten einzudringen, war die erste Bresche gelegt. Der Durchbruch der Battonstraße und die Legung der Pferdebahnlinie nach Sachsenhausen brachten weitere Umwälzungen; die doppelte Häuserreihe der Westseite wurde niedergerissen, die Straße erbreitert und um mehrere Fuß tiefer gelegt. Die Stadt hatte zu dem Ende sämtliche Häuser der Jndengasse angekauft; diejenigen der Ostseite ließ sie stehen, um sie zu vermieten. Die Wohnungen waren von der ärmern Bevölkerung sehr gesucht und jeder bewohnbare Winkel war besetzt, sodaß man die Zahl der Bewohner dieses Restes der Judengasse bis in die jüngste Zeit auf 800 Köpfe veranschlagen darf. In den Erdgeschossen hausten die Trödler, welche ihrer Waren buntes Durcheinander teils im Hausflur, teils auf der Straße zur Schau stellten, darüber hatten sich Handwerker, Arbeiter und zu oberst mancherlei fragwürdiges Volk eingenistet. Für den Fremden bildete die Judengasse auch so noch immer ein eigentümliches Bild und wenige versäumten es, sie zu befuchen; wäre es auch nur gewesen, um sich das Haus Nr. 148 anzusehen, dessen geschlossene Fensterladen zeigten, daß es nicht mehr bewohnt war, und dessen schlichtes Arußere in nichts verriet, daß die Familie Rothschild in diesem Hause den Grund zu ihrem Reichtum legte. Und noch ein anderes Haus zog die Augen der Fremden auf sich, dasjenige Nr. 118 mit der Marmortafel, welche in fast unleserlich gewordenen Goldbuchstaben kündete, daß berinizgerhoft#.6#am 22. Mai 1786 geboren wurde. Da die Judengasse wieberhort dnich Feuersbrünste zu leiden gehabt hatte— 1711 war der erste große„Judenbrand“ 1721 brannten wiederum 150 Häuser der Gasse ab und 1796 hatte sie schwer unter der Beschießung durchsdie Franzosen zu leiden—, so hatten die Häufer ein verhältnismäßig nicht sehr hohes Akter; aber aus Fachwerk ohne architektonische Schönheiten gebaut un an der Vorderseite meist mit Schiefer bekleidet, verfielen sie nach und nach, da nur die allernotdürftigsten baulichen Veränderungen daran vorgenommen wurden. Nicht a selten war ein Haus noch bis in den zweiten Stock bewohnt und eine zahlreiche Kinderschar schaute neugierig aus den Fenstern auf die Straße hinab, während die obersten Stockwerke und die Speicherstuben wegen Baufälligkeit bereits verlassen worden waren. In voriger Woche nun drohte das Haus Nr. 130 den Einsturz und mußte schleunigst geräumt werden. Die Häuser rechts davon waren schon früher niedergelegt worden, und als man daran ging, es gleichfalls abzureißen, da gerieten die Nachbarhäuser zur Linken so bedenklich ins Wackeln, daß das Bauamt eine sofortige Untersuchung der sämtlichen Häuser vornahm, welche zu dem Ergebnis führte, daß das letzte Stündlein für die Judengasse gekommen sei. Von den 204 Häusern, welche sie einstens zählte, standen noch 35. Davon wurden Nr. 131 und 132 sogleich zum Abbruch bestimmt und die Bewohner auf die Straße gesetzt, wo sie einen halben Tag, umringt von Neugierigen, campirten, bis sie mit städtischer Beihülfe ein anderes Unterkommen gefunden hatten. Den Insassen der übrigen Hänser wurde eine achttägige Frist zur Räumung gelassen. Bald aber wird von der Judengaffe nichts mehr übrig sein als der Name; aber in unmittelbarer Nähe der Hauptverkehrsadern Frankfurts gelegen, wird der Grund und Boden, der einst von der alten Reichsstadt den Israeliten überlassen worden war, sich in kurzer Frist mit prächtigen neuen Häusern und Geschäftsräumlichkeiten bedeckt haben, eine Bestätigung des Dichterwortes: „Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.“ ternstion leu el•4 * Turin, 28. Mai. Die Eröffnung der internartbauten erer trischen Abteilung fand gestern Abend um 9½ Uhr statt und eine riesige Menschenmenge füllte die zum ersten Mal während der Abendstunden dem Publicum zugänglichen Alleen und Restaurants im Ausstellungspark, welcher mittels elektrischer Lampen und Leuchttürme taghell erleuchtet war. Zur festgesetzten Stunde fuhren vor dem Portale der elektrischen Galerie das Königspaar, der Herzog von Aosta, der Prinz von Carignano, der Herzog von Genua und desfen Gemahlin, die Herzogin=Mutter, die bairischen Prinzessinnen und der Hofstaat vor. Die hohen Herrschaften nahmen unter Führung des Professors Ferrari die Besichtigung der einzelnen Ausstellungsobjecte vor, blieben jedoch immer wieder stehen, um den magischen Gesamtanblick der Galerie zu genießen. Einen jeden einzelnen Aussteller sprach das Königspaar in seiner Landessprache an und der König schüttelte den betreffenden Repräsentanten der ausländischen und heimischen Firmen herzlichst die Hand. Die elektrische Abteilung ist zwar nicht besonders groß, doch entschädigt die Qualität derselben für die Quantität und unter den 300 Ausstellern nennen wir als die hervorragendsten: Eastern Telegraph Company=London, Edison=Gefellschaft=Mailand, Siemens u. Halske=Berlin, Egger Kremenetzky u. Co.=Wien und Pest, Ganz u. Co.=Pest, Spieker u. Co.=Köln, R. Alioth u. Co.=Basel, Sautter, Lemonnier u. Co.=Paris, A. de Meuron u. Guenod=Genf, Walter Electric Co.=Brüssel, Zeltweger u. Ehremberg=Uster=Zürich, Staatstelegraphen=Direction=Rom, Cruto u, Co.=Turin, Oberitalienische Eisenbahn, Gaulard u. Gibbs=London=Paris, Hipp=Neuchatel, Nigra=Turin, WhiteLondon, Langen u. Wolff=Wien, De Huisseaux=Belgien, Bréton FreresParis, Pinette=Chalons, Gaston Planté=Paris, Ruston, Proctor u. Co.London, Marshall Sons=Gainsborough, verschiedene Telephon=Gesellschaften u. s. w. Unter den Fachmännern erregte eine Erfindung von Gaulard u. Gibbs Interesse. Es ist dies ein„secundärer Generator", welcher das Problem löst, mittels ganz dünner Leitungen einen starken elektrischen Strom auf die weitesten Entfernungen zu übertragen, während es bisher für die gleiche Stromstärke dicker, kostspieliger Kabel bedurfte; die elektrische Beleuchtung soll durch Einführung dieses Generators wesentlich vereinfacht und verwohlfeilt werden. Einen reizenden Anblick bieten die zwanzig elektrisch beleuchteten Interieurs, welche die Anwendung dieser Beleuchtung im Hausgebrauch documentiren. Die von Venetianer, Mailänder, Genneser und Florentiner Firmen prächtig ausgestatteten Appartements, sowie ein improvisirter Miniaturgarten mit Springbrunnen machen einen überaus schönen Effect, und wird diese Abteilung wohl die meisten Besucher anziehen. Zu erwähnen wäre noch, daß die zwei großen Motoren der elektrischen Galerie aus den Fabriken von Neville in Venedig und Tosi in Mailand hervorgingen und der jungen Maschinenindustrie Italiens zur Ehre gereichen. Der Ausstellungspark mit seinen vielen Chalets, Trinkhallen, Cafés und Restaurants bleibt nun auch abends geöffnet und werden sich die Besucher unter dem Laubdach der Baumriesen im„Valentino“ von des Tages Mühen erholen können, da nunmehr auch Concerte und Nachtfeste arrangirt werden. —* Die belgische Regierung hat kürzlich alle auswärtigen Regierungen eingeladen, sich an der am 3. Mai 1885 in Antwerpen zu eröffnenden Weltausstellung zu beteiligen. Die riesenhaften Bauten, welche diesen Hafen zu einem der wichtigsten und besteingerichteten der Welt machen werden, sollen alsdann ihrer Bestimmung übergeben werden. Dieser Zeitpunct erscheint zur Veranstaltung einer Industrieausstellung wohl geeignet. Nach den bisher eingelaufenen Anmeldungen werden außer europäischen auch eine große Reihe Firmen aller andern Länder an derselben teilnehmen. C Paris, 31. Mai. Eine sehr unangenehme Geschichte macht gegenwärtig hier großes Aufsehen. Der Sachverhalt ist kurzgesagt folgender: Jndet, Redacteur der France, hat in der France und in einer Broschüre die Deputirten Emanuel Arene und Peraldi angeklagt, von der Compagnie Morelli, der erstere 12 000, der zweite 9000fr Bestechungsgelder empfangen zu haben und sich zugleich bereit erklärt, den Beweis der Wahrheit zu erbringen, für den er die unzweidentigsten Actenstücke in der Hand habe. Die Compagnie Morelli ist eine staatlich unterstützte Dampfergesellschaft, die den Postdienst zwischen Corsica und Frankreich versieht und dabei, wie Indet behauptet, den ihr im Lastenhefte auferlegten Verpflichtungen nicht nachkommt, sicher, gegen alle Beschwerden durch Arenes parkamentarischen Einfluß geschützt zu sein. Arine hat diese Angaben für Lügen erklärt, da aber Indet sie wiederholt und aufrecht erhält, so wird die Sache sicher noch weitere Folgen haben. Wenn jemand in einem andern Lande mit solcher Zuversichtlichkeit wie Indet ganz bestimmte Anklagen erhebt, so würde ich den Eindruck empfinden, daß etwas daran sein muß; hier aber haben, wir in dieser Beziehung so unglaubliche Sachen erlebt, daß man am besten thut, sich vor erfolgtem Beweise gar kein Urteil zu bilden. Petersburg, 2. Juni.(Telegramm.) Nach einer Meldung aus Taschkent ist in dem Kreise Kuramin ein großer, eine Länge von 23km und eine Breite von 12km einnehmender Heuschreckenschwarm mit dem Aufgebote von mehr als 20000 Menschen vernichtet worden. Nach Schluß des Blattes eingegangen. Berlin, 3. Juni.(Telegramm.) Die auf den 7. Juni anberaumte Sitzung der Unfallversicherungs=Commission des Reichstags ist auf den 10. Juni verlegt worden. * Darmstadt, 3. Juni. Wie man zuverlässig hört, hat Frau v. Kolemine in den letzten Tagen zu Berlin ihrerseits eine Entsagungsacte unterzeichnet, durch welche nunmehr ihre morganatische Ehe mit dem Großherzog von Hessen vollständig aufgehoden st. Handels-Nachrichten. TTelegramme.) Berlin, 3. Juni.(Anfangscurse.) 5% Italienische Rente 95,90. Oesterr. GoldRente 85.25, do. Silber-Rente 68,00, de. Papier-Rente 67.25, do. 5% PapierRente 00.00. Ungar. 4% Gold-Rente 76, 4O. do. 5% Papier-Rente 73.70. Oesterr. 1860er Loose 120.75. Rum. 6% Staats-Rente 104.40. do. 5% amortis. Rente 96.10. Russ. III. Orient-Anl. 58.6J. Neueste Russen 00.00. Tabek-Act. 600.00. Berlin, 3. Juni.(Schlufscurse.) Verschiedene Wertpapiere. Darmstädter Bank 152,10 Disconto-Commandit 196,90 Deutsche Bank 150,40 Essener Credit-Anst. 100.50 Berg.-Märkische Bank 119.25 Luxemburger Bank 137,75 Schaaffh. Bankverein 90,75 Köln. Wechsler- u. C. 96.25 Bk.f. Rhnl. u. Wstf. env. 84,60 Deutsche Reiehsbank 146.50 Hörder Bgw.-u..-V. 27.60 Cons. St.-Ank. 4½% 103,29 „„ 4% 103,10 Kruppsche, nenc, 5% 11l. 40 Henekel(v. Donnersmarck) 4½% Anl. 102,00 Oesterr. Credit-Actien 512, 50 Ungar. Creditbank 000,00 Oesterr.-Französ. St. 531,00 Südösterr. St.(Lomb.) 251,50 Tabaks-Actien 060,00 „ 4½% 110,60 unkdb. 80/81/82 4% 100,70 kündb. 4% 101,90 Hord. Bw.-u..-V. conv.00,90 Gelsenkirchen. Bergw. 115, 75 Dortm. Union St.-Pr. 73,30 Boch. Gufsstahlfabr. 102.25 Königs- u. Laura-H. 109,60 Bonifacius 66,80 Mechernicher.-A. 170,00 Kölner Bergw.-Verein 118,60 Phönix, Lit. A. 85.00 „„ B. 32,00 Deutsche.-Anl. 4% 103.30 Verstaatlichte preufsische Eisenbahnen. Altona-Kiel 237,30 Oberschl. Lit. A. C. 272,20 Rheinische Eis.-Act. 191.9 Berlin-Stettin 119.75„ Lit. B. 194,70 Rhein..-A. Lit. B. 103,1 Breslau-Schweidnitz 115,72 Posen-Kreuzburger 32,60 Thüring. St.-.Lit..247,5 Niederschl.-Märk. 100.75 Rechte Oder-Ufer-B. 000.00 Preufsische und deutsche Fonds. Preufs. St.-Anl. 4% 181,60 Dess. St.-Präm.-Anl. 124,50 Nordd. Pfandbr. 5% 100.50 Staats-Sch. 3½% 00,00 Gothaer Pfdbr. 1. Em. 000,00 Pr..-.-.unk. Hp.-B. Berl. Stadt-Obl. 4½% 101,75„„ 2.„ 000,00.,2.E. rkzb. 110 Thlr. 111.10 Rheinprov.-Obl. 4% 000.90 Hamb. 59-Thlr.-Lose 187.50.E.„ 100" 101,10 Rhein.-Westf. Rentbr. 101,80 Mein. 4% Pr. Pfdbr. 116,80 Pr. Hyp.-B5%orz. 110 108,70 Mecklenb..-Sch.-V. 95,40 Oldenb. 40-Thlr.-Lose 149,90„„ 4½% 102,00 Ds. 3% St.-Rente 83,48 Baab-Grazer Lose 95,30 Pr. Hyp.-.-.-.-Cert. 102,25 Preufs. Prämien 3½% 138,60 Br. Hann.-Hp.Pf.4 1% 101,60„„ 4% 98.70 Hess..-Sch. à 40 Th. 295,90„„„„ 4% 98,75 Prfs. Centr.-.-Pfdbr. Bad. Präm.-Anl. 1867 131,50 D. Hyp. Pfb. 4,5,6, 5% 105,00, rückz. 110 Thlr. 5% 115.60 35--Lose 228,00 D. Hyp. Pfdbr. 4½% 103,00 Braunschw. 20-Th.-L. 97,00 Nordd. Lloyd, Obl. 4% 06,00 Köln-Mind. Pr.-Sch. 00000„ Grund-Crd. 5% 100.30 In- und ausländische Eisenbahn-Stamm-Actien. Aachen-Jülicher 106,75 Oels-Gnesen Stamm-Pr. 76,00 Kaschau-Oderberg 62,00 Aachen-Mastricht 59,89 Ostpreufs. Südbahn 97,50 Kronprinz Rud.-Bahn 75,20 Berlin-Dresden 22,40 Ostpris. Südb. St.-Pr. 116,50 Kursk-Kien 140,90 Berlin-Hamburg 437,20 Stargard-Posen 102,40 Lüttich-Limburger 13,90 Crefelder Eisenb.-A. 112,75 Weim.-Gerast.-.4½%44,00 Oesterr. Nordwestb. 301,20 Dortmund-Enschede 61.50„" Prior-Act. 72.40„ Elbthalbahn 000,00 Halle-Sorau-Guben 50,10 Werrabahn 10425 Reichenberg-Pardub. 63,25 Ludwigshafen-Benb. 210,50 Amsterdam-Rotterd. 146,50 Russ. Staatsb., gar. 130.50 Lübeck-Blichener 163,10 Aussig-Töplitz 265,90" Südw. 5% gar.kl. 58,40 Mainz-Ludwigshafen 108,75 Böhmische Westbahn 130,50„„„„ gr. 58.75 Marienburg-Mlawka 70,00 Buschtehrad. Lit. R. 82,40, Schweizer Centralb. 95.75 St.Pr. 111,60 Dux-Bodenbacher 000,00" Unionbahn 56,20 Mecklenb. Fr.-Fr.-B. 197,50 Elisabeth-Westb. 98.50„ Westbahn 18.00 Münst.-Enschede St.-Pr. 27,40 Galizische Carl-Ludw. 119,70 Ung.-Gal. Verbindgsb. 71.00 Nordbausen-Erfurter 6025 Getthard-Bahn 105,30 Warschau-Wien 226,50 „St.-Pr. 114.20 Inländische Eisenbahn-Prioritäts-Ohligationen. Anchen-Jülicher, 5% 104.00 Brl.-Hmb.3E. cv. 4½% 103,75 Mainz-Ldw..,3.E. 5% 102.60 Brg.-Mrk. 1. u. 2. Serie 103,75 Berl.-Drsd. 4½% gar. 10350 Niederschles.-M. S. 101.20 3½% 3. S. Lt..B. 96.40 " Lm. C. 9640 4½% 4. Serie 103.40 5.„ 103,40 * e.„ 10450 7.„ 103,69 ** 8.„ 103,30 5% 9. 102,60 Berg.-Märk. Nordbahn 103.50 Berl.-Anhalt 4½% 103.25 Ber-Hamburg 4% 000,00 Ausländische Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen. 1. Em. 88,00 Oest.-Fr.Ergänzn.%382,25 Charkow-Azow 5% 97,10 Wechselcurse. Köln-Mind. 4% 2. E. 101 80 Nordhaus.-Erf. 4½% 000.00 „ 3.„ 101280 Oberschl. 3½% L. E. 00,00 4½% 3.„ 103-25„ 4½%„ F. 103,40 4% 4.„ 101 80„ 4½% conv.79 000,00 „ 5„ 10180 Rechte Oder-Ufer 103,60 4 1/2% 6.„ 105.80 Rhein 4½% 7.„ 103,25 Magd.-Halberst. 4½% 103,25 Mainz-Ludwigsh. 4% 102,00 „„ 5% 102,60 Rhein3. Em. 103,30 „„1862/64/65 103,30 „„.,2.,3.cv. 103,30 Saalb. Stamm-Prior. 000,00 Schleswiger„ 000,00 81,15 Petersburg, 3 Monat 200,80 80,80 Warschau, 8 Tage 203.90 Italien. Plätze, kurz 81.10 „„ lang 80,70 Schweiz. Plätze, 10 T. 81,00 Amsterdam, 8 Tage 168.60 Paris, kurz „ 2 Monat 168,00„ lang Belg. Plätze, 8 Tage 80,95 Wien, 8 Tage 167,10 „„ 2 Monate 80.65" 2 Monat 166,30 London, 8 Tage 20,46 Petersburg, 3 Woch. 203,10 „ 3 Monat 20,36,5„ Nachbörse. 3 Uhr 54 Min. nachm.(per ult.) Credit-Actien 514,50 Gotthardbahn 105,00 Russen 1877er 96.30 Darmstädter Bank 151,75 Lombarden 251.50„ 1880er 7549 100 Russ. H. Orient-Anl. 57,90 „ Bankn. 100 Rbl. 204,00 Ungar. Gold-Rente 4% 76,30 Dortm. Union-St.-Prior 73,40 Laura-Hütte 109,50 Platz-Discont 2½% Dur Bodenb... 8665 Dux-Prager„ 000,00 Franz-Josepn 4% 00,00 Galiz. Carl.--udr gaGothurüb. Ob.,%g 900g Kaschau-Oderberg 83,80 Oest.-Franz. alte 3% 391,90 „ 1874„ 386.75 Gold-Prior. 4% 96,60 Grofse Russ. Eisenb.3069.60 " Nordwestbahn 87.10 Iwangor-Dombr. 4%.85.40 Südb. Lomb. alte 3% 302,25 Kursk-Kiew 5% 102.25 " neue„ 302,25 Moskau-Rjäsan„ 000,00 Smolensk„ 98,70 Rjäsan-Kozlow„ 103,00 Rybinsk-Bologoye.E. 87,25 „„ II.E. 76,10 Central-Pacific 6% 000,00 5% 103,10 Ungar.Nordostbahn 81,20 „„ Gold-Pr. 5% 000,00 Ungar. Ostb. 5% I. Em. 80.50 „ Ostb. 5% II.Em. 99.50 Baltischport, indir. gar.93.80 Deutsche und ausländische Bank-Actien. Aschener Disconto 110,10 Deutsche Genoss.-Bk. 132,50 Nordd. Grund-Cred.-B. 38,50 125.50" Effectenb.(Hahn) 126,50 Oldenb. Spar- u. Leih- 159,00 101.75" Hypb.(Berlin) 91,10 Petersburger Discont 119,25 120,75 Dresdener Bank 125,50 Preufs.-Bod.-Cred.-A. 104,10 10459 Geraer Bank 92,25" Centr.-„ 128,50 139.50 Getreide-Makl.-Bank 112.00„ Hyp.(Spielhag.)90, 25 131.75 Gothaer Grund-Cr.-Bk. 30, 10 Pr. Immob.-Act.-Bank 112.50 131.00"„ junge 64,90 Rh.-Wstf-Gen.-Bkenv.00,00 109.50 Gothaer Privatbank 118,75 Russ.Bankf.ausw. Hand69.50 144.00-“ Hyvn. Vors-.-G. 92.00 Sächsische Bank 120.75 Amsterdamer Bank Antw. Central-Bank Badische Bank Barmer Bankverein Baseler Bankverein Berl. Cassenverein Handelsges. „ Makler-Verein Börs.-Handolsv. 144, 00 Pris. Lyp. Vers.-.-G. enge. Sichsische Bank Braunschweig. Bank 103.00 Leipz. Credit-Anst. 176,50 Schles. Bankverein CreditHypothekBromer Breslauer Dise. " WechslerBrüsseler„ Coburger Cred.Darmst. ZettelDessauer Land107,10„ Disconto-Bank 111,40 Sütd. Boden-Credit 82.10 Magdeb. Bankverein 112,00 Thüringische Bank 110,50 Maklerbank 000,00 Vereinsbank Berlin 91,25 Mecklenb. Hyp.-Bk. 100,40 Weimarer Bank 98.59 Meininger Crd.-Bank 94,10 Westfälische Bank 000.00„ Hyp.-Bank 93,40 Wiener Bankv...St. 000, 30 89,00 Nationalb..Deutschl. 97,60 Wiener Unionbank 189,00 112,50 Norddeutsche Bank 158,00 Würtemberg. Ver.-B. 128.75 118.30 104,80 138.75 00.00 125,00 88.50 000,00 Industrie-Papiere Aach.-Blch..-Vers. 7800,00 Berzelius. Bensb.-Gl. 95.75 Aachen. Rückv.-Act. 2100,00 Bochum. Bergw.-Ges. 79.50 Berlin. Lebens-.-G. 3150,00 Borussia in Dortmand 116,10 Colonia,.-Vers. 6700,00 Braunschw. Jute-Sp. 246,75 Concordia, Köln 0000,00 Köln-Müs. Bergw.-V. 18.50 Kölner Rückversich. 510,00„" conr. 41,50 Dtsch. Lloyd-Tr.-V. 1800,00 Commerner Bergw. 12,00 Dtsch. Transp.-.-G. 720,00 Dessauer-Gas.-Ges. 192,90 Dresdener Allg.„ 0000,00 Donnersmarckhütte 6150 Düsseld. Allg. Trnsp.0000,00 Dortm. Aet.-Brauerei 224,50 Eiiberf..-Vers.-Ges. 4450,00 Dortm. Brgb. 6% Obl. 102,60 Gladbacher„ 90000„" Lit- A. 40,25 Leipziger„ 11490,00„„„ B. 00,00 Magdeburger,„2290,00 5% Dortm. Part-Obl. 106,70 Hag.-.-G. 40% E. 395,00 Duzer Kohlenverein Rückvers.-Ges. 490,00 Niederrh. Güter-Ass. 700.00 Pr..-.-G. in Stettin 880,00 Rhein.-Westf. Lloyd 466,00 „ Rückvers. 190,00 Sächs. Rückversich. 000,00 Schles. Feuer-Vers.„00300 Thür..-G. zu Erfurt 2050,C0 Union, Allgem.Dtsch. 315,00 Victoria in Berlin 2460.00 Westdeutsche Vers.-B. 863,00 Aachen-Höngen B. 34.75 Aplerbecker Act.-V. 95.50 Arenb. G. f. Bb. u. H. 135,00 Berg.-Märk. Industrie 00.00 Gr. Berl. Pferdebahn 209.00 Inowrazlaw, Salzwerke 56.50 Karlsruhe Pferdeb.-A. 147.75 Kasseler" 101,40 Königsberger„ 92,00 König Wilhelm 38.25 Lauchhammer 41.25 Lcopoldshall, chem. 105,60 „ St.-Pr. 107,00 Lothring. Eisenwerke 25.70 Louise Tiefbau 40.50 Magdeb. Bergw.-Ges. 228,00 Märk. Masch.-Anstalt 75.70 Menden und Schwerte 40.50 Norddeutscher Lloyd 128.25 31.25 Oelheim. Petrol.-Act. 43.75 Egestorff, Hann.Masch. 9,00 Pluto, Bergwks.-Ges. 58,00 „„ St.-Pr. 79,00 Ravensberger Spinn. 141,75 " Salzwerk 111,25 Rhein.-Nass. Bergw. 5074 Eschweiler Bergw. 65,00 Rhein.-Westf. Industr. 18.90 * 00Phoin Stahlwanba 19975 Georg-Kar.-B. St.-A..,00 „„ Stamm-Pr. 84,50 Hagener Gufsstahl 133,00 Hamb. Strafsenbahn 117.50 Harb.-Wien, Gummi 181,70 Harkort, B. u. ch. Fabr.00,00 Harpen, Bergb.-Ges. 00,00 Harzer 6% Pr. Ltr. A. 30.00 Hess.-Rhein. Brgw.-Act. 7,10 „„ 6% Obl. 100,00 Hibernia& Shamrock 92.50 Hochdahl 41.00 Kleill. Stamwerke Ny,15 Schles. Zinkh.-Act. 103,50 „ St.-Prior.-Act. 112,00 Stassf. chem. Fahr. 138.25 Stolberg. Zinkh.-Ges. 21,50 „ St.-Pr.-Act. 83,00 Südd. Immob.-Ges. 00,00 Vulkan 37,25 Westeregeln Alkali 152,10 Westf. Draht-Industr. 102.75 Wurmrevier 79,10 Deutsche Bank 149,90 Mainz-Ludwigsnaten. 108,10 Disconto-Command 197,00 Marienburg-Mlawka 70,00 Ungar. Creditbank 000,00 Mecklenb. Fr.-Fr.-B 197.75 Elbethalbahn 333,50 Ostpreufs. Südbahn 97.90 Franzosen 532,00 Italienische Rente 5% 95.80 Galizier 119.50 Oesterr. Gold-Rente 85,70 Berlin, 3. Juni.(2 Uhr 25 Min. nachm.) Matt auf auswärtige Notirungen, Carse fast durchweg niedriger als Samstag. Deutsche Bahnen gegen Anfang etwas fester, Mecklenburger ½% besser, Mainzer behauptet, Ostpreufsische 1¼% Marienburger ¼% schlechter. Fremde Bahnen schwach, Franzosen., Lombarden nach 4,85 Couponabschlag ½ matter, Gotthardbahn ½% schlechter. Speculative Banken matt, Credit-Actien 3½-A, Disconto-Commandit%, Deutsche Bank ¼% schlechter. Renten lustlos, meist nachlassend, Russen ½% schlechter. Bergwerke still, wenig verändert, Laurahütte ¼% schwächer, Dortmunder Union behauptet. Börsenschlufs matt. 3. Juni. Weizen, per Juni-Juli 167,50, Sept.-Oct. 173,75-fl. Gek. 127 006Crr. Roggen, per Juni 145,00, Sept.-Oet. 144,00LK. Gek.—Ck. Hafer, per Juni 140,50. Sept.-Oct. 135,00 K. Gek.—Ckr. Rüböl, loco mit Fals 56,30, ohne Fafs 55,40, per Juni 55,80, Sept.-Oct. 53,70-H. Gek.—Ck. Spiritus, loco 50,90, per Juni-Juli 50,90, Aug.-Sept. 52,00, Sept.-Oct. 51,00 K. Gek. 770 0001. Petroleum, loco 23,70, Juni 23.50, Sept.-Oct. 23,80 fl. Gek.—Ck. Weizen matt auf grofse Kündigungen hin, die keine Aufnahme fanden. Roggen loco geschäftslos, Termine wenig verändert und sehr ruhig, da Anstellungen fehlen. Hafer loco kleines Geschäft, aber recht fest, Termine in nahen Sichten etwas begehrt, im ganzen gut gehalten. Rüböl wenig verändert, schliefslich eher zu gunsten der Verkäufer. Petroleum ohne Handel. Spiritus loco mälsig zugeführt und etwas billiger erlassen, Termine durch Realisationen gedrückt. schliefsen etwas fester. 238.25 265,50 125.75 00,00 98.09 121.18 Gold-Curse: 20-Fr.-Stücke 16.15. Sovereigns 20.30.-Fr.-Stücke 4,00. Frankfurt, 3. Juni.(Schlufseurse.) Wechsel, Amsterdam 168,72 1880er Russen 75,68 Oesterr.-Ungar. Bank 714,50 " Autw., Brüssel 81,01 II. Orient-Anleibe 58/43 Credit-Actien 255,62 „ London 20,45: III.„ 59½ Würtemb. Vereinsb. 128,0) " Paris 81,10 Spanier 4% 1869er 61,00 Deutsche Eff. u. Wchslb 126,68 „ Wien 167,29 Aegypter 61,56 Schaaffh. Bankverein 00,00 Napoleond'or 16,22 Deutsche Reichsbank 146,62 Galizier Privatdisconto 2⅝ Darmstädter Bank 152,00 Staatsbahn 6% Ung. Gold-Rente 102,62(Deutsche Bank 150,25 Lombarden 4%„„ 76,56 Disconto-Commandit 197,12 3% Raab-Oed.-Ebenf. 5%„ Papier-Rente 73 58 Frankf. Bankverein 90 7/8 Kölnische Strafsenb. 1877er Russen 94,56 Mitteld. Creditbank 94,00 1860er Lose Italienische Rente 95 7/8. Stimmung matt. Bremen, 3. Juni. Petroleum fest, loco.45, per Juli.60, Aug. 7,70, Aug.Der. 7,9. Schmalz. Marke Wilcox loco 42½, Juli-Aug. 42¾. Wien“. Juni, 10 Uhr 50 Min. vorm. Credit-Actien 306,00. Staatsbahn 317.0 Lombarden 112.30. Napoloond'or.71. Staatsbahn matt. Rente 78,60. Oesterr.-Franz. Paris. 3. Juni. Rüböl matt, per Juni 67,00, Juli 67,75, Juli-Aug. 68,25, Sept.Dec. 70,25fr. Mehl 9 Marken matt, per Juni 47,10, Juli 46,60, Juli-Aug. 48,10, Sept.-Dec. 49,1 fr. Spiritus per Juni 46,00, Sept.-Dec. 46,75fr. Paris, 3. Juni. Rohzucker 88 Grad matt, disp. 40,25-40,60fr. Weifser Zucker Nr. 3 per Juni 47.50. Juli 00.00, Juli-Ang. 47,75, Oct.-Jan. 48,75fr. ondon, 3. Juni. An der Küste liegen 2 Ladungen Weizen nud 3 Ladungen Roggen London, 3. Juni. Viehmärkt: in Deptford waren 1273Stück Hornvieh und 10.01 Stück Schafe; Preise von Hornvieh 4s 10d bis 5s, 24; von Schafen 53 24 bis 5s 104, per 8470. Glasgow, 3. Juni, 12 Uhr 1 Min. nachm. Roheisen. Warrants 41s-d. Die Verschiffungen der letzten Woche betrugen 12 107t. gegen 11 609t 1883 und 9760t 1882. Der Stock im Store betrug 590959t, gegen 578635t 1883 und 637 255t 1882. Neiv-Fork. Oestr. Bankn. 100fl 167,35, Russ. Bankn. 100Rbl 204 25. Nanoleond'er 16.22. Borlin 60 T. S..-AG London„ IL„ „ Kabel-Anweisungen Paris60 T. Fr.perDoll.G. Anleile 4%.1877 Eric-Eisenbahn Centr. Pac. 6% Bonds Neu-Fork Centr.-Bahn Baumwolle in New-York " per Sept. „„„ Oet. " in New-Orleans Petroleum in New-York " in Plnladelphia Rohes Petroleum „ Pipe line Cert Geld leicht. Wasserstands-Nachrichten. Köln, 3. Juni. Rheinhöhe 11 Uhr vorm. 2,22m, gefallen 0,04m. Mannheim, 3. Juni. Rheinhöhe 12 Uhr mittags 4,11m, gestiegen 0,06m. Mainz, 3. Juni. Rheinhöhe 12 Uhr mittags.22m, gefallen.02m. Caub, 3. Juni, 7 Uhr morgens. Rheinhöhe 1,98m, gefallen 0,03m. Ooblenz, 3. Juni, 6 Uhr morgens. Rheinhöhe 2,31m, gefallen 0,01m. Trier, 3. Juni. Moselhöhe 12 Uhr mittags 0,45m, gefallen.00m. Ruhrort, 3. Juni, 8 Uhr morgens. Rheinhöhe.59m, gefallen 0,04m. Emmerich, 2. Juni, 9 Uhr morgens. Rheinhöhe.52m, gestiegen 0,00m. Köln, 3. Juni. Amtl. Notirungen der vereideten Wechselmäkler. Wechselcurse. Amsterdam, kurz 168,80 bz Antw., Brüss., kurz 31,10 B London, 3 Monat 20.34G „ 2 M. 167,30 G„ 2 M. 80,60 G Wien, kurz 167,50 B Paris, k. 81,05 G, 2 M. 80,70 G London kurz 20,445G„ 2 M. 166,50 B In- und ausländische Fonds. Deutsche Reichs-A. 103,15 G. Hagener 4% Stadt-O. 101,00 G. Oesterr. 1860er Lose 121.50 B Prfs. Rente 4½% 103,25 bz Kölner St.-O. 4½% 100,00G„ 1864er„ 312.00 G „„ 4% 103,15 G„ neue„ 000,00" Goldrente 85,20 G Präm.-St.-Anleihe 138,00 G. Köln-M. 3½%.-A. 127,50 B„ Silberrente 68,25 B Prfs. St.-Sch. 3½% 99,50 B. Gräfl. Henekel.Don- Ung. 6% Goldrente 102,90 B Bad. 4% Anleihe 132,90 B nersm.4½% Obl. 103,25 B„ 4% Goldrente 77,00 B Rumanische Rente 104,00 G estf. Rentbr. 101,25 G. Russ.%Anl..1880 76,25 G „ 4% 101,00 G Italienische Rente 96.00G„„„„ 1883 104,90 G Dühburg, Sadt- o. 101/90 Oeterr. 10 PL.JI. 31409 P Prioritäts-Obligationen. Lt..3.„„ 96,60 B 5.„4½% 103.50 B 6.„„ 103,75 G 7.„„ 103,40 B „ Köln-Cref. 4½% 103,00 G Boch. Gufsst.-Obl. 105,50 G Dortm. Un. 5% Obl. 107,25 R Eschw. Brgw.-.-O. 108,00 B Hörder 5% Brgw.-O. 100,00 B Krupp. abg.Part.-O. 111, 40 G Westf. Union 101.50 B Eintr. Tfb..-Sch. 5% 101,00G „„ 102,05 G „Lt..6. 4 ½% 105,75 G „„..„„ 103,25 G „ 7.„„ 103,25 G 8.„„ 103,50 B Mainz-Ludw. 4% 101,90 G *.“ 5% 102.40 G„ 5% 102,80 B „(Nordb.)„ 103,20 G Oest.-Franz. Stsb. 392,00 G Köln. Maschinenb. 101,75 G Oest.-Sdl.(Lomb.) 304.00 B Köln-Müsener Obl. 101,50 G. A 94 Eisenbann-Acuen. Aachen-Jülicher 106,50 G Amsterd.-Rotterd. 147.00 G Oberschl. Lit.A. u. C. 270.00 G Aach.-Jül. 5% St.-P. 112,00 G. Gal. Carl-Ludw.-B. 120,00 B Oesterr.-Frz.-Stsb. 533.00 R Aachen-Mastricht 61,00 B Mainz-Ludwigsh. 109,00 B Oest. Sdl.(.) Sts. 260,00 n Bank-Actien Aachener Disc.-Ges. 111,00 G Darmst. Zettelbank 111,50 G. Köln. Wechlerbank. 96.25 G Amsterdamer Bank 125,00 G Deutsche Bank 151,00 B Meininger Cred.-Bk. 93,50 G *„„ R e i c h s b a n k 1 4 6, 0 0 G „ Eff. u. Wchslb. 000,00 Discont.-Command. 197,00 P Essen. Cred.-Anst. 100,00 G Luxemb. Bank 138,00 G Köln. Privatbank 125,00 G Industrie-Papiere. Aach.-Höng. Bergw. 36,00 B Gelsenkirchen 115,00 G Mechernich. Bergw. 170.00 G Bsb.-Gl.-.- u..-A. 95,00 G Gladb. Baumw.-Sp. 142,50 B Phönix, Bergw.-A. 85,00 G Berg.-.-H. v. Hochd. 41,00 BlHarpen. Brgb.-.-G. 95,00 G„ Lit. B. 32,00 G Berg.-Märk. Industr. 67,00GHarzer 6% Lit. A. 32,00 B Ravensberg. Spinn. 139.50 G Brg. Stahl-.Remsch. 99,50 G. Hibernia& Shamrck. 93,00 G Rh.-Nass. B. u. H. 50,00 C Bergw. Fr.-Wilh.-H. 00,00 Hörder Brgw.-Ver. 26,00G Rh.-Westf* 19,00 V „ 6% Pr.-St.-B. 00,00 Bochum. Gufsstahl 102,00 G Bonifac., Ver..-G. 66,00 G Bonn. Bgw.-.-Ver. 70,00 B Chem. Ind.-Act.env. 110,00 G Cntr.-Ges. f. Tauerei 31,00 G Dahlbusch, Bergw. 139,00 G Donnersm.---A. 61,00G Dortm. Union St.-Pr. 74,00 B Düsseld..-Schiff. 106,75 G Dsld. Eis. u. Drht--A 115,00 G Eis.-Ind.(.-Schw.) 40.00G Eschw. Bergw.-Ver. 65,00 G Essen..-Fabr.-Un. 71,00 G Antw. Centr.-Bank 101,00 C Bank f. Rh. u. Westf. 84,50 B Barmer Bankverein 105,50 G Berg.-Märk. Bnk.-A. 119,00 G Berliner Hand.-Ges. 130,00 G Darmstädter Bank 152,00 B „ Maschinenbau 85,00 G „ Schleppschiff. 41,00 G Köln-Müsen. Ver. co. 40,00 G Königs-& Laurah. 110,00 B König Wilhelm 38,00 G Louise Tiefb.,.-A. 40,00 G Märk. Masch.-Fabr. 75,00 G Mech. Web..Bielef. 210,00 B Versicherungs-Actien. Aach.-M..-Vers. 7810,00 G Agripp., See, Fl., L. 445,00 G Colonia„ 6700,00 G) Düss. Allg..-Fl. 1350,00 G Gladbacher„ 820,00 G Niederr. Güter-Ass. 700,00 G Leipziger„ 11 300,00 G Rhein.-Westf.Lloyd 440,00 G Magdeburg.„ 2100,00 G Rhenania,Ts.-u. Unf 400,00 G Schlesische„ 950,00 G Aachen. Rückvers. 2100,00 G Stett. Nat.-„ 800,00 G Agrippina,„ 430,00 G Vaterl. Elbf.„ 4400,00 G Colonia,„ 610,00 B Westd. Vers.-Bank 775,09 G Kölner„ 520,00 B Die Stimmung an heutiger Börse war schwach. Oesterreich. Credit 515,00 B Rh.-Wstf. Gn.-.env. 69,00 G Sächsische Bank 121,006 Schaaffh. Bankver. 90,25 G Westfälische Bank 101,25 0 Hörder gr. Fer. 10f0 G-Wesn. Ind.-A. 1jeU n „ convert. 55,00 G lich.-Westf. Pulverf. 99,00e.b Humboldt.Prefer.-A. 00.00 Stadtb. Hütten-A. 63,00 G Kölner Bergwerk 117,00 G Stolb. Zinkh.-Ges. 20,00 G „ Baumwoll-Sp. 135,00 B/„ Prior.-St.-A. 83,00 G „.-Schiff.-Ges. 107,00 G Styrum. Eisen-Ind. 38,00 B Gummi-F. 69,00 G Viersen. Spinn.-A. 129.50 G Vorwärts, Flachssp. 123,00 G Westf. Draht-Ind. 102,00 G " Union 000,00 „ Union-St.-.A. 74,00 G Wiss. Bergw. ccnv. M. 37,00 B Wurmrevier, Kohl. 78,50 G Alteb. Brauerei-A. 125,00 G Kölner Strafsenb.-A. 100,00 B Magdeb. Rückvers. 485,00 G Rhein.-Westf.„ 200,00 G Concordia, Leb.-V. 1980,00 B Germania, Stettin. 790,00 G Kölner Unfall- 103,00 G Victoria zu Berim 2450,00 G Elberfld. Hagelvers. 460,00 G Kölner„ 335,00 B Union" 320,00 G Amsterdam 3 Belg. Plätze 3 Deutsche Plätze 4 Belgische Banknoten 80,90 Englische„ 20,41 Holländische„ 1,6840 Ver. Staaten GoldCoup. 4,18 G Bank-Disconto. Kopenhagen-4½ Mailand 4½ Petersburg 6 Lissabon 5½ Madrid 5 Schweiz. Pl. 3 London 2½ Paris 3(Wien4 Geldsorten und Banknoten. 20-Frankenstücke 16,17 G Gold-Dollars 4,17G Wilhelmsd'or 16,83 GOesterr. Silberguld. 1,66 G -Frankenstücke.. 4,03G„ Banknoten 1,6650 G Livre-Sterling 20,36 G„ Pap.-Coup. 1,6620 G Imperials 16.65 G Französ. Banknoten 80,90 G Amtl. Notirungen der vereideten Productenmäkler. Weizen matt. eff. biesiger 18.70-19,50B, fremder 18,50-19,50B; per Juli 17.70hr 17.75B, 17,70G; per Nov. 18,20 B, 18,10G. Rosgen unverändert, efl. hiesiger 14,50-15,50B, fremder 14.50.15.50B; ner 1 14,60bz, 14,65B, 14,60 G; per Nov. 14.60B, 14.550. Hafer, eff. hiesiger 14,75-15,50B, fremder 14.75-15.50n. Rüböl matter, eff. in Partieen 29,80B; per Oct. 28,70bz, 28,80 B, 28,70G. Landmarkt. Weizen 17,50-18.50 K, Roggen 13,60-14,60-K, Gerste 15-18.4, Hafer 14,75-16,75-4 per 100kg. Zufuhr schwach. Preise ohne Aenderung. Marktpreise. Butter per## 1,10.A; Eier per Viertel 1,40-A; Hinkel 4,00.##. Tauben 1,005/ per Paar; Kaninchen.00-f, Truthahnen 12,00.K, Enten.50.., Hühner 2,00-4 per Stück; Ochsenfleisch 652, Kalbfleisch 603, Hammelfleisch 703, Speck, geräuchert 703, gesalzen 703, Schmalz 704, Nierenfett 500, Salm 2,80.4. Aal 1,60-A, Hecht 1,00-A, Karpfen 903, Schleien 708 per##; Kartoffeln, weilse 2, 80 K. rote 3,00 K. Nieren 5,30-, Aepfel 00.00. Aper 100#; Zwiebel 200 per### Mailand. 31. Mai. Seide. Die Seidentrocknungs-Anstalten haben heute registrirt: 22 B. Gregen und 64 B. verarbeitete Seiden, im Gesamtgewichte von 8180kg. Wenig Geschäfte, die nur schwer zustande kommen. 31. Mai. Seide. Die Seidentrocknungs-Anstalt hat heute registrirt: 53 B. Organsinen, 24 B. Tramen, 33 B. Gregen, und hat 34 B. gewogen, im Gesamtgewichte von 10 990kg. Wenig Transactionen. Breslau, 30. Mai. Wolle. Die Verkäufe auf den hiesigen Lagern bliehen in diesem Monate nur geringfügig, teils wegen der Nähe des Wollmarktes teils vesen der noch fortdauernden Londoner Auction. Der gesamte Umsatz in wucken-Wäschen betrug ca. 1600Ctr, und waren inländische Fabricanten sowie vommissionäre für Sachsen und den Rhein die Käufer. Es wurde bezahlt für feine schlesische Tuchwollen 200-220.4, für gute Mittel-Qualitäten schlesischer, Posener und polnischer Herkunft 168-190-K. für dergl. Kreuzungswollen 152-168-H. für russische Rücken-Wäschen 120-136-., für Gerber- und Schweifswollen 110 bis 145-., für ungewaschene Wollen 58-68-K, wovon die feinern Qualitäten am beliebtesten sind. Das Contract-Geschäft war ziemlich lebhaft und wurden für die bessern Qualitäten seitens unserer hiesigen Händler und von solchen aus der Provinz-10.4 über Vorjahrspreise bezahlt. M Berlin, 31. Mai. Butter. Das Geschäft war in der vergangenen Woche ein gutes und lebhaftes und sind daher auch gute Umsätze erzielt; das war aber auch sehr nötig, denn die Zufuhren waren aus allen Gegenden grofs, da Dier zur Zeit noch höhere Preise als auswärts sind. Die Ware selbst ist meistens Blendling und deshalb nicht haltbar, aus welchem Grunde sie schleunigst verkauft, werden mufs. Nach dem Feste werden jedenfalls auch hier die Preise nachgeben. Bezahlt wurde für feinst Tafelbutter aus sülser Sahne, täglich frisch per Eilgut ankommend, 110-112-4 für feine Tafelbutter, von Gütern, Holländereien, Schweizereien und Genossenschaften 95-105-A, desgleichen mit kleinen Abweichungen in der Bearbeitung, im Geschmack und Salz 75-95-44, für frische Tischbutter, Landbutter in Stücken auf Märkten aufgekauft und in Kübel und Tonnen gelegt 80-90-K, gestandene und ordinäre Ware 60-80 A pro 50kg franco Berlin, Käse. Der Bedarf wurde vollständig gedeckt; knapp macht sich nur kguter alter holländischer und rheinischer Käse. In-Sahnenkäse ist der Markt hier überfüllt und lohnt es sich nicht, nach hier zu consigniren. Es wurde bezahlt: für prima Schweizerkäse, echte Ware, vollsaftig und schnittreif, 85-95-A, secunda und imitirter 60-80 A, Holländer, echte Ware 75-80=C. rheinischer je nach Qualität 63-75-, Limburger in Stücken von 1¾.fd 30-35-K.-Sahnenkäse 10-15- pro 50kg franco Berlin. Amsterdam, 30. Mai. Kaffee in sehr ruhiger, aber fester Stimmung. Am Markt sind jetzt Verkäufer von einzelnen Losen grün Malang zu 30c. während zu 29½0 zu placiren ist. Die Notirung für gut ord. Java bleibt 29 3/1c. Für Zucker war der Markt in der abgelaufenen Woche ruhig mit wenig Angebov. Rübenzucker zweite und dritte Classe wird 18f gehalten. Früchte. In A0 enthen ging zu erhöhten Preisen noch ziemlich viel um. Von den Pre plätzen kommen wenig Offerten mehr vor, so dals unwahrscheinlich ist. Auch für geringere Sorten war Kauflust und die Preise ierfür gingen im Verhältnis noch am meisten voraus. Droguerieen. Von in Auction gebrachten 28 Dosen, 175kg Vanille wurden 21 Dosen von Verkauft, der Rest zu 12-13fl aufgehalten.— Ferner wurden gethan: 3000kg Gutta Percha, Preis geheim, sowie 179 Picols Flores Perlmutterschalen ex Jafnar und 2460kg Sandelholz ex Schiedam. Von Java Chinarinde wurden in Auction 105 Ballen und 46 Kisten Ledgeriana, 27 Ballen Schuhkraft, 17 Ballen Officinalis und 67 Kisten Succirubra verkauft. Farbwaren. Java Indigo in unveränderter Stimmung und es fanden ca. 110 Kisten aus erster Hand Nehmer zu vorigen Preisen. Farbhölzer. St. Domingo Blauholz unverändert. Prima Laguna do. 6fl. Maracaibo Gelbholz bei Posten 2½fl. Hier eingetroffen sind 766 Stück(ca. 23000kg) Cuba do., die zu 3½fl am Markte sind. Harz, good strained bleibt auf Lieferung zu 2½fl, Type G in loco zu 3¼, auf Lieferung zu 2,90fl zu kaufen. Terpentinöl loco unverändert, per Mai-Juni-Abladung zu 14¾fl verkauft. Chili Salpeter unverändert. Krapp mit etwas Geschäft zu vorigen Preisen. Hanf. Seit dem letzten Bericht wurde Riga Rein zu 60fl. Marmne Rein zu 52fl und Manilla zu 67fl gethan. Die Preise für Ostsee- sind an den Ausfuhr-Häfen etwas niedriger. Zinn. Vor der Auction am 28. dieses Monats liefen die Preise ca. 1fl zurück und kamen dieselben auf 51¾ à 51⅝fl. für Billiton auf entfernte Lieferung, kürzere Termine 51¼ à 51fl und Banca 58½ à 53fl. Der Durchschnittspreis für Banca aus der Auction von 53⅛fl Vird als mäfsig betrachtet. Einige Umsätze fanden darin statt und im Augenblick ist zu Auctionspreis eher noch angeboten, während Billiton 51½ à 51fl Je nach Termin zu notiren ist. Fettwaren. Speck und Schmalz unverändert. Für Margarine war die Stimmung auch diese Woche äufserst flau und Preise liefen wieder einige Gulden zurück; Abschlüsse, soweit solche stattfanden, beschränkten sich auf americanische Marken. Sardellen. Der Fang, obschon nicht grofs, liefert doch ein ziemlich günstiges Resultat. In neuen ging einiges zu 35 à 341 um, zu letzterm Preis bleibt käuflich. Aeltere Jahrgänge wenig gefragt, doch auch mit geringem Angebot. * R o t t e r d a m, 3 1. M a i. Kaffee. Ablieferungen von Java-Kaffee bei der Niederl. Handels-Gesellschaft..... Ballen Zettelvorrat.„ Neuer(unverkaufter) Vorrat bei der Niederl. Handels-Gesellschaft„ Total-Vorrat in Holland in allen Händen.„ Ferner segelnd.„ Preis von gut ord. Java-Kaffee Banca-Zinn. Ablieferungen bei der Niederländ. Handels-Gesellschaft Blöcke Zettelvorrat„„ Unverkaufter Vorrat„„ Segelnd„ Preis Billiton-Zinn. Ablieferungen bei der Niederländ. Handels-Gesellschaft.... Blöcke Loco-Vorrat.„ Segelnd„ Partiken von 100r 8800, d0. ver 1utes Pger-siglg. Preis urerindert. Schiffahrts-Anzeige.— Köln, 3. Juni. Angekommen von Rotterdam C. Wilson,„Köln Nr. 22“, mit 5370Ctr. Abgefahren nach Antwerpen Boot„Maria Hendrika; nach Mannheim Boot„Pfalz Nr. 27.„„ 998 In Ladung nach Rotterdam und Amsterdam J. van Loosen,„Koln Nr. 25; nach Rotterdam Boot„Trifels“; nach Amsterdam Boot„Amsterdam Nr.“; nach Antwerpen Boot„Duymar van Twist“; nach Mainz, Mannheim und dem Neckar die Boote„Pfalz Nr. 1“ und„Industrie Nr. 4“ und Egan's Güterschiff „Anna" Ferner in Ladung in Antwerpen nach Köln-Mannheim die Dampfer „Batavier Nr. 1“ und„Willem Albert“; in Mannheim-Köln nach Antwerpen Dampfer„Batavier Nr.“. Ueberseeische Dampfer. Eingetroffen: in Queenstown 2/6 City of Montreal (Inman) v. New-York; in Moville 2/6) Parisian(Allan) v. Quebec; in New-York 31/5 India(Deutsche Dampfschiff.) mit voller Ladung und 496 Passagieren v. Hamburg, 2/6 The Queen(National) v. London, 2/6 City of Chester(Inman), in Philadelphia 2/6 Ullinois(american.), beide v. Liverpool; in Boston 1/6 Hermann(White Cross) v. Antwerpen. 31. Mai 1884 31. Mai 1883 3,00.A höher als Rüböl. Prefskuchen 126,00-f per Letokg Pest, 31. Mai. Die letztabgelaufene Geschäftswoche eröffnete für prompten anscheinend günstigem Witternngsverlauf in matter Tendenz mit gewährten Preisnachlasse von 10kr. Aus dem einem durch die Eigner willig hiernach etwas ermäfsigten Preisstande haben Consumenten Anlafs genommen, kräftiger einzugreifen, doch hat es trotz des belebtern Geschäftsganges nicht wieder zu einer Preiserholung kommen können, nachdem einer solchen das stets reichliche Angebot hinderlich im Wege stand. In dem ganzen weitern Wochenverlaufe haben dann Preise sich ziemlich stationär erhalten und notiren schliefslich bei wieder etwas reservirter Haltung der Mühlen annähernd 1Okr höher als zum Schlusse der Vorwoche. Der Gesamtumsatz betrug circa 100 000mCtr. Roggen blieb andauernd fest, verzeichnete aber nur beschränkte Umsätze, im ganzen etwa 3000mCtr und notirt voll behauptet nach Qualität von 8,30-8,60fl. Gerste. Dieser Artikel liegt im ganzen sehr fest, besonders aber in Futterware, für welche selbst namhafte Mehrforderungen bewilligt wurden. Zu gröfsern Umsätzen konnte es der äufserst knappen Zuzüge halber nicht kommen. Man zahlte für Futtergerste von 7,80-.40fl. für Mittelsorten und Malzware von .75-.25fl. Prima Sorten fehlen ganz. Raps. In effectiver Ware ruht das Geschäft, in Kohlraps gänzlich, obschon sich Eigner zu Concessionen herbeiliefsen. Das Ausland reflectirt durchaus nicht auf alte Ware, und die inländischen Fabricanten legen nicht mehr als 13,50fl für prima Ware frei Bahn an. Termine Kohlraps per August-September bei Beginn der Woche auf Frostnachrichten fester, da aber keine thatsächlichen Schäden vorkamen, wurde bei einem Umsatze von 6000mCtr à 13 5/8-13,50fl geschlossen, bleibt weiter 135/fl. W. und 13.50fl..: Tendenz flau. Banater Raps. Im Laufe der Woche hat bei den kleinen Producenten der Schnitt begonnen und wurde gegen Schlufs der Woche auch bei gröfsern Grundbesitzern in Angriff genommen. Nach den cinlangenden Berichten ist eine gute Mittel-Ernte zu gewärtigen. Ab Banater Stationen wird Juni-Lieferung von 12-11¾fl— je nach Distanz der Station— vergebens offerirt, inländische Käufer legen 11,25-11,50fl an, von ausländischer Seite ist veder auf Kohlraps, noch auf Banater eine Nachtr-gotzl ge. jchgg, Meh. beben bein be Mitesgorten sind während der abselautenen Woche mur sene ee V Verkehr gekommen, weiche auf Grund der Vormerkungen nach Puantitäten in Versen.„räten versendet wurden. Die schlanke Abwickverschiedenen auslhn gähreunchmen ist und der allein wir zu danken haben, dafs sich die Umsätze nicht auf ein allzu geringes Mafs beschränken, contrastirt vuue Saud die m Wanflust seitens des Auslandes, welches, im allgeleider mit dem Mause.un golgend, fast gar keine neuen Anschaffungen bei meinen diner watten Vend jet dus Geschäft in Brot- und Schwarzmchlen überuns gemacht,oh, trift fur der inländische Consum als Käufer auf, doch stellt dieser so grofse Anforderungen an unsere Mühlen, dafs ihnen. Nummern 8 bis 9, nur teilweise entsprochen werden kann und auch leicht Preis-Avancen zur Geltung gelangen. Tendenz eher etwas abgeschwächt. W speciell in den und infolge dessen Für Futtrstoffe hat sich die Wir notiren heute durchschnittlich G. 61. Niederrheinisches gefeiert zu Düsseldorf, Pfingsten den., 2. und 3. Juni. Erster Tag. Die Düsseldorfer sind doch zu beneiden! Wenn wir in Köln ein Musikfest haben, so treiben wir wohl Musik, aber nur die Düsseldorfer feiern auch ein Fest, denn sie haben ja den prächtigen Tonhallen=Garten. Sieht man in diesem Garten das bunte Gewühl der fröhlichen Menschenkinder. die alle gekommen sind, um die Pfingsttage der Göttin Musik zu widmen. dann ist es unmöglich, kühl und frostig zu bleiben— die Feststimmung hält ihren glorreichen Einzug, noch bevor man einen Fuß in den Musiksaal gesetzt hat. Der Tonhallen=Garten ist ein wirklicher Magnet und er hat auch diesmal wieder seine Anziehungskraft bewährt, denn neben der jungen Welt sind auch die Veteranen der rheinischen Musikfeste fast vollzählig erschienen. Es verschlägt nichts, daß sie schon alles— wenige Nummern des Programms ausgenommen— mindestens ein Dutzend Mal gehört haben, sie kommen wieder, um mit den Freunden wieder ein Fest zu seiern. Im Festlocale sind einige Aenderungen getroffen. Das Podium steigt in seinen Terrassen steiler an, sodaß die hintersten Reihen bedeutend höher stehen als früher. Man möchte fast sagen, jeder einzelne Kopf ist sichtbar, und das gewährt bei der stattlichen Schar von mindestens 800 Sängern und Instrumentalisten einen reizenden Anblick. Dem entsprechend ist auch jetzt die Klangwirkung mächtiger, namentlich auf der Galerie. Dort empfängt man erst so recht die volle Wucht der Tonwellen, die von der Tribüne aus den Saal durchziehen. Im Orchester(123 Personen) wirken etwa 35 Künstler von besonderer musicalischer Titulatur: Concertmeister, Musikdirectoren, Kammervirtuosen, Kapellmeister, Kammermusiker, Hofmusiker; zu Vorgeigern der vier Quartettstimmen ist das Heckmannsche Quartett aus Köln engagirt(leider aber mußte der Cellist, Herr Kammervirtuos Bellmann, sich wegen Erkrankung die Teilnahme am Feste selbst versagen). Wir zählen 44 Violinen, 18 Violen, 16 Celli, 12 Contrabässe. Die Blasinstrumente haben in bekannter Weise doppelte Besetzung, und zwar stammen dieses Mal die ersten Bläser aus der Meininger Hofkapelle. Im Sängerchor zählt der Sopran 237 Mitwirkende, der Alt 211, der Tenor 111 und der Baß 145— zusammen 704 Kehlen, deren Frische uns gleich der erste Abend bewies. Am ersten Tage kam nämlich unter Leitung des Herrn Musikdirectors Jul. Tausch Händels„Messias“ zur Aufführung. Vieles war in den letzten Proben noch auszubessern— aber es ist geschehen; wir erlebten eine Aufführung, für welche man dem Chor nur volles Lob spenden kann. Die Stimmen hatten nichts Erzwungenes und Gedrücktes, sondern klangen hell und frisch mit unverwüstlicher Ausdauer durch den Saal. Namentlich gilt dies für den Sopran in dem Halleluja; jene gehaltenen hohen Töne ließen an Klangfarbe und Klangfülle nichts zu wünschen. Bei dem prächtigen Material konnte man fast bedauern, daß die Fuge„Und er regiert von nun an auf ewig“ nicht eine Kleinigkeit feuriger und schwungvoller im Tempo gegriffen war. Das Publicum spendete den Chorsätzen häufig reichen und wohlverdienten Beifall. Als Solisten wirkten namhafte, berühmte Kräfte zusammen; Frau Julie Koch=Bossenberger, kgl. Hofopernsängerin aus Hannover, Frau Amalie Joachim, Concertsängerin aus Berlin, Herr Lorenz Riese, kgl. Kammersänger aus Dresden, und Herr I. Betz, kgl. Hofopernsänger aus Berlin. Das dramatische Fach war somit genügend vertreten, und doch waren die Leistungen im ganzen nicht sehr dramatisch angehaucht, darin wurden die Dramatiker von der Concert= sängerin übertroffen. Ueber den Standpunct des keuschen, farblosen Oratoriumgesanges, wie er früher verfochten wurde, find wir doch heute wohl glücklich hinaus. Man kann sehr gediegen concertmäßig singen und doch seinen Vortrag mit dem nötigen Pathos ausstatten, wie es der Text und auch Händels musicalische Motive unbedingt erfordern. Es gibt gewiß in Händels Oratorien zahlreiche ziemlich gleichgültige Stellen, es gibt aber auch mindestens eben so viele Stellen, wo die dramatische Färbung unerläßlich ist, wenn von einer Wirkung auf die Gemüter die Rede sein soll. Und selbst wenn Händel seiner Zeit ein ganz indifferentes Publicum vor Augen gehabt hätte— eine Annahme, zu der man keineswegs berechtigt ist—, so sind wir Modernen anders organisirt; wir verlangen, daß es uns während einer Musik auch einmal überläuft, nicht daß wir fortwährend den Kopf hübsch im Rhythmus wiegen und dabei gemütlich einschlafen. Die wunderbarste tonkünstlerische Arbeit, vom absolut musicalisch=technischen Standpunct betrachtet, bleibt für unsere Zeit ein totes Werk— oder sie muß an unsere Herzen rühren können. Wir dürfen den dramatischen Solisten das Lob nicht versagen, daß sie ihre Partieen correct und sicher durchgeführt haben, ja, daß die Herren sich in Atemdauer für lange Coloraturen fast überboten— aber eigentlich warm sind wir bei ihren Leistungen nicht geworden, da stehen uns schönere Erinnerungen aus andern Messias=Aufführungen für den diesmaligen Genuß trübend zur Seite. Wer jetzt noch echt dramatisch sang, das war Frau Amalie Joachim, besonders in ihrer zweiten Arie„Er ward verschmäht". Leider schien die Sängerin nicht ganz disponirt, oder die Partieen des„Messias" liegen ihr zu tief, denn grade die tiefern Töne quollen nicht mit der wünschenswerten Fülle und Kraft heraus. Namentlich merkte man das in der ersten Arie„O du, die Wonne verkündet". In der zweiten vorhin erwähnten Arie aber trat die Stimme mit größerer Kraft auf und errang auch in Verbindung mit der dramatischen Färbung einen vollstäudigen Steg.„zuug dig grsembfe Im Orchester machte sich hier und da ein manger des Ensemöle bemerklich— ein Verschulden, das es wohl am zweiten und dritten Tage, wo es in den Vordergrund der Leistungen tritt, wieder reichlich wett machen wird. Sehr gut wurde die Orgelpartie durch Herrn Musikdirector Schauseil aus Düsseldorf durchgeführt, sowohl hinsichtlich ihrer Mitwirkung in den Chormassen als auch in der geschickten Registrirung bei den Arten und Recitativen. Damit wollen wir unsern Bericht für den ersten Tag schließen. Der „Messias“ ist in den Rheinlanden zu bekannt, als daß wir unsere Leser erst über den musicalischen Wert und die Motive der Composition aufzuklären brauchten. Außerdem haben wir in der Aufführung nichts erlebt, was von der üblichen Tradition abwich, es sei denn, daß das Recitativ„Die Schmach bricht ihm sein Herz“ und das folgende Arioso „Schau hin“ von dem Tenorsolisten nicht grade zum Vorteil der betreffenden Nummern vorgetragen wurden. 7 13.70 8 12.80 8½ 8¾ 11.50 10.00fl. (P..) 1830 17.80 1730 16.60 1600 1530 14.50 Feine Kleie 4,90fl, grobe do. 4,50fl. per 100kg. ##ein 2.: Schlachtviehmarkt. Heute waren aufgetrieben: 281 Ochsen. ee zweite zu 65, Gritte zu 55=4; 26 Stiere, verkaust verkautt eiste Opulitht zu V0, zaur gg, dritte zu 51.4; 211 Kühe und Rinder, erste 9ualitht. zu G4ig, zweite zu 60, dritte zu 50.4; 249 Schweine, Verkauft erste uphych zu 50, zweite zu 48, dritte zu 45-4 per 50kg Schlachtverkauft erste Sudy,„Ete, vom 29. u. 30. Mai waren aufgetrieben: 106 Schafe, sewicht. Am kleinen,“echm 70,„weite zu 65, dritte zu 60.; 958 Kälber, verkauft erste Qualität zu 65, zweite zu 58, dritte zu 45¼ per 50kg Schlachtgewicht. Die Preise von frischen Häuten stellten sich: Ochsenhäute beste auf 46, geringe auf 443, Kuhhäute beste auf 34, geringe auf 323 per ½kg. Fett kostete: bestes 30, geringos 289 per 1/kg. * Schlesische Actien-Gesellschaft für Bergbau- und ZinkhüttenBetrieb. In der am 30. v. Mts. abgehaltenen Generalversammlung waren anwesend 17 Actionäre mit zusammen 16443 Actien und 1635 Stimmen. Nach dem Verwaltungsberichte des Vorstandes über das Betriebsjahr 1883 beträgt der Gewinn 2226 879,68=/(einschliefslich 10 137,21-.Gewinnvortrag aus 1882), welcher unter Gutheifsung der Generalversammlung wie folgt verteilt wird: 500 000. zu Wertabschreibungen bei den Erzgruben, 171674,25-/ für den Reservefonds, 137339,40 ∆ Tantième für den Verwaltungsrat und GeneralDirector, 1 411 740 6% Dividende, zahlbar vom 30. Mai ab, 6126,03- zum Uebertrag auf das Jahr 1884. Aus letzterm Betrage werden noch 3000./ dem Arbeiter-Unterstützungsfonds der Gesellschaft und 3000# dem Beuthener Waisenhause bewilligt, sodals nur 126,03-4 pro 1884 vorzutragen bleiben. Demnächst erteilte die Versammlung dem Verwaltungsrat Decharge über die Geschäfts-, Rechnungs- und Cassenführung des Jahres 1883 mit Stimmeneinhelligkeit. Stuttgart, 1. Juni. In der Plenarsitzung vom 27. Mai beschlofs die Handels- und Gewerbekammer gegenüber dem Gesetzentwurf betreffend Abänderung des Reichsstempelabgaben-Gesetzes vorerst die k. Staatsregierung zu bitten, dem Entwurf ihre Zustimmung zu versagen, da er, wie er in seiner gegenwärtigen Gestalt vorliege, in seinen Hauptgesichtspuncten eine Reihe von Bestimmungen enthalte, die nicht nur das Börsen- und Bankgeschäft, sondern namentlich auch das effective Warengeschäft unverhältnismäfsig schädigen und beschlänken würden. Auf der einen Seite wurde im einzelnen einstimmig und entschieden die Sanctionirung der durch seitherige fiscalische Auslegungen angebahnten Heranziehung des aufserhalb des Börsenverkehrs sich vollziehenden Handels- und Fabricationsgeschäftes als unannehmbar bezeichnet. Nicht minder erblickte das Plenum auch in der projectirten Mehrbelastung des Bank- und Börsengeschäftes eine ungerechtfertigte Schädigung sowohl des kleinern Capitälisten als des Provincialbankgeschäftes und namentlich des hiesigen PlatzVerkehrs. Endlich wurde eine wesentliche Abänderung der neu aufgestellten Registerplicht und der inquisitorischen Controlvorschriften als selbstverständlich notwendig bezeichnet, Auf der andern Seite konnte sich das Plenum schon mit Rücksicht auf die principiell nicht angefochtene verhältnismäfsigere BeSseuruns der groisen Umsätze der speculativen Börsenverkehrsacte und im Hinblick auf die in dem Entwurf vorgeschlagene Beseitigung der Unklarheiten des bieherisen Gesetzos nicht für radicale Verwerfung aussprechen. Es zog deshalb verschiedene auf dem Boden des Entwurfs sich bewegende GegenvorSchläge, vie Befürwortung der Procontualsteuer unter Herabminderung des Steuersatzes auf 53(statt 202) per., Beantragung der(Hatzfeldschen) Börsencontingentirung, Anregung einer Bestimmung, wonach das nicht an der Börse dos Ortes des Geschäftsabschlusses gehandelte Warengeschäft als stempelfrei erklärt werden solle, in eingehende Erwägung. Um aber den bevorstehenden gemeinschaftlichen Beratungen deutscher Handelskammern nicht vorzugreifen, deren Zusammentritt in nächster Woche erfolgt, sowie in Anbetracht der Kürze der ihr zur Beurteilung des Entwurfs zugemessenen Zeit glaubte die Kammer vorerst von detaillirten Vorschlägen Umgang nehmen su sollen. Washingion, 2. Juni.(Telegr.) Die Staatsschuld der Vereinigten Staaten hat im Monat Mai um 47600005 abgenommen. Im Staatsschatze befanden sich Ende Mai 389 370 0008. Newy-York, 2. Juni.(Telegr.) Die am 1. ds. fällig gewesenen Coupons und Zinsen der Reading consolidated Mortgage-Bonds werden von der Bank in Philadelphia eingelöst. Die Zinsen auf die Encome Mortgage-Fonds, die 860005 betragen, werden nicht bezahlt. Für die Reading Railway Company sind drei Einnehmer ernannt worden; unter denselben befindet sich der Präsident der Gesellschaft, Keim. Die Bankfirma Fisk and Hatch hat ihre Zahlungen wieder aufgenommen. Reunberichte. X Berlin, 2. Juni. Wetter und Besuch ließen bei den heutigen Hindernis=Rennen auf der Bahn bei Charlottenburg nichts zu wünschen übrig. Der Verlauf der einzelnen Nummern gestaltete sich folgendermaßen: 1) Biafra=HürdenRennen. Preis 1000.¼ Entfernung 2000m. Es liefen vier Pferde: des Herrn v. Mollard vierjährige Knight's Fee, 62½kg, erstes; des Herrn Peschke Lemon Girl, 64½kg, zweites; des Herrn Pitzschke Primadonna, 55½kg, drittes. Leicht mit viertehalb Längen gewonnen; acht Längen dahinter Primadonna. Die mit 2500.¼ eingesetzte Siegerin wurde nicht gefordert. 2) Schloßpreis 1200.. Jagd=Rennen. Entfernung 4500m. Es liefen vier Pferde: des Lieutenants Grafen Lehndorff volljährige braune Stute Fishwife, 81 1/2kg, Reiter: Besitzer, erstes; des Herrn Oehlschläger Postillon, 80½kg, Reiter: Herr v. Tepper=Laski, zweites; des Lieutenants Frerichs Tennyson, 81 ½kg, Reiter: Rittmeister v. Boddien, drittes. Fishwife siegte leicht mit sieben Längen; ebensoweit dahinter ennyson. Ferner lief Durchlaucht, Reiter: Lieutenant v. HeydenLinden, welcher zu Fall kam. 3) Officier=Hürden=Rennen. Preis 1000.# Entfernung 2000m. Es liefen fünf Pferde: des Lieutenants v. Ravenstein vierjährige braune Stute Immergrün, 68kg, Reiter: Lieutenant Graf Schaffgotsch, erstes; des Lieutenants v. Marschall The Bear, 79½kg, Reiter: Besitzer, zweites; des Lieutenants v. Skopnik Schottenprinz, 78½kg, Reiter: Lieutenant v. Arnim, drittes. Leicht mit sechs Längen gewonnen; fünf Längen dahinter Schottenprinz. Diplomacy, Reiter: Lieutenant v. Boddien, stürzte an der letzten Hürde. Die mit 2500.# eingesetzte Siegerin wurde für 3000./ von Rittmeister v. Schmidt=Pauli gefordert und sofort an Herrn v. Tepper=Laski weiter verkauft. 4) NococoJagd=Rennen. Preis 1000¼¼ Entfernung 3500m. Es liefen zwei Pferde: des Rittmeisters v. d. Osten sechsjähriger brauner Wallach Faustin, 81kg, Reiter: Besitzer, erstes; des Herrn Pitzschke Rococo, 81kg, Reiter: Besitzer, zweites. Nachdem Nococo vor jedem Hindernis stehen geblieben, fiegte Faustin leicht mit zehn Längen. Der mit 4000.4 eingesetzte Sieger wurde nicht gefordert. 5) Pfingst=Jagd=Rennen. Preis 1200c#. Entfernung 4000m. Es liefen vier Pferde: des Lieutenants v. Marschall sechsjähriger Fuchswallach Woodland, 65kg, erstes; des Lieutenants Grafen Kleist Sycomore, 68½kg, zweites; des Lieutenants Frerichs Myrefield, 70kg, drittes. Ganz leicht mit fünf Längen gelandet. Brrosverher ist, natürliches Mineralwasser. Tafel-Getränk Sr. Durchlaucht des Fürsten Bismarck, wie häufig öffentlich nachgewiesen, das beste und eisenfreie Tafelwasser. Verkäuflich in allen Mineralwasser-Handl., Hôtels, Réstaurants etc. Zu beziehen in Partieen ab Birresborn und ab Düsseldorf zu Brunnenpreisen durch B. Meising, Düsseldorf. Statt jeder besonderen Anzeige. Maria Schneider, Carl van Verlobte. Mülheim a. Rhein, Pfingsten 1884. Kathinka Jacob Verlobte. Biugen, Pfingsten 1884. Die Verlovung ihrer Tochter Lina mit Herrn Gymnasiallehrer E. Depenthal zeigen hiermit ergebenst an F. Char, Buchhändler, A. Char, geb. Cleve, den 1. Juni 1884. Cleve erlobte: Lina Char, Ed. Depenthal, Gymnasiallehrer. und Osnabrück, im Juni 1884. Mager, Marie Paul Steus, Verlobt Coblenz, e. Stuttgart, Pfingsten 1884. Albert Krany, Léonie Krantz, geb. Cloot, Verlobte. und 3. Juni 1884. Amby, Düren besonderen Anzeige. Anna Max Rose, Verlobte. Landau, Pfingsten 1884, Köln.* Marie Welle, Adolf Vogelsang, Verlobte. Werl. Paderborn, Pfingsten 1884. Statt jeder besonderen Anzeige. Marie Cruse, Heinrich Huber. Klöekers, Verlöbte. Wettringen und Rheydt, im Juni 1884. Statt besonderer Anzeige. Carl Prinz, Elise Prinz, gev. Prinz, ermählte. Altena, Wächtersbach, den 5. Juni 1884. Peier Shed, K. K. Rittmeister, Anna Scheid, geb. Winterich, mahlte. Neuwied, den 31. Mai 1834. Ein kräftiger Junge. Jos. Flimm und Frau, geb. Roß. Köln, den 30. Mai 1884. 2 Durch die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens wurden hoch erfreut Franz Thedieck und Frau Laura, geb. Gierlings. Hörter, den 31. Mai 1884. Statt jeder sonstigen Anzeige. Dr. Sauerwald und Frau. Oeynhausen, den 2. Juni 1884. Im Namen terbliebenen: der trauernden Hin# Bartho Solger. Köln, ven 1. Juni 1884. (Man lese.) Bochum, 4. Februar 1884. Herrn Apotheker R. in Zürich! Ich bescheinige gerne, daß ich etliche Jahre an heftigen Magenleiden gelitten habe, auch konnte ich vor Schmerzen oft nichts essen und nicht schlafen, fühle mich aber jetzt, nach dem zweimaligen Gebrauch Ihrer Schweizerpillen, sehr wohl und meine Kräfte sowohl wie der Appetit nehmen taglich zu, so daß ich Ihnen nächst Gott nicht genug danken kann. Auch mein kleines Töchterchen litt an Appetitlosigkeit und war sehr mager, nur nach dem Gebrauch einiger Pillen ist es jetzt wohl und munter. Ich erfülle eine Dankespflicht, Ihnen dieses Attest wahrheitsgetreu zukommen zu lassen. Achtungsvoll Frau Joh. Grünewald. Erhältlich à Schachtel J# 1 in den Apotheken. Die Bestandteile sind außen auf jeder Schachtel angegeben. Es hat Gott dem Herrn gefallen, meinen geliebten Mann, unsern teuren Vater und Großvater, den General der Infanterie z. D. v. Rosenberg=Gruszczynski, nach längerem Leiden am 30. d. Mts. abends 11¾ Uhr, in seinem 76. Lebensjahre von uns zu nehmen, was statt jeder besonderen Meldung hierdurch anzeigen die Hinterbliebenen. Bonn, den 31. Mai 1884. Das Begräbnis findet in Berlin, die Ueberführung der Leiche nach dem hiesigen Bahnhofe in aller Stille statt. (Statt besonderer Anzeige). Todes=Anzeige. Tiefgebeugt vom Schmerze bringe ich zur Kenntnis, daß gestern Mittag 12½ Uhr unsere liebe Gattin, Mutter, Tochter und Schwester, Frau Kosa von Giesch, geborene Rosenberg, Inhaberin des Königl. Baier. Verdienstkreuzes für die Jahre 1870—71, des Verdienstkreuzes des Königl. Preuß. Louisen=Ordens, der Kriegsdenkmünze für die Jahre 1870—71 2c.2c., nach längerem, schwerem Leiden, jedoch plötzlich und unerwartet, sanft verschieden ist. Würzburg, den 31. Mai 1884. Der tieftrauernde Gatte: Joseph von Hirsch, für sich, seine vier Söhne und die übrigen Verwandten. Bei beginnenden Gartenarbeiten empfiehlt sich als nützlich: Der praktische Gartenfreund. Ein sehr nützliches Buch für Gärtner und Gartenbesitzer, enthaltend Cultur der Gemüse und BlumenSamenzucht, Obstbaum- und Weinzucht, Erdbeer- und ChampignonCultur. Von Fr. Fahldieck, Obergärtner. Zweite verb. Auflage. Preis 3# NB. Dieses Buch ist unbedingt eines der besten Gartenbücher und enthält das Ganze der Gartenwirtschaft. e Ernst'sche Buchhdlg, Quedlinburg, Haasenstein& Vogler, Köln, Annoncen=Annahme für alle eristirenden Zeitungen der Welt. 9 Papier=Branche. Zur Errichtung eines Paviergeschäftes für den Verkauf von Post=, Schreib=, auch Zeichnen= und ähnlichen feinen Papieren an große Consumenten wird eine in dieser Branche durchaus erfahrene tüchtige und zuverlässige Persönlichkeit gesucht. Solche müßte zugleich eine Einlage als Sicherheit leisten können. Dagegen würde ihr Beteiligung an dem Geschäft, zu dessen größter Ausdehnung die Mittel bereit sind, zugesagt. Ausführliche Offerten mit Referenzen unter 7 A 451 an Haasenstein& Vogler, Berlin SW., erbeten. Gestern verschied nach langen, schweren Leiden unsere gute Gattin und Mutter, die Fran Bergmeister Hüser, Johanna, geb. Schmitz. Brilon, den 1. Juni 1884. Bergmeister Hüser und Kinder. Die, Geburt eines gesunden Sohnes — teiten Freunden und Bekannten mit Adolf Kottenhahn und Frau Marie, geb. Saynerhütte, 2. Juni 1884. Heute m wberer unzeigr. Neute Morgen um 11 Uhr verschied nach längerem Leiden, wiederholt gestärkt, durch die Heilsmittel der römtach Kirche, unsere liebe teuere Schwester, Tante und Großtante " Polger. Die feierlichen Exequien werden gehalten um Mittwoch Morgen um ½10 Uhr, den 4. Juni, in der Pfarrkirche zur heiligen Ursula, und die Veerdigung, wozu hierdurch freundlichst eingeladen wird, findet statt am namlichen Tage, nachmittags um ½5 Uhr, vom Sterbehause Ursulagartenstraße Nr. 18— aus. Noch brennt der Schmerz ob dem herben Verlust einer 10jährigen Tochter und nun stehe ich gar mit 5 Kindern an der Bahre meiner innigst geliebten Frau Auna Maria, geb. Stoffel, Weichen der Herr heute nach kurzem durr Anerzlichem Leiden, vorbereitet burch den Empfang der h. Sterbesacramente im Alter von 40 Jahren, nach 15jähriger überaus glücklicher zu sich abberufen. Verwandten und Bekannten diese Traueranzeige mit der Bitte um stille Teilnahme. Haus Kriel, den 3. Juni 1884. Die Boord:„ G. F. Wolff. " eregrervigung findet statt Mittwoch den 4. Juni. nachmittags ½5 Uhr; die feierlichen Exequien Donnerstag den 5. Juni ½9 Uhr in der Pfarrkirche in Kriel. Todes=Anzeige. Heute Morgen gegen 11 Uhr wurde uns unser innigst geliebter Gatte, Vater, Schwiegersohn und Schwager Kobert Hermann Schurenberg sr. plötzlich in seinem 48. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. .=Gladbach und Crefeld, 1. Juni 1884. Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 3½ Uhr vom Sterbehause Königsstraße 4 aus statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute entriß der unerbittliche Tod nach 14tägigem schmerzvollen Krankenlager uns unsern lieben Fritz Etbebuum, den Schüler der Quarta des hiesigen Gymnasiums, in einem Alter von 11½ Jahren. Er war ein geistig hochbegabtes Kind, die Freude seiner Eltern und Lehrer. Alle, die ihn kannten, liebten ihn. Er ruhe in Gott! Es trauern die Eltern: Dr. Bloebaum, Augenarzt, Auguste Bloebaum, geb. von Delitz, und 3 Geschwister. Coblenz, 1. Juni 1884. Todes=Anzeige. Heute Abend 11 Uhr entschlief sanft und gottergeben infolge eines längeren Magenleidens, gestarkt mit den Heilsmitteln der katholischen Kirche, unsere innigst geliebte Gattin, Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Joseph Kna, geb. Bardenheuer, im Alter von 60 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Eschweiler, den 1. Juni 1884. Rgl. Wurtb. Staatseisenbahnen. Für die Werkstätten der Kgl. Wurtb. Staatseisenbahnen soll der Jahresbedarf von stählernen Kurbelzapfen(182 Stück), Kolbenstangen (69 Stück), Kurbelstangen(11 Stück), Gleitbahnen(10 Stuck), schmiedeisernen Kolbenkörpern und Deckeln (41 und 48 Stück), Spiralfedern (640 Stück) und Gummi=Bufferringen (3300 Stück) angeschafft werden. Das Verzeichnis nebst Lieferungsbedingungen und Zeichnungen kann von dem Secretariat der General= Direction bezogen werden. Lieferungsofferten sind versiegelt und mit der Aufschrift„Werkstätten=Materialien“ versehen bis zum 11. Juni d.., mittags 12 Uhr, bei dem Secretariat der GeneralDirection einzureichen. Stuttgart, den 29. Mai 1884. General=Direction der Staatseisenbahnen, L öhm. Der Termin für Eingabe von Of#ferten auf das Hochreservoir der Wasserversorgung Trier ist bis 10. Juni verlängert. Kostenanschlag und Lastenheft liegen im Bureau Liebfrauenstraße 4, Trier, zur Einsicht auf. H. Gruner, Civ=Jug. 1 Heute starb zu Westhofen nach kurzer Krankheit unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Amalie Bölling im Alter von 34 Jahren. Entfernten Verwandten und Freunden machen wir statt besonderer Meldung diese traurige Anzeige mit der Bitte um stille Teilnahme. Haspe und Haag, den 1. Juni 1884. Carl Bölling. Hermine Kriens, geb. Bölling. Marie Bölling. geb. Kocher. J. E. Kriens und Kinder. Die Beerdigung findet Mittwoch 2 Uhr in Westhofen, 5 Uhr in Haspe statt. Vertäuf einer Besitzung zu Infolge Versetzung steht meine zu Siegburg an der Kaiserstraße gelegene Besitzung, umfassend: A. ein in sehr gutem Zustande befindliches, ganz unterkellertes Wohnhaus mit siebenzehn Räumen, Speicher und Waschküche, ferner Stallung und Remise, Einfahrt, Hofraum und Bering. und B. einen eingefriedigten Obst= und Gemüsegarten mit Anlagen, das Ganze haltend an Fläche 150 Ruten 32 Fuß, zum sofortigen Besitzantritte und unter günstigen Zahlungs=Bedingungen zu verkaufen. Siegburg, den 2. Juni 1884. Brabender, Notar. Todes=Anzeige. Heute entschlief nach längerem Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Neffe Otto Weinhändler zu Godenhaus, gestärkt mit den Heilsmitteln seiner Kirche. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Godenhaus, 1. Juni 1884. Statt jeder besonderen Anzeige. Gestern Abend 8½ Uhr entschlief nach längerem Leiden meine innigst geliebte Frau, unsere teure Mutter und Großmutter Friederike Brockhaus, Gallenkamp, nach vollendetem 70. Jahre und 51jähriger glücklicher Ehe. Im Namen der Hinterbliebenen: Pastor Theodor Brockhaus. Unna, den 2. Juni 1884. Die Beerdigung findet Mittwoch den 4. Juni, nachmittags ½5 Uhr, statt. Eineeinrcheumehr n. Spobilmsabrik in der Nähe einer größeren Stadt wird unter günstigsten Bedingungen zu verkaufen gesucht. Nicht anonyme Offerten unter Lit. G 417 an Rudolf Mosse, Wien I, Seilerstätte 2. 5 Villa bei Köln mit prachtv. Garten, ¾ Morg., zu verkaufen. Preis Thlr. 13000. Franco=Offerten unter F C 21 besorgt die Exped. d. Bl. Geschäfts=Uebertragung. Ein seit vielen Jahren am hiesigen Platze bestehendes Bier=Exportgeschäft und Selterswasser=Fabrik mit solider Kundschaft billig zu übertragen. Fr.=Offerten unter F N32 an die Exnedition d. Bl. Verkauf eines WirtschaftsEtablissements. 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Dalmatien, jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Nähere Auskunft erteilt die commercielle Direction in Triest und die „General-Agentur des Oest.-Ung. Lloyd“ in Wien, Schwarzenbergplatz Neradeutscher Zoydl Postdampfschiffahrten von BREMEN F. Srutschen Montag den 23. Juni, abends: Empfang im Wintergarten. Dienstag den 24. Juni, vormittags 10 Uhr: Erste Sitzung. Vorträge uhr: Festshanfe Vaerker, Director Goldschmidt. NachNachmittags und abends: Concert und Festvorstellung in Krolls Etablissement. 25. Juni, vormittags 10 Uhr: Zweite Sitzung. Vorträge Syndicus Eberty und Prof. Braungardt. Nachmittags 4 Uhr: Mittagessen im Zoologischen Garten. Abends: Eoncerr und Feuerwerk ebendaselbst. Donnerstag den 26. Juni, vormittags 9 Uhr: Ausflug nach Potsdam. Freitag den 27. Juni, vormittags 10 Uhr: Dritte Sitzung. Vortrag des ##xrr. Dr. Gallus und Vereins=Angelegenheiten. Nachmittags 5 Uhr: Sonnabend den 28. Juni; Besichtigung der Berliner Brauereien und der„Versuchs= und Lehr=Anstalt für Brauerei in Berlin“, Invalidenstraße 42. Das Bureau des V. Deutschen Brauertages befindet sich vom 22.—28. Juni im Concerthause, Leipzigerstraße 48. Der Teilnehmerbeitrag ist auf..20 für Herren und+10 für Damen festgesetzt und wird dringend gebeten, die Anmeldungen, recht frühzeitig an den Unterzeichneten gelangen zu lassen. Anmeldungen zur Teilnahme am Festbanket(den 24. Juni) müssen bis spätestens den 10. Juni ebenfalls an den Unterzeichneten, Anmeldungen zum Mittagessen im Zoologischen sarten(den 25. Juni) spätestens am 24. Juni im Bureau, Leipzigerstr. 48, erfolgt sein. Local=Comité des V. Deutschen Brauertages in Berlin. m a g. Der Vorsitzende: Richaro Roesicke, Berlin., Schönhauser=Allee 36/39. In dem in Nr. 144, 1. Blatt, dieser Zeitung verössentlichten Programm sind irrtämlicherweise die Worte:„Nach4 Uhr: Festbanket“ fortgeblieben. Es wird daher hiermit auf dieses, am 24. Juni cr., nachmittags 4 Uhr, stattfindende Festbanket hingewiesen. Hannoversches Pferde-Rennen 1884. Kon. Größr Heridsung von Pferden, Equipagen, SilberEinrichtungen ett. Haupt= U. 2 8 Lose eske 3 Mk. Gewinne im Werte von A. Molling, Geueral=Debit, nach BALTIMORE nd,##n.„jeden Mittwoch, EW-IIAEFANS nach NEW-VORK jeden Mittwoch und Sonnabend, jeden Mi nach NEV-CHLERNS von September bis Mai., monatlich ein- oder zweimal, nach SUD-AMERICA am 10. und 25. jeden Monats. Wegen Passage wende man sich an die Direction des Norddeutschen Lloyd in Bremen oder an deren General-Agenten Hermann Lindemann in Köln, Thurnmarkt 44. W 10000 Kürh, 5000 Mt., 4000 Ml., 7 M00 ME. u HM 1050 wertvolle Gewinne. General= Hannover und die durch Placate erkenntlichen Verkaufsstellen. Mitn den beiden letztent Sresteochugen 4 Juni, ist der Zoologische Garten nebst Singhalesengeöfnet. Avonnesten i 50 Pfg., Kinder 25 Pfg., deren Kinder 25 Pfg,. Entrie. eneltgstellng 3o Bio, „iSchei Garten, Hurwootf. Nur bis zum 4. Juni inel.: 43 Singhalesen, 20 Arbeits=Elephanten und 12 Der Landwirtschaftliche u. Gewerbe— verein des Kreises Wittgenstein feiert sein diesjähriges Tierschaufest am 18. Juni cr. zu Stünzel. Bei dieser Gelegenheit kommen außer frischmilchenden Kühen und Rindern circa 70 bis 80 Bullen, dickfette Ware, im Alter von 2 bis 3 Jahren zum Verkauf. Kauflustige erhalten nähere Auskunft durch den Vorstand des Vereins zu Verleburg. #rembrurn, Semthugipumprn, neue und gebrauchte, kauf= und mietweise. Weidengasse 36. Regatäre Einie zwischen Antwerpen und San Francisco durch Schiffe erster Classe. „Das americaniscye Schiff„Charles Dennis“, Capt. Skilling, 33 A I 1710 Tons Register. Abfahrt Ende Mai. Diesem Schiff folgt das schöne americanische Clipperschiff„Reaper", Capt. Bosworth, 3/3 L II Veritas. 1468 Tons Register. Diese Schiffe nehmen Waren zu Durchfahrten nach Honolulu. Unvorhergesehene Fälle vorvehalten. Wegen Fracht und anderer Auskunft sich zu wenden an John P. 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Vom Belt bis zu des Pheines g. Im deutschen Volk und Vaterland. „Heil Kaiser Dir, so mild und hehr!“ Hoherzollern starke Wehr Hält treue Wacht, vom Fels zum Meer. Heil Kaiser Dir! Mit Liebe schaut, Auf Hohenzollerns Stern vertraut, Dein Heer; und jubelnd tönt sein Ruf: Heil Dem, der Deutschlands Größeschuf. „Heil Kaiser Dir, so mild und hehr!" Der Hohenzollern starke Wehr Hält treue Wacht vom Fels zum Meer. Heil Kaiser Dir! des Reiches Ehr! Ein treues Volk und treues Heer. Wohl fest wie deutsche Eichen steht Die deutsche Treue!— Nie vergeht! „Heil Kaiser Dir, so mild und hehr!" Ein treues Volk, ein treues Heer Hält starke Wacht vom Fels zum Meer. Mayen, 1884. F. Flörken.* T. O. bi. best. s. gr. Sehnsucht D z. s.* Hierbei ein drittes Blatt. Nr. 133.— Drittes Blatt. Stellvertretender verantwortlicher Redackeura Herst. Grieben in Köln. Verleger und Drucker: M. Du Mont, Fug.„ in Köln. Expedition: Breitestraße 76, 78. Agenturen in Deutschland: In allen grösseren Städten Deutschlands: Haasenstein& Vogler, R. Mosse, G.., Daube& Co., Invalidendank. Aachen Th. Naus. Berlin Bernh. Arndt, S. Kornik. Bonn G. Cohon. Bremen E. Schlotte. Coblenz Wilh. Groos. Halle J. Barck& Co. Magdeburg R. Kiess. Mainz D. Frenz, Rauschert& Ssasder Wiochober k. othuris ohachuttns. Aerrristh P Dienstag, 3. Juni 1884. Abonnementspreis: in Köln.4 in Deutschland.4 vierteljährig. Anzeigen 40 Pfg. die Zeile oder deren Raum. Reclamen.50 bis.4 Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmt vorgeschriebenen Tagen wird keine Verantwortlichkeit übernommen. Agenturen in Deutschland: Crefeld Kramer& Baum. Dortmund Fr. Crüwell. Duisburg, Ruhrort, Mülheim R. F. II. Nieten. Düsseldorf D. Schürmann, Schwanenmarkt 20. Elberfeld W. Thienes. Essen.D. Baedeker. Frankfurt M. Jäger'sche Buchh. Hagen G. Butz. Haunover C. Schüssler. Hamburg A. Steiner, William Wilkens. ∆ Der Pariser Salon. II. Das Genrebild nimmt einen so hervorragenden Rang unter den Sendungen des Salons ein, daß wir uns ihm zunächst zuwenden wollen. Wohl wäre noch manche Darstellung des Nackten zu nennen, aber die Mehrzahl der bessern Gemälde gehört schon dem Gebiete des Heiligenbildes an, und die Rundschau unter den an den Felsen geschmiedeten Andromeden, den erwachenden oder badenden Mädchen und andern ähnlichen Actstudien hat keinen Reiz, wie wir uns überhaupt auf eine Blütenlese unter dem ebenso vielseitigen wie ungleichen Inhalte dieser vierunddreißig Säle beschränken. Für die mittlerweile in den Baracken der Tuilerieen eröffneten, 900 Nummern zählende Gemäldeausstellung der unabhängigen Künstler läge diese Auswahl freilich weit bequemer, als für den altangestammten Salon der Champs Elysées; dort begegnet das Auge im günstigsten Falle, wenn man die Sache gewissenhaft, wie Lot die Frage nach der Zahl der Gerechten in Sodom und Gomorrha, auf die Wagschale legen will, kaum zwanzig guten Bildern und noch weniger berannten Namen; dessen ungeachtet dürfte dieser Ausstellung leicht ein echt Pariser Sensationserfolg blühen: am Firnißtage allein führte die Neugierde 30000 Besucher in diese Baracken. Der Belgier Fan pan Beers, in den Rheinlanden nur durch seine excentrische Jugendarbeit„des Volkes Dank oder der Tod van Arteveldes" bekannt ist, lieferte ein kleines wohlgelungenes Portrait des belgischen Componisten Peter Benuit, Meyer=Ball in Brüssel einige dunkelgetonte, kräftig gemalte Studienköpfe aus dem bäuerlichen Leben, und der Spanier Falero ein sonst wohl als Erinnerung an fröhliche Faschingstage zum Schmuck seines Ateliers verwandtes Tamburin mit einer jungen rothaarigen, auf einem Besenstiel nackt zum Blocksberg reitenden Hexe. Den hier vereinten Franzosen ist die Landschaft noch am besten gelungen, von den Historienbildern und Gruppenportraits schweigt man besser. Gegen den Titel der„Zurückgewiesenen des Salons“ protestirt die Gesellschaft mit Recht, denn der größere Teil dieser Erzeugnisse einer von allen Regeln unabhängigen Kunst wurde aus guten Gründen der Jury des Salons gar nicht vorgelegt und Jules Garnier zog es vor, sein des Motivs wegen abgelehntes Gemälde„der Papst amüsirt sich“, das ein treffliches Zugstück gewesen wäre, auf der Avenue de’Opéra allein auszustellen. Das Thema ist allerdings für ein katholisches Land doppelt seltsam gewählt, ein Reigen nackter Frauen tanzt vor dem Papste Alexander Borgia und seinen Kindern Cäsar und Lucretia; in Bezug auf die Technik bezeichnet es einen lobenswerten Fortschritt des talentvollen, nur zu sehr nach Effect haschenden Künstlers, dem diese Lehre hoffentlich für die Zukunft gute Frucht tragen wird. Das Historienbild hat höhere, edlere Ziele, als die Illustration der Skandalchronik früherer Jahrhunderte. Millets Weise, welche zu Lebzeiten des genialen Meisters niemals zu der verdienten Geltung gediehen ist, macht alljährlich mehr Schule. Jeder Salon bringt eine vielseitige Gruppe von ländlichen Genrebildern: bald führen uns die Künstler ideal oder streng realistisch aufgefaßte Einzelfiguren, jeder seiner Richtung entsprechend, vor, bald erzählen sie uns, wie Jules Breton es so wohl versteht, eine ganze Ndvelle in Farben, aber dem landschaftlichen Hintergrunde wird dabei mit geringen Ausnahmen ein sehr bedeutendes Vorrecht zuerteilt. Das Meeresufer liefert den Künstlern nach wie vor Stoff zu Strandidyllen und zu tieftragischen Darstellungen aus dem schweren Kampfe um das tägliche Brot, das Pariser Straßenleben bietet Volkstypen in Fülle und der rege gesellschaftliche Verkehr begünstigt die Blüte des Salon=Genrebildes. Alle diese Gebiete sind diesmal wohl vertreten, sogar das Ausland blieb nicht zurück. Unter den deutschen Genremalern zeichnen sich Kühl und Echtler, Höcker und Harberger, Jakobides und Liebermann, ein gewohnter Gast des Salons, aus. Belgien, Holland und die spanische Colonie in Paris sandten tüchtige Beiträge, nur Englands Kunst ist dürftig, die akademische Ausstellung zu London nahm alle neuen Schöpfungen in Anspruch. Wer von Adrien Moreau nur das Menuett aus Schultes Kunstjalon kennt, würde ihm kaum seine beiden jüngsten durchaus verschiedenartigen Arbeiten zuerkennen; die Technik ist freier und die Motive sind weniger einseitig. Schon bei„der Fähre“ mischt sich allerlei Landvolk, ein Geflügelhändler mit seinem gefüllten Korbe gleich im Vordergrunde, unter die am Ufer harrende vornehme Gesellschaft aus dem nächsten Schlosse, und sein„Abend“ ist nun gar einer andern Lebenssphäre entlehnt. Auf einem Felsen inmitten einer weiten, von den ersten abendlichen Schatten überhauchten Landschaft sitzt eine junge Bäuerin im schmucklosen blauen Linnenkleide, ein Tuch um den Kopf, barfuß und eine schwanke Gerte in der Hand. Hinter ihr schimmert der Horizont in dem lichten rosig=bläulichen Nachglanze des Sonnenunterganges, die neckischen dunkeln Löckchen über der freien Stirn flattern im Abendwinde, es wird Zeit zur Heimkehr, doch das Mädchen hat alles in Träumerei vergessen, lässig ruht der Hirtenstab in ihrer Hand und die Stille fesselt sie ebensosehr, wie sie selbst den Beschauer. Die anmutige Hirtin Vaysons hängt„im Frühling“ merkwürdig trüben Gedanken nach. Ihr Blick ist lebensmüde und ihr Mund hat kein Schmeichelwort für den vor ihr kauernden und iyr mit rührender Zärtlichkeit die Hand leckenden zottigen schwarzen Schäferhund. Vor iyr weiden die Schafe unter blühenden Obstbäumen, hinter ihr versucht ein Lamm die Knospen eines niedrigen Strauches zu vernichten, weder Hund noch Herrin merken es. Die junge burgundische Bäuerin, welche Aimé Perret uns vorführt, ist dagegen ein lebensprühendes, zu Scherz und Lustbarkeit aufgelegtes Mädchen, wenn sie auch im Augenblicke grade still auf einem Felsen im Felde sitzt. Es ist Sonntag, sie trägt den originell geformten Kopfputz der Burgunderinnen, das rote mit Stickereien reich verzierte Mieder, weiße Strümpfe und derbe Schuhe; neben ihr steht halb vergessen das Körbchen mit Gemüse, sie genießt Feiertagsruhe und Blütenduft, wie Armand Sylvestres Geoicht erläutert, und fröhliche Gedanken umgankeln sie, denn ein schelmisches Lächeln ruht auf ihren frischen Lippen. Ob Feyen=Perrin mit seiner„Armorica“ die Bretagne zu verkörpern gedachte, oder ob er nur eine anmutige Tochter jenes malerischen Landes mit diesem Ehrennamen taufte, bleibt unentschieden, jedenfalls aber verdient das Gemälde lebhaften Beifall. Etwas zart und duftig für ein Kind des Strandes ruht sie auf den rechten Ellensogen gestützt auf dem Sande und blickt dem Beschauer entgegen, während sich alle ihre bisher genannten Genossinnen nur im Profile zeigten. Um den zierlichen Kopf ist ein weißes Tuch geschlungen, ein tiefrotes Tuch bedeckt die Büste und die blaue Schürze gibt den dritten Ton dazu. Tiefpoetisch wie der Ausdruck der Zage ist auch der von rosigen Tinten überhauchte Hintergrund, die Düne, der Himmel und das Meer, von welchem sich die Ruhende deutlich abhebr. La Boulayes alte, behaglich ihre Mittagssuppe aus dem braunen irdenen Topfe essende Bäuerin hat sich dazu den Platz am Fenster ausgesucht, durch dessen kleine Scheiben der Blick hinaus ins Grüne schweift. Gönnen wir auch Rolls unmittelbar dem Pariser Straßenteben entlehnten Gestalten, dem Cement=Arbeiter in seinem weißen, bestäubten Arbeiterkittel, und der Gemüsehändlerin mit ihrem Korbe am Arme einen kurzen Moment. Beide Typen sind dem vielseitigen Künstler sehr charakteristisch gelungen, das müde, staubgeblendete Auge des Mannes und der Ausdruck rastloser Thätigkeit bei der Frau sind durchaus natürlch. Suchend wandert das Auge umher— hat uns denn Jules Breton, der Dichter und der Maler zugleich, in diesem Jahre nichts beschert? Er hat uns nicht vergessen. Drüben nahen paarweise, anmutig wie der junge Lenz, der Flur und Landschaft zu ihrem Ehrentage mit Blüten übersäte, seine Communicantinnen aus dem Dorfe; sie wandern zu der kleinen Kirche mit dem schmucklosen Glockenturm, dessen Geläute bis zu ihnen herübertönt. Von weither haben sie sich zusammengefunden, schon ist der Zug halb vorüber, nur ein junges Mädchen blieb zurück, die auf der Schwelle ihres Hauses harrenden Großeltern zu begrüßen und ihren Segen mitzunehmen. Sie hat den Schleier zurückgeschlagen und lauscht den Worten der auf den Stock gestützten armen Alten, der Großvater streckt ihr die Hand entgegen und die Mutter, eine sorgenvoll aussehende Frau mit einem Knaben, steht wartend daneben. Flieder und Goldlack blühen in dem kleinen Garten, die Obstbäume heben sich hell von dem lichten Frühlingshimmel ab und die dunkeln Dächer der einfachen Häuser, an denen die weißgekleidete Schar vorüberpilgert, liefern die einzige dunkle Note zu dieser Symphonie von Licht und Sonnenschein, Feiertagsstimmung und kindlicher Unschuld. Bretons zweites, gleichfalls von selbstgedichteten Strophen begleitetes Bild, ist weit einfacher als Composition: ein Bursche arbeitet im Schnee und hält in seinem Schaffen ein, um mit einem jungen Mädchen einen fröhlichen Gruß auszutauschen. Der rosige Schein des Sonnenuntergangs überglüht die weite schneebedeckte Ebene und das junge Paar im Vordergrunde. Die schönen Gemälde sind bereits im Privatbesitze. Chermitte läßt seinen vielgefeierten, vom Staate für die Galerie des Luxembourgpalastes erworbenen Schnittern diesmal Winzer nachfolgen. Hauptfiguren sind eine stattliche dunkelhaarige Frau und ein am Boden sitzender, Trauben essender Knabe. Sie hat ihm den vollen Korb zur Auswahl geboten und freut sich, einen Königliche. Agerichtr zu Bochum. In unser Firmen=Register ist unter Nr. 922 die Firma „Ww. I. Bünner" und als deren Inhaber die Handelsfrau Ww. Ignatz Bünner zu Ueckendorf am 28. tragen. Mai 1884 eingeHandels==gegister des Königliche„Iogrrichtr In unser Firmen=Register ist unter Nr. 923 die Firma „Aug. Hackert" und als deren Inhaber der Zimmermeister u. Ziegeleibesitzer August Hackert zu Hofstede am 28. Mai 1884 eingetragen. Moment Rast haltend, über das stille Behagen des Kleinen. Ein sonniges Lächeln verklärt ihre ansprechenden Züge. Vor und hinter ihr, rechts und links schimmert das Weinlaub in den bunten Farben des Herbstes, dunkle Trauben lugen dazwischen hervor und die beiden Alten arbeiten eifrig, im Geiste wohl schon nach Bauernart den Gewinn überrechnend. Das alte Schloß Adans kennen wir bereits; auf seiner hohen schattigen Terrasse harrte im vorigen Jahre das Schloßfräulein des Geliebten, jetzt jätet ein altes Weib das Unkraut auf dem breiten Wege unterhalb der Rampe. Die friedliche Stimmung wird bei dem zweiten Bilde„Die Verlassene“ zur wehmütigen: ein Dorfgretchen wandert mit seinem Kinde und seinem Bündel einsam einer unbekannten Ferne zu. Ohne das Interesse an der Landschaft würde das Gemälde freilich arm erscheinen. Die Gänsehirtin des Italieners de Nittis, eine alte Frau, rüstet sich bei rasch emporsteigendem Gewitter mit ihren Schützlingen zur Heimkehr. Ein nebelartiger bläulicher Ton beeinträchtigt stark die Wirkung der ebenso einfachen wie anmutigen Composition. Welcher Abstand zwischen allen diesen mehr oder weniger lichtliebenden Künstlern und Ribot, dessen Palette alles Dunkel der ältern Kunst, Riberas Schwarz und Rembrandts Goldbraun auf seiner Palette vereint. Schön ist sein altes, über der Lectüre in alten„Pergamenten“ halb eingeschlummertes Weib in dem Figur und Kopf umhüllenden, nur Gesicht und Hände freilassenden kuttenartigen Mantel wahrlich nicht, derb, fast summarisch scheint alles gemalt, sowohl das Gewand wie die Fleischteile, und dessen ungeachtet bleibt man unwillkürlich gefesselt davor stehen, denn die kleine Leinwand bedingte einen Schatz von Fleiß und Ausdauer, von Studium und von Wissen, um zu solcher Vollendung zu gedeihen. Der Elsässer Schützenberger vertritt noch Gleyres ältere Weise; bei seinen„Fischern vom Rheinufer“ sind die Gestalten Handels=Register des gut gezeichnet und kräftig getont und der Hintergrund mit seinen tiefhängenden Uferweiden umrahmt sie mild und harmonisch. Ver= Hänig'ichen Amtsgeri# geblich sucht man ein Gemälde von Gustav Jundt im Kreise, von dem sinnigen Elsässer, der mit lichten Tönen so liebliche Idylle aus seiner Heimat zu berichten wußte. Mitte Mai haben ihn die Freunde zur letzten Ruhestätte geleitet und er hatte vorher keinen Beitrag zum Salon gesandt, wo seine Schöpfungen Licht und Poesie auszustrahlen pflegten. Die Meeresküste und ihre Bewohner besitzen gleichfalls einen Kreis von getreuen Paladinen, welche in der guten Jahreszeit dort Sommerfrische halten und mit gefüllter Studienmappe wieder in die Winterquartiere heimkehren, um das Gesehene zu Nutz und Frommen von weniger glücklichen Sterblichen auf die Leinwand zu fesseln. Da zeigt uns Haquette einen vom gesegneten Fange bei hochgehender See heimkehrenden Fischernachen, dessen Insassen bei der Vorüberfahrt an dem steilen, von einem weithin sichtbaren Kreuze gekrönten Felsen dankbar das Haupt entblößen und ein Vaterunser sprechen, um uns weiter eine Taufe in einem dieser einfachen Stranddörfer vorzuführen. Der Vater, ein sonngebräunter Seemann, schreitet zwischen der Patin mit dem neuen Weltbürger und der alten Großmutter im roten Kaputzenmantel über den Friedhof, stolz und fröhlich seiner Armut zum Trotze; hinter ihm folgt ein jüngeres Paar, auf der niedern Kirchhofsmauer sitzt ein kleines Mädchen mit einem Kinde und sieht dem Zuge mit großen Augen nach. Das „Alarmsignal“ Hagbergs, die Ausrüstung der Rettungsboote, behandelt ein ähnliches Motiv wie Jordans„Schiffbruch in der Normandie“, klagend umringen Kinder und Frauen die Männer, es hilft nichts; die Pflicht ruft. Sein nordischer Landsmann, der auch im Kölner Museum vertretene Smith=Hald, glänzt durch zwei wunderbar stimmungsvolle Pendants,„Das alte Netz" und„Morgen am Christiansfjord“. Ein ernstes, hübsches Fischermädchen flickt das Netz langsam Masche um Masche auf einsamer Düne, ihre Genossin auf dem zweiten Bilde wirft, auf der schmalen Landungsbrücke stehend, geduldig Angel um Angel aus, obgleich die Ernte ziemlich dürftig bleibt; ein Knabe ist ihr einziger Genosse, auch er fischt wie zum Spiele. Der Holländer Israels kennt für seine Gemälde kein Herzensglück und keinen Sonnenschein, sein alter Fischer, der„im Kampfe um das Dasein" bis zum Knie im Wasser steht und den Wogen seine Nahrung mühselig abringt, ist dessen ungeachtet eine meisterliche Leistung, und über seiner„Heimkehr“, ein armes Weib kommt mit den beiden Kindern müde heim vom Tagewerke, ruht sogar ein etwas hellerer Ton als gewöhnlich. Frau Demant=Breton einer hat schon weit Besseres als ihre„Ruhe“ geschaffen, weder das Netze strickende junge Weib noch der neben ihr lang hingestreckt auf dem Sande liegende und mit dem Kinde spielende Mann sind in Ausdruck und Haltung so natürlich, wie man es bei dieser Künstlerin gewohnt ist. Die Pendants Feyens,„Abfahrt zum Fischfange" und „Das Weib des Seemanns“, könnten wohl auch das Frauenlos am Strande heißen; hier begleiten sie die Scheidenden schweren Herzens bis hinab an die Boote, dort sucht ein armes Weib den Mann im Wirtshause, um ihn zur Heimkehr zu bewegen. Das Rauschen der Wogen singt ihnen kein Lied von Lebensfreude und Genuß, weit eher von Weh und Trauer. Der Genremaler und der Novellist arbeiten einander Tag fur Tag entgegen, bald gibt der eine, bald der andere dem Genossen Ton und Stimmung an, und in dieser Hinsicht sind alle Nationen gleichgesinnt. Unsere deutschen Künstler verstehen es ganz prächtig, mit ihrem Pinsel fröhliche oder ernste Geschichten zu erzählen. Mit Echtler besuchen wir ein lauschiges Eckchen seitwärts vom Markusplatze zu Venedig, um vor dem farbenfrischen Bilde in der Rückerinnerung an vergangene schöne Tage zu schwelgen. Auf den Steinbänken unter dem Säulengange der Procuratien hat sich eine bunte Gruppe von Mädchen und Kindern zusammengefunden; eine schelmische Brünette streut den Tauben Futter und weiß sich kaum vor der zudringlichen Schar der ihr bis auf den Schoß und die Schultern flatternden Tiere zu retten, sodaß sie lachend den roten Fächer zur Abwehr vor das Gesicht hält. Eine dunkeläugige Genossin und ein auf der Bank stehendes kleines Mädchen sehen neugierig zu den sich auf dem Boden drängenden Tauben herab und die ganze Umgebung nimmt Teil an der Freude dieser gefiederten Lieblinge des Volkes.„Erinnerung an Venedig“ nennt Echtler bezeichnend sein Gemälde aus der Lagunenstadt. Der Münchner Kühl holte sich den Stoff für seine beiden Arbeiten auf Hollands für die Kunst geheiligtem Boden. Zwei von dem Scheine des rotglühenden Eisens scharf beleuchtete halbnackte Arbeiter stehen in seinem„Hammerwerke in Holland“ vor dem Amboß; tief hängen die Balken von der niedrigen Decke herab, die Wände sind zeitgebräunt und ein malerisches Durcheinander von Gerätschaften, Handwerkszeug und halbvollendeten Arbeiten gruppirt sich rings umher. Das Ganze ist kräftig im Tone und wohlberechnet in den Lichteffecten. Einfach und schmucklos ist die Stube, welche seine„Waisen beherbergt. Vier ganz junge Mädchen in der überEben erschien: und Ein evangelisches Zeugniß zum I. Zur Orientirung. II. Randglossen zu der pastoralen Protesterklärung wider Professor Bender, von einem Laien, mit Zusätzen von einem Theologen. III. Kritische Gänge und Resultat. Preis 1 Mark 20 Pfg. Besonderes Interesse dürfte die Schrift schon durch die originelle Entstehung erwecken, bei der ein Laie und ein Theologe sich zu gemeinsamer Arbeit die Hand gereicht haben. In leidenschaftsloser, würdig=ernster und milder Sprache will sie nach beiden Seiten Klärung und besonnene Würdigung bewirken. Da beide Verfasser auf durchaus positiv=christlichem Standpuncte stehen, so ist es doppelt bedeutsam, daß sie in das Verdammungsurteil über Professor Bender nicht einstimmen, sondern in gründlicher, sach= und schriftkundiger Erörterung nachweisen, inwiefern derselbe nicht nur Hauptzeugnisse der Schrift, sondern auch anerkannt „gläubige“ und orthodoxe Autoritäten wie„Tholuck, Kahnis, Beck, Kitzsch, Meyer u..“ auf seiner Seite hat. Da endlich die ganze Frage in ihrer Bedeutung für den gesamten Protestantismus erfaßt und ohne Parteifärbung von den höchsten Gesichtsnuncten aus behandelt wird, so darf die Schrift auf eine über das gewöhnliche Interesse und den ephemeren Eindruck weit hinausgehende Würdigung rechnen. Verlag von Max Cohen& Sohn in Bonn. Handels=Register des Königliche IIogerichts zu Bochum. In unser Firmen=Register ist unter Nr. 924 die Firma „W. Pellmann" und als deren Inhaber der Glasund Tapetenhändler Wilhelm Pellmann zu Gelsenkirchen am 28. Mai 1884 eingetragen. Handels=Register Königlichenumtsgerichts zu Bochum. Unter Nr. 379 des GesellschaftsRegisters ist die am 1. Mai 1884 unter der Firma„L. Röttgen& Cie.“ errichtete offene Handels=Gesellschaft zu Wattenscheid am 28. Mai 1884 eingetragen, und sind als Gesellschafter vermerkt: 1) der Kaufmann Leeser Röttgen zu Wattenscheid, 2) der Kaufmann Nathan Röttgen zu Wattenscheid. in Holland“ veherbe##. Vier ganz junge Mädchen in der überwiegend aus rotem Tuche bestehenden Tracht des Amsterdamer Waisenhauses sitzen fleißig nähend zusammen, nur eine hebt den Kopf und blickt dem Beschauer in das Auge, durch das Fenster sieht man rote Ziegeldächer hineinleuchten, eine der Arbeiterinnen hält sogar ein Stück roten Zeuges auf dem Schoße, nur die Katze spielt auf dem Fußboden mit einem dunklen Knäuel, und doch wirken alle diese ähnlichen Töne harmonisch zusammen. Die niedlichen holländischen Kinder Paul Höckers werden bei den Besuchern des Münchener Glaspalastes gewiß noch in gutem Andenken stehen, das Einzelbild der kleinen Seeländerin mit Ohreisen und Spitzenhäubchen war sogar von der bairischen Regierung für die neue Pinakothek angekauft. Jetzt kehren dieselben kleinen Schwestern, Hand in Hand durch das wogende Kornfeld schreitend, als„Erinnerung an Seeland“ wieder. Der kleine dunkelgehaltene Bauernkopf Harburgers zeugt von hohem Fleiße in der Behandlung der Einzelheiten und Jakobides„böser Enkel“ reiht sich den Lacherfolgen des Salons an. Großvater und Kind verziehen das Gesicht unendlich komisch, der Kleine schreit mit weit offenem Munde und wirft sich voller Trotz rücküber und der Alte kneift vor Schmerz die Augen zu, weil der ungeberdige Pflegling ihn mit aller Kraft an dem Backenbarte zaust. Vor Liebermanns Darstellung eines volksbeliebten Biergartens in München hört man immer wieder die staunende Frage, ob das denn Münchener Art sei, man habe sich die Sache ganz anders gedacht. Keck und frisch hat Liebermann seine bunten Gruppen der Wirklichkeit entlehnt, viele Kinder und viel Unruhe gehören ja zu der Charakteristik eines solchen Biergartens in Baiern. Kunst und Literatur. * Die Verlagshandlung Sigm. Bensinger in Wien, deren unlängst abgeschlossene illustrirte Ausgabe von Körners Werken allgemeine Anerkennung gefunden, hat nun eine ähnliche illustrirte Prachtausgabe von Lenaus Werken veranstaltet. Heinrich Laube hat die Text=Redaction übernommen und wird als Bestandteil dieser Ausgabe eine eingehende Lebensbeschreibung des Dichters liefern. Die Illustrationen in den bis jetzt vorliegenden Lieferungen bekunden einen feinen Geschmack und Tact bei Auswahl der Scenen sowie ein verständnisvolles Eindringen in die eigenartige Lenausche Poesie der Schwermut und Entsagung. Schöne Kopfleisten und Schlußvignetten tragen ebenfalls zur Erhöhung des künstlerischen Schmuckes wesentlich bei. Handels=Register des Königlichen Amtsgerichts zu Bochum. In unser Firmen=Register ist unter Nr. 915 die Firma „W. H. Küppers“ und als deren Inhaber der Destillateur Wilhelm Heinrich Küppers zu Schalke am 26. Mai 1884 eingetragen. Handels=Register des zu Bochum. In unserm Gesellschafts=Register ist zu Nr. 374, betreffend die Handels= Gesellschaft Schepperheyn& Wiese zu Bochum, zufolge Verfügung vom 26. Mai curr. am folgenden Tage nachstehende Eintragung bewirkt: „Der bisherige Gesellschafter Uhrmacher Georg Bösche zu Bochum ist aus der Gesellschaft ausgeschieden; der Uhrmacher Hermann Bösche ist in dieselbe als Gesellschafter eingetreten.“ Zsnizlichen Peaute. Koniglichen Amtsgerichts zu Bochum. In unserm Gesellschafts=Register ist zu Nr. 147, betreffend die ActienGesellschaft Glas= und SpiegelManufactur zu Schalke bei Gelsenkirchen, zufolge Verfügung vom 24. Mai curr, am 27. Mai nachstehende Eintragung bewirkt: Durch Beschluß der GeneralVersammlung vom 2. April 1884 ist unter entsprechender Abänderung der§§. 2 und 3 des Statuts das Actien=Capital auf 1 200 000.4 festgesetzt; dasselbe besteht aus 900·000.K in alten von 400# weiter auf je 150. reducirten und nunmehr auf Namen lautenden Actien und aus 300 000.A in neuen ebenfalls auf Namen lautenden Actien über je 150.4 In derselben General=Versammlung hat auch der§. 6 des Statuts eine Aenderung erlitten. Der jetzige Wortlaut der geänderten§§. 2, 3 und 6 des Statuts ist zu ersehen Bd. III, Bl. 1 der Beilage=Acten.“ Handels=Register des Königlichen Amtsgerichts zu Duisburg. Die unter Nr. 417 des Firmen=Registers eingetragene Firma Th. Erkamp(Firmeninhaber Kaufmann Theodor Erkamp, früher zu Duisburg) ist gelöscht am 28. Mai 1884. Bilanz pr. Geschäftsjahr 188384. Activa. Abschreibung: Zugang: Immobilien 44 885,— 44—— „ 6471,54„7891,79 Vorräte..:..:...“. Wbe6t.. 65.36 Debitoren Cassa Passiva. 159543 19 erl. 132 000 12000 4474 4 195 6600 273 159543 + 30.— 60 31 28 19 vom Gegen Coupon Nr. 8 kann die Dividende pro 1883/8, ulli+ 1. October a. c. ab an unserer Gesellschafts=Casse in Empjang genommen. werden. Der Aufsichtsrat besteht aus den Herten Jul. Hollender und Arn. Patzmann zu Ruhrort und I. F. Schürmann zu Dornap und Aug. Kampf zu Ruhrort. 6% Gerdt bei Homberg am Rhein, den 31. Mai 1884. Gerdter Dampf= und Ringofenziegelei. Bekanntmachung. Behufs Ausführung von Zimmer=, Schmiede=, Tischler=, Pflaster= und Eisengußarbeiten nebst Lieferung der erforderlichen Materialien zur Wiederherstellung des Magazins Nr. 11 ist auf Mittwochden 4. Juni 1884, vormittags 10 Uhr, im diesseitigen Bureau, Severinstraße Nr. 228, ein öffentlicher Termin angesetzt worden, wozu Unternehmer zur Abgabe von Offerten hierdurch aufgefordert werden. Bedingungen, Zeichnungen und Kosten=Anschläge liegen ebendaselbst zur Einsicht aus. Köln, den 24. Mai 1884. Königliches Proviant=Amt. Submission auf Lieferung von Oberbaumaterialien 3050t Stahlschienen, Cal. V, 3240t fluß= oder schmiedeeiserne Querschwellen, 192t dergleichen Weichenschwellen, 611t Seitenlaschen, 52t Laschenschrauben, 101t Hakenschrauben, 333000 Stück Klemmplatten, 2984000 Stück Sprungringe. Termin am 14. Juni 1884, vormittags 9 Uhr, im Materialien= Bureau. Die Offerten sind versiegelt,portound gebührenfrei spätestens zum oben angegebenen Termine an das Materialien=Bureau, Trankgasse Nr. 49, einzureichen. Die Bedingungen können gegen Erstattung von 1,00 Mark in Bar oder in Briefmarken von dem Materialien=Bureau bezogen werden. Köln, den 27. Mai 1884. Königliche Eisenbahn=Direction (linksrheinische). Register des KoniglichenAmtsgerichts zu Bochum. In unser Firmen=Register ist unter Nr. 916 die Firma „W. Heitkamp" und als deren Inhaber der Bäcker und Winkelier Wilhelm Scharpwinkel, gt. Heitkamp, zu Dorneburg bei Eickel am 26. Mai 1884 eingetragen. Handels=Register des Rroniglichenumtsgerichts zu Bochum. mn. O5 Firmen=Register ist unter ver. Autadie Firma „Cyrisrian Gelhausen Nachfolger“. Zudie P, deren Inhaber Fräulein Sachmann zu Gelsenkirchen am 26. Mai 1884 eingetragen. Handels=Register des RoniglichenAmtsgerichts zu Bochum. „In unser Firmen=Register ist unter Nr. 918 die Firma Herner Eisenhütte 18 5# W. Albring und als veren Inhaber der Fabrikbesitzer Wilhelm Albring zu Herne am 26. Mai 1884 eingetragen. Handels=Register des RoniglichenAmisgerichts zu Bochum. n. 910 Die Firmeg.ester ise uue als Feren Dempewolf“ Inhaber der KaufDempewolf zu Schalke arn 26. Mai 1884 eingetragen. -Register des erdniglichenAmtsgerichts zu Bochum. In unser Firmen=Register ist unter Nr. 920 die Firma. „Carl Breuer" und als deren Inhaber Herr Carl Breuer zu Bochum am 27. Mai 1884 eingetragen. Jnievr„chister des Koniglichen Amtsgerichts zu Bochum. In unser Firmen=Register ist unter Nr. 921 die Firma „Heinrich Schwarze“ und als deren Inhaber der Bäcker und Specereihändler Heinrich Schwarze zu Dorneburg bei Eickel am 27. Mai 1884 eingetragen. Holkk Hrrauuft Ein kleines Hotel ersten Ranges in einer Kreisstadt ist per sofort oder 1. September unter günstigen Zai lungs=Bedingungen zu verkaufen. Bewerber wollen ihre Fr.=Off. unter 2 W 89 an d. Exp. d. Bl. einsend.“ Ehmerich. In unserem Firmen=Register sind zufolge heutiger Verfügung gelöscht: Unter Nr. 154 die Firma M. Braumann. Unter Nr. 169 die Firma F. H. Linden. Im Procuren=Register sind gelöscht die noch für die erloschene Firma Ohlendorff& Comp. eingetragenen Procuren unter Nr. 114 des Kaufmannes Wilhelm Spaarmann, unter Nr. 126 des Max Wettstein und des Friedrich Spaarmann. Emmerich, 29. Mai 1884. Königliches Amtsgericht. Zufglge Uebereinkunft ist die zu .=Gladbach unter der Firma .=Gladbacher Maschinen= u. Dampfkessel=Armaturenfabrik Huck& Wehle bestehende Handels= Gesellschaft am 1. Mai d. J. aufgelöst worden, das Handels=Geschäft mit allen Activen und Passiven und der Firmen=Berechtigung auf den bisherigen Gesellschafter Kaufmann Paul Otto Wehle zu.=Gladbachübergegangen, welcher dasselbe für seine alleinige Rechnung unter der bisherigen Firma.=Gladbacher Maschinen= und DampfkesselArmaturenfabrik Huck& Wehle zu .=Gladbach fortführt. Dieses wurde heute unter Nr. 1181 des Gesellschafts= und Nr. 1992 des Firmen=Registers eingetragen. .=Gladbach, den 28. Mai 1884. Königliches Amtsgericht, Abteilung I. Handels=Register des Königrichen Amtsgerichts zu Siegen. In das Firmen=Register ist unter Nr. 460 die Firma „Robert Ax“, mit dem Sitze zu Siegen, und als deren Inhaber der Kaufmann Robert Ax zu Siegen am 28. Mai 1884 eingetragen. Handels=Register des Königlichen Amtsgerichts zu Siegen. In das Firmen=Register ist unte Nr. 461 die Firma Frettlöh“, mit dem Sitze zu Freudenberg, und als deren Inhaber der Kaufmann Carl Frettlöh zu Freudenberg am 2. Mai 1884 eingetragen. In das Gesellschafts=Register des Dunterzeichneten Gerichts ist unter Nr. 65 heute folgende Eintragung erfolgt; Col. 2. Firma: Heinrich Momberger& Co. Col. 3. Sitz der Gesellschaft: Wetzlar. Col. 4. Rechtsverhältnisse der Gesellschaft: Die Gesellschafter sind: Kaufleute Heinrich Momberger und Philipp Nöder zu Wetzlar. Die Gesellschaft hat am 23. Mai 1884 begonnen. Wetzlar, den 24. Mai 1884. Königliches Amtsgericht. Ein 6 Morgen großes bei Siegburg gelegenes Thonfeld, aufgeschlossen, v. beträchtlicher Mächtigkeit(20 bis 22 Fuß) und bester Qualität ist zu verkaufen. Franco=Offerten u. C B 145 an die Exped. d. Bl. Königliches Eisenbahn=Betriebs=Amt Köln(rechtsrheinisches). Neubau Siegburg=Ründeroth. Die Arbeiten und Lieferungen exel. der Maurermaterialien zur Herstellung eines Locomotivschuppens auf Bahnhof Siegburg sollen im Wege öffentlicher Submission verdungen werden. Zeichnungen, Kostenanschlag und Bedingungen können auf dem Abteilungsbureau hierselbst eingesehen werden. Das zu benutzende Submissionsformular ist gegen frankirte Einsendung von 50 Pfg. von dem Unterzeichneten zu beziehen; portofreie, mit entsprechender Aufschrift versehene versiegelte Offerten sind bis zum 10. Juni, vormittags 11½ Uhr, mit Attesten über Leistungsfähigkeit 2c. demselben einzureichen. Siegburg, den 29. Mai 1884. Der Königliche EisenbahnBau=Inspector, Altstaedt. Die Lieferung von ctrca 45chm OKiefernholz zu Brückenbalken und 850gm Eichenbohlen soll vergeben werden. Die Bedingungen können bei unserem Bureau=Vorsteher eingesehen oder gegen##.0,75 Copialgebühren von uns bezogen werden. Offerten mit ensprechender Aufschrift sind bis zum 12. Juni cr., vormittags 11 Uhr, frankirt einzusenden, zu welcher Zeit die Eröffnung stattfinden wird. Wesel, den 29. Mai 1884. Königliches Eisenbahn=Betriebs=Amt. Bekanntmachung. Die Lieferung von Basaltkleinschlag und Basaltkopfsteinen für verschiedene Provincialstraßenstrecken in den Kreisen Rees, Cleve, Geldern und Mörs soll für den 5jährigen Zeitraum von 1884—1888 incl. im Wege der schriftlichen Submission verdungen werden und ist hierzu Termin auf Mittwoch den 18. Juni 1884, vormittags 11 Uhr, in meinem Bureau(Ritterstraße) hierselbst anberaumt. Offerten mit der Aufschrift:„Lieferung von Basaltkleinschlag und Basaltkopfsteinen“ sind bis dahin versiegelt und portofrei einzusenden. Die Bedingungen 2c. können in meiner Amtsstube eingesehen oder auf frankirte Anforderung unter Nachnahme der Copialien von 1 Mk. bezogen werden. Auch werden dieselben im Termine bekannt gemacht. Wesel, den 31. Mai 1884. Der ständische Wegebau=Inspector, Becherer. großes herrsch. 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