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Nr. 45.

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Mittag=Ausgabe.

Reichstags=Verhanolungen.

Berlin, 21. Fedr.

(Fortsetzung aus der gestrigen Abend=Ausgade.) Reichtkanzler Fürst zu Hohenlobe(fortfahrend): Der Vorredner meinte,

Bestimmungen gewissermaßen einen immerwährenden Belagerungszustand darsielen. Davon kann nicht die Rede sein: sie gelten nur für außerordentliche Zustande. Daß solche Instände eintreten können, wird Niemand leuanen. Elsaß­Lotbringen ist Grenzland. Unsere Nachbarn sind erreabar. Die Bevölkerung stebt noch in vielen Orten in Beziebung zu idren früheren Landsleuten. Es ist immer­hin möglich, daß sie bei im Nachbarlande eintretenden Erschütterungen nicht unde­

rührt bleibt. Allerdings sind unsere Bezi=tungen zu der franzosischen Reoierung die dankdar besten(Hört! hört!), und auch die Stimmu### eine freundliche, aber

eine Lewöhr für die Dauer dieser Stimmung ist nicht gegeben. Deehald müssen wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Wir dürsen nicht die Mittel aus der Hand geben, deren wir zur Sicherung unseres Besitzes bedürfen. Wir haben Elsaßz­Lotk ringen erworben, nicht durch Volksabstimmung, sondern durch Waffengewalt. und wir wollen das wiedererworbene Land behalten. Das ist unser Recht. (Beisall.)

hg. Riff(freis. Vg.): Der Dielaturparagraph laste wie ein Ald auf der Verölktrung. Die Negierung habe keinerlei stichbaltige Gründe angeführt. Redner

müsse sich entschieden dagegen verwahren, daß einem Theile der elsässischen Bevöl­terung mangelnder Patriotismus und mangelnde Loyalität unterstellt werde: die Regierungsfreundlichteit sei bierfür weber der einzige noch der richtige Gradmesser. Anderseits könne man den Elsaß=Lothringern nicht verdenken, wenn sie die Zu­kunft des Landes nicht auf eine Person, wenn sie auch noch so hochherzig ist, gestell: wissen wollen. Die Regierung unterschätze das Gefübl der Demüthigung in Reichslanden.

Abg. Hauß(fractionslos) meint, auch die jüngere Generation ist vervittert durch die politischen Zustände. Die elsässischen Abgeordueten ständen, ve# und ganz auf dem Boden der Verfassung. Redner erinnert an den Daulerlaß des Kaisers nach seiner letzten Anwesenheit. Wenn die Regierung zu der reichslän­dischen Vevölkerung Vertrauen habe, werde diese es auch zu ihr haben.

Abg. Prinz zu Hohenlohe(fractionslos) leat seinen Standpunkt zu der vorliegenden Frage dar. Er siehe auf dem Boden jener Erklärung, worin gesagt wird, daß das Bestreben der Abzeordneten darauf gerichtet sein solle, lediglich eine Gleichstellung Elsaß=Lothringens mit den übrigen Bundesstaaten herbeizuführen. Auch der Dictaturparagraph sollte in Wegfall kommen unter der Bedingung, daß der Negierung eine Waffe gelassen wird gegen innere und äußere Störungen. We steht aber in dem Antrage etwas von einer solchen Waffe?. Gewiß ist für großen Theil der Bevölterung Elsaß=Lothringens der Dictaturparagraph nicht noth­wendig; sie ist friedlich, deutsch denkend und deutsch fühlend: aber für die gesammte Zevöllerung trifft das nicht zu. Eine Reibe in französischer Sprache erscheinende Blätter bringen täglich abfällige Urtheile über deutsche und milde über französische Einrichtungen und bemühen sich täglich, eine Kluft zu schaffen zwischen!

ländern und Altdeutschen, und das bei einer Regierung, wie Elsaß=Lothringen sie so milde seit Jahrhunderten nicht gehabt hat.

7. Höffel(Reichsp.) tritt für die Aufhebung ein.

b. Groeber(Centr.) erklärt sich Namens seiner Partei für den Antrag. Schon vor fünf Jahren habe der Reichskanzler im Hause erklärt, daß der Dietatur­paragraph nur mehr eine theoretische Bedeutung habe. Die Frage einer katho­

Aba. Singer(Soc) trit Namen, setig Partei für den Antrag ein. Der

Reichskanzler habe nichts vorgebracht, was auch nur den kleinsten Grund behaltung des Piragraphen abgeben könnte. Die Familie Hohenlohe sei so inter­national, daß sie fast in aller Herren Länder Besitzthümer habe. Gegenüber dieser Internationalität berühren die Klagen des Prinzen Hohenlohe über antideutsche

Seshonun, Bu, Flntz(gat=li5) erliärt. die Mebrbeit der Nationalisberalen halle es für bedenklich, noch immer den Ausnahmezustand aufrecht zu erhalten, der zweifellos die Bevölkerung Elsaß=Lothringens verbittert. Redner bedauert den Widerspruch zwischen den Erklärungen des Reichskanzlers im Jahre 1895 und beute.

Geheimrath Halley, Commissar der Landesverwaltung für Elsaß=Loth= ringen, bezeichnet es als erfreulich, daß Abg. Hauß erklärt, er und seine Freunde

Ata. Aren dit(Keicho.): De große Meheket meiner Frunde wird argen den Antrag Himmen.

* Schloß Bewernstein.

Roman von O. Elster.

(24. Fortsetzung.)

„Ja. Herr von Bewern, Sie— Sie sind der elende, nichtswürdige Mann, der

S dis Aaste Kenacan eul erste un d. sehihur elser Gost.

Sie war außer sich, sie kannte sich selbst nicht mehr und stand da, wie eine

Hilde war in einen Sessel gesunken und hatte das Gesicht in die Hände ver­borgen. Sie mochte nichts mehr sehen und hören— sie hätte sterben mögen... Dem Prinzen war die Scene sehe peinlich. Er wußte nicht recht, wie er sich

„Herr von Bewern“ sagte er zögernd,„ich hoffe, Sie haben die gnüdige Frau nicht beleidigt— die gnädige Frau steht unter meinem Schutz...“

Ich will sie dieses Schutzes nicht berauben, Durchlaucht“ entgeanete Bewern. „Aber Fräulein Hilde steht unter meinem Schutz und ich bin für das Fräulein ver­

„In erster Linie doch wohl die Mutter des Fräuleinss....

„Gewiß. Aber ich kann nicht dulden, daß die Mutter das Fräulein in Gesell­schaft bringt, welche seine Sittlichkeit schädigen, seinen guten Namen ruiniren— kurz, in eine Gesellschaft, die sich für eine junge Dame nicht eignet.“

Des Veinzen Gerscht verfinsterte sich..

„Wissen Sie, mein Herr, daß es meine Gesellschaft ist, in der Frau von Werkenthin verkehrt?“ fragte er hochmüthig

„Und Sie wagen mir solche Worte in das Gesicht zu schleudern? Herr. Sie

eobd den wistte nicht, woduch. Sie. Durchlaucht, Ennen sch eine Geselschaft

wädlen, wie Ihnen beliebt, aber ob diese Gesellschaft stets passend für eine junge Dame ist, möchte ich bezweifeln.“ Herr— Sie sind—“

Prinz, ich warne Sie!“

Ada Derner(Resormo) meiat, Allst was von der Nenierung wrgebuact

worden sei, spreche nur für Aufhebung des Paragraphen.

Abg. Rickert(freis. Ba.) tritt Namens seiner Partei für den Antrag ein. Abg. v. Schele(fractionslos) meint, Prinz Hohenlobe habe als Bezirts­präsident gesprochen und nicht als Abgeordneter für seine Wähler.

Ada. Winterer(Els.) erklärt, daß politische Rücksichten für den Antraa in teiner Weise in Betracht lämen. 8— Aciek.

Aba. Preiß(fractionslos) meint, die Ausführungen des Prinzen Hohenlohe entsprächen so wenig den Ansichten der elsaß=lothringischen Bevölkerung, daß ihm Jedermann dort ins Gesicht lachen würde.(Prinz Sobenlobe ruft: Abwarten!) Die Toleranz der französischen Regierung gegenüber den Eigenthümlichkeiten der elsatz=lothringischen Bevöllerung vor 1870 sei größer gewesen als die der deutschen.

Adg. v. Lepetzow(Cons.) meint, die Conservativen müßten der Regzierung die Verantwortung für die Rude und Ordnung überlassen; dazu benöthige sie des

Nach einem Schlußwort des Abz. Wetterls erllärt Prinz Hobenlobe in einer persönlichen Bemertung, der Name Hohenlobe=Schillingsfürst sei so ur deutsch, daß eine Internationalität gar nicht in Frage käme. Es

Sache ob er(Redner) jemals die Absicht gehabt habe oder nicht, russischer Unterthan

Bei der folgenden zweiten Lesung findet keine Debatte Katt.

Der Antrag wird mit großer Mehrheit angenommen; auch einige Con­servative stimmen dafür.

Morgen 1 Uhr Militäretat.

Potitische Nachrichten.

Deutschland.

* Berlin, 21. Fedr. Der Kaiser hörte im Jagdschloß Hubertusstock

heute Vormittag den Vortrag des Chefs des Civilcabineks Dr. v. Lucanus.

— Die nicht besonders zuverlässige Londoner„Truth“ will wissen, daß nächstens eine neue Zusammenkunft des Kaisers und der Königin von England bevorstehe. Ein Telegramm aus London meldet:„Truth“ erfährt, die Königin reise am 7. oder 8. März über die St. Gotthardttunnelroute noch Bordghera. Der Kasser und Prinz Heinrich würden„igriscrgsigz, die Königin auf dem Bahnhof in Straßburg begrüßen. Auf der Königin voraussichtlich dem Darmstädter Hof einen kurzen Besuch abstatten. Wenn diese Absicht ausgeführt werde, würden das Kaiserpaar mit dem Kronprinzen und der Herzog und die Herzogin von Coburg der Königin in Darmstadt begegnen.

— Heute legt, wie man der„Kreuz=Zig.“ schreibt der Kronprinz in Plön sein Abiturienten=Examen ab, wozu seitens des Cultusministeriums der Beheime Ober=Regierungsrath Köpke delegirt worden ist. Am Sonnabend folgt sodann die Prüfung des Prinzen Eitel=Friedrich auf Grund der Bestimmungen für die Fähnrichs=Prüfungen. Prinz Eitel=Friedrich bleibt aber noch ein oder zwei Jahre bis zur Ablegung des Abiturienten=Examens in Plön, während der Kronprinz nunmehr nach beendeter Schulzeit nach Potsdam zurückkehrt und, wie schon früher gemeldet, fortan seinen eigenen Hofstaat erhält.

— Dem Vernehmen nach ist der Vicepräsident des Staatsministeriums Herr Dr. v. Miquel wieder erkrankt; in Folge dessen ist die erste Berathung des Waarenhaus=Gesetzentwurfs, an der er Theil zu nehmen wünscht, auf die nächste Woche verschoben worden.

— Cultusminister Dr. Studt hatte Nachts über erhöhte Schmerzen zu klagen, die am Morgen nachließen. Der Arzt hofft, daß der Kranke in etwa 8 Tagen das Bet wird verlasen Uönnen. 8

— Der Vater des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg, der Wirkliche Geheime Nath Felix v. Bethmann=Hollweg, Landrath a. D., Mitglied des Herrenhauses, ist heute auf Hohenfinow im 76. Lebensjahre gestorben. Das auf heute Abend angesetzte Diner des Provinziallandtages findet in Folge dessen nicht ktatt.... a Al.trr# ur z 22 Er Kck.

— Im Befinden des Abg. Dr. Lieber ist, wie nun auch das ärztliche Bülletin gestern Abend festgestellt hat,„seit drei Tagen eine wesentliche Besserung eingetreten. Die Nächte verlaufen gut, der Appetit ist rege und die Kräfte sind im Zunehmen.“ Auch die vergangene Nacht hatte der Kranke in ruhigem und er­guickendem Schlafe verbracht, sein Befinden war am heutigen Vormittag an­dauernd gut.

— Lebhafte Theilnahme erreate heute im Reichstag, daß, wie schon gestern

gemeldet, der nationalliberale Abg. Dr. Kruse=Nerderney plötzlich schwer er­krankt ist. Seine Angehörigen wurden sofort benachrichtigt; einer seiner Anver­wandten, der in Berlin als practischer Arzt thätig ist, hat die ärztliche Pflege über­

nommen. Hoffentlich erfüllt sich die Zuversicht, das Leben dieses Mannes zu er­

halten, der auch außerhalb seiner Partei nur Freunde und Verehrer besitzt.

— Die bisher bei den Ersatzbehörden verschieden beantwortete Frage, ob Personen, die sich nach ihrem 22. Lebensjahre in einem Bundesstaate naturali­siren lassen, ohne früher Reichsangehörige gewesen zu sein, noch zum actiden Dienste im Heere oder in der Marine herangezogen werden dürfen, ist, wie die offiziöse„Südd. Reichskorr.“ meldet,„von zuständiger Stelle autoritativ bejaht“ worden.

— Der Reichs=Anzeiger theilt mit, daß das Reichscommissariat für die Pariser Weltausstellung mit keiner jener Gesellschaften und Privatpersonen in irgend welchen Beziehungen steht, die sich unter Berufung auf das Reichscom­wissariat zu Vertretern auf der Ausstellung anbieten. Den Ausstellern wird daher die größte Vorsicht empfohlen.

— In der 15. Commission des Reichstags wurde heute die zweite Lesung des Gesetzentwurfs über die Schlachtvieh= und Fleischbeschau beendet. Die 88 25—28 betr. die Strafvorschriften wurden nach den verschärfenden Vorschlägen der Subcommission, üder welche Abg. Vielhaben(Reformp.) berichtete, ange­nommen. Demnächst wurde das Gesetz im Ganzen mit allen gegen eine Stimme (Abg. Hoffmann=Hall, südd. Volksp.) angenommen. Die Sozialdemokraten fehlten in der heutigen Sitzung. Abg. Steinhauer(freis. Vereinig.) stimmte mit der Mehrheit,

— In der Budgeteommission des Reichstags wird am Donnerstag die Berathung des Marineetats beginnen. Die Berathung der Flottenvorlage wird, wie jetzt officiell feststeht, erst nach völliger Durch­

berathung des Etats in Angriff genommen werden.

— Bei der Berathung der Budgetcommission über die mit der Reform des Gelichtsvollzieberwesens zusammenhängenden Titel des Etats ist mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit bis zum Beginn des Rechnungsfahres im Einver­nehmen mit der Staatsregierung in Aussicht genommen worden, die Neuregelung der Verhältnisse der Gerichtsvollzieber nicht schon vom 1. April. sondern erst vom I. October d. J. ins Leben treten zu lassen. Es dürfte anzunehmen sein, daß die dadurch nöthig werdenden Aenderungen im Etat der Justizverwaltung im Plenum des Abgeordnetenhauses Zustimmung finden.

— Die Einnahmen der Preußisch=Hessischen Eisenbahnberriebsgemeinschaft haben für die ersten Monate des laufenden Etatsjahres 1114/8 Millionen oder 59.9 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres betragen.

Die Abendblätter melden, daß das Eisenbahnministerium eine vonle

59,9 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Boljähres veiragen.“

— Die Abendbläter melden, daß das Eisenbahnministerium eine volländig. Umwälzung des Berliner Fernverkehrs durch Errichtung dreier Cen­tralbahnhöfe, eines Nord=, West= und Südbahnhofes, plane. Der bezügliche Ent­wurf soll bereits im nächsten Jahre dem Landtage zugeher Oesterreich=Ungarn.

Wien, 21. Febr. Der Czechenclub beschloß heute, gegen das Ministerium Körber in die entschiedenste Opposition, ja, sogar in Obstruction zu treten.

Pest, 21. Febr. Der König ertheilt morgen allgemeine Audienzen und nimmt sodann an einem Hofdiner Theil. Das Gerücht von seinen: Unwohlsein i8 dadurch entstanden, daß der König, der sich heute vollkommen wohl befindet, in Folge eines leichten Schnupfens seine Dispositionen für Montag änderte.

Pest, 21. Febr. Abgeordnetenhaus. Ministerpräsident v. Szell sagte in seiner Schlußrede zur Debatte über das Budaet des Ministeriums des Innern: Es wird immer extreme Anschauungen geben. Falls sich bei irgend einer Nationalität solche finden sollten, so werden wir den Kampf aufnehmen. Sollten sich auch unter den Sachsen, deren überwiegende Majorität ich als gute Patrioten betrachte.„Grüne“ finden, die wirklich grünes Zeug sprechen, so werden wir ihnen begreiflich machen, daß eine Anlehnung an Deutschland, welches unsere Sympathie und Achtung genießt und welches unser Bundesgenosse ist, nur unter der Aegide des ungarischen Staates geschehen könne.(Lebhafter Beifall.)

Itakten.

Genna, 21. Febr. Frankreich bestellte auf der Werft von Ansalvi zwei Panzerkreuzer für Paris im Preise von 60 Millionen Francs. Frankreich.

Paris, 21. Febr. Staatsgerichtshof. Heute wird das Verhör der Zeugen fortgesetzt. Der frühere Polizeipräfect Blauc erklärt, daß er nichts wisse, was Habert persönlich betreffe. Der Polizeipräfect Lepine erklärt, Habert sei der thätigste und hingebendste von Déroulsdes Gehilfen gewesen. Hierauf beginnt die Vernehmung der Entlastungszeugen.

Paris, 21. Febr. Das Comite der Flotteuliga verlangt 30 neue Kreuzer und eine Vermehrung der Marinemannschaften um 70.000 Mann.

„ Sie find ein Das verhängni einen Schritt zurück

beimlicher Gluth. Prinzen nicht niede diese Beleidigung in

horte Her——

volle Wort war gefallen. Bleich wie der Tod trat Bewern seine gräulich schimmernden Wolfsaugen leuchteten in un­Er mußte seine ganze Selbstbeherrschung aufbieten, um den zuschlagen, der ihm in kalter, hochmüthig, verächtlicher Weise Gesicht geschleudert hatte.

ich fordere Sie auf. Ihr Wort zurückzunehmen...“ sagte er

„Es ist meine wahre

„Durchlaucht— ich mit bebender Stimme.

„Fällt mir nicht ein,“ lachte der Prinz hochmüthig auf.

Meiung.... uu m..

„Sie werden. Durchlaucht, die Consequenzen zu tragen haben „Ich werde sie trogen, mein Herr... und unn bitte ich. uns nicht weiter au

Eine vernehm, verächtliche Handbewegung, dann wandte sich der Gring der

Maiorin zu, deren Hand er erariff und tücte

„Beruhigen Sie sich, meine Gnüdiaste“, sagte er lächelnd.„Sie sehen, wie man

mit solchen Menschen umspringt.(e ne rau pos la peine...

Der Rittmeister ballte die Faust.

„Durchlaucht...“ stieß er röchelnd hervot Der Prinz wandte sich halb nach ihm um.

„Sind Sie noch immer dak— Können Sie den Ausgang nicht finden?“

Der Rittmeister schäumte vor Wuth. Er wollte sich auf den Prinzen stürzen: doch dieser legte in nicht mißzuverstehender Weise die Hand an den Griff seines Säbels. 66——

„Wir werden uns wieder treffen, Prinz!“

Mit diesen Worten stürzte Bewern zur Thür hinaus.

Der Prinz lachte laut auf... Sesmestm u„

„Soll mich freuen, mein Herr.“ rief er dem Davoneilenden nach. Dann pondte er sich wieder der Moiorit, Iv. WPgagee. got. u. 48 u.

„Der wären wir für alle Zeiten los. Gnädiaste,“ sagte er lachend.„Und nun kein so ernstes, böses Gesicht mehr... mit solchen Leuten wird man schon (vila.:

**

Ein herrlicher Frühlingsmorgen im Grunewald! Still und feierlich standen die schlanken Kiefern da und schüttelten nur dann und wann ihre dunklen Häupter, daß die feinen Nadeln leise knisterten und raschelten. In den noch lichten Brombeer­gebüschen trieben die Bögel ihr zwitscherndes Liebesspiel und mit lautem Gekrächt zog eine Krähenschaar über die Wipfel der Bäume dahin, den im frischen Grün prangenden Havelwiesen oder den dampfenden, eben umbrochenen Ackerfeldern der umliegenden Dörfer zu. Iu tausend und abertausend Thautröpschen spiegelte sich das Bild der aufgehenden Sonne. Oben am lichtblauen Himmel strebte eine Schaar wilder Schwäne im Zickzackflug mit langgestreckten Hälsen der nordischen Heimath zu und drunten im zerklüfteten Felsgestein schlüpfte ein Fuchs in das dunkle Erd­loch, von nächtlicher Jagd beimkehrend.

Auf dem sandigen Feldwege knirschten die Räder und von den Rücken der Pferde stieg ein feuchter Dampf auf. Jetzt hielt die Kutsche auf einer kleinen von Brombeergebüschen umsäumten Lichtung. Der alte Diener kletterte vom Bock und öffnete die Thür; vier dunkelgekleidete Herren entstiegen dem Wagen, der dann um­wandte und in den Wald zurückehrte.

„Wir sind die ersten. Herr Rittmeister,“ sagte einer der Herren, dem man den

alten Soldaten in Civil sofort ansah.

kommt der Prinz!“ sprach der zweite Herr, eine behäbige Gutsbesitzers­gestalt.„Zu Pferde natürlich— der scheint seiner Sache sehr sicher zu sein.“

Rittmeister von Bewern sagte kein Wort, mit bleichem finsteren Gesicht und fest über die Brust gekreuzten Armen stand er de, an seinem Schaurrbart kauend.

Der Arzt öffnete seinen Verbandskasten und blickte mit einer gewissen Neu­gierde der glänzenden, kleinen Cavalcade entgegen, welche soeben auf den freien Platz

Sie bestand aus dem Printen dem ungarischen Mognoten, dem Grasen Terekow und zwei Dienern in Lipree des Prinzen.

Die Herren sprangen unsch von den Bferden, weiche die Diener tiefer in den Dad fürtn.„

Dann eine kurze höfliche Vegrüßung— ein korner Versödnungsversuch den

san sentes antanien gantene nsgeal un veirne

schritten den Kampfplatz ab.

Jetzt standen sich die beiden Secundanten gegenüber, die Pistole in der schlaff herabhängenden Hand, der Prinz in blitzender Uniform, auf dem Gesicht ein leichtes. ironisches Lächeln, kaltblütig bis zur Frechheit, der Rittmeister in dem einfachen schwarzen Civilrock mit der Rosette seiner Orden im Knopfloch und dem eisernen Kreuz auf der Brust, blaß wie der Tod, im Auge einen funkelnden Ausdruck von Haß und leise bebend in einem unbestimmten Furchtgefühl. Der Kittmeister war nicht feig— aber er hatte auch nie die Gefahr aufgesucht, sondern war ihr vorsich­tiger Weise aus dem Wege gegangen. Er hatte noch nie ein Duell gehabt, während der Prinz schon mehreren Gegnern mit der Pistole gegenüber gestanden hatte. Ein erstickendes Gefühl quoll in des Rittmeisters Brust und Kehle empor. Es schim­merte ihm in den Augen, dasBlut dämmerte ihm im Herzen und in den Schläfen Der ganze Wald schien ihm ein Flammenmeer— da erscholl die Stimme des Ungarn:„Fertig meine Herren...“ und Bewern zuckte zusammen und zwane mit gewaltiger Anstrengung seine Erregung nieder.

„Eins— zwei—“— die Waffen erheben sich—„drei!“ Gleichzeitig krachen die Schüsse— langsam sich kräuselnd stieg der Rauch des Pulvers empor— in Stücken zersprungen flog die linke Epauleite des Prinzen in das Gebüsch— aufrecht stand der Prinz da und sag seinem Gegner scharf in das Weiße des Auges.

Eine gelblich=fahle Blässe überzog des Rittmeisters Gesicht— einen Augenblick hielt er sich aufrecht— dann drang ihm eine Blutwelle gurgelnd in die Kehle— die Pistole entfiel seiner Hand, die hastig nach der Brust griff— ebe die Secundanten einzu springen konnten, drehte er sich einmal um sich selbst— dann fiel er mit dem Gesicht nach vorn in das tdaufrische Gras und blieb regungslos, bewußtlos liegen.

Die Secundanten, der Arzt, der alte Martin eilten herbei und richteten ihn auf. In seinen zitternden, alten Armen hielt der Diener seinen Herrn, während der Arzt die Wunde untersuchte. Mit angstvollen Augen verfelgte der Alte die Mienen und Bewegungen des Arztes. Graf Trekow trat näher.

Wie steht es mit ihm!“ fragte er.

„Schlimm genug“, entgegnete der Arzt.„Durchlaucht haben aut ar­troffen..

„Todi?“

„Noch nicht— ob wir ihn aber retten, ist die Frage...“

„Wollen Durchlaucht dem Verwundeten die Hand reichen““. Der Prinz zucue die Achseln.„Wenn es sein muß...“

Er wartete einige Minuten, doch Bewern kam nicht zur Besinnung.

„Lassen Sie uns beimkehren, meine Herren“, sagte der Prinz.„Mein Hers Geaner hat ja Hülfe genug— wir sind hier überflüssig.“

Graf Trekow winkte den Reitknechten. Die Herren schwangen sich in die Sättel, grüßten noch einmal ernst und förmlich und sprengten daven, in wenigen Minuten in dem morgenlichtdurchflutheten Walde verschwindend.

Kaum zehn Minuten hatte es gewährt, daß bier in dem frühlingskrischen Walte, auf blumenges omückter Wiese, im leuchtenden Strabl der Lenzessonne ein Men chenleben vernichtet wurde— und der es vernichtet mit leichter Hand und leichtem Sinn, er sprengte durch den thaufrischen Morgen, plaudernd mit dem un­garischen Magnaten über die nöchsten Rennen in Wien und Budapest.—— (Fortsetzung folgt.)

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