Erscheint wöchentl. 12 Mal (täglich 9 Mal als Mittagund Abend=Ausgabe). Adonnementspreis vierteljährlich 1 Mör. 80 Pfgmonatlich 60 Pfg. TontreVert Perrteren. Zuferate kosten bis#g### Spaltene oder beren Raum 15 Pie. Auswärtige Anzeigen 20 Oig.— Reelamen die Petitzelle 40 Sis. Amtliches Preisblatt für den Preis Ruhrort(zugleich„Meidericher Zeitung“). Geueral=Anzeiger für die Kreise Ruhrort und Moers(Auflage über 8000). Anzeiger für den Verwaltungsbezirk Homberg am Rhein. gs Staduus 2 Sie Für die Redaction verantwortliche S. Beitlich, Rubrort. Bestellungen nehme bei Heiur. Hau an: umel, Schulstr. Gebende mit ber Gratiäbellage:„intsiotes Sounagsblatt“. Ttatig wweinat erscheine u eeemeee e ten eie u enchete. al: Besastelten, Die Sandbrusftrden und Seitungthern, lenis unien Grpebitionen in Saar bei Seonher. von be.#„au. gagmann a. S. Nealschulte, in Stertrade bn Thsob. Belger, in Dinsiaken bat buldr. 8. iun wreiderich bei Aibert Terstergen, Unter den Uimen, Buchsinder Wennemar Schweer am„Casino“ u. Jerar.—.—.—.—— Leunuchrpediten: Bnprort, Gariepiag. W9. Zimmermann, in Homberg, Essenberg u. Hochbeide dei Emil Hadtstein, in Moers bei J. M. Lechner, in Orson bei 9. Blhuy.. Ange##### Sramtiunt&am. Main. Iuterats: die Annoncen=Gxpeditonen Rindoit Mosse in Koin. Haasensein& Voaler Gesebucheden Nr. 45. Fernsprech=Auschluß Nr. Mittag=Ausgabe. Reichstags=Verhanolungen. Berlin, 21. Fedr. (Fortsetzung aus der gestrigen Abend=Ausgade.) Reichtkanzler Fürst zu Hohenlobe(fortfahrend): Der Vorredner meinte, Bestimmungen gewissermaßen einen immerwährenden Belagerungszustand darsielen. Davon kann nicht die Rede sein: sie gelten nur für außerordentliche Zustande. Daß solche Instände eintreten können, wird Niemand leuanen. ElsaßLotbringen ist Grenzland. Unsere Nachbarn sind erreabar. Die Bevölkerung stebt noch in vielen Orten in Beziebung zu idren früheren Landsleuten. Es ist immerhin möglich, daß sie bei im Nachbarlande eintretenden Erschütterungen nicht underührt bleibt. Allerdings sind unsere Bezi=tungen zu der franzosischen Reoierung die dankdar besten(Hört! hört!), und auch die Stimmu### eine freundliche, aber eine Lewöhr für die Dauer dieser Stimmung ist nicht gegeben. Deehald müssen wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Wir dürsen nicht die Mittel aus der Hand geben, deren wir zur Sicherung unseres Besitzes bedürfen. Wir haben ElsaßzLotk ringen erworben, nicht durch Volksabstimmung, sondern durch Waffengewalt. und wir wollen das wiedererworbene Land behalten. Das ist unser Recht. (Beisall.) hg. Riff(freis. Vg.): Der Dielaturparagraph laste wie ein Ald auf der Verölktrung. Die Negierung habe keinerlei stichbaltige Gründe angeführt. Redner müsse sich entschieden dagegen verwahren, daß einem Theile der elsässischen Bevölterung mangelnder Patriotismus und mangelnde Loyalität unterstellt werde: die Regierungsfreundlichteit sei bierfür weber der einzige noch der richtige Gradmesser. Anderseits könne man den Elsaß=Lothringern nicht verdenken, wenn sie die Zukunft des Landes nicht auf eine Person, wenn sie auch noch so hochherzig ist, gestell: wissen wollen. Die Regierung unterschätze das Gefübl der Demüthigung in Reichslanden. Abg. Hauß(fractionslos) meint, auch die jüngere Generation ist vervittert durch die politischen Zustände. Die elsässischen Abgeordueten ständen, ve# und ganz auf dem Boden der Verfassung. Redner erinnert an den Daulerlaß des Kaisers nach seiner letzten Anwesenheit. Wenn die Regierung zu der reichsländischen Vevölkerung Vertrauen habe, werde diese es auch zu ihr haben. Abg. Prinz zu Hohenlohe(fractionslos) leat seinen Standpunkt zu der vorliegenden Frage dar. Er siehe auf dem Boden jener Erklärung, worin gesagt wird, daß das Bestreben der Abzeordneten darauf gerichtet sein solle, lediglich eine Gleichstellung Elsaß=Lothringens mit den übrigen Bundesstaaten herbeizuführen. Auch der Dictaturparagraph sollte in Wegfall kommen unter der Bedingung, daß der Negierung eine Waffe gelassen wird gegen innere und äußere Störungen. We steht aber in dem Antrage etwas von einer solchen Waffe?. Gewiß ist für großen Theil der Bevölterung Elsaß=Lothringens der Dictaturparagraph nicht nothwendig; sie ist friedlich, deutsch denkend und deutsch fühlend: aber für die gesammte Zevöllerung trifft das nicht zu. Eine Reibe in französischer Sprache erscheinende Blätter bringen täglich abfällige Urtheile über deutsche und milde über französische Einrichtungen und bemühen sich täglich, eine Kluft zu schaffen zwischen! ländern und Altdeutschen, und das bei einer Regierung, wie Elsaß=Lothringen sie so milde seit Jahrhunderten nicht gehabt hat. 7. Höffel(Reichsp.) tritt für die Aufhebung ein. b. Groeber(Centr.) erklärt sich Namens seiner Partei für den Antrag. Schon vor fünf Jahren habe der Reichskanzler im Hause erklärt, daß der Dietaturparagraph nur mehr eine theoretische Bedeutung habe. Die Frage einer kathoAba. Singer(Soc) trit Namen, setig Partei für den Antrag ein. Der Reichskanzler habe nichts vorgebracht, was auch nur den kleinsten Grund behaltung des Piragraphen abgeben könnte. Die Familie Hohenlohe sei so international, daß sie fast in aller Herren Länder Besitzthümer habe. Gegenüber dieser Internationalität berühren die Klagen des Prinzen Hohenlohe über antideutsche Seshonun, Bu, Flntz(gat=li5) erliärt. die Mebrbeit der Nationalisberalen halle es für bedenklich, noch immer den Ausnahmezustand aufrecht zu erhalten, der zweifellos die Bevölkerung Elsaß=Lothringens verbittert. Redner bedauert den Widerspruch zwischen den Erklärungen des Reichskanzlers im Jahre 1895 und beute. Geheimrath Halley, Commissar der Landesverwaltung für Elsaß=Loth= ringen, bezeichnet es als erfreulich, daß Abg. Hauß erklärt, er und seine Freunde Ata. Aren dit(Keicho.): De große Meheket meiner Frunde wird argen den Antrag Himmen. * Schloß Bewernstein. Roman von O. Elster. (24. Fortsetzung.) „Ja. Herr von Bewern, Sie— Sie sind der elende, nichtswürdige Mann, der S dis Aaste Kenacan eul erste un d. sehihur elser Gost. Sie war außer sich, sie kannte sich selbst nicht mehr und stand da, wie eine Hilde war in einen Sessel gesunken und hatte das Gesicht in die Hände verborgen. Sie mochte nichts mehr sehen und hören— sie hätte sterben mögen... Dem Prinzen war die Scene sehe peinlich. Er wußte nicht recht, wie er sich „Herr von Bewern“ sagte er zögernd,„ich hoffe, Sie haben die gnüdige Frau nicht beleidigt— die gnädige Frau steht unter meinem Schutz...“ Ich will sie dieses Schutzes nicht berauben, Durchlaucht“ entgeanete Bewern. „Aber Fräulein Hilde steht unter meinem Schutz und ich bin für das Fräulein ver„In erster Linie doch wohl die Mutter des Fräuleinss.... „Gewiß. Aber ich kann nicht dulden, daß die Mutter das Fräulein in Gesellschaft bringt, welche seine Sittlichkeit schädigen, seinen guten Namen ruiniren— kurz, in eine Gesellschaft, die sich für eine junge Dame nicht eignet.“ Des Veinzen Gerscht verfinsterte sich.. „Wissen Sie, mein Herr, daß es meine Gesellschaft ist, in der Frau von Werkenthin verkehrt?“ fragte er hochmüthig „Und Sie wagen mir solche Worte in das Gesicht zu schleudern? Herr. Sie eobd den wistte nicht, woduch. Sie. Durchlaucht, Ennen sch eine Geselschaft wädlen, wie Ihnen beliebt, aber ob diese Gesellschaft stets passend für eine junge Dame ist, möchte ich bezweifeln.“ Herr— Sie sind—“ Prinz, ich warne Sie!“ Ada Derner(Resormo) meiat, Allst was von der Nenierung wrgebuact worden sei, spreche nur für Aufhebung des Paragraphen. Abg. Rickert(freis. Ba.) tritt Namens seiner Partei für den Antrag ein. Abg. v. Schele(fractionslos) meint, Prinz Hohenlobe habe als Bezirtspräsident gesprochen und nicht als Abgeordneter für seine Wähler. Ada. Winterer(Els.) erklärt, daß politische Rücksichten für den Antraa in teiner Weise in Betracht lämen. 8— Aciek. Aba. Preiß(fractionslos) meint, die Ausführungen des Prinzen Hohenlohe entsprächen so wenig den Ansichten der elsaß=lothringischen Bevölkerung, daß ihm Jedermann dort ins Gesicht lachen würde.(Prinz Sobenlobe ruft: Abwarten!) Die Toleranz der französischen Regierung gegenüber den Eigenthümlichkeiten der elsatz=lothringischen Bevöllerung vor 1870 sei größer gewesen als die der deutschen. Adg. v. Lepetzow(Cons.) meint, die Conservativen müßten der Regzierung die Verantwortung für die Rude und Ordnung überlassen; dazu benöthige sie des Nach einem Schlußwort des Abz. Wetterls erllärt Prinz Hobenlobe in einer persönlichen Bemertung, der Name Hohenlobe=Schillingsfürst sei so ur deutsch, daß eine Internationalität gar nicht in Frage käme. Es Sache ob er(Redner) jemals die Absicht gehabt habe oder nicht, russischer Unterthan Bei der folgenden zweiten Lesung findet keine Debatte Katt. Der Antrag wird mit großer Mehrheit angenommen; auch einige Conservative stimmen dafür. Morgen 1 Uhr Militäretat. Potitische Nachrichten. Deutschland. * Berlin, 21. Fedr. Der Kaiser hörte im Jagdschloß Hubertusstock heute Vormittag den Vortrag des Chefs des Civilcabineks Dr. v. Lucanus. — Die nicht besonders zuverlässige Londoner„Truth“ will wissen, daß nächstens eine neue Zusammenkunft des Kaisers und der Königin von England bevorstehe. Ein Telegramm aus London meldet:„Truth“ erfährt, die Königin reise am 7. oder 8. März über die St. Gotthardttunnelroute noch Bordghera. Der Kasser und Prinz Heinrich würden„igriscrgsigz, die Königin auf dem Bahnhof in Straßburg begrüßen. Auf der Königin voraussichtlich dem Darmstädter Hof einen kurzen Besuch abstatten. Wenn diese Absicht ausgeführt werde, würden das Kaiserpaar mit dem Kronprinzen und der Herzog und die Herzogin von Coburg der Königin in Darmstadt begegnen. — Heute legt, wie man der„Kreuz=Zig.“ schreibt der Kronprinz in Plön sein Abiturienten=Examen ab, wozu seitens des Cultusministeriums der Beheime Ober=Regierungsrath Köpke delegirt worden ist. Am Sonnabend folgt sodann die Prüfung des Prinzen Eitel=Friedrich auf Grund der Bestimmungen für die Fähnrichs=Prüfungen. Prinz Eitel=Friedrich bleibt aber noch ein oder zwei Jahre bis zur Ablegung des Abiturienten=Examens in Plön, während der Kronprinz nunmehr nach beendeter Schulzeit nach Potsdam zurückkehrt und, wie schon früher gemeldet, fortan seinen eigenen Hofstaat erhält. — Dem Vernehmen nach ist der Vicepräsident des Staatsministeriums Herr Dr. v. Miquel wieder erkrankt; in Folge dessen ist die erste Berathung des Waarenhaus=Gesetzentwurfs, an der er Theil zu nehmen wünscht, auf die nächste Woche verschoben worden. — Cultusminister Dr. Studt hatte Nachts über erhöhte Schmerzen zu klagen, die am Morgen nachließen. Der Arzt hofft, daß der Kranke in etwa 8 Tagen das Bet wird verlasen Uönnen. 8 — Der Vater des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg, der Wirkliche Geheime Nath Felix v. Bethmann=Hollweg, Landrath a. D., Mitglied des Herrenhauses, ist heute auf Hohenfinow im 76. Lebensjahre gestorben. Das auf heute Abend angesetzte Diner des Provinziallandtages findet in Folge dessen nicht ktatt.... a Al.trr# ur z 22 Er Kck. — Im Befinden des Abg. Dr. Lieber ist, wie nun auch das ärztliche Bülletin gestern Abend festgestellt hat,„seit drei Tagen eine wesentliche Besserung eingetreten. Die Nächte verlaufen gut, der Appetit ist rege und die Kräfte sind im Zunehmen.“ Auch die vergangene Nacht hatte der Kranke in ruhigem und erguickendem Schlafe verbracht, sein Befinden war am heutigen Vormittag andauernd gut. — Lebhafte Theilnahme erreate heute im Reichstag, daß, wie schon gestern gemeldet, der nationalliberale Abg. Dr. Kruse=Nerderney plötzlich schwer erkrankt ist. Seine Angehörigen wurden sofort benachrichtigt; einer seiner Anverwandten, der in Berlin als practischer Arzt thätig ist, hat die ärztliche Pflege übernommen. Hoffentlich erfüllt sich die Zuversicht, das Leben dieses Mannes zu erhalten, der auch außerhalb seiner Partei nur Freunde und Verehrer besitzt. — Die bisher bei den Ersatzbehörden verschieden beantwortete Frage, ob Personen, die sich nach ihrem 22. Lebensjahre in einem Bundesstaate naturalisiren lassen, ohne früher Reichsangehörige gewesen zu sein, noch zum actiden Dienste im Heere oder in der Marine herangezogen werden dürfen, ist, wie die offiziöse„Südd. Reichskorr.“ meldet,„von zuständiger Stelle autoritativ bejaht“ worden. — Der Reichs=Anzeiger theilt mit, daß das Reichscommissariat für die Pariser Weltausstellung mit keiner jener Gesellschaften und Privatpersonen in irgend welchen Beziehungen steht, die sich unter Berufung auf das Reichscomwissariat zu Vertretern auf der Ausstellung anbieten. Den Ausstellern wird daher die größte Vorsicht empfohlen. — In der 15. Commission des Reichstags wurde heute die zweite Lesung des Gesetzentwurfs über die Schlachtvieh= und Fleischbeschau beendet. Die 88 25—28 betr. die Strafvorschriften wurden nach den verschärfenden Vorschlägen der Subcommission, üder welche Abg. Vielhaben(Reformp.) berichtete, angenommen. Demnächst wurde das Gesetz im Ganzen mit allen gegen eine Stimme (Abg. Hoffmann=Hall, südd. Volksp.) angenommen. Die Sozialdemokraten fehlten in der heutigen Sitzung. Abg. Steinhauer(freis. Vereinig.) stimmte mit der Mehrheit, — In der Budgeteommission des Reichstags wird am Donnerstag die Berathung des Marineetats beginnen. Die Berathung der Flottenvorlage wird, wie jetzt officiell feststeht, erst nach völliger Durchberathung des Etats in Angriff genommen werden. — Bei der Berathung der Budgetcommission über die mit der Reform des Gelichtsvollzieberwesens zusammenhängenden Titel des Etats ist mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit bis zum Beginn des Rechnungsfahres im Einvernehmen mit der Staatsregierung in Aussicht genommen worden, die Neuregelung der Verhältnisse der Gerichtsvollzieber nicht schon vom 1. April. sondern erst vom I. October d. J. ins Leben treten zu lassen. Es dürfte anzunehmen sein, daß die dadurch nöthig werdenden Aenderungen im Etat der Justizverwaltung im Plenum des Abgeordnetenhauses Zustimmung finden. — Die Einnahmen der Preußisch=Hessischen Eisenbahnberriebsgemeinschaft haben für die ersten Monate des laufenden Etatsjahres 1114/8 Millionen oder 59.9 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres betragen. Die Abendblätter melden, daß das Eisenbahnministerium eine vonle 59,9 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Boljähres veiragen.“ — Die Abendbläter melden, daß das Eisenbahnministerium eine volländig. Umwälzung des Berliner Fernverkehrs durch Errichtung dreier Centralbahnhöfe, eines Nord=, West= und Südbahnhofes, plane. Der bezügliche Entwurf soll bereits im nächsten Jahre dem Landtage zugeher Oesterreich=Ungarn. Wien, 21. Febr. Der Czechenclub beschloß heute, gegen das Ministerium Körber in die entschiedenste Opposition, ja, sogar in Obstruction zu treten. Pest, 21. Febr. Der König ertheilt morgen allgemeine Audienzen und nimmt sodann an einem Hofdiner Theil. Das Gerücht von seinen: Unwohlsein i8 dadurch entstanden, daß der König, der sich heute vollkommen wohl befindet, in Folge eines leichten Schnupfens seine Dispositionen für Montag änderte. Pest, 21. Febr. Abgeordnetenhaus. Ministerpräsident v. Szell sagte in seiner Schlußrede zur Debatte über das Budaet des Ministeriums des Innern: Es wird immer extreme Anschauungen geben. Falls sich bei irgend einer Nationalität solche finden sollten, so werden wir den Kampf aufnehmen. Sollten sich auch unter den Sachsen, deren überwiegende Majorität ich als gute Patrioten betrachte.„Grüne“ finden, die wirklich grünes Zeug sprechen, so werden wir ihnen begreiflich machen, daß eine Anlehnung an Deutschland, welches unsere Sympathie und Achtung genießt und welches unser Bundesgenosse ist, nur unter der Aegide des ungarischen Staates geschehen könne.(Lebhafter Beifall.) Itakten. Genna, 21. Febr. Frankreich bestellte auf der Werft von Ansalvi zwei Panzerkreuzer für Paris im Preise von 60 Millionen Francs. Frankreich. Paris, 21. Febr. Staatsgerichtshof. Heute wird das Verhör der Zeugen fortgesetzt. Der frühere Polizeipräfect Blauc erklärt, daß er nichts wisse, was Habert persönlich betreffe. Der Polizeipräfect Lepine erklärt, Habert sei der thätigste und hingebendste von Déroulsdes Gehilfen gewesen. Hierauf beginnt die Vernehmung der Entlastungszeugen. Paris, 21. Febr. Das Comite der Flotteuliga verlangt 30 neue Kreuzer und eine Vermehrung der Marinemannschaften um 70.000 Mann. „ Sie find ein Das verhängni einen Schritt zurück beimlicher Gluth. Prinzen nicht niede diese Beleidigung in horte Her—— volle Wort war gefallen. Bleich wie der Tod trat Bewern seine gräulich schimmernden Wolfsaugen leuchteten in unEr mußte seine ganze Selbstbeherrschung aufbieten, um den zuschlagen, der ihm in kalter, hochmüthig, verächtlicher Weise Gesicht geschleudert hatte. ich fordere Sie auf. Ihr Wort zurückzunehmen...“ sagte er „Es ist meine wahre „Durchlaucht— ich mit bebender Stimme. „Fällt mir nicht ein,“ lachte der Prinz hochmüthig auf. Meiung.... uu m.. „Sie werden. Durchlaucht, die Consequenzen zu tragen haben „Ich werde sie trogen, mein Herr... und unn bitte ich. uns nicht weiter au Eine vernehm, verächtliche Handbewegung, dann wandte sich der Gring der Maiorin zu, deren Hand er erariff und tücte „Beruhigen Sie sich, meine Gnüdiaste“, sagte er lächelnd.„Sie sehen, wie man mit solchen Menschen umspringt.(e ne rau pos la peine... Der Rittmeister ballte die Faust. „Durchlaucht...“ stieß er röchelnd hervot Der Prinz wandte sich halb nach ihm um. „Sind Sie noch immer dak— Können Sie den Ausgang nicht finden?“ Der Rittmeister schäumte vor Wuth. Er wollte sich auf den Prinzen stürzen: doch dieser legte in nicht mißzuverstehender Weise die Hand an den Griff seines Säbels. 66—— „Wir werden uns wieder treffen, Prinz!“ Mit diesen Worten stürzte Bewern zur Thür hinaus. Der Prinz lachte laut auf... Sesmestm u„ „Soll mich freuen, mein Herr.“ rief er dem Davoneilenden nach. Dann pondte er sich wieder der Moiorit, Iv. WPgagee. got. u. 48 u. „Der wären wir für alle Zeiten los. Gnädiaste,“ sagte er lachend.„Und nun kein so ernstes, böses Gesicht mehr... mit solchen Leuten wird man schon (vila.: ** Ein herrlicher Frühlingsmorgen im Grunewald! Still und feierlich standen die schlanken Kiefern da und schüttelten nur dann und wann ihre dunklen Häupter, daß die feinen Nadeln leise knisterten und raschelten. In den noch lichten Brombeergebüschen trieben die Bögel ihr zwitscherndes Liebesspiel und mit lautem Gekrächt zog eine Krähenschaar über die Wipfel der Bäume dahin, den im frischen Grün prangenden Havelwiesen oder den dampfenden, eben umbrochenen Ackerfeldern der umliegenden Dörfer zu. Iu tausend und abertausend Thautröpschen spiegelte sich das Bild der aufgehenden Sonne. Oben am lichtblauen Himmel strebte eine Schaar wilder Schwäne im Zickzackflug mit langgestreckten Hälsen der nordischen Heimath zu und drunten im zerklüfteten Felsgestein schlüpfte ein Fuchs in das dunkle Erdloch, von nächtlicher Jagd beimkehrend. Auf dem sandigen Feldwege knirschten die Räder und von den Rücken der Pferde stieg ein feuchter Dampf auf. Jetzt hielt die Kutsche auf einer kleinen von Brombeergebüschen umsäumten Lichtung. Der alte Diener kletterte vom Bock und öffnete die Thür; vier dunkelgekleidete Herren entstiegen dem Wagen, der dann umwandte und in den Wald zurückehrte. „Wir sind die ersten. Herr Rittmeister,“ sagte einer der Herren, dem man den alten Soldaten in Civil sofort ansah. kommt der Prinz!“ sprach der zweite Herr, eine behäbige Gutsbesitzersgestalt.„Zu Pferde natürlich— der scheint seiner Sache sehr sicher zu sein.“ Rittmeister von Bewern sagte kein Wort, mit bleichem finsteren Gesicht und fest über die Brust gekreuzten Armen stand er de, an seinem Schaurrbart kauend. Der Arzt öffnete seinen Verbandskasten und blickte mit einer gewissen Neugierde der glänzenden, kleinen Cavalcade entgegen, welche soeben auf den freien Platz Sie bestand aus dem Printen dem ungarischen Mognoten, dem Grasen Terekow und zwei Dienern in Lipree des Prinzen. Die Herren sprangen unsch von den Bferden, weiche die Diener tiefer in den Dad fürtn.„ Dann eine kurze höfliche Vegrüßung— ein korner Versödnungsversuch den san sentes antanien gantene nsgeal un veirne schritten den Kampfplatz ab. Jetzt standen sich die beiden Secundanten gegenüber, die Pistole in der schlaff herabhängenden Hand, der Prinz in blitzender Uniform, auf dem Gesicht ein leichtes. ironisches Lächeln, kaltblütig bis zur Frechheit, der Rittmeister in dem einfachen schwarzen Civilrock mit der Rosette seiner Orden im Knopfloch und dem eisernen Kreuz auf der Brust, blaß wie der Tod, im Auge einen funkelnden Ausdruck von Haß und leise bebend in einem unbestimmten Furchtgefühl. Der Kittmeister war nicht feig— aber er hatte auch nie die Gefahr aufgesucht, sondern war ihr vorsichtiger Weise aus dem Wege gegangen. Er hatte noch nie ein Duell gehabt, während der Prinz schon mehreren Gegnern mit der Pistole gegenüber gestanden hatte. Ein erstickendes Gefühl quoll in des Rittmeisters Brust und Kehle empor. Es schimmerte ihm in den Augen, dasBlut dämmerte ihm im Herzen und in den Schläfen Der ganze Wald schien ihm ein Flammenmeer— da erscholl die Stimme des Ungarn:„Fertig meine Herren...“ und Bewern zuckte zusammen und zwane mit gewaltiger Anstrengung seine Erregung nieder. „Eins— zwei—“— die Waffen erheben sich—„drei!“ Gleichzeitig krachen die Schüsse— langsam sich kräuselnd stieg der Rauch des Pulvers empor— in Stücken zersprungen flog die linke Epauleite des Prinzen in das Gebüsch— aufrecht stand der Prinz da und sag seinem Gegner scharf in das Weiße des Auges. Eine gelblich=fahle Blässe überzog des Rittmeisters Gesicht— einen Augenblick hielt er sich aufrecht— dann drang ihm eine Blutwelle gurgelnd in die Kehle— die Pistole entfiel seiner Hand, die hastig nach der Brust griff— ebe die Secundanten einzu springen konnten, drehte er sich einmal um sich selbst— dann fiel er mit dem Gesicht nach vorn in das tdaufrische Gras und blieb regungslos, bewußtlos liegen. Die Secundanten, der Arzt, der alte Martin eilten herbei und richteten ihn auf. In seinen zitternden, alten Armen hielt der Diener seinen Herrn, während der Arzt die Wunde untersuchte. Mit angstvollen Augen verfelgte der Alte die Mienen und Bewegungen des Arztes. Graf Trekow trat näher. Wie steht es mit ihm!“ fragte er. „Schlimm genug“, entgegnete der Arzt.„Durchlaucht haben aut artroffen.. „Todi?“ „Noch nicht— ob wir ihn aber retten, ist die Frage...“ „Wollen Durchlaucht dem Verwundeten die Hand reichen““. Der Prinz zucue die Achseln.„Wenn es sein muß...“ Er wartete einige Minuten, doch Bewern kam nicht zur Besinnung. „Lassen Sie uns beimkehren, meine Herren“, sagte der Prinz.„Mein Hers Geaner hat ja Hülfe genug— wir sind hier überflüssig.“ Graf Trekow winkte den Reitknechten. Die Herren schwangen sich in die Sättel, grüßten noch einmal ernst und förmlich und sprengten daven, in wenigen Minuten in dem morgenlichtdurchflutheten Walde verschwindend. Kaum zehn Minuten hatte es gewährt, daß bier in dem frühlingskrischen Walte, auf blumenges omückter Wiese, im leuchtenden Strabl der Lenzessonne ein Men chenleben vernichtet wurde— und der es vernichtet mit leichter Hand und leichtem Sinn, er sprengte durch den thaufrischen Morgen, plaudernd mit dem ungarischen Magnaten über die nöchsten Rennen in Wien und Budapest.—— (Fortsetzung folgt.) 95 Beigien. Grüssel, 21. Feor. Von gut unterrichteter Seite wird bestimmt erklärt, daß die Behauptung Chamberlains in der gestrigen Sitzung des Unterhauses, daß die„Independance Belge“ zu ihren Enthüllungen durch Dr. Leyds' Vermittlung gekommen sei, unwahr sei. Dr. Leyds, der sich gegenwärtig in Amsterdam befindet, ist dort erkrankt. Spauten. Madrid, 21. Febr. Das Kriegsgericht hat den General Moret und dn Oderst Francia, die während des spanisch=amerikanischen Krieges Macabebe auf den Philippinen aufgegeben hatten, freigesprochen. Amerika Washington. 21. Fedr. Auf eine Resolution des Repräsentantenhauses, worin die Frage gestellt wird, ob die Meldung, daß zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten ein geheimes Bündniß bestehe, irgendwie begründet sei, ließ Staatssecretär Hay dem Repräsentantenhause die Mittheilung zugeben, daß an der Meldung nichts wahres sei. Unter der bestehenden Verfassung sei ein gebeimes Bündniß in keiner Form möglich, da Verträge der Genehmigung des Senats bedürften.— Der Gesandte der Vereinigten Staaten in Costadica meldete, es werde ein revolutionärer Einfall von Nicaragua aus erwartet; Kriegsrecht sei erklärt; die Truppen marschirten zur Grenze. Asien. Peking, 21. Fedr. Der französische Gesandte Pichon hat sich nach Saigon zum Besuche des Gouverneurs von Indochina begeben suches verlautet nichts. das über den Zweck des Be* Der Krieg in Südafrika. ° Berlin, 22. Fedr. Auf dem Kriegsschauplatze stehen wichtige Entscheidungen augenscheinlich nahe bevor, und zwar nicht nur im Westen, sondern auch in Natal. Hierzu kommt aus Brüssel die Sensationsmeldung, der Burenkriegsrath habe Angesichts der veranderten Kriegslage die Aufhebung der Belagerung von Ladysmith, die Räumung Natals und den Rückzug aller Streitkräfte an die Transvaalgrenze beschlossen. General Buller dürfte noch im Laufe dieser Woche in Ladysmith einziehen.— Es läßt sich natürlich nicht controliren, ob diese Nachricht zutrifft; ist es der Fall so würde sie beweisen, daß General Joubert sehr beträchtliche Streitkräfte nach dem westlichen Kriegsschauplatze hat abgeben müssen. Einstweilen wird man sich aber unwillkürlich gegen die Annahme sträuden, daß die Buren die in so vielen Kämpfen behaupteten Stellungen am Tugela und um Ladysmith ohne die dringendste Nothwendigkeit aufgeben. In London erwartet man die weiteren Nachrichten über das Vorgehen Bullers mit fiederhafter Spannung und will beim Eintreffen günstiger Meldungen sofort illuminiren.— Die Lage auf dem westlichen Kriegsschauplatze wird in den Brüsseler Transdaalkreisen als für die Buren durchaus nicht ungünstig beurtheilt. Die Armee Cronjes sei völlig intakt, sie habe erbebliche Verstärtungen erhalten und zählte jetzt 35000 Mann. Dadurch sei die Vertheidigung der Straße nach Bloemfontein gesichert, und den Londoner Siegesdotschaften könne keine Bedeutung deigelegt wer den. Die Armee Cronjes bedrohe die rechte Flanke Roderts' derart, daß er in den Oranjefreistaat nicht weiter vorrücken könne, ohne alles aufs Spiel zu setzen. Daß die Lage für die Engländer keineswegs so günstig sei, wie sie behaupten, beweise auch die Proclamation, worin Roberts den Oranjeburen die schönsten Versprechungen macht, falls sie sich von den Trankvaalern trennen. Ein absolut sieg reicher General hätte eine derartige Proclamation nicht nöthig. Natürlich wird in den Brüsseler Transvaaltreisen dieser Proclamation jeder Erfolg abgesprochen da die Oranjeburen entschlossen seien, an der Seite der Transvaaler zu siegen oder zu fallen. Aus der Umgebung der Transvaalgesellschaft in Brüssel wird telegraphirt Die Burenkreise bezeichnen in Folge der veränderten Kriegslage alle bisherigen Positionen in Natal als unhaltbar, weshalb General Joubert die vollständige Rückwärtsconcentrirung aller Streitkräfte anordnete. Natal wird sonach geräumt. Die Belagerung Ladysmiths wird aufgehoben, um die Truppen zur Vertheidigung der Transvaalgrenze zur Verfügung zu haben. Man glaubt hier, daß General Buller noch im Laufe der Woche in Ladysmith einziehen wird. London, 21. Febr. Auf eine Anfrage im Kriegsamte wegen der Nachricht aus Winbsor vom Entsatze Ladysmiths wurde geantwortet, dem Kriegsamte sei keine Bestätigung zugegangen und der Meldung werde kein Glauben beigemessen. — General Buller meldet aus Chieveley vom 21. Fedr.: Die 5. Division überschritt heute mittelst Pontonbrücke den Tugela und trieb die Nachhut des Feindes zurück, dessen Kanonen unsere Zwölfpfünder und Schiffsgeschütze sämmtlich zum Schweigen brachten.— Die„Central News“ melden aus Ladysmith nach Weenen durch Heliograph vom gestrigen Tage: Hier herrscht große Befriedigung über Bullers Einnahme des Blows Hill, welcher von Ladysmith aus vollständig sicht bar ist. Die Garnison beobachtete das Gefecht am Sonntag, und die englische Infanterie konnte genau gesehen werden, wie sie den Hügel erstieg. Die hiesigen Militärkreise halten den Plan Lord Roberts, die Armee Cronzes zu erdrücken und seinen Marsch gegen Bloemsontein für vereitelt. Ueber Laurenzo Marques wird aus Prätoria von gestern berichtet: Für den Dienst ander Grenze sind viele Bürger für den activen Dienst und zahlreiche Freiwillige einberufen.— Präsident Steiin meldet, er habe gestern in der Nähe von Koodoosrand mit englischen Truppen, welche das Lager Cronjes zu um zingeln versuchten, ein Gefecht gehabt. Die Engländer wurden zurück geschlagen.— General Dewet berichtet über Kämpfe, welche zwischen Paardebera und Koodoosrand stattgefunden haben, bei denen die Buren mehrere von den Engländern besetzte Kopies nahmen. Auf englischer Seite betragen die Verluste mehrere Todte und Verwundete, sowie 40 Gefangene; die Buren hatten 2 Todte und 4 Verwundete.— Der Jubel über die Wendung der Dinge auf dem Kriegsschauplatze dauert in London fort und die Zuversicht nimmt zu. In militärischen Kreisen betrachtet man die augenblickliche Lage mit etwas kälterem Blute und glaubt, daß man erst von einem absehbaren Ende des Krieges sprechen könne, wenn es gelinge, General Cronje vor der Concentration zu schlagen. Gelingt dies nicht, so steht General Roberts einer feindlichen Armee gegenüber, die ebenso stark ist, wie die seinige, und die außerdem noch den Vortheil genießt, mit der Oertlichkeit voll ständig vertraut zu sein. Die nächsten Schlachten dürften über das Schicksal des Feldzuges entscheiden.— Nach der noch unvollständigen Verlustliste wurden in der Schlacht von Paardebera 9 Officiere getödtet, 39 verwundet und 1 vermißt — Ueber Laurenzo Marques wird aus Prätoria vom 20. Febr. gemeldet Ferreira, Commandant im Heere der Freistaatburen, ist gestern gestorben, wie geglaubt wird, in Folge eines Unglücksfalles. Arundel(Norden der Capcolonie), 20. Febr. Die Buren sind in der hiesigen Umgegend thätig und unterhalten ein lebhaftes Artillerie= und Gewehrfeuer. Da eine auf 200 Mann geschätzte Streitmacht der Buren die Verbindung mit Naauwport bedrohte, wurden britischerseits 200 australische Soldaten mit zwei Feldgeschüzen abgesandt, welche jedes Kopje beschossen haben, worauf der Feind sich blicken ließ. Laurenzo Marques, 21. Febr. Aus dem Hauptlager der Buren bei Ladysmith wird vom 19. Febr. gemeldet: Gestern fanden auf dem Boschkop bei Colenso heftige Kämpfe statt. Die Buren hatten einige Verwundete. Die Verluste der Engländer waren beträchtlich. Es wird geglaubt, die Garnison von Ladysmith habe keine Munition mehr. Jacobsdaal, 21. Febr. Die Föderirten, offenbar bedeutend verstärkt, schlagen alle Angriffe der Engländer ab, trotzdem Lord Roberts seine sämmtlichen Truppen ins Feuer gebracht hat und seit drei Tagen ihre Stellungen unter äußersten Anstrengungen zu nehmen sucht. Bei dem gestrigen Sturme der Hochländer wurden die Generale Mardonald und Knor schwer verwundet. Die englischen Verluste sind bisher schwer, besonders an Officieren: die Mannschaften sind völlig erschöpft Düsseldorf, 22. Fedr.[Rosenmontagszug.] Bei der Düfseldorfer Verlagsanstalt erschien soeben und ist durch die Buchhandlungen zu beziehen das officielle, illustrirte Programm des künstlerischen Rosenmontagszuges.(Preis 50 Pfg., nach Auswärts franco 60 Pfg.) Das Werkchen weist 16 fardige Lithographien nach Originalzeichnungen von Johannes Gehrts auf und enthält außer der Beschreidung des Zuges noch zwei ulkige Ansichtspostkarten, die Maler Kohlschein entworsen hat. 6 Uerdingen, 20. Fedr.(Selbstmoro.] Ein Maochen im miter von 20 Jahren stürzte sich unterhalb der Stadt in die hochgehenden Fluthen des Rheines Die Leiche ist bis jetzt nicht gefunden. Was die aus Kreseld stammende Unglückliche zu der unseligen That getrieben, muß die Untersuchung ergeben. Köln, 20. Febr.[Den Schluß der Feierlichkeiten] zu Ehren des neuen Erzbischofs bildeten ein Fackelzug und Illumination. 17 Gruppen mit 18 Musikcorps umfaßte der mächtige Zug, der sich von 8 bis 9 Uhr auf dem Neumarkt gesammelt hatte und von dort aus nach der Gereonstraße zum erzbischöflichen Palais zog. Als der Zug dort eintraf, kam Erzbischof Simar und mehrere Domherren auf den Balkon des Palais, um ihn an sich vorüberziehen zu lassen. Als der imposante Zug hielt, wandte sich der Vorsitzende des katholischen Volksvereins. Reichstagsabgeordneter Fuchs, an den Erzbischof. Seine Worte konnten wegen der großen Unruhe nur stückweise von den Umstehenden verstanden werden. Er versicherte den neuen Oberhirten des vollsten Vertrauens der katholischen Bürgerschaft Kölns zu ihm. Im Namen der katholischen Bürgerschaft bat er um den Segen des Erzbischofs. Erzbischof Simar wandte sich darauf an die den Platz füllende Menge. Er dankte zunächst aus vollem Herzen für die ihm beim Eintritt in seine Erzdiöcese dargebrachten Kundgebungen, ermahnte, treu dem katholischen Glauben und der katholischen Kirche, der Lehrerin dieses Glaubens, zu sein, und schloß mit einem Hoch auf Papst Leo XIII. Köln, 21. Fedr.[Dr. Hilsmann;.] Der Senior der Aerzte Deutschlands, Dr. Hilsmann, ist heute im Alter von 92 Jahren gestorden. Köln, 22. Febr.[Die Sterblichkeit] in der Stadt ist augenblicklich eine große; ein Leichenzug drängt den andern In einem Hause an der Quentelstraße sind an einem Tage vier hochbetagte Personen gestorben. Vonn, 19. Febr.[Verschiedenes.] In der Wolfsstraße stürzte eine im Bau befindliche Schreinerwerkstatt ein. Die Arbeiter konnten sich sämmtlich retten. Man nimmt an, daß das Frostwetter der vorigen Woche die Schuld an dem Einsturz trägt.— Ein Ehepaar, das in vergangener Nacht spät aus einer Karnevalssitzung nach Hause zurückkehrte, fand sein eineinhalbjähriges Kind todt. Dasselde war durch Rauch aus dem Ofen erstickt. Lokales. Aus dem Kreise Ruhrort. * Ruhrort, 22. Febr. Herr Pfarter C. Tetzlaff in Solingen, früher Pastor der evangelischen Gemeinde in Laar, hat sein Schriftchen„Die älteste Frage der Welt auf der Schwelle des neuen Jahrhunderts“ in 3. Auflage erscheinen lassen. Der geringe Kaufpreis ermöglicht es Jedem, sich das Werkchen anzuschaffen. Näheres hierüber ist aus dem Anzeigentheil d. Bl. zu erfahren. * Ruhrort, 22. Febr. Für die Buren sind bei der Centrale des Alldeutschen Verbandes in Berlin 182 301,38# eingegangen. Ruhrort, 22. Fedr.[Vom Carneval.] Wer früher vom rielberusenen rheinischen Carneval hier einen Hauch spüren wollte, der mußte auf die Maskenbälle gehen, deren Hauptzweck aber immer und immer wieder das Tanzen war. Es wurde zwar einige Male der Versuch gemacht, das tolle fröhliche Fastnachtstreiben in anderer Form hierher zu verpflanzen, es fehlte ihm aber stets an kräftiger Entwickelung. Gesteru hat man den Versuch mit gutem Erfolg wiederholt und zwar aus Kreisen des Ruhrorter Schützenvereins heraus, die sich schon in früheren Jahren unter dem Zeichen des Prinz Carneval begeden. Der große Germaniasaal war von einer zahlreichen, ulkfrohen Menge besetzt, die den„Elserrath“, der in bunter Narrentracht einmarschirte, beifällig begrüßte. Herr Flosdorf eröffnete und leitete die Sitzung. Zunächst stiegen Ruhrorter, die Herren. H. Schumacher, I. Wolterhoff in die„Bütt“, mit kernigem Humor erfreuend. Die„Greesberger" aus Köln rückten später ein, mit ihren Kräychen und Liedervorträgen zu lauter Heiterkeit Anlaß gebend. Echi Kölsche Wite drachten u. A.„das Schaaff“, die„Klapphörncher“, der abgesetzte„Kaiser von China“. Es würde zu weit führen, aul die Vorträge aufzuzählen und jedes Mitwirkenden zu gedenken, der dem Elserrath ein Lied oder Gedicht dedicirte, nur des urgelungenen vielen Ruhrortern bekannten Humoristen Sassen Namen wollen wir aus der bunten Reihe noch herausgreisen. Herr Sassen hatte auch diesmal Urdrolliges geleistet. Ebentowenig wie die Aufzählung der Namen aller Mitwirkenden ist eine Schilderung aller der Ereignisse des gestrigen Abends deadsichtigt, so im Germaniasaal einen Vorgeschmack vom lustigen Getriebe des Kölner Carneval gaben. Wer wissen will, wie es da zugeht, muß selder kommen, lustig sein mit den Lustigen und sich ein paar Stunden an toller Laune und witzigen Einfällen ergötzen! Der Ruhrorter Schützenverein hatte mit der Veranstaltung dieses carnevalistischen Abends einen guten Erfolg, welcher sich bei Wiederholung zweisellos steigern wird * Ruhrort, 22. Febr. Die von Beeck nach Beeckerwerth führende Brücke über die Emscher mußte des Hochwassers wegen abgebrochen werden. * Ruhrort, 22. Febr. Der Reichsanzeiger veröffentlicht folgende Warnung: Die berüchtigte Schwindelfirma W. Siehl alias W. Siehl, W. Zoon (Wzu.), Guillaume, Siehl fils, F. W. Zwitzer, Maison Zwitzer, vor der wiederholt gewarnt wurde, soll neuerlich unter dem Namen Carl Daniel, Lourbokstr. 1, von Rotterdam aus mit deutschen Firmen, namentlich Handschuhhändlern und Handschuhfabrikanten Beziehungen anzutnüpfen suchen. Auch aus Katendrecht soll die genannte Firma Waarenbestellungen versenden. Außerdem wird vor der Anknüpfung von Geschäftsverbindungen mit Charles Mani in Haag, Korte Poten 10, gewarnt. * Meiderich, 21. Febr. In einer gestern Abend abgehaltenen Versammlung hiesiger Wirthe wurde die Neugründung eines Wirthevereins beschlossen. existirte vor einigen Jahren bereits ein solcher Verein, der aber seine Thätigkeit nach und nach ganz einstellte. * Meiderich, 21. Fedr. Herr Provinzialschulrath Klewe unterzog heute die Klassen der Realschule einer Revision. * Meiderich, 21. Febr. In Ober=Meiderich ist ein neues Holzschneidewerk mit maschinellem Betriebe eröffuet worden. Die Industrie zieht sich immer mehr dorthin. Laar, 22. Fedr. Mit den Vorarbeiten zur Pflasterung der Kaiserstraße ist nunmeyr auch hier begonnen worden und zwar an der Emscherbrücke. b Laar, 22. Fedr. Auch die Emscher führt Hochwasser, es fehlt nur noch wenig Zuwachs und das Wasser überflutdet die Straße Selbstverständlich mußten schon jetzt mehrer: tief gelegene Wohnungen geräumt werden. — Professor Dr. Pfuhl, der Leiter des physiologischen Laboratoriums der Kaiser Wilhelms=Akademie, über die physiologischen Wirtungen des Zuckers. Oberstabsarzt Prof. Dr. Pfuhl, in dessen Laboratorium die Versuche ausgeführt wurden, giebt nach einem Referate der„Corr. f. rationelle Gesundheitspflege“ seine Meinung dahin ab, daß der Zucker die Muskelleistung erhöht und zwar in verhältnißmäßig kurzer Zeit, in bedeutend kürzerer Zeit als das Eiweiß, dessen Wirkung wohl eine nachhaltigere ist, während der Zucker den Vorzug besitzt, daß er billiger als Eiweiß ist. Die außerordentliche Schnelligkeit, mit der Zucker vom Körper resorbirt wird, erklärt die Schnelligkeit seiner anregenden Wirkung auf das Nervensystem, und macht den Zucker in allen jenen Fällen besonders werthvoll, wo, wie bei starken Märschen, oft eine möglichst rasche Restauration des Körpers erzielt werden soll. Professor Pfuhl hat an seinem eigenen Körper mit dem Zucker äußerst günstige Erfahrungen gemacht, gelegentlich großer, anstrengender Touren, die er in den Vogesen unternahm. Oft genügten schon drei bis vier Würfel Zucker, um das Gefühl der Ermüdung zu beseitigen und den Körper wieder in einen gewissen elastischen Zustand zu versetzen, und diese Wirkung trat, so erklärt Prof. Pfuhl, oft schon etwa eine Viertelstunde nach Genuß des Zuckers ein. Was die künstlichen Süßstoffe betrifft, von welchen man behauptet, daß sie geeignet wären, den Zucker zu ersetzen, wie z. B. Saccharin, so erklärt Prof. Pfuhl, daß kein denkender Mensch heute wohl mehr daran glaubt, daß diese künstlichen Süßstoffe den Zucker zu ersetzen vermögen, denn während der Zucker bestimmte physiologische Wirkungen hat, die namentlich in einer anregenden Wirkung auf das Nervensyst m bestehen, wodurch er erfrischend und belebend auf den gesammten Körper wirkt, entbehren die künstlichen Süßstoffe dieser Wirkung vollständig.— Was die in seinem Laboratoriums ausgeführten Versuche betrifft, so wurden dieselben an einem Laboratoriumsdiener durch längere Zeit ausgeführt und haben ebenfalls die schonvon anderen Physiologen vielfach constatirte anregende Wirkung des Zuckers auf das Nervensystem und die dadurch bedingte Erhöhung der Muskelthätigkeit begeligt. — Wegen Theilnahme an einem Pistolenduell ist in Karlsruhe der 55jährige Hofjägermeister a. D. Frhr. v. Schelling zu 8 Monaten Gesängniß verurtheilt worden. Er war von dem Leutnant Grohe, dem Bruder einer recht jungen Dame, deren Name mit ihm in Verbindung gebracht war, zum Zweikampf gefordert worden und hatte diesem dann, nachdem er vorher wiederholt versichert hatte, er wolle auf seinen Gegner nicht schießen,„nur aus Rücksis: auf seine Frau und Familie“ im ersten Gang den Ringfinger der rechten Hand zerschmettert, um ihn kampfunfähig zu machen. Schelling ist nach der„Frankf. Ztg.“ als der sicherste Schütze bekannt, der sein Ziel unfehlbar trifft. Bemerkenswerih war in der Gerichtsverhandlung die Aussage des Secundanten Prinz AAlbrecht von Löwenstein, daß sich das Duell um einige Tage verschoben habe, weil der Großherzog von Baden, der sich in jener Zeit zu den Manövern in Straßburg befand nach Karlsruhe telegraphirt hatte, man möge das Duell verschieben, bis er zurückgekehrt sei und mit Schelling gesprochen habe. Dem Großberzog ist es also nicht gelungen, das Duell verhindern. Nachdem der Zweikampf unter solchen Umständen stattgefunden, wird sogar das Zugeständniß des Gerichtshofes bei der Begründung des Urtheils einigermaßen begreiflich, daß nach der ganzen Sachlage der Angeklagte dem Gegner das Dues#nicht hätte verweigern können Aus dem Gerichtssaale. Dortmund, 20. Febr. Der größte Theil der Beamten des Zuchthauses Werden war heute an Gerichtsstelle erschienen. Der in dem bekannten Essener Meineidsprozesse mit verurtheilte Bergmann Gräf aus Herne hatte nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause der Redaktion der hiesigen„Arbeiter=Zeitung" seine „Zuchthaus=Erinnerungen“ zum Besten gegeben und dabei haarsträubende Sachen erzählt. Der Redakteur Herr Lebins hat die Mittheilungen Gräfs veröffentlicht, es ist aber dieserhalb gegen ihn, sowie gegen Gräf Anklage wegen Beleidigung von Beamten des Zuchthauses Werden erhoben worden. Gräf soll nämlich in bekannter Manier falsch berichtet haben. Die Sache stand schon kürzlich zur Verhandlung an, sie mußte aber vertagt werden, da Gräf nicht erschienen war, er ist ins Ausland geflüchtet. Auch heute war wiederum Termin anberaumt, derselbe mußte jedoch abermals vertagt werden, da ein wichtiger Zeuge fehlte, dann aber auch, weil der angeschuldigte Lebins nicht erschienen war. Der Gerichtshof beschloß, ihn zum nächsten Termin vorführen zu lassen. Provinzielle Nachrichten. Duisburg, 21 Febr.[Unterschlagungen.] Die„Köln Ztg.“schreibt: Der frühere langjährige Procurist Rosier der Dursburg=Ruhrorter Bank hat große Unterschlagungen gemacht. Er war erst am 1. Januar bei der genannten Bank ausgetreten. Die Verfolgung ist beantragt. Wesel, 21. Febr.[Feuer.] Gestern Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr brach in den oberen Wohnraumen unseres Bahnhofes,— wahrscheinlich durch einen Kaminbrand— Feuer aus, das recht verheerende Folgen hätte mit sich ziehen können, weil der Bahnhof, des alten Rayons=Gesetzes wegen, ganz aus Brettern gebaut ist. Dem thatkräftigen Eingreifen der Eisenbahn Berufs=Feuerwehr, wie auch der späteren Hülfe der Weseler freiw. Feuerwehr ist es zu verdanken, daß der Brand im Keime erstickt wurde. Der Verkehr auf dem Bahnhofe und das Einund Auslaufen der Züge konnte ungestört erfolgen. Schwerte, 20. Fedr.[Eisenbahnunsall.] Gestern Morgen fuhr eine einzelne Maschine des Holzwickeder 3ges durch den hiesigen Bahnhof, um einen Zug nach Holzwickede zu bringen. Hierbei kam die Maschine auf ein auf die Drehscheide auslaufendes Geleise und sturzte vornüber in die Drehscheibe, wobei das Mauerwerk zerschlagen wurde. Die Maschine fiel auf die Seite. Der unvorsichtige Locomotivführer war bei dem Sturz von der Maschine gesprungen und ist flüchtig geworden. Hagen, 20. Fedr.[Kreitler.] Hier cursirt das uncontrolirdare Gerucht. daß der zum Tode verurtheilte Raubmörder Kreitler einen Selbstmordversuch gemacht habe; er soll versucht haben, sich die Pulsadern aufzubeigen, ein Experiment, das, wie Aerzte meinen, einem mit scharfen Zähnen versehenen energischen Menschen nicht unmöglich Eckesey. 21. Fedr. Bei Eckesen(Wesisaien) ertrank ein fünfjähriger Knade vor den Augen seiner Mutter in der hochgehenden Volme. Barmen, 21. Jedr[Zur Pillenafsaire.] Grodes Aufsehen macht, wie aus Bochum geschrieden wird, dort die Verhastung der Wittwe Ernst Dieckhoff, die in den schwedenden Militärdefretungsproceß in Elderfeld verwickel! 12. Ihr verstordener Mann spielte in dem dekannten Militärdefretungsprocesse Anfangs der 70er Jahre eine hervorragende Rolle Neueste Draht=Nachrichten. * Wien, 22. Febr. Der sozial demokratische Verband beschloß in heutiger Sitzung, im Abgeordnetenhause einen Dringlichkeitsantrag betr. die Achtstundenschicht der Bergarbeiter einzubringen. Ferner wurde die Noihwendigkeit betont, gegen das Eisenkartell energisch vorzugehen. Gestern fanden mehrere von den Sozialdemokraten einberufene Volksversammlungen betr. den Bergarbeiterstrike und die heutige Parlamentseröffnung. Nach Schluß der Versammlung im Bezirk Margarethen demonstrirten etwa 300 Personen durch Rufe Lueger. Zwei Arretirungen wurden vorgenommen. Hierauf zerstreute sich die Menge. Die übrigen Versammlungen verliefen ruhig. * Wien, 22. Febr. In der heutigen Sitzung der deutschen Fortschrittspartei wurde der Bericht über die allgemeine politische Lage und den bisherigen Verlauf der Verständigungs=Conferenz entgegengenommen. Der Club beschloß, für unbehinderte Verhandlung der Regierungsvorlage über das Rekrutencontingent, und Verlängerung des Wehrgesetzes sowie für deren Ueberweisung an den Ausschuß einzutreten. Ferner wurde beschlossen, von einer Erhebung von Ministeranklagen wegen Anwendung des§ 14 abzusehen, den Clubmitgliedern aber freizustellen, derartige Anträge anderer Parteien zu unterschreiben; die erste Bicepräsidentenstelle komme der deutschen Volkspartei zu. Der Club beschäftigte sich hierauf eingehend mit dem Ausstand im Kohlenrevier und beschloß, morgen Dringlichkeitsanträge wegen Neuregelung und Abkürzung der Arbeitszeit beim Kohlenbergbau und Hintanhaltung der Kohlennoth zu überreichen. * Agram, 21. Febr. In der Universität veranstalteten etwa 100 kroatische Studenten eine Kundgebung gegen die serbischen Studenten. Sie rissen das Schild des serbischen Unterstützungsvereins ab, warfen es auf die Straße, traten mit den Füßen darauf und riefen:„Abzug Serben!" * Brüx, 21. Febr. In zwei Bergarbeiterversammlungen wurde eine Resolution angenommen, worin die Erwartung ausgesprochen wurde das Abgeordnetenhaus werde in die Bergarbeiterfrage eingreifen. * Budapest, 21. Febr. Dem„Ung. Telegr.=Corr.=Bureau“ wird von competenter Seite erklärt, daß die Angaben in einer im Berliner Börsencourier“ mit getheilten Unterredung mit dem Handelsminister Hegedues theils unrichtig, theils mißverständlich wiedergegeben worden seien. * Paris, 21. Febr. Staatsgerichtshof. Die Enklastungszeugen unter denen mehrere Deputirte sind, betonen die republikanische Gesinnung Haberts Morgen bält der Staatsanwalt sein Plaidoyer. 9 Madrid, 21. Febr. Die Königin=Regentin beauftragte den Minister des Inneren, den durch die Feuersbrunst in der Ortschaft Ataguines Betroffenen eine Unterstützung von 20 000 Besetas zu überbringen. Vermischtes. — Kassel. 21. Fedr. Von fast allen Flüssen der Oberweser. Fulda. Eder, Diemel und Lahn wird stetes Steigen des Wassers gemeldet. Die Niederungen sind theilweise überfluthet. — Magdeburg, 21. Fedr. Der Getreideträgerausstand wurde bei den hiesigen Firmen mit einem Sieg der Arbeiter beendet, deren Forderungen bewilligt wurden; der Ausstand im Hafen dauert fort. — Zeit, 21. Febr. Im Meuselwitzer Bezirk ist heute ein Ausstand ausgebrochen; auf Wilhelmsschacht sind alle Arbeiter bis auf vier ausständig. Zwickau 21. Febr. Gestern Abend waren 34,5 Procent, heute früh 31.9 Procent der Arbeiter, im Ganzen 3799 Mann, im Zwickauer Revier ausständig. — Geestemünde:. 21. Febr. Der Fischdampfer„Mannheim“ ist von seiner Reise nach Island nicht zurückgekehrt und zweifellos mit der aus 11 Mann bestehenden Besatzung untergegangen. — Radbruch, 19. Febr. Anzeige, wegen groben Unfugs ist gegen den Wunderdoktor Schäfer Ast erstattet worden. Ast hatte, laut„Freis. Ztg.“ das Begräbniß eines Schiffdecker Arbeiters auf dem Steinbecker Kirchhofe insofern gestört, als er an der Hand ihm zur Untersuchung übergebener Nackenhaare des Entschlafenen seine Diagnose dahin abgegeben hatte:„Der Todte lebt.“ Die Beisetzung sollte bereits erfolgen, und wurde auf Veranlassung der Wittwe in Folge eines bei ihr während der Beerdigung eingegangenen Telegramms obigen Inhalts die Oeffnung des Sarges auf dem Friedbof veranlaßt. Der Todte war und blieb indessen todt. — Amsterdam, 21. Febr. Das Hochwasser der Maas hat einen Theil der Stadt Grave überschwemmt. Die Südostecke Frieslands gleicht einem See. Valladolid. 21. Febr. In der Ortschaft Ataquins wurden 420 Häuser durch eine Feuersbrunßt zerstört. Während des Brandes ist viel Viek umgekommen und mehrere Menschen sind aus Schreck wahnsinnig geworden. Voraussichtlich wird großer Manael an Lebensmitteln eintreten. Bombay, 21. Fedr. Die Sterdlichkeit ist hier höher als zuvor, es sind täglich vierhundert und einige Todesfälle zu verzeichnen. Im letzten Monat sind in der Stadt 10239 Personen an der Pest sowie an Pocken, Dosenterie und anderen epidemischen Krankheiten, die unter den Flüchtlingen aus den Bezirken in denen die Hungersnoth wütbet, berrscht, gestorden. Industrie, Handel und Verkehr. Frankfurt a. M., 21. Fedr. Heute fand die Constituirung des rheinischwestfälischen Ziegelsyndicats, eine Jahresproduction von 700 Millionen Steinen umfassend, statt.— Die Fabrikanten baumwollener Maschinengarne beschlossen neuerdings eine Preiserhöhung. 9 Berlin, 21. Febr. Der„Magdeb. Zta.“ zu Folge hat der Eisenbahn= minister die preußischen Staatsbahnverwaltungen angewiesen, zum Besuche der Pariser Weltausstellung keine besonderen Fahrpreisermäßigungen. weder für Einzelreisen, noch für Gesellschaftsreisen, zu gewähren, weil aub die französischen Bahnen solche ablehnen. Auch die ursprünglich beabsichtigte Verlängerung der Geltungsdauer der bestehenden Rückfahrkarten nach Paris mußte mit Rücksicht auf die von den französischen Bahnen hieran geknüpften Bedingungen fallen gelassen werden. In Aussicht genommen sei aber die Ausgabe von französischen Fahrscheinheften in Verbindung mit zusammengestellten Fahrscheinheften bis zur französischen Grenze. Ob sich diese Maßregel recztzeitig werde verwirklichen lassen, sei freilich noch durchaus zweifelhaft. * R o h e i s e n= S y n d i c a t z u D ü s s e l d o r f 2 2. F e b r. I n d e r g e s t r i g e n Ausschußsitzung wurde beschlossen, nunmehr auf Drängen der Verbraucher mit dem Verkauf von Puddel= und Stahleisen für das ganze Jahr 1901 vorzugehen. Die Preise wurden auf 90 Mk. für Qualitäts=Put deleisen und 92 Mk. für Stahleisen, beides für 1000 kg, Frachtgrundlage Siegen, festgesetzt. ° Thomas=Roheisen=Verkaufstelle. Die in der Themas=Roheisen=Verkaufsstelle vereinigten rheinisch=westfälischen und lothring sch=luxemburgischen Hüttenwerke haben zur ratirlichen Lieferung im Jahre 1901 Verkäufe von mehr als 200000: Thomas=Roheisen zum Preise von 90,20 Mk. die 1000 kg Grundlage Margan, frei rheinisch=westfälische Verbrauchstelle, gethätigt. Schifffahrts=Angelegenheiten. X Ruhrort, 21. Febr.(Nachdruck verboten.) In Folge eingetretenen Hochwassers, wodurch die hiesigen Hafen=Magazine, Speditions= und Krahnplätze überfluthet worden sind, hat die Verladung und der Verkehr im hiefigen Hafen eingestellt werden müssen. An einzelnen hochgelegenen Stellen und Kippern wird zwar noch etwas verladen, jedoch ist dies von geringer Bedeutung. Auf dem hiesigen Frachtenmarkte ist es sehr still; Schiffsannahmen finden sozusagen nicht statt, auch im Schleppverkehr rheinaufwärts ist wenig zu thun. Eine Anzahl von Dampfern liegt z. Zt. im Hafen und auf Strom vor Anker. Die gegenwärtige Hochfluth hat diejenige vom vorigen Monate bereits um 2 Fuß am diesigen Pegel überschritten und steigt das Wasser noch fortgesetzt. In Rotterdam hat sich der Verkehr noch nicht gehoben, da die Getreidezufuhr aus den überseeischen Exporthäfen andauernd gering ist. Es kommt aus dem Grunde denn auch wenig von dort nach dem Oberrrhein zur Verfrachtung; nach den Ruhrhäfen wird hingegen viel Eisenerz verfrachtet.— Die Schiffsmiethe in Notterdam z. D. ist nach den uns vorliegenden Specialberichten für eiserne Kähne und Eisenerzladung nach hier und den denachbarten Häfen 40—50 Cs., für Getreide oder gewischte Ladung nach den Häfen Mainz. Mannheim und Frankfurt Fl. 1.25—1.25 für die Last= 40 Ctr.— Die Schlepplöhne ab hier werden heute für den Ctr. in eisernen Kähnen berechnet nach St. Goar mit 3¼—3½ J, nach Mainz mit 4¼—6 J, und nach Mannheim mit 5¼—5½ J.— Heute sind einige Kasdampfer mit koladenen Anhangschiffen von hier bergwärts abzefahren. J. Am 20. Fedraar 1900 vor 2 Uhr passirten auf ihrer Fahrt eheinaufwärts folgende Schiffe Lodith: 21. Fedruar 1900 vor 2 Uhr: Proedertroum Joha. Hendrika Octave Achille Wibda. Maria Johanna Maasstroom 25 Industrie Korl Schroers 16 Herman St. Nicolags Admiraal Stella Maris 3 Gezusters Maria Frederika Onderneming Gerardus Marinus Hollandia 2 Köln 25 " 32 „ 3 Wollendurg Rosalie Rhederei 8 Fris Hans Ankonins Stadt Emmerich Mercator D. S. de Weerd de Ronde Gossin Buschgeus v. Dongen Kamp Tunnißen v d. Heiden Rodders Kruiser Vermeulen Verhoeven Hubens Vermeulen v. Welie Potappel v. d Pluijm v. Dongen Werner Berns Albers Didier Reinarz Wisckmans May Schepper Braun Bemmers Leinsamen Rotterdam Eisen Eisenabfall! Luik Kreide Antwerpen Lteintodien Roeliendan. Steime gunI„ Hafer Eisenerz Roggen Eisen Eisenschlacken Leinsamen Rüblamen Gerste Stückgut Erde Sesansamen Stückgei Aufiedan Antwerpen Rotterdam Autwerpen Retterben Autwenen * * * Potteridan Cleve Alsum Ruhrort Duisburg Uerdingen Neuß Süsfelder! Rdin Benn Mainz Mannhein Ruhrort, 22. Febr.(Schifssbewegung im Ruhrorter Hafen am 21. Fedr.) Angemeldet 47 Schiffe leer, 1 Schiff beladen mit 667: Eisenerz, 8 Schiffe beladen mit 965: andern Gütern. Abgemeldet 4 Schiffe leer, 24 Schiffe beladen mit 4904: Steinkohlen, 2 Schisse beladen mit 314: Eisen und Eisenwaaren. 1 Schiff beladen mit 500 k andern Gütern. Insgesammt 82 Schiffe. Marktberichte. Wesel, 19. Febr. Der heutige Viehmarkt war im Ganzen gut besucht. Von dem Rindvieh wurde die fette Waare mit 57—59 cA pro 50 Kilo Schlachtgewicht, tragendes und Milchvieh mit 325—400 M pro Stück bezahlt. An Schweinen waren 1249 Stück aufgetrieben und kosteten die fetten 44—46 al pro 50 Kilo Schlachtgewicht, Faselschweine, 12—20 Wochen alt, kosteten 28—34 Ml. junge Saugschweine die Alterswoche 2—2,50 Ml. Sämmtliche Zutrift wurde schnell abgesetzt.— Nächster Viehmarkt am Montag, den 5. März 1900. Fruchtpreise zu Wesel am 21. Februar. Weizen Mk. 16.50, Roggen Mk. 15.—, Gerste Mk. 18,60, Kartofseln Mk. 5.—, Haser hies. Mk. 14,75, Heu Mk. 6,40, Stroh Mk. 3,80(Alles per 100 Kilogr.), Butter ½/8 Kilo Mk. 0,95, Eier per Dutzenp Mk. 0,95, Brod 5 Kilog. 1.00 Essen, 20. Febr. Biehmarkt. Aufgetrieben: 856 Großvieh, 75 Bautzen resp. Bullen, 2067 Schweine, 1004 Kälber, 70 Schafe. Handel ziemlich ledhaft. Ausgesuchte Exemplare über Notiz bezahlt. Preise: Großvieh Ia 60—62 Mk., 1la. 56—59 Mk., IIIa. 50—54 Mk, Bautzen resp. Bullen 54—61 Mk., Schweine 47—60 Mk., Schafe 55—62 Mk. pro 50 kg Schlachtgewicht. Kälber 36—44 Mk. pro 60 kg Lebendgewicht. Bhein=Wasserstände am 22. Februar 1900, 8 Uhr Morgens. Beobachtungser! Waldshut Kehl Mannheim Gaud Köln Ruhrort Liel Mälheim, 22. Fedr. Ruhrhöhe 3.20 m Trier, 21. Fedr. Der Wasserstand der Mosel beträgt 4,05 m, seit heute Mittag um 0.05 m gefallen. Das Wetter ist klar. CoftAmprrate: Grad Rr. 0.42 m. in also Hermann Thate, Bankgeschäft, Friedrichetr. 18. empfichlt eich zur Besorgung aller bankgeschäftlichen Umehtze zu coulanten Bedingungen. Linde's Essenz wird in Tamen, Gläsern und anderen Gefässen hauft, die in jedem Haushalt praktische Verwend foder böonen. Unübertrotten zur Haut- u. Schönheitspflege. MTRRHOLIN-SEIFE kis beste Kinderseite ärztlich empfohlen. Jete Name kauft eidensteffe, Sammte& Volvete am besten und ureiowerthesten Dircht von ven Eiten& Keussen, Krefeld. Eroßartiges Mustersortiment auf Wunsch. Ordnung betreffend die Erhebung einer Hundesteuer im Bezirke der Gemeinde Hiesseld. Auf Grund des Beschlusses des hiesigen Gemeinderaths vom 15. Januar 1900 wird hierdurch in Gemäßheit der§§ 16, 18. 82 des Communalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 nachstehende Ordnung, betreffend die Erhebung einer Hundesteuen im Bezirke der Gemeinde Hiesfeld, erlassen. § 1. Wer einen festliegenden Hund hält, hat für denselben jährlich eine Steuer von 2 A, wenn derselbe frei umherläuft, 4 c in halbjährigen Raten und zwar in den ersten 14 Tagen eines jeden halben Jahres an die hiefige Stadtkasse zu entrichten. Das erste halbe Jahr erstreckt sich auf die Zeit vom 1. April dis Ende September. Es ist gestattet, die Steuer für das ganze Jahr in ungetrennter Summe im Voraus zu entrichten. Ueber die Steuerzahlung ist Quittung zu ertheilen. Hunde bis zum Alter eines halben Jahres bleiben von der Steuer befreit. § 2. Für einen Hund, welcher im Laufe eines halben Jahres(§ 1) steuerpflichtig wird. sowie für einen steuerpflichtigen Hund, welcher im Laufe eines halben Jahres angeschafft worden ist, muß die volle Steuer für das laufende halbe Jahr binnen 14 Tagen von Beginn der Steuerpflicht an gerechnet, entrichtet werden. Wer einen bereits versteuerten Hund erwirbt oder mit einem solchen neu anzieht, oder einen Hund an Stelle eines eingegangenen versteuerten Hundes erwirbt, darf für das laufende halbe Jahr die gezahlte Steuer auf die zu zahlende in Anrech= nung bringen. § 8. Steuerrückstände werden im Wege des Verwaltungs=Zwangsverfahrens beigetrieben. § 4. Wer einen steuerpflichtigen oder steuerfreien Hund anschafft, oder mit einem Hunde neu anzieht, hat denselben binnen 14 Tagen nach der Anschaffung bezw. nach dem Anzuge bei dem Bürgermeisteramte anzumelden. Neugeborene Hunde gelten als angeschafft nach Ablauf eines halden Jahres. Jeder Hund, welcher abgeschafft worden, abhanden gekommen oder eingegangen ist, muß spätestens innerhalb der ersten 14 Tage nach dem Ablaufe des halben Jahres(§ 1), innerhalb dessen der Abgang erfolgt ist, abgemeldet werden, widrigenfalls die Steuer, welche für denselben zu entrichten gewesen ist, bis einschließlich desjenigen halben Jahres, in welchem die Abmeldung geschehen, fortgezahlt werden muß. § 5. Von der Steuer sind die Besitzer solcher Hunde frei die zur Bewachung oder zum Gewerbe unentbehrlich fnd.... 8 a.— Mit dieser Maßgabe tritt die Steuerfreiheit ein: a) für Hunde, weiche auf einzeln belegenen Gehöften zur Bewachung gehalten werden: d) für Hirten= und Fleischerhunde, sowie für solche Hunde, die entweder als Ziedhunde oder zur Bewachung von Waarenvorräthen benutzt werden. Die steuerfreien Hunde ausschließlich derjenigen für Hirten dürfen nicht frei umberrianste.„„ § 6. Wer sich durch Verheimlchung eines Hundes der Sreuer zu entziehen sucht, unterliegt einer Strafe bis zur Höhe von 30 M. § 7. Die in Beziehung auf das Halten von Hunden bestehenden Polizei=Vorschriften werden durch vorstehende Bestimmungen nicht berührt. § 8. Gegenwärtige Ordnung tritt am 1. April 1900 in Krof! Dinslaken, den 22. Januar 1900. Der Bürgermeister: gez. Leue. Vorstehende Hundesteuer=Ordnung in der Gemeinde Hiesfeld wird gemäß §§ 18 und 77 des Communalabgaben=Gesetzes vom 14. Juli 1 93 auf Grund des Beschlusses des Kreisausschusses vom 1. Februar 1900 genehmigt. Ruhrort, den 2. Februar 1900 Der Kreisausschuß des Kreises Ruhrort (I. S.) gez. Kötter, Königl. Landrath. Vorstehende Ordnung wird diermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Dinslaken, den 17. Februar 1900. Der Bürgermeister: Leue. Soeben erschien in 3. Auflage. „Die älteste Frage der Welt auf der Schwelle des neuen Jahrhunderts!“ 965 C. Tetzlaff, Pfarrer in Solingen. Preis 25 Pfg. 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Sollte Jemand aus Versehen keine Einladung erhalten daden, so bitten wir diese als solche zu detrachten. Auf Autrag des Gumstadevorstandes der Stavigamstade Melderich bo:,##r. Sheh: gierungs=Präsident dierseldst die Einleitung des Verfahrens zur Feststellung der Entzigun###### folgende, zur Freilegung der Marktstraße, der Straßen„Unter den Ulmen" und„Auf dem Danim“ erforderlichen, innerhald der Gemeinde Meiderich belegene Grundslächen angeordnet. 8 Bezeichnung der Eigenthümer. Marktstraße. Schlosser Ederhard Douvern. Straße„Unter den Ulmen“. Kahrotter=Gezung:krein „RRteltartia“. Bohnert 40 19 50 1661 U5S. 458 1409 455 Boe. Johonn Kulsermann Schlossermasser Johenn Kleinstel Mabderich Meiderich Straß:„Auf dem Damm“. 1415 Eheleute Fabrikarbeiter Gerhard Dahmen und 112. 115] Helene ged. Pollmann. 86i ∆ Nachdem der Königliche Regierungs=Präsident mich zum Commissar zur Leitung des im Ein gange bezeichneten Versadrens ernannt dat, habe ich Termin zur Verhandlung mit bez. Veiheligten unter Verlegung des destutio festgestellig Planes, sowie eventnell gur Abscapurgpgerich Kreitag den 2. Marz d. Is., Nachmittags 3% Uhr, im Rathhause zu Meiderich. Alle Betheiligten, soweit dieselben nicht besonders vorgeladen worden sind, werden hiermit aufgefordert, ihre Rechte im Termine wahrzunehmen, unter der Verwarnung, daß bei ihrem Ausbleiben odne ihr Zuthun die Entschädigung festgestellt undowegen Auszahlung oder Hinterlegung der letzteren versegt werden wird. ose...). den Der goschägungs Commiar: Eugelderdt, Regierungs=Assessor. Lösl. Frühstücks Sunpen Gemüse- u. Kraftsuppen Bouillon-Kap-eis Suppen-Würze — können den Hausfrauen bestens empfohlen VVVal wrden. Zu haben bei„„ KEEBvNG& Sr. Inh. Clara Munchau. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Rathschlusse gefallen, heute Morgen 7½ Uhr unsere innigstgeliedte Tochter, Schwester, gerin und Tante " Ssta##m zu sich zu nehmen. Sie stard nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, vorder gestärkt durch die Heilsmittel der röm.=kath. Kirche. Freunden und Bekannten widmen diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Theilnahme. Laar bei Ruhrort, den 21. Fedr. 1900. Familie Johann Follmannz. Die Beerdigung findet statt Sonntag den 25. Febr. Nachm. 4 Uhr vom Sterbehause Laar, Stahlstr. aus. Die feierlichen Exequien sind Montag Morgen 710 Uhr in der Pfarrkirche zu Laar. Sollte Jemand aus Versehen keine besondere Einladung erhalten haben, so möge er Obiges als solche gelten lassen. Lähon. Sene Fastnachts=Dienstag den 27. Februar, Abends 8 Uhr in„Germania=Saale“(Hch. Weyers) Eingang Mühlenstraße großer geschl. Iaskensal mit carnevalistischen Auf. führungen u. humoristischen Vorträgen. Der Vorstand. Rassahrer=Verein„Nerrador Ruhrort. Rosenmontag den 26. Februar er. im Bahnhosshotel Großer Anfang 7 Uhr. Einführungen sind gestattet. Preise sind ausgestellt bei Herrn Wilh. Weyers, Schahr. B. Der Vorstand. Männer-Gesang-Verein„Phönix“, Laar. Am Rosenmontag den 26. Febr., Abends 7 Uhr: mit dem Pfeilring. Belauntmachung. Es ist deabsichtigt, auf Flur 4 der Gemeinde Berck einen Verbindungsweg von der Kaiserstraße bis zur Lohstraße in Marxloh offenzulegen. Auf Grund des§7 des Gesetzes betrefsend die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städten und ländlichen Ortschaften vom 2. Juli 1875 wird hiermit bekannt, gegeben, daß der die Situation veranschaulichende Plan zu Jedermanns Einsicht auf dem hiesigen Rathhause, Zimmer Nr. 8, offenliegt und daß binnen einer Frist von 4 Wochen— vom Tage des Erscheinens der diese Bekanntmachung enthaltenden Nummer des Kreisblattes ab gerechnet— Einsprüche bei der unterzeichneten Behörde schriftlich oder zu Protokoll angebracht werden können. Beeck, den 16. Februar 1900. Der Bürgermeister. J. A.: Schrecker. Beig##. Lanolinfabrik Martinikenfelde. Al bi Lanolio Tollette-Cream-Lacdin achte mon auf die blorke Plesrine im Flora=Saale zu Laar. Moskengerderobe vorhauden. Der Vorstand. Die Bürgermeisterei Beeck mit 52000 Einwohnern soll demnächst getheilt werden. Zu diesem Zweck wird die Anstellung eines weiteren Communal-Baumeisters erforderlich. Geeignete Bewerder, welche befähigt sind, alle vorkommenden Arbeiten des Hoch= und Tiefbaues in absolut selbstständiger Weise zu erledigen, sowie gewandt in der Handhabung der Bau=Polizei sind, werden aufgefordeet, ihre Bewerbungsgesuche nebst Lebenslauf, Gehalteansprüchen und Angabe des frühesten Dienstantritts umgehend hierher einzureichen. Die Anstellung erfolgt vorerst auf 6—12 monatliche Probe, alsdann eventuell definitiv mit Pensionsberechtigung. Bewerder mit Erfahrung im Communaldienst werden bevorzugt. Persönliche Vorstellung nur auf diesseitige besondere Aufforderung erwünscht. Berck bei Ruhrort, den 16. Februar 1900. Der Bürgermeister. I. A.: Schrecker. Das Kälken der Klassen, Flure und Nebengebände in den gesammten Schulgebäuden der diesseitigen Bürgermeisterei während der Osterferien soll ortschaftsweise vergeben werden. Die Bedingungen liegen von heute ab im diesseitigen Bauamt zur Einsicht aus; ebendaselbst werden die Angebotsformulare kostenlos abgegeben. Die mit entsprechender Aufschrift versehenen Offerten sind bis Dienstag den 20. März ds. Irs., Vormittags 11 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Oeffnung der eingegangenen Offerten in Gegenwart der erschienenen Bieter erfolgen wird, einzureichen. Beeck, den 16. Februar 1900. Der Bürgermeister. J. A.: Schrecker. Gemeinde Hochheide. Bekanntmachung betr. Abänderung des Bebauungspianes. Der durch Gemeinderaths= Beschluß vom 11. Jannar er. abgeänderte Bedauungsplan st, nachdem derselbe vier Wochen lang zu Jedermanns Einsicht offen gelegen hat und Einwendungen gegen die Abänderungen nicht erhoben worden sind, förmlich festgestellt worden. Der Plan liegt in Gemäßheit des§ 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 acht Tage lang und zwar vom 20. bis zum 28. d. M. auf dem Gemeinde=Bauamte hierselbst offen. Homberga. 3h., 17. Febr. 1900. Der Bürgermeister: Lauer. Bekanntmachung. Am Freitag den 2. März d. Is., Vormittags von 10 Uhr ab sollen die der Königl. Eisenbahn=Verwaltung gehörigen Gebäude das frühere Dislich'sche Wohnhaus(jetzt Dienstgebäude des Stationsvorstehers) und die in unmittelbarer Nähe des Hauses defindliche alte Scheune, auf Bahnhof Ruhrort Rh. Gemeinde Wieiderich beiegen ,epsf a. meistchzutnd m Drt und in 2 Loosen oder auch zusammen öffentlich meistbielend an Ort und Stelle auf Abbruch versteigert werden. Die Verkaufsbedingungen liegen in den Stationsbureaus zu Ruhrort und Meiderich, sowie beim Bahnmeister Bender zu Ruhrort zur Einsicht aus und werden außerdem noch vor dem Verkaufe am Platze bekannt gemacht. Ruhrort, den 19. Februar 1900. Rönigliche Eisenbahn=Betriebs=Inspection 1. Mobilar=Verkauf. Am Moutag den 26. 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General=Anzeiger für die Kreise Ruhrort und Moers(Auflage über 8000). Anzeiger für den Verwaltungsbezirk Homberg am Rhein. Gür bie Rebertien veraussuctlich: &a. Baitlich, Achon Druck und Verlag Joh. Brenden& Sohn. Ruhrort. Verbunden mit der Sratisbellege:„Jüustrirtes Seuntagöblatt“. Täglich zweimal erscheinende Zeitung. Oestellungen nehmen an: alle Postanslalten, Die Banbbriefträger und Zeitungsboten, sowie unfere Erpebitionen in Laar bei Leonhard van den Berg, in Beeck bei Wirth Albert Krombach, in Hamborn bei WVilh. Tham, in Bruckhausen bei Heins. Hammel, Schulstr. 8, in Meiderich dei Aidert Tersteegen, Unter den Ulmen. Buchbinder Wennemer Schweer am„Casino“ u. Johs. Graffmann a. d. Realschule, in Sterkrade dei Theod. Pelzer, in Dinsiaken bei W. Zimmermann, in Homberg, Essenberg u. Hochbeide dei Emil Hadtkein, in Moere bei J. M. Lechner, in Orion dei H. Münker. Gasahweßelen tor Juteraus: die Annonem=Cxpedittonen Rodeis Mosse in Köin. 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Die geplante Reform will alle vom Normaltarif abweichenden Sonderkarten, sofern nicht für gewisse sociale Bedürfnisse Ausnahmen zu schaffen sind, beseitigen: jedoch sollen die Bequemlichkeiten, welche beispielsweise in der Venutzung von Fabrscheinbeften und Rückfahrkarten liegen, besteben bleiben, Sährend der auf die Karten bisher gewährte Rabatt weasallen soll. Der Preis des sogenannten Normalbillets hingegen dürfte künftiahin berabaesetzt werden, so daß in der durchschnittlichen Einnahme aus dem Personenvertehr keinerlei Erböbung eintritt. Bei den Verhandlungen mit den anderen Staatsbahnen wird auch das Programm einer Tarifreform erörtert werden, jedoch kann bis zur Erledigung dieser Frage„geraume Zeit" verstreichen, denn einer über ganz Deutschland sich erstreckenden Tarifreform steben gerade im Personenverkehr außerordentliche Schwierigkeiten antgegen. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, daß das ganze System der Beförderung der Reisenden in Süddeutschland ein anderes ist als in Norddeutschland. Dort bestehen für die Personenbeförderung nicht vier, sondern nur drei Wagenklassen, auch wird für das Gepäck kein Freigewicht gewährt. Hierzu tritt eine Reibe sonstiger Abweichungen. Kilometerhefte und Landeskarten sind süddeutsche Sondereinrichtungen: die Berechnung und Erbebung der Schnellzugszuschläge findet in Südeutschland nach anderen Grundsätzen statt als in Norddeutschland. Letzteres will auf seine vierte Klasse nicht verzichten, hingegen hat Süddeutschland nicht nur keine Neigung, sie einzuführen, sondern ein ausgesprochenes Vorurtbeil aegen sie. Auf die Gründe, welche gegen eine allgemeine Ermäßigung der Eisenbahnfahrpreise geltend zu machen sind, ist von dem Herrn Minister hingewiesen worder. Die deutschen Tarife sind verhältnißmäßig billiger als diejenigen anderer Staaten, weniastens Amerikas, Frankreichs und Englands. Die Thatsache aber daß es Aberhaupt Staaten giebt, in denen der Reiseverkehr noch billiger als in Deutschland ist, veranlaßt einzelne Blätter, eine weitere Herabsetzung der deutschen Tarife zu verlangen. Ein freisinniges Blatt versteigt sich gar zu der phrasenhaften Bemerkung, in der allmäblichen Ermäßigung der Personentarife dürfe kein StillKand eintreten, denn— Stillstand sei Rückschritt. Für diese Tarifreform=EnthuKasten ist mithin eine Minimalarenze für die Fahrpreise überhaupt nicht vorbanden, Man wird natürlich den Wunsch, so billig als nur irgend erreichbar zu reisen, Niemandem verübeln können. Die Eisenbahnverwaltungen und Regierungen aber haben noch anderen Erwägungen Raum zu geben. Sie haben sich vorzuhalten, daß der in Folge von Preisermäßigungen vermutblich stärker einsetzende Personenverkehr keinesweas auch zu einer entsprechenden Einnahmesteigerung der Bahnen führen, daß ferner die Ausgaben für die Unterhaltung und den Ausbau der Bahnen gewaltig anwachsen würden und daß endlich die Betriebsüberschüsse der Staatsbahnen ein unentbehrliches Fundament unseres Staatshaushalts sind. Gerade von dem letztgenannten„fiskalischen“ Gesichtspunkt will man vielfach nichts wissen. Dieselben Blätter, welche gegen jede stärkere Inanspruchnahme der staatlichen Steuerquellen sich bis aufs Aeußerste sträuben, find geneigt, dem Reisepublikum ein Geschenk von Millionen zu machen, obgleich ein solches um so weniger angebracht ist, als von dem Gesammtbetrage auf den einzelnen Reisenden nur eine verhältnißmäßig geringe Quote entfallen würde. Es sollte aber auch nicht übersehen werden, daß die Eisenbahnen seit ihrer Verstaatlichung thatsächlich die fiskalischen Interessen in sehr beträchtlichem Umfange zu Gunsten einer Entlastung der Personen= und Gütertarife haben in den Hintergrund treten lassen. Früher war das Reisen ungleich kostspieliger als heute; die im Laufe der Zeit eingeführten Tarifermäßigungen für Personen und Güter beziffern sich insgesammt auf etwa 100 Millionen Mark jährlich Hieraus erhellt, wie wenig stichhaltig die Vorwürfe wegen übertriebener „Fiskalität“ der Eisenbahnen sind. In Wirklichkeit sind„Rückschritte“ durch gänzliches Stillesteben in der Tarifreducirung niemals zu verzeichnen gewesen. Einen zweiten Angriffspunkt in den Eisenbahn=Etatdebatten haben die Kohlenausfuhrtarife abgegeben. Man drang im Reichstage auf eine schleunige Beseitigung derselben. Demgegenüber mußte darauf hingewiesen werden, daß ein Theil dieser Ausnahmetarife der Kohlenausfuhr ins Ausland keineswegs Vorschub leistet, vielmehr fast ausschließlich den an den deutschen Seeküsten belegenen Ortschaften billigeres Kohlenmaterial verschafft. Aber auch diefenigen Tarife welche überwiegend fremden Staaten zu Gute kommen, werden sich nicht von heute auf morgen ohne Weiteres aufbeben lassen, weil sie theilweise die Voraussetzung für langfristige Lieferungsverträge und festeingebürgerte wirthschaftspolitische Beztehungen bilden. So erwünscht daher die Aufhebung der Kohlenausfuhrtarife im Hindlick auf den gewaltig angewachsenen inländischen Kohlenbedarf sein mag, se wird die Staatsregierung doch nur nach sorafältiger Prüfung der einschlägigen Verhältnisse von Fall zu Fall die betreffenden Tarifänderungen anordnen dürfen. Generelle Maßregeln könnten, ohne die gegenwärtig obwaltenden Schwierigkeiten zu beben, unter Umständen der nationalen Kohlenproduction mehr Nachtheile zufügen, als se dem deutschen Wirthschaftsleben Vortheile bringen würden. Alsdann wird das Vorgehen Preußens von dem Einvernehmen mit den betheiligten süddeutschen Bundesstaaten bedingt sein. Wenn z. B. die ellaß=lothringischen Ausnahmetarise aufgehoden werden, ohne daß die badische Bahn das Gleiche thut, so wird damit nichts weiter bewirkt, als daß in Zukunft die Koble über die badische Linie nackh der Schweiz und Italien gebt, oder daß die Kohlentransporte direct abbiegen und sich über Luremburg und Frankreich nach Süden bewegen. Der Herr Eisenbahnminister hat dem Reichstage eine sorgsame Abwägung der für die Aufbebung der Koblenausfuhrtarife angeführten Gründe zugesagt. Die dadurch bedingten Unterhandlungen und Erhebungen find im Gange: über das Ergebniß derselden wird hoffentlich dinnen Kurzem Mittheilung gemacht werden Politische Nachrichten. Deutschland. Berlin, 22. Fedr. — Wer noch darüber Zweifel hegie, in welchem Maaße die Landwirthschaft treibenden Landestheile mehr triegstüchtige Mannschaften liefern als die Industriegegenden, wird durch die Ergebnisse der letzten Aushebungen eines anderen belehrt sein. Denn danach ergiebi sich, daß zwar der Procentsatz der zum Herresdienst völlig untauglichen in allen Landestheilen ungefähr gleich groß ist, daß aber die überwiegend Landwirthschaft treibenden Provinzen einen ungleich größeren Procentsatz an zum Heeresdienst völlig tauglichen Mannschaften stellen als die industriellen Landestheile. Aus dieser Thatsache erhellt, wie wichtig es für die kriegerische Kraft unseres Landes ist, daß es neben einer blühenden Industrie sich auch eine lebenskräftige Landwirthschaft erhält. Umgekehrt sind die vorwiegend landwirthschaftlichen Landestheile auch nicht annähernd im Stande, die Mittel aufgubringen, welche zur Erhaltung unserer Wehrkraft zu Wasser und zu Lande erforderlich sind. In Bezug auf die sinanzielle Seite unserer kriegerischen Stärke fällt vielmehr der Löwenantheil der Leistung auf die Handel und Industrie treibenden Kreise der Bevölterung. Sie bringen insbesondere den g: ßten Theil der Einnahmen aus Zöllen und Verdrauchssteuern auf. Wie eine kräftige Landwirthschaft für die Ergänzung der Mannschaften für Heer und Flotte von entscheidender Bedeutung ist, so ist auch andererseits eine träftige Industrie und ein blühender Handel nothwendig, um die finanziellen Mittel zur Erhaltung von Heer und Flotie beschaffen zu konnen. So ergänzen sich auch in Bezug auf unsere kriegerische Kraft und die Sicherung vor äußerer Gefahr Industrie und Landwirthschaft, und es ist auch unter diesem Gesichtspuntte als ein Glück für Deutschland zu bettachten, daß es woder reiner Industrie= noch reiner Ag.arstaat ist, sondern daß beide großen Erwerbszweige bei uns neben einander bestehen und sich kräftig entwickeln können. — Die Folgen des Kohlenarbeiterstrites lasten auf Niemandem schwerer, als auf den ärmeren Bevölterungsklassen. Es wäre ein Irrthum, wenn man glaubte, daß es gerade die Besitzer der Kohlengruben sind, die diesen Druck am Meisten empfinden würden. Unter der ourch eine Arbeitseinstellung der Kohlenarbeiter veranlaßten Kohlennoth leiden diese, wenn sie den Bedarf der eigenen Maschinen durch Kohlenvorräthe ausreichend gedeckt haben, nur in Bezug auf vorübergehende Einnahmeausfälle während der Stritezeit, die sie aber in Folge der Besserung der Conjunctur verschmerzen können. Die größte Calamität trifft die Kohlen=Consumenten und unter diesen gerade wieder die ärmsten und schnächsten Existenzen. Der Heizofen und die Küche des kleinen Mannes ist nicht nur in Oesterreich, sondern auch in Deutschland jetzt schon viel schwerer zu erwärmen als in anderen Jahren, und dieser Nothstand kann sich leicht ins Unerträgliche steigern. Dazu kommt der geminderte Verdienst der Arbeiter in den wegen Kohleumangeis zur Einstellung kommenden Fabriken. Die deutschen Arbeiter in ihrer Gesammtheit sind also, wie die„Schles. Zig.“ mit Recht ausführt, recht sehr dabei interessirt, daß die Kohlen verbrauchenden Industrieen durch den Kohlenarbeiterstrite und seine Folgen nicht zu sehr ins Gedränge kommen, und mancher brave Arbeiter, der dem kapferen strikenden Bergmann jetzt Beifall klatscht, wird in Zukunft vielleicht Veranlassung haben, den Kohlenarbeiterstrike und seine Folgen zu beklagen. — Die von dem früheren Führer der konservativen Partei Herrn v. Helldorff=Bedra in Aussicht gestellte Veröffentlichung über seine Verhandlungen mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck unmittelbar vor der Ablehnung des Socialistengesetzes im Januar 1890 wird in der Märznummer der „Deutschen Revue“ erscheinen. Dem Sonderabdruck dieses Aufsatzes entnehmen wir folgende Einzelheiten: Wie Herr von Helldorf mittheilt, faßte Fürst Bismarck auf die direkte Frage, was er schließlich über die fernere Behandlung des Sozialistengesetzes meine, seine Antwort mit laconischer Kürze in die Worte zusammen:„Mir liegt mehr an der Erhaltung der Cartellpolitik, als an dem ganzen Socialistengesetz.“ Herr v. Helldorff führt sodann als Beweis dafür, daß Fürst Bismarc die Annahme des Gesetzes in der durch die Reichstagscommission abgeschwächten Gestalt nicht gewünscht habe. auf Grund, wie er sagt, zuverlässiger Information folgende Thatsache an:„An demselben 24. Januar(am Tage vor der endgiltigen Abstimmung im Plenum) hat eine Berathung des Staatsministeriums(Kronrath) stattgefunden, in welcher die Frage zur Erörterung kam, ob das Socialistengesetz, wie es in zweiter Lesung(nach der Commissionsvorlage) im Reichstag beschlossen war, angenommen werden könne. Gegenüber der Befürwortung der Annahme der— wenn auch abgeschwächten— Vorlage von Seiten des Kaisers hat Fürst Bismarck die Ablehnung derselben verlangt, und da die Minister ihm beistimmten, ist diese beschlossen worden. Es handelte sich dabei thatsächlich um die Frage der Abgabe der von den Konservativen erbetenen Erklärung. Diese Thatsache ist erst nach dem Fall des Socialistengesetzes zu meiner Kenntniß gekommen— und von Werth für die Beurtheilung der ganzen Vorgänge ist es, daß, wie ich erst später erfahren, sene Sitzung des Staatsministeriums vom 24. Januar vor der Unterredung stattgefunden hat, welche Fürst Bismarck am Abend dieses Tages mit mir hatte. Diese Thatsache läßt es denn doch wohl als undenkbar erscheinen, daß Fürst Bismarck mir den Wunsch hat ausdrücken wollen, daß die conservative Partei für eine Vorlage stimme, deren Ablehnung bereits beschlossen war.“ — Die Reise des Schah von Persien nach Europa nimmt, wie es in einer Correspondenz aus Teheran heißt, immer festere Gestalt an. Al die Perser überhaupt das Gegentheil einer seefahrenden Nation sind, so zieht auch der Schah den langen und beschwerlichen Landweg über Täbris und Eriwan nach Tiflis dem viel kürzeren und bequemeren Seeweg über Enseli=Baku vor. Im Kaukasus wird einige Zeit Aufenthalt genommen, dann geht die Reise über Petersburg, Berlin, Brüssel nach Frankreich. Dort ist ein längerer Aufenthalt im Bade Contrexeville vorgesehen. Ob der Besuch der Ausstellung in Paris vorher oder nachher stattfindet, ist noch nicht sicher. In der Begleitung des Schah werden sich 12 bis 15 Würdenträger befinden, darunter der Großvezier und Naib=es=Saltaneh, Bruder des Schah und Kriegsminister unter Naßr=ed=din. Italien. Rom, 21. Febr. Kammer. In der heutigen Sitzung erklärte der Justizminister: Angesichts der von beiden Kammern des Cassationehofes abgegebenen widersprechenden Urtheile, von denen das der 2. Kammer die Gesetzlichkeit u d Anwendbarkeit des königlichen Decrets über die politischen Maßnahmen anerkannt habe, während das Urtheil der ersten Kammer dahin gebe, daß das beireffende Derret zwar völlig rechtsträftig gewesen, als es erlassen, später aber hinfällig geworden sei, halte es die Regierung, obgleich die Begründung des letzten Urtheils des Cassationshofes noch nicht bekannt sei, doch für ihre Pflicht, die Berathung des Entwurfes betr. das zur Umwandlung in ein Gesetz bestimmte Decret zu beschleunigen, und verlange daher, daß(wie schon kurz berichtet. Red.) die Beratbung hierüber auf die Tagesordnung am Samstag gesetzt werde.(Anhaltende Bewegung: Lärm auf der äußersten Linken.) Mehrere Deputirte geben Erklärungen ab zur Begründung ihres Votums. Bantano sagt, die äußerste Linke werde den Gesetzentwurf mit äußerster Energie bekämpfen.(Bewegung und Zustimmung auf der äußersten Linken.) Bisconti Venosta, der Namens der Regierung spricht, da Pelleur unwohl ist, erklärt, die Regierung bezwecke mit ihrem Vorschlage, der durch die Entscheidung des Cassationshofes geschaffenen unsicheren Rechtslage ein Ende zu machen und glaube auf diese Weise ihre Achtung vor der richterlichen Autorität und vor dem Gesetze zu beweisen.(Lärm auf der äußersten Linken.) Redner wendet sich an die Deputirten der äußersten Linken, die ihn unterbrechen, und sagt, die ganze Angelegenheit sei nur von einer Seite verfassungswidrig vorgegangen worden, nämlich von der Minorität, die s. Zt. durch ihre Obstruction die Berathung des Gesetzentwurfs über die politischen Maßnahmen verhinderte.(Großer Lärm auf der äußersten Linken.) Der Antrag des Justizministers wird schließlich in namentlicher Abstimmung mit 159 gegen 53 Stimmen angenommen. Provinzielle Nachrichten. Duisburg, 22. Febr.[Verkäufe.] Der Kaiserhof, das Eckgrundstück Schweden=Allee und Feldstraße ist von Herrn Knoll an die Firma Fackekmann für 195.000 Mark verkauft worden.— Für 212.000 Mark wurde die„Reichstrone“ an den bisherigen Pächter, Herrn Simon, verkauft. Iserlohn, 20. Febr.[Eine sehr seltsame Geschichte), die viel zu denken giebi, wird hier ausgiebig eröriert. Ueber die Versammlung des Flotten=Vereins, die kürzlich hier stattfand, hatte der überwachende Polizeibeamte seinen Bericht erstattet und dabei angezeigt, daß zwei der hiesigen Presse angehörige, namhaft gemachte Herren beim Kaiserhoch sitzen geblieben seien. Man mag nun bezüglich der Ueberwachungspflicht des Beamten denken, wie man wolle, merkwürdig wird die Sache dadurch, daß thatsächlich keiner der beiden namhaft gemachten Herren bei Ausbringung des Kaiserhochs noch im Saale anwesend war Zur öffentlichen Klarstellung der Sache blieb den also Angeschuldigten nichts übrig, als gegen den Polizeibeamten wegen falscher Anschuldigung vorzugehen. Dässeldorf, 20. Febr.[Am hiesigen kgl. Gymnasium) fand heute Morgen die Reifeprüfung statt. Es haben von 26 Oberprimanern 24 das Examen bestanden, davon 18 unter Entbindu##t von der mündlichen Prüfung. M.=Gladbach, 21. Fedr.[Prüfung.] Heute Vormitteg fand am hiesigen Gymnasium unter dem Vorsitze des Herrn Provinzialschulrathes Dr. Buschmann die mündliche Abiturientenprüfung statt, der sich 18 Oberprimaner unterzogen. 12 derselben wurde die Prüfung erlassen, die übrigen 6 bestanden sie. Köln, 21. Fedr.[Erzbischof Simar) stattete heute Vormittag den erkrankten Mitgliedern des Domcapitels. Weidbischof Fischer und Dompropst Dr. Verlage, einen Besuch ab. Köln, 21. Fedr.[Berschiedenes] Zu der gestrigen Inthronisationsfeier des Erzbischofs hatten sich hier auch eine große Menge schendiebe eingefunden, wie die fortgesetzt bei der Kriminalpolizei einlaufenden Anzeigen besagen. Auch stnd mehrere theils schwere, theils leichtere Unglücksfälle vorgekommen. Der Ueberzieher eines Mannes gerieth durch eine Therfackel in Brand: man konnte dem Manne den Paletot noch vom Leibe reißen, bevor größeres Unglück passirte, dagegen erlitt eine Dame, deren Hut in Bland gerathen war erhebliche Brandwunden: ein Mädchen wurde überfahren und ein Junge, der im Gedränge siel, erlitt erhebliche Verletzungen.— Hier ist der „Kref. Ita.“ zu Folge gestern Abend auf der Hochstraße ein Automatisches Wirthshaus eröffnet worden. Der Andrang des Publikums war so gewaltig. daß zeitweise die Thür verschlossen werden mußte. Durch Einwurf eines Zehnpfennigstückes werden durch die Automaten Münchener, Pilsener, Dortmunder. Kölner usw. Biere. Wein, Speisen aller Art verabfolat. Köln, 22. Febr.[Gelandet] wurde gestern im Schiffsbrückenhafen in Deutz eine unbekannte männliche Leiche. Der Mann, anscheinend ein Schiffer, ist ca. 40 bis 45 Jahre alt, 1,65 Meter groß, kräftig, hat dunkles, melirtes Haar. Glatze, grauen Kinn= und Schnurrbart, trug ein Bruchband und kann 4 bis 6 Wochen im Wasser gelegen haben. Bekleidung: weißleinenes Hemd, rothes Normalhemd, graugestreifte Hose, Zugstiefel, graue Hosenträger aus Gummi, Biberunterhose und grauwollene Strümpfe. Hokofes. Aus dem Kreise Ruhrort. * Ruhrort, 22. Febe. Die Mitglieder des Gartenbauvereins für Nuhr und Rbein werden unter Hinweis auf die in heutiger Mittagsausgabe enthalten gewesene Anzeige auf die am Sonntag im Brombachschen Restaurant in Beea stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht. Die Tagesordnung enthält neben anderem Wichtigen auch„Neuwahl des Vorstandes“. * Ruhrort, 22. Febr. Die Einbruchsdiebstähle werden hier fortgesetzt. Lezthin wurde wieder an verschiedenen Stellen, darunter in einer Gastwirthschaft, eingebrochen. Wie in den früheren Fällen, suchten die Gaumer auch diesmal wieder nach Baargeld. * Ruhrort, 22. Febr. Die Seife wird theurer! Die Seifenfabrikanten haben beschlossen, vom 22. Februar ab eine bereits seit langer Zeit erwartete Preissteigerung ihrer Producte eintreten zu lassen, und zwar mit Rücksicht auf die Vertheuerung der Fette und Oele. * Meiderich, 21. Febr. Für die electrische Straßenbahnanlage NeumühlDinslaken ist man mit dem Legen der Schienengeleise schon weit vorgeschritten. Jetzt sind Anstalten getroffen, die Bahn auch über die Emscher hinweg bis zum Zuschlag nach hier, wo sich die Chausse nach Oberhausen hin abzweigt, auszubauen und sind die daau nothwendigen Schienen und das Befestigungsmaterial bereits an Ort und Stelle angefahren. Hoffentlich wird dann die Bahn auch direct bis nach Meiderich durchgeführt werden. + Aldenrade, 21. Febr. Wir machen darauf aufmerksam, daß am Samstag den 24. Februar eine Sitzung des landwirthschaftlichen Casinos hierselbst stattfinden wird. Ein auswärtiger Herr wird einen Vortrag halten.— Am künftigen Sonntag findet die Monatsversammlung des hiesigen Zweiavereinsdes Evang. Bundes statt, in welcher Herr Lehrer Welfonder einen Bortrag zu halten aedenk. Aus dem Gerichtssaale. Duisburg, 21. Fehr.[Schwurgericht.] Barbier Johann Terlosen aus Laar, Arbeiter Theodor Kellendonk aus Meiderich und Arbeiter Jakob Woithe aus Laar haben sich wegen Straßenraubes zu verantworten. Die Angetlagten bestreiten die ihnen zur Last gelegte That, den Rangierer Michalski aus Laar auf der Kaiserstraße in Laar seines Geldes beraubt, bezw. der Hehlerei sich schuldig gemacht zu haben. Der Ueberfallene sagt aus: Am 23. September v. J. sei zwar ziemlich angetrunken, aber doch seiner Sinne noch mächtig, auf der Kaiserstraße von Kellendonk und Terlosen nach einigen Redensarten um den Leid gefaßt worden, so daß er seine Arme nicht gebrauchen konnte, worauf Terlosen ihm aus der linken Hosentasche das Portemonnaie mit 14—16 osft gestohlen habe. Den Angeklagten Woithe will Michalski nicht kennen. Woithe wird beschuldigt, 5 ak von dem Raube angenommen zu haben, wogegen er dies entschieden bestreitet. In einer Wirthschaft sei er mit den beiden Angetlagten zusammengetroffen; im Lause des Gespräches habe ihm Kellendonk 5 ett gegeben, die er als Darlehen angenommen habe. Als Kellendonk ihm andern Tags den Arsprung der 5 cl mitgetheilt hätte, habe er ihm entrüstet die 5 cnl mit den Worter:„Solch Geld will ich nicht haben.“ wiedergeben wollen; indes sei Kellendonk unter Verweigerung der Annahme des Geldes fortgelaufen. Der Vertreter der königl. Staatsanwaltschaft, Herr Assessor Bartholomäus, beantragte, nachdem die Herren Geschworenen die Schuldfrage gegen T. und K. bejaht, betr. W. verneint hatten, 9 Monate Gefängniß gegen die Angeklagten T. und K. Der Gerichtshof erkannte gegen die beiden Angeklagten auf je 1 Jahr Gefängniß. Als Vertheidiger fungirten, nach der„Rh. und Ruhrztg.“, die Rechtsanwälte Dr. Gießing, Gröning und Dr. Wallach. Vermischtes. — Frankfurt a. M., 22. Febr. In Heidenheim vergiftete in Folge eines ehelichen Zwistes die Kaufmannsfrau Hiller ihre drei Kinder. Die Thäterin wurde verhaftet. — Hamburg, 20. Febr. Gekündigter Pastor. Einiges Aufsehen erregt die gegen den Pastor Hillmann an der St. Gertrudkirche ausgesprochene Kündigung. Er hatte in zwei Sonntagspredigten die sociale Frage besprochen, was unliebsam bemerkt wurde. Hillmann verließ angeblich auch aus ähnlicher Veranlassung seine frühere Stelle in Braunschweig. — Halle, 21. Fedr. Die Riedeckschen Montanwerke gewähren unter 2.50 Mark Schichtlohn 20 Pfennige, über 2.50 Mark 15 Pfennige, über 3 Mark 10 Pfennige Lohnerhöhung. Die übrigen Grubenverwaltungen im Kohlenrevier Halle beabsichtigen dasselde. Mittlerweile hat der socialdemokratische Abgeordnete Fräsdorf seine angekündigte Interpellation bereits in der zweiten sächsischen Kammer eingebracht. Sie lautet: Was gedenkt die Staatsregierung Angesichts der durch den Kohlenmangel und der durch den Bergarbeiterstrike im Zwickauer und Oelsnizer=Lugauer Kohlenrevier hervorgerufenen schweren Situation thuns Wie stellt sich die Regierung zu dem Bergarbeiterstrite, sowie der Verhängung der Polizeistunde im Bergrevier Zwickau=Land anläßlich des Stritest Die Interpellation gelangt am Donnerstag auf die Tagesordnung. — Zwickau, 22. Februar. Die behördliche Aufforderung, die Acbeiter sollten bis gestern(Dienstag) Abend die Arbeit wieder aufnehmen, andernfalls Entlassung und Verlust sömmtlicher Knoppschaftsrechte einsreten würde, ist auf die Strikenden nicht ohne Einfluß geblieben. Insgesammt sind bis heute früh, also der letzten Nachfrist, an 600 Mann wieder angefahren, das sind 15 Pros. der Ausständigen. Die allgemeine Lage ist im Uebrigen unverändert, der Strikescheint jedoch auf die bisherigen Reviere beschränkt zu bleiben. Morgen soßlen die behördlichen Einigungsverhandlungen beginnen.— In der heutigen Nachmittagsbesprechung des Strikecomites mit den Vorständen der Knappschaftskassen wurde beschlossen, die Forderungen zu ermäßigen. Der Lohn soll uur im Augemeinen erhöht und ebenso die Schichtdauer beschränkt werden. — Brüssel, 22. Febr. Die Senne ist unterhalb Brüssels aus den Ufern getreten und hat großen Schaden angerichtet. Die Straße nach Mecheln ist theilweise überschwemmt. Viele Häuser sind überschwemmt. — Lüttich, 22. Febr. Die Maas und die Ourth sind überall aus ihren Ufern getreten. In den Cockerillschen Eisenwerten stehen die Werkstätten einen Meter unter Wasser. Der Straßenbahnvertehr zwischen Lüttich und Seraing ist unterbrochen. Ein Theil der Stadt Val St. Lambert steht unter Wasser. Die Nedenflüsse steigen noch immer. — Lüttich, 22 Febr. In lezter Stunde wird gemeldet, daß sämmtliche Brücken überschweumt sind. In Seraing siehen alle tief gelegenen Stadtheile asser. Das Wasser Sringt augenblicksich in die Gruppe Karolian. Die Truppen werden zur Hilfeleistung herangezogen. Athen. 22. Febr. Vom Lloyddampfer„Ilios“ der seit Sonntag aus Konstantinogel hier erwartet wird, fehlt jede Nachricht. Die Unrus= über feinen Verbleib ist um so größer, als das Aegäische Mer in den letzten Tagen von furchtbaten Stürmen aufgewühlt * Der Krieg in Eudafrika. * Berlin, 21. Ueber den voraussichtlichen Ausgang und die ds Krieges schreibt im„L. A.“ ein„hervorragender Staatsbeamter Transdaals, Deutscher von Gedurt, seit sechs Jahren in Prätoria ansässig":„Wer wird flegen?. Diese Frage wird heute unmöglich von Jemand mit Sicher heit beantwortet werden können. Der größte Theil der Engländer zweifelt nicht an dem Siege auf ihrer Seite, obgleich das, was jetzt noch als Soldaten nach Süd efrita dinausgeschickt wird, diesen Namen kaum mehr verdient. Aber auch die Buren haben das feste Vertrauen auf den endlichen Sieg, und sie haben alle Berech tigung dazu. Meine personliche Meinung ist die, daß die Engländer niemals ihre Flagge in Prätoria dissen werden, dies war meine Ansicht schon seit Jahren, und sie ist durch die Ereignisse der letzten vier Monate nur bestärkt worden. Jedenfalls wird der Krieg noch Monate lang dauern; er wird England, selbst wenn es fiegen sollte, weder Ruhm noch Ehre einbringen... Abgesehen von den armen Menschen auf beiden Seiten, welche ihr Leden lassen müssen, und deren Hinterdliebenen, abgeseben von denjenigen, weiche zu Krüppeln geschossen worden sind oder ewiges Siechtdum davontragen, wird das Elend, welches dieser Krieg im Gefolge hat, ein fürchterliches sein. Hunderte von Ortschaften werden der wüstet, Tausende von Heimstätten zerstört sein. Viele Tausende haben ihre Stellungen und ihr Vermögen verloren, besonders Europäer, welche mit diesem Kriege absolut nichts zu thun hatten. Der Handel in ganz Südafrika, der dank der Goldindustrie in Johannisdurg in einer Blütde stand, wie kaum in einem Land der Erde. Alles ist für Jahre hinaus mit frevelhafter Hand zerstört und erschüttert worden: die Woblfahrt eines großen und gesegneten Landes ist, aus Habgier und Gewinnsucht in Jammer und Elend verwandelt.“ Brüssel, 22. Fedr. Die diesigen Burenkreise erklären, daß jetzt erst der wahre Krieg beginne da die Buren entschlossen seien, bis zur letzten Cartouche zu kämpfen. selbst wenn die Engländer Bloemsontein und Prätoria besetzen, werde der Kampf fortdauern. Kinme, 22. Fehr. Leods protestirte beim ungarischen Ministerium gegen die Adsendung von 3000 Pferden an England als Kriegscontrebande, in Folge dessen der Transvort von weiteren 800 Pferden wegen Neutralität inbidirt wurde. London, 22. Fehr. Das Gerücht vom Entsetz von Ludosmith mangekt der amtlichen Bestätigung. In militärischen Kreisen jedoch wird geglau daß die Buren die Belagerung der Stadt aufgegehen und Buller in der Lage sein werde. einzumarschiren, ehne einen Schuß abzuseuern. Es verlautet, seit Montag sei eine Schlacht zwischen Croniee Colonne und britischen Truppen im Gange. Cronie zog vor zu kämpfen, nachdem er gefunden hatte, daß ihm der Rückzug abae schnitten sei. (Telegramme., * London, 22. Febr. Die„Times“ meldet aus Chiedeley vom 19. d M.: In dem von den Engländern genommenen Burenlager wurde ein Brief vorgefunben, worin Verstärkungen verlangt werden, ferner eine Antwort auf diesen Brief, worin es beißt. 150 Mann würden gesandt werden, mehr zu schicken sei unmöglich, da die Ladysmith belagernden Streitkräfte sehr knapp seien.— Der„Morning Post“ wird aus dem Lager von Chieveley vom 20. Februar telegraphirt: Wir haben noch nicht die Linien der Ladosmitd belagernden Buren durchbrochen. beißer Kampf steht uns noch bevor, aber die Burenflanke ist vollständig zurück. gedrängt. Starke Vertheidigungsstellen sind von uns genommen. Für unseren veit#ten Vormarsch haben wir uns werthvolle Stützpunkte gesichert. Der Feind ist. weit dies den Kriegtschauplatz in Natal angeht, seit Ehlandslaaate# rsen Male wieder in die Flucht geschlagen. Die Soldaten schliefen in der letzten Nacht in den Burenzelten auf den Spitzen der genommenen Hügel. Wir können direct in Ladysmith hineindlicken. Alle Truppen sind voll Muth. * London, 22. Febr. Aus Ladysmith wird vom 19. d. M. gemeldet Die Buren zogen in voriger Woche mit 400 Wagen gegen die Drakensberge zu. Heute zogen 130 Wagen ab, nördlich des Modderspruit entlang. Dennoch erfuhr die Streitmacht der Buren anscheinend nur eine unbedeutende Verringeru Die Beschießung dauert stetig fort. 9 London, 22 Fedr. Ein Artikel der„Times“ führt aus: Das Schweigen Lord Roberts könne in mehr als einer Weise ausgelegt werden. Es scheint aber, daß ernste Operationen, in denen Roberts unter äußerst schwierigen Umständen verwickelt ist, noch nicht vollständig und endgültig abgeschlossen sind.— Der „Standard" bemerkt in einem Artikel: Wenn die Verstärkungen, welche Joubert zu Cronje gesandt, gleich nach Eingang der Meldung von der neuen Lewegung Roberts' abgegangen find, so können einige Abtheilungen derselben n rechtzeitig eintreffen, um den bedrängten Kameraden am oberen Modderflusse zu helfen. Es besteht also die größere Wahrscheinlichkeit, daß die Armee Cronjes vernichtet oder weniastens zersprengt würde, bevor noch die Buren aus Natal zur Hülfeleistung herbeikommen können. * London, 22. Febr.„Standard“ meldet aus Capstadt vom 21. Fedr.: Ein Telegramm an das hiesige Blatt„Araus“ aus Paardeberg vom 21. Febr. besagt, daß Cronje eingeschlossen und seine Truppen einem heftigen Gewehr= und Granatfeuer ausgesetzt seien. Die Buren leisteten verzweifelten Widerstand. Nach einem Telegramm der„Times“ aus Cradock vom 19. Febr. wird dort geglaubt, daß alle Gefahr eines Aufstandes in der Capcolonie vorüber sei. Unter den Einwohnern herrsche das Bestreben, offen ihre Loyalität zu bezeigen. geschrieben werden, daß Landgemeinden mit mehr als 6000 Einwohnern els Städte im Sinne der Kreisordnung zu gelten haben. Minister v. Rheinbaben begründet die Vorlage. Die Verhältnisse, wie sie sich, namentlich um Berlin herum entwickelten, entsprechen nicht mehr dem Grundgedanken der Kreisordnung. In Teltow und Niederbarnim seien im Wahlverdande des Großgrundbesitzes die Hausbesitzer ausschlaggebend. Andererseits muß den Gemeinden mit über 6000 Einwohnern eine angemessene Vertretung gesichert werden. Nach unwesentlicher Debatte wird der Entwurf an dieselbe Commission wie der Polizeiverwaltungsentwurf verwiesen. Nächste Sitzung morgen 11 Uhr. Schlut 1 u27. Mk. 5,40. Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämmtlicher Frucht gattungen unverändert. Rüböl und Ruchen unverändert. Eingesandt. (Für Form und Inhalt dieser Einsendungen lehnt die Redaction jede andere als die preßgesetzliche Verantwortung ab.) Ruhrort, 21. Fedr. Die Notiz aus Münster in der gestrigen Mittagsausgabe Ihres geschätzten Blattes regte in mir den Gedanken an, ob es nicht angebracht sei, an beiden Enden des am Weyerschen Tonhallengarten vorbeiführenden Theiles der Elisenstraße je eine Tafel mit der Weisung zu errichten:„Darf bei Regenwetter von Schulkindern nicht denutt werden!“— Sollte der Stadtsäckel wirklich die Kosten der Pflasterung dieser, einen großen Theil des Jahres kaum passirdaren, kurzen und schmalen Strecke nicht aushalten können oder solche wegen einer eventl. noch vor Ablauf des 20. Jahrhunderts möglichen Erbreiterung des Weges vorläufig nicht beadsichtigt lein, so bliebe die Anbringung derartiger Tafeln immerbin in Erwägung zu diehen. Industrie, Handel und Verkehr. * Berlin, 22. Fedr.(Telegr.) Von der Börse. Die Londoner Börse war gestern im Abendverkehr matt auf mangelnde Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Hier war die Börse bei der Eröffnung ruhig, nur Montanwerthe erfuhren eine theilweise Aufbesserung in Folge Erhöbung der Roheisenpreise. Bochumer setzten hierauf zu 1½ Procent höheren Coursen ein. Von Kohlenwerthen waren Dannenbaum 3 Procent höher bewerthet. Gelsenkirchener und Hibernia waren zu döberen Preisen gefragt. Hardener Anfangs fest, später matt. Es hieß, daß die Börse die Einführung dieser Actien an der Pariser Börse ungünstig deurtheile. Der Bankenmarkt war ziemlich preishaltend. Fonds still. Am Eisenbahnactien= markt blieben die Course bis über die erste Stunde hinaus gegen die Anfangsnotiz underändert. Canada schwächer auf London, Northern Pacific unverändert. Schifffahrtsactien stetig.— In der zweiten Börsenstunde stockte das Geschäft auf liedrigere Londoner Minencourse, die Course blieben jedoch zumeist unverändert. Ultimogeld 5½ Procent. Der Centralausschuß der Reichsbank ist für morgen einberufen, die Frage der Discontvertheurung kommt nicht zur Verhandlung, zumal es sich nur um minderwerthige Gegenstände handelt. Coure-Bericht. Bertin. 22. Februar 1900. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung betreffend die Wahlen der Directions=Mitglieder der Weitfs tschen Landscheft. In Gemäßheit des§ 6 Abs. 6 des revidirten Statutes der Landschaft der Provinz Weitsaler wird hiermit zur Offentlichen Kenntniß gobracht, daß von dem Verwaltungsrathe der Landschaft am 29. Novemder v Is. der bisherige Director Landesbeonomierath Wilhelm von Vuer zu Drrnter um eten. der Justizrath Hermann Rouarp zu wrunner zum zweiten, der Landesöconomierath Chrikoph Winkelmann zu B#sbing zum dritten ordentlichen Mitgliede der Direction; lewie ferner— der Gutsbetitzer Josepy Brede zu Munster zum eonen Nellvertretenden, der Landgerichtsrath Lothar Schücking zu Münster zum zweiten stellvertretenden und„ der Gutsbesitzer Fritz Eickenscheidt zu Rray zum britten stellrertretenden Diretions=Mitglied. gewühlt und daß diese Wahlen durch Auerpochse Orore vom v. 9. wi. kandesbestätigt worden sind. Münster, den 26. Januar 1900. L.=Nr. 796. Der Ouerpräsident der Provinz Westfalen. Frhr. von der Recke. Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur weiteren Kenntniß gebracht. Ruhrort, den 5. Februar 1900. I.=No. 2840. Der Königliche Landrath: Rötten. Neueste Draht=Nachrichten. 9 Zwickau, 22. Febr. Im Zwickauer Revier sind 2700 Arbeiter ausständig. Der Ausstand ist mithin im weiteren Rückgang begriffen. * London, 22. Febr. Die„Times“ melden aus Teheran: Der englische Gesandte hatte am 20. Januar eine Audienz beim Schah, in welcher er ihm in aller Form eine Einladung zu einem Besuch in England überreichte. * Petersburg, 22 Fedr. Der bisherige Consul in San####anisco, Staatsrath Arteimowitsch ist zum Generalconsul in Berlin ernannt worden* Washington, 22. Febr. In Folge Vorstellungen Spaniens an das Staatsdepartement wurde anerkannt, daß die Inseln Cagaiansulu und Siduti südlich von den Philippinen und außerhalb der im Pariser Frieden festgesetzten Grenze liegen und wurde beschlossen, den Anspruch Amerikas auf dieselben zurückzuziehen. Februa: Werhsel Amsterdam, kurz Belgrsche Plätze kmr " London hmr " Parte„ „ Wien„ " Italienische Plätze kurz " Russische Noten Privatdiscont Reichsanleihe 3½%". (unk. die epoß.) „ 6*%" „ 5% Preum, Consol 3 ½% (unk. bie#gog) „ 8½%„ 5% Rank f. Rheinl. a. Westt. Barmer Bankverein Berg.-Märk. Bank Elberfeld Deutsche Bank Disconto Com. Dortmunder Bank-Verein Dresdener Bank Essener Creditbank Peters& Cie. Preuss. Bod-Cred. dio. Centr. Bd C. Schaafb. B.-V. alte Accumulatoren-Fabrik A.-G. f. Montanind. Allg. deutache Electr.-Ges Annener Gussst cv. Aplerberk Arenberg Bergb. Baroper Walzw. Bliesenbach Boch B. Lit. C. Boch. Gela. Str. Boch. Gussst. Bonifacius-Bgw. Casseler Trebertr. Concordis Bgw. Consolidat Schalke Dannenhaum Dortm. Union V. A. I. C. Germaniabr. LHwenbrän Dümseld Waggonf. Auf der Nechbörse 21. 22. Reichstags=Verhandlungen. Berlin, 22. Feor. (Telegramm.) Zweite Berathung des Etats des Reichsheeres. Die Berathung beginnt bei Titel 1, fortlaufende Ausgaben(Kriegsminister). Graf Roon berichtet über die Commissionsverhandlungen. Abg. Bebel(Soc.) führt aus: Bei dem geheimnißvollen Schleier über die inneren Vorgänge in der Armee sei es nöthig, von der Tridüne des Reichstages eine Reihe von Beschwerden zur Sprache zu bringen, zumal die Bemühungen der Militär behörden, welche Redner anerkenne, nicht ausreichten, um gewisse Mißstände abzu. sellen. Redner fraat, ob der Reservist Griese, der vor dem Schöffengericht aus. saate, er sei Socialdemokrat, zu Recht mit 14 Tagen Gefängniß bestraft sei. Redner fragt ferner, ob der Oberleutnant der Reserve Hochheim, der mit Hülfe seiner Arbeiter einen Gutsbesitzer Namens Paetzold mißhandelt habe und mit sech Monaten Gefängniß bestraft wurde, in seinem Militärverhältniß verblieben sei. Redner bringt eine Reihe von Fällen vor, wo Vorgesetzte die Mannschaften mit Schimpfworten, Schlägen und Püffen tractirt hätten. Ein Mann habe sich aufgehängt, nachdem ihm gesagt worden sei:„Wenn Sie Courage haben, hängen Sie #ich doch auf!“ DieMannschaften würden häufig zu außerdienstlichen Zwecken verwendet, so in Rostock zur Ueberwachung einer Hundeausstellung, in Göttingen bei einem Sängerfest als Ersatz für ausständige Kellner. Bedel bespricht dann das Duelliren der Officiere, auf den Fall Döring=Kloewekorn verweisend. Fede. Landtags=Verhandlungen. Abgeorduetenhaus. * Berlin, 22. (Telegramm.) Die Abgeordneten überwiesen den Gesctzentwurf betreffend die Polizei verwaltung in den Stadtkreisen Charlottenburg, Schöne berg und Rixdorf einer 14gliedrigen Commission Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfes betreffend die Adänderunder Bestimmungen der Kreisordnung für die Provinzen Ost= und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen. Nach dem Gesetzentwurf kann durch königliche Verordnung bestimn:t werden, daß für einzelne Kreise von den für die Wahlberechtigung im Wahlverdand des größeren ländlichen Grundbesitzes maßgebenden Mindestbetrage von 225 Mark Grund= und Gedäudesteuern wenigstens die Hälfte auf die Grundsteuer entfallen müsse. Schließlich kann vor—.—168.95 —.— 81.20 —.— 20.49 —.— 81.35 1184.50 1184 50 75.85 216 50216 55 97.10 97.10 97.10 97.10 86.90 87.10 97.10 97.10 97.10 97.10 87.— 87.20 114 50 114.80 131 25131.25 153.50 153.50 21225212.40 194.90196.— 127 80128.50 164.—163.75 142.60143.— 126.60126.60 139—139.— 165 50 165.25 139.80139.80 141.50141 5 120.75120 257—256.50 173.—171.10 113.50116. 214—291.— 223.—2264 88.—89.75 137.—137 274.—278.— 324. 326.— 327.75327.75 293.50292.75 157.50158.— 138.40198 25 195.50198.— 235.—235 294.75294.— vurden notirt 75 Februar Eübert. Fardenl.. Eschweiler Bergw. Geisenkirch. Bergw. Guasstahl George-M.-H. Georgs-M-Hütte St.-Pr. Glückauf Brauerei lagener Gusest. er. „Hanaa“ Dampfech. Harpener Berghau lasper Eis. u. St. lerbrand Wg. Hibernia Sgbo.-G. Hochdiahl V. A. Iöfel Brauerei Horder Pr.-A. läsch Eis. u. St. Kölner Bergw. Köln-Aldsener B. König Wilb. B. ev. „„ St. Pr. Königsborn Bgw. Lauabütte ouise Tiefbau ev. dto, St. Pr. Märk. Alsch. Wetter Magdcb. Bergw. Mamsener Bergw. Mend. u. Schwerte St. P. Nordstern Steink. Oberschl. En-Ind. Phöniz B. Lit. A. Rbein-Nassau Anthracit „ Bergbau " Metall Stahlw. A. " Westf. Ind. „„ Kaltw. Schalker Gruben Schals Knaudt Ver. Köln-Rottw. Vorwärts, Spinn, Bielefeld Vuikan, Duisb. ev. Wasserw Geisenk. Westf. Draht-Ind. „ Stahlwerke Wittener Gunstahl Dynamtt Trust Act. 164.60 21. 22. BN—45 50) 267.25270.— 211 60212.70 216.—218.50 148.—144.80 152.—153.75 181.10181.25 138.5041 75 163 25163.75 234 90283.30 440.—441.— 173.75173.50 235.—234 25 219.75223.25 170.50 170.75 211.—212.30 242.75244.— 432.75428.75 81.—79.— 304.50303.— 369.75367.50 220.—218— 276.—275.70 97.50 98.— 1153.—155.50 168.—165.— 466.50466.50 198.—198 178.—176.50 256.50257.— 181.75181.90 195 40194.80 217.—214— 144.75/144.— 176.40183.— 191.50194.10 224.—226 75 265.50266.75 137.—137.— 726.—726. 213.—209.— 214.70213 75 117.75118. * 332.—330— 196.——196.50 245.—249.75 273.50273.75 Bochmner Gussstahl 273.75. Cousolislation 393.40. Launenhaum 158.10. Dortmunder Union 138.50. Laurahütte 275.60. Gelsenkirchen 212.50. Harpener 232.10. Hibernia 233.75. Norddeutscher Lloyd 124.40. Tendens: ruhig. * Osnabrück, 22. Febr.(Telegr.) Der Aufsichtsrath der Osnabrücke Bank schlägt eine Dividende von 7½ pEt. gegen 7 pCt. des Vorjahres vor. * Darmstadt, 22. Fedr. Telegr.) Der Aussichtsrath der Bank fü Handel und Industrie beschloß in der heutigen Sitzung der General= versammlung eine Dividende von 7 pEt. vorzuschlagen. Die Bank erzielte einen Reingewinn von 8323830,09 Mk. gegen 9683995,67 Mk. im Jahre 1898. * New=York, 22. Fedr.(Telegr.) Die Bruttoeinnahme der Northern= Pacisie=Eisenbahn in der 2. Fedruarwoche betrug 476121 Dollar. gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr 139308 Dollar. Schifffahrts=Augelegenheiten. * Ruhrort, 22. Febr. An der Schisservörse wurde heute bezahlt: Nach Rotterdam für 100 Karren die Karre ca. 1.40 Gulden, für 150 Karren die Karre ca. 1,20—1,25 Gulden, nach Schiedam für 100 Karren die Karre ca. 1.60 Gulden, für 150 Karren die Karre ca. 1.30—1,35 Gulden, nach Leiden für 100 Karren die Karre ca. 1.80 Gulden, für 150 Karren 9 Karre ca. 1,60—1,65 Gulden, nach Haarlem für 100 Karren die Karre ca. 1,90 Gulden, für 150 Karren die Karre ca. 1,70—1,75 Gulden, nach Amster dam für 100 Karren die Karre ca. 1,75 Gulden, für 150 Karren die Karre ca. 1.60 Gulden, nach Middeldurg für 100 Karren die Karre 2,30—2,40 Gulden, nach Antwerpen für 100 Karren die Karre ca. 2,10 Gulden, für 170 bis 200 Karren die Karre ca. 1,50—1.60 Gulden, nach Brüssel für 170 dis 200 Karren die Karre ca. 2,10 Gulden, nach Manndeim Mi 1.50, nach Frankfurt Mi. 1.60. Wetteraussichten auf Grund der Berichte der deutschen Seew arde. 2. Fedr.: Starke Winde. Ctrichweise Niederschläge. Bekanntmachung. Im Verkehre Deut chlands mit den Deutschen Schutzgebieten(Deutsch=Neu Guinea; Deutsch=Ostafrika: Deutsch=Südwestafrika: Kamerun; Karolinen, Marianen und Palau=Inseln; Kiautschou; Marschall=Inseln; Toge=Gediet) sowie im Verkehre der Deutschen Schutzgebiete unter einander sind vom 1. Fedr. ab Drucksachen bis zum Meistgewichte von 2 Kilogr. zugelassen. Dasselbe Meistgewicht gilt, ebenfalls vom 1. Fedruar ab, für Drucksachen nach und von den im Auslande befindlichen Deutschen Kriegsschiffen. Die Gebühr für eine Drucksachensendung von mehr els 1 bis 2 Kilogr. de trägt 60 Pfg. Berlin W., den 20. Januar 1900. Der Staats'ocretär des Reichs-Postamts: von Podois.oti. Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur weiteren Kenntniß gebracht. Ruhrort, den 5. Februar 1900. J=Nr 2340. Der Königliche Landrath: Rötter. Wasserstands=Nachrichten. * Ruhrort, 22. Febr. Der Rheinwasserstand scheint heute Morgen seinen Höhepunkt erreicht zu haben, da im Laufe des Tages das Wasser um 3 cm zürückging. Zur Zeit, ½5 Uhr Nachmittags, zeigt der hiesige Pegel 6,41 m. Vom Oberrhein bezw. den Nebenflüssen wird ebenfalls Fallen des Wassers gemeldet. Außer den schon gemeldeten Wasserständen von heute sind noch zu verzeichnen: Kehl Rheinhöhe 2,80 Meter, gefallen 0.10 Meter, Trier Moselhöhe 3.90 Meter fallend. Bingen 3,57 Meter fallend, Codlenz 5,55 Meter fallend, Düsseldorf 6.12 Meter. Marätberichte. Fruchtpreise zu Neuß am 22. Fedr. Weizen à 100 Kilo 1. Qualität Mk. 16.00, 2. Qualität Mk. 15.50, 3. Qualität Mk. 15.00, Roggen 100 Kilo 1. Qual. 14.50 Mk., 2 Qual. 13.70 Mk., 3. Qual. 13,00 Mk, Hafer Kilo Ml. 18,80, Neuer Haser à 100 Kilo Mk. 00.00, Buchweizen 2 100 Kilo 1. Qual. Mk. 00.00, 2. Qual. Mt. 00.00, Kartosseln 150 Kilo Mk. 2.50—8.30, Heu Kilo Mk. 3,00—3.50, Luzernerheu à 50 Kilo Mk. 4,00, Maschinenstroh à 500 Kilo Ml. 10,00, Flegeldrusch à 500 Kilo Mk. 13,00, Butter per Kilo Mk. 2.20, Eier per Schock(60 Stück) Ml. 6,30. Raps per 100 Kilo 1 Qual. Mk. 00,00, Raps per 100 Kilo 2. Qual. Mk. 00,00, Rüdöl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. (ohne Faß) Mk. 53.76, Rüdöl per 100 Kilo saßweise(ohne Faß) Mk. 55.25, Gereinigtes Oel per 100 Kilo 6 Mk. höher als Rüdöl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 106,00, Wetzenvorschuß 00 per 100 Kilo Mk. 00,00, Kleien per 50 Kilo Statt besonderer Anzeige. Heute Mittag ¼ vor 1 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager, in Folge von Lungenentzündung unser lieber, guter Gatte, Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heir Pranz-Kumschottel im Alter von 48 Jahren. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Duisburg, den 21. Februar 1900. Gegründe: 1955 Vers.-Bestand po MIll. Mark. Magdeburger Lebens-Versicherungs-Gesellschaft bietet ihren Lebens=, Unfall= und Rentenversicherten die vollste Sicherheit durch ihr Vermögen von 50 Millionen Mark. Vertreter für Ruhrort: J. Rothschild. 1 Statt besonderer Anzeige! Einprächtiger Jungeangetommen! Heinr. Bay u. Frau Amalie geb. Eyermann Meiderich. d. 22. Fedr. 1900. 4 Deutsche Türherschaft. VIII 5 Kreie Ruhrgau. Düsseldorfer Stadttbeater. Direction: Gugen Staegemann' Erben. Freitag den 23. Fedruar 1900. Rovität. Rovität. Zum 1. Male! Die kleinen Richus. Operette in 8 Aufzügen von A. Vanloo und G. Duval. Deutsch von Bolten Baeckers. Musik von A. Messager. Regie: Oscar Fiedler. Dirigent: Franz Goetze. Anfang 7 Uhr. Ende 10 Uhr. Opern=Preise. Turnverein. Die an der Beerdigung unseres unerwartet verstordenen, lieden Genossen und altbewährten Vorstandsmitgliedes Franz Rumschöttel Theil nehmenden Mitglieder werden freundlichst gebeten, sich Freitag Nachmittag pünktlich 3 Uhr im Vereinszimmer zum Abmarsch nach Duisburg einzufinden. Zur Anlage eines kleinen FabrikEtablissements werden ca. 5 in Ruhrort=Meiderich, möglichst nahe beim Hasen und Güterbahnhof zu kaufen gesucht. Angebote unter M. R. 17 an die Expd. d. Zig. Ein Knabe von 14—15 Jahren zum Aus fahren und sonstigen leichten Arbeiten gesucht von Gerh. Berns, Essenberg. Fahnen, Vereinsabzeichen. Franz Reinecke, Haunover. Zu Ostern sucht ein kaufmännisches Bureau in Meiderich Peigkt. mit guten Schulkenntnissen. Gewissenhafte Ausbildung.— Selbstgeschriebene Offerten unter M S. 18 besorgt die Exped. d. Zig. Ein draves fleißiges Madenen sucht Frau Rod. Biermann, Ruhrort, Schulstr. 22. 2 zu vermietden für kleine Familie. Stockum Mutelstraße 33. Lehrer sucht zum 1. März modl. mit Pension in Meiderich, Unter den Ulmen oder Näde. Offerten unter T. 74 an die Exp. d. Ztg. Aldert Tersteegen Meiderich erbeten. Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Ruhrort, Königstr. 16. 00