Der Bote aus dem Ruhrtal

BESTANDHALTENDE INSTITUTIONEN

Stadtarchiv Hattingen

BESCHREIBUNG VERFASST VON

Angelika Gwóźdź M.A. (2026), Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Der Bote aus dem Ruhrtal (1894-1913 [?])

Geschichte und Entwicklung

Die Wochenzeitung „Der Bote aus dem Ruhrthal. Billigstes Wochenblatt für Stadt und Land“ wurde 1894 von Heinrich Hundt in Hattingen gegründet. Dieser übernahm 1868 den Verlag „C. Hundt sel. Wwe“ seines Vaters Carl Hundt, nachdem die Witwe Friederike Hundt die Geschäfte acht Jahre führte. Der langjährige Mitarbeiter Carl Zänker, der bereits für die Redaktion der „Märkischen Blätter“ (1849-1882), später „Hattinger Zeitung“ (1882-1945), verantwortlich war, schrieb nun auch für „Der Bote aus dem Ruhrthal“. Das Wochenblatt hatte vor allem unterhaltenden Charakter. Die aktuellen politischen Nachrichten konnten die Lesenden der nun täglich erscheinenden „Hattinger Zeitung“ entnehmen.

Der Rechtschreibreform von 1901 folgend, wurde der Titel angepasst in „Der Bote vom Ruhrtal“.

Die letzte digitalnachgewiesene Ausgabe des „Boten aus dem Ruhrtal“ erschien am 25. September 1913. Ob die Zeitung danach eingestellt wurde und aus welchem Grund, lässt sich bisher nicht nachweisen.

Inhalt und politische Ausrichtung

Politische Ausrichtung
Nationalliberal, regierungsfreundlich, wenn auch parteilos.
Im Zeitungskopf ist ein Zeitungsbote abgebildet, der ein Plakat hochhält. Der darin abgebildete Spruch offenbart die politische Gesinnung direkt beim oberflächlichen Blick auf die Zeitung.

  • 1897: „‘Gott grüße Dich!‘ / Der Alten Gruß, / So innig-traut,/ Mein erster Laut. / Nimm Freundl. Auf / des ‚Boten‘ Lauf!“
  • 1898: „Frisch und frei, / Ohne Scheu; / Deutsch und treu / Mein‘ Losung sei!“

Inhalt
Der „Bote aus dem Ruhrthal“ druckte zunächst kaum politische Meldungen ab, sondern konzentrierte sich vor allem auf unterhaltsame Artikel und Sensationsmeldungen. Außerdem zu lesen: Nachrichten aus Wirtschaft, Weltgeschehen, Anekdoten, Romane, Novellen, Gedichte, Auszahlungstermine des Allgemeinen Knappschaftsvereins, Markt- und Börsenberichte, Witze, Briefkasten mit direkten, anonymisierten Ansprachen von einzelnen Lesenden, eine Seite Inserate. Vereinzelt wurden Illustrationen von Statistiken, neuen Erfindungen, Ereignissen und Architektur abgebildet.

Spätestens ab 1910 wurde der Umfang der Zeitung vergrößert und politische Nachrichten aufgenommen. Dabei wurde häufig aus den Kolonien berichtet.

Periodizität, Auflage und Format

Der „Bote aus dem Ruhrthal“ erschien einmal wöchentlich donnerstags im Format 49,7cm x 33 cm und betrug vier Seiten in vierspaltigem Text. Ab 1910 sechs Seiten plus Beilage.

Verbreitungsbezirk Hattingen, Dahlhausen, Königsteele, Steele, Horst, Altendorf, Ueberruhr, Nierenhof, Niederwenigern, Dumberg, Linden, Weitmar, Winz, Baak, Stiepel, Welper, Blankenstein, Buchholz, Holthausen, Sprockhövel, Schee, Herzkamp, Haßlinghausen, Hiddinghausen, Silschede, Obervogelfang und Westerbauer bei Haspe, Volmarstein, Wengern, Bommerholz, Bommern, Vormholz, Durchholz, Heven, Herbede.

Auflage

  • 1902: 2.300
  • 1907: 1.925
  • 1909: 2.150
  • 1910: 1.900

Beilagen

  • „Illustrirter Familienfreund“, 8 Seiten, Christlicher Zeitschriften-Verlag
  • Christnacht

Literatur und Quellen