Märkische Blätter
BESTANDHALTENDE INSTITUTIONEN
Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. (MFA)
BESCHREIBUNG VERFASST VON
Angelika Gwóźdź M.A. (2026), Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Märkische Blätter (1849-1882)
Geschichte und Entwicklung
Der Buchbinder Carl Hundt eröffnete 1844 eine Buchhandlung in Hattingen. Im Januar 1849 stellte er den Antrag ab Februar eine Zeitung für die Stadt Hattingen und die umliegenden Ämter herauszugeben. Nachdem am 19. Februar 1849 zunächst eine Probenummer erschienen war (Linden-Dahlhauser Tageblatt, 11.11.1915), veröffentlichte Hundt am 1. März die „Märkischen Blätter. Wochenblatt für belehrende und angenehme Unterhaltung“ zweimal wöchentlich. Mit der anfänglichen Pressefreiheit kam es zu einer Welle an Zeitungsneugründungen, die jedoch größtenteils schon nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurden. Denn die Veröffentlichung kautionspflichtiger politischer Artikel erwies sich als finanzielles Risiko. Aus diesem Grund verzichtete Hundt in der Anfangszeit zeitweise auf politische Beiträge und konnte dadurch sein Zeitungsunternehmen erhalten.
Im Sommer 1860 starb Carl Hundt. Seine Witwe, Friederike Hundt, führte den Verlag und dazugehörige Druckerei unter dem neuen Namen „C. Hundt sel. Wwe“ weiter. Dabei wurde sie vom Redakteur J. Wehren unterstützt. Ab dem 1. Januar 1862 erschienen die „Märkischen Blätter“ in einem vergrößerten Format mit einem erweiterten Unterhaltungsteil.
Bald darauf wurde das Format erneut vergrößert. Ab Oktober 1874 erschienen die „Märkischen Blätter“ dreimal wöchentlich im Verbreitungsgebiet der Ämter Hattingen, Blankenstein, Wprockhövel bis „in die Nähe von Bochum, Witten und des Wupperthales“ (Westfälische Zeitung, 4.5.1875). Spätestens ab 1865 trat die Zeitung als „Organ des Ruhrthals für Tagesbegebenheiten, Handel, Gewerbe, Landwirthschaft und Verkehr“ auf.
Die gleichnamige Zeitung, die Josef Zillekens ab 1876 in Witten herausbrachte, und die später unter dem Namen „Wittener Zeitung“ erschien, stand nicht in Verbindung mit der Hattinger Zeitung.
1868 übergab Friederike Hundt ihrem ältesten Sohn Heinrich Hundt die Leitung der Geschäfte.
1882 änderten die „Märkischen Blätter“ ihren Titel in „Hattinger Zeitung“ und erschienen fortan vier mal wöchentlich (Allgemeiner Anzeiger für Rheinland-Westphalen, 29.6.1882).
Titel
- „Märkischen Blätter. Wochenblatt für belehrende und angenehme Unterhaltung“
- „Märkische Blätter. Organ des Ruhrthals für Tagesbegebenheiten, Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und Verkehr“
Inhalt und politische Ausrichtung
Die „Märkischen Blätter“ bezeichnet ihre politische Ausrichtung als „liberal und volksthümlich“ (29.06.1864). In den Zeitungskatalogen wurden sie als nationalliberal und parteilos charakterisiert.
Zu den Inhalten der Zeitung gehörten Gedichte, Tagesnachrichten aus Deutschland und Ausland, Fortsetzungsromane und Bekanntmachungen wie z. B. Meldungen aus Vereinen (z.B. Frauen und Jungfrauen-Verein), Anzeigen, Geldkurse, Marktpreise und Kirchliche Statistik der evangelischen Gemeinde Hattingen. Ab Mai 1861 wurde der Zivilstand abgedruckt.
Personalia (Auswahl)
J. Wehren, Chr. Münstermann, J. P. Wichelhoven, Heinrich Blumeroth
Periodizität, Auflage und Format
Die „Märkischen Blätter“ erschienen zweimal wöchentlich, Mittwoch und Samstag, in 4 Seiten mit zweispaltigem Text. Ab Oktober 1874 dreimal wöchentlich.
Die Auflage ließ sich nicht ermitteln.