— Mikrofilmarchiv

der deutschsprachigen Presse e.V.

Sportpahpian und Tarnhauenfrage

im Stadteebiet für das Etatssohr 1927

(Referat, gehalten auf der Generalversammlung des Stadtverbandes für Leibesübungen Wanne=Eickel vom

15. Februar 1927, von Studienrat Karl Wiage.)

Wie ich schon bei verschiedenen Gelegenheiten betont habe, ist unsere Stadt dadurch, daß sie in den letzten Jahren verschiedentlich gezwungen war, bestehende Plätze einzuziehen und anderen Zwecken nutzbar zu ma­chen, nunmehr in die Zwangslage geraten,

der Errichtung von Sportplätzen die größte Aufmerksamkeit

zu schenken. Zunächst ging das große Gelände im Her­tener Busch, auf dem wir früher unsere Jugendtage abgehalten haben, für die Stadt Wanne=Eickel verloren: in Wanne=West wurde der Platz an der Gelsenkirchener= straße wieder der Landwirtschaft zugeführt: in Eickel wurde der Notplatz an der Gemeindeziegelei bereits vor einigen Jahren aufgeboben, dann der Platz an der zur Niedenstraße für den Bau von Wohnbäusern in An­spruch genommen. In diesem Jahre siebt der Platz an der Harkortstraße seiner Auflösung entgegen. Der Turnerbundplatz ist stark gefährdet. Es ist die Absicht unseres Jugendpflegeamtes in Verbindung mit den an­dern Ressorts der Stadtverwaltung, die gesamte Sport­platzfrage von Wanne=Eickel neu aufzuziehen und groß­zügig durchzuführen. Man geht von dem Grundsatze aus, daß es wichtiger ist, eine Anzahl von Sportplätzen üiber unser gesamtes Stadtgebiet zu verteilen, als eine Stadionanlage zu schaffen, die doch für die tägliche Be­nutzung für unsere Schulen und Vereine nicht in Frage kommen würde. Damit soll nicht gesagt sein, daß nicht einer von unseren Sportplätzen über bedeu­tendere Größenverhältnisse und Sitzgelegenheit für meh­rere tausend Zuschauer verfügen dürfte. Aber wesent­lich muß sein, daß für alle unsere Schulen und Vereine eine normale Sportvlatzanlage in erreichbarer Nähe vorhanden ist. Grundlegend muß das Siedlungsamt, das über die Verteilung der Grünflächen und Erbo­lungswege in erster Linie mit zu beraten hat, einen Plan auch über die Errichtung von Sportplätzen aufstel­len. In den letzten Wochen hat das Jugendpflegeamt in einer Reihe von Besichtigungen Stellung genommen zu den schwebenden Platzfragen. Es muß anerkannt werden, daß sich diese Stelle unserer Verwaltung der Notlage unserer Jugend in Hinsicht auf die körperliche Betätigung im Freien nicht entzieht und mit allen Mit­teln bestrebt ist, Hand in Hand mit den anderen Zweigen der Verwaltung, der Vertretung der Bürger­schaft, den Schulen, und den Verbänden der Leibes­übung treibenden Vereine, die schwebenden Fragen einer für alle Teile befriedigenden Lösung schnellstens entgegen zu führen. Ich persönlich nahm teil an einer Reihe von Besichtigungen, die die zur Debatte stehen­den Fragen einer Klärung entgegenführen sollten. Es muß, von vornherein betont werden, daß es nicht mög­lich ist, allen berechtigten Wünschen sofort entgegen zu kommen, daß es aber sehr wohl möglich ist,

einen gesamten Sportplatzplan aufzustellen,

dessen Durchführung sich über mehrere Jahre erstreckt,

mit dessen Inangriffnahme sofort zu beginnen ist. Es ist vor allem begrüßenswert, daß auch die Vertre­tung der Bürgerschaft diesen Plänen absolut freundlich gegenübersteht. Die Hauptschwierigkeit, die augenblick­lich zu überwinden ist, ist. die Geldfrage. Plätze, die im Besitze der Stadt sind, stehen fast überall zur Ver­sügung. Mit den in den letzten Jahren im Etat zur Verfügung gestellten Mitteln ist allerdings eine Lösung der Sportplatzfrage nicht durchzuführen. Wir erwar­ten von unseren Stadtvätern, daß sie in dem kommen­den Etat mit ganz anderen Summen der körverlichen Ertüchtigung unserer Jugend in Schule und Verein unter die Arme greift, wie das in den letzten Jahren der Fall gewesen ist, und geben uns der freudigen Gewißheit hin, daß das Stadtverordnetenkollegium die Mittel, die für diese Zwecke benötigt werden, bewil­ligt. Ich brauche an dieser Stelle nicht zu betonen, daß gerade wir hier in Wanne=Eickel verpflichtet snid, unserer Jugend die vielen Nachteile unseres In­dustriebezirkes zum wenigsten dadurch einigermaßen zu mildern, daß wir ihr Gelegenheit geben, im Gewande jugendlicher Freude sich zu tummeln in frisch=fromm­frei=fröhlichem Spiel auf grünem Rasen abseits vom lärmenden Betriebe der Straßen nud qualvoll, fürch­terlicher Enge überfüllter Mietwohnungen. Abgesehen von wenigen rühmlichen Ausnahmen, sind die meisten unserer Volksschulsysteme ohne Turnhalle und Spiel­platz, viele haben gar keinen Schulhof, der mit einem Gefängnishofe verzweifelte Aehnlichkeit hat(Lozeum). Mitbestimmend bei der Auswahl der neuen Sportplätze muß auch sein, daß

die Stadt Eigentümerin des Geländes ist.

damit nicht unsere Vereine dauernd in Sorge schweben, daß das Pachtverhältnis gekündigt wird, und das in den Platz hineingesteckte Geld und häufig viele Arbeit nutzlos vertan ist. Ich möchte ferner hier nachdrücklich betonen, daß es nicht angeben kann, daß ein Verein, der sich mit Riesenopfern einen eigenen Platz erworben hat, und nur mit den allergrößten Mühen und unter ungeheuren vekuntären Anstrengungen imstande ist, über die augenblicklich schweren Zeiten hinwegzukommen, nicht von der Stadt in angemessener Weise unterstützt vird. Es ist für einen Verein in unserer Stadt vor

der Hand unmöglich, sich eine angmessene Sportplatz= anlage zu schaffen, die dem Ansehen unserer Stadt ent­spricht, ohne von der Stadt entsprechend gestärkt zu werden, sei es in Form von laufenden Unterstützungen, oder in Form eines einmaligen zu einem mäßigen Zinssatze gegebenen Darlebens.

Eine andere Frage ist die Anlage einer Uebungs­bahn für unsere Radfahrvereine auf einer der anzu­legenden Plätze. Zwar las ich schon am Sonnabend, daß die Stadtverwaltung beschlossen habe, im Herzen der Stadt ein Stadion zu errichten, für das die Gelder be­reits bewilligt seien. Das neue Stadion soll auch eine Radrennbahn von 333½ m Länge bei 4½ m überhöhten Kurven für eine Schnelligkeit von 90 km in der Stunde (hinter Motoren) erhalten. Es wurde dort sogor schon geschrieben, daß der bekannte ehemalige Rennfahrer Klemens Schürmann aus Münster den Bau leite. Die Redaktion setzte allerdings unter diese aufsehen­erregende Mitteilung die Worte:„Wenn es nur zum Teil wahr wäre, wäre es schon schön.“ Ich werde weiter unten auf dies Projekt im Herzen von Wanne=Eickel näher zurückkommen. Ist auch die Meldung von einer Radrennbahn übertrieben und verfrüht, so steht doch fest, daß die Radfahrvereine, der Stadtverband für Lei­besübungen und das Jugendpflegeamt diesen Plan schon mehrfach erörtert und erwogen haben. Die Radfahr­vereine, deren sportliche Betätigung sich im allgemeinen auf unseren Landstraßen, manchmal sogar Stadtstraßen, entwickelte, werden durch behördliche Bestimmungen immer mehr vor allem des Sonntags in ihren Wett­fahrten eingeschränkt. Wenn ich richtig unterrichtet bin, hat der deutsche Radfahrerbund seine Wettkämpfe für das Jahr 1927 auf den 10. Teil der früher ausge­tragenen Rennen berabsetzen müssen. In den nächsten Jahren ist zu erwarten, daß Straßenrennen des Sonn­tags von der Regierung aus verkehrstechnischen Grün­den gänzlich verboten werden. Sollten die hier am Orte blühenden Radfahrvereine nicht auf einem Sportplatz unserer Stadt eine geeignete Uebungsmöglichkeit bekom­men, so würden sie dem Untergange geweiht sein. Der Stadtverband tritt daher mit allen Mitteln der Auf­fassung der Radfahrvereine bei, daß in unseren Sport­platzplan auch

eine Radrennbahn

hineingehört, und daß diese Radrennbahn eine möglichst zentrale Lage haben muß, um auch von auswärts schnell und bequem aufgesucht werden zu können.

Eine weitere Sorge ist

der Mangel an Turnhallen.

Rühmend hervorgehoben soll die Tatsache werden, daß die Stadt sich in der Festballe gleichzeitig auch eine Turnhalle geschaffen hat, reichlich ausgestattet mit den modernsten Geräten und einer räumlichen Ausdehnung, wie sie weit und breit keine Turnhalle besitzt. Aner­kannt soll hier auch werden, daß die Vertreter der Bür­gerschaft diese Turnhalle nicht nur den Schulen, sondern auch den Vereinen kostenlos zur Benutzung freigegeben haben. Ich glaube in aller Namen zu sprechen, wenn ich hierfür unseren Stadtvätern den wärmsten Dank der Turn= und Sportvereine ausspreche und sie bitte, diese Maßnahme keine vorübergehende sein zu lassen. Auch die Turnhalle am Realgymnasium steht unseren Vereinen zur Verfügung und ist dauernd in Anspruch genommen. Die Reimersturnhalle ist, was Raumver­hältnisse und Geräte anbelangt, vorzüglich zu nennen. Das Volkshaus in Röhlinghausen besitzt ebenfalls eine Turnhalle, die von den Röhlinghausener Vereinen stark in Anspruch genommen wird. Damit ist aber die An­zahl unserer Turnhallen erschöpft, wenn ich nicht die Turnhalle an der Dorneburg, die Turnhalle des Ly­zeums und die Turnhalle an der Wilhelmschule über­geben soll. Aber die erste spielt wegen ihrer Bauver­hältnisse kaum eine Rolle für unsere Vereine, die andere wird m. E. aus mir unbekannten Gründen wenig oder gar nicht von den Vereinen benutzt. In den übrigen Bezirken, vor allem in Eickel, fehlen Turnhallen voll­ständig. Die notwendige Folge war, daß die eigent­lichen Turnvereine in unserer Stadt sehr wenig zahl­reich sind und nicht über sehr viele Mitglieder verfügen. Sollte Wanne=Eickel in einigen Jahren Groß­stadt sein, so wird sie bestimmt von allen deutschen Großstädten diejenige sein, die die wenigsten Mitglieder der deutschen Turnerschaft in ihren Mauern birgt.

Was unsere Stadt an Uebungsmöglichkeiten für uns besitzt, ist nicht ausreichend. Teilweise ist auch das vor­handene nicht in der besten Verfassung. Aus diesem Grunde sind auch die meisten unserer Turn= und Sport­vereine nicht in der Verfassung. in der sie, der Größe unserer Stadt entsprechend, sein müßten. Das Gelände und die Gelder, die in unserem Sinne verwandt werden, werden wirklich gut angelegt uud tragen tausendfältige Frucht. Als vor einigen Wochen, am 21. Januar, der Stand der Volksgesundheit im preußischen Landtage zur Debatte stand, waren sich die Redner aller Fraktionen darin einig, daß der Sport eines der Hauptmittel sei, den Tiefstand unserr Volksgesundheit wieder auf die alte Höhe zu bringen. Der Wohlfahrtsminister Hirt­siefer machte vor allem auf die besonders ernste Be­deutung des ungünstigen Ernährungs= und Gesundheits­

zunandes verjenigen ulterbrlaffen aufmerksam, Die wah­] rend des Krieges geboren sind.„Ein Wiederaufstieg unseres Volkes ist nur möglich, wenn wir zunächst ein­mal alle Bedingungen schaffen, die einen Erfolg der Be­mübungen auf dem Gebiete der Volksgesundheit ge­währleisten.“ Nachdrücklich bezeichnete der Minister die Förderung des Sport und seine gesundheitliche Ueber­wachung als außerordentlich dringliche Aufgabe.

Diese Kriegsjahrgänge sind es, die augenblicklich in unseren Schulen sitzen, die in den kommenden Jahren in unsere Vereine eintreten werden. Sollten wir nicht alles versuchen, um ihnen durch die Teilnahme an unserer Arbeit im Gewande jugendlicher Freude die gesunde Grundlage zu verschaffen, einen Körper, der den Stra­pazen des Lebens und der Arbeit, vor allem in unserer Gegend, den nötigen Widerstand entgegenzusetzen ver­mag?

Wir Turner und Sportler, Wanderer und Schwimmer sind freudig bereit, diese ideale Arbeit zu übernehmen, wie in den früheren Jahren, so erst recht jetzt in den Zeiten der Not. Wir verlangen keinen Lohn dafür. Das Bewußtsein, in der Erziehungsarbeit an unserem Körver, in der Anleitung zur Körverpflege an unseren jugendlichen Mitmenschen uns selbst, unserer Familie, unserer Stadt und unserm deutschen Vaterlande einen Teil unsere Lebensarbeit geweiht zu haben, ist uns der schönste Lohn.

Alles aber können wir nicht leisten.

Und wo wir notwendig versagen müssen, da muß die Gemeinde und der Staat einspringen.

Enzeive Vor chläge:

Ich möchte jetzt darlegen, wo die Gemeinde helfen kann, und wo und wie sie beabsichtigt, helfend und för­dernd unsere Bestrebungen zu unterstützen.

Vergrößerung nud Umzäunung des Platzes an der Horstschule, sowie Errichtung einer Turnhalle an der südöstlichen Ecke desselben in Verlängerung der Front der Karlsschule.

Der Sportplatz an der Horstschule in Holsterbausen ist stark vernachlässigt. Vor allen Dingen befindet sich die Holzumzäunung des Platzes in einem unglaublichen Zustande. Eine ganze Seite der Umzäunung nach der Horststraße zu ist vollständig verschwunden, die west­liche zum Teil. Für die Vereine ist der Platz in seinem jetzigen Zustande unbrauchbar. Für die Schulen nur in bedingtem Maße, da die Turnklassen leicht belästigt werden können von wilden Fußballspielern. Es ist unbedingt nötig, daß der Platz mit einer Mauer um­geben wird. Gleichzeitig soll er nach Südwesten zu bis an den Feldweg erweitert werden. Große Unkosten würden seitens der Stadt nicht aufzubringen sein und könnten mit noch vorhandenen Geldern aus dem Etats­jahre 1926 durchgeführt werden. Der Platz müßte in die Obhut eines Hausmeisters der Horst= oder Karl­schule gegeben werden und auch durch einen Torabschluß vor der Schule ringsum abgeschlossen werden. Der Platz würde einer der größten und schönsten unserer Stadt werden. Der eigentliche Fußballplatz müßte rechtwinklig zur Horstschule gestellt werden, er könnte umgeben werden mit Plätzen für Leichtatbletik, Lauf­bahnen, Grünflächen und Kinderspielplatz. Für eine ganze Reihe von Schulen wäre er leicht erreichbar und würde einem dringenden Bedürfnis abhelfen. Auch für die Holsterhausener Sportvereine wurde er eine gute Spielgelegenheit bieten.

Da in dem Ortsteile Holsterbausen überhaupt keine Turnhalle vorbanden ist, können die Volksschulen ihre Schüler im Turnen nicht unterrichten, wie es vor­geschrieben ist. Es ist beabsichtigt, an der Karlsschule in Verlängerung nach Norden eine

Turnhallenbaracke

mit nutzbarer Innenfläche von mindestens 10 mal 20 m zu errichten: die Mittel hierfür wären in den Etat 1927 einzustellen. Eine Reihe unserer Nachbarstädte zieht aus verschiedenen Gründen solche Turnhallen­baracken, auf verschiedene Bezirke der Stadt verteilt, großen Turnhallen vor. Die Innenausstattung für die Halle ist zum Teil schon vorhanden und in den Keller­räumen der Horstschule untergebracht. Diese Räume könnten später als Brauseräume eingerichtet werden. Das ganze Objekt würde sich ca. auf 30000 R.A be­laufen.

Anlage eines Sportplatzes und einer Turnhallen­

baracke an der Bonisatius= und Gustav=Adolfschule.

Infolge der Durchführung der Straße Auf der Wenge—Hordelerstraße ist der Sportplat# an der Bis­marckstraße(Turnerbundplatz) stark beschnitten worden. Wenn auch der Platz notdürftig dadurch wieder spiel­fähig gemacht worden ist, daß er ca. 5 m nach Südosten gewonnen hat, so ist doch die Umzäunung sowohl als auch das Spielfeld selbst in einem deartigen Zustande, daß ohne bedeutendere Aufwendnugen der Platz nicht als einwandfrei bezeichnet werden dürfte, zumal nicht als Uebungsplatz für einen Verein von der Bedeutung des Turnerbundes. Da aber mit der Möglichkeit zu rechnen ist, daß der von der Kruppschen Verwaltung ge­pachtete Platz in Bälde verschwindet, so tun wir gut daran, uns schon jetzt nach einem anderen Gelände um­zusehen. Dies glaubt man gefunden zu haben zwischen der Blücher=, Bonisatius= und Gärtnerstraße. Aehn­lich wie bei der Horst= und Karlschule stände auch bier der Platz in Verbindung mit den beiden Systemen der Bonisatius= und Gustav=Adolf=Schule. Wünschenswert wäre es allerdings, daß der Platz nach Westen bis an die Terfflingerstraße sich erstreckte, da sonst eine ein­

wandfreie I00=Mreter=Vavn raum andulegen wäre. Das Gelände gebört der Firma Krupp. Auch dieser Platz müßet mit einer Mauer umgeben und von einem der Hausmeister der beiden Eysteme betreut werden. Für die Gustav=Adolf= und die Bonisatius=Schule wäre der Platz dringend zu wünschen. Auch die Vereine aus dem Herzen Eickels würden hier gut untergebracht werden können.

Eine Turnhallenbaracke wie an der Karlschule ist auf die Dauer auch an diesen Systemen eine gebieterische Notwendigkeit. Nur ist die Platzfrage hier nicht so leich; zu lösen wie in Holsterbausen. Die beste Lösung wäre, die zwischen beiden Enstemen liegende Abort= anlage, die heutigen bygienischen Anforderungen nicht mehr genügt, im Kellergeschoß eines der beiden Systeme oder unter der Turnhalle unterzubringen, die Turnhalle selbst auf dem Platze der jetzigen Abortanlage unter Be­nutzu 1o der Rückwand derselben zu errichten. Auch hier käme eine Hallenbaracke von den lichten Ausmaßen von mindestens 10 mal 20 m wie in Holsterbausen in Frage.

Sportplatzanlage in Wanne=West.

In Anlebnung an die Systeme der Wilhelm=Viktoria­schule soll eine größere Sportplatzanlage in Wanne­West geschaffen werden. Die Stadt ist vor einigen Jah­ren in den Besitz des Geländes im Wege des Austausches mit der Zeche gelangt. Durch Beschluß des Hauptaus­schusses vom 24. 1. 1927 und der Stadtverordnetenver­sammlung vom 4. 2. 1927 ist der Austausch einer in den städt. Besitz bin,, igenden Parzelle der Kirchen­gemeinde Wanne=Weit beschlossen worden. Es steht nunmehr ein arrondiertes Gelände, das für eine groß­zügige Sportvlatzanlage wie geschaffen ist, zur Verfü­gung. Die Anlage eines Sportplatzes in diesem Stadt­bezirke ist eine Notwendigkeit, da der östlich der Gelsen­kirchenerstraße gelegene Sportplatz wieder der Landwirt­schaft zugeführt worden ist. Das Gelände liegt westlich der Gelsenkirchenerstraße und südlich der Bickernstraße und ist im Süden und im Westen durch zwei Eisenbahn­linien begrenzt. Die Erdarbeiten, die auszuführen wären, um das Gelände einzuebnen, würden ca. 7000 R.4 Kosten verursachen. Der Platz wäre groß genug, um auf ihm die Jugendtage der Stadt durchführen zu können, was zu begrüßen wäre, da der Platz an der Stöckstraße vom Mittelpunkte der Stadt ziemlich weit entfernt liegt. Die Systeme der Wilhelm=Viktoria­schule, der Königin=Luisenschule, der Berufsschule wür­den hier eine bequeme Spielgelegenheit finden. Auch dieser Platz müßte mit einer Mauer umgeben und der Obhut des Hausmeisters unterstellt werden.

Svortplatzanlage in Wanne=Eickel Mitte.

Auch in das Zentrum der Stadt muß ein Sportplatz gelegt werden, da die Schulen in Wanne=Süd und an der Dorneburg überhaupt keinen Spielplatz besitzen. Der Anlage des Platzes stehen hier große Schwierigkeiten entgegen. In den letzten Wochen wurden mehrere Pro­jekte erwogen und bearbeitet.

1. Der als Kleingartengelände benutzte Streifen zwischen Dorneburgerstraße und Dorneburgerbach, Gö­benstraße und Eintrachtstraße in seinem breiteren, füd­östlichen Teil. Das Gelände gehört der Bergwerks­gesellschaft Hibernia. Verhandlungen waren eingeleitet, das Gelände auszutauschen mit Grundstücken der Stadt. Doch ist keine rechte Stimmung vorhanden, dies Pro­jekt durchzuführen, da der Platz reichlich schmal und nicht ausdehnungsfähig, ferner schlecht gelegen ist und keine praktischen Zugangswege für das Zentrum der Stadt besitzt. Auch wirkt der an dieser Stelle sehr tiefe Einschnitt des Dorneburger Baches sehr störend. Sollten die Verhandlungen durchgeführt werden können, so könnte der Platz noch in diesem Jahre in Benutzung genommen werden, da keine große Einebnungsarbeiten vorgenommen zu werden brauchen.

2. Das Ackerland westlich davon hinter der Augusta­schule mit Eingang von der Göbenstraße. Dies Ge­lände wäre ideal gelegen, ausdehnungsfähig, könnte umfriedigt und unter Aufsicht des Hausmeisters der Schule gestellt werden. Der Platz ist völlig eben. Be­sitzer sind die Erben Lechtape. Eine Lösung dieser Frage wäre für 1927 nicht möglich.

3. Die sogenannte Hundewiese, die von demselben Besitzer verpachtet ist. Wenn eine Anpachtung möglich wäre, so wäre eine notdürftige Regelung für dieses Jahr möglich, vorausgesetzt, daß die Wiese nach Westen in ihrer gesamten Länge um einige Meter verbreitert würde. Verhandlungen sollen bei Gelegenheit aufge­nommen werden.

4. In den letzten Tagen ist das Projekt 1 wieder auf­gegriffen worden. Allerdings handelt es sich um ein anderes Gelände desselben Besitzers, südlich der Lotbringerstraße und westlich der Friedgrasstraße, in der Nähe des Hofes Gosewinkel. Das Gelände ist größer als das zuerst genannte und wird auch nicht beeinträchtigt durch die Nähe des Dorneburgerbaches. Es steht zu erwarten, daß die Verhandlungen zu einem baldigen befriedigenden Ergebnis gelangen.

Auf die Dauer kommt die Stadt um eine Sportplatz= anlage in diesem Bezirke nicht herum, zumal der Sport­platz an der Harkortstraße durch die Begradigung der Hindenburgstraße an der Gasanstalt verloren gebt, wenn es nicht möglich, das im Osten verloren gegangene Stück im Süden dem Platze binzuzufügen.

Reimers=Turnhalle.

1. Sportplatz.

Es ist vorgesehen, das alte sowie das neue Spielfeld mit einer Umplankung zu versehen, denn es hat sich