Rechtsdrehung 90°Linksdrehung 90° 
  
  
  
  
  
 
Einzelbild herunterladen

150

9

6

1

1

11

1

Genehmigung"nurtdann zu versagen, wenn gegen dieselben Thatsachen vorliegen, welche ihre Unzu­verlässigkeit darthun. Eine solche Unzuverlässigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn sich dieselben einer Versendung von Sprengstoffen unter falscher Declaration oder einer sonstigen wissentlichen oder auf grober Fahrlässigkeit beruhenden Uebertretung der über die Lagerung, die Aufbewahrung und die Versendung von Sprengstoffen erlassenen Vor­schriften schuldig gemacht haben. Die Erlaubnis zur Herstellung, zum Vertriebe und zur Einführung von Sprengstoffen aus dem Auslande schließt die Erlaubnis zum Besitze von Sprengstoffen in sich. Die Erlaubnisscheine sind mit dem Amtssiegel oder dem amtlichen Stempel der ausfertigenden Behörde zu versehen. 3) Der Vertrieb von Sprengstoffen darf nur an solche Personen erfolgen, welche im Besitz einer der in§ 1 Absatz 1 des Gesetzes ge­dachten Genehmigungen sind. 4) Für das nach § 1 Absatz 2 des Gesetzes zu führende Register ist das sdem Gesetze angehängte] Schema in An­wendung zu bringen. 5) Die nach einem Orte des Inlands bestimmten Sendungen von Spreng­stoffen aus dem Auslande werden nur unter der Bedingung eingelassen, daß der den Adressaten zur Einführung von Sprengstoffen aus dem Auslande ermächtigende Erlaubnisschein den Begleitpapieren der Sendung beigefügt wird. 6) Erfolgt die Zurücknahme einer gemäß§ 1 Absatz 1 des Ge­setzes erteilten Genehmigung, so ist der Erlaubnis­schein an die Behörde zurückzureichen. Die Zurück­nahme ist ferner durch den„Deutschen Reichs= und Preußischen Staats=Anzeiger“ bekannt zu machen. Der Minister des Innern v. Puttkamer. Der Minister der öffentlichen Arbeiten May­bach. Für den Minister für Handel und Gewerbe v. Bötticher. Der Finanzminister in Vertretung Meinecke.

Ansprache in Münster.

* Münster, 25. Sept. Auf die Ansprache des Landtags=Marschalls bei dem gestrigen Diner der Stände erwiderte Seine Majestät der Kaiser:

„Der Einladung der Provinz Westfalen fol­gend, bin Ich mit Meinem Hause gekommen und erschienen in Ihrer Mitte. Sie haben in Ihren Worten erinnert an Meinen letzten hiesigen Auf­enthalt und an die 19 Jahre, welche zwischen diesem letzten Aufenthalt und jetzt verflossen sind. Es ist Uns in dieser Zeit beschieden gewefen, die Vorsehung des Allmächtigen zu erkennen. Den­jenigen, welche in dieser Zeit in den Kriegen ge­fallen sind, ist von dankbaren Herzen ein Denk­mal auf dem Niederwald errichtet, um die Er­innerungen an diese Ereignisse auf die spätesten Nachkommen zu vererben. Die Gesinnungen, welche diese Zeit bezeichnen, konnten auch die Be­wohner der Provinz Westlalens nur von neuem bethätigen. Die Bewohner der roten Erde haben gekämpft und gewetteifert mit allen anderen Provinzen des Staats. Sie haben in den glor­reichen Kriegen mitgefochten, von denen Sie sprachen und das einige Deutschland ist ein Werk der Armee und der Gesinnungen des Volkes. Ich trinke auf das Wohl der Provinz Westfalen und Namens der Kaiserin und in Meinem Namen fordere Ich die Herren auf, auf das Wohl der Provinz West­falen und ihrer Hauptstadt Münster zu trinken: Sie leben hochl.

Die Partei=Aufstellung und die Aussichten bei den Reichtagswahlen.

Zweiter Artikel.

(Deu ersten Artikel hierüber mußten wir auf der vierten Seite d. Nr. placiren. D. Red.)

NLO. Perlin, 25. Sept.

8) Die Provinz Schleswig=Holstein ent­sandte bisher 1 Conservativen, 7 Deutschfreisinnige und 2 Dänen. Die Nationalliberalen, die früher immer eine Anzahl Mandate in der Provinz be­sessen, machen sehr energische Anstrengungen, wieder zu ihrem alten Besitzstand zu gelangen. Die Ver­ständigung zwischen Nationalliberalen und Conser­vativen ist hier am vollständigsten gelungen. Es

sind 5 nationalliberale Candidaturen aufgestellt,

die sämtlich auch von den Conservativen unterstützt werden. Der Wahlkampf gestaltet sich sonach in den Herzogtümern wesentlich zu einem Wettstreit zwischen Nationalliberalen und Deutschfreisinnigen.

9) Die Provinz Hannover war zuletzt durch 10 Welfen, 1 Clericalen, 4 Nationalliberale, 3 Deutsch­freisinnige und 1 Conservativen vertreten. Bei der Wahl von 1878 zählten die Nationalliberalen noch

8 Vertreter. Zum erstenmal waren in der letzten Legislaturperiode die sonst stets nationalliberal ver­tretenen Wahlkreise Aurich, Stade, Otterndorf an die Fortschrittspartei, die Kreise Verden, Hildesheim, Lüneburg an die Welfen gefallen. Diese Wahl­kreise wiederzugewinnen und den alten, von Welfen und Fortschrittsmännern beeinträchtigten Besitzstand in Hannover zurückzuerobern, haben die National­liberalen lebhafte Anstrengungen gemacht. In sämtlichen Wahlkreisen der Provinz mit ganz ver­einzelten Ausnahmen sind nationalliberale Candi­daturen aufgestellt. Fast überall gilt der Kampf den Welfen, in den drei genannten, zuletzt ein­gebüßten Wahlkreisen den Deutschfreisinnigen. 10) Die Provinz Westfalen war zuletzt vertreten durch

9 Clericale, 4 Conservative, 2 Freisinnige und 2 außer­halb des Parteiverbands stehende Liberale(Lenzmann und von Bockum=Dolffs). Die Wahlkreise des Centrums sind hier mit Erfolg nicht angreifbar, mit Ausnahme von Bochum, dem langjährigen Wahlkreise des Dr. Löwe, der erst bei der letzten Wahl an das Centrum gelangte. Es ist hier eine erfolgversprechende nationalliberale Candidatur auf­gestellt. Auch in den bisher fortschrittlich ver­tretenen Wahlkreisen Altena=Iserlohn, Hagen und Dortmund sind nationalliberale Candidaturen auf­gestellt. Die vier conservativen Vertreter gehören der äußersten Rechten(Stöcker'sche Richtung) an; durch Zusammenhalten der Liberalen könnte einer oder der andere dieser Wahlkreise wohl gewonnen werden. In Herford=Halle und Siegen sind deutsch­freisinnige Candidaturen den bisherigen hochconser­vativen Inhabern gegenübergestellt. Das Centrum stimmt, wo es eigene Candidaten nicht durchzu­bringen vermag, im Kampf zwischen den Hoch­conservativen und Liberalen für erstere, im Kampf zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen für letztere und gab bei den letzten Wahlen dadurch in verschiedenen Wahlkreisen den Ausschlag. 11) Die Provinz Hessen=Nassau. Der Regierungs­bezirk Wiesbaden ist in der laufenden Legislatur­periode vertreten durch 4 Freisinnige, 1 Mitglied der Volkspartei und 1 Clericalen. Auch hier geben ultramontane Minoritäten bei den Stichwahlen den Ausschlag. Der Kreis Homburg ist erst im Jahre 1881 den Nationalliberalen durch die Fortschritts­partei entrissen worden. Es sind im Regierungs­bezirk 3 nationalliberale Candidaturen aufgestellt, u. a. auch in Wiesbaden. Die Stadt Frankfurt, der alte Wahlkreis des Abg. Sonnemann, ist einigermaßen von den Socialdemokraten gefährdet. Der Regierungsbezirk Cassel entsendet z. Z. 3 Conservative, 1 Nationalliberalen, 2 Deutschfrei­sinnige, 1 Clericalen und 1 Socialdemokraten. Bei den Wahlen von 1878 waren noch 5 National­liberale gewählt, deren Mandate dann teils an Conservative, teils an Deutschfreisinnige gefallen sind. Die Nationalliberalen machen energische An­strengungen, das verlorene Gebiet wieder zu erobern. Wir zählen z. Z. 5 Candidaturen dieser Partei, worunter sich auch die Hauptstadt Cassel und Hanau befinden. 12.) Die Rheinprovinz ist das festeste Bollwerk des Centrums; sie ist z. Z. durch 27 Clericale, 1 Conservativen, 1„Wilden"(Frei­conservativen), 3 Nationalliberale, 2 Deutsch­freisinnige und 1 Socialdemokraten vertreten. Die Wahlkreise des Centrums sind auch hier mit Erfolg nicht anfechtbar; in einigen industriellen Städten machen höchstens die Socialdemokraten den Clericalen Concurrenz. Ein besonders heißer Kampf wird um die großen Industriestädte Elber­feld und Solingen entbrennen. Jenes wird den Deutschfreisinnigen von den Socialdemokraten und den vereinigten Nationalliberalen und Conservativen streitig gemacht; in Solingen, jetzt socialdemokratisch

vertreten, bekämpfen sich die Socialdemokraten unter sich, das Centrum bewirbt sich um das Mandat, die conservativen und liberalen Parteien sind noch nicht schlüssig geworden, werden aber jedenfalls auch in den Wahlkampf eintreten. Lennep=Mettmann wird den Deutschfreisinnigen von den Nationalliberalen streitig gemacht. In Duis­burg haben sich Conservative und Nationalliberale auf den bisherigen Vertreter(Dr. Hammacher) gegen das Centrum vereinigt. In Wetzlar, das die Nationalliberalen erst im Jahre 1881 durch allerlei unglückliche Umstände an die Dentsch­conservativen verloren haben, wird ein energischer Versuch der Wiedereroberung gemacht werden müssen. Es sind z. Z. 4 nationalliberale Candi­daturen in der Rheinprovinz aufgestellt. In 13) Hohenzollern, das in den letzten Legislatur­verioden immer clerical vertreten war, aber sehr ansehnliche liberale Minoritäten aufzuweisen hatte, wird ein Versuch mit der Aufstellung einer gemäßigt=liberalen Candidatur gemacht.

Tages=Rundschau.

** Perlin, 26. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin wohnen morgen Mittag der feierlichen Enthüllung des Goebendenkmals in Coblenz bei und begeben sich sofort darnach nach Baden=Baden, woselbst am 30. d. M. der Geburtstag der Kai­serin im Kreise der großherzoglich badischen Familie begangen wird. Das Kronprinzenpaar nimmt an dieser Feier teil und begiebt sich hierauf nach der Sthmeid.

* Graf Herbert Bismarck hat sich zum Besuche des Earls of Fife nach Schottland begeben.

* Dem„Standart" wird aus Berlin, 23. Sept., telegraphirt:„Graf Herbert Bismarck ist der Träger

Träger einer wichtigen Mitteilung des

deutschen Reichskanzlers an die britische Regierung inbezug auf die gegenwärtige Krisis in den Ange­legenheiten Egyptens.“

* Der Staatssecretär des Auswärtigen, Staats­Minister Graf Hatfeldt, hat gestern Abend Berlin wieder verlassen.

treter Rußlands ein zur Mitteilung an die Mächte bestimmtes Rundschreiben über den Zweck und die Grenzen der in Skierniewiczy getroffenen Ver­einbarungen senden wird. Diese Note wird jedoch voraussichtlich, wie es bei derartigen Mitteilungen herkömmlich, nur friedliche Versicherungen ent. holten.

* Weimar, 25. Septbr. Das Bahnhofs gebäude in Apolda ist heute Morgen abgebrannt.

* Rom, 25. Sept. Der preußische Gesandte v. Schlözer ist aus seinem Urlaub hierher zurückgekehrt.

* Die Candidatur Stöcker betreffend, schreibt das„Deutsche Tagebl.“: Infolge der verschiedenen Gerüchte in freisinnigen und sonstigen Zeitungen, daß die Conservativen von einer Candidatur des Herrn Hofprediger Stöcker im 2. Berliner Reichs­tags=Wahlkreise Abstand genommen, wurde in der gestrigen Versammlung der Vertreter des Wahl­kreises, nachdem vergeblich der Ursprung dieses Gerüchtes zu ermitteln versucht war, der Beschluß gefaßt:„Die heutige Versammlung hat sich über­zeugt, daß die Candidatur Stöcker in conservativen Kreisen niemals in Frage gestellt worden ist und auch ohne Schädigung der guten Sache nicht in Frage gestellt werden kann.“

* Welch außerordentliche Rührigkeit die Social= demokraten bei den bevorstehenden Reichstags­wahlen zu entfalten beabsichtigen, beweist die dieser Tage von der Partei herausgegebene Candidaten= liste. Danach wird sie im ganzen 144 Candida= turen aufstellen. Hiervon entfallen auf das König­reich Preußen 68, auf Bayern 16, auf das Königreich Sachsen, in dem alle Wahlkreise besetzt sind, 23, und auf die andern Staaten 37. Die meisten von diesen Candidaturen sind selbstverständlich Zählcandidaturen. Doch werden immerhin 38 bis 40 Wahlkreise einen sehr ernsthaften Kampf gegen sie zu führen haben.

* Der„Polit. Corresp.“ zufolge hätte sich Rußland dem Proteste Frankreichs, Deutschlands

und Oesterreichs gegen die eigenmächtige Abände­rung des egyptischen Liquidationsgesetzes ange­schlossen. Der Protest sei entweder bereits über­reicht worden oder die Ueberreichung stände unmittelbar bevor. Der Anschluß Italiens werde erwartet.

* Aus Paris, 23. September, schreibt man: Es bestätigt sich, daß Herr v. Giers an die Ver­

Provinzielle Nachrichten.

* Gelsenkirchen, 26. September. Wie wir in Erfahrung bringen, wird am 19. October in Schützenhofe zu Bochum ein Parteitag der national. liberalen Partei des Reichstagswahl. kreises Bochum stattfinden, für welchen bereits hervorragende Redner ihre Zusage gegeben haben, Wir sprechen dem liberalen Wahlcomite unsere volle Anerkennung zu diesem Schritte aus; e# wird hierdurch den vielen liberalen Wählern des Kreises, die es nicht ermöglichen konnten, den Parteitag in Dortmund zu besuchen, Gelegenheit geboten, sich an diesen, das nationale Bewußtsein hebenden Vo trägen zu erfreuen. Auch im hiesigen Kreise entwickelt sich unter den Nationalliberalen eine rührige Thätigkeit, welche zu den besten Hoffnungen berechtigt. Drum alle Mann an Bord!

* Unserm gestrigen Kaiserfestberichte aus Wanne haben wir nachzutragen, daß der dortige Bahn­hofsrestaurateur, Herr Zengerling jr. den Kaiser, der Castellan der hiesigen Gesellschaft Verein, Herr Karl Hense und Restaurateur Herr Kirchmeier aus Bochum den Kronprinzen und die Prinzen Wilhelm und Heinrich bedienten. Bemerkens­wert ist, daß dem Kaiser in einer antiken Tasse, welche einem Herrn in Bochum gehört und einen Wert von 200 M. haben soll, zweimal Bouillon zugereicht worden ist. Die Obertasse ist mit einem zierlichen Lorbeerkranz, welchen der hiesige Gärtner Herr August Zitzen angefertigt haben soll, umlegt gewesen. Herr Mummenhoff aus Bochum überreichte im Namen der Stadt Bochum ein Riesenbouquet. Der Andrang des Publikums drängte den Kaiser zu der Frage, woher denn alle die Menschen kämen, es wären doch nur wenige Häuser hier (Wanne). Die Einfriedigung hatte der Ansturm des Volkshaufens bereits durchbrochen. Als die Polizei die Leute zurückhalten wollte, bat der Kaiser davon abzustehen und die Leute nur ruhig stehen zu lassen. Der Kaiser sprach auch seine Ver­wunderung über die Industriebezirke Oberhausen Gelsenkirchen und Wanne aus. Leutselig drückte der hohe Herr manchem die Hand. Zu Herrn Hense, als derselbe dem Kronprinzen die Tasse mit Bouillon servirte, sagte der Kronprinz freund­lich:„Nun, Sie scheinen es gut mit mir vor zu haben!" Dabei nahm der hohe Herr auch seine Tasse selbst vom Tische weg.— Wie wir hören sollen im ganzen ca. 60 Tassen Bouillon an die allerhöchsten und hohen Herrschaften verabreich worden sein.

* Die Wählerlisten der hiesigen Stad für die am 28. October d. Is. stattfindend Reichstagswahl liegen vom 30. d. M. ab 8 Tag lang auf Zimmer 5 des Rathauses zur Einsich offen.

* Gelsenkirchen, 23. September. In de „Elbf..“ lesen wir folgenden traurigen Fall Die Familie des Bäckermeisters Rippelmeier von hier ist von einem schweren Unglücksfall heimgesuch worden. Am 20 cr. fuhr der Vater mit seinen Bäckerwagen nach Röhlinghausen, um dort geschäft liche Angelegenheiten zu erledigen, und nahm der Tour seine vier Kinder mit. Eins derselben saß auf dem Verdeck des Gefährs, während di drei anderen neben dem Vater auf dem Bock genommen hatten. Zwei der letzteren neckten ein ander, infolge dessen sie beide auf der Bochum Straße vom Bock herunterfielen. Daß eine wurd von dem Vater noch rechtzeitig ergriffen; den anderen gingen beide Seitenräder über den

Er fragte sich, weshalb sie so bleich und un­glücklich aussah.

„Bin ich denn so abschreckend, daß sie schon bei dem bloßen Gedanken, mich zum Manne zu bekommen, so unglücklich ist?“ fragte er sich in verwundeter Eitelkeit.

Nach dem Frühstück trat er ihr in den Weg, als sie an ihm vorübergehen wollte.

„Es ist ein schöner Morgen, Miß Monroe. Sind Sie geneigt, mit mir in den Garten zu gehen?“ fragte er bittend.

Sie neigte stumm das Haupt, nahm ihren breitrandigen Hut und folgte ihm.

Es war ein herrlicher Morgen.

Die Sonne schien glänzend und der tiefblaue Himmel spiegelte sich in den Fluten des Arno. Die Vögel sangen, die Blumen blühten und die Luft war von dem Duft der Rosen erfüllt.

Doch heute war Irene gleichgültig gegen den beseligenden Einfluß der so schönen, herrlichen Nakur.

Sie schritt an Revivgtons Seite dahin, still, mit gesenktem Auge und bleichen Wangen.

* Kaiserswerth, 22. September. Gestern Morgen um 10 Uhr traf der Kron­prinz in unserm beflaggten und geschmückten Städt­chen ein und wurde von der vor dem Diaconissen­hause seiner harrenden Menge mit brausenden Hochrufen begrüßt. Am Portal des schön bekränzten Hauses empfingen ihn die beiden Inspectoren der Anstalt und geleiteten ihn in die reichgeschmückte Kirche. Hier predigte Pastor Disselhoff über das Wort der Vergpredigt:„Selig sind die Fried­

fertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen". Die Liturgie hielt Pastor Fliedner. Nachdem der Gottesdienst beendigt, begab sich der Kronprinz zur Lehrhalle der Diaconissen, woselbst ihm ein Früh­stück bereitet war. Inzwischen hatten die Kinder des Diaconissenwaisenstifts, ferner die kranken, meist an Scrophulose leidenden Knaben der Knaben­station, erstere mit Schleifen im Haar, letztere zum teil soldatisch gekleidet, die Schwestern und sonstige Angestellte der Anstalt vor der Thür der Halle im Schwesterngarten Aufstellung genommen. Während die Waisen und Schwestern ein Lied vortrugen, unterhielt sich der Kronprinz in ungezwungenster Weise, trat auch aus der Halle heraus und nahm einige ihm dargereichte Bläumensträuße entgegen. Wohlthuend berührte es, als Se. K. Hoheit leut­selig einen kleinen scrophulösen Knaben armer Eltern, siebenten Sohn, ein Patenkind unseres Kaisers, auf die Arme nahm und ihn einige Mi­nuten mit seinen Orden spielen ließ. Zu einem andern hier in Pflege befindlichen Knaben gewandt, welcher mit Helm und einem verrosteten Kinder­säbel erschienen war, bemerkte er mit freundlichem Lächeln, den kleinen Säbel aus der Scheide ziehend, daß er wol ein„Schwert des Friedens" führe. Weiter bestellte der Kronprinz Grüße für die Schwestern des Orients, namentlich für die, welche er auf seiner Orientreise kennen gelernt. Auch die Apotheke und die Küche wurden besucht, sodann verschiedene Stationen des Krankenhauses. Ueberall hatte Se. K. Hoheit einige freundliche Worte für die in den betreffenden Zimmern und Sälen sich aufhaltenden Personen. Hierauf nahm er noch verschiedene Tochterhäuser der Anstalt, wie das Paul=Gerhard=Stift, Seminar und Magdalenen­

Stift, in Augenschein und verabschiedete sich dann in liebenswürdigster Weise, um noch dem katholi­schen Marienhospital und der katholischen Kirche einen Besuch abzustatten. In letzterer erregte namentlich der altehrwürdige, kunstvoll gearbeitete Reliquienschrein mit den Gebeinen des hl. Suit­bertus seine Aufmerksamkeit. Nach flüchtiger Be­sichtigung der Kaiserpfalzruine kehrte der Kronprinz nach dem Calcumer Bahnhof zurück, um nach Ben­rath zu fahren.

Der Kheinische Lüngerverin zu Prühl.

* Brühl, 23. September.

Unter der Führung des Kölner Männergesang­vereins hatte sich gestern Abend auf allerhöchsten Befehl der Rheinische Sängerverein, bestehend aus sieben der besten und angesehensten Gesangvereine Rheinlands, im Schlosse zu Brühl zu einer Sene­nade eingefunden. Es war ein stattlicher Chor von nicht weniger als 400 Sängern, welcher gegen 7 Uhr im Treppenraume des Schlosses Aufstellung nahm. Derselbe wurde von den Dirigenten der verschiedenen Vereine abwechselnd geleitet. Kaum hatte der Vortrag des ersten Liedes begonnen, als die Kaiserin, geführt von dem Erbprinzen von Baden, und gleich darauf auch der Kaiser erschie­nen. Die Majestäten nahmen aus der Hand des Präsidenten des Kölner Männergesangvereins, Herrn Dr. Peusquens, die Programme entgegen und ließen sich durch denselben die Präsidenten der ver­schiedenen Vereine vorstellen. Der Kaiser und die Kaiserin gaben ihrer Freude über den Anblick des stattlichen Sängerchors und ihrem Beifall über die Liedervorträge wiederholt Ausdruck. Es war auch in der That eine schöne und mächtige Wirkung,

welche dieser Chor von mehreren hundert wohlg schulter Sänger erzielte. Der Kaiser sprach sein Verwunderung darüber aus, daß diese Sängen aus den verschiedensten Orten zusammengekomme so einmütig und correct dem Dirigentenstabe### folgen verständen. Als das Mendelssohn'sche „Wem Gott will rechte Gunst erweisen" ertön sagte der Kronprinz, der ebenfalls der Serena beiwohnte:„Wenn man dieses Lied hört, woil man wieder jung; es erinnert mich an mei Studienzeit in Bonn“, worauf er einige des Liedes mitsang. Dreimal trat der Kaiser die Brüstung des Treppenhauses, mit freundlich Huld nach allen Seiten die Sänger begrüßer welche von der stattlichen Erscheinung des grei Herrn sichtlich freudig erregt wurden und jedesm in lauten Jubel ausbrachen. Nachdem die Lieder des Programms beendet, wurde noch Strophe von„Die Wacht am Rhein“ gesung worauf die Majestäten die Sänger unter wiel holtem Danke für die Vorträge verabschiedel Ein begeistertes Hoch auf das Kaiserpaar been die Ovation. Nach Verabschiedung des Rhrigi Sängervereins kamen noch einige Vereine aus und Bonn sowie der Kölner Liederkranz zum 0 trage. Wegen vorgerückter Zeit konnte jeder# Vereine nur ein Lied singen. Der Kronyt harrte, nachdem die kaiserlichen Majestäten sich reits zurückgezogen, bis zum letzten Liede aus, den Vorständen und Dirigenten der Vereine fre liche Worte wechselnd. Gewiß bleibt für Sänger, die gestern im Schlosse zu Brükg, sammenkamen, welcher Stadt und welchem sie auch angehören mögen, dieser Abend eine Erinnerung.

Der sofort herbeigeruf äußeren Verletzungen v trotzdem ist das Kind

* Aus Schalbe, 2: gemeldet: Im Anschl wonach die Firma H katholischen Kirche zu geschenkt hat, könne Mitteilung machen, und Funke& Schüre der Zechen und Etal zum Baus einer kat 60000 Mark geschen! teilte sich auf Böcker Grillo, Funke u. Con Consolidation mit 30 die Firma Funke& als Baustelle geschenkt

X Schalke, 26. 6

und anscheinend in ge gestern in der ersten 9 von Münster wiederh zwar um halb neun gedampft, kam aber Gelsenkirchen an.

— In der gester sammlung des Vereit des Amtes Schalke wi meister Finke als 29. cr. in Lippstadt gewählt.

* In Nettendorf

zu viel in's Glas ges nicht wieder finden, Mutter Grün, vergas „Brocken“ aufzuheben dem Amte, wohin d waren, zu verantwort

* Vom Kaiserfe ein Wolff'sches Telegr serin, der Kronprinz, Victoria, die Prinze Albrecht von Preußer Bayern, dann Feldma gekommen. Großer fand ein Empfang du die Generalität, den bischof und den Stadt sah vortrefflich aus, vorstellen und sagte,e stadt kleine Häuser zu seien alles Paläste. D terrain gut bezahlt, die neue Befestigung dem Geläute der Kais lichem Jubel der Volk Militärkapelle erfolgte

Gottesdienst=Or der evangel.

Sonntag, den 28. Sei Frühgottesdienst 8 Uh Deutelmoser Hauptgottesdienst 10 U Leich.

Collecte für die Gemein! Nachm. 2 Uhr: Kinderg Pastor Deutelmoser. Samstaa, den 4. Octol Nachm. 3 Uhr: Beichtan Leich.

Amtswoche hot Pastor

Mein G bleibt von So Abend 5 U Montag Uhr geschlof

Steinb

Gelsenkirche

Faccne-Mal

aus der Bäckerei

Keienb

Gelsenkirch

ist zu haben in folgend lagen:

in Schalte be Voosen, Friedrich Carl Möhle, König straße 486,

Jos. Schmedeshagen, nenstraße 81, Joh. Tönissen, Lockho Ww. Ditmar, Kutsch Jos. Gelhausen, W straße 171; in Gelsenkirchen Aug. Schlatter, Friel Eberh. Franke, Bock Kranz Jürgens, Alte G. Winterberg, Bah in Braubauersch= Franz Fürpiel, Hav Georg

Linden Nr. 87; in Ueckendorf Gruthoff, Bochumerst

in Bulmke in Gewerkschaftlichen Anstalt,

L. Schoeneberg.

Ch. Elvert

Dentieté,

Gelsenkirchen, Alte

Zahnziehe

Zahnfüllen und Zai

Behandlung der Zi Mundkrankhe