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Nr. 77

Mittwoch, den 18. März

K

1936

eren Tagesordnung die Montag von Flan­

Die Ratssitzung

onb London, 17 März. Der Völkerbundsrat setzte Dienstag nachmittag seine Tätigkeit mit einer nichtöffentlichen Sitzung fort, an die sich eine Geheimsitzung anschloß.

In der Geheimsitzung wurden, wie verlautet, Mitteilungen der britischen Regierung über die Stellungnahme der deutschen Regierung zu der an sie ergangenen Einladung entgegengenom­men.

Der Völkerbundsrat nimmt Kenntnis von der deutschen Antwort

In Anschluß an die Geheimsitzung trat der Rat am Dienstagabend zu einer öffentlichen Sitzung zusammen, auf deren Aussprache über den am din vorgelegten Entschließungsentwurf über die Feststellung einer Verletzung des Locarnovertra­ges stand. Der Präsident teilte mit, daß ein Te­legramm der deutschen Regierung eingegangen sei, in dem sie die Einladung zur Teilnahme an den Beratungen des Rates annehme und mit­teile, daß Bolschafter ven Ribbentrop zu ihrem Delegierten ernannt sei und von Don­nerstag früh an in London zur Verfügung stehen werde.

Die deutsche Antwoct an den Völkerbundsrat ist gegen 1730 Uhr beimn Völkerbundssekretariat eingegangen Sie wurde sofort bei ihrem Ein­treffen übersetzt und vervielfältgt, um den Ratsmitgliedern, die gerade in einer Geheim­sitzung versammelt waren, unterbreitet zu werden.

... und die Locarnomächte

##anb. London, 17. März. Die Locarnomächte traten am Dienstag um 11 Uhr programmäßig im englischen Außenamt zur Erörterung der Be­schlüsse des Völkerbundsrates zusammen.

Die Sitzung dauerte von 11 bis 12.30 Uhr. In ihr überreichte Außenminister Eden ein ausführliches Schriftstück mit den englischen Vorschlägen, die sich auf die Anwendung der im Locarno=Vertrag vorgeschlagenen Maßnah­men beziehen. Auch von anderer Seite sollen grundsätzliche Erklärungen abgegeben worden sein. Die Fortsetzung der Beratung wurde auf 22 Uhr festgesetzt.

Die Franzosen traten anschließend sogleich zum Studium der englischen Vorschläge zu­sammen.

Wie verlautet, stand der französische Außen­minister am Dienstagvormittag mit dem fran­zösischen Ministerpräsidenten Sarraut und dem Quai d' Orsay längere Zeit in fernmündlichen Verbindung.

Außerordentlich lebhaft

Der Verlauf der Geheimsitzung des Rates

Ueber den Verlauf der Geheimsitzung des Völ­kerbundsrates vom Montag berichtet Reuter.

von Mobenirop inn der Gerirelung Beuischlands in London beachtragt

dub. Berlin, 17. März.

Der Reichsminister des Auswärtigen hat am 17. März an den Generalsekretär des Völkerbundes, Herrn Avenol, in London folgendes Telegramm geschickt:

„Ich bestätige dankend den Empfang Ihres Telegramms vom 16. März und be­ehre mich mitzuteilen, daß Botschafter von Ribbentrop die deutsche Regierung im Völkerbundsrat bei der Prüfung der von der belgischen und französischen Regierung aufgeworfenen Frage vertreten wird. Er wird von Donnerstagvormittag an in London zur Verfügung stehen.

Der Reichsminister des Auswärtigen: Freiherr von Neurath.“

Benische Mitlenung un Beutschiants

dub. Berlin, 17. März.

Der englische Außenminister Eden übergab am Dienstagnachmittag dem deut­schen Botschafter in London, Herrn von Hoesch, folgende Mitteilung:

Die Regierung Seiner Majestät tut ihr Aeußerstes und wird dies auch weiterhin tun, um Mittel zu finden zu einer friedlichen und zufriedenstellenden Lösung der ge­genwärtigen Schwierigkeiten. Es ist der Regierung Seiner Majestät klar, daß der Vor­schlag des deutschen Reichskanzlers wie auch alle von anderen interessierten Parteien gemachten Vorschläge zur geeigneten Zeit besprochen werden müßten. Die deutsche Regierung wird indessen würdigen, daß es für die Regierung Seiner Majestät nicht möglich ist, im gegenwärtigen Zeitpunkt irgendein weitergehendes Versprechen zu geben.

daß die Besprechungen außerordentlich, lebhaft gewesen seien An den Erörterungen nahmen alle Mitglieder des Völkerbundsrates teil mit Ausnahme von Grandi Eden habe die Aussprache beendet, indem er vorschlug, daß der Völkerbundsrat sich bezüglich der zweiten deut­schen Bedingung für unzuständig erklären solle Hingegen emp ahl er, falls Deutschland an der Ratssitzung teilnehmen sollte, ihm die gleichen Rechte wie den anderen durch Locarno geschütz­ten Staaten zu gewähren Wie Reuter weiter meldet habe der dänische Außenminister Munch als einziger die Möglich­

keit erörtert, daß die Besprechungen des Rates über die Frage der Verletzung hinaus ausge­

dehnt werden könnten Er habe den Wunsch ge­äußert, daß die Tür für ein= allgeme ne Rege­lung geöffnet werden und die Aus prache verall­gemeinert werden solle. Flandin habe eine lei­denschaftliche Rede gehalten, in der er erklärte daß Frankreich unter einem„Angriff“ leide. Der Vertrag würde es berechiigt haben Gewalt mit Gewalt zu beantworten Es hätte sich aber ent­schlossen, die Angelegenheit vor den Völkerbund zu bringen und erwarte eine gerechte und an­gemessene Behandlung

Derseele Westen Segraßtsdring

In der hauptstadt der Rheinprovinz— Jubelnder Empfang durch die Bevölkerung— Von Koblenz bis Köln ein einziger zubel

dnb. Koblenz, 17. März. Auf seiner Fahrt von Aßmannshausen nach Köln traf der Mini­sterpräsident, General der Flieger Göring, am Dienstag kurz nach 13 Uhr mit dem Damp­fer„Preußen“ in Koblenz ein. Am Rhein­ufer, vor der Anlegestelle, hatten sämtliche RS­

Das„Unmöglich“ des Sustemministers

Ein sozialdemokratischer preußischer Innenminister erklärte:

„Die Forderung der Nazis nach dem Appell an den Wehrwillen

ist eine blödsinnige Parole. Wir können keine neue Armee aufstellen. Wir können die Zahlungen aus dem Young=Plan nicht einstellen. Sicher sind die Repara­tionslasten drückend, sicher bleibt gar vieles beklagenswert, aber es ist nichts zu machen...“

Die überlegene Staatskunst eines wirklichen Volksfahrers bewies,

daß nationalsozialistische Forderungen nie„blödsinnige Parolen“ sind, sondern Aeußerungen einer entschlossenen Willenskraft:

Der deutsche Wehrwille erhob sich machtvoll.

Eine starke deutsche Friedensarmee ist praktisch von der Welt anerkannt.

Das Deutsche Reich zahlt längst keine Tribute mehr.

wo ist der Deutsche, der am 29. März nicht wüßte was er zu kun hal!

Formationen Aufstellung genommen. Bei der Landebrücke selbst hatten sich zur Begrüßung des Ministerpräsidenten Stellvertretender Gauleiter Reckmann sowie eine Anzahl von Ehren­gästen, u. a. der Kommandeur der Koblenzer Garnison, Oberst Heineccius, und Oberbür­germeister Wittgen=Koblenz eingefunden.

Unter den brausenden Heilrufen der begeister­ten Menschenmenge legte kurz nach 13 Uhr der Dampfer„Preußen" an. Gauleiter=Stellvertreter Reckmann hieß den Ministerpräsidenten mit fol­genden Worten in der Stadt am Deutschen Eck willkommen:„Die Bevölkerung der befreiten Hauptstadt der Rheinprovinz, der nisonstadt Koblenz, grüßt den Ministerpräsiden­ten und General der Flieger, Pg. Hermann Gö­ring, Sieg=Heil!"

Brausend fiel die Menge in das dreifache Sieg=Heil auf den Ministerpräsidenten ein. Gö­ring verließ den Dampfer und begrüßte die Ehrengäste. Gleichzeitig gingen auch die übrigen Fahrtteilnehmer vom Schiffe. Unter ihnen be­finden sich u. a. der Oberpräsident der Rhein­provinz, SA=Gruppenführer Terboven, der Gauleiter des Westmarkgaues Koblenz=Trier, Staatsrat Gustav Simon, Gauleiter Grohé­Köln, Staatssekretär Milch vom Luftfahrtmi­nisterium sowie der Führer der Kraftfahrinspek­tion West des RSKK, Gruppenführer Seydel.

Nachdem der Ministerpräsident verschiedene Blumenspenden in Empfang genommen hatte, schritt er unter den Klängen des Präsentiermar­sches und dem Jubel der Menge die Front der Ehrenformationen ab. Sodann erfolgt im Kraft­wagen die Weiterfahrt durch Koblenz in Rich­tung Köln. Im Wagen des Ministerpräsidenten nahm Gauleiter Staatsrat Gustav Simon Platz Bis zur Adolf=Hitler=Brücke bildeten die Kinder der Koblenzer Schulen und eine dichte Menschen­

Wehrwille- Lebenswille

Zum Bauern und Arbeiter gehört notwendig der Soldat. In ihrer Gemeinsamkeit sind diese drei Grundstände einer Nation erst Ausdruck des Le­benswillens, der in einem Volke wach ist.

Als am 9. November 1918 das deutsche Volk in dem großen Ringen gegen eine ganze Welt zusam­menbrach, da war das Entscheidende an diesem Zu­sammenbruch die gleichzeitige Auflösung und syste­matische Zerstörung des Wehrwillens im deut­schen Volk Es gab auch in der damaligen Zeit Männer die mit untrüglicher Klarheit erkannten. daß dieser restlose Verzicht auf Wehrhaftigkeit zu­gleich Ausdruck des mangelnden Lebenswillens der Nation überhaupt war und damit unerhörte Ge­fahren für Arbeiterschaft und Bauerntum in sich trug. Es gab Männer. die wußten, daß mit der völligen Beseitigung des Soldatentums als Ausdruck der Kraft. die in diesem Volk vorhanden war. dieses Volk gänzlich Svielball seiner Gegnerr werden mußte und ihm auch jede Bedingung des „Friedens“ aufgezwungen werden konnte. Aber ihre Erkenntnis reichte nicht dazu aus dem Lauf des Schicksals Einhalt zu tun. Die„Größen" des 9. No­vember 1918 schicten das Frontheer nach Hause, und das Ergebnis war das Diktat von Versailles.

Aus den Freikorvs. die in den Wirren nach dem Zusammenbruch entstanden, wuchs das kleine 100 000=Mann=Heer der Reichswehr, aber es war nicht Ausdruck des Lebenswillens der ganzen Na­tion, sondern stand im Gegensatz zur herrschenden politischen Anschauung. Was nützte diese Armee von Berufssoldaten, wenn der damalige Soldat und die ihn tragenden Parteien alles taten, um den Wehrwillen in den breiten Massen des Volkes zu zerstören? Der Arbeit fehlte der Schutz. der schaffende Mensch wurde das Opfer der sich daraus ergebenden Tributpolitik. Die Zerstörung des Wehr­willens und die Not des Volkes wuchsen in gleichem Maßstab.

Soldat ist man nicht während eines Jahres Dienst­zeit: Soldat ist man zeit seines Lebens. Der Lebens­wille und der Wehrwille des deutschen Volkes kri­stallisierte sich in dieser Zeit des Niederganges in der nationalsozialistischen Bewe­gung. Hier wurden die inneren Voraussetzungen für den historischen 16. März 1935 geschaffen. Als diese Bewegung Volk wurde, war es nur noch ein Schritt zur Wiederwehrhaftmachung der Nation.

Als am 16. März 1935 Adolf Hitler die Wie­derherstellung der Wehrhoheit des deutschen Volkes und die allgemeine Wehrpflicht proklamierte, da war das ein entscheidender Baustein in der gewal­tigen Aufbauleistung des Nationalsozialismus. Die Arbeit hatte wieder ihren Schutz. Deutschland war wieder eingetreten in die Reihe der Großmächte. Der Jubel, der damals Deutschland durchbrauste. und jeden einzelnen Volksgenossen erfaßte, zeigte. daß das deutsche Volk die Bedeutung dieser Stunde erkannt hatte.

Ein Jahr ist seit diesem Tage vergangen. Das deutsche Volk ist aufgerufen worden, der Politik des Führers um Ehre. Freiheit und Gleichberechti­gung der Nation durch ein Wahlbekenntnis seine Zustimmung zu geben. Der Soldat gehört notwendig zum Arbeiter und Bauern, das Schwert zum Schutz des Brotes. Millionen erhielten durch Adolf Hitler wieder Arbeit und Brot. Am 29. März bekennt sich ein Volk zum Wehrwillen, der Ausdruck seines Lebenswillens ist.

menge Spalier. Sie bereiteten dem Minister­präsidenten einen begeisterten Empfang.

In der Hansestadt Köln

Schon vom frühen Vormittag an trug die alte Hansestadt Köln das wepräge eines Festtages, erwartete man doch einen der treuesten Paladine des Führers, den Ministerpräsidenten General Göring. Ein Fahnenmeer lag über allen Straßen. Die Stadt aar von brausendem Le­ben erfüllt. Immer neue Ströme von Volks­genossen ergossen sich aus allen Stadtteilen in die Innenstadt. Um den Dom und namentlich auf dem Domvorplatz bot sich im Glanze der Sonne ein unbeschreibliches festfrohes Bild. Auf der großen breiten Freitreppe vor dem Haupt­eingang des Domes hatten die Mädels vom BOM. Aufstellung genommen, davor die Hitler­jugend und das Jungvolk mit ihren Fanfaren und Landsknechttrommeln und dann die Reihen der SA.

Der Alte Markt, wo vom Rathausbalkon aus Ministerpräsident Göreng zur Menge sprach, war prächtig geschmückt Riesige Lautsprecher waren aufgebaut, um die Rede zu übertragen.

Infolge der großen Zahl von Dörfern, die der Ministerpräsident auf einer Fahrt berührte, und der unaufhörlichen Begeisterungsstürme der Massen hatte sich die Ankunft in Köln fast um