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Nr. 14
Mittwoch, den 15. Januar
1936
Jupun kacht kicht niet
Die offizielle Bekanntgabe erfolgt auf der nächsten Sitzung
Regen Fr ols=Kellung
Wie Abessinien die militärische Lage siehl— Die Regenzeit als Verbündeter Geringe Erfolgsaussichten eines Vorstoßes aus dem Süden
dnb. London, 14. Jan. Wie an maßgebender Stelle verlautet, hat die japanische Flottenabordnung endgültig beschlossen, die Londoner Flottenkonferenz zu verlassen. Ob die Japaner als Beobachter in London bleiben werden, ist noch ungewiß.
Die japanische Abordnung wird ihren Austrittsbeschluß wahrscheinlich auf der nächsten Vollsitzung der fünf Flottenabordnungen amtlich mitteilen. Wie verlautet, haben die Japaner bereits gestern den Mitgliedern der britischen Abordnung ihre Absichten zur Kenntnis gegeben.
Frankreich bedauert
dnb. Paris, 14. Jan. Der Beschluß der japanischen Abordnung, sich von der Londoner Flottentagung zurückzuziehen, hat in Pariser amtlichen und diplomatischen Kreisen eine gewisse Erregung hervorgerufen. Man bedauert den Entschluß Japans, da dadurch eine der stärksten Flottenmächte von etwaigen Abkommen ausgeschlossen bleibe. Auch ist man um das Schicksal der französischen Vorschläge besorgt, die eine jährliche Benachrichtigung über die Bauprogramme und eine stärkenmäßige Begrenzung der Schiffseinheiten voraussehen.
Künftige Richtung der Konferenz
dnb. London, 14. Jan. Ueber die bereits gemeldete bevorstehende Zurückziehung der Japaner von der Flottenkonferenz und die sich hieraus ergebenden Folgen berichtet Reuter in folgender Form: Die Flottenkonferenz bewegt sich ihrem Ende als Fünf=Mächte=Konferenz zu, jedoch nur, um nächste Woche als Vier=Mächte=Konferenz wiederaufzuerstehen. Der endgültige Beschluß der japanischen Abordnung, die Konferenz im Laufe dieser Woche zu verlassen, sobald die anderen Abordnungen erklärt haben, daß eine gemeinsame obere Begrenzung der Tonnage unannehmbar, hatte Dienstag eine Reihe von Vorgängen zur Folge.
Wie Preß Association erfährt, hat die japanische Flottenabordnung gegen die Fortführung der Verhandlungen als Viermächtekonferenz den juri
stischen Einspruch erhoben, daß die Bedingungen eines Fünfmächtevertrages nicht von einer Viermächtekonferenz festgelegt werden könnten. Die britischen und die amerikanischen Juristen erkannten jedoch diesen Einwand nicht als stichhaltig an.
Japanisches Motorbootsunglück
dnb. Tokio, 14. Jan. Auf dem KasumigauraSee, nordöstlich von Tokio, hat sich ein schweres Motorbootsunglück ereignet. Sieben Marineflieger von der Marineflugabteilung„Kasumigaura“ kenterten bei einer Fahrt über den See mit ihrem Motorboot.
Mehr als 100 Matrosen haben bisher vergeblich den See abgesucht, so daß mit dem Tod der Verunglückten gerechnet werden muß.
dub. Paris, 14. Jan. Ein Teil der französischen Presse erhebt gegen den Namen Saarlautern Einspruch. Aber davon abgesehen wird an der Feier der einjährigen Rückkehr des Saargebietes zu Deutschland nicht gekrittelt.
Der Berliner Berichterstatter des„Journal" behauptet, anläßlich der Saarfeiern hätten sich in der deutschen Presse leider zahlreiche für Frankreich ziemlich unangenehme Artikel befunden, in denen beteuert werde, daß die Franzosen trotz aller Bemühungen des Führers von der Annäherung mit Deutschland nichts wissen wollen.
Der Berichterstatter des„Excelsior" datiert seinen Bericht aus Saarlautern, indem er zum ersten Male diese deutsche Bezeichnung auch im französischen Text beibehält und schreibt, die überwältigende Stimmenmehrheit für Deutschland sei für die Saarländer sehr ehrenwert und habe französischerseits keinerlei Rachsucht heraufbeschworen. Außerdem habe das Abstimmungs
oub Addis Abeba, 14. Jan. Ein zusammenfassender Ueberblick über die militärische Lage auf dem ostafrikanischen Kriegsschauplatz ergibt nach abessinischer Auffassung folgendes Bild:
Nach den in Addis Abeba einlaufenden Frontberichten wird die militärische Lage der Italiener sowohl im Norden als auch im Süden von Tag zu Tag schwieriger. An der Nordfront haben die in der letzten Zeit aufgetretenen großen Regenfälle auf italienischer Seite nahezu jede Rückzugsbewegung unmöglich gemacht. Ebensowenig können belangreichere Truppenverschiebungen stattfinden.
Die Italiener haben sich in ihre stark ausgebauten, betonierten Verteidigungsstellungen und
verhältnis den Vorteil der Klarheit gehabt. Er schließt mit einem Hinweis auf den neuen deutschen Saarfunksender und macht sich im Namen aller Franzosen den Wunsch zu eigen, den der Direktor des Saarbrücker Senders, Raskin, wie folgt geäußert habe: Der Saarsender soll zur Verständigung der Völker beitragen und westlich der Grenze Verständnis für die Absichten des neuen Deutschlands wecken.
Am freundlichsten lautet der Bericht des Vertreters des„Jour". Saarbrücken sei, so schreibt dieser Augenzeuge, innerhalb von Jahresfrist die nationalsozialistischste Stadt geworden. Nie habe man in Deutschland so viele Hakenkreuzbanner und so reichen Fahnenschmuck gesehen wie gestern im Saarlande. Saarbrücken habe sich mit großer Schnelligkeit dem übrigen Deutschland angepaßt. Allgemein könne man mit Vergnügen feststellen, daß man sich heute von amtlicher wie von Seiten der Bevölkerung bemühe, alles zu vermeiden, was die Eigenliebe der Franzosen verletzen könnte.
in befestigte Bleckhäuser zurückgezogen, die stark mit Maschinengewehren bestückt sind. Um unnötige Verluste zu vermeiden, greift die abessinische Armee die italienischen Stellungen nicht mehr in großen Truppenverbänden an. Man ist in abessinischen Militärkreisen der Auffassung,
daß sich diese italienischen Verteidigungsnester
über kurz oder lang werden ergeben müssen,
da der Nachzug ebenso wie der Rückzug fast
ausgeschlossen ist.
Sämtliche Straßen sind in einen grundlosen Morast verwandelt, in dessen Schlamm alle Fahrzeuge stecken bleiben. Alle Versuche der italienischen Truppen, unterstützt von Artillerie und Flugzeugen, sich aus dieser schwierigen Lage zu retten, haben wenig Aussicht auf Erfolg, da das überhastete Vorgehen zahlreiche Fehler verursacht hat.
Auf abessinischer Seite war es bisher möglich, die Truppen der Kampflinie stets durch ausgeruhte Reserven abzulösen. Trotz der im allgemeinen festzustellenden Stockung des Bewegungskrieges wird vor allem nordwestlich von Makalle und im Gebiet von Aksum noch immer heftig und für beide Seiten äußerst verlustreich gekämpft.
Die von der Südfront einlaufenden Meldungen lassen darauf schließen, daß die Italiener nach der Räumung der Ogadenprovinz ihren geplanten Vormarsch auf die Provinz Bali weiter fieberhaft vorbereiten. Bei der Beurteilung der Aussicht dieses Unternehmens muß man sich vergegenwärtigen, daß die Entfernung von Dolo, dem Ausgangspunkt einer italienischen Offensive, nach Addis Abeba in der Luftlinie rund 600 Kilometer beträgt. Ein Angriff müßte anfangs über eine Strecke von fast 250 Kilometer durch fieberverseuchte Gebiete und Wüsten= und Steppengegenden vorgetragen werden. Dann würde er auf hohe Gebirgszüge stoßen, in denen gegen 160000 Mann abessinischer Truppen in gut verschanzten Stellungen bereit stehen, um dem italienischen Angriff härtesten Widerstand entgegenzusetzen. Von ausländischen Militärfachleuten wird stark bezweifelt, ob es der italienischen Armee gelingen kann, bis zum Beginn der großen Regenzeit an der Südfront 250 Kilometer schwieriasten Geländes kämpfend zu überwinden. Dazu kommt, daß Ras Desta bereits jetzt mit seiner Armee im Gebiet von Dolo zeitweilig zu Gegenangriffen übergeht.
Während der beiden letzten regenlosen Tage kam es zu einer erhöhten Aufklärungstätigkeit der italienischen Flieger, die sich an der Nordfront bis Dessie und an der Südfront bis Sassabaneh erstreckte. Sonst herrscht im allgemeinen an der Nordfront, von Gefechten im Gebiet um Makalle und in der Umgebung von Aksum abgesehen, Ruhe.
Italienische Brand- und Gasbomben auf die Stadt Sokota
onb. Addis Abeba, 15. Jan. Meldungen von der Nordfront, die sich im einzelnen selbstverständlich nicht nachprüfen lassen, besagen, daß die südwestlich von Makalle gelegene Stadt Sokota und das umliegende Gebiet seit dem italienischen Rückzug täglich durch italienische Bombenflugzeuge heimgesucht würden. Die Stadt Sokota soll bereits gänzlich von Brandbomben vernichtet worden sein. Außerdem sollen dort drei große Gasbomben abgeworfen worden sein, was für die ahnungslose Bevölkerung, die sich später zu den Einschlagtrichtern begeben habe, furchtbare Folgen gehabt habe. Zehn Personen hätten durch das Gas das Augenlicht verloren, während viele andere schwere Brandwunden am Körper davongetragen hätten. Auch die Kirche der heiligen Maria in Sokota sei von Bomben getroffen worden, gerade als in ihr zahlreiche Betende weilten. Von ihnen sollen zehn in Stücke gerissen worden sein, während acht schwer verletzt wurden.
Der Erinnerungsmarsch der Saarkämpfer durch Saarbrücken
(Scher!— M.
Höherunkt der Befreiungsfeiern im Saarland anläßlich des ersten Jahrestages der Abstimmung war der Erinnerungsmarsch durch die Stadt, an sich die Formationen und Gliederungen der Partei mit dem geschichtlich gewordenen Ordnungsdienst der Deutschen Front an der Spitze beteiligten. es Bild gibt einen Ueberblick über den Vorbeimarsch vor Reichsminister Dr. Frick, vor dessen Wagen Gauleiter Bürckel Aufstellung genommen hat
Paris würdigt die Jaueseiren
Saarbrücken die nationalsozialistischste Stadt