n mm Pig. fün die Vmnal gespallene Müllimster. geüle Auswärte 109 Oie., für bie Empfehlungszelle 490 Pig. Erfullungsort Castrep. Der etwa gewährte Radatt erlischt bei Konkursen Zwangsvergleichen und gerichtlichen Klagen. Giöhere Anzeigen werden dis mittags, kleinere bis 4 Uhr nach­mittags vor Ausgabe der Zeitung erbeten. Bottscheckkonto: 40 150 Köln.— Fernsprech=Anschluß Nr. 6. antwortlich für den Schriftteil: Franz Joseph Pruys Castrop

und

ttoper Zeuung erscheint täglich mit ausnagme ver Sonns

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rtage und keitzi nich Boten frei gno Haus gebig Mart(im voraus zahlogs) für den Monat. Postbezug 90.0 für das Vierteljahr, oone postbestellgeld. Falls wir in der

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ausgab= und Zukellung der Zeitung gehindert sind, hat der Be zieher keinen Anspruch auf Lieserung oder Nachlieferung des Blatte­oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftsstelle u. Schrife leitung; Castrop, Münsterstraße 24. Sprechstunden der leitung: werklags—7 Uhr nachmittags.

Schrifs

48. Jahrgang

lauxeler Neueste Nachrichten Rotationsdruck und Verlag: Castroper Zeitung(Geschw. Schmitz), Casirop

Amtl. Veröffentlichungsblatt für den Landgerichtsbezirk Dortmund, für die Stadt Castrop und die Amter Rauxel und Bladenhorst

Alle amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Castrop, der Amter Rauxel und Bladenhorst erlangen nach Veröffentlichung in obigen Blättern rechtsverdindliche Kraft.

Bladenhorster Tageblatz

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Nr. 134

Samstag, den 10. Juni

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Infolge heftiger Gewitter war gestern die Te­lephonverbindung mit den Berliner Nachrichten­hentralen bis zum Redaktionsschluß nicht möglich. Ein Teil der politischen und„kurzen" Meldun­gen, sowie die gesamten„Letzten Drahtmeldun­gen“ mußten daher für die heutige Ausgabe aus­fallen.

In aller Kürze.

Neuigkeiten von Nah und Fern.

Die vorläufig letzte Rückbeförderung ameri­kanischer Besetzungstruppen und zwar 55 Offiziere und 400 Mann nach den Vereinigten Staaten, erfolgt von Antwerpen aus am 20. Juni

*

Der Oberste Rat hat folgende Höchstkosten­summe für die einzelnen Besetzungsarmeen fest­

gesetzt: Die französische Armee darf jährlich 440 wiuionen Franken, die belgische Armeee 102 Mil lionen Franken und die englische Armee 2 Mil­lionen Pfund Sterling verbrauchen.

*

Falls Frankreich an den Verhandlungen im Haag teilnehmen sollte, wird der französische Ge sandte im Haag Frankreich bei den Vollversamm­lungen vom 15, bis 25. Juni vertreten.

*

Eine Tagesordnung in der es heißt:„Die Kammer billigt die jetzige Politik der Regierung" wurde von der italienischen Kammer mit 209 gegen 67 Stimmen angenommen.

*

Am Donnerstag fand im Buckingham=Palast die erste große englische Hofcour seit dem statt, die die Rückkehr zum vollen Vor­friegsglanz des englischen Hofes darstellt. Unter m 800 geladenen Gästen befanden sich auch der ische Botschafter und Frau Sthamer mit den übrigen Mitgliedern der deutschen Botschaft.

*

Der polnische Seim hat heute das deutsch=pol­nische Zusatzabkommen über Oberschlesien in allen drei Lesung zum Beschluß erhoben.

*

Wie die Rote Fahne mitteilt, hat die Rätere­gierung Anatol France, der zugunsten der angeklagten russischen Sozialrevolutionäre seine Stimme erhoben hat, zu dem Prozeß, der gestern in Moskau begonnen hat, eingeladen,

*

Nach einer Reutermeldung aus Konstantinopel hat die griechische Flotte Samsun, eine of­fene Stadt am Schwarzen Meer, beschossen.

Dollarkurs am 9..: 289—290

Aus dem Reiche.

Die Steuereinnahmen des Reichs.

Berlin, 9. Juni. Der„Vorwärts“ veröffent­licht eine Zusammenstellung der steuerlichen Ein­zahmen des Reiches im ersten Monat des Finanz­jahres April 1922 bis März 1923. Danach betra­gen die fortdauernden Besitz= und Verkehrssteuern lnsgesamt 8792395822 M, die einmaligen Steu­ern 539667178 M, das Aufkommen der Zölle und Verbrauchssteuern beträgt 3878 747721 M, die be sonderen Abgaben beziffern sich auf 887 312.091 4 die Gesamtsumme der Steuereinnahme hat die Höhe von 18193 125 812 M erreicht. Die Reichs­post= und Telegraphenverwaltung hat 1827 176 589 Verwaltung der deutschen Reichsbank 997291000 M ergeben. Der Stand der schweben den Schuld wird am 31. Mai mit 299 804 Millio­nen ausgewiesen.

Der Arbeitgeberverband Oberschlesiens und die Fünferkommission werden mit der interalliierten Kommission in Oppeln am Sonnabend gemein­sam über die Bekämpfung des Terrors verhan­deln. Der Tagesbericht der Fünferkommission be­sagt u.., daß in einzelnen Orten infolge des Wohnungsterrors ein Massenauszug eingesetzt hat und stellt fest, daß es im allgemeinen überall gärt. Zwischenfälle ereigneten sich auf der Beldonhütte, der Hugo=Swnysgruppe und in Lipine. Die Be­legschaft verurteilt den Terror und fordert die so­fortige Besetzung durch beide Regierungen. Den Beamten ist der Schutz der gesamten Arbeiterschaft zugesichert worden. Wie aus Ratibor gemeldet wird, drang eine etwa 80 Mann starke, sehr gut bewaffnete Bande in die Orte Zebellau und Rasch kau ein und plünderten fast sämtliche Wohnungen in den Dörfern aus.

Calonder reist nach Schlessen.

Berlin, 9. Juni. Nach hier vorliegenden Mel­dungen begibt sich Präsident Calonder am 11. Ju­ni nach Oberschlesien, um dort den Vorsitz der ge­mischten Kommission zu übernehmen. Zu neuen deutschen Beisitzern sind an Stelle der bisherigen Landrat Lukaschitsch und der Legationsrat von Moltke, der Stellvertreter des deutschen Bevoll­mächtigten in Oppeln, Gesandten Eckardt, er­nannt worden. Gesandter Eckardt ist gestern abend von Berlin wieder nach Oppeln zurückge­kehrt, wo heute eine gemeinsame Sitzung der deut schen und polnischen Vertreter mit der Interal= ltierten Kommission über das Räumungsabkom­men erfolgen soll. Zum deutschen Mitglied des Interalltierten Schiedsgerichts ist Oberlandesge­richtsrat Schneider bestimmt worden.

Uebergabe Oberschlesiens am 11. Juni:

Paris, 8. Juni. Einer Mitteilung des„Pe­tit Journal“ zufolge ist es wahrscheinlich, daß um den 11. Inni der deutschen und der polnischen Regierung durch die Botschafterkonserenz die Mit­teilung zugehen wird, daß sie Oberschlesien in Be­sitz nehmen können. Einen Monat später würde das Land von den interalliierten Truppen ge­räumt werden.

Steigende Einfuhr englischer Kohle.

Hamburg, 9. Juni. Die Einfuhr englischer Kohle in Hamburg hat einen derartigen Umfang angenommen, daß sich im Abtransport Schwierig­keiten einstellen, da die Eisenbahn nicht die erfor­derlichen Wagen stellt, sodaß die Dampfer bis 10 Tage warten müssen, bevor sie zur Entladung an die Reihe kommen. Diese Verzögerung verursacht gewaltige Kosten. Im Durchschnitt betragen die Ueberliegegelder 30000 Mark pro Tag,

Der Casseler Rttentäter verhaftet?

Cassel, d. Juni. In einer Wirtschaft wurde gestern ein junger Mann, der sich durch Redensar. ten verdächtig machte, unter dem Verdacht, das At­tentat auf Scheidemann ausgeführt zu haben, ver­hastet.

Verhandlungen über die Eisenbahndienstzeit.

Neukirch, 9. Juni. Im Oberamtsgebäude be­gann gestern unter dem Vorsitz des Ministerial= direktors Hitzler=Berlin und in Anwesenheit des Oberregierungsrates Dr. Fromm vom Reichs­wirtschaftsministerium eine Besprechung über Dienstzeitfragen, bei der eine Reihe deutscher Eisenbahndirektionen vertreten war. Von der Eisenbahndirektion Stuttgart nahm der Präsident Wiegel und Regierungsrat Kißling an den Ver­handlungen teil.

Aus dem Auslande.

Oesterreich.

Die österreichische Kreditfrage.

Wien, 9. Juni. Zur Fortsetzung der Verhand­lungen über die Kredite ist gestern abend Mister Young hier eingetroffen. Er will vorläufig als alleiniger Vertreter der englischen und amerika­nischen Finanzgruppen fungieren, da andere De­legierte erst für die nächsten Tage erwartet wer­den. Mister Young hatte Konferenzen mit dem Minister des Aeußeren und dem Finanzminister. Es wurden bisher alle Fragen erörtert, von deren Erledigung die Entscheidung in der Kreditfrage abhängig ist. Inzwischen fand ein außerordent­licher Ministerrat statt, der sich ebenfalls mit der Kreditfrage beschäftigte. Die Verhandlungen mit Mister Young werden fortgesetzt.

zeihen kann, daß er, statt ein Trabant Frankreichtg zu werden, seine Aufgabe idealer und höher auf. fasse. Wenn Poincare seinen Aerger gegen der früher so angehimmelten Papst Pius 11. in dieset Weise Luft mache, so erscheine dies dem Vatikatp unerhört. Poincare werde damit das gerade genteil von einer Einschüchterung erreichen.

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Oberschlessen.

Neue Terrorakte der Polen.

Beuthen, 8. Juni. Nachrichten aus Kattowitz zufolge gibt die Beldon=Hütte bekannt, daß sie we gen der durch Drohung veranlaßten Abwande­rung von Facharbeitern der Verfeinerungsbetrie ie Beldon=Fabrik hat außer Betrieb setzen Sse 5„ Sie weist ferner darauf hin, daß, wenn ### Drogung der Facharbeiter weiter anhalten # sie in den nächsten Tagen gezwungen sein wiro, weitere Betriebe still zu legen.

Vertreter des Verbandes der deutsch=polnischen Arbeiter= und Angestelltenorganisationen Ober­schlesiens haben heute in Gemeinschaft mit Ver­sietern des Arbeitgeberverbandes Oberschlesiens, insvesondere der oberschlesischen Bergwerks= und cättentndustrie, zu den Gewalttaten unverant­„Huaicher Elemente Stellung genommen und be

„Jossen, gemeinsam alle geeigneten Maßnahmen Bekämpfung dieser Zustände zu ergreifen, da durch diese Vorfälle das Wirtschaftsleben aufs schwerste geschädigt wird.

Fusion der Darmstädter und der Nationalbank.

Berlin, 9. Juni. Die Fusion zwischen der Darmstädter und der Nationalbank wird, wie der Sesr biss ien erfährt, sich in der Form vollzieben,

GHest zu er Rechisiberm einer Konmandtgsel. bestehende Nationalbank die Darmnstädter * in sich aufnimmt und das Aktienkapital von 800 auf 600 Millionen Mark erhöht. Die Fusion kann nunmehr die seinerzeit geschlossene In­teressengemeinschaft ersetzen, da die der Durchfüh­rung entgegenstehenden steuertechnischen Schwie­rigkeiten durch das inzwischen in Kraft getretene Kapitalverkehrssteuergesetz aufgehoben worden sind.

Stapellauf eines neuen Bloyddampfers. Bremen, 8. Juni. Auf der Werft der A. G. Weser fand gestern nachmittag in Gegenwart tau­sender Zuschauer der Stapellauf des vom Nord­deutschen Lloyd erbauten 9000 Tonnen=Personen= und Frachtdampfers„Weser“ statt, dessen Taufe der frühere Llovddirektor Leist vollzog. Der für etwa 100 Passagiere und die Beförderung großer Frachtmengen eingerichtete Dampfer wird am 9. November in den Ostastendienst eingestellt. Da­mit wird der Passagierdienst des Norddeutschen

lond nach den Häfen des Fernen Ostens wieder eröffnet.—

Der neue österreichische Kredit. Linz, 9. Juni. Der Finanzausschuß bewilligte gestern die neue Kreditermächtigung für 220 Mil­liarden Kronen.

Die deutsche Studentenschaft und der Anschluß­gedanke.

Salzburg, 8. Juni. Während der Pfingstfeier­tage fand hier ein Burschenschaftertag statt. Bei einem Umzug durch die Stadt wurde eine An­schlußfahne vorangetragen, die die Farben der österreichischen Republik Rot=Weiß=Rot, die Far­ben des Deutschen Reiches SchwarzWeiß=Rot und die Farben der Burschenschafter Schwarz=Rot­Gold aufwies.

Italien.

Italienische innerpolitische Wirren.

Rom, 8. Juni. Die von den Rechtsparteien verlangte und von der Regierung auch zugestau­dene Versetzung des Präfekten von Bologna und dessen Absetzung wegen allzugroßer Sozialisten­freundlichkeit stößt auf den energischen Widerstand der Linksparteien einschließlich der Volkspartei, sodaß das Journale'Italia bereits von der Möglichkeit einer Ministerkrise spricht. Die So­zialisten drohen, falls der Präfekt Mori abgesetzt wird mit unversöhnlicher Opposition und bereiten sich zu einer Mitarbeit für eine neue Linksregie­rung, also eine Nittiregierung vor. In Anbetracht der zugespitzten Verhältnisse hat der Ministerprä­sident de Facta in Perugia beabsichtigte Faszisten­zusammenkünfte verboten.

Die Stellung der katholischen Volkspartei zur Regierung.

Rom, 9. Juni. Ueber die Stellungnahme der italienischen katholischen Volkspartei hat der lei­tende Ausschuß der Partei beraten und nach ein­gehender Prüfung der Verhältnisse beschlossen, die Regierung auch weiterhin zu unterstützen und ihr erst dann die Mitwirkung der katholischen Volkspartei zu versagen, wenn es ihr nicht mehr möglich ist, die Staatsautorität gegenüber den Extremen der Rechten sowohl wie der Linken zu wahren. Erst bei Scheitern dieser Bemühungen wird die katholische Velkspartei eine Aenderung der parlamentarischen Verhältnisse herbeiführen und eine Zusammenarbeit mit den Sozialdemo­kraten in Aussicht nehmen. Seitens der Regie­rung hat man bereits durch das Verbot von Faszistenversammlungen und die Aufhebung einer Versetzung des Präfekten von Bologna den For­derungen der katholischen Volkspartei entsprochen,

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Frankreich.

Der Ausgleich des französischen Budgets. Paris, 9. Juni. Der Finanzausschuß der Kam­mer verhandelte gestern in Gegenwart des Mini sterpräsidenten, des Finanzministers und des Mi nisters für die befreiten Gebiete über den Aus­gleich des Budgets. Der Ausschuß beauftragte den Generalberichterstatter, in kürzester Frist Vorschläge zur Herbeiführung des Budgetgleich­gewichts auszuarbeiten, und beschloß ferner, die Regierung aufzufordern, einen Sonderausschuß einzusetzen, um eine tiefgreifende Umgestaltung in der Verwaltung herbeizuführen. In der De­batte wies der Berichterstatter Brokarowski auf die Gefährlichkett der Anleihepolitik hin. Poin­eare erklärte, das sei ihm wohlbekannt. Er sei bereit, den Antrag auf Herabsetzung der Ausgaben bei Gegenvorschlägen zur Erhöhung der Einnah­men zuzustimmen, die der Finanzausschuß unter­breiten könne. Nach dem„Journal“ erklärte Poincare hinsichtlich der Frage der internationa­len Anleihe, die Delegierten der Reparationskom mission, die der Erweiterung des Mandats des Anleiheausschusses zustimmten, hätten noch kei­neswegs eine Herabsetzung der deutschen Schul­den angenommen,

Paris, 9. Juni. Im gestrigen Ministerrat gab der Finanzminister von seiner Absicht Kenntnis, demnächst eine neue Anleihe(Kredit nationale) aufzulegen.

Poineare und der Vatikan.

Rom, 9. Juni. Die Angriffe, die Poincare im Auswärtigen Ausschuß gegen den Heiligen Stuhl richtete, erweckten in vatikanischen Kreisen starke Erregung. Es gehe nämlich, so erklärte man, daraus hervor, daß Voincare dem Papst nicht ver

Irland.

Schwere Kämpfe in Irland. London, 9. Juni. Ungefähr drei Bataillongt britischer Truppen, unterstützt von Artillerie undild. Fliegern, begannen heute früh in drei Abteilungachte gen die Stadt Belleek am Louch Erne, die auf demste T. Gebiet von Ulster liegt und in der letzten Wochenund von Irregulären des Freistaates eingenommen auf worden war, zu umzingeln. Nach einer Artille-heme riebeschießung nahmen die britischen Truppen zu Geld erst das Fort oberhalb Belleeks und dann##­

Stadt selbst.

Polen.

Russisch=polnisch Gegensätze.

Warschau, 9. Juni. Die Nachricht über die rus­sische Grenzsperre wird, wie die T. U. erfährt, auch

von polnischer Seite bestätigt. Vollkommen abge­schlossen nach Rußland hin ist besonders die o# galizische Grenze. Die Gründe für diese russt­schen Maßnahmen sind in Polen unbekannt. Man nimmt an, daß sie rein fiskalischer Natur sind, der bisherige Grenzhandel auf dem Schmugge wege vor sich ging und sich einer direkten Kontrol entzog. Doch wird auch mit der Möglichkeit ge­rechnet, daß Sowjetrußland auf diese Weise einen

Druck ausüben will, um zu Verhandlungen über einen polnisch=russischen Handelsvertrag zu koms men. In Polen würde man einem solchen Wirté schaftsabkommen nicht entgegenstehen, doch wird sein praktischer Wert nicht sehr hoch eingeschätzt. da die Russen alle Wirtschaftsverhandlungen mit der Forderung nach Krediten einleiten. Den in Zusamenhang mit der Grenzsperre verbreiteten Gerüchten über Kriegsvorbereitungen Polens ge­gen Rußland wird entschieden widersprochen. len verfolge eine durchaus freundliche Politik a genüber dem östlichen Nachbarreiche und habe sic eben in Genua wiederholt als Vermittler zwische Rußland und den übrigen Staaten angeboten,

Die polnische Kabinettskrise.

Warschau, 9. Juni. Obwohl noch die wahren Gründe der polnischen Kabinettskrise amtlich ge­heimgehalten werden, steht so viel fest, daß tatsäch lich die von Pilsudski an der Politik und der Ver waltung der polnischen Regierung geübte Kriti# den Anlaß zum Rücktritt des Ministeriums Pon# kowski gab. Pilsudski dürfte dabei von dem Wunsch geleitet gewesen sein, endlich wieder die seinem Programm völlig zuwiderlaufende polni­sche Außenpolitik in die Hand zu bekommen. Der Vertrag von Rapallo gab ihm die Möglichkett) die Polen nicht von Deutschland, sondern von Rußland drohende Gefahr als akut hinzustellen und dem Kabinett mangelnde Vorsorge vorzuwer­fen. Mitsprechen dürften dabei der Drang mili­tärischer Kreise sowie der Wunsch der sogenannz ten Belvedererichtung(in Belvedere wohnt der Staatschef), ein ihr für die Neuwahlen bequemes Kabinett zu besitzen. Die Aussichten für eine#### sung der Krise sind zurzeit noch sehr schlecht. Die

Rechte hat es durchgesetzt, sich heute persönlich vor dem Aeltestenausschuß des Seim über die Gründe der Krise zu äußern.

Rußland.

Kritische Lage im russischen Hungergebiet.

Genf. 8. Juni. Der tschechoslowakische Dele­gierte Brabee, der Vertreter Nansens in Tschel­jabinsk, hat dem internationalen Hilfskomitee für die Hungernden in Rußland mitgeteilt, daß die Lage äußerst kritisch sei. 85 Prozent der 1 200000 Seelen betragenden Bevölkerung leiden Hunger.

Die Fälle von Kannibalismus häuften sich. Der Flecktyphus greife schnell um sich; auch die Chole­rafälle würden zahlreicher. Der medizinische Ver treter Nansens im Gouvernement Tscheljabinst sei ebenfalls an Flecktyphus erkrankt. Brabec sei im Hungergebiet vereinsamt. Er ersuche drin­gend um sofortige Entsendung einer neuen Hilfs­aktion.

Südslavsen.

Benesch über die Aussichten Südslaviens.

Belgrad, 8. Juni. Dr. Benesch gab gegenüber südslavischen Journalisten seinen Eindruck wie­der, daß das Königreich Südslavien in kurzer Zeit große Fortschritte gemacht habe. Die Kleine tente habe schon durch ihr Auftreten in Genug große Erfolge gehabt. Benesch kündigte an, daß Mazaryk trotz seiner großen Erholungsbedürftig­keit noch im Laufe dieses Jahres Belgrad besuchen werde. Benesch und Pasitsch haben den Abschluß eines mehrjährigen Bündnisses zwischen Süd­slavien und der Tschecho=Slowakei vereinbart.

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Um die Reparationsfrage.

Die Schweizer Presse zum Beschluß der Reparationskommission.

Basel, 9. Juni. Die Nationalzeitung sagt zu dem gestrigen Beschluß der Reparationskommtt#