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Armada zu Bielefeld, Soest und Lippstadt lagere. Man beschloß daher, zu kapitulieren. Dr. Eichen— Bürgermeister von Dortmund— der die Vermittelung übernahm, wurde jedoch von Nesle festgenommen. Dieser drohte, ihn aufhängen oder erschießen zu lassen, zu welchem Zwecke schon 2 Musketiere beordert wurden. Soweit kam es jedoch nicht: man einigte sich in der Weise, daß man den Franzosen eine hohe Kontribution(40 000 Taler) zusicherte. Darauf rückte das Condesche Regiment ein und blieb 10 Tage in der Stadt. Die Grafschaft sollte aber solange besetzt bleiben, bis die Summe bezahlt war. Da sich dieses aber als unmöglich erwies, reiste Dr. Eichen nach Minden zum Marschall Crequi, um eine Ermäßigung zu erwirken. Er wurde zunächst abgewiesen, „weil sie sich den sieghaften Waffen des Großen Königs Ludwigs so freventlich widersetzt.“ Dann aber erhielt er einen Nachlaß von 6000 Gulden und außerdem das Versprechen, daß später eine nochmalige Ermäßigung eintreten solle, sofern es sich zeigen werde, daß Dortmund seinen Verpflichtungen nachzukommen gewillt sei. Als aber Dr. Eichen mit diesem Schreiben zu dem Marquis de Nesle kam, wurde er wieder festgesetzt. Außerdem machten die Franzosen einen erneuten Einfall in die Stadt, wobei Dr. Eichens Behausung geplündert„und alles Gold, Silber und Kleinodien zum Rathaus gebracht wurden.“ Auch wurde eine Zahl angesehener Bürger als Geiseln festgenommen, die solange mit umhergeschleppt wurden, bis nach 6 Wochen die Summe bezahlt war. Der Chronist schließt seine Darstellung: „Es ist also dieses der schädliche Ueberfall, dabei die Stadt bei die 40000 Rchst. abgepreßt und darzu die Bürger elendig traktiert worden sind, und ist gewis, daß Kindes Kinder diesen Schaden nicht überwinden werden.“
Aus dem 30jährigen Kriege.
Das Kirchenbuch der Mariengemeinde zu Dortmund enthält einige Nachrichten, lie auch für unsere Vaterstadt von Bedeutung sind. Als die Stadt Dortmund am Juli 1632 durch Pappenheimsche Trupren besetzt wurde, hat ein Teil derselben seinen Weg durch unsere Gegend genomten, wie aus folgenden Aufzeichnungen
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hervorgeht:„Der Hundestage Anfang ist auch ein Anfang gewesen dieser Stadt Jammers und Elend: denn um dieselbe Zeit ist des Grafen Pappenheim Kriegesvolk auf diese Statt ankommen, und hat der Vortrapp vorerst sich allhie auf der Sadt Unkosten speisen und tränken lassen und haufenweise vor den Pforten gelegen, und da sie Proviant bekommen, sein sie nacher Dorstfelde und Castrop gezogen, und daselbst auf das ganze Heer geharret.“——
Ueber die damals in der ganzen Gegend herrschende Pest, die in unserer Heimatstadt zur Errichtung eines Pestkreuzes geführt hat, heißt es in jenem Kirchenbuche: „Den 16. August(1636) ist in diese Stadt eine Compani Reuter kommen, umb den 20. Augusti ist die Pest in dies Kirchspiel auch kommen, durch einen Reuter oder Leutnant, welcher von Recklinghausen kam in Prumenhof auf dem Ostenhellwege, und ist in etliche Häuser auf dem Helwege fortgerückt.“
Aus der Napoleonischen Zei
Schröder berichtet in seinen Beiträgen zur Geschichte der Stadt Castrop von einheimischen jungen Leuten, die unter Napoleons Fahnen in Spanien und Rußland gekämpft haben. Mir liegt ein amtlicher Nachweis„über die als französische oder rheinbundische Soldaten nach Rußland marschierten Individuen des Regierungsbezirkes Arnsberg“ vom 20. Juni 1820
vor. In diesem finde ich keinen Namen aus Castrop. Dagegen enthält das Verzeichnis der freiwilligen Landwehrmänner aus dem ersten Westfälischen(16.) Landwehrregiment 1813—1815 zahlreiche Castroper Namen: Becker, Ad., Flaswarth, Christ., Möller, Franz, Paßmann, Simon, Punge, Wilhelm, Röver, Giesbert, Stegemann, Friedrich und Leutnant Biggeleben; ferner: Erstes Detachement freiwilliger Fuß=Jäger, Formation Hamm: Wenzel, Wilhelm, Reinhard, Heinrich u. Wilhelm.
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für Casirop und Amgegend.
Monatsschrift des Vereins Heimatpflege.
4. Jahrgang
November 1925
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Heimatsegen.
Ein Freund ging nach Amerika und schrieb mir vor einigen Lenzen: „Schicke mir Rosen aus Steiermark, ich hab eine Braut zu bekränzen!"
Und als vergangen war ein Jahr, da kam ein Brieflein gelaufen: „Schicke mir Wasser aus Steiermark, ich habe ein Kindlein zu taufen!"
Und wieder ein Jahr, da wollte der
Freund
ach, noch was anders haben:
„Schicke mir Erde aus Steiermark, muß Weib und Kind begraben!"
Und so ersehnte der arme Mann auf fernen, fremden Wegen für höchste Lust, für tiefstes Leid des Heimatlandes Segen.
P. Rosegger.
Beiträge erbeten an Rektor Wiggermann, Castrop, Wittenerstraße 31.
Der Namen der Stadt Castrop.
Seine Ueberlieferung, Bedeutung, Verbreitung und Schreibung.
Von Dr. Franz Ortmann.
In neun Jahren, im Jahre 1934, kann unsere Vaterstadt Castrop ihr 1100jähriges Bestehen feiern; wenn auch ihr Alter noch weiter zurückreicht, so wird sie doch unter dem 23. November 834 zum ersten Mal in einer lateinischen Urkunde erwähnt, und zwar mit dem Namen Castorpe.(Vergl. Schröder, Beiträge S.). Fast zwei Jahrhunderte später taucht, wiederum in einer lateinischen Urkunde, zum zweiten Male ihr Name auf: Castorp in einer Urkunde vom 8. März 1019(vergl. Schröder, S.). Aus diesen beiden ältesten
Urkunden ergibt sich also, daß die älteste Schreibweise der Stadt Castorpse) ist und zwar in lateinischen Urkunden. Auf der Suche nach der Schreibung des Na
mens Castrop im mittelalter ist mir aber zu wiederholten Malen neben der ohne Zweifel überwiegenden Schreibung mit E in der Zeit vom 13. bis 16. Jahrhundert auch die Schreibung mit K aufgestoßen, so daß für das Mittelalter die zweifache Schreibung unzweifelhaft feststeht.
Im„Westfälischen Urkundenbuch“(7. Band) findet sich neben der üblichen Schreibung Castorp und der m. W. sehr seltenen Castdorpe in einer Urkunde vom Jahre 1277 zweimal die Schreibung Kastorpe(Nr. 1605 und 1612). Im „Dortmunder Urkundenbuch“ (1. und 2. Band) habe ich für das 14. Jahrhundert neben zahlreichen Castorpe(auch Castorppe und Castorp), einmaligem Castdorp(1304) und einmaligem Castorpf (1333) 6. mal die Schreibung Kastorpe festgestellt, und zwar in Urkunden von den Jahren 1354, 1366, 1389 und 1396.
Wichtig ist die Feststellung, daß alle diese Fälle sich in deutschen