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15 (11.3.1933) 60
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itag, 10. März

Tokio, 9. März. in aller Form der lus dem Völkerbund em Kaiser vorgeleg mit der Frage des förmliche Notifizie. rz dem Völkerbund

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leuchtung! Zu die­Volkslesehalle am fonhaus zu haben

nd Weltpolitik: alle in Bethel.

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Cham 315(Bayern)

ertag, Sonntag, Assapheum eine lut und Studien­I. Ferner wirken r des C. V. j. er(Klavier). Der vird am Ausgang renmal auf un­

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„ndengalbek und„änsen niel“

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60.

Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Sonnabend, den 11. März 1933.

15.Jahrgang.

unim migziiggel

Sei dankbar für das Glück, das dir der Herr bestimmt, und gib es gern zurück, wenn er es wieder nimmt.

Es ist kein Gut so groß, er hat noch Größres eben,

Und nimmt dir Eines bloß, um Andres dir zu geben.

Rückert.

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Amerikas Bankenkrise.

Es ist in Deutschland nur wenig beachtet worden, daß vom Finanzausschuß des amerikanischen Senates in der Zeit vom 18. Dezember 1931 bis zum 10. Februar 1932 außerordentlich aufschlußreiche Untersuchungen über den Vertrieb ausländischer Anleihen durchgeführt wurden, die nicht nur für die direkt beteiligte Bevölkerung der USA. größtes Interesse hätten haben sollen. Die bei dieser Ge­legenheit vorgenommenen Vernehmungen hervorragen­der amerikanischer Bankvertreter verdienen vielmehr auch heute noch die besondere Aufmerksamkeit der den internationalen Bankiers verschuldeten europäischen Welt und damit in erster Linie der Wallstreet verpflich­teten deutschen Anleiheschuldner. Nun umfaßt aber die über die besagte Senatsenquete vorgenommene Ver­öffentlichung nicht weniger als 2179 Seiten und ist daher schon rein technisch einer breiteren Oeffentlichkeit nicht zugänglich. Um so dankbarer muß man dafür sein, daß ein unlängst im Hans Buske=Verlag, Leipzig, herausge­kommenes Buch von Robert Kuczynski:„Wall Street und die deutschen Anleihen(Bankierprofite und Publikumsverluste)“, durch Veröffentlichung wesentlicher Auszüge aus den Vernehmungsprotokollen des Senats­ausschusses erheblich dazu beiträgt, um die Schulden­macherei, die in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt üblich gewesen ist und die hier keineswegs entschuldigt werden soll, doch in beträchtlich milderem Lichte erschei­nen zu lassen.

Aus den Protokollen geht unzweifelhaft hervor, daß die deutschen Amerika=Anleihen keineswegs nur darauf zurückzuführen waren, daß sich die Kreditsucher an die Banken wandten, sondern daß in überaus zahlreichen Fällen die Großbanken die Kreditnehmer durch ihre Be­amten und Agenten wie auch durch andere Banken in der Heimat der Kreditnehmer direkt anlockten. Aus der Fülle des in dieser Hinsicht vorliegenden Beweismate­rials sei nur die Rede erwähnt, die bereits im Jahre 1927 Thomas W. Lamont, Teilhaber von J. P. Morgan u. Co., auf dem panamerikanischen Kongreß hielt. Derselbe be­zog sich auf Berichte, die er„kürzlich über amerikanische Bankiers und Firmen gehört habe, die wie rasend mitein­ander konkurrieren, um Anleihen auf verschiedenen über­seeischen Geldmärkten zu erlangen“, und er hat dann weiter gesagt:„Natürlich bedeutet es eine Versuchung für gewisse europäische Regierungen, wenn sie eine Horde amerikanischer Bankiers auf ihrer Türschwelle sitzen sehen, die ihnen Geld anbieten. Es wirkt demoralisie­rend auf Gemeinden und Gesellschaften in den gleichen Ländern, wenn ihnen Geld aufgedrängt wird. Diese Art von Wettbewerb führt zu Unsicherheit und Unsolidität.“

Zu seinem eigentlichen Thema: der Feststellung der „Bankierprofite und Publikumsverluste“ bei den deut­schen Amerika=Anleihen, errechnet dann Kuczynski an der Hand eines ungemein umfangreichen Sach= und Zah­lenmaterials, daß die internationalen Bankiers, deren Dollarbondsgeschäft bereits vor zwei Jahren abge­schlossen war“ mit demselben einen Reingewinn von 50 Millionen Dollar erzielten, während das amerikanische Publikum daran 265 Millionen Dollar verlor, wenn man eine Gesamtbilanz nach dem Stande vom Herbst 1932 zieht. Dies Resultat ist für den amerikanischen Sparer und Kleinkapitalisten um so unerfreulicher, wenn man i den Vernehmungsprotokollen von den enormen Sum­nen liest, die bei den Anleihen an Provisionen der ver­schiedensten Art gezahlt wurden, wenn man weiter hört, die internationalen Bankiers stets betrebt waren, die lufgelegte Anleihe nun auch so schnell und gründlich wie moglich im Publikum unterzubringen und selbst tunlichst benig dieser so warm empfohlenen Wertpapiere in Hän­een zu behalten. Im Senatausschuß kennzeichnete Sena­tor Conally dies Verfahren dem Vertreter der National­Eich=Company mit den Worten:„In bezug auf auslän­9sche Bonds sind Sie wie der Kneipwirt, der niemals Ccann. Sein Wisky war zum Verkaufen gemacht, nicht dum Trinken!“. Deutlicher kann man sich über die Moral er damit angeprangerten Geschäftemacherei nicht gut nssprechen, und es sei deshalb auf jeden weiteren Kom­mentar verzichtet.

Jedenfalls ist die Stimmung, die in der breitesten Oeffentlichkeit Amerikas nach Abschluß der Senatsunter­suchungen den amerikanischen Großbanken gegenüber herrschte, durchaus begreiflich, und es konnte deshalb nicht wunder nehmen, wenn der neugewählte amerika­nische Präsident Roosevelt seine derzeitige Wahlkam­pagne zu einem nicht unerheblichen Teil mit Angriffen auf Großkapital und Börse bestritt, und ein Eingreifen der Staatsgewalt beiden gegenüber im öffentlichen In­teresse für unabwendbar erklärte. Wer von uns im Rin­gen um Wahlentscheidungen„ohne Sünde“ ist, der„werfe den ersten Stein“ auf ihn, auch wenn vielleicht hinter den Worten Roosevelts nicht die unbedingte Tatentschlossen­heit gestanden haben sollte, wie vielfach behauptet wurde.

Ein eigenartiges Schicksal will es aber, daß die Welt­wirtschaftskrise nunmehr noch vor dem eigentlichen Amtsantritt Roosevelts das Eingreifen der amerikani­schen Staatsgewalt in das Bankenwesen der USA. in einem Umfange notwendig macht, wie es noch vor kürze­ster Frist kein Finanzspezialist für möglich gehalten haben würde. Die Bankenkrise, von der Amerika heute geschüt­telt wird, nimmt Ausmaße an, deren Folgen— auch in bezug auf die sich in den USA immer mehr regende Bau­kenfeindschaft— noch in keiner Weise abzusehen sind. Vorderhand kann nur registriert werden, daß die Banken­abzüge, die vom Publikum vorgenommen werden, zu ein­schneidenden Sperrfristen und Beschränkungen für die Auszahlungen Veranlassung gegeben haben. In nicht we­niger als einem Dutzend der Einzelstaaten Amerikas— Darunter in Newyork, Newyersey und Michigan, um die Hauptkrisenherde zu nennen— sind bereits Ausnahme­und Notgesetze erlassen, und wenn nicht alles täuscht, dürfte noch Hoover ein von beiden Parlamenten ange­nommenes Notstandsgesetz für ganz Amerika unterzeich­nen. durch das die Nationalbanken aller Staaten unter die Aufsicht der Staatsgouverneure gestellt werden. Da­mti würde dann dem zur Zeit bestehenden Wirrwarr der einzelstaatlichen Moratorien und Maßnahmen ein Ende gemacht, gleichzeitig aber das gesamte amerikanische Ban­kensystem einer fast unbegrenzten behördlichen Finanz­diktatur unterstellt.

Inwieweit die Bankenkrise sich zu einer ausgesproche­nen Dollarkrise auswachsen könnte, läßt sich bislang schwer übersehen. Daß die Aktien und insbesondere die Bankaktien fallen, ist selbstverständlich, und daß angesichts der Stimmung im großen Publikum eine gewisse Flucht aus dem Dollar einsetzt, ist weiter nicht verwunderlich. So steigen denn zur Zeit die ausländischen Devisen— auch die deutsche Reichsmark— an der Neuyorker Börse. Auch finden beachtliche Goldverschiffungen aus den USA nach Europa statt. Auf der anderen Seite darf nicht übersehen werden, daß London durch erhebliche Dollarkäufe die Dollarbaisse, die naturgemäß eingesetzt hat, abzufangen sucht. Die englische Finanzpolitik dürfte es wenger dar­auf abgesehen haben, den Dollar zu stützen, wie das durch die Dollarkäufe tatsächlich geschieht, als darauf, bei der ganzen Affäre ein möglichst gutes Geschäft zu machen. Man rechnet demnach in London mit keinem Absacken des Dollars und bekundet damit sehr deutlich sein Ver­trauen zur amerikanischen Währungsgrundlage.

In den USA ist die Unruhe und Nervosität natur­gemäß groß, und da man auch im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten den Brunnen erst zuzudecken pflegt, wenn das Kind hineingefallen ist, sind allerhand Untersuchungs­ausschüsse im Gange, von denen die Rolle der Großban­ken bei den Einzelvorgängen, die zu der Krise geführt haben, festgestellt werden soll, bei denen auch Fälle an­geblicher Steuerhinterziehungen von Bankgewaltigen usw. anhängig gemacht werden. Man würde umsichtiger gehandelt haben, wenn man sich die Ergebnisse der ein­gangs behandelten Senatsenquete über die deutschen An­leihen zur rechten Zeit hätte zur Warnung dienen lassen. Das amerikanische Volk und seine„internationalen Ban­kiers erleben heute am eigenen Leibe die Folgen einer durch und durch ungesunden Profitsucht und Geschäfte­macherei, von der Th. W. Lamon, der Teilhaber von Morgan u. Co., wie wir oben erwähnten, vorausschauend sagte: Diese Art von Wettbewerb führt zu Unsicherheit und Unsolidität“.— Es ist sonst verpönt, im Wirtschafts­leben unserer Zeit von einer Moral zu sprechen und damit gegen die These von der„Eigengesetzlichkeit der Wirt­schaft“ zu verstoßen. Doch wenn selbst ein Bankfachmann der Weltfirma Morgan seine Bedenken einer Geschäfts­praxis gegenüber äußert, die gegen das sündigt, was der Laie unter Treu und Glauben im Geschäftsverkehr ver­steht, darf man sich ihm ja wohl, ohne verlacht zu werden, anschließen. nn.

Gedanken über das Wahlergebnis.

Das bei einer jeden Wahl in die Erscheinung tretende Wahlfieber ist verschwunden. Eine der grandiosesten Wahlschlachten ist geschlagen, und unbestrittener Sieger ist, das wird Freund und Feind nicht ableugnen können, der Reichskanzler Adolf Hitler. Es ist bekannt, daß die Regierungsparteien, wie insbesondere das Reichskabinett selbst, diesen Wahlkampf mit hochgesteckten Zielen führ­ten. Denn sollte die Wahl überhaupt einen Sinn haben, dann nur, wenn es der NSDAP. und der Kampffront „Schwarz=weiß=rot“ gelang, 51 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich zu gewinnen. Nur so erhielt man die Möglichkeit, aus eigener Kraft zu regieren, frei und los­gelöst von aller parteimäßigen Gebundenheit der letzten vierzehn Jahre. Diesem hohen Einsatz galt die, wenn auch etwas einseitige, Aufmachung des Wahlkampfes in Formen und mit Mitteln, die nicht allseitig gutgeheißen wurden. Der Rundfunk, nur den Mitgliedern der Regierung zur Verfügung stehend, war in diesem Wahlkampf ein wirk­sames Propagandamittel. Flugzeuge brachten die Redner von der einen Ecke des Vaterlandes in die andere. Und obwohl Herr Reichsminister Dr. Hugenberg finanziell in der Lage war, von diesen technischen Möglichkeiten Ge­brauch zu machen, hat er doch im Reichstag nur die alte Mandatsziffer so eben halten können, während bei der Landtagswahl ein kleiner Erfolg erstritten wurde, der je­doch fast ausschließlich auf die stärkere Wahlbeteiligung zurückzuführen ist. Das bedeutet, angesichts der Tatsache, daß Herr v. Papen der Kampffront ausgezeichnete pro­pagandistische Dienste leistete und der Stahlhelm doch auch eine beachtliche Verstärkung brachte, einen negati­ven Erfolg, umsomehr, wenn man bedenkt, daß Hugen­berg in seiner Eigenschaft als Ernährungsminister eine klare Agrarpolitik betreibt, aber gerade in landwirtschaft­lichen Gegenden die meisten Stimmen verlor und Hitler dort das Rennen vorwiegend allein machte. Mag es, vom Standpunkt der Reichstagsmehrheit aus gesehen, einer­lei sein, wer von den Regierungsparteien die Stimmen bekam, so darf man wohl annehmen, daß innerhalb die­ser Parteien eine Ausgleichung der Macht zu begrüßen gewesen wäre. Es ist nicht immer angenehm, einen allzu großen Bruder zu haben, der wohl beschützen, aber auch dem kleinen seinen Willen aufzwingen kann.

Von den bürgerlichen Parteien hat sich nur das Zen­trum behauptet. Die Bayer. Volkspartei hat einen starken Einbruch der NSDAP in Bayern nicht verhindern kön­nen. Das bedeutet nicht nur eine zukünftige Kräftever­schiebung im Bayrischen Landtag, sondern trifft Bayern da, wo es am verwundbarsten ist, nämlich in der Wahrung bayerischer Reservatrechte, und in Verbindung damit hat der ewige Hinweis auf die Errichtung der Mainlinie an­scheinend das Gegenteil bewirkt. Eine so starke Nazipar­tei in Bayern, aber der Reichsregierung in Berlin treu ergeben, bedeutet einen Pfahl im Fleisch, und wir können es eines Tages erleben, daß die Held und Schäffer, anstatt die Mainlinie zu ziehen, lieber die Main brücke bauen werden. Jedenfalls wird ihnen nach diesem Wahlausfall das aus parteitaktischem Bedürfnis heraus inszenierte Klappern mit der Mainlinie nicht gut bekommen und mehr Vorsicht ratsamer erscheinen lassen.

Aber auch das Zentrum wird, obwohl äußerlich und ziffernmäßig nicht geschwächt, über den unerwarteten Ausfall der Wahl nicht sehr entzückt sein. Es hat viel verloren, nämlich seine Schlüsselstellung, die es seit 1919 und fast immer seit Bismarcks Zeiten innegehabt hat, was ihm die Möglichkeit gab, bald mit rechts, bald mit links zu regieren. Dadurch erhielt das Zentrum eine un­geheure Machtposition, die es hervorragend auszunutzen verstand. Diese Stellung hätte das Zentrum auch jetzt nach dem 5. März wieder beziehen mögen. Dr. Brüning gab am Freitag in der gewaltigen Sportpalastkundgebung der Berliner Zentrumspartei die Bereitwilligkeit der Mit­arbeit zu erkennen, wenn gewisse Vorbedingungen, z. B. daß Deutschland ein Rechtsstaat bleibe, garantiert wür­den. Nach dem Bekanntverden des Wahlresultats hat der Reichsminister Göring sich beeilt, dem Zentrum die kalte Schulter zu zeigen, da es bei einfacher Abstimmung nicht mehr zur Erreichung einer Mehrheit benötigt wird. Das ist für das Zentrum bitter, schafft aber klare und kuh­handelsfreie Verhältnisse.

Die Mittelparteien sind weiter zusammengeschmolzen. Die Staatspartei hat sich durch ihre Listenverbindung mit der Sozialdemokratie gerettet; sie erhielt 5 statt bisher 2 Mandate, aber noch nicht 1 Prozent Stimmen. Die stärksten Verluste erlitt die Deutsche Volkspartei, die von 11 auf 4 Mandate herabglitt. Leider hat auch der christ­lich=soziale Volksdienst statt des erhofften Zuwachses einen kleinen Verlust erlitten. Die Mittelgruppen zusammen

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668 S 2e110