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Nummer 22
uber, Lippstadt; ver lichen und Anzeigenteil: lag und Druck: C. Jos. Lippstadt.
vom 1. Jan. 1941 gültig.)
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Zum 25. Todestag des deutschen Seemannes und Dichters in der Skagerrakschlacht
Es liegt etwas in der Luft!———
Aber was?
Torpedoboote machen schon Dampf auf. Die schweren, dicken Eisenkolosse, die drüben liegen, qualmen auch. Die See ist unruhig, wie die Mannschaft, die wohl etwas ahnt, und doch nichts weiß. Ueber Wilhelmshaven liegt dicker Dunst.
Es regnet—— und plötzlich ist aller Qualm ver
schwunden. War es ein Trugbild, was die öde Untätigkeit den Matrosen vorgegaukelt hat?
Um 4 Uhr geht es raus.— Wohin?——
„Klar Schiff!“
Um 6 Uhr ankert die deutsche Flotte auf der Schilligreede.
Die Leiber voll Granaten, dümpelt sie in den schäumenden Wogen. Die Sicht ist grau verhängt.
Es ist der 31. Mai 1916.
*
Admiral von Hipper erhält den Befehl, mit seinen Streitkräften die Jade zu verlassen und aus Sicht von Hornsriff und der dänischen Küste nach dem Skagerrak vorzustoßen. Die von ihm befehligte 1. und 2. Aufklärungsgruppe sollte sich vor Dunkelheit an der norwegischen Küste zeigen und in der Nacht im Skagerrak kreuzen, um sich am anderen Tage gegen Mittag wieder mit dem Gros zu vereinigen.
Um 4 Uhr 28 Minuten nachmittags meldete das Führerboot der 4. Torpedoboots=Halbflottille „B 109“, das von„Elbing“, dem westlichen Flügelkreuzer der Marschsicherung, etwa 90 Seemeilen westlich Bovjery einzelne feindliche Streitkräfte gesichtet wurden.
Admiral von Hipper greift mit seinen fünf Schlachtkreuzern„Lützow",„Terfflinger", Seydlitz",„Moltke“ und„von der Tann“ den Feind an. Die„Wiesbaden“ und„Regensburg“ schließen sich an. Turch diese Bewegung bot sich die Gelegenheit, den Feind auf das eigene Gros zu ziehen.
5 Uhr 49 Minuten nachmittags eröffneten die deutschen Schlachtkreuzer das Feuer. Knapp eine Stunde vorher war Gorch Fock in das Krähennest geentert. Noch liegt die„Wiesbaden“ nicht in der Geschoßbahn, und vor Gorch Focks Augen rollt sich das erste Treffen der gewaltigsten Seeschlacht aller Zeiten ab. Breitseiten um Breitseiten heulen heran. Die Höllenrachen der Eisenkolosse speien unaufhörlich ihre todbringenden Garben.
Gorch Fock blickt um sich. Er sieht das Blitzen der Feuerschlünde und hört den Donner, der durch den Widerhall der Detonationen die Schlacht stär
Schaumkronen
Die Düund her umtanzen den
auf
und
ker als in Wirklichkeit erscheinen läßt. nung läßt das Krähennest leicht hin wiegen, und weiße Kreuzer.
Hier zog Klaus Mewes mit seinem Ewer Fischfang. Hier kam er mit reichem ButtenZungenfang zurück.
Gorch Fock lächelte.
Es ist ein ernstes, aber zufriedenes Lächeln, das sein Gesicht umspielt.
Im Skagerrak sind wir jetzt, wo Klaus Mewes ertrunken ist, flüstert er. Ich fühle, wie sein Geist und seine Kraft über mich gekommen sind.
„Klaus Mewes!“, ruft er hinunter,„Granaten heulen über dein Grab. Sie bringen Tod und Verderben, wie einst vor Verdun, in Rußland und in Serbien, als ich den Brüdern in den Dardanellen zu Hilfe eilen wollte.“
Ob sie unseren Marschtritt gehört haben, flüstert er. Brüder, seht ihr die Hölle vom Skagerrak? Ich kämpfe ja auch.
Ich— wir— eure blauen Waffengefährten. Wir ringen gegen Stahl und Eisen. Wir ringen gegen den„Blanken Hans“!
Kameraden, hört ihr, was die Granaten und die Wogen singen?
Gorch Fock will up sien Nordsee swalken, und will mol up John Bull mit dol!
An Land kunn em de Dod nich griepen,
viellicht kriegt he up See em mol.
Fünfzehn Minuten Seeschlacht! Der britische Schlachtkreuzer„Indefatigable“ ist vernichtet. Zwanzig Minuten später folgt die stolze„Queen Mary“! Auch„Lion",„Princeß Royal“ und „Tiger“ erhalten schwere Treffer. Als endlich das heranrückende 5. britische Schlachtgeschwader seine 38=cm=Geschosse herüberfeuern kann, erhalten auch die deutschen Schlachtkreuzer„Seydlitz",„von der Tann" und„Moltke“ deckende Salven.
Ungefähr anderthalb Stunden später, trotz des künstlich entwickelten Nebels, erhielten die„Wiesbaden" und„Pillau“ schwere Treffer. Bald darauf ist die„Wiesbaden“ manövrierunfähig und bietet den feindlichen Streitkräften eine ruhige Zielscheibe. Der Zerstörer„Onslow“ wirft allein 58 Salven gegen sie, und jagt seinen einzigen noch im Rohr steckenden Torpedo aus nächster Nähe in die„Wiesbaden“ hinein. Der Torpedo trifft den Kreuzer unter der Brücke und die Detonation hebt ihn in die Höhe. Der Fockmast mit dem Krähen
nest, in dem Gorch Fock seinen Gefechtsstand hat, geht über Bord.
Wie eine Meute Hunde stürzen sich die Gegner nun auf die„Wiesbaden“.
Gorch Fock kämpfte mit der See! Er hatte die Lungen voll Seeluft und die Augen voll Ferne! Das Schlachtgetöse vernahm er nur noch wie einen weitabrollenden Donner und immer wieder warf er sich den Wogen entgegen. Er kämpfte, wie alle seine Kameraden, die die roten Höllenschlünde dem nassen Element überantwortet hatten.
Seine geliebte Nordsee hielt den Tod für ihn bereit, den er so oft besungen hatte.
Wir wissen nichts von seinen letzten Minuten, aber mit Sehergabe hat er seinem Buch„Seefahrt ist not“ uns seinen und aller Seeleute Tod vor Augen geführt.
„Klaus Mewes fühlte, daß seine Arme ermatteten, und das er es nicht mehr lange machen konnte. Noch einmal ließ er sich von einer Wogen
iebsbogen noch nicht ins zum 4. Juli auf
Der Bürgermeister s Ortspolizeibehörde.
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(Scherl K1)
Pfingststimmung
Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land. Eduard Moerike
riesin hochheben und blickte von ihrem Gipfel über die See, die er so sehr geliebt hatte, dann gab er es auf. Es paßte nicht zu seinem Wesen, sich im letzten Augenblick klein zu machen.
Er konnte doch sterben!
Er schrie nicht auf, noch wimmerte er, er warf sein Leben auch nicht dem Schicksal trotzig vor die Füße. Groß und königlich, wie er gelebt hatte, starb er, ein tapferer Held, der weiß, daß er zu seines Gottes Freude gelebt hat und daß er zu den Helden kommen wird.“
In Gorch Fock sehen wir das Vorbild der deutschen Seehelden, die, gegen eine gewaltige Uebermacht kämpfend, im Skagerrak in den Tod gingen. In ihm sehen wir die Gefallenen, die die nassen Elemente in ihr Reich aufnahmen. Noch an Bord seines Kreuzers schrieb Gorch Fock:„Ich habe mein Schicksal wie wenige Menschen und ich werde meinen Hafen erreichen.“
Anders hat er ihn erreicht, als er vielleicht dachte, und doch hat er ihn erreicht, wie er für viele Fahrensleute bestimmt ist!„Den Hafen der Draußengebliebenen“! Er, der das Tosen der Elemente über alles liebte, rief uns im Geiste, bevor er den Kampf aufgab, noch einmal zu:
„Was wißt ihr von Gorch Fock:
Nach meinem Tode sprechen wir uns wieder.“
Walter Dädelow,
Pfingsten bei den Soldaten
„Es soll nun keiner glauben, daß wir alten Soldaten nichts für die Poesie übrig haben. Im Gegenteil!“ Mit diesen Worten schmückte mich der prächtige, eben frisch rasierte Feldwebel eines vielfach ausgezeichneten Infanterie=Regiments mit einem Kranz aus bunten Frühlingsblüten. Dann sah er mich erwartungsvoll an und— als im selben Augenblick Wasserplätschern erscholl— gab er mir drei schallende Küsse. Ich war über diese unerwartete Liebesbezeugung höchst erstaunt, drehte mich unschlüssig um und sah, wie ein paar junge Feldgraue Wasser aus einem hochgehaltenen Eimer in einen anderen am Boden stehenden plätschern ließen und dabei lächelten. Noch ehe ich eine Frage stellen konnte, erklärte mir der Kußfreudige: „Pfingstsitte unseres Regiments! Wer ein hübsches Mädel mit einem Blumenkranz im Haar trifft und dabei eine Quelle murmeln hört, Jarf die Geschmückte küssen, weil es doch Pfingsten und Frühling ist.“ Nun lachte ich mit den Soldaten.
Dies alles ereignete sich am Pfingstsonntag des Jahres 1917 in einer kleinen zerschossenen Stadt an der Westfront, wohin ich mit einigen Kollegen gefahren war, um unsern Feldgrauen einige Stunden fröhliches Theater vorzuspielen.
Mein Freund, der Feldweber, hat tair dann bis in die späte Nacht hinein von schönen alten Pfingstsitten und=bräuchen verschiedener Regimenter, von denen er wußte, erzählen müssen. Ich habe mir alles gut gemerkt und will versuchen, einige getreulich wiederzugeben.
Beim ältesten Dragonerregiment, das der Große Kurfürst aufgestellt hatte, wurde über ein Jahrhundert lang zu Pfingsten ein mächtiges Kommißbrot gebacken, welches das erste Feldzeichen des Regiments— einen Drachen— trug. Am Pfingstmorgen bei Sonnenaufgang versammelte sich das ganze Regiment mit seinen Offizieren und dem Kommandeur um das Brot. Ein frommes Lied wurde angestimmt, dann schnitt der Kommandeur das Brot an, aß den ersten Bissen und gab jedem von seinen Leuten ein Stück. Wenn alle gegessen, sprach der Vorgesetzte:„Wir aßen ein Brot zusammen, und wir sind von einem Geiste beseelt, dem Geist der heiligen Pflichterfüllung und des unerschütterlichen Mutes im
Kampfe fürs Vaterland. Wer heute mit uns das Pfingstbrot teilte, gehört für immer zu uns.“
Der Rest des Brotes aber wurde für eine ebenso feierliche Handlung aufbewahrt. War ein Dragoner verlobt, so mußte seine Braut eine Scheibe vom Kommißbrot abschneiden und essen. Erstens, weil ihre Gewandtheit beim Schneiden zeigen sollte, daß sie mit allen häuslichen Pflichten vertraut sei, und dann, weil eine Soldatenfrau auch den Geist der Armee in sich tragen muß. Das Brot, zum Pfingstfest gebacken, vom Kommandeur angeschnitten, mache das Herz mutig, die Seele soldatisch. So hieß es bei den Dragonern, die jene alte Pfingstsitte lange in Ehren hielten. *
In Paradeuniform, mit der hohen Blechmütze auf dem Kopf, nahmen die Grenadiere Friedrichs des Großen am Pfingstfest Aufstellung auf dem Exerzierplatz ihrer Garnison und erwarteten die Schönen, für die das Soldatenherz höher schlug.
Die Demoiselles ließen nicht lange auf sich warten, promenierten— festlich angetan— am Rande des Exerzierplatzes einher und warteten der Dinge, die da kommen würden. Und bald nahmen die Ereignisse auch ihren Anfang. Granaten wurde geschleudert, aber keine, die blutige Wunden rissen, sondern kunstvoll aus einem Papierball und Blumen gefertigte. Sie flogen den Mägdlein vor die zierlichen Füße, in die fangbereiten Hände und trafen dennoch das Herz. Denn in den Papiergeschossen stand das erste Geständnis der Liebe oder die Bekräftigung eines schon gegebenen Schwurs oder die Zeit des nächsten Stelldicheins. Da hieß es, zielsicher werfen. Denn wehe, wenn eine Granate an falscher Stelle einschlug!
„Schon deshalb lernen meine Grenadiere aufs =Tüpfelchen genau zielen, damit sie sich zu Pfingsten nicht vertun“, sagte Friedrich der Große und sah viele Male dem Pfingstgranatenwerfen lächelnd zu, das noch nach seinem Tode eine geraume Zeit in dem Grenadierregiment fortlebte.
Irmgard von Stein.
Verlag: C. Jos. Laumanns, Verlageleiter: Friedr. Karl Laumans, Hauptschriftleiter: Emil Reuber, Anzeigenleiter: Hermann Schlepphorst, alle in Lippstadt.— Anzeigenpreis: 8 Rnf. 2rc 46 mm breite Anzeigenspalte. Anzeigenpreisliste Nr. 8.
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seit Johrzehnten bewöhrt, von Behörden v. Landwirten erprobt u. steis empsohlen, heilt in wenigen.Togen u. g.
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