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Zweites Blatt

Nr. 237

Sodinger Zeitung Herner Zeitung Geriher Zeitung

Donnerstag, den

8. Oktober 1936

Gauwalter Stein bei der Gewerkschaft Dorn

Der Gauwalter besichtigte den Betrieb und sprach zur Gefolgschaft

Eindrucksvoller Beiriebsappell

an Herne, 8. Oktober.

Der Gauwalter des Gaues Westfalen=Süd der Deut­schen Arbeitsfront, Pg. Stein- Bochum, weilte gestern in Herne, um den Betrieb der Gewerkschaft Dorn zu besichtigen. Aus diesem Grunde hielt die Betriebs­gemeinschaft der Gewerkschaft Dorn einen Apvell ab, bei dem Gauwalter Stein das Wort ergriff. Außer den engeren Mitarbeitern des Gauwalters nahmen an der Besichtigung des Betriebes auch Kreisleiter Pg. Niever LiD Kreisleiter Pg. Krumbbolz von der DAß und Mitarbeiter teil. Unter der Leitung des Betriebs­führers Direktor Leissing wurden die sauberen Ma­schinenhallen und die anderen Räume des Betriebes be­sichtigt.

Inzwischen batte die Sirene die Beendigung des Ar­beitstages angekündigt und die Gefolgschaft, Hunderte von Männern im blauen Arbeitskittel und Mädchen in ihrer Arbeitskleidung, strömten in die neue Maschinen­halle. Bald fand sich auch die Werkskapelle ein, die so­fort einen flotten Marsch erschallen ließ.

Nach dem Fabneneinmarsch begrüßte zunächst der Be­triebszellenobmann Luce den Gauwalter und die an­deren Gäste und dann nahm Gauwalter Stein das Wort, um zu den Arbeitskameraden der Gewerkschaft Dorn über die Probleme zu sprechen, die uns beute be­schäftigen.

„Wenn wir einen Betriebsappell abhalten, so begann Gauwalter Stein, so soll das nicht der Ausdruck einer militärischen Ausrichtung sein, sondern soll die Möglich­keit schaffen, unter Arbeitskameraden über Dinge zu sprechen, die einmal gesagt werden müssen.“ Er führte dann weiter aus, daß sich jeder einmal befreien muß von den Dingen, die ihn täglich umgeben und bemühen muß, die großen Zusammenhänge zu erfassen. Nur zu leicht verfällt jeder in den Febler, nur auf seinen eigenen Arbeitsplatz zu blicken und nur die Probleme zu sehen, die ihn selbst bewegen, ohne sich die großen Zusammen­hänge klar zu machen. Gauwalter Stein kam dann auf die Lohnfrage und die sozialen Probleme zu sprechen. Er wies dabei auf die Beispiele bin, die wir augen­blicklich in anderen Staaten beobachten können. Wenn man dort die Löhne ohne weiteres erhöht habe, so sei dieser Lohnerhöhung noch eine weit größere Preissteige­rung gefolgt, so daß durch diese Manöver im Endergeb­nis kein Segen für den Arbeiter berausgekommen ist, sondern gerade das Gegenteil. Es kommt nie auf die Lohnhöbe allein an, sondern immer darauf, was der ein­zelne mit diesem Lohn anfangen kann. Niemand kann abstreiten, daß der Lebensstandard des deutschen schaf­senden Menschen der höchste in der ganzen Welt ist, eben­so wie die Sozialversicherung in Deutschland am weite­sten ausgebaut ist.

Man höre oft die Frage, so fuhr Gauwalter Stein fort, ob nicht die Mittel, die zum Neuaufbau des deutschen Heeres nötig seien, für die Sozialvolitik verwandt wer­den könnten. Darauf kann man immer wieder nur feststellen, daß ohne eine genügende Sicherung unserer Landesgrenzen eine gesunde Sozialvolitik überhaust nicht möglich ist. Wer kann den Mut zum Neuaufbau haben, wenn er sich sagen muß, daß ein mißgestimmter Nachbar das in barter Arbeit Erreichte mit einer ge­ringen Kraftanstrengung wieder zerstören kann? Der Kampf gegen Deutschland hat sich nie gegen das Kaiser­reich oder gegen die Republik gerichtet, sondern immer gegen die Tüchtigkeit des deutschen Arbeiters.

Gauwalter Stein wandte sich dann der Preisfrage zu. Die Rettung des deutschen Bauernstandes, führte er aus, hat dem Verbraucher einige Lasten aufgebürdet Diese Opfer müssen aber gebracht werden, damit die Brot­und Ernährungsfrage des deutschen Volkes gelöst wer­den kann. Wenn wir uns unseren Botkorb vom Aus­land bestimmen lassen müssen, dann wird man uns den Brotkorb immer höber hängen, bis man uns in die Knie gezwungen hat. Das nationalsozialistische Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, alles das zu tun, was im Rah­men des Möglichen überhaupt getan werden kann. Man kann jedoch nicht alles auf einmal tun, sondern muß warten, bis die Probleme reif sind. Die Staatskunst Adolf Hitlers hat bis heute schon soviel erreicht, daß der deutsche Arbeiter ihm vertraut.

Dann kam Gauwalter Stein auf das Verhältnis in­nerhalb des Betriebes zu sprechen Dem Werksführer dürfen nicht seine Maschinen und sein Material das Wertvollste sein, sondern in erster Linie die in seinem Betriebe schaffenden Menschen. Er muß es verstehen. Mensch, Maschine und Werkstoff in den richtigen Gleich­klang zu bringen. Mit Freuden habe er feststellen kön­nen, so betonte Gauwalter Stein, daß in der Gewerk­schaft Dorn das Verhältnis von Betriebsführung zu

Gefolgschaft vorbildlich ist.„Marschieren. Sie so weiter in der Gemeinschaft von Führer und Gefolgschaft", so schloß Gauwalter Stein seine Ansprache,„dann wird am Schluß jeder Hilfsarbeiter sagen können:„Dies Deutschland ist mein Deutschland!"

Mit herzlichem Beifall dankten die Arbeitskameraden dem Gauwalter für seine Worte. Dann gab der Werks­chor einige schöne Proben seines Könnens und zum Schluß ergriff der Betriebsführer, Direktor Leissing, von seiner Gefolgschaft herzlich begrüßt, das Wort, um dem Gauwalter für seinen Besuch und seine Ausführungen zu danken. Mit dem Gelöbnis, weiter im nationalsozialisti­schen Sinne zu arbeiten, brachte Direktor Leissing ein dreifaches Siegheil auf den Führer aus, das von der Gefolgschaft begeistert ausgenommen wurde. Mit dem Gesang der Nationalhymnen und dem Fahnenausmarsch schloß der eindrucksvolle Betriebsappell.

nalischer Wirtschaftsführer besuchte Herne

(!) Auf Einladung der Reichsregierung befindet sich gegenwärtig Berghauptmann Dr. Hav aus dem eng­lischen Wirtschaftsministerium auf einer bergbaulichen Studienreise durch die deutschen Bergbaugebiete, die u. a. auch den Einrichtungen zur Bekämpfung des Ge­steinsstaubes in den deutschen Bergwerken gilt. Dr. Han besichtigte in Dortmund. Herne(hier die Flottmann­werke) und Bochum einige Werke und Zechen sowie bergbauliche Unterrichtsanstalten.+

Versammlung der Ortswaltung Kerne-Mitte der

(!) Am Freitag, dem 9. Oktober, 20 Uhr, findet in der Wirtschaft Köhlboff, Kaiser Wilhelm=Straße, eine Vierteljahresversammlung der Ortswaltung Herne­mitte der DAF. statt, an der sämtliche Betriebszellen­obmänner, Amtswalter, und Gefolgschaftsmitglieder der DAF. der Ortswaltung Herne=Mitte teilnehmen. Es spricht Parteigenosse Kable aus Bochum.

Gesunder Wettbewerb im handel

Eine Beiratssitzung der Industrie- und Handelskammer zu Bochum

Viel und gute Werbung

(1) Herne, 8. Oktober.

In einer Tagung des Beirates der Industrie­und Handelskammer zu Bochum unter dem Vorsitz des Präsidenten der Kammer, Dr. M. A. Schlitter, stattfand, berichtete der stellv. Syndikus Dr. Prasse über Fragen neuzeitlicher Finanz= und Steuerpolitik.

Im Gegensatz zu den Regierungsmaßnahmen- vor 1933, deren Auswirkungen infolge ständig zunehmender Arbeitslosigkeit trotz Steuererhöhungen und Senkung von Löhnen und Gehältern zu einem ununterbrochenen Abgleiten des Gesamtsteueraufkommens führte, brachte die seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialis­mus verfolgte Finanz= und Steuerpolitik eine Verbesse­rung der Lage der öffentlichen Finanzen. Der Grund für das erfolgreichere Aufkommen an Steuern liegt außer in der Belebung der Wirtschaft u. a. vor allem in dem Vertrauen jedes einzelnen Steuerpflichtigen zu den finanzpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung sowie in der Anpassung des gesamten Steuerwesens an die bevölkerungspolitischen, sozialpolitischen, wirtschafts­politischen und weltanschaulichen Grundsätze des Natio­nalsozialismus. Das gilt u. a. insbesondere für die Einkommensteuer, Körverschaftssteuer und für die Neu­regelung der Gewerbesteuer, die ab 1. April 1937 auf Grund reichsrechtlicher Regelung als reine Gemeinde­steuer erhoben werden soll. An der Beseitigung der sich aus der Gewerbesteuerneuregelung für die Uebergangs­zeit ergebenden Schwierigkeiten hinsichtlich der Be­lastungsverschiebungen mitzuwirken, werden Gemeinden und Wirtschaft in gleicher Weise berufen sein, letztere dadurch, daß sie den Belangen der Gemeinden weiter­bin mit Verständnis begegnet, die Gemeinden ihrerseits dadurch, daß sie wie bisher die Verfolgung ihrer von boher Verantwortung getragenen Politik zum Nutzen der Gesamtheit gewährleisten als Fundament für eine weitere erfolgreiche Finanz= und Steuerpolitik des Reichs.

Syndikus Dr. Weber berichtete über das Aufgaben­gebiet und die Tätigkeit der Bezirksausgleichstelle West­falen. Diese Stelle ist eine Untergliederung der Reichs­ausgleichstelle im Reichs= und Preußischen Wirtschafts­ministerium. Die hier erfolgte Mitwirkung bei der Vergebung öffentlicher Aufträge bedeutet eine Wirt­schaftslenkung zur Erreichung wichtigster wirtschafts­und sozialpolitischer Ziele. Die bei der Bezirksaus­gleichstelle zu leistende Arbeit ist im übrigen insofern von grundlegender Bedeutung, als hier ein Organ der wirtschaftlichen Selbstverwaltung mit der Durchführung staatspolitischer Aufgaben betraut worden ist.

Sodann berichtete Syndikus Dr. Franke über die Mitarbeit der Kammern an der Ordnung des Wettbe­werbs.— Als Erbe einer vergangenen Zeit hatte der nationalsozialistische Staat Wettbewerbssitten über­nommen, der sehr schlecht waren. Er mußte daher zu einer durchgreifenden Säuberungsaktion schreiten.

In einer ganzen Reihe neuer Wettbewerbsgesetze und Verordnungen suchte der Staat den Mißständen zu be­gegnen. Im Werberat der deutschen Wirtschaft schuf er sich eine besondere Verwaltungsbehörde mit der Aufgabe, die unlautere Werbung zu bekämpfen und da­mit gleichzeitig den Weg frei zu machen für eine erfolg­sichere Werbung.

Wenn der nationalsozialistische Staat der schlechten Werbung einen rücksichtslosen Kampf angesagt hat, so

wünscht er gleichzeitig viel gute Werbung. Der Kaufmann soll heute die Ueberzeugung haben, daß er nicht nur werben kann, sondern daß er dies besser und wirksamer als je zuvor vermag, weil ihn niemand mehr mit Unlauterkeiten und Unwahrheiten übervorteilen soll.

Die Industrie= und Handelskammer, deren vornehm­ste Aufgabe darin besteht, zu einem gesunden Ausgleich im Widerstreit der Meinungen um wirtschaftliche Dinge beizutragen, hat auch an der Ordnung des Wettbewerbs mitzuarbeiten. Die Ueberfülle der wettbewerbsrecht­lichen Bestimmungen macht es dem Kaufmann manch­mal schwer, den richtigen Weg im wettbewerbsrecht­lichen Handeln zu finden. Aufgabe der Kammer ist es, die praktische Anwendung dem in der Wirtschaft Täti­gen tagtäglich näher zu bringen, ihm das weiter zu ge­ben, was in der täglichen Praxis aus zerstreuten Fund­stellen zusammengetragen werden muß. Es ist erfreu­lich, daß sich dieser beratenden Tätigkeit der Kammer die Gewerbetreibenden in wachsendem Umfange bedie­nen.— Des weiteren steht die Kammer all den andern mit Wettbewerbsfragen befaßten Instanzen gutachtlich zur Seite.— Auch im Verwaltungswege erledigt die Kammer eine Reibe von Wettbewerbsfragen, beisviels­weise auf dem Gebiete des Ausverkaufswesens. Die Frage, ob und wieweit Wettbewerbsfragen im Ver­waltungswege geregelt werden können, steht noch offen. Heute geschieht es schon weitgehend durch den Werbe­rat der deutschen Wirtschaft. Die bisherigen Ergeb­nisse dürften die noch stärkere Einschaltung der Verwal­tung rechtfertigen.

Endlich haben in der Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs die Einigungsämter für Wettbe­werbsstreitigkeiten bei den Industrie= und Handelskam­mern erfolgreich mitgewirkt. Für die Fülle der täg­lichen Einzelfälle soll das Einigungsamt die Stelle sein. welche mit der Garantie richterlicher Unabbängigkeit kaufmännische Schnelligkeit verbindet. Das Verfahren vor dem Einigungsamt ist denkbar einfach. Seine vor­nehmste Pflicht ist es, durch Erörterung dessen, was lauter und unlauter ist, die Parteien zu überzeugen, daß sie die zu beanstandenden Handlungen freiwillig einstellen. Durchweg gelang es dem Einigungsamt, die ihm vorgetragenen Fälle vergleichsweise zu erledigen. Einer Erweiterung der Zuständigkeiten der gesetzlichen Einigungsämter kann das Wort geredet werden.

Auch im Verhalten der Kaufleute im Wettbewerbs­kampf bleiben Fälle übrig, wo nicht Gesetzesvaragra­pben, sondern der kaufmännische Moralkoder entschei­den muß. Diese Erwägung hat zu der Errichtung kauf­männischer Ebrengerichte bei den Kammern ge­führt. Diese Ebrengerichte hatten aber bisher keine ge­setzliche Grundlage. Der letzte Erlaß des Reichswirt­schaftsministers über die Organisation der gewerblichen

als Geschäftsmann

Als„rasch entschlossner Käufer“ hat Hase jetzt prima Feinkost=Laden! Und gleich kommt auch der erste Kunde:„Fabrikant Mehlhose“, stellt er sich vor,„Sie kennen wohl mein Werk in der Karolusstraße?“— natur­lich, Hase weiß davon und packt dem feinen Mann gleich 30 Flaschen Sekt und alten Weinbrand in das Auto. „Habe heute Herren=Abend“, sagt der noch,„schicken Sie die Rechnung in die Wohnung!“

Das tat Herr Hase. Aber Geld kam keins. Die Firme Mehlhose war tags zuvor schon bankrott gewesen, der Sekt, soweit nicht ausgetrunken, kam in die„Konkurs­masse“. Unter den amtlichen Bekanntmachungen hatte es natürlich gestanden...

Die ganze Stadt war längst im Bilde, bloß Hase wußte von nichts.

— hätte er Zeitung gelesen!

Die meldet gleich, wer insolvent!

Wohl dem, der seine Zeitung kennt...

Wirtschaft siebt eine Ehrengerichtsbarkeit durch Errich­tung von Ehrengerichten in erster Instanz bei den Wirtschaftskammern und eines Ehrengerichtshofs in letzter Instanz bei der Reichswirtschaftskammer vor.

Die Industrie= und Handelskammern arbeiten so zu ihrem Teil mit an der Ordnung des Wettbewerbs. Sie sind einmal die geeigneten Gutachterinstanzen, die keine Interessenwünsche zu vertreten haben, deren Aufgabe die des gerechten Ausgleichs ist. Sie haben als Selbst­verwaltungskörper der Wirtschaft, die an der Verwirk­

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gegen spröde Haut

lichung der nationalsozialistischen Wirtschaftsordnung mitzuarbeiten haben, ein wichtiges Betätigungsfeld.

Abschließend erstattete der 1. Syndikus der Kammer. Dr. Hugo, einen eingehenden Bericht über die neu Wirtschaftsordnung.

Eisplatz am Stadtgarten

Neue Verwendungsmöglichkeiten der Tennisplätze am Stadtgarten

Rollschuhlausen vor dem Rathaus

(I) Herne, 8. Oktober.

Der Herner Rollschub= und Eislaufverein hielt im Kastno Friedrichseck eine sehr gut besuchte Versamm­lung ab. Dabei kam auch der Plan zur Schaffung einer neuen Freiluftanlage fün Rollschuh= und Eislauf zur Sprache. Diese soll auf den Tennisplätzen am Stadt­garten entstehen, wo sie sich mit verhältnismäßig ge­ringen Mitteln leicht herstellen läßt. Der Plan wird in weiten Kreisen der Bevölkerung, die den beiden

schönen Sportarten nabestehen, lebhaft begnüßt werden.

Der Herner Rollschuh= und Eislaufverein bemüht sich weiter, seinen Sport der Herner Bevölkerung nahezu­bringen. Im Kasino Friedrichseck hält er jeden Diens­tag= und Freitagnachmittag Trainingsstunden ab und an jedem Samstagnachmittag ist sogar ein öffentliches Laufen auf dem Adol=Hitler=Platz geplant. Auch eine Rollhocken=Mannschaft wil man demnächst einführen, um später auch eine Eishockenmannschaft auszubilden. Es ist begrüßenswert, daß nun die Aussicht besteht, daß dieser schöne Sport, der bei den Olymvischen Win­terspielen so großen Anklang gefunden hat, nun auch in Herne eingeführt wird.

Großes Preisausschreiben des Reichsamtes für Reisen, Wandern. Urlaub

Gute Novellen, Kurzgeschichten, Gedichte und Anekdoten werden gesucht

An alle„RdF“-Jahrer

(1) Herne, 8. Oktober.

Millionen deutscher Volksgenossen aus allen Schichten und Berufen wurde es in den vergangenen Jahren durch die einzigartige NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" ermöglicht, ihren Urlaub durch Reisen in= und außerhalb Deutschlands auszufüllen. Diese Fahrten, mögen sie nun in Bahn und Auto über weite Land­strecken geführt haben, mögen es gewaltige Ozeandamp­ser gewesen sein, die den Urlauber über die Meere nach dem hohen Norden oder den südlichen Küsten Madeiras getragen haben, immer war es das große Gemeinschafts­erlebnis, das den Kdf=Reisen ihr Gepräge gab und sie für alle Teilnehmer zu etwas Wertvollerem machte als zu einer bloßen Erholung: nämlich zu einem starken und bleibenden Bindeglieb der großen Volksgemeinschaft.

Wenn in diesen Tagen das Reichsamt Reisen. Wan dern und Urlaub der RS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ einen Aufruf an alle Volksgenossen ergehen läßt, die selbst einmal an einer Kdff=Reise teilgenom­men haben, und sie auffordert, ein besonders interessan­tes und tyvisches Erlebnis dieser Reise in Novellen= oder

Gedichtform zu schildern, so wurde von der Gewißheit ausgegangen, daß sich unter den KdF=Urlaubern viele gute Erzähler finden. Es gilt, gerade das Gemein­schaftserlebnis, das, was die Millionen Volksgenossen auf ihren„Kraft durch Freude"=Reisen im tiefsten Her­zen bewegt hat, zu gestalten und in den Vordergrund zu stellen.

Das Reichsamt Reisen, Wandern und Urlaub sucht gute Novellen, Kurzgeschichten, Gedichte und Anekdoten und setzt dafür hobe Geldpreise aus. Wäbrend für die beste Kdi=Reisenovelle, deren Umfang nicht über 15 Schreibmaschinenseiten sein soll, ein Preis von 1000 Mark, und zwei weitere Preise zu je 400 Mark aus­gesetzt wurden, erhält der Gewinner der besten Reise­kurzgeschichte(5 Seiten) 300 Mark, und die beiden näch­sten Gewinner je 100 Mark. Der Preis für das beste KöF=Reisegedicht ist 100 Mark, für zwei weitere Ge­dichte je 50 Mark, die beste Kdff=Reiseanekdote wird mit 50 Mark und zwei weitere mit je 20 Mark belohnt. Da­neben erhalten die Verfasser anderer guter Arbeiten eine Reibe von Trostpreisen in Form von Kdff=Freifahrten, Büchern usw. Einsendeschluß ist der 1. Dezember 1936 Postanschrift: NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Reichsamt für Reisen, Wandern und Urlaub, Berlin W 57, Potédamer Straße 75.

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