Der frühere Abgeordnete Wegescheid gestorden

Einer der letzten aus der Reihe der führenden Per­önlichkeiten des„alten kivpischen Freisinns“, der Kaufmann Wilhelm Wegescheld aus Oerling­hausen i im 30. Lebenojahr gestorden. In jüngeren Jahren kom der im Jahre 1849 in Himmerkusen

(Kreis Gummersbalh) im Rheinland gedorene Wege­scheid nach Oerlinghausen. Er schloß sich hier alsbald der froisinnigen Bewegung an, die damals noch in der Blüte ihner Koaft stand, als Büxten und Echterding. Heinrich Moritz und Wilhelm Meiersobft die Lieblinge der dreiten Massen des Volkes waren. Oerlinghausen, das in Lauso der Jahrzehnte mit der wachfenden Zigarrenindustrie zur roten Hochburg am Tönsberg wurde, war vor dieser Zeit die nicht weniger stark aus­geprägte freisinnige Hochburg. Konsewative und Nationakliberale wielten in Oerlinghausen so gut wie keine Rolle. Dem alten Freisinn hielt Wegescheid mit seinen Getreuen bis zur Vereinigung der Liberalen Volkspartei mit der freisinnigen Partei im Jahre 1910 die Stange. Längst war in Lippe der Stern des alten

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Geeginns untergegangen, schon lunge spielte die

lettende demokratische Volksbewegung im Lande unter den breiten Massen, den Handwerkern und Zieglern, keine Rolle mehr, als Wilhelm Wegescheid mit seinem Freunde Bruns auch unter den schwierigsten Verhält­nissen in kleinen und in großen Versammlungen das Banner des Freisinns hochhielt. Nach der Vereinigung der freisinnigen Partei machte aber auch er die Ver­sohnung mit dem neu aufgekommenen Professor Neu­mann=Hofer innerlich mit, und als sein alter Freund Bruns=Wülfer in verhältnismäßig jungen Jahren stard, wurde er in dem von der Sozialdemokratte hart umkämpften 7. Wahlkreis, den Aemtern Schötmar und Oerlinghausen, sein Nachfolger. Trotz der Abwesenheit der freisinnig=liberalen Ziegler wurde er am 8. Juli 1913 mit 1415 Stimmen gegen den Sozialdemokraten Kronshage, der nur 1263 Stimmen erhielt, als Ab­geordneter der 3. Klasse in den Landtag gewöhlt. Ihm hat er dann dis zum Ausbruch der Revolution an­gehört. Die abgeklärte Reise des Alters und die ihn von Haus aus auszeichnende innere Vornehmheit machten ihn und seine Ausführungen im Landtag sym­pathisch; er hatte trotz seiner prononcierten freisinnigen Weltanschauung eigentlich keinen Gegner. Seine Mei­nung wurde nicht nur gebört. sondern auch gewertet. Der 7. Wahlkreis bat sicher keinen in der Gesinnung vornehmeren Mann als Vertreter gehabt wie Wilhelm Wegescheid. Im letzten Jahrzehnt ist er kaum noch her­vorgetreten. Wie er über den Umsturz und über die innen= und wirtschaftspolitische Neugestaltung des letzten Jahrzehnts gedacht hat, darüber drang kaum etwas in die Oeffentlichkeit. Dem liberalen Ge­Annungsmenschen und vornehmen Charakter, dem Par­lamontarter, der sich auch in den schwersten Zeiten seine Ueberzeugung bewahrte, wird in der politischen Geschichte des Landes allzeit ein ehrenvoller Platz be­schieden sein.

Kursus für Musikerzieher und Chorleiter ia Tage

Die Ei mancher Freunde u

der

sche Tonwortbewegung erwirbt sich trotz Semmungen von Jahr zu Jahr neue urworter. Einer der erfolgreichsten ist der Oberlehrer W. Stolte in Lage, mehrere Liederbücher darüber heraus­hat und seit kurzemn im Verein mit Professor rank Bennedik aus Klel eine Zeitschrift„Das

aus

nnevir aus Klel eine Zeitschrift„Das herausgibt, worin in erschöpfender Weise und Prazis des Tonwortes die notwendi­—" sich aber Jünger um Wesen

* gegeden werden. Es hat

gezeigt, daß von Zeit zu Zeit für die neuen des Tonwortes ein Kursus notwendig

ninars Otto Bleusdorf, Godesberg, Studtenrat #. Moll=Wandebeck, Mittelschullhrer K. Schwarz= =Minden und Oberlehrer Stolte=Lage. Besonderer ert wird neben gründlicher Einführung in die wissen. dlichen, Grundlagen der einzelnen Gebiete vor allem ren praktische Gestaltung im Unterricht gelegt, mit rproben an Klassen der verschiedenen Stufen. An­dungen nimmt baldigst der Kursusleiter W. I. L. entgegen. Kost nerzahl.

Lippische Pferdeverlosung in Detmold

Der Ziehungotag, der unwiderruflich, am 31. August sattfindet, ist nunmehr in unn ttelbare Nähe gerückt. Die Verlosungsleitung ist eifrig an der Arbeit, die noch zu beschaffenden Gewinne von livvischen Gewerbe­tretbenden im Lande anzukaufen. Der angekaufte erste Hauptgewinn sowie ein Reitpferd stehen bereits im Tiergarten beim Krummen Hause zu Detmold zur Be­sichtigung aus. Alle sonstigen Gewinne werden dort ebenfalls gesammelt und ausgestellt. Es ist jedem In­teressenten noch genügend Gelegenheit geboten, sich mit Losen für die wirklich hervorragend ausgestattete Lot­terie zu versehen, bevor der Losverkauf endgültig ein­

gestellt werden muß. Lose zu 2. RM. sind noch zu be­zlehen durch die Geschäftestelle des Verbandes der Lip­pischen Pferdezüchter im Tiergarten beim Krummen Hause zu Detmold und durch die Geschäftsstelle dieser Zettung.

— Ein Opser der Straße wurde am letzten Sonn­tagabend ein jugendlicher Radfahrer auf der Landstraße von Schönemark nach Detmold. Der 15jährige Junge wurde von einem Kraftwagen angefahren und zur Seite geschleudert. Das Fahrad wurde etwa 40 Meter mitgeschleift und total zertrümmert. Der Fahrer erlitt Verletzungen an den Armen und Beinen.

— Straße frei für die Neuerwehr! Anläßlich ders gestern in Blomberg ausgebrochenen Schadenseuers war auch die Detmolder Motorspritze an die Brand­stätte gerufen. Auf der Hinfahrt wurde in der Nähe des Dolsterteiches die Spritze von einem Detmolder Mietfuhrwerk gestreift und zunächst an der Weiterfahrt gehindert. Als wenige Augenblicke später der Opel­wagen des Landesbranddirektors kam, geriet er eben­alls mit demselben Wagen in Berührung. Hierbei wurde der linke hintere Reisen beschädigt. Erst nach einer zettraubenden Reparatur konnte der Wagen nach Blomberg weiterfahren. Es ist scheinbar vielen Kraft­fahreren nicht bekannt, daß der Feuerwehr in diesem Falle ein Vorfahrtsrecht eingeräumt werden muß. Durch die Nichtbeachtung können unter Umständen große Schäden eintreten.

—Nächtlicher Einbruch und grober Unsug. In der vorletzten Nacht wurde bei der Firma Mentzel in der Schülerstraße ein am Hause befindlicher Schaukasten gewaltsam erbrochen. Der Täter entwendete Damen­wäsche, ließ aber die besten Sachen in der Eile zurück. In derselben Nacht wurde in der Bruchstraße der am Hause des Schlachtermeister Kropv defindliche Kasten der Deutschen Turnerschaft mutwillig beschädigt. Zweckdienliche Mitteilungen erbittet die Staatliche Kriminalabteilung in der alten Schule am Markt.

— Reformierte Stadtgemeinde. Zu dem 14. Ge­meinde=Abend sind alle Erwachsenen. Männer und Frauen, der Gemeinde herzlich eingeladen. Das Ein­trittsgeld von 20 Pf. braucht für niemanden ein Hin­dernis zu sein; wer es nicht bezahlen kann, darf ohne Geld kommen. Am Sonntag, dem 26. August, gilt der Abend für den ersten Pfarrbezirk. am Montag, dem 27. August, für den 2. Pfarrbezirk, doch werden die Grenzen als fließend betrachtet.

der refor­

son kurz be­

n. wird nun###egonnen. Mit der Bebauung

der Ecke der Hermann= und Bismarchstraße schließt 1b an••—.—"——

— Der Neubau des Gemeindehauses mierten Stadtgemeinde, über den wir schor richteten, wird nunmehr begonnen. Mit der

Landestheater. Heute geht zum letzten Male der Lacherfolg:„Herrschaftlicher. Diener gesucht“, nk von Eugen Burg und Louis Taufstein in Schwank dieser beiden Autoren. Es ige Späße und knallige Situationen, gesunder Humor und scharfer Witz haben darin Ver­In drei Akten bietet es eine die auslöschende Kost. Freitag, den

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Szene. Der gibt drollige deutscher Hu arbeitung gefunden.

Sorgen des Alltags ande Kost

24., gelangt das Satyrspiel: Zwei mal zwei ist fünf von Gustav Wied zur Aufführung. In Wi

worfen so exakt an an dem

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kosten je nach Höhe der Teil­

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Das in der vergangenen

Donnerstag. abends 8 Uhr statt. Herr Pelzer, der von Tätigkeit am Lande."

t am Landestheater her hier als aus­

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seiner Ta.

gezeichneter Heldentenor bekannt ist, wird einige Arten und Lieder vortragen. Die Begleitung hat Herr Walter Hönsch übernommen.

—„Die Himmelstochter“. Um die Leser der Sonn­tagebetrachtung nicht länger mit der Lösung des Nät­sels zu quälen, wer die„Himmelstochter“ sei, bemerken wir, daß es nicht Himmelstochter, sondern„Himmels­lichter“ heißen mußte. So gibt die sehr wertvolle Bi­belübersetzung von H. Menge die luthersche Wendung wieder:„Vater des Lichts"(Jacobus 1.17).

— Gefunden und verloren. Als gefunden sind in der vergangenen Woche folgende Gegenstände auf dem Fundbüro. Zimmer 17 des Rathauses, angemeldet

Feuer in Blomberg

Streichhölzer in Kinderdänden.

In den gestrigen Mittagestunden entstand in Blom­berg im massiven Hause des Fabrikarbeiters Ernst Wallbaum an der Reutorstraße ein Schadenfeuer. Aus unbekannter Ursache war auf dem Boden Feuer entstanden. Die sofort alarmierte Feuerwehr konnte den Brand nach einstündiger Tätigkeit auf seinen Herd beschränken. Außer dem Dachstuhl wurden einige Zim­mer im ersten Stock stark beschädigt. Die gegen 2 Uhr alarmierte Landesmotorspritze aus Detmold brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Durch die zuständigen Sicherheitsbeamten wurden sofort eingehende Nach­sorschungen nach der Urfache des Feuers aufgenommen. Das Haus ist mit 10.000 RM. versichert. Der Schaden ist demnach gedeckt.

Wie wir erfahren, ist die Untersuchung bereits zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Der 8jährige, etwas schwachsinnige Sohn der Eheleute W. hat ein­gestanden, daß sein 5jähriger Bruder zur Mittags­Kunde auf dem Boden mit Streichhölzern gespielt habe. Der schwer verdüchtigte Bruder konnte keine andere Antwort geben als andauernd zu weinen. Trotz alle­dem wird die restlose Aufklärung des jüngsten Brandes in Lippe nicht lange auf sich warten lassen.

worden: Roller, Stricksacke, Ohrringe, Herrenfahrrad,

st a Zt. ein Schaubild de

Tiefdruck ausgestellt, das in maßvoller, ruhiger Archi­tektur den Aufbau veranschaulicht. Die Ausführung liegt in den Händen des Architekten Meßmann, Lage.

— Fischfang im Donoverteich. Wie bekannt wird, wird am kommenden Freitag der Donoverteich ab­gelassen, worauf sofort mit dem Fischfang begonnen wird. Wer in den letzten Monaten den Teich besuchte, rechnet mit einem guten Segen. Die interessante Tätig­keit der Fischer wird auch in diesem Jahre sicherlich viele Interessierte zu dem idyllische Waldsee locken.

— Der Bund ehemaliger Luzeumsschülerinnen macht seine Mitglieder darauf aufmerksam, daß sie alle zu dem am Sonnabend, dem 25. Aug., nachmittags 3 Uhr. am Krummen Hause stattfindenden Feste des Ober­lyzeums freundlichst eingeladen sind. Trotz der mannig­saltigen Darbietungen an Gesangsvorträgen, Volks­reigen, kleinen Aufführungen ulw. wird während der Pausen reichlich Gelegenheit zum Plaudern geboten. Auch diejenigen ehemaligen Lyzeumsschülerinnen, die dem Bunde noch nicht beigetreten sind, sind will­kommen.

In Wieds„2 X2

steht man's: Der Humor ist keiner Mode unter­. Es ist alles so nett und barmtor, die Typen

wirk!“

Herrenschirm. Kindermütze. Als verloren sind gemeldet: Taschenuhr. Damenhandtasche mit Inhalt, Brosche, Vorstecknadel, Luftpumpe,

Detmold

Hiddesen, 21. Aug. Deutscher Abend. Der Stahlhelm. B. d. F., Ortsgruppe Hiddesen, veranstaltet am Sonnabend, dem 25. Aug., abends 8 Uhr, in den Räumen der„Frischen Quelle“ einen Deutschen Abend. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Licht­bilder=Vortrag des Lettow=Vorbeck=Mitkämpfers. Herrn Major Frhr. v. Ledebour, über„Selbsterlebtes in Deutsch=Ostafrika“. Unsere alten, prachtvollen Armee­Märsche, gemeinschaftliche Lieder und eine große Ver­loosung werden den übrigen Teil des Abends aus­füllen. Einlodungen dazu ergehen in den nächsten Tagen. Unseren verehrten Kurgästen wird die Teil­nahme an diesem deutschen Abend wärmstens emp­sohlen.

Diestelbruch, 21. Aug. Am Montag krachten drei Ehrensalven über das Grab des Werkmeisters Leimen­krüger. Seine Kriegskameraden, seine Gefährten in der Pflege des Gesanges und Sports gaben ihm das letzte Geleite. Eine Menge herrlicher Blumenspenden bedeckte das Grab des noch nicht 32jährigen, der im Land­krankenhaus einer tückischen Krankheit erlag. Man bringt der Witwe des braven, allgemein geachteten Mitbürgers die herzlichste Teilnahme dar.

Bad Salzuflen

— Nächtlicher Einsteigediebstahl. Spitzbuben stiegen in der Nacht vom 20. auf den 21. August bei dem Maurermeister Pegel an der Herforder Straße in ein offenstehendes Kellerfenster ein und stahlen aus einem ebenfalls unverschlossenen Kleiderschrank folgende Sachen: einen Cutaway mit gestreifter Hose, einen hellen Sommeranzug, einen fast neuen, dunklen An­zug, einen getragenen grauen Anzug. einen neuen Lodenanzug. Arbeitsrock(Reitcord). einen gesprenkel­ten Arbeitsrock. 8 Pfund Butter und einen Schinken Als wertvollstes Stück hießen sie eine goldene Uhr mit goldener Gliederkette mitgehen.— Wir möchten zu wiederholten Malen darauf hinweisen, daß abends alle Fenster und Türen, besonders zur ebenen Erde, ge­schlossen sein müssen, um solche unliebsamen Besuche zu vermeiden.— Sachdienliche Mitteilungen, die zur Ergreifung der Täter führen können, erbittet die hies. Strafverfolgungsbehörde

— Ein großes Feuerwerk soll bei günstiger Witte­rung heute abend im Kurpark abgebrannt werden. Dies wird im Zusammenhang mit den galeichzeitig stattfin­denden Militärkonzerten wieder einmal einen Massen­besuch des Kurparks bedingen, zumal der gute Ruf der pyrotechnischen Werke Brinkmann=Bielefeld, welche bei dieser Gelegenheit ihre anerkannt vorzügliche Leistungs­fähigkeit auf feuerwerkstechnischem Gebiet zeigen wer­den, die Gewähr für eine hochinteressante Veranstal­tung bietet.

— Kurtheater. Donnerstag. den 23. Aug. gelangt Rudolf Bernauers und Rudolf Oesterreichers Komödie „Der Garten Eden“ zur Aufführung. Nachmittags geht für die Kinder das Märchen„Hänsel und Gretel“ in Szene. Die Nachmittags=Vorstellung beginnt wieder um 5 Uhr und findet bei kleinen Preisen statt. Sonn­abend, den 25. August. wird nochmals der übermütige Schwank„Unter Geschäftsaussicht" zur Aufführung ge­langen.

— Deutschlands gefeiertster Sänger gibt in Bad Salzuflen ein Konzert. Kammersänger Heinrich Schlus­mus ist von einer äußerst erfolgreichen Konzert=Tour­nee aus Amerika zurückgekehrt und hat bereits eine großzügige Reise durch die ersten Konzertstädte Deutsch­lands absolviert, die sich bei durchweg ausverkauften Sälen zu einem wahren Triumphzug für den Sänger gestaltete. Leider dürfte Kammersänger Heinr. Schlus­mus für Konzerte in Deutschland zum kommenden Jahr nicht zur Verfügung stehen können, da ein sehr ver­

lockendes Angebot ion bereits wieder für die kom­mende Saifon nach dem Ausland verpflichtet. Die Lippische Salinen= und Badeverwaltung hat sich daher bemücht, Heinrich Schlusmus vor seiner Abreise im Oktober zu einer Zusage für ein hiesiges Konzert zu bewegen; dieses mit dem Erfolg. daß bereits für den 8. September im Theatersaal ein Lieder= und Arten­abend angesetzt werden konnte. Für die Begleitung am Flügel ist der ständige Pianist des Sängers, Franz Rupp(Berlin), verpflichtet.

— Das Max Krauß=Konzert stand im Zeichen eines verhältniomäßig gut besetzten Saales und einer dank­baren, beifallsfreudigen Zuhörerschaft. Zweiselsohne ist Max Krauß ein Sänger von großem Intellekt und starker Musikalität, dessen ansprechender Baß=Bariton namentlich im Lyrtschen die Herzen der Hörer zu ge­winnen vermag. Aus diesem Grunde gab er auch diesem Abend mit den zu Anfang gesungenen Schubert­kompositionen sein Bestes, vermochte aber weder in den „beiden Grenadieren" noch in den Löweschen Balladen die dem Dramatischen entsprechende Kraft und Ein­drucksfülle zu entfalten, obwohl der Betfall gerade bei den letzteren nicht enden wollte und die Zugabe des beliebten„Tom der Reimer" und„Prinz Eugen“ er­zwang. Was diesem Sänger in allererster Linie die Begeisterung seiner Zuhörer gewinnt und es ihm er­möglicht, wahrhaft ergreisende Wirkungen zu erzielen, ist das reiche Maß von Innerlichkeit, mit dem er seinen Gesang zu beleben versteht, ist der gute Geschmack und die künstlerische Vornehmheit, die aus allem spricht, was er zum Vortrage bringt. Der belebende Funke echter Künstlerschaft glüht in ihm und flammt oft mit elementarer Gestaltungskraft emvor, bei ihm ist nichts nebensächlich, nichts teer und bedeutungslos, jedes De­tail wird mit derselben Wärme zu durchdringen ver­socht. Und doch sind ihm durch gewisse Mängel seiner Stimme Grenzen gezogen, fühlt man es heraus, daß er mitunter mehr geben möchte, als er vermag, und be­dauert, daß dem wohlgeschulten Organ im Forte nicht die rechte eherne Kraft innewohnt, wo er doch im Piano so viel schmeichelnde Zärtlichkeit, so viel klangvolles Empfinden zum Ausdruck zu bringen weiß. Nichtsdesto­weniger gehört Max Krauß zu den sympathischen Er­scheinungen des Konzertsaales. und der Beifall, der ihm wurde, war wohlverdienter Lohn für sein nicht alltäg­liches Singen.

Schötmar

— Schützensest. Beim Königoschießen errang Herr Buchdruckereibesitzer Fr. Dröge mit 12 Ringen die Königswürde. Er wählte sich Frau Robert Neuper zur Königin. Um 10 Uhr marschierte eine Kompagnie Schützen zur Schule, um sämtliche Schüler mit Musik zum Schützenplatz zu geleiten, wo alle mit kleinen Ge­schenken bedacht wurden. Das Festessen fand im Königs­zelt bei Herrn Beilker statt. Dabei hielten Herr Stadt­rat Kordes und Herr Landrat Krieger Ansprachen. Nach dem Essen marschierten die Kompagnien zum Marktplatz und nahmen dort Paradeausstellung zur Proklamation des neuen Königs, der im Viererzug an­langte und in feierlicher Weise mit der Königskette geschmückt und zum Schützenkönig ausgerufen wurde. Nachdem sodann noch die Königin abgeholt worden war, bewegte sich der Festzug durch die Stadt. Auch der letzte Tag verlief zur allgemeinen Zufriedenheit. Die Festtage werden allen Teilnehmern noch lange in schöner Erinnerung bleiben.

Oerlinghausen

Heipte, 21. Aug. Die am Sonnabend abgehaltene Versammlung, zwecks Gründung eines Kleinkaliber= Schießvereins, bei Gastwirt Böger, war erfreulicher­weise gut besucht. Es wurde ein Verein gegründet. dessen Vorsitz Herr Landwirt Fr. Meier zu Krentrup Übernahm. Es zeigte sich volle Begeisterung für diese edle Sache. sowohl in den Kreisen der Aelteren als auch in denen der Jungschützen. Die Ausbildung haben einige sachkundige Herren übernommen.

Horn

— Das Hermann Löns=Denkmal am Knickenhagen

wird am Sonntag, dem 2. September. nachmittags 3½ Uhr geweiht werden. Die Feier wird durch den Vor­trag eines Liedes von Löns auf einem Waldhorn er­öffnet, worauf nach der Begrüßungsansprache ein Hor­ner Lönsfreund die Festrede halten wird. Gesang= und Musikstücke werden die Feier in der blühenden Heide umrahmen und Mandoline und Gitarte werden die Jugend zu Volkstänzen auffordern. Bei schönem Wetter wird es eine erhebende Gedenkfeier für den großen Heidedichter Hermann Löns sein. Abends soll der Marktplatz dann mit Lampions erleuchtet und alt und und jung durch eine Musikkapelle mit Löns=Liedern unterhalten werden. Hermann Löns war ein wahrer Volksdichter, weshalb auch alle Volkskreise an der Ge­denkfeier teilnehmen werden. Richt nur aus Horn, son­dern auch aus der näheren und weiteren Umgebung werden die Gäste erwartet. Jeder Naturfreund, Jägersmann und alle Lönsverehrer sind herzlich ein­geladen. Alle werden einen unvergeßlichen Sonntag in der rosenroten Heide beim Lönsgedenken verbringen können. Uralte, knorrige Eichen, Birken und Wach­holder werden Pate bei der Gedächtnisfeier stehen. Es wird ein Massentreffen aller Freunde der Natur aus nah und fern sein. Möge der Wettergott die Feier ebenfalls verschönern helfen.

— Rücksichtslose Automobililten! Am Sonntagabend wurde ein Ehepaar aus Schölmar auf der Rückreise von Bayern mit dem Motorade auf der Kleinen Egge von einem Chevrolet=Kraftwagen angefahren und zur

Der Wettlauf zue Srenze

Ein Sauner= und Spionage=Roman.

Von Otto Schwerin.

2. Fortsetzung......(Nachdruck verbolen)

„Ich bin wirklich glücklich, verehrter Herr Paschkin, oder Lasarevits, daß Sie den Weg zu mir gefunden haben. Am meisten freut mich aber Ihr Besuch, rei­zende Viera oder Irene?“

Die Frau zog es, diplomatischer wie der Mann, vor, den Spott zu überhören, und überhaupt nicht zu antworten. Paschkin drauste auf.

„Lassen Sie mich in Frieden!“ rief er.—„Was soll die Farce?— Sie haben uns.— Schön! Freuen Sie sich darüder und rufen Sie Ihre Polizisten.— Zum Berulken mögen Sie sich geeignetere Objekte euswählen, ich antworte Ihnen nicht mehr.“

Orghidan schlug gelassen die Beine übereinander. „Herr Paschkin“, sagte er ruhig, langsam joder Wort abwägend.—„Ich habe Sie immer für einen klugen Menschen gehalten. Sollten Sie wirklich so dumm sein, um durch satschen Stolz oder verstockten Trotz Ihre Lage zu verschlimmern, die Sie durch khu­ges Eingehen auf einige Vorschläge, die ich Ihnen un­terbreiten will, wesentlich verbessern können.“

Paschein horchte auf.— Die Sache fing an inter­essant zu werden.— Er begann zu ahnen, warum man ihn nicht direkt in das Polizeigefängnie überführt, sondern erst in die Privatwohnung des rumänischen Rittmeifiers, der, wie Poschkin wußte, in der Geheim­abteilung des Generalstabs tätig war, gebracht hatte.

Mit einer gewissen Spannung richtete er seine Augen auf den jungen Offizier. Dieser hatte eine „Alda Julia“ angezündet.

„Bitte bedienen Sie sich auch, Herr Poschkin“, sagte er.„vo plandert sich leichter.“ Und als Paschkin, der Interesse kaum unterdrücken konnte, auch seine — in Brand gesetzt hatte, fuhr Orahiden fort

„Lassen Sie mich,— wie die Juristen so schön sagen— sofort in medias res gehen.— Was gegen

Sie und Ihre—— sagen wir als galante Leute—

Gattin vorliegt, wissen Sie.— Der raffinierte Raub meiner Kurierpapiere ist nocch ungefühnt.— Ich schätze, daß jedem von Ihnen beiden so ungefähr 5 bis 6 Jahre schwerer Kerker sicher sein dürften. Ferner schwebt außerdem gegen Sie, Herr Paschkin, ein Ver­fahren wegen versuchter Spionage in Verbindung mit Körperverletzung. wohlgemerkt mit schwerer Körper­verletzung.— Es handelt sich um eine Sache, kurz vor dem Kriege begangen an dem Kommandanten der Festung Moldasini. Dimitri Colta, die auch gut und gern ihre drei bis vier Jahre Kerker wert ist.— Das stimmt doch wohl?“

Paschkin mußte die Richtigkeit dieser Ausführungen einsehen, und da er auch einzusehen begann, daß ver­stocktes Leugnen hier wahrlich nicht am Platze war, gab er beides unumwunden zu.

„Recht so“, sagte Orgbidan lächelnd.„Ich freue mich, Herr Paschkin, daß wir uns so gut verstehen. Sie sehen also ein, daß Sie in unserer Hand sind, und wir Ihnen eine langwierige, schwere Kerkerstrafe an­hängen können.— Ee besteht aber die Möglichkeit, daß unsere Regierung davon absieht, gegen Sie und Ihre— ob— Gattin“ Orghidan machte im Sitzen Viera eine liebenswürdige Verbeugung—„vorzu­

gehen, wenn Sie bereit wären.— uns— einen——

sagen wir mal— wichtigen Dienst zu erweisen.“ Or­ghidan schwieg und beobachtete gespannt die Wir­kung seiner Worte.— Paschkin hatte seine volle Sicherheit wiedergefunden.— Wenn man eines Dien­stes wegen an ihn herantrat, dann sah seine Lage durchaus nicht so bedenklich aus, wie er zuerst den Anschein hatte.— Immerhin hieß es auf der Hut sein, denn es war nicht das erstemal, daß er um die Früchte seiner Arbeit betrogen würde, und dem ge­schmeidigen Rittmeister Orghidan traute er alles zu, nur nicht viel Gutes

„Ich bin bereit, Ihre Vorschläge anzuhören“. sagte er ruhig.

Orghidan zeigte lachend seine weihen Zähne.— „Ich wußte, daß Sie vernünftig sind“, sagte er.— „Wir wollen unser Geschäft bei einer Flasche Samos besprechen.“— Dann klingelte er und trat ans Fen­ster, während ein Diener auf einem fahrbaren Tisch­chen mehrere Flaschen Wein und Gläser, kalte Küche, Toast und Früchte vor Paschkin und Viera ordnete.

„Greifen Sie zu. Messieurs, dames“, forderte Org­hidan auf. als der Diener das Zimmer wieder ver­lassen hatte.„Sie werden hungrig sein und bei leerem Magen verhandelt es sich schlecht.“ Paschtin und Viera ließen sich nicht lange nötigen.

„Sie sind uns als außerordentlich tüchtiger Agent bekannt“, fuhr Orghidan fort.„Als ein Mann, dessen Fähigkeiten auf seinem Spezialgebiet unbestritten sind. Bitte keine falsche Bescheidenheit.— Ich habe Ihre Kunst am eigenen Leibe erproben können.— Ich möchte Sie mit einem Auftrag betrauen, der die Fähigkeit und Gewandtheit voraussetzt, über die Sie und Ihre——— Gemahlin——— verfügen“

Paschkin hatte sich ein Brötchen geschmiert, hörte aber nichtsdestoweniger aufmerksam zu.

Orghidan fuhr fort.—„Ein ungartscher Ingenien: hat eine waffentechnische Erfindung gemacht.— Eine Sache von nicht gerade umwälzender Bedeutung, aber, — ich interessiere mich dafür. Es handelt sich, wie ich Ihnen verraten darf, um— ein vorzügliches Selbst­ladegewehe— das einer mit ihm ausgestatteten Ar­mee große Vorteile über einen Gegner, der noch die früheren fünf= bis sechoschüssigen Büchsen benützt, ver­leiht.“

Paschkin machte ein enttäuschtes Gesicht.

„Ich habe von der Sache gehört“, sagte er langsam und goß sich einen Allasch ein.—„Aber kein großes Interesse vorausgesetzt.— Mit militärischen Sachen ist heute wenig zu verdienen, ausgerechnet, heute im Zeichen der Abrüstung, der Friedenskonserenzen, der Bölkerbundes, und ühnlichen„humanen“ Einführun­gen. die unsereinen das Geschüft verderden.“

Seite geschleudert. Bei dem Sturz erlitt die Frau deo Motorradfahrers Verletzungen am Kopfe, während der Mann mit Hautabschürfungen davon abkam. Der rüchk­sichtslose Kraftfahrer sieß die Opfer liegen und fuhr unerkannt von dannen. Ein später vorbeikommender Kraftwagen aus Hagen brachte die verletzte Frau zum Arzt und Bahnhof.

— Wem gehört das Rahrrad? Vor etwa 8 Tagen wurde vor der hiesigen Apotheke ein gebrauchten Damenfahrrad aufgefunden, das bis heute auf den rechtmäßigen Besitzer wartet. Wenn der Versierer das Rad bis heute noch nicht vermißt hat, dann sei er daran erinnert, daß das Rad auf der Gendarmeriestation im Rathause wieder in Empfang genommen werden kann

— Von der Badeanstalt. Nach notwendig geworde­nen Ausbesserungen im Schwimmbassin der Badean­stalt ist seit einigen Tagen der teilweise unterbrochene Badebetrieb wieder im vollen Umsange ausgenommen worden.

Tage

— Verein für Einheitokurzschrift. Der vom Verein eingerichtete Lehrgang zur Erlernung der Einheits­kurzschrift hat am 16. August d. J. in der Berufoschule begonnen. Neuanmeldungen können nur noch am Don­nerstag, 23. August, berücksichtigt werden. Damen und Herren, welche an diesem Lehrgange noch teilnehmen wollen, werden hierdurch gebeten, rechtzeitig zum Un­terrichtsbeginn zu erscheinen.

Amt Brake

Brale, 21. Aug. Am Sonnabend sand die erste Ver. sammlung des Schwimmvereins„Weißer Schwan“ im Vereinslokal„Zur Post“ statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Heinr. Rubach einstimmig wiedergewählt Zweiter Vorsttzender wurde Herr Reinhard Müller Der Festausschuß besteht aus den Herren Hans Bunge, Robert Moch, Heinrich Kampmeier und Karl Koch. Herr Bunge überreichte dem Vorsitzenden und dem Schwimmleiter als Anerkennung ihrer Tätigkeit einen von einem Förderer des Vereins gestifteten silbernen Pokal, wofür der Verein bestens dankte. Der frühere Militärschwimmlehrer Herr Solle erklärte sich bereit, die Vereinsmitglieder im Training zu unterstützen. Hoffentlich ist dem tatkräftigen Verein eine gute Ent­wicklung beschieden.

Amt Hohenhausen

Hohenhausen, 18. Aug. Starker Fremden­verkehr. Die anhaltend gute Witterung brachte unserer aufblühenden Sommerfrische nach Beginn der rheinischen Ferien überaus starken Besuch. Hotels wie Privatpensionen sind voll besetzt. Viel Anklang finden immer die Sonderveranstaltungen. Zunächst sind es die beliebten Kurkonzerte im Hotel„Deutsches Haus“. die sich durchweg eines guten Besuches erfreuen. Sodann bietet die bayerische Wanderbühne allwöchentlich eine schöne Abwechslung. So fand auch am vergangenen Sonntag wieder eine Vorstellung statt, bei der das Stück„Almenrausch und Edelweiß" aufgeführt wurde.

Barntrup

— Zwei Unsälle ereigneten sich hier in den letzten Tagen. Der Landwirt Fritz Kampe. Obere Straße, fiel auf dem Acker beim Mähen des Getreides von der Mähmaschine und geriet unter die Hufe der Pferde, die ihn an beiden Oberschenkeln verletzten.— Einen schwe­reren Unfall erlitt der Zimmermeister Bauscher, Sophienstraße. B. wollte in seiner Wohnung eine Leiter hinaussteigen, hierbei rutschte er beinahe oben von einer Leitersprosse und siel auf den Herken, welcher die Leiter festhielt. Da ihm der Haken in den Leib ge­drungen war, ordnete der Arzt die sofortige Ueber­führung ins Krankenhaus an.

— Feueralarmsirene. Seit einigen Tagen ist auf dem Dache des Rathauses eine neue Feueralarmsirene angebracht. Die„Tyson“=Sirene wird durch Kohlensäure in Betrieb gesetzt; es können mit ihr scharf abgegrenzte kurze oder lange Töne abgegeben werden Bei künf­tigem Brandalarm wird daher neben der Alarmierung durch die Hornisten bei Feuer im Orte Alarm durch kurze Sirenentöne, und bei Feuer außerhald Barn­trups Alarm durch langen Dauerton gegeben werden. Die Sirene ist in und außerhalb Barntrups und sogar im Nachbardorf Selbeck gut zu hören.

— Gemeinschaftliche Sitzung. Am Montagabend sand eine gemeinschaftliche Sitzung der städtischen Kör­verschaften statt. Außer Stadtrat Tiene und den Stadt­verordneten Schlue, Hilker. Kuhlmann und Steneberg waren sämtliche Vertreter anwesend. In Sachen der Uebernahme des erhöhten Aktienkapitals für die Exter­talbahn stimmte die Stadtverordneten=Versammlung in getrennter Abstimmung mit 5 gegen 3 Stimmen dem Beschlusse des Stadtrates zu. Der Stadtrat hielt mit 4 Stimmen an seinem Beschlusse fest. Ebenfalls werden die mit dem Grunderwerb verbundenen Kosten über­nommen. Das erhöhte Aktienkapital von 0000 RM. wird daher übernommen

Amt Sternberg=Barntrup

Bösingseld i. L., 20. Aug. Die Extertalbahn atte gestern ihren ersten größeren Unfall. Ein großes

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ilchauto des Geheimrats Hugenberg auf Rohbraken fuhr an der Exterbrücke in Rickbruch mit großer Ge­walt gegen einen Triebwagen der Exfertalbahn. Während der schwere Triebwagen nur wenig beschädigt wurde, wurde das Auto demoliert und durch die Ge­

Orghidan lachte—„Die Abrüstungskonferenzen, der Völkerbund und alle jene anderen Gefühlsduse­leien, die weder Ihnen. noch mir in den Kram pas­sen, können die verschiedenen Staaten und Mächte­gruppen doch nicht von der Notwendigkeit entbinden, eine Armee zum Schutze ihres äußeren und, wohl­gemerkt, heute auch inneren Bestands zu unterhalten — Eine Erfindung. die einer Armee von, sagen wir mal 50000 Mann. den gleichen Gefechtswert verleiht. wie einem gegnerischen Heere in drei= bis fünffacher Stärke, muß uns natürlich brennend interessieren.— Rumänien ist durch den glücklichen Ausgang des Welt­krieges, über Nacht möchte ich sagen, zur Großmacht geworden, es ist in weit ausgedehnten Grenzen, von allen Seiten durch mißgünstige, um nicht zu sagen, direkt feindliche Nachbarn eingeschlossen, und ergreift natürlich jede Gelegenheit, sich militärisch ein Ueber­gewicht zu verschaffen“

„Sehr schön“, antwortete Paschkin und lösselte einen Kristallteller mit eingemachten Erdbeeren an­dächtig aus.—„Sehr richtig. Herr Rittmeister, aber darf ich mir die Frage erlauben, warum Sie nicht zu­erst versuchen, die Erfindung von ihrem Besitzer auf legale Art und Weise zu erwerden?“

„Aus zwei Gründen wollen wir hiervon Abstand nehmen. Erstens, weil der Erfinder. ein Ungar, aus Siebenbürgen, uns wie das Gift haßt; zweitens, weil wir vermuten, daß das Ihnen vorgeschlagene Geschäft schneller zum Ziele führt und auch—— billiger i.“

Paschkin griff nur die letzten Worte auf.„Schnel­ler?“ wiederholte er.—„Möglich.— Aber billiger? Ich weiß nicht. Herr Rittmeister, gute Arbeit muß auch entsprechend belohnt werden.“

„Ich bin davon im voraus überzeugt. Herr Pasch­kin“, erwiderte Orahidon mit einem vielsagenden Lächekn, das Biera, die den Mann schweigend aber scharf beobachtete, nicht entging.—„Daßt wir uns über die Summe einigen werden, halte ich für selbst­verständlich.— Aber die Sache eilt, denn der Erfinder steht im Bogrifie, mit einer nordischen Macht abzu­

schließen, de Parnerhandlungen werden schon ge­führt.“

„Wo. Herr Rittmeister?“

„Hier in Bukarest, Herr Paschkin.— Und aus die­sem Grunde haben wir Sie—— gebeten—— nach

Bukarest zu kommen. um mit allen erlaubten, aber auch unerlandten Mitteln die Erfindung für uns zu erwerben.— Die Sache ist, wie gesagt, äußerst pres­sant. Sie müßten Sie sofort aufgreifen, und am Tage, an dem Sie die Pläne, Zeichnungen und Be rechnungen in meine Hände legen, erhalten Sie einen Barsch über 100000 französische Franken.“

„Sie haben sich versprochen, Herr Rittmeister, Schweizer Franken meinen Sie doch wohl?“

„Natürlich, selbstverständlich, Herr Paschkin“, pflich­tete Orghidan bei,„Schweizer Franken“.

„Schön, Herr Rittmeister", erwiderte Paschkin, wischte sich den Schnurrbart und erhob sich.—„Das läßt sich hören.— Ueber die Einzelheiten können wir uns noch unterhalten.— Sie bekommen die Pläne, so wahr ich Sergius Pawel Paschkin heiße. Vergessen Sie nur nicht das Honovar, und— selbstverständlich brauche ich auch einen entsprechenden Vorschuß, denn ich bin total abgebrannt.

Ein Vorschuß von 10000 Franken und ich bin Ihr Mann!“

Bei diesen Worten reichte er dem Rittmeister die Hand, die dieser kräftig schüttelte, um sie dann im Nebenzimmer unter die Wasserleitung zu halten, wo er sie mit Seise und Bürste nachhaltig und gründlich bearbeitete.

„Den haben wir“, sagte Orahidan eine halbe Stunde später hümisch lachend zu dem Masor Budesti. —„Es war nicht allzu schwer. Herr Major, und ich garantiere Ihnen, daß Paschkin und die Dokumente verschafft.— Er is auf gewissen Gebieten ein gerade zu gentaler Kert.“

Fortsetzung folgt.